Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0
mariaK

1922_10_25 Charakteristische Züge des Lebens

1 Beitrag in diesem Thema

Charakteristische Züge des Lebens

 

 

Stilles Gebet

 

 

Die Essays über das Thema "`Charakteristische Züge des Lebens"' wurden vorgelesen.

 

Die heutigen Menschen sagen, dass das Leben Bewegung ist. Seid ihr damit einverstanden? Wie versteht ihr das Leben?

 

Es wurden die Verse vorgelesen:

 

"`Gutes Wort auf den Lippen

 

ist der Schüssel zu den Herzen."'

 

Welches Wort vom vorgelesenen Vers ist das wesentlichste? --Gutes Wort. Woher geht dieses Wort hervor, woher geht die Liebe hervor? Kann man sagen, dass die Liebe aus dem Leben hervorgeht? Kann die Ursache aus der Folge hervorgehen? Ihr werdet sagen, dass die Liebe das Leben geschaffen hat. Nein, die Liebe kann nicht das Leben schaffen. Warum? Das Leben kann nicht geschaffen werden. Das Schaffen ist ein mechanischer Prozess. Es werden Häuser geschaffen und gebaut, aber in diesem Sinne kann das Leben nicht gebaut werden. Dann werdet ihr sagen, dass das Leben existiert. Das Leben ist ohne Anfang und ohne Ende. Kann man dann über dasjenige, dass ohne Anfang und ohne Ende ist, dass es existiert? In seinem Ursprung war das Wort hatte einen aufsteigenden Grad, aber allmählich stieg es herab und heute sehen wir sie in einem absteigenden Grad. Das Wort stammt aus der Wurzel "`sa"', das Äußerung, Ausdruck. Also das Leben äußert sich.

 

Ich werde euch noch einige Fragen stellen. Kann dasjenige herausfließen, das sich äußert? Wenn ihr sagt, das jedes Ding, das sich äußert, auch herausfließt, dann werde ich euch fragen, wo das Leben bleibt? Was versteht ihr unter das Wort Leben? Wenn ihr eure Essays lest, merke ich, dass ich euch darum bemüht etwas Schönes mit vielen ausdrücken zu schreiben, ohne das es die Wahrheit enthält. In dieser Hinsicht ähnelt ihr der modernen Damen, die die schönsten und teuersten Kleider anziehen, und sich vor der Welt vorzustellen, ohne Rücksicht darauf zu nehmen, ob ihre Kleider warm oder hygienisch sind. Dasjenige aber, das dem Weltmenschen in der Welt erlaubt ist, ist für den Okkultschüler nicht erlaubt. Wenn der Mensch aus der Welt hungrig ist, einige Tage ohne Brot gereist hat und keine Verwandten hat, an die er sich wenden kann, wird er dieser und jener bitten, wir an ihre Edelmut und Güte appellieren, hoffentlich geben sie ihm Essen. Wenn aber der Okkulte Schüler in einer solchen Lage gerät, ist es ihm nicht erlaubt, soviel zu sprechen, das sind überflüssige Worte. Er soll sagen: "`Ich bin hungrig!"', nichts mehr. Jedes dritte Wort ist fehl am Platz. Wer ihn hört, wird sagen: "`Hungrig ist der Mensch, wir geben ihm zu essen."' Jeder weiß, was der Hunger ist. Wenn der Hungrige zu erklären beginnt, warum er hungrig ist, seit wann er hungert, wer auch an ihm vorbeiläuft, wird sagen: "`Lasst diesen Menschen hört nicht auf ihn, dieser Mensch ist nicht hungrig."' An sich ist der Hunger etwas mächtiges. Jeder Erklärung wird ihn entmächtigen.

 

Kehren wir zur Frage über das Leben. Wie denkt ihr, kann man bestimmen, was das Leben ist? Manche sagen, dass das Leben Bewusstsein ist, d. h., dass außerhalb des Bewusstseins das Leben nicht existiert. Das Wort Bewusstsein besteht aus "s" und "znanie"footnote{Bewusstsein bulgarisch saznanie. Der Präfix "`s"' bedeutet mit; znanie bedeutet Wissen.} -- das bedeutet dasjenige, das mit Wissen ist. Da unser Wissen nicht das gesamte Leben umfasst, kann das Leben nicht aus dem Bewusstsein hervorgehen. Das Bewusstsein kann unser Leben nicht umfassen, noch weniger das gesamte Leben. Wenn wir das Leben als Bewegung betrachten, ist die Bewegung an sich vom Bewusstsein umfasst. Also kann das Leben noch weniger als Bewegung betrachtet werden.

