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  1. Musik und Singen - Mittel zum Erreichen des Göttlichen Stilles Gebet Nun, lesen wir einige von den Themen (Es wurden einige von den Themen „Der Unterschied zwischen Willen und Eigenwillen“ vorgelesen.) Habt ihr ein anderes Thema? – Nein. Das werden wir für das nächste Mal lassen. Der Meister spielt mit der Geige und acht junge Brüder singen leise das Lied vor: „Duhat Bojii, –„Der Geist Gottes, Duhat Wechnii, – der ewige Geist, Duhat Svjatii, – der heilige Geist, Duhat Blagii, der gütige Geist, Koj pulni surza ni s Ljubov.“ Wer (er)füllt unsere Herzen mit Liebe, wer (er)füllt (3) Wer (er)füllt unsere Herzen mit Liebe, (2) mit Liebe (3 Mal) Wer (er)füllt unsere Herzen mit Liebe. (2) (Das zweite Mal sangen sie das Lied mit dem Meister ohne Geige. Das dritte Mal sangen sie es wieder mit dem Meister, aber sehr leise.) Jetzt werden wir alle gemeinsam „Duhat Bojii“ singen. (2 Mal) „Duhat Bojii“ ist als Berührungspunkt in der Okkulten Musik ein okkulter Übergang. Ich werde euch jetzt sagen, wo sich die okkulten Berührungspunkte befinden und wo die zeitgenössische Musik in Okkultmusik übergehen wird und warum es im Singen einen Sinn gibt. (Der Meister singt allein.) „Duhat Bojii, Duhat Wechnii, Duhat Svjatii, Duhat Blagii, Koj pulni surza ni s Ljubov.“ Diese Worte sind ein okkulter Übergang, sie sind ein Übergang im okkulten Sinne. Jetzt werdet ihr mit Bewegungen singen und dabei den Willen betätigen. Beim okkulten Singen werdet ihr aufmerksam sein. Ihr werdet jetzt all eure Traditionen verlassen. Ich möchte, dass ihr als Schüler im Singen frei seid. Damit der Wille sich daran beteiligen kann, müsst ihr die Hände bewegen. Die zeitgenössische Oper ist sich dessen bewusst. (Der Meister singt allein und vollzieht Bewegungen). „Duhat Bojii“ (Er erhebt seine Hände langsam und mächtig nach oben.) „Duhat Vechnii“ (Er senkt die Hände vor seinem Gesicht, vollzieht einen Kreis und setzt sie in eine waagerechte Lage.) „Duhat Svjati“ (Die Hände werden zum Kreis vor dem Gesicht geformt, nach oben und dann fast senkrecht.) „Duhat Svjati“ (Dasselbe, nur die Hände bleiben waagerecht.) „Koj palni“ (Die Hände sind vor der Brust.) Surza ni s Ljubov (Die Hände werden seitlich weit gestreckt. Von dort vollziehen sie leichte Bewegungen wie beim Fliegen. Sie befinden sich in der waagerechten Lage. Bei „surtsa ni“ werden die Hände nach außen gestreckt.) Das (Er)füllen ist ein Prozess der Erweiterung. „Koj palni“ (Die Hände vor der Brust.) „Surza ni s Ljubov“ (Die Arme werden nach außen gestreckt, das Herz erweitert sich. Bei den anderen Worten werden Bewegungen des Fliegens vollzogen.) Wenn ein Luftballon mit Gas gefüllt wird, dann beginnt er sich zu erweitern und sich zu erheben. Wenn ihr Bewegungen des Fliegens vollzieht, dann werdet ihr feststellen, dass es in diesen Bewegungen Harmonie gibt. (Der Meister singt allein: „Duhat Bojii… Wer (er)füllt ...“) „Wer“ hat eine zweifache Bedeutung. Es ist zugleich Frage und Antwort. Der Geist Gottes, der (er)füllt – eine Antwort. Und wer (er)füllt unsere Herzen mit Liebe? -- Der Geist Gottes, der ewige Geist und so weiter. Das sind Attribute. Nun, was ist der Unterschied zwischen dem heiligen Menschen und dem hellen/leuchtenden Menschen? Ich kann heilig und hell sagen. Als Schüler müsst ihr genau bestimmte Begriffe haben. Du wirst zum heiligen Menschen gehen und der helle Mensch wird zu dir kommen. Du wirst zu der Wasserquelle gehen. Der heilige Mensch ist eine Quelle, du wirst zu ihm gehen und er (er)füllt; und du wirst dein Herz zur Verfügung stellen. Und der helle Mensch, das ist die angezündete Kerze. Dieses Licht kommt zu dir. Du wirst nicht zu diesem Licht gehen, sondern es wird zu dir kommen. Folglich ist der Prozess zweifach: Du gehst zum Heiligen und der Helle, der kommt zu dir. Gott ist heilig und hell. Als Licht kommt Er zu uns und als Welt gehen wir zu Ihm. Folglich kann der Heilige Geist eure Herzen (er)füllen. Also geht das Herz zum Heiligen Geist. Wenn wir „heller Geist“ sagen, dann verstehen wir unser Geist. Gütig (blag), ewig, die Welt, all das sind Wörter, die verbunden sind. Wer füllt unsere Herzen? - Der Geist Gottes. Diese Übungen werden wir mit Bewegungen singen. Wenn ihr in euer Haus eintretet, werdet ihr mit Bewegungen singen. Ihr werdet euren Willen an die Arbeit einspannen. Viele dieser Übungen werden wir mit Bewegungen singen. Wenn du jetzt bei den Worten „Der Geist Gottes“ (der Meister singt „Der Geist Gottes“ und vollzieht Bewegungen mit den Händen) bei Ihm bist, dann wirst du dieselbe Erweiterung vollziehen. Lasst euch davon nicht stören, ob ihr diese Bewegung richtig vollzogen habt oder nicht. Es gibt ein inneres Gesetz der Bewegungen. Wenn diese Bewegung in Harmonie mit euren Gedanken und Gefühlen ist, dann fühlt ihr euch angenehm. Wenn es Unstimmigkeiten gibt, dann werdet ihr spüren, dass diese Bewegung nicht richtig ist. Das ist das Gesetz der Freiheit. Ihr werdet singen, euch bewegen und Gott mit eurem Verstand, mit eurem Herzen und mit eurem Willen und mit dem ganzen Körper dienen. Alles muss in Bewegung sein. All das muss an der Musik partizipieren. So wird sich unser Körper harmonisieren. Manchmal denkt ihr, dass ihr ohne Musik könnt. Nur die Toten können ohne Musik, die Lebenden nie! Nur die Toten können ohne das Wort und die Lebenden nie! Nur die Toten können ohne Brot, die Lebenden nie! Nur die Toten können ohne Wasser, die Lebenden nie! Nur die Toten können ohne Gedanken, die Lebenden nie! Manch einer fragt: „Kann es ohne Singen?“ Es kann. Als Paganini gefragt wurde: „Kannst du auf drei Saiten spielen?“, dann antwortete er: „Ich kann.“ „Auf zwei?“ - „Ich kann.“ - „Auf eine?“ - „Ich kann.“ „Kannst du dann ohne Saiten spielen?“ - „Ich kann.