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mariaK

Die göttliche und die menschliche Welt

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Die göttliche und die menschliche Welt

 

Zwei Ursprünge, zwei Prinzipien existieren im Menschen: das menschliche und das göttliche. Wenn sich das menschliche Prinzip außerhalb des Menschen befindet und das göttliche innerhalb, seht ihr den wahren Menschen. Wenn das göttliche Prinzip außen ist und das menschliche Prinzip innen, dann stoßt ihr auf große Widersprüche. Das Menschliche, sei es im Menschen selbst oder in seinem Nächsten, äußert sich auf die ein und dieselbe Weise, nämlich indem es in jedem Widersprüche hervorruft. Stößt der Mensch auf Widersprüche, dann sagt er sich: „Es soll weder um des Guten willen noch und um das Wohl des Nächsten willen gelebt werden. Jeder Mensch soll um seiner selbst willen leben.“ Beginnt der Mensch um seiner selbst willen zu leben, werden ihm die Leiden unausweichlich nachfolgen. Viele denken ausschließlich an sich und möchten trotzdem glücklich sein. Das ist unmöglich. Unter diesen Umständen können sie nicht nur nicht glücklich sein, sondern werden große Leiden durchlaufen. – Warum? – Weil das Glück vom göttlichen Prinzip in der Welt abhängt, d. h. vom Gesetz des Ganzen. Es ist unmöglich, dass der Mensch das Gesetz des Ganzen einem kleinen Teil gegenüber anwendet und glücklich ist. Kann der Mensch alleine wandern gehen und alles mit sich tragen, was er für die Bedingungen im Gebirge benötigt? Möchte er mindestens für ein paar Tage in den Bergen wandern gehen, soll er sich einer Gruppe anschließen. Wenn die Menschen in Gruppen in den Bergen wandern, bringt jeder etwas mit und befriedigt auf diese Weise seine Bedürfnisse. Wie viel kann ein Mensch tragen?

Nun kommen wir zum Gesetz des Ganzen und seinen Teilen, nach welchem jeder das Recht hat, für sich selbst zu leben, wenn er gleichzeitig um des Ganzen, d. h. um des kollektiven Bewusstseins, willen lebt. Wenn die Menschen die Anwendung dieser zwei Gesetze – das Gesetz des Ganzen und das Gesetz der Teile – in der Welt nicht verstehen, geraten sie in Missverständnisse und denken, dass sie die Welt verbessern können. Die Verbesserung der Welt ist eine göttliche Angelegenheit. Die menschliche Angelegenheit besteht darin, seine kleine Welt zu verbessern. Wie wird er sie verbessern? Durch Leiden. Wenn er leidet, wird er sie verbessern. Er ist so verwirrt, dass er, um sich zu entwirren, Leiden durchlaufen muss. Ihr werdet sagen, dass Gott die Verbesserung des menschlichen Lebens vorgesehen hat. Richtig ist, dass Gott alles vorgesehen hat und an alle denkt, aber der Mensch soll auch etwas für sich tun. Was wird der Hungrige erlangen, wenn ihr ihm sagen werdet, dass andere für ihn sorgen werden? Im gegebenen Fall hat er Hunger; er kann nicht warten. Zuerst wird er an sich selbst denken, dann wird er auf das Brot von außen warten.

Gott hat für den Menschen bereits gesorgt und hat ihm alles in Fülle gegeben: Licht, Wasser, Nahrung. Von ihm ist nur Wachsamkeit erforderlich, die Zeit, wenn er diese Güter bekommt, nicht zu versäumen. Gleichzeitig soll der Mensch gesund sein und sich diese Güter zunutze manchen, die ihm die vernünftige Natur gibt. Jemand hat Angst, dass man ihm das Brot wegnimmt und er hungrig bleibt. Er kennt nicht das Gesetz. Niemand kann dem Menschen das Brot wegnehmen. Wird er des Brotes beraubt, wird man ihm es zehnfach zurückgeben. – „Ist das möglich?“ Glaubt ihr das nicht, so könnt ihr es überprüfen. Dieses Gesetz ist menschlich, ihr werdet es prüfen und erst dann an es glauben. Wäre es göttlich gewesen, würdet ihr erst an es glauben und es dann prüfen. Die menschlichen Dinge werden zuerst erfahren, für die Göttlichen kommt erst der Glaube und dann die Erfahrung. Auf dasselbe berufe ich mich, wenn ich sage: „Um einen Menschen zu lieben, müsst ihr ihn zuerst kennen. Bei Gott verhält es sich anders: Zuerst sollt ihr Ihn lieben. Liebt ihr Ihn, werdet ihr ihn unvermeidlich erkennen. Viele kennen Gott nicht, denn sie wollen zuerst seine Güter, d. h. günstige Umstände erlangen und Ihn danach lieben. Das ist das menschliche Verständnis. Zuerst werdet ihr Gott lieben und dann Ihn erkennen und anschließend werdet ihr Seinen Segen erhalten.