 

Jetzt folgen wir euren Gedanken weiter. Wie denkt ihr, ist das Bewusstsein etwas beständiges? Nein es ist nicht beständig. Kann man dann das Leben mit einem unbeständigen Maß gemessen werden? Wenn das Bewusstsein etwas beständiges ist, sollten wir es einem zehntägigen Fasten unterziehen, um zu sehen, ob es seine Form verändern wird. Bei diesem Zustand werden wir betrachten, dass das Bewusstsein, das am Anfang hell war, allmählich beginnt, dunkler zu werden. Wenn euer Bewusstsein hell ist, seid ihr still, ruhig und zufrieden. Wenn es dunkler zu werden beginnt, werdet ihr nervös und unzufrieden, ihr könnt euch nicht kontrollieren. Folglich, wenn das Bewusstsein ein beständiges unveränderliches Maß ist, kann man sagen, dass das Leben Bewusstsein ist.

 

Es ist nicht möglich, dass das Leben mit einem unbeständigen Maß verglichen wird, das das Bewusstsein ist. Der Maler malt ein schönes Gemälde und freit sich über sein Gemälde; woran liegt seine Freude -- an das Gemälde oder an etwas anderem? Kann sich der Mensch über einen Gegenstand freuen, in dem kein Leben ist? Kann er sich über ein Edelstein freuen? Er kann sich weder über ein Gemälde noch über einen Edelstein freien. Etwas anderes ruft die Freude hervor. Ein junger Mann liebt eine junge Braut; wenn er einen Edelstein findet und ihn seiner Geliebten schenkt, wird er sich freuen. Die Freude aber liegt nicht an dem Edelstein, sondern daran, dass er ihn seiner Geliebten gegeben hat. Existiert sie nicht, würde der Edelstein für ihn einen Wert haben.

 

Und so, jeder soll antworten, worin sein Leben besteht. Denkt über diese Frage. Verweilt über das Wort Leben und betrachtet, wie es tief in sich fühlen werdet, womit dieses Wort in ihnen verbunden ist. Sucht nicht danach, was die Philosophen oder die Wissenschaftler über das Leben gesagt haben. Es ist wichtig, wie das Wort in euch selbst gesetzt ist. Sprecht das Wort Leben in Silben langsam aus, in Form eines Liedes und betrachtet, welchen Eindruck es in euch hervorrufen wird. Auf dem ersten Blick sieht dieses Wort gewöhnlich aus, aber in es ist jene große Wahrheit der Natur enthalten. Ihr habt euch die Frage nicht gestellt, ob ihr lebt, um zu fühlen, wie interessant das Leben ist.

 

Jetzt zählt ihr als Schüler der speziellen Klasse. Aber stellt euch vor, dass ihr alle diese Themen nehmt und sie einem schwerkranken Menschen vorlest. Wie denkt ihr, können eure Themen das Leben in diesem Kranken erwecken? Was gleichen eure Themen? Ihr geht abends schlafen, schlaft ein, und am nächsten Morgen erzählt ihr, dass ihr irgendwo gegangen seid, spazieren gegangen seid und viele Menschen getroffen habt. Ist das wahr? Euer Körper war auf dem Bett, die Beine und die Hände haben sich vom Platz nicht bewegt, womit seid ihr dann gegangen? Wart ihr wach oder im Zustand des Schlafens? Ihr habt geschlafen. Wenn ihr wach ward, solltet ihr euch daran erinnern, wohin ihr gegangen seid. Ein solches ist euer Zustand auch in eurem wachen Leben -- ihr denkt dass ihr wach seid. Nein, ihr seid nicht wach. Ihr schlaft noch, aber es ist an der Zeit, wach zu werden. Nicht nur ich sage, dass ihr schlaft; ihr sagt es selbst. Wenn eine neue Idee in eurem Verstand eintritt, sagt ihr: "`Ich bin erwacht! Komisch, dass ich bis jetzt geschlafen habe."' Wenn ihr euch in einem größeren Licht befindet, sagt ihr: "`Jetzt sehe ich, als ob ich aus einem tiefen Schlaf erwache."' Das ihr in einem schlafenden Zustand seid, sieht man aus den Umständen dass alle Gegenstände, alle Begriffe um euch herum zerstreut und in eurem Verstand unzusammenhängend sind. Wenn ich das sage, dass ihr euch in einem schlafenden Zustand befindet, kritisiere ich euch nicht, sondern möchte euch eine neue Denkrichtung geben.

