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mariaK

1917_05_03 Was Gott vereinigt hat

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Was Gott vereinigt hat

 

Was denn Gott zusammengefüget hat, soll der Mensch nicht scheiden.“

Markus 10:9

 

Nun betrachten wir das, was Gott vereinigt hat. Ich meine diese Wörter im weitesten Sinne, d.h. wie Christus sie verstanden hat. Sie umfassen das ganze Leben des Menschen in all seinen Anzeichen. „Was denn Gott zusammengefüget hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ Jedes Leiden im Leben ist auf dieses Trennen zurückzuführen. Ich soll das nicht beweisen, jeder kann das mit einem Versuch prüfen.

Wenn ihr euch von eurem Mann, eurer Seele, von euren Brüdern und Schwestern, Freunden, von eurem Haus, von eurer Heimat trennt, seid ihr traurig. Warum? Das Wort Heimat hat eine andere Bedeutung als diese, die die Menschen kennen. Unter Heimat meinen die Leute ein Haus, eine Familie, aber das, was auf der Erde Familie ist, ist Heimat am Himmel, Göttliches Haus. Die gegenwärtigen Menschen meinen unter Trennung eine Trennung zwischen einem Mann und einer Frau, d.h. das, was sie Scheidung nennen. Unter Trennung versteht man die Trennung jedes Gedankens und Wunsches von deinem Verstand und Herzen. Wenn du einen guten Gedanken von deinem Verstand trennst und von deinem Herzen einen guten Wunsch, begehst du ein Verbrechen.

Werfe das nicht hinaus, was Gott vereinigt hat. Die Übungen, die ich euch am vorigen Monat gegeben habe, haben eine Verbindung mit diesem großen Gesetz. Im ersten Vorschlag sagt ihr: „So soll meine Sonne in meiner Seele aufgehen.“ Warum? So wie die Sonne in der physischen Welt eine Ursache zum Wachsen in der Natur ist, wie sie, wenn sie am Horizont ist, die Natur erfrischt, so gibt es auch eine Sonne im Menschen, die aufgeht und ihn erfrischt. Wenn die Strahlen der natürlichen Sonne die Wüste bescheinen, sie erhitzen nur den Sand, und wenn ihr barfuß auf ihm geht, wird er euch verbrennen. Wenn ihre Strahlen auf einen Boden fallen, der reich an Samen ist, sie bringen Güter, entwickeln diese Samen, schaffen Leben, und wenn ihr durch eine solche Gegend geht, ist es euch angenehm. Wenn eure Sonne nach demselben Gesetz aufgeht, werdet ihr probieren und sehen, dass alles hier sehr wahr ist. Wenn ihr das getrennt habt, was Gott vereinigt hat, wird eure Sonne wie in der Wüste aufgehen, und es entstehen warme und heiße Strömungen. Habt ihr gesehen, wie die Leute sich im Sommer ausziehen, schwer atmen, wie es ihnen heiß ist? Diese Hitze ist darauf zurückzuführen, dass die Pflanzenwelt ungenügend ist. Warum soll eure Sonne aufgehen? Damit sie alles in euch entwickelt, was Gutes ist.

Nun, ihr werdet zum ersten Vorschlag aus der Übung das Folgende ergänzen:So soll meine Sonne in meiner Seele aufgehen und mein Herz erneuern.“ Ihr werdet auch zu den Vorschlägen für die nächsten Personen einige neue Wörter hinzufügen:

(2 Person): Du kannst! – So soll Gottes Sonne in mir aufgehen und meine Seele erneuern.

(3 Person): Er kann! – So soll die Sonne meines Geistes aufgehen und meinen Verstand erneuern.

(1 Person Plural): Wir können! So soll die Sonne unserer Engel aufgehen und unsere Herzen erneuern.

(2 Person Plural): Ihr könnt! – So soll die Sonne unseres großen Gottes des Friedens aufgehen und unsere Seelen erneuern.