“, und dann ist er nicht erschienen. Auf diese Weise werden wir uns durch das Singen harmonisieren. Durch das Singen werden wir jene Kräfte in der Natur anziehen, die sich zu uns harmonisch verhalten. Das ist das Gesetz der Anziehung. In der Tat, jetzt gibt es nichts, was ich euch lehren kann. Der junge Bursche und die junge Frau, sie wissen es. Warum singen die Vögel? Warum singen die männlichen Vögel? Sie haben seit Langem dieses Gesetz erlernt. Die Säugetiere, die Kühe, sie muhen manchmal auch. Es gibt immer ein Gesetz, dem sie unterliegen. Dieses Muhen ist eine andere Art des Gesangs. Das Singen zieht immer an. Singen wir harmonisch, dann werden die Geister der Musik immer von uns angezogen werden. Nachdem sie angezogen wurden, werden sie etwas sehr Schönes bringen – Erneuerung. Gemäß unseres Liedes und gemäß dieser Inspiration werden auch dementsprechend Veränderungen in unserer geistigen Welt geschehen. Nun, als erstes werdet ihr aus dem Herzen singen. Die okkulte Musik lässt solch ein oberflächliches Singen nicht zu. Sie möchte Inhalt, sie möchte Tiefe. Du wirst an erster Stelle mit Gefühl singen und dann wirst du am Gesang feilen. Danach feilen wir. Wir können noch nicht okkulte Lieder singen. Das sind kleine Übungen, ich nenne sie so. Wenn ich sie euch als Lied singen würde, dann werdet ihr alle einschlafen und nicht hier sein. Ihr werdet einschlafen und nachdem ihr geweckt werdet, werdet ihr sagen: „Ich war irgendwo, in einer Welt und in was für einer Welt!“ Das ist jetzt noch kein Lied, das ist eine Übung, deshalb werdet ihr hier sein und nicht einschlafen. Deshalb nenne ich sie Übungen. Ihr sagt: „Können wir nicht ein okkultes Lied singen? – Nein, das könnt ihr nicht! Unter den jetzigen Bedingungen kann kein okkultes Lied gesungen werden. Das sind okkulte Übungen. All unsere Lieder, sogar auch diese, die sonntags bei den Treffen gesungen werden, das sind Übungen. Sie werden Lieder genannt, aber es sind nach meinem Verständnis Übungen. Manche sind den Liedern näher, andere ferner. Jetzt lernen wir die Übung mit Bewegungen! (Wir sangen: „Duhat Bojii“ zwei Mal mit Bewegungen.) Singt jetzt „Blaga duma ...“! (Alle singen mit dem Meister zusammen und am Ende spielt der Meister.) Es gibt etwas, das behindert. (Der Meister singt allein „Blaga duma“, und dann singen alle zusammen.) Jetzt werden zwei Menschen das Lied singen „Blaga duma na ustata, tui e kljuchat kam sartsata“ und alle zusammen werden den Refrain singen.) Jetzt singen wir „Venir, Benir“. (Der Meister spielt – wir alle singen. Danach singen wir: „Izgrjava slunzeto“, „Sladko medeno“) Jetzt mögen die Freunde kommen, diejenigen, die Schüler. (Die acht jungen Brüder kamen zum Tisch.) Singt „das stimmlose Singen“. (Der Meister spielt mit der Geige einen schönen Marsch und die Brüder singen mit der Kehle, ohne ihren Mund zu öffnen.) (Originelles Singen) Das ist eine Übergangslage in der okkulten Musik. Es kann euch etwas komisch erscheinen, aber es war schön, nicht wahr? Wir werden die Übungen erweitern. Wir werden angenehme Dinge in der Musik erschaffen. Merkt euch, dass die Kinder, wenn sie ihre Übungen machen, immer lachen. Wenn die Menschen lachen, dann arbeiten sie. Lachen sie nicht, dann sind sie krank und der Wille beteiligt sich nicht. Der gesunde Mensch ist immer froh. Es ist ein Grundsatz: Wir sollen immer froh sein! Das ist der gesunde Zustand. Stellt fest, dass beim Lesen der Bibel wir überall Menschen sehen, die froh und fröhlich waren. Das Leben ist schön, wenn es fröhlich ist. Und die Zustände des Grams sind immer negativ, sie sind nicht biblisch, sie sind außerhalb der Bibel. Die positive Lehre, die okkulte Lehre drückt sich in Freude aus, das andere ist nur ein Schatten. Folglich in Gram, in Leiden und in Mühen – wir müssen uns immer freuen. Ich werde eine kleine Bemerkung machen, ich mache diese Bemerkung jedoch zu euch. Das ist das Gesetz. Wenn ihr einen Kranken zu einem Berg bringt, was geschieht dann mit ihm? - Er wird gesund. Denkt ihr, dass dieser, der Kranke, mit seinen Krücken laufen wird, wenn ihr ihn auf die Bergspitze bringt? Nein, er wird sie wegwerfen. Er wird die reine Luft atmen. Nun möchte ich euch auf diese Bergspitze bringen. Ihr werdet all eure Krücken wegwerfen. Wir benötigen keine Krücken! Ohne Krücken! Oben ist es weit, es gibt eine große Weite. Hier liegt der Sinn. Manche sagen, dass die Erde ein Jammertal sei, der Schatten der Erde. Dem ist nicht so. Für den Menschen, der die göttlichen Gesetze nicht kennt, für den ist die Erde ein Jammertal des Todes, ein Schatten des Todes. Aber für denjenigen, der die Gesetze versteht, für den ist die Erde ein Ort der Freude und der Wonne. Ich möchte euch von all euren Vorurteilen, die ihr habt, befreien. Denn einer der größten Irrtümer, den euch die schwarze Loge suggeriert, ist, dass ihr nicht singen und euch nicht freuen dürft. „Es bedarf des Singens nicht, du wirst schweigen.“ Das ist das eine. Dann sagen sie: „Du wirst nicht viel essen.“ „Du wirst nicht beten, du benötigst kein Gebet.“ Ohne Singen, ohne Essen, ohne Gebet! Na, was ist dann der Sinn des Lebens, wenn du das Essen, das Singen und das Gebet abziehst?“ Was bleibt dann übrig? Das ist das Fundament des Lebens! Zu essen, das ist die erste Kunst, mit dem der Mensch beginnt. Nun sagt Christus: „Wer mich isst, der hat Leben in sich.“ Das Essen im okkulten Sinne, das ist eine große Wissenschaft. Durch das Essen werden wir eine Gemeinschaft mit dieser Wissenschaft, mit uns selbst und mit Gott bilden. Diese Wissenschaft wurde heute weggeworfen. Wir werden uns bemühen, all diese göttlichen okkulten Gesetze in uns zu bringen, damit wir fröhlich werden – gemäß dem Göttlichen fröhlich zu werden. Das wird nicht sofort geschehen. Denkt nicht, dass das eine leichte Arbeit sei, dass der Mensch fröhlich werde. Es gibt Übergangszustände. Die große Freude zieht den großen Gram nach sich. Wir werden mit dem Kleinen beginnen und allmählich wird diese Freude größer werden, bis sich in euch der Wille entwickelt, damit ihr diese Freude beherrschen könnt und damit diese Freude immer in eurer Seele bleibt. Nun ist unsere Freude von etwas Materiellem bedingt. Der Gegenstand unserer Freude ist immer etwas Materielles. Wenn der Gegenstand unserer Freude zerstört wird, dann wird unsere ganze Freude auch zerstört. Der Gegenstand darf nicht materiell sein. Weil die Liebe die Substanz der göttlichen Welt ist, so sind alle Dinge in der Göttlichen Welt aus Liebe gemacht worden, dort ist sie Substanz. Dasjenige, was für uns auf der Erde das Erhabenste ist, das bildet das Feld, der Boden, auf dem alle Lebewesen aus der göttlichen Welt leben. Folglich ist die Liebe über uns und dort schreiten die göttlichen Wesen auf der Liebe. Und ich sage: Die Füße dieser Wesen denken mehr als eure Köpfe. Die Beine derjenigen, die auf der Liebe laufen, denken mehr, als unsere berühmtesten Philosophen hier auf der Erde. Wir müssen uns all diesen Dingen aus Liebe bewusst werden. Substanz muss es geben. Dann werden wir Dinge und Gegenstände haben, die nicht zerstört werden können. Die Liebe wird der Grund sein, ein ewiges Prinzip und dann werden wir nicht trauern, sondern immer fröhlich sein. Deshalb erforschen wir die Liebe als eine große Realität und nicht als etwas Abstraktes. Sie ist eine große Realität, wir erstreben sie, in ihr gibt es Musik. Unsere Instrumente werden wir aus Liebe machen. Mit ihr werden wir singen und spielen. Wenn ihr in die göttliche Welt eintretet, dort werdet ihr die erhabeneren Dinge verstehen, dort werdet ihr sie als Schüler erlernen. Deshalb nehmen wir das Singen und die Musik nur als Hilfsmittel zum Erreichen dieses göttlichen Ziels. Stilles Gebet. Siebter Vortrag der Allgemeinen Okkultklasse, zweiter Jahrgang, 12. November 1922, Sonntag, Sofia.