 

Was bedeutet das Wort "`schlafend"'? Stellen Sie sich vor, dass sie zu einem Musiklehrer geht und wollt, dass er euch unterrichtet. Der Lehrer zeigt die Geige, den Bogen, öffnet die Noten und sieht, was ihr machen werdet. Ihr seht die Geige, den Bogen und irgendwelche Punkte, Striche, manche zeigen nach oben, manche nach unten und geht nach Hause. Das ist noch keine Musik. Ihr seid intelligent, fähig, habt den Wunsch, Musik zu studieren. Am nächsten Tag gehen ihr wieder zu eurem Lehrer. Er zeigt euch dieselben Sachen, aber gibt euch gleichzeitig ein Blatt und einen Stift und sieht, was ihr machen werdet. Ihr nimmt den Stift und beginnt zu beschreiben, was die Geige, der Bogen die Noten usw. sind. Das ist auch noch keine Musik. Am dritten Tag geht ihr bei eurem Lehrer und nehmt die Geige und den Bogen in den Händen und beginnt zu üben. Der Lehrer zeigt euch, wie ihr die Geige und den Bogen halten müsst, und wie zu spielen ist. So macht ihr Tag für Tag weiter, bis ihr in der Lage seid, allein zu spielen. Alle Noten sollen durch euren Verstand und euer Bewusstsein durchgehen, um dann sagen zu können, was die Musik ist. Eine solche Sache ist auch das Leben. Solange ihr nicht spielen könnt, wart ihr für die Musik schlafend; aber wenn ihr gelernt habt zu spielen, wart ihr für die Musik wach. Habt ihr das Leben gekostet? Ihr sagt, dass das Leben Freude ist. Habt ihr die Freude gekostet? Im Leben gibt es viel Leiden. Habt ihr das Leiden gekostet? Die Menschen haben die wahren Leiden noch nicht gekostet. Ist das Leiden des Schafes, das sein Leben verliert und des Menschen, der seine Hut verliert? Ich kenne nur ein Leiden und das wurde bei dem Verlust der Liebe hervorgerufen. Es gibt kein größeres Leide, kein größeres Leiden für den Menschen, als einmal die Liebe zu kosten und sie dann zu verlieren. Dieses Leiden ist wahrhaft und reell. Folglich kann man nur über das Reelle trauern und nicht über die Illusionen im Leben. Wann freut sich der Mensch? Wenn er das Verlorene findet.

 

Es gibt zwei wichtige Dinge, die das Leben fordern: Das sind die Nahrung und das Wasser. Also sind der Hunger und die Durst, die alle Wesen des Lebens berauben. Wenn der Mensch hungert, äußert sich in ihm das Leben, fordert Nahrung. Solange er die Nahrung nicht zu sich nimmt, gerät er in Trauer, Unruhe, Leiden; Wenn er die Nahrung zu sich nimmt, wächst in ihm der Frieden, die Zufriedenheit. So verstehen die einfachen, ungebildeten Menschen das Leben. Ihr sagt: "`Sind nur Wasser und Brot für das Leben nötig?"' Viele sind die Elemente, die das Leben fordert. Ich werde euch das folgende Beispiel geben: Man schließt jemanden in einem Zimmer ein und von Zeit zu Zeit bringt man ihm Brot und Wasser. Er bleibt im Zimmer ein, zwei Jahre lang und alle wissen und er weiß es selbst, dass er lebt und in diesem Zimmer lebt. Nach einer Zeit nimmt man diesen Menschen aus dem Zimmer heraus und lässt ihn in einem schönen Garten. Im Garten kann er frei spazieren, die frische Luft atmen und sich des Lichtes erfreuen. Er sagt: "`Jetzt lebe ich."' Es vergeht nicht viel Zeit, und man bringt diesen Menschen zu einer reichen Bibliothek und lässt ihn dort lesen, was er will -- nach Freiheit und Laune. Dieser Mensch fühlt sich zufrieden, glücklich und sagt sich: "`Jetzt lebe ich besser, ich begann jetzt, den Sinn des Lebens zu verstehen. Was seht ihr, dieser Mensch lebt auch im ersten Fall, aber als Gefangener; im zweiten Fall lebt er, aber ist frei vom Gefängnis; im dritten Fall lebt er als Mensch -- mit all den Bedürfnissen seines äußeren und inneren Wesens.

 

Das Leben soll in all seinen feinsten Äußerungen, in all seinen feinsten Forderungen, Wer das Leben in all seinen feinsten Äußerungen erfährt, da sich der Kreis seiner Tätigkeit erweitert. Er fühlt ein angenehmes Gefühl des Wachsens, des Lebens in seinem Verstand, in seinem Herz, in seiner Seele. Ich benutze das Wort Seele, aber für euch ist sie etwas Unbestimmtes. Die Seele ist etwas, das außer Raum und Zeit ist. Was sind allerdings der Raum und die Zeit? Das sind zwei zeitliche Maße, mit denen man die Dinge auf die physische Welt bestimmt. Das Leben ruft ein warmes, zartes Gefühl im Menschen. Wer dieses Gefühl empfunden hat, der kann es nicht vergessen. Stellt euch vor, dass ihr auf einen glatten Felsen steigt, ihr geht langsam und vorsichtig, aber durch einen Zufall rutscht ihr aus. In diesem Moment greift einen Freund von ihnen eure Hand und hält euch. Bei diesem Wechsel der Gefühle, vor der Furcht, die ihr erlebt habt, und bei der Unterstützung, die ihr bekommen habt, erwacht in euch ein zartes, warmes Gefühl, eine Äußerung des Lebens. Durch welche Hindernisse ihr auch im Leben durchlaufen werdet, werdet ihr niemals dieses Gefühl vergessen. Es war so starker, wie größer die Liebe eures Freundes war. Er hat euch gestützt trotz dem Risiko seines Lebens. Analysiert dieses Gefühl in euch, um zumindest die äußere Seite des Lebens zu verstehen.