(3 Person Plural): Sie können! – So soll die Sonne aller Sonnen in unseren Geistern aufgehen und unseren Verstand erneuern.

Ihr werdet einen Monat zur Erneureung des Herzens, der Seele und der Vernunft arbeiten. Das ist der Sinn des Verses: „Was denn Gott zusammengefüget hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ Das ist das Gesetz, das ihr nun behandelt, damit es eine Übereinstimmung zwischen eurem Herzen, eurer Seele und Vernunft gibt. Jeder, der eine Trennung von dem gemacht hat, was Gott vereinigt hat, hat diese Harmonie verloren.

Es gibt viele Frauen, deren Männer gestorben sind, aber einige von ihnen sind lebendig, obwohl die Menschen sie für verstorben halten und umgekehrt, es gibt Frauen, die gestorben sind, aber sie sind lebendig. Also, nach meiner Auffassung kann eine Frau lebendig sein, aber sie ist seit langem verstorben und steht zu Hause, wie liegengebliebene Skelette in einem Zoo stehen oder wie präparierte Vögel in einigen Museen stehen. Die Türken sagen in solchen Fällen zur Schau. So verstehe ich die Botschaft vom Apostel Paulus, der sagt: Laß keine Witwe erwählet werden unter sechzig Jahren“. Die Zahl 6 ist eine Zahl der Liebe. Paulus zeigt, dass ein solcher Mensch noch nicht für Arbeit ist. Deshalb müssen die jungen Witwen sich heiraten und Kinder aufziehen. Das ist ein großes Gesetz. Das Wort Heiraten bedeutet Leben. Die gegenwärtigen Menschen verstehen das Leben nicht, weil sie den geistigen Sinn der Dinge nicht verstehen. Ihr habt ein Kind, das nicht ißt; die Mutter meint, dass es krank ist und macht sich Sorgen. Und was sagt ihr über ein Kind, das nicht mehr singt? Und über ein Kind, das nicht mehr betet? Ein Mensch, der zu essen, zu singen und zu beten aufhört, ist krank. Das Essen bezieht sich auf das Körper, das Singen – auf das Herz, das Gebet – auf den menschlichen Verstand. Manche Philosophe sagen, dass man nicht beten darf. Ich sage: einige Mikroben sind in deiner Vernunft, deshalb bist du krank.

Natürlich sollt ihr Versuche machen. Ihr seid nun in einer Schule. Ich sage euch nicht, wenn ihr nach Hause geht, alles hinauszuwerfen. Ich lehre euch nicht alles hinauszuwerfen, sondern es zu nutzen. Und wenn die gegenwärtigen Menschen Lappen haben, sammeln sie diese und machen von ihnen Matten. Ihr habt Dünger, düngt eure Äcker.

Also, stellt euch die Aufgabe, die Wörter „Was denn GOtt zusammengefüget hat, soll der Mensch nicht scheiden“ zu überlegen. Worin besteht diese Verbindung? Die Verbindung zwischen der Sonne und dem Menschen besteht aus fünf Sinnesorganen. Wir können in Verbindung mit der Sonne durch unsere Augen sein. Wenn wir unsere Augen beschädigen, werden wir dieses Wohls entbehren. Wenn wir unseren Geruchssinn schädigen, werden wir nicht in Verbindung mit dem Geruch der Früchte sein, die die Sonne schafft. Wenn unser Geschmack nicht in Ordnung ist, werden wir dieses inneres Wohl nicht begreifen, das die Früchte enthalten. Wir müssen unsere Augen sauber halten. Wie werden die Augen verdorben? Wenn irgendeine Frau ihren Mann verliert, sie weint, weint für ihn, und ihre Augen werden schwach. Warum weint sie? Sie hat dieselben Mann früher nicht gemocht, und nun weint sie für ihn. Ich meine, dass das Weinen in dieser Hinsicht unnatürlich ist. Das Weinen soll Ausdruck einer Milderung des Herzens sein. Ein Weinen, das keine Milderung hervorruft, ist ohne Wohl.