  2. Das vernünftige Herz Ein Vortrag des Meisters vor der allgemeinen okkulten Klasse, gehalten am 2. April 1924 in Sofia Zehn Minuten Schweigen Das Thema für das nächste Mal: Eigenschaften des neuen Menschen. Jede Arbeit oder jedes Unternehmen in der Welt darf nicht auf einer wackligen Grundlage stehen, sondern muss eine feste Grundlage haben. Unter den Wörtern "feste Grundlage" verstehe ich eine Grundlage, die sich nicht verändert, die unter allen Bedingungen ein und dieselbe bleibt. Diese Grundlage ist lebendig. Nehmt nun an, dass ihr, während ihr auf der Erde lebt, eine feste Grundlage habt. Also verlasst ihr euch auf eure Persönlichkeit. Aber auf welche Grundlage stellt ihr euer Leben nach eurem Tod? Folglich ist die Erde nicht die rechte Grundlage, auf die sich ein Mensch stellen kann. Welche ist dann aber die rechte Grundlage? – Die rechte Grundlage nennen wir " das vernünftige menschliche Herz ". Ich rede nicht vom vernünftigen Herzen des heutigen Menschen, sondern vom vernünftigen Herzen des göttlichen Menschen. Apostel Paulus sagte: "Der physische Mensch kann die geistlichen Dinge nicht verstehen, weil sie geistlich beurteilt werden". Ihr müsst die neue Richtung in eurem Leben auf euer vernünftiges Herz stellen. In diesem vernünftigen Herzen operiert und wirkt der Geist Gottes. Und im Wirken dieses vernünftigen Herzens gibt es keinerlei Ausnahme. Handelt der Mensch nach diesem Herzen, macht er keine Fehler, alle Fehler werden sofort berichtigt. Die Fehler in der Welt kommen vom objektiven Verstand des Menschen. Das ist der gegenwärtige Verstand, mit dem der Mensch denkt. Es kommt dir ein guter Gedanke und du beginnst zu überlegen wie du ihn anwenden kannst, und darüber verlierst du die (entsprechenden) Voraussetzungen. Oft sagen wir, dass ein Mensch, wenn er ins Wasser geht, ertrinken kann. Er muss entweder schwimmen können oder er muss schwimmen lernen. Ich frage: "In welcher Schule hat jenes kleine Entenkücken, das gleich nach dem Ausschlüpfen schwimmen kann, die Kunst des Schwimmens gelernt? Vor Tausenden Jahren hat es diese Kunst erlernt. Folglich gibt es ein göttliches Element im menschlichen Verstand. Wir nennen es den göttlichen Geist, der vernünftig handelt, ohne jede Ausnahme. Und wenn wir diese vernünftige Stimme hören (ich nenne sie " das vernünftige Herz "), unterscheiden sich unsere Überlegungen von den üblichen Überlegungen. Ihr könnt einen einfachen Versuch machen. Wenn ihr mit eurem Kopf denkt, sollt ihr lange Zeit nachdenken; ihr sollt ein, zwei, drei, fünf, zehn und mehr Jahre eine bestimmte Frage erforschen, bis ihr zu bestimmten Schlussfolgerungen gelangt. Angenommen, ihr stellt euch die Frage, wie das Wetter am Montag sein wird. Unser Verstand beginnt zu überlegen und sagt: " Es wird schön werden ". Gut, das werdet ihr überprüfen. Danach werdet ihr euch fragen, ob das Wetter absolut klar oder halb bedeckt sein wird, ob es nur wolkig oder regnerisch sein wird usw. Stellt euch die Frage deutlich im Verstand. Bei diesen Versuchen werdet ihr bemerken, dass von dem, was der Verstand sagt, sich kaum ein Prozent als richtig herausstellt. Dass das Wetter schön sein wird, ist eine Vermutung. Doch wenn ihr euer vernünftiges Herz fragt, wie das Wetter am Montag sein wird, wird es euch mit absoluter Richtigkeit antworten. In diesem Verständnis gibt es kein Überlegen. Sobald ihr zu überlegen beginnt, verliert das Göttliche bereits an Wert. Denkt ihr aber mit eurem vernünftigen Herzen, werdet ihr ein angenehmes Gefühl in der Magengrube empfinden und dann kann jeder von euch sagen: "Das Wetter wird so und so sein". Fragt euch, z. B., wie ihr euer Leben in diesem Jahr verbringen werdet – gut oder nicht so gut. Wenn ihr mit eurem Verstand antwortet, wird er euch entweder die schönsten Projekte vorgaukeln oder eben manchmal auch finstere. Wenn ihr aber euer vernünftiges Herz fragt, wird es euch eine positive Antwort geben. Es wird euch nicht nur eine positive Antwort geben, sondern wird euch auch zeigen, ob ihr Schwierigkeiten zu überwinden habt, wobei es euch gleichzeitig die rechte Richtung weist, damit ihr sie besser überwindet. Jetzt können sich in diesem vernünftigen Herzen auch die guten Gewohnheiten einnisten. Jeder Mensch hat gute Gewohnheiten. Bei einigen Menschen treten die guten Gewohnheiten früher, bei anderen später in Erscheinung. Dir kommt ein Antrieb, ein guter Gedanke, jemandem etwas Gutes zu tun; du gehst den Weg entlang und siehst eine arme Witwe; du greifst in deine Tasche, aber gleich beginnst du zu philosophieren und sagst dir: "Ich habe Geld, aber ich brauche es heute; lass mich dieses Gute an einem anderen Tag tun". Überlegst du so, hast du schon den ersten Fehler gemacht. Es vergeht nicht viel Zeit und du wirst eine zehnfache Strafe für das Nichterfüllen jener guten göttlichen Gefühle bezahlen. Also müssen wir uns immer der göttlichen Stimme in uns unterwerfen. Sobald dieses göttliche Gefühl in uns zu sprechen beginnt, ist dies ein Examen in unserem Leben. Gott prüft uns. Wir müssen uns Ihm absolut fügen. Nimmst du das Göttliche wahr, erfülle es! Für dieses Gute, das du machst, brauchst du nicht dein ganzes Hab und Gut zu geben; das ist eine kleine Gefälligkeit. Ein Kind ist auf der Straße gefallen, hat sich das Bein gebrochen; was kostet es dich, es hochzuheben, nach Hause zu bringen und ihm zu helfen? Du wirst nur eine halbe Stunde verlieren. Du sagst: "Ich habe eine wichtige Arbeit". Das ganze Unglück in unserem Leben kommt daher, dass wir nicht auf unsere guten Absichten und gute Gewohnheiten, die wir in unserem Herzen tragen, hören. Wir halten uns an eine Reihe von philosophischen Überlegungen, grübeln und