Wenn Gott die Menschen veranlassen möchte, Ihn zu erkennen, dann gibt er ihnen Leiden. Wenn sie das nicht wissen, stoßen sie auf Widersprüche, leiden und fragen sich, warum es ihnen auf diese Weise widerfährt. Das Leiden ist nichts anderes als das Töpfern, indem der Mensch den Lehm knetet, kann er schöne Gefäße töpfern. Knetet er den Lehm, wird es sich notwendigerweise schmutzig machen und letztendlich vollkommene Formen hervorbringen. Bildet er diese Formen, wird er sie in den Ofen schieben, um sie zu brennen und fest werden zu lassen. Ohne das Brennen halten die Töpfe nicht den Bedingungen stand. Jede Form soll Kochen, durch das Feuer gehen, um sich abzuhärten, um den Lebensbedingungen standzuhalten. Ohne Leiden bleibt der Mensch rohes Material, wie der Lehm, aus dem die Töpfe gemacht werden. Kommen die Leiden, formt sich allmählich das rohe Material, aus dem der Mensch gemacht wurde und brennt im Feuer bis es abhärtet. Wie lange werde ich leiden? – Bis du vollkommen bist, bis sich das Leiden in Freude umwandelt. Die vergangenen Leiden haben sich bereits in Freude umgewandelt. Die heutigen Leiden bringen jedoch die künftigen Freuden mit sich.

Wenn ihr jetzt auf den Berg gestiegen seid, habt ihr Sonne, aber der Wind begleitet euch auch, will euch etwas sagen. Die Sonne durchdringt die kleinsten Löcher am Horizont, möchte euch sehen, euch etwas von sich geben. Warum? Weil sie euch liebt. Tut ihr nicht auch dasselbe? Wenn ihr jemanden liebt, dann sucht ihr überall nach ihm, möchtet ihn sehen, um ihm einen Gefallen zu tun. Mögt ihr jemanden nicht, dann meidet ihr ihn, ihr wollt ihn nicht sehen. Was sagt euch der Wind? Der Wind sagt euch, dass ihr gerecht sein und aus dem materiellen Leben austreten und in das geistige Leben, d. h. ins Leben der Freiheit, eintreten sollt. Mit anderen Worten: Der Frosch muss aus dem Sumpf heraus kommen, aus dem materiellen Leben und in das Leben des Ochsen, d. h. in das freie Leben eintreten. Befreit sich der Ochse aus den Ketten des Menschen, geht er in den Wald, um frei zu grasen und Wasser zu trinken. Um frei zu grasen, muss der Ochse das Feld gepflügt haben.

Folglich, wer nicht gelitten hat, hat nicht das Recht sich zu freuen. Zu leiden bedeutet das Feld bestellt zu haben. Sich zu freuen bedeutet frei im Wald zu grasen. Um sich zu freuen, d. h. frei im Wald zu grasen, muss der Mensch vor allem seinen Feld bestellt, d. h. gelitten haben. Heute leidet die ganze Welt, bestellt das Feld, auf welchem die Saat der großen Güter des Lebens angepflanzt werden. Der Nebel, der sich vor uns bewegt, der die Gipfel verhüllt, stellt das Karma von Europa dar. Solange das Bewusstsein der heutigen Menschen nicht erwacht und in ihnen nicht der Wunsch erweckt, den Willen Gottes zu erfüllen, kann das Karma nicht gelöst werden. Solange sie nicht zu dem Bewusstsein kommen, dass Gott in ihnen und nicht außerhalb von ihnen ist, werden sie sich nicht von den Leiden befreien. Die äußere Welt ist die menschliche oder die sogenannte kleine Welt; die innere ist die der Liebe oder die große Welt. Wenn die Lieblosigkeit in den Menschen eintritt, tritt Gott heraus, wo er auf eine besondere Weise arbeitet. Tritt Gott aus dem Menschen heraus, kommen die Bitternisse über ihn, und er hat Mühen und leidet. Wenn der Lehrer nicht in der Klasse ist, bedeutet das, dass auch die Schüler draußen an unterschiedlichen Plätzen zerstreut sind. Er bemüht sich, sie an einem Ort zu versammeln. Versammelt er sie in der Klasse, dann kommt er unter sie und beginnt auf eine andere Weise zu arbeiten. Nun wenn Gott außerhalb vom Menschen ist, arbeitet Er in einer Weise – durch Prüfungen und Leiden. Wohnt Er im Menschen, arbeitet Er auf eine andere Weise.

Wenn ihr auf den Mussala gekommen seid, ist es eure Aufgabe, euch mit allen guten Menschen zu verbinden, die die Verbesserung der Menschheit wünschen. Dann sollt ihr euch mit allen Wesen aus der geistigen und der göttlichen Welt verbinden, die für die Verbesserung der Menschheit arbeiten. Verbindet ihr euch mit den guten Menschen aus der physischen Welt, mit den vernünftigen und erhabenen Wesen aus der geistigen und göttlichen Welt, werdet ihr beginnen, wie sie zu denken und zu arbeiten. Auf diese Weise werdet ihr Leiter der Göttlichen Güter werden. Ist der Mensch mit den guten Wesen aus den drei Welten verbunden – aus der physischen, aus der geistigen und aus der göttlichen, dann wird er ein Magier. Es reicht ihm mit seinem Stock zu schlagen, um alles zu erreichen, was er möchte. Sowie der Nebel sich allmählich bewegt und den Horizont öffnet, so öffnet und schließt der Magier die geheimen Pforten der Natur.

Was sind die Nebel im menschlichen Leben? Sie sind nichts anderes als die Widersprüche. Geht die Sonne auf, zerstreut sich der Nebel. Lebt Gott im Menschen, verschwinden die Widersprüche. Wenn die Widersprüche verschwinden, lassen sich die Menschen leicht aussöhnen. Solange es Widersprüche gibt, kann es keine Aussöhnung unter den Menschen geben. Solange der Weizen in der Scheune ist, trägt er keine Früchte. Wird er in die Erde gepflanzt, trägt er Früchte in Fülle.

Nun um Früchte zu tragen, soll der Mensch seine Tugenden einspannen und in Bewegung bringen. Dort wo es Dynamik gibt, kann man auch Erfolg erwarten. Befinden sich die Dinge in einem statischen Zustand, kann man keinen Erfolg erwarten. Ihr werdet sagen, dass ihr gut sein und euch lieben sollt. Das sind statische Zustände im Leben. Es geht nicht darum, gut zu sein und euch zu lieben, sondern das Gute und die Liebe in sich selbst zu prüfen. Alle Menschen können gut sein und sich lieben und nicht nur einige. Wenn eine immense Zahl von Tautropfen an einem Ort versammelt sind und von der Sonne beschienen werden, bilden sie ein schönes Gemälde. Auf diese Weise bilden Tausende und Millionen von guten und liebenden Seelen den Grund des erhabenen Gebäudes der Liebe. Was wird mit den schlechten Menschen geschehen? Sie sind an ihrem Platz. Die schlechten Menschen sind energisch. Sie ersetzen die Ochsen. Sie pflügen das Feld, damit die guten Menschen aussäen können. Wie der Ochse das Feld in der physischen Welt pflügt, so pflügt das Böse die Felder in der geistigen Welt.

Als Schüler sollt ihr jenes Leben anstreben, in dem die Bilder lebendig und nicht tot, auf Papier gemalt, sind. Könnt ihr euch an einem Feuer erwärmen, das auf Papier gemalt wurde? Wärmt euch an einem echten Feuer, das wirklich wärmt. Manche zitieren die Worte der Heiligen Schrift, dass Christus sich für die Menschheit geopfert hat. Wenn ihr nur diese Worte zitiert, ohne euch zu wandeln, ohne dass eine Umwälzung in euch passiert, sind sie nur ein Feuer, das auf Papier gemalt wurde. Diese Worte sollen in euch lebendig werden, euch glühend machen, um Kohle zu einem Diamanten zu verwandeln.

Der heutige Tag ist der Ursprung von etwas Neuem, ein Vorwort einer neuen Epoche. Hohe Berge zu besteigen bedeutet für den Menschen sich mit den Naturkräften auszutauschen. Wie der Mensch in eine Wirtschaft geht, um sich physisch zu ernähren, so steigt er ins Gebirge, um sich geistig zu ernähren. Neben dem physischen Austausch tauscht sich der Mensch geistig mit den Energien des Gebirges aus. Je geistiger er ist, desto wacher ist sein Bewusstsein und desto besser geht der Austausch zwischen ihm und der Natur vor sich. So wie der Mensch mit der Natur verbunden ist, um sich zu erneuern, so soll er sich mit dem Bewusstsein der erhabenen Wesen verbinden, um sich von ihnen belehren zu lassen. Kommt er in diesen Zustand, eine richtige Verbindung mit den höheren Wesen einzugehen, weiß der Mensch sich richtig gegenüber den niedrig stehenden Wesen zu verhalten. Über einen solchen Menschen sagt man, dass er bereit ist den Ameisen Platz zu machen.

Denkt über die Hauptidee, die heute ausgesprochen wurde, also über die menschliche und göttliche Welt nach. Sprecht ihr über Widersprüche, so sucht ihr sie in der kleinen Welt, dort wo sich das Menschliche äußert. Welche Widersprüche ihr auch erleben werdet, wisst, dass sie in Zukunft einander ergänzen und ein Ganzes bilden werden. Gibt es einen Widerspruch zwischen den Punkten, die einen Kreis bilden? Augenscheinlich existiert ein Widerspruch. Warum? Weil die einen sich nach oben, die anderen nach unten bewegen. Eigentlich bilden die einen und die anderen ein Ganzes. Alle Punkte des Kreises stehen zueinander in Harmonie. Wie die Punkte des Kreises das gleiche innere und äußere Verhältnis zum Kreis haben, so soll der Mensch die gleiche Beziehung zu seiner inneren und äußeren Welt haben. Liebt Gott außerhalb von euch und in euch, um ihn zu erkennen, d. h. im Kleinen und Großen zu erkennen.

Stilles Gebet

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