Ich werde euch das folgende Beispiel zur Erklärung des Gedankens geben: man hatte einen Dieb wegen eines Diebstahls von fünf und zwanzig Lewa zu einem dreijährigen Gefängnis verurteilt. Der Rechtsanwalt, der ihn verteidigte, sagte: „Er hat den Diebstahl nicht absichtlich gemacht; wenn er Dieb wäre, an derselben Platz gab es zehntausend Lewa, die er auch nehmen würde. Als der Dieb das gehört hatte, begann zu weinen. „Warum weinst du?“, fragten die Richter ihn. „Weil ich die zehntausend Lewa nicht nehmen konnte.“

Viele weinen nur nicht dafür, dass sie fünfundzwanzig Lewa gestohlen haben, sondern, dass sie die zehntausend Lewa nicht gesehen haben, um diese zu nehmen. Oft weinen manche und sagen: „Es tut mir leid, dass ich das nicht habe, jenes nicht habe.“ Ich sage: es tut euch leid, dass ihr die zehntausend Lewa nicht genommen habt. Das Wissen ist so notwendig, soweit es euch vom Nutzen ist. Die vielen Hypothesen und philosophischen Theorien sind so sehr nötig, soweit sie eine Gymnastik der Vernunft sind, aber man braucht das Wesentliche zum Leben, weil es immer Gesundheit, Frieden und eine innere Freude bringt.

Also, ihr werdet analog so denken: so, wie die Sonne die Quellen in der Welt, die Wälder, Gebirgen und alle Güter auf der Erde schafft, so auch eure Sonne, wenn sie in eurem Herz aufgeht, wird nach demselben Gesetz alle Güter schaffen. Ihr sollt nur vernünftig arbeiten. Ihr seid Herren eures Lebens, und es gibt keine Kraft, die euch entgegenwirkt. Weil Gott, der diese Dinge vereinigt hat, sich dafür sorgt, um dieses Gleichgewicht zu bewahren. Jeder Gedanke, guter oder schlechter, der in euch entsteht, ruft ein großer Kampf hervor. In euch kämpfen zwei vernünftige Kräfte gleichzeitig – die eine und die andere, sagen euch, wie ihr handeln sollt. Das vernünftige Leben ist euch nötig, nicht der Gesellschaft. Die Gesellschaft ist eine Bedingung für das Individuum. Christus sagt, dass der Mensch nicht für den Sonnabend geschaffen ist, sondern der Sonnabend - für den Menschen. Der Mensch soll kein Sklawe der Gesellschaft werden. Die Gesellschaft ist eine Bedingung zur Entwicklung der individuellen Seele. Die kollektiven Gesellschaften sind Einheiten, gesammelt in einer Ganzheit. Ihr fragt, warum Gott die Welt geschaffen hat. Er hat sie für eure Seele geschaffen. Und ihr sagt: „Die Gesellschaft und die Welt sollen sich verbessern!“ Wenn alle Leute gesund sind, wenn sie singen und essen, und du nicht gut bist, welches Nutzen wirst du von dieser Welt haben. Welcher ist der Nutzen, dass es viele Engel und Heiliger gibt? Die Welt wird sich verbessern, wenn du dich verbesserst.

Wenn ich über die Gesellschaft spreche, meine das Innere im Menschen. Sag nie: „Was kann ich machen?“ Wie ist die Verderbtheit im Leben gekommen? Immer von den Leuten, von den Individuen. Einer Pariser Dame ist eingefallen, eine Perücke zu tragen, und nach einiger Zeit machen alle wie sie. Einer Dame ist eingefallen, ein enges Kleid anzuziehen – alle gehen mit solchem Kleid. Oder sie beschloß, ein weites Kleid zu tragen, alle andere ahmen ihr nach. Ein Mann wollte Hosen mit weiten Manschetten anziehen – diese Mode entstand, und alle gehen wie ihn. Einer ist Vorbild für viele. Denkt nicht, dass all das, was ihr in der Welt macht, ohne Auswirkungen ist. Es gibt Auswirkungen sowohl für euch, als auch für die anderen. Deshalb sagt Christus: „Fürchtet euch nicht, denn es ist eures Vaters Wohlgefallen, euch das Reich zugeben.