sagen, dass wir unser Leben einrichten müssen. Der erste Irrtum besteht darin, dass wir Überlegungen anstellen und unser Leben selbst ordnen möchten. Dem vernünftigen Herzen nach ist unser Leben geordnet. Alle Bedingungen, bei denen wir leben müssen, alle Menschen, mit denen wir uns treffen müssen und die auf uns einen Einfluss haben müssen, all das ist vorbestimmt. Und wie es bestimmt wurde, so wird es sein. Der ganze Himmel wirkt auf uns in diese Richtung. In der Welt leben nicht wir, sondern Gott. Und dementsprechend ist jede gute Tat die Äußerung Gottes in uns. Und wenn wir einem guten göttlichen Gedanken entgegenwirken, erzeugen wir unser Unglück in der Welt. Mit diesen guten Gewohnheiten, die wir haben, verlangt man nicht, dass ihr die ganze Last der Welt auf euch nehmt. Ich habe euch auch ein andermal gesagt, dass jeder gute Gedanke mit Tausenden anderer guten Gedanken verbunden ist. Denkt jetzt nicht, dass, wenn ihr dem guten Gedanken nicht nachkommt, Gott das nicht vorgesehen hat. Er hat alles vorgesehen, aber ihr verliert die Voraussetzungen. Bei jedem Nichterfüllen eines guten Gedanken erniedrigt ihr euch, versinkt ihr, wobei auch euer Leben schwieriger wird. Mit der Weigerung, irgendwelchen guten Gedanken nachzukommen, erniedrigt ihr euch jedes Mal, die Umgebung wird immer gröber und gröber, bis euer Willen endgültig paralysiert wird. Ihr werdet zum Spielzeug des Schicksals, d. h. der äußeren Umstände. Diese Umstände haben eine einzige Ursache – wir gehorchen unserem vernünftigen Herzen nicht. Wie erkennen wir, dass das vernünftige Herz in uns wirkt? – Wenn dieses vernünftige Herz in uns wirkt, kommt es immer zu einer Erweiterung unserer Seele. Wenn du die kleinste gute Geste gemacht hast, spürst du eine innere Zufriedenheit in dir, als ob du die ganze Welt gewonnen hättest. Ihr alle sollt euch vor Folgenden hüten: wenn ihr die kleinste gute Geste macht, bekundet das nicht nach außen. Wenn ihr es äußert, behindert ihr euch selbst. Weil in diesem Fall, nachdem du das Gute getan hast, du Gottes Zustimmung schon hast und dich freust. Damit empfiehlst du dich nicht selbst, sondern Gott empfiehlt dich. Nehmen wir an, ein Mensch ertrinkt im Wasser und du rettest ihn; nachdem du ihn aus dem Wasser geholt hast, warte nicht, dass er dich belohnt. Entferne dich, und lass ihn dich finden. Wenn du, nachdem du das Gute getan hast, in den Zeitungen schreibst, dass du den und den vor dem Tode gerettet hast, geht die Hälfte dieses Guten bereits verloren. Die moralische Kraft des Schülers, der die göttliche Lehre befolgt, besteht darin, dass er einen absoluten Glauben an Gott haben muss. Wir müssen nicht wissen, wo der Himmel ist, wir müssen nicht wissen, wo Gott lebt, wie weit er von uns weg ist, doch wir sollen Gott fühlen. Ein englischer Prediger sagte: " Ich weiß nicht wo der Himmel ist, aber wenn ich beginne zu Gott zu betten, fühle ich verborgen in meiner Seele die Wirkung des göttlichen Geistes ". Also hört ihn Gott in diesem Moment. Und das ist das Wichtige, dass er uns im selben Moment, indem wir unseren Geist zu Gott richten, hört. Recht hatte der Prophet, dass Gott nicht im Himmel lebt, sondern in den Herzen der Demütigen. Wer sind die Demütigen? – Die Menschen des vernünftigen Herzens, sage ich. Wenn ihr euch alle von euren vernünftigen Herzen leiten ließet, würden alle Streitigkeiten, die manchmal unter euch auftauchen, verschwinden. Zum Beispiel, ihr habt grobe Angewohnheiten, manchmal habt ihr keine Geduld; all das habt ihr eurem philosophischen Verstand zu verdanken, dass man euch beleidigt hat. Worin besteht die Würde des Menschen? – Die Würde eines Menschen besteht in der Erfüllung von Gottes Willen, in der Anwendung der kleinsten Tugenden. Du kannst eine der größten Schlachten gewonnen haben, du kannst ein ganzes Volk erhoben haben, aber wenn dir dein Herz eines Tages sagt, den Schuh eines Greises zu binden und du machst es nicht, verfällt alles bisher Getane. Den Schuh eines Greises zu binden, zählt mehr als eine Schlacht zu gewinnen. Jetzt werde ich euch ein Beispiel anführen über jene zwei Eremiten, die ganze 20 Jahre lang in der Wüste lebten, wo sie ständig zu Gott beteten. Eines Tages sah der Eine, dass sein Gefährte, als er an einer Stelle vorüberging, hochsprang und davonraste. Er staunte, was wohl dieser Mensch gesehen hat, was ihn beängstigt hat, dass er so davonraste. Er ging zu dieser Stelle und sah einen großen Topf mit Gold. Er sagte sich: " Was für ein dummer Mensch, vorm Gold wegzulaufen!" Er hob das Gold aus dem Topf, nahm es und ging nach Alexandria, wo er ein großes Haus-Herberge baute, den Armen half, alles ausgab und nichts für sich behielt. Er ging in die Wüste zurück und betete zu Gott, damit er ihm sage, ob er mit ihm zufrieden ist. Ein Engel erschien ihm um sagte ihm, dass all seine Wohltaten nicht so viel kosten wie das Hochspringen seines Bruders. Folglich, wenn wir all das sammeln, was unser heutiger objektiver Verstand innerhalb der Zeit von unserer Kindheit bis zur Abreise ins Jenseits getan hat und es abwägen, kann all das nicht so schwerwiegend sein, wie die kleinste Tat des vernünftigen Herzens. Und irgendwo in der Heiligen Schrift steht geschrieben: „Und David dachte in seinem Herzen". Das bedeutet, er dachte mit diesem vernünftigen Herzen. Das ist es, was von uns allen jetzt verlangt wird. Im zweiten Stadium eures Lebens verlangt man von euch bereits einen Umgang, d.h. zu wissen, wie euer Verhalten zueinander sein muss. Zum Beispiel, du willst jemandem eine Bemerkung machen; mache sie, aber mache sie aus Liebe, wie du gegen dich selbst vorgehen würdest. Was tust du, wenn du eine Bemerkung an dich selbst richtest? Verurteilst du dich streng? Du milderst die Umstände, nicht wahr? Warum sollen wir uns anderen gegenüber nicht genauso verhalten wie gegen uns selbst? Folglich sollen wir die Wahrheit mit Liebe heraustragen. Wenn wir die Fehler irgendeines Bruders korrigieren, sollen wir sie mit Liebe korrigieren, so dass er spürt, dass wir es aus Liebe machen und nicht, weil wir uns über irgendeinen seiner Fehler freuen möchten. Was dem Menschen jetzt am meisten fehlt, ist Edelmut. Zum Beispiel, in dieser Schule streitet ihr euch manchmal über Stühle. Manche fragen mich: "Haben wir kein Recht vorne zu sitzen ?" Ich frage: Wer ist edelmütiger, wer sich vorne oder wer sich hinten hinsetzt? Wenn du der Mensch bist, der seinen Mund aufmachen