 

Welche Eigenschafgen schreibt man heutem dem Leben zu? Man sagt, dass das Leben Freude, Leiden und Bewegung bringe. Andere vertreten die Meinung, dass das Leben ein Zustand der Seele ist, in der sie ihrer selbst bewusst wird, d. h. ihr wird es bewusst, dass sie lebt, mit sich und mit den großen Gesetzen in Harmonie ist. Mit euch selbst in Harmonie zu sein, das bedeutet, dass alles um euch herum in einer vollkommenen Ordnung ist. Stellt euch vor, dass ihr einen schönen gut geordneten Garten habt, all seine Wege sind mit Sand bedeckt und ihr spaziert auf die Wege zufrieden und glücklich. Aus Versehen lässt ihr alles, was ihr getragen habt, auf die Wege liegen, hier Topf, dort ein Stuhl, an einer anderen Stelle ungeordnete Steine. Ihr geht abends zufrieden nach Hause, dass alles in Ordnung ist. Es passiert aber, dass ihr noch am selben Abend, in philosophischen Überlegungen vertieft, raus in den Garten möchtet, um spazieren zu gehen, und frische Luft zu schnappen. Ihr geht auf die Wege und stolpert uns staut, wer diesen Topf auf euren Weg liegen gelassen hat. Ihr vergesst, dass ihr es selbst diese Sachen auf den Weg gelassen habt. Wenn ihr vom Gegenstand zu Gegenstand stolpert, sagt ihr euch endlich: "`Komische Sache, wie hat sich die Welt mit dem Kopf nach unten gedreht."' Wer hat die Welt in diesem Zustand gedreht? Ihr selbst, ihr selbst habt eure Welt mit dem Kopf nach unten gedreht, ihr selbst habt Hindernisse in eurem Leben gesetzt und dann staunt ihr darüber, wer sie gesetzt hat. Ihr stolpert und beginnt zu trauern. Dürft ihr trauern, dass ein kleiner Stuhl umgekippt ist? Ihr solltet trauern, dass ihr nicht gestolpert und selbst auf dem Boden gefallen seid. Ihr sollt trauern, wenn ihr erfährt, dass ein Freund diese Steine auf dem Weg gelegt hat. Wenn ihr das wisst, dass ihr nicht die Ursache dafür seid, gibt es keinen Grund zu trauern. Und dann bleibt nichts anderes, als sich zu bücken, das Hindernis vom Weg zu heben und es auf die Seite zu stellen.

 

Folglich, wenn ihr das Leben studiert, beginnt ihr mit seinen wesentlichsten, mit seinen Elementarsten Äußerungen. Was das Wesen des Lebens angeht, ist das eine Frage, die ihr niemals lösen werdet. Das Wesen des Lebens zu verstehen, das bedeutet zu verstehen, was Gott in seiner Vollkommenheit ist. Es ist unmöglich, Gott in seiner Vollkommenheit zu verstehen. Ihr könnt sogar nicht verstehen, wie die Wachsamkeit seines Bewusstseins ist. Er ist in jedem Augenblick wach, sein Bewusstsein umfasst alles, er fühlt sich als Herr, unbegrenzt und mächtig in seinen Fähigkeiten, alles zu machen, was er will. Für euch ist das unbegreiflich. Ihr begreift in sich, dass ihr das nicht machen können, was ihr wünscht und fühlt euch unglücklich. Es gibt keinen Grund zu leiden, gerade in der Ohnmacht beschließt sich euer Wachen. Heute seid ihr mit Freude erfüllt, springt, singt, denkt, dass ihr alles machen könnt; morgen seht ihr, dass ihr nichts erreichen könnt. Heute steigt ihr auf, morgen steigt ihr ab, aber wisst nicht, warum ihr auf und absteigt. In diesen kontrastierenden Zuständen wächst ihr. Wenn man euch fragt, warum ihr auf die Erde gekommen seid, könnt ihr nichts sagen. Woher ihr gekommen seit, wisst ihr wiederum nichts. Manche Philosophen, Wissenschaftler sagen, dass ihr von der anderen Welt gekommen seid, aber ihr erinnert es nicht. Habt ihr irgendwelche Erinnerungen aus der anderen Welt? Nicht nur das erinnert ihr nicht, sondern erinnert ihr sogar nichts aus eurem ersten Lebensjahr, aus dem ersten Jahr der Geburt. Erinnert ihr etwas aus dem ersten Lebensjahr eurer Kindheit? Ihr erinnert nichts. Und vom ersten und dritten Jahr der Kindheit erinnert ihr nichts. Vielleicht erst seit ersten Lebensjahr begann ein leichtes Erwachen des Bewusstseins und ihr habt irgendwelche Erinnerungen aus dieser Zeit behalten.