Damit ihr stark seid, sollt ihr diese Verbindung in euch wiederherstellen. Ihr sollt diese Disharmonie, die in euch existiert, erneuern, weil es in euch viele Gedanken gibt, die euch stören, es gibt viele Widersprüche. Zum Beispiel stellt ihr mir die Frage, was für eine Zukunft ihr haben werdet. Manchmal sage ich: „Ich kann euch nichts sagen.“ Warum? Weil ich sehe, dass die Zukunft von jemandem sehr schlecht ist. Ein Mönch war sehr fromm und machte fünfhundert Verbeugungen. Ein anderer Mönch, indem er ihn sah, begriff, dass dieser sehr fromm ist. Der erste wunderte sich, wie der zweite es verstanden hat, und er denkt nicht, dass seine Finger Schwielen von den Verbeugungen haben. Also, jeder hat Schwielen in sich selbst, und man kann von diesen Schwielen erraten, was er macht.

Christus sagt: „Ihr, die Frauen, sollt zu euren ersten Lage zurückkehren!“ Zur welcher Lage? Zur Lage, dass ihr euch mit den Früchten aus dem Lebensbaum ernähren. Euch fällt ein bitterer Gedanke, ein bitterer Wunsch ein – das ist aus dem Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen. Fällt euch irgendwelcher Gedanke ein, lehnt ihn ab und stellt andere gute Gedanken an seiner Stelle! Du hasst jemanden; bemühe dich, diesen Menschen nicht zu vermeiden, sondern finde einen anderen, den du liebst. Die Leute von Welt verstehen dieses Gesetz besser. Zum Beispiel, ein Mann liebt seine Frau nicht und findet eine andere, die er liebt. Dasselbe Gesetz gilt auch für die Frauen von Welt: sie liebt ihren Mann nicht, liebt einen anderen. Diese Reaktion in der Welt kann man nicht vermeiden. Meint nicht, dass ihr auf eine andere Weise handelt. Ihr werdet sagen, dass es keine solchen Dinge in euch gibt. Das Gesetz ist so. Damit ihr es vermeidet, werdet ihr immer das Entgegengesetzte machen. Ihr werdet sagen, dass das eine falsche Lehre ist. Wenn sie falsch ist, man wird über sie nicht sprechen. Stellt die richtige Lehre nach vorne, und die falsche soll sein Schatten bleiben.

Vom all das könnt ihr lernen, wie ihr die Stimmung eures Mannes verbessert, und wie ihr eure Stimmung verbessert. Und was macht ihr? Ihr betet Gott: „Gott, nimm diesen Mann oder nimm mich, damit ich mich von ihm befreie!“ Aber ihr wisst nicht, dass ihr auch dann nicht frei seid, weil wenn er abfährt, wird es für euch schlechter sein. Vom Spiritismus gibt es viele Beispiele, die das bestätigen. Zum Beispiel, ein Mann, der mit seiner Frau nicht gut lebte, hatte sich von ihr befreit und eine andere geheiratet. Aber es gelang seiner ersten Frau, obwohl gestorben, die zweite zu vertreiben. Wenn jemand sagt, dass er mit seinem Mann oder seiner Frau nicht leben kann, das bedeutet, dass es einen gestorbenen Mann oder eine gestorbene Frau gibt, die sie hindern. Die gestorbenen Männer und Frauen haben einen großen Einfluss, deshalb sagt Christus: „Was denn Gott zusammengefüget hat, soll der Mensch nicht scheiden.“ Wenn der Mensch in diese Göttliche Harmonie eintretet, werden alle Unzufriedenheiten aus dem Leben verschwinden, weil die Menschen nun nicht an ihren Stellen sind. Jetzt stoße ich auf Männer, Frauen, die Mißtrauen hegen. Zum Beispiel, ihr sagt über jemanden, dass er nicht aufrichtig ist. Wenn er nicht aufrichtig ist, wie kann man entgegenwirken? Ich habe viele Bilder, alle von Charakteren ohne Verbindung, ohne Musik.