kann und ein liebes Wort sagen kann, der den Gottes Willen erfüllen kann, dann setz dich auf den ersten Stuhl! Wenn du der Mensch bist, der ein grobes Wort sagen kann, dann setz dich als Letzter! Und wenn man dich nach vorne ruft, sage: " Brüder, ich bin nicht für den ersten Platz. Ich setze mich nach hinten und werde allmählich zu den ersten Stühlen kommen ". Ihr sagt: "Lasst uns nach vorne setzen!" Ich werde mich freuen, wenn ihr euch nach vorne setzt, aber ihr sollt wissen, dass ich mir diese ersten Reihen merke. Sie müssen Reihen der göttlichen Liebe sein, so dass ihr zu jedem, wem ihr auch begegnet, jene Güte, jene Zärtlichkeit, jene Kraft sich gegenseitig zu helfen, ausströmt. Jetzt werdet ihr mir sagen: "Ja, aber da gibt es unsere erblichen Züge". Das ist eine Lüge, die erblichen Züge sind eure Erdichtung. Das Gute, die guten Gewohnheiten, das vernünftige Herz in euch hat euch Gott gegeben, schon als er euch erschaffen hat, als ihr aus Gott hervorgegangen seid. Na ja, jedenfalls haben wir so viele Möglichkeiten gut zu sein wie auch schlecht zu sein. Ich habe auch früher gesagt, was das Böse ist. Das Böse kommt immer von unserer Weigerung, Gutes zu tun. Das Böse ist das nicht realisierte Gute. Lasst uns jetzt annehmen, dass sich zwei Schüler streiten, sich beleidigen; das ist ganz natürlich. Womit werden sie diese Beleidigung ausgleichen? Wenn einer von ihnen sich sagt: " Warte, ich werde nach meinem vernünftigen Herzen handeln ", und der andere sich sagt: " Und ich werde nach meinem vernünftigen Herzen handeln", wenn beide so handeln werden, wird der Streit augenblicklich beglichen sein. Nun ja, was habt ihr zu teilen? Was habt ihr in dieser Welt zu teilen? Ist es nicht das Beste, die göttliche Liebe zu besitzen? Jenes, was unserem Verstand Kraft geben kann, jenes, was unserem Herzen Kraft geben kann, jenes, was unserem Willen Kraft geben kann, das ist Gott, der sich begrenzt hat, um in uns zu leben. Es gibt Einen Gott in der Welt, der sich wegen uns begrenzt hat. Das ist die größte Erhabenheit Gottes. Wenn du dieses Opfer nicht beachtest, das Gott gemacht hat – in das menschliche Herz einzugehen – schaffst du Bedingungen für den Tod. Daher kommt der Tod. Jeden Tag sterben wir und erstehen wir auf. Wenn ihr euch noch heute Abend entscheidet, diesem großen Gesetz der göttlichen Erscheinung treu zu sein, wisst ihr, was dann für eine große Wende mit euch geschehen wird? Wenn ihr diesem göttlichen Gesetz gehorcht, wird Gott euch durch jeden Menschen, sogar den schlechtesten, den ihr auf dem Weg trefft, anlächeln. Und ihr werdet sagen: "Ich habe Ihn erkannt!" In den schlechten Menschen ist Gott tief verborgen. Diese Menschen sind schlecht, weil sie nicht gut leben. Wenn die Wege in einem Staat zerfallen, wer ist dann schuld – die Wege oder die Menschen? Die Menschen reparieren die Wege nicht. Und so, unter den heutigen Lebensumständen sind wir mit unserem Ungehorsam diesem großen inneren Gesetz gegenüber in so einen Zustand gelangt, dass die ganze heutige christliche Welt leidet. Daraus folgt, dass eine Sanftheit in den Charakteren verlangt wird. Ein Herr hat gesagt, dass der Tod aus den Gesichtern der hiesigen Schüler strahlt. Nein, ich weiß nicht, ob der Tod strahlen kann, aber was ich weiß ist, dass unsere Gesichter nicht Tod atmen dürfen, sondern Leben atmen sollen. Jetzt, wo ich über das vernünftige Herz spreche, müsst ihr wissen, dass euch die Leiden tief treffen müssen, um es zu entwickeln. Der Mensch muss in der Tiefe seiner Seele aufgerüttelt werden. Es sind nicht nur starke Erregungen nötig, die eure Oberfläche kräuseln, so wie einige Wellen nur etwa zehn Meter der Meeresoberfläche betreffen. Ihr braucht eine tiefgreifende Erneuerung. Wir müssen den Charakter von Abraham haben. Abraham war kinderlos. Gemäß dem Gesetz der Juden müsste sein Erbe einem seiner Diener oder einem seiner Söhne seitens seiner Sklavinnen zufallen. Doch Gott sagte ihm, dass er ihm einen Nachkommen geben wird. Wer war der Nachkommen von Abraham? – Isaak. Sein Vater und seine Mutter hatten eine leuchtende Idee. Gott sagte Abraham: " Du wirst deinen Sohn opfern". Wäret ihr an Stelle Abrahams, würdet ihr dann sagen: "Gottes Wille geschehe!"? Er nahm seinen Sohn, belud den eigenen Rücken mit Holz und ging gerade zu der Stelle, wo ihm gesagt wurde, ihn zu opfern. Bis zum letzten Moment wurde er geprüft. Als er das Messer hob, sagte ihm Gott: " Ich habe erkannt, dass du ein Mensch des Gehorsams bist, deswegen wirst du deinen Sohn nicht opfern". Das ist eine lobenswerte Eigenschaft von Abraham! Damit zeigt er, dass er bereit ist, das Wertvollste zu opfern. Deshalb wird Abraham Gottes Freund genannt. Ich nenne ihn Vater der Gläubigen, weil er ein Mensch des absoluten Glaubens war, ein Mensch ohne jeglichen Zweifel. Selbstverständlich werdet ihr diese Lehre anwenden – jeder an der Stelle, wo er sich im Leben befindet. Ihr werdet Gott prüfen und er wird euch prüfen. Er wird euch wie Abraham prüfen, er wird euch wie die Apostel prüfen, er wird euch wie die Propheten prüfen. Ihr alle werdet durchs Feuer gehen, sieben Mal werdet ihr durchs Feuer gehen. Sobald ich sage, dass ihr alle durchs Feuer gehen werdet, habt ihr Angst. Sieben Mal muss man durch das göttliche Feuer gehen! Das ist der größte Segen. Das ist das heilige Feuer der Liebe, das euren Verstand und euere Herzen reinigen wird, damit ihr das Gute in Gott versteht und wie ihr es zu erfüllen habt. Ihr dürft nie voreilig sein. Was ihr auch macht, eilt nicht! Jemand von euch ist ein Händler, er verfängt sich in seinen Rechnungen, es ist kein Geld da. Er geht nach Hause, fasst sich an den Kopf – ist verzweifelt. Fasst euch nicht an den Kopf! Wenn ihr nach Hause kommt, setzt euch, richtet euren Verstand zu Gott, zu eurem vernünftigen Herzen, hört was man euch sagt, was in diesem Fall zu tun ist. Irgendetwas werdet ihr als Antwort bekommen. Ihr seid Mutter, ihr habt eine ungehorsame Tochter; streitet nicht mit ihr, bittet sie nicht dieses oder jenes zu tun, sondern wendet euch an euer vernünftiges Herz und fragt es, was zu machen ist. Es können ein, zwei, drei, vier Tage vergehen – es wird die beste Antwort kommen, was zu tun ist. Du bist ein Lehrer, oder irgendwo als Diener beschäftigt, du bist ein Schüler; welche Stelle du auch einnimmst, eile nicht. Ich werde euch ein Beispiel anführen, woraus ersichtlich wird, dass sich diejenigen, die einen