 

Wenn ihr auf diese Weise nachdenkt, wenn ihr analysiert, werdet ihr sehen, dass es schwierige Fragen zum Lösen gibt, die ihr beiseite lassen sollt. Zum Beispiel, was hättet ihr über das Thema: "`Was ist Gott geschrieben?"' Manche schreiben, dass jene ursprüngliche große Kraft darstellt, die die Welt gebildet hat, die die Atomen und die Molekülen durchdringt und bewegt, sie hat den ganzen Kosmos, alle Welten, Ozeane und Meere uns. gebildet. Das ist nicht Gott. Andere schreiben, dass Gott Liebe ist. Worin besteht diese Liebe? Wenn Gott, d. h. die göttliche Liebe im Menschen durchdringt, empfindet er in sich ein warmes, breites Gefühl zu allem lebendigen im Leben. Dieser Mensch ist nicht kleinlich, er betrachtet die Dinge richtig. Es ist nichts in der Lage, ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen. Und wenn man seine Millionen beklaut oder seine Häuser wegnimmt, zuckt er nicht zusammen. Er weiß, dass jenes warme, große Gefühl, dass er in sich fühlt, mehr Wert ist als alle Reichtümer in der Welt. Er weiß, dass sich nichts in der Welt verliert. Wenn man ihr beklaut, dann, geht er in diejenigen hinein, die ihn bestohlen haben, und wird wieder Herr.

 

Wenn eine Form zerstört wird, geht das Leben in eine andere Form über und dann erhält sich dieses Gefühl wieder. Es gibt keine Form in der Welt, die dieses Gefühl begrenzen kann. Es ist nicht schlimm, dass die Form sich verliert, aber es ist schlimm, wenn dieses Gefühl sich verliert, wenn die Liebe ihn verlässt. Wer dieses Gefühl in sich hat, wenn er sogar einen Bär treffen würde, wird er ruhig und still bleiben. Warum? er wird in den Bär mit dem Bewusstsein eindingen und er wird zurücktreten. Der Mensch der Liebe weiß, dass der Eine in allen Wesen lebt. Solange ihr alle Menschen, alle lebendige Wesen als etwas von euch, von eurem Bewusstsein getrenntes betrachtet, werdet ihr immer leiden. Dann wird der Bär eich angreifen und alle Menschen werden böses tun. Alle Wesen sollt ihr als Bewusstseine betrachten, durch die das eine und dasselbe Leben durchfließt. Eines ist das Leben, eines ist das Bewusstsein, das alle Lebewesen durchdringt.

 

Jetzt werde ich euch eine Aufgabe geben, ein Versuch, eines euren Trauerzustände in Freude umzuwandeln. Stellt euch vor, dass ihr morgens in der Früh aufsteht und tief in euch eine große Trauer empfindet. Ihr möchtet arbeiten, aber ihr wollt es nicht. Ihr möchtet mit jemandem sprechen, aber ihr wollt nicht sprechen. Ihr könnt niemanden leiden, niemanden lieben. Die Trauer wächst immer mehr und ihr gerät in einer großen Verzweiflung. Was sollt ihr in diesem Zustand machen? Wie könnt ihr euch behilflich sein? Das sollt ihr machen. Halten für einen Moment inne und leitet diesen Trauerzustand durch euer Bewusstsein. Dann versucht, durch das Gesetz der Harmonie, es zu transformieren. Wenn ihr es schafft, werdet ihr bemerken, dass eine kleine Freude euer Bewusstsein durchdringt und allmählich die Trauer entkläftigt, bis sie vollkommen verschwindet. Also, die Freude durchdringt und sie verschwindet vollkommen. Dann findet der Mensch, dass es keinen Grund zu trauern gibt. Das hat jeder versucht. Heute verdient er hundert Leva und freut sich. Morgen verliert er diese 100 Leva und trauert. Diese Trauer und Freuden sind zeitliche vergängliche, aber durch sie wächst und entwickelt sich der Mensch.

 

Das sind Versuche, die jeder durchgemacht hat und jeden Tag durchmacht. Zum Beispiel, ihr seid ein Schüler der Okkultschule. Ihr denkt euch etwas schönes aus und freut euch, ihr seit zufrieden mit euch. Der Meister kommt zu euch und sagt euch, ihr seit sehr ungebildet und wisst nichts. Ihr glaubt das sofort und verliert die Fassung und die gute Laune. Ich frage: Soll der Schüler, sich sofort entmutigen? Wenn er Wissen hat, soll dieses Wissen nur durch ein einziges Wort des Meisters zerstört werden? Du trägst auf den Rücken einen Rucksack, in dem 40 kg Gold versteckt sind. Ein Bekannter trifft dich und frägt: Was trägst du im Rucksack? Ich trage 40 kg Gold. Du irrst dich, du hast gar kein Gold im Rucksack. Habe ich kein? Jetzt werde ich es dir beweisen. Du nimmt den Rucksack ab und beginnst zu zählen. Ich sage: Eine solche Sache ist das wahre Wissen. Wer wissen hat, kann sich daran nicht zweifeln. Und dann wenn man euch sagt, dass ihr nichts wisst, werdet ihr den Rucksack abnehmen und werdet beginnen, euer Wissen zu prüfen.

 

Задачата на окултната школа е да освободи учениците си от отживелите времето си схващания, които миналите векове са наслоили в съзнанието им. Разбиранията на сегашните хора са подобни по стойност на книжните пари, на банкнотите, с които те си служат. Запример, днес златото е скрито и хората си служат повече с книжни пари, които всеки ден губят от стойността си. Значи, има нещо несигурно в живота на хората, от което те трябва да се освободят. Същото може да се каже и за знанието. В подсъзнанието на човека има складирани известни мисли, известни идеи, които не са реални, които нямат положителна стойност. За тази цел съзнанието ви трябва да се раздвижи, за да се освободите от нереалните си знания и да оставите само ония, които са свързани с известни опитности и преживявания. Ако сами не можете да си помогнете, ще повикате някой ваш приятел, той да свърши тази работа. Ако разбира законите, приятелят ви ще промени вашето състояние и вие ще видите, че това знание, на което до този момент сте давали значение, днес нищо не струва. Тези промени в състоянията наричаме окултни масажи. И медицината ги препоръчва, но при условие умът на ученика да бъде съсредоточен, концентриран. Каквито опити да правите, ще знаете, че всички няма да бъдат сполучливи. Ако от сто опита десет излязат сполучливи, те са достатъчни, за да придадат нещо към вярата ви в законите на разумната природа.

Да се върнем пак към основната идея — към живота. Мнозина казват, че животът е движение. Движение има само там, дето функционира онова приятно вътрешно чувство на любов към всички живи същества. Дето функционира това чувство, там е животът. Като ставате сутрин, вие трябва да изпитвате това чувство в себе си, за да можете през целия ден да бъдете добри, активни, с импулс за всяка работа. Това значи да чувствате импулса на всяко живо същество, по-високо или по-низко от вас.

Първият закон на радостта е поляризирането. Това показва, че кръгът, който представя целия живот, е разделен геометрически на две равни половини. Буквата „Ж", с която започва думата „живот", е съставена от двете половини на кръга, обърнати в противоположна посока и свързани помежду си с диаметъра на кръга. Това движение се продължава до безконечност. Тези криви линии се наричат параболи. Ако едно тяло се движи по такава крива линия, то ще отиде в безкрайността. Когато едно тяло тръгне от палеца на дясната ръка и се движи нагоре по показалеца, след една, след десет, след сто, след хиляда или повече години то ще се върне през лявата ръка, като слезе от показалеца и стигне до палеца долу на същата ръка. Като съедините върховете на двата палеца и на двата показалеца на двете ръце, ще се образува формата на човека. Тези два полукръга, образувани при разтварянето на палеца и на показалеца на двете ръце, представят поляризирането на човешкия живот. Следователно човек е произлязъл от движението на тия два кръга. Кръгът пък представя Божественото съзнание, в което човек се движи. Това съзнание е общ център на всяко движение. Вторият закон, по който върви развитието на живота, е слизането и възлизането. При слизането става смаляване, а при възлизането — разширяване, уголемяване. При тези две положения топлото, нежното чувство в човека ту се губи, ту отново се проявява, т. е. ту се смалява, ту се разширява. Това приятно чувство трае само миг, но когато се изгуби, в съзнанието на човека остава известна празнина. Най-малката причина е в състояние да доведе човека в положение да изгуби това приятно, красиво чувство. Но както сте изгубили това чувство, така можете да го придобиете. Следователно схващайте живота като момент. Той се проявява във време и пространство, но е извън времето и пространството. Въз основа на това животът не може да се обхване, но може да се почувствува. Ето защо човек само констатира, че се е проявило или че е изчезнало това чувство, но кога е станало това, не може да се определи. Моментът, в който се проявява животът, е извън времето и пространството.

Ако теглите нрава линия през средата на човешкото лице, ще се образува буквата „Ж". Това показва, че човешкото лице се поляризира, т.е. разделя се на две части, в едната от които на първо място седят чувствата, а на второ място — мисълта. В другата част на лицето е точно обратно: на първо място са мислите, а на второ — чувствата. Когато говорим за човека на плътта, т. е. за човека, който слиза, разбираме, че в него чувствата са взели надмощие над разумния живот; когато се говори за духовния човек, разбираме, че разумният живот в него е взел надмощие над чувствата. Това се вижда по самото лице на човека: когато низшите чувства взимат надмощие над мислите в човека, долната част на лицето му огрубява, разширява се; ако в него преобладават възвишените мисли и чувства, тогава горната част на лицето му се стеснява и става по-нежна. Това е диагноза, по която се определя движението на вътрешния живот в човека.

В продължение на една седмица правете следното наблюдение върху себе си. Като ставате сутрин, следете съществува ли това приятно чувство у вас. То е неизменно чувство и съществува във всеки човек, но вие трябва да се наблюдавате, да го схванете правилно и да го отделите от другите чувства. Щом се концентрирате в себе си, ще схванете това приятно чувство на живота, ще го отбележите, без да критикувате. Едни ще забележат, че това чувство се проявява в ума, други — в сърцето, а трети — в съзнанието. Ако е в съзнанието им, те ще го възприемат във вид на малка, нежна, приятна светлинка. Тя излиза от центъра на тяхното съзнание, във вид на някаква разумна сила. Достатъчно е най-малкото докосване до тази светлинка, до тази разумност, за да преобрази човека, да го застави да гледа разумно на нещата. Това значи пробуждане на съзнанието, това значи разумен живот. Когато изпаднете в мрачно състояние, този светъл център постепенно започва да потъмнява, около него се образуват малки черни точици, които са в постоянно движение. Като се движат, те заоблачават светлите лъчи на този център.

Сега, пожелавам ви като ученици на окултна школа да живеете и да се ползвате от своята собствена опитност, а не от опитността на другите хора. Докато се ползвате от вашата опитност, вие ще седите на Вечната канара, дето няма никакви опасности, никакви изненади. Ако нямате свои опитности, всеки може да ви измами и подхлъзне. Ще кажете, че еди-кое си било реално, еди-кое си не било реално. Питам: Ти живееш ли? Ако живееш, ако си на Вечната канара, там всичко е реално. Това лесно може да се провери. Как? Вземи свещта на твоя живот и виж можеш ли да четеш на нейната светлина. — Не мога да чета. — Щом не можеш да четеш, ти не си в реалността. Ела сега при мен и виж можеш ли да четеш на свещта на моя живот. — Мога да чета. — Щом можеш да четеш, сега и двамата сме в реалността. Тази реалност никога не се изменя. И мъчениците, в които е развито чувството на живота, никога не се изменят. Мъченията, гоненията, страданията не са в състояние да ги разклатят, да ги разколебаят. Те всякога запазват своята радост. Следователно дойдете ли до живота, не го търсете вън някъде, било в космоса, било в слънцето.

Де е животът? В самите вас. Вглъбете се в себе си, ако искате да намерите живота. Това чувство на живота, което окултистите наричат Божествено съзнание, се движи с неимоверна бързина. То се движи с такава бързина, че в един момент само можете да отидете дето искате: на Слънцето, на Сириуса, на Венера и т.н. Понеже това движение е абсолютно, то като че поглъща всички останали движения, а неговото остава незабелязано.

Онези от вас, които нямат тази опитност, казват: Може да е така, може и да не е така. Обаче някога, когато се домогнете до това чувство в себе си, ще видите с каква голяма бързина то се движи. Тогава вие ще почувствате, че цялата Вселена, всички живи същества, от най-малките до най-големите, от мушиците до ангелите, са вътре във вас. Това движение се проявява навсякъде, то е животът. Желая ви това чувство да се прояви у вас и всички да съзнавате живота в себе си. Направете опит за цяла седмица да се наблюдавате, да видите дали ще откриете това чувство в себе си. Все ще откриете нещо. Всички древни школи са учили, че човек не може да познае живота на другите хора, докато не познае своя живот. Не мислете, че сегашният ви живот е лош. Не, той е най-добрият живот, който сега можете да имате. Засега по-добър от този живот не може да ви се даде.

Следния път ще подложа на изпит едного от вас, да видим какво е разбрал от лекцията. Всички ученици ще му кажат по една обидна дума, да видим как ще може той да ги трансформира. Не е лесно да се издържи такъв изпит. Разбира се, този, който се подложи на изпита, трябва да има здрав гръбнак, да издържа. Не мислете, че ще минете без такива изпити. Всички ще минете през сито. Страшен е този изпит! Той е цяла операция, за която се изисква голямо присъствие на духа. Когото подложат на изпит, поставят го в реторта и там започват изпитанията.

Мнозина от вас, като се видят в реторта или на операционната маса, ще кажат: Не се надявахме, че тези хора, толкова благородни, могат да постъпват по този жесток начин с нас. — Вие трябва да знаете, ме в Школата често прилагат следния морал: започват зле, свършват добре. Щом крайният резултат е добър, постъпките са морални. За нас важат крайните резултати. Не мислете, че ние искаме от вас да се откажете от живота си. Не, ние искаме да ви посочим правия път, ние искаме да се даде ход на всичко онова, което от векове е вложено в душите ви; ние искаме да се даде ход на всички семенца, на всички сили у вас — да се развият, да се облагородят. Ако това не се постигне, така както сега живеете, вие ще се спънете в развитието си. Тази е причината, поради която окултните школи са се криели от хората. Защо? Като не разбират законите, със своето любопитство хората са им причинявали ред пакости. Те са постъпвали с тях, както и до днес още някои постъпват с цъфналите дръвчета. Минава някой човек покрай едно цъфнало дърво и без да мисли много, протегне ръката си и откъсне един клон. Така се изреждат около десетина души и всеки си откъсне по един клон, докато дървото се осакати. Когато човек прави някои опити, има опасност като минат няколко души покрай него, всеки да си откъсне по едно клонче и да му причинят известна вреда. Затова именно Христос е казвал на учениците си да се пазят от свинете. Когато цветята и дърветата цъфтят, радвайте се отдалеч на миризмата, на благоуханието им, но по никой начин не се докосвайте до цвета им. Такъв е великият закон на природата.

Сега ще направя една аналогия. Когато ученикът или студентът се интересува от предмета, който учителят или професорът преподава, последният е особено разположен към него. Ако ученикът е небрежен към уроците си и професорът е невнимателен към него. По същия начин, когато и ние се интересуваме от този важен психологически момент на живота, съществата, които стоят по-високо от нас, които са завършили своята еволюция, започват да се интересуват от нас и да ни помагат. Между тяхното и нашето съзнание се образува вътрешна връзка. Тези същества са близо до вас, но за да ги почувствате, съзнанието ви трябва да се пробуди, да се прояви нежното чувство на живота у вас. Тогава вие ще почувствате, че има живот и там, дето не сте допущали; вие ще почувствате, че този живот е разумен — нещо, което не сте мислили. Тогава ще започнат в света да се втичат интелигентни сили оттам, отдето не сте подозирали. Такъв ще бъде резултатът от първия ви опит.

При това положение, ако сте намислили да отидете запример на Мусала, едно от тия разумни същества ще ви проговори и точно ще определи програмата на вашето пътуване. То ще ви каже в колко часа ще тръгнете, през кой път ще минете, на кой километър ще ви срещне мечка, но да не се уплашите и т.н. Тръгвате за Мусала и всичко става така, както ви се каза. След това ще ви се каже, че ще ви срещне един старец, който ще ви спре и ще се разговори с вас. По-нататък ще ви срещне млада мома, която ще ви се усмихне само. Вървите вие и наистина се случва точно така, както ви е било предсказано. Като се върнете дома си, вие си спомняте всичко това и казвате: Говори ли ми някой или не? — Говори ти, разбира се. Това същество прави и втори, и трети опит с вас. То казва: Ще отидеш на еди-кое си място, ще разровиш там и ще намериш съкровище. После ще отидеш навътре в гората, на разстояние около десет километра. Ще разровиш земята на това място и ще намериш един ценен ръкопис. Ще откриеш ключа на този ръкопис и ще го прочетеш.

Питам: Илюзия ли е това или реалност? Каквото ви се каже, всичко се сбъдва. Обаче, когато духовете говорят, не излиза така. Каквото духовете ви кажат, нищо не се сбъдва. Когато разумните, възвишените същества ви говорят, всичко е абсолютно вярно, без никакво изключение. Най-после, след като направите тези няколко опита, вашият приятел ще ви каже: Внимавай в живота си, понеже ние всичко виждаме. Внимавай в мислите, желанията и постъпките си, понеже ние всичко знаем. Тогава вие ще повярвате на това чувство в себе си и ще придобиете ценна опитност.

И пак ще чуете гласа на вашия приятел: Винаги бъди внимателен!

Тайна молитва.

Fir - fur - fen, Tao bi aumen

4-та лекция от Учителя,

държана на 25 октомври, 1922 г. София.

Diesen Beitrag teilen


Link zum Beitrag
Auf anderen Seiten teilen
Melde dich an, um diesem Inhalt zu folgen  
Folgen diesem Inhalt 0