Im zweiten Person des Verbs können sagt ihr: „Du kannst! – So soll Gottes Sonne in mir aufgehen und meine Seele erneuern.“ Unter dem Wort Seele begreift man in diesem Sinne die Grenze eurer Welt, das, was drinnen in euch gebildet ist, alle Möglichkeiten, die sich in euch bergen. Weil die Sonne drinnen in euch ist, und nur diese Göttliche Sonne hat die Kraft, diese große und geräumige Seele zu erneuern. Ihr denkt manchmal, dass ihr sehr klein seid oder wundert euch, welche ihr seid. Ihr habt nicht gesehen, wie groß eure Seele ist.

Jede von euch hat drei Gesichter. Zum Beispiel behandeln wir eine, die Mara heiß: es gibt eine Mara im physischen Feld, eine unter den Engeln und eine in der Göttlichen Welt. Die drei Mara sind verbunden, aber wenn ihr mir über eine Mara sprecht, frage ich, über welche Mara ihr mir sprecht. Die wahre Liebe besteht darin, dass wir die drei Mara lieben. Ein Mann kommt und liebt nur die eine; ihr sagt: „Man kann nicht, du sollst die drei lieben!“ Die Frau liebt nur das eine Seite ihres Manns – diese, die im physischen Feld ist. Und man sagt über eine solche Frau oder solchen Mann, dass sie Menschen ohne Herzen sind. Das Herz von Mara ist unter den Engeln. Das bedeutet, dass man die Seele eines Menschen kennt! Und dann beginnt ihr anders die Menschen zu behandeln. Wenn ihr den Menschen kennt, der im physischen Feld ist, wenn ihr den Menschen kennt, der unter den Engeln ist, wenn ihr den Menschen kennt, der in der Göttlichen Welt ist, werdet ihr dann begreifen, was für ein großes Ding der Mensch ist. Wenn ihr sagt: ich kann, du kannst, er kann, das sind eure drei Seiten: ihr, d.h. ich, du und er – ich, der hier bin; du, der unter den Engeln bist und er, der beim Gott ist. Der Mensch und die Engel stellen ein Paar dar, und Gott zeigt die Richtung, nach der die Engel streben sollen. So wird das Dreieck gebildet – die erste geometrische Figur.

Wenn wir die Plural vom Verb können behandeln, sagen wir: wir können, ihr könnt, sie können. Indem wir sagen wir können, das bedeutet, dass wir, alle Menschen, die ganze Menschheit auf der Erde, können. Ihr könnt, das bedeutet ihr, die Engel, die oben seid. Sie können bedeutet alle Götter, die oben sind. Wenn ihr so diesen tiefen Gedanken begreift, werden diese höhe Gefühle in euch sofort entstehen, sie werden natürlich zu wachsen beginnen, und alle rund euch werden gut gelaunt sein und euch lieben.