Glauben haben, immer retten. Ungefähr 250-300 Offiziere wurden von den Bolschewisten zum Tode verurteilt. Man ging zu einem von ihnen und fragte ihn: "Glaubst du an Gott?" – "Ich glaube nicht". Man erschoss ihn, tötete ihn. Man ging zum zweiten, zum dritten, zum vierten und fragte jedes Mal: "Glaubt ihr an Gott?" – " Wir glauben nicht ". Endlich fragte man einen von ihnen: " Und du, glaubst du an Gott?" – " Ja, ich glaube an ihn!" Und er bekreuzte sich. Endlich fand sich einer, der an Gott glaubt. – " Los raus, du verdienst es nicht, dass wir dich töten ". Sie ließen ihn frei. Warum? – Gott flüsterte zu, jenem, der töten sollte: " Lass diesen, das ist mein Mann!" Dieser Mensch glaubt seinem vernünftigen Herzen, gehorcht seiner inneren Stimme. Ich kann euch noch viele Beispiele über die Ratschläge des vernünftigen Herzens anführen, aber diese Beispiele haben nur in ihrer Anwendung Kraft. Ich weiß wie schwer es für einen Menschen ist, eine Regel anzuwenden! Wenn der Mensch erzürnt, kommt gleich der Zweifel, die Unsicherheit. Ihr könnt an allem auf dieser Welt zweifeln, aber an Gott – niemals! Seid bereit euch für diese große Liebe zu opfern – für Gott, der sich willentlich begrenzte, um zu uns zu kommen und in uns zu leben! Seid in diesem Fall bereit, alles für ihn zu opfern! Dadurch hat sich Christus ausgezeichnet. "Ich bin gekommen, um den Willen Desjenigen zu erfüllen, Der mich geschickt hat", sagte Christus. Schließlich, als man ihm sagte, dass er sein Kreuz der Leiden ertragen muss, antwortete er: "Ich werde alles machen, was mir der Vater gesagt hat". Christus hatte Wissen, hatte auch Kraft. Er sagte: "Könnte ich nicht nach ein-zwei Legionen von Engeln verlangen, zu kommen und mich zu befreien? Ich kann es, aber ich werde es nicht tun. Ich bevorzuge die Schande, das Leiden, die Qual, aber all das soll dem Wohl meiner Brüder dienen." Das ist der göttliche Wille! Worin besteht die göttliche Liebe? – Im Gehorsam. Es wird der Tag kommen, an dem es keine Leiden geben wird. Christus wird nicht mehr in der Welt gekreuzigt werden. Warum? – Weil es kein Holz geben wird, an dem man Christus kreuzigen könnte. Dieser Christus, der heute in den Herzen von fünfhundert Millionen Menschen lebt, für Ihn gibt es kein so großes Holz, an dem man ihn hätte kreuzigen können. Er ist stark genug, und seine Kraft wird sich noch mehr entwickeln. Über diese Kraft können auch wir verfügen. Deshalb sagte Christus: "Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, wird euch gegeben werden." In welchem Namen? – Im Namen der Liebe Gottes, im Namen dieses vernünftigen Herzens, das in uns ist. Wenn du ein vernünftiges Herz hast, kann Christus kommen und in ihm leben. Ich rede mit euch, aber wir können euch keine Regeln aufzwingen. Ich wünsche eins von euch: dass ihr miteinander wetteifert bei der gegenseitigen Ehrerbietung. Das ist das Erste. Ihr habt genug Philosophie, sogar zum Professor taugt ihr. Ihr könnt Vorlesungen halten, den Leuten könnt ihr Moral geben, ihr könnt das Evangelium deuten, aber die Anwendung ist vonnöten. Die schwierigste Sache ist die Anwendung, und die wird von uns allen verlangt. Wer anwendet, der geht in die zweite Phase ein. Wer dem vernünftigen Herzen gehorcht, mit dem kann man schon reden. Die guten Gewohnheiten sind es, auf die ihr euch verlassen könnt. Ihr müsst wissen, dass ihr alle gute Gewohnheiten habt. Dass ihr sie habt, werde ich euch jetzt beweisen: Wenn ich euch beleidige, werdet ihr mir sagen, wie ich zu handeln habe. Ihr werdet mir sagen: " Du hättest es weicher sagen sollen". Wenn du mir die Moral liest, bedeutet dies, dass du eine gute Gewohnheit hast, du weißt, wie du vorzugehen hast. Wenn du mir die Moral lesen kannst, bedeutet dies, dass du die guten Gewohnheiten verstehst. Warum kannst du dann nicht auch so vorgehen? Wir alle wissen, wie wir vorzugehen haben. Wenn wir es wissen, warum können wir es nicht anwenden? Wir können es anwenden! Also, alle, ohne Ausnahme, könnt ihr es anwenden. Wir haben gute Gewohnheiten, wir haben ein vernünftiges Herz. Gott hat sich begrenzt und lebt in uns. Wenn wir zweitausend Jahre nach Christus sagen, dass wir kein reines christliches Leben führen können, ist das eine Schande für uns! Ich hörte euch vor der Lektion zu; ein Bruder sagte: "Brüder, lasst uns beten!" Ich möchte, dass nur einer von euch betet, nicht alle. Einer von euch würde die ganze Arbeit erledigen. Wie viel Lokomotivführer braucht ein Zug? – Einen. Wenn alle Lokomotivführer werden, wird es Streitereien geben. Ein Lokomotivführer ist notwendig; er wird in die Maschine steigen, und alle anderen werden sich in die Wagons setzen und die Arbeit kann losgehen. Dieses gute Herz wird losfahren, dieser Hebel wird das große göttliche Gesetz beachten, und alle anderen werden still und leise in den Wagons sitzen. Ihr werdet sagen: " Nicht, dass er einen Fehler macht". Die Geschichte, die wir seit Jahrtausenden kennen, besagt, dass all jene, die sich von ihrem vernünftigen Herzen leiten ließen, vernünftig vorgegangen sind. Sie haben nie eine Katastrophe hervorgerufen. Und deshalb sagt der Psalmsänger: "Ich war jung und wurde alt, aber ich sah nie den Gerechten betteln. Ich habe nie einen Menschen mit vernünftigem Herzen betteln, der Beschimpfung ausgesetzt, gesehen." Und wenn einmal die Gerechten der Beschimpfung ausgesetzt wurden, geschah das aus dem einzigen Grund, ihren Brüdern zu helfen. Also, ihr werdet euch jetzt zu euren guten Gewohnheiten, wenden und zu euerem vernünftigen Herzen. Und dann werdet ihr an Christus appellieren, an jenen lebendigen Christus, den ich Sohn der Liebe nenne- der einzige Lehrer auf der Welt. Sein Name, so wie wir ihn kennen ist Christus, aber er hat einen heiligen Namen, denn wir nicht auszusprechen wagen. Wenn ich mich an ihn wende, sage ich: "Herr, mit deinem Namen, mit dem du oben im Himmel bekannt bist, dein Wille geschehe!" Lasst euch in Ehre wetteifern! Diese Sache ist für den Bulgaren notwendig. Unter allen Slawen sind die Bulgaren die gröbsten. Das sollt ihr euch zugestehen, das ist keine Beleidigung. Es ist nicht schlecht grob zu sein, aber eine Glättung ist notwendig. Um glatt zu werden, wetteifert in der göttlichen Liebe. Diese Liebe wird euch glätten. Und dann werdet ihr wie jene Muschel, aus eurer Grobheit eine Perle machen. Als Erstes werdet ihr mit dem guten Verhalten beginnen. Ich höre ständig manche von euch sagen: "Der Meister ist manchen wohlwollender geneigt als anderen". Ihr denkt fleischlich. Wir können nicht der Person nach wohlwollend sein. Die göttliche Liebe wirkt allen Menschen gegenüber gleichermaßen. Sie wirkt gegenüber allen Menschen gleichermaßen, aber nicht alle Menschen zeigen die göttliche Liebe gleichermaßen. Also unterscheiden sich eure Seelen darin, dass manche mehr bereit sind und deshalb zeigt sich Gott stärker ihnen gegenüber. Ihr alle müsst ihr aber wissen, dass ihr die gleichen Möglichkeiten habt. Wie Gott einem Engel gegenüber wirkt, auf dieselbe Weise handelt er auch mit einem Menschen und einer Pflanze, und genauso wirkt er dem letzten Steinchen gegenüber – ohne jeglichen Unterschied. Ich rede nicht über die äußere, über die physische Welt; ich rede über die lebendigen Steine, über die lebendigen Pflanzen, weil im Himmel auch die Pflanzen, auch die Steine reden und lebendig sind. Also, ihr alle sollt eure guten Gewohnheiten äussern! Und ich möchte, dass die Grobheit, die Schimpferei unter euch verschwinden. Damit verstößt man gegen die göttliche Liebe. Alle Menschen beklagen sich, sie sagen: "Wir brauchen die Liebe". Nun ja, die Liebe ist unter euch, ihr müsst sie nur zum Vorschein bringen! Nun, wer ist schuld daran, wenn ihr einen geschlossenen Hahn habt und das Wasser nicht durch ihn fließen kann? Ist daran das Wasser schuld, oder ihr? Öffnet den Hahn und euer vernünftiges Herz wird diese Quellen gleich nach außen projizieren. Die erste Eigenschaft der Jungen wie der Alten muss das Wetteifern im Erweisen der Ehre sein. Jünger, die sich gegenseitig nicht ehren können, können auch ihren Meister nicht ehren. Jünger, die miteinander nicht gut leben, ehren auch ihren Meister nicht. Der Herr sagt, dass er mit jenen nicht zufrieden ist, die ihm nicht gehorchen. Die Herzen aller sollen bereit sein, den Gottes Willen zu erfüllen. Alle sollen Gottes Willen aus Liebe verwirklichen und sein Reich wird kommen. Dann werden wir alle fröhlich sein und damit könnten wir schon am heutigen Abend beginnen. Nein, dieser Abend ist Tag. Wir können den Abend in einen Tag verwandeln. Jetzt möchte ich, dass der folgende Gedanke in eurem Kopf bleibt: Ein jeder von euch soll für sich selbst die Frage lösen, wie er mit den anderen umgehen wird, und nicht wie die anderen mit ihm umgehen. Das ist die Hauptfrage. Ihr beginnt umgekehrt. Nein, ein jeder von euch wird von seinem Gesichtspunkt aus entscheiden, wie er sich den anderen gegenüber verhält und ob der Herr mit seinem Verhalten zufrieden ist. Ich sage nicht, dass der Herr unzufrieden ist, weil, wenn ich so etwas sagen würde, das ein Richten sein wird. Ihr könnt alle eure Fehler berichtigen. An diesem Abend wird der Herr alle eure Sünden nehmen und sie hinter seinen Rücken werfen. Das wird sofort geschehen. Dann wird dieser neue Zustand auftreten, die Neugeburt des Menschen, ein neuer Aufschwung im menschlichen Geist wird keimen. Der neugeborene Mensch wird von seinen Qualen befreit, wird froh und fröhlich sein. Das kann noch heute Abend geschehen. Diese Frage könnt ihr noch heute Abend lösen. Diejenigen, die bereit sind, dürfen es nicht aufschieben. Jene aber, die nicht bereit sind – wenn ihre Zeit gekommen ist. Wer bereit ist, kann diese Frage sofort lösen. Gott der Liebe ist nicht Gott der Toten, sondern Gott der Lebendigen. Aus dem Bulgarischen übersetzt von Peter Angelov Lektorat: Angelika Todorov Das Übersetzungsteam der Geistesgesellschaft "Bjalo Bratstvo" Copyright © 1997 Publishing House "Byalo Bratstvo" All Rights Reserved
  3. Das bewusste Leben als Vergnügen Heute Abend habe ich euch zu einem Vergnügen gerufen, jedenfalls nenne ich es so. Das Leben hat nur dann eine ernste Seite, wenn es nicht richtig geführt wird. Der Mensch ist ernst, wenn sein Leben nicht richtig ist, wenn er zu geben hat, seine Ansichten in Konflikt zueinander stehen und er in Zwietracht lebt. Wenn die Menschen rechtschaffen sind, ist ihr Leben ein Genuss. Also müssen wir das ernste Leben in ein Vergnügen verwandeln. So gesehen ist die ganze materielle Welt eine Kurzweil für die höchsten Geister. Manchmal beobachten sie, wie die Menschen auf der Erde leben, denn ihre Handlungen sind für die unsichtbare Welt amüsant und nicht sehr ernst zu nehmen. Aus unserer Sicht, aus der Sicht unseres falschen Lebens, eines Lebens der Entbehrungen, führen wir ein ernsthaftes Leben, doch aus der Sicht dieser fortgeschrittenen Wesen ist das Leben eine Kurzweil. Also dürft ihr nicht immer ernst sein. Das müsst ihr nur, wenn ihr eure Fehler berichtigt, danach aber verwandelt das Leben in einen Spaß! Das ernste Leben vergleiche ich mit dem Leben, das der Mensch in der Nacht führt – er sitzt allein im Dunkeln, hat keinen, mit dem er reden kann und grübelt darüber nach, was er tun soll. Das lustige Leben aber ist eine Ansammlung von Seelen, die sich untereinander austauschen und in göttlicher Liebe, Weisheit, Wahrheit, Gerechtigkeit und höchster Güte leben. Und alle freuen sich, dass es lustig ist, dass Gott die Sünden aller Menschen vergibt. Natürlich benutze ich das Wort Vergnügen (Kurzweil, Spaß – Anm. Lekt.) in seinem reinsten Sinn. Unter einem Vergnügen verstehe ich nicht, euch wie ein Narr oder wie Schauspieler zu amüsieren, sondern ich verstehe eine angenehme, musikalische Kurzweil darunter, auf der ein Poet, Musikant oder Künstler die schönen Lieder und Bilder der Natur darbieten kann. Wir, die heutigen Menschen, sind gewohnt, nur die schlechten Dinge des Lebens darzubieten. Noch habt ihr nicht gelernt, das Schöne im Menschen zu sehen. Was würdet ihr nicht alles im gegenwärtigen Menschen, in allen gegenwärtigen Tierreichen, allen Pflanzen und Steinen sehen, wenn ihr wüsstet, wie ihr sie zu betrachten habt! Die Natur hat zwei Gesichter. Das eine Gesicht der Natur ist so schrecklich, dass der Mensch dafür blind sein muss. Wenn ihr dieses Gesicht sehen könntet, würdet ihr Angst bekommen. Ein bulgarischer Priester erzählte mir, dass er einst in der Jugend folgenden Traum hatte: Er traf auf einen großen Hund, der ihn verschlang, ihn dann aber wieder aus dem Maul holte. Am Morgen wurde er wach und krank. Ganze drei Monate lag er danieder. Mit unseren Fehlern, die wir jetzt im Leben machen, geben wir solchen Hunden Anlass uns zu verschlingen, und nachdem wir aus ihrem Maul kommen, sind wir drei Monate krank und meinen: Das Leben hat keinen Sinn. Das scheint nur so zu