Damit die Blüte sich öffnet, soll die Sonne aufgehen. Wenn deine Sonne aufgeht, wird die Blüte deiner Seele sich unbedingt öffnen. Wenn die Sonne deines Geistes aufgeht, dann wird auch deine Vernunft sich öffnen. Das ist die gegenseitige Philosophie: alle Schalen auszuziehen. Ihr sagt: „Diese Philosophie ist sehr schwierig, wir haben so viele Schalen!“ Ihr nehmt eine Nuss, nehmt seine Schalen weg und seht dann, wie groß sie ist. Einige Menschen sind sehr groß, aber beseitigt ihre Schalen, und dann werdet ihr ihre Größe sehen. Ihr sollt euch an solcher Lehre halten, die einen inneren Inhalt hat. Ihr seid in einem angespannten Zustand und sagt: „Was Neues erfahren wir?“ Denkt nicht, was Neues ihr erfahen werdet, sondern denkt daran, wie ihr diese Lehre in bezug auf euch anwendet. Ein Fuhrman geht an einem Baum vorbei und sagt: „Was für eine gute Achse für die Räder werde ich von diesem Baum machen!“ Ein Holzfäller geht an diesem Baum vorbei und sagt: „Was für einen schönen Balken kann ich von diesem Baum machen!“ Ein Müller geht an einer Quelle vorbei und sagt: „Was für schönes Wasser für meine Mühle!“ So auch ihr, indem ihr an einem Baum oder einer Quelle vorbeigeht, denkt daran, wofür ihr diese benutzen könnt.

Diese von euch, die den Versuch vom vorigen Monat gemacht haben, habt ihr einige Ergebnisse bemerkt? Habt ihr Appetit? Zuerst sollt ihr die Harmonie unter dem Essen, Singen und Beten wiederherstellen. Vermeidet nur das Verurteilen. Wenn ihr begreift, dass ihr einen Fehler habt, korrigiert ihn; verurteilt euch nicht, aber korrigiert euch. Wenn du verstehst, dass du einen Fehler hast und ihn nicht korrigierst, das ist keine richtige Auffassung. Beobachtet morgens, was für eine die Farbe der Sonne ist. Wenn die Farbe sehr rot ist und das euch Eindruck macht, das heißt, dass ihr sehr übersättigt vom Leben seid. Wenn ihr beim Sonnenaufgang eine Wolke beobachtet, d.h., dass es auf deiner Sonne eine Wolke gibt, strebe danach, sie zu beseitigen. Zum Beispiel, du fühlst dich unwohl, du liebst jemanden nicht – du hast eine solche schwarze Wolke auf deiner Sonne. Gott sieht sie und sagt: „Auf der Sonne von Mara gibt es eine schwarze Wolke.“ Strebt danach, von allen Dingen etwas Angenehmes zu bekommen, eine Kinderstimmung, und nicht zu denken, dass ihr lang gelebt habt, sehr gelitten habt. Ein Ochse, der viel Last getragen hat und täglich fünfzig Stäbe bekommen hat, was weiß er? Er weiß nur die Gesetze des Prügels. Wenn ein Ochse zwanzig Jahre gut gearbeitet hat, und sein Herr ihn auf Rücken gesteichelt hat, was weiß er? Er weiß nur das Streicheln und nichts anderes. Wie viele Male werdet ihr auf der Sonne schwarze Wolken sehen, aber täglich wird sie für euch Segen bringen, neue Gedanken, neue Wünsche. Natürlich ist diese Sonne nur ein Objekt dieser Sonnen, die in euch aufgehen – die Sonne von eurem Herzen, eurer Seele und Vernunft. Manche fragen euch, was für Sonnen diese sind. Das werdet ihr für euch behalten. Ihr werdet einen Versuch machen, und indem ihr das Ergebnis seht, so werdet ihr über ihn den anderen sagen. Wenn ihr selbst es nicht prüft, werdet ihr bei kleinstem Mißerfolg denken, dass all dies nicht wahr ist. Komm langsam voran, aber der kleinste Erfolg, den du hast, soll sicher sein!

Nun werde ich euch ein paar zusätzliche Sätze zum Gebet sagen, das ich euch gegeben habe:

Ich glaube an Dich, Gott, der mir in der Vergangenheit gesprochen hast. Du hast in mir alle gute Samen meines Lebens gestellt.

Ich glaube an Dich, Gott, der mir nun sprichst. Du entwickelst das Gute in mir.

Ich glaube an Dich, Gott, der mir zukünftig sprechen wirst. Ich werde mich in Deinem Leben freuen.

Das Wort Dein ist inhaltsreich. Es bedeutet eine Vereinigung dieser drei Prinzipien. Im Buchstaben T stellt die vertikale Linie den Mann dar, und die horizontale – die Frau. Sie streben danach, sich zu vereinigen, oder es gibt ein Streben zwischen dem aktiven und passiven Zustand, zwischen den beiden großen Kräften, die in der Welt handeln. Und der Buchstabe e ist das Prinzip der Vereinigung, die Weise, auf die man handelt. Wir sollen uns so freuen, wie man in dieser Welt arbeitet. Sagt: „Ich werde mich auf das freuen, was Du vorbereitest!“ Ihr könnt sagen, dass ihr wie jenen seid, der nur dann glaubt, wenn man ihm Geld gibt. Wenn ich ihm Geld gebe, soll er nicht glauben, weil das eine vollendete Tatsache ist.

Ihr sagt vielmals: „Was für ein wird mein künftiges Leben? Wie du morgens aufstehst und sagst: „Ich werde das machen, jenes machen“, solches wird dein zukünftiges Leben sein. Du sagst: „Ich werde ihn vernichten!“ In der Zukunft wird man dich auch vernichten. Indem du sagst, dass du einem etwas Gute machen wirst, das bedeutet, dass man in der Zukunft dir auch etwas Gutes machen wird. Ihr sollt gut und froh sein, weil die größten Geheimnisse euch durch die Leiden anvertraut werden.

Die Leute von Welt sind froh und lustig, und die geistigen Menschen benehmen sich so, als sie seriös sind, und es scheint so, dass sie ein seriöses Leben führen. Und unter einen geistigen Menschen versteht man jeden, der bewußt lebt. Ich werde euch ein Beispiel über einen wahren geistigen Menschen geben: ein Maurer belehrte seine Lehrlinge, wie sie einen großen Stein auf das Haus heben, aber als er das zeigte, fiel der Stein auf seine Hand und schnitt einen von seinen Fingern ab. Er wandte sich an Gott und sagte: „Ich danke Dir, Gott, dass Du mir die ganze Hand nicht abgeschnitten hat!“ Wer die Dinge so behandelt, ist geistig.

Die gegenwärtigen Frauen sollen eine große Atmosphäre bilden, alle sollen sich helfen. Strebt danach, dass ihr alle eine gute Stimmung habt und zufrieden von dem Kleinen seid, was ihr habt. Ich habe gehört, eine Frau über die andere zu sagen: „Sie hat mich nicht gut empfangen.“ Wie wird sie dich gut empfangen, wenn ihr Mann sie geschlagen hat, und sie hat Unannehmlichkeiten mit ihrem Sohn gehabt. Deshalb sollen die geistigen Menschen gute Gedanken an die anderen haben. Wenn wir über jemanden sagen, dass er gut ist, wir werden ihn auf diese Weise wirklich verbessern.

Ihr werdet das Gesetz des Verjüngens lernen. Es ist die Auferstehung. Ihr werdet nicht sagen: „Wir sind alt geworden“, sondern: „Wir sind jung, wir werden von jetzt ab arbeiten!“ Ihr werdet nicht sagen: „Ich werde sterben“, sondern: „Ich werde mir ein neues Haus bilden.“ Du hast dein Geld verloren – du wirst sagen: „Ich habe es der Bank gegeben.“ Deutet die Dinge im wahren Sinne. Als die Schüler von Christus eines Tages an einem toten Hund vorbeigingen, sagten sie: „Wie stinkt er!“ Und Christus sagte: „Was für schöne weiße Zähne hat er!“ Schütz dich davor, sage nicht, wie schlecht er stinkt, sondern wasche dir die Hände. Dass du dir deine Hände wäschst, bedeutet wahrheitsliebend zu sein. Nur so wird sich die Welt verbessern. Und bis ihr die Äußerungen erlernt, die die Menschen haben, braucht man viele Jahre.

 

 

 

3 Mai 1917, Sofia

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