sein. Dieser Unsinn kommt nicht von Gott. Wir machen unser Leben selbst unangenehm und sinnlos. Nun denn, das eine Gesicht der Natur ist sehr unangenehm, sehr schrecklich, ihr anderes Gesicht aber ist sehr schön. Sie hält es bedeckt, weil sie noch an ihm arbeitet. In der Natur gibt es lebendige Arbeiter, die ein lebendiges Gesicht für die menschliche Seele schaffen. Sie formen es jetzt, damit es fertig ist, wenn der Mensch seine neue Entwicklungsphase betritt, es wird eine neue, für ihn unbekannte Form sein. Das sind die schönsten Körper, die man sich vorstellen kann. Ihr werdet sehen, dass bei den Tieren die Haare ein Mittel sind, jene Künstler zu verbergen, die an ihnen das jetzige menschliche Gesicht ausgearbeitet haben. Auch beim jetzigen Menschen sind diese hohen Künstler gut maskiert während sie das neue Gesicht erschaffen. So handelt jeder Maler – er malt sein Bild und bedeckt es mit einem Tuch. Solange er das Gemälde nicht beendet hat, lüftet er es nicht. Manchmal geht der Vorhang vor unserem Gesicht für kurze Zeit auf, ein kluges Antlitz erscheint und ihr sagt: Ach, was für ein Engelsgesicht! Es ist nur kurz zu sehen und bedeckt sich wieder. Deshalb seht ihr manchmal so hübsch aus! Dann sagt ihr, ihr hättet nicht gewusst, dass ihr so schön seid. Das ist keine Illusion, das ist ein wahres Bild, zu dem wir ständig aufgefordert werden. Man lädt uns zu diesem großen Amüsement ein, das von Gott vorbereitet wird. Da diese Maler ständig in uns arbeiten, ist das Mindeste, was von uns verlangt wird, Unterstützung zu gewähren und ihre Kunst nicht zu zerstören. Wenn wir schon nichts anderes tun können, dann sollten wir wenigstens nicht die Farben und Pinsel durcheinander werfen, ihr Gemälde verschmutzen und auf ihm üben, sondern sollten uns darauf freuen, dass für uns etwas Großes vorbereitet wird. Und wenn eines Tages dieses Tuch gelüftet und das Bild enthüllt wird, werdet ihr sehen, dass hier wirklich etwas Großes und Lebendiges erarbeitet wurde, das dem Leben Sinn gibt. Sehr oft amüsiere ich euch mit bekannten Symbolen, zeige ich euch bekannte Fehler und ihr sagt: Immer wieder Fehler und Fehler, nur davon hören wir! Wer ist daran schuld? Wenn ein neuer Bulgarischlehrer in die Schule kommt und eure Hefte mit dem roten Stift bekritzelt, ist dann er schuld? Es gibt bestimmte Regeln, bestimmte Gesetze in der bulgarischen Sprache, die ihm diktieren: Du befolgst die Regeln und jeder Buchstabe steht auf seinem Platz. Manchmal hält ein Schüler diese Regeln nicht ein, setzt einen Buchstaben anstelle des anderen. Was macht der Lehrer? – Er hat rote Tinte, nimmt sie und bekritzelt das Heft. Dem Schüler gefällt nicht, dass sein Lehrer so sehr sein Heft bekritzelt hat, denn für das Selbstwertgefühl des Schülers ist das nicht gut. Irgendein Mitschüler sagt ihm: Zeig uns dein Heft! – "Da gibt's nichts zu sehen!" Und er schließt es schnell. Nun, manche von uns haben bekritzelte Hefte. Das macht nichts, der Professor lehrt euch und ihr solltet ihm dankbar sein. Das ist ein Vergnügen. Er sagt nicht, dass es schlecht sei, aber er erklärt dem Schüler: Hör mal, nach den Regeln schreibst du hier ein d anstelle eines t, und hier ein B. Wenn du Englisch lernst, musst du ganz andere Regeln kennen, wenn du Hebräisch lernst, schreibst du von rechts nach links; wenn du bei der chinesischen Sprache angelangt bist, dann schreibst du weder von rechts nach links, noch von links nach rechts, sondern von oben nach unten. Jede Sprache hat ihre eigene Schreibweise. Das ist eine Kurzweil. Am meisten amüsieren sich die Chinesen: Sie haben 40 000 Schreibsymbole. Wenn irgendein Chinese alle diese 40 000 Symbole des chinesischen Alphabets erlernt, hält man ihn für einen Gelehrten. Entsprechend haben in der Natur die hohen Wesen ihr eigenes Alphabet geschaffen, das wir erlernen müssen. Nehmt zum Beispiel folgendes Symbol. Wenn ihr morgens zum Sonnenaufgang geht, bemerkt ihr zuerst ein kleines Licht, das sich ständig verstärkt bis die Sonne aufgeht. Sobald sie aufgegangen ist, verschwindet diese Schönheit, das Bild verändert sich. Ich frage: Was will uns die Natur zwischen Morgenanbruch bis Sonnenaufgang sagen? Was will sie uns zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sagen? Diese Momente der Natur beinhalten zwei Symbole. Im ersten Zeitraum vom Morgenanbruch bis Sonnenaufgang lehrt uns die Natur die zwei großen Gesetze der Weisheit und Wahrheit. Dieser Zeitraum dauert zwei Stunden. Innerhalb dieser Zeit gibt es starke Veränderungen. Nachdem die Sonne aufgegangen ist lehrt uns die Natur bereits etwas anderes. Sie lehrt uns das Gesetz der Wärme, d.h. das Gesetz der Liebe. Während dieser Zeit sind die Veränderungen im Bild nicht so stark, dafür aber in der Temperatur. Anfangs ist es nicht so warm, aber später wird es immer wärmer und schließlich sehr heiß. Entsprechend ist es auch im Leben. Der Mensch lernt im Schoß seiner Mutter, im Schoße der Natur zwei Stunden lang Weisheit und Wahrheit, während er in der restlichen Zeit des Tages die Liebe lernt. So wird der größte Teil unseres Lebens dazu benutzt Wärme und Veränderungen, die in der Natur geschehen, zu erlernen. Nun also, wenn euer Leben jetzt aufgeht, dann nehmt das erste Symbol. Wenn ihr jeden Morgen zum Sonnenaufgang geht, habt ihr vor eurem Verstand dieses Bild der aufgehenden Sonne. Während ich den Morgenanbruch sehe, werde ich von Begeisterung ergriffen, meine Seele erfüllt sich mit den Prinzipien der Weisheit und Wahrheit, doch nachdem die Sonne aufgegangen ist, sage ich: Die Zeit der Liebe Gottes ist gekommen! Daraufhin muss ich den ganzen Tag die Veränderungen, die in der Liebe eintreten, erlernen. Das ist das Gute in der Natur! Mal verstärkt sich deine Liebe, Mal wird sie schwächer und du sagst: Die Liebe wird stärker und schwächer. Nein, du liebst noch nicht. Wir erlernen erst die Kunst der Liebe. Vorerst liebt nur Gott. In der Heiligen Schrift wird gesagt: "Gott ist Liebe". Das heißt: Uns wurde diese Kunst der Liebe noch nicht gegeben. Folglich werden wir erst wissen was Liebe ist, wenn wir zu Gott kommen! Während Gott uns diese Kunst beibringt, beobachten alle Engel mit Neugier und Ehrfurcht, was er mit diesen kleinen Wesen tut. Sie wundern sich, wenn sie sehen, dass Gott von seinem Thron steigt, um ihnen die Liebe zu lehren. Nur Gott kennt die Kunst der Liebe, und nur er kann sie uns übermitteln, aber um diese Kunst zu begreifen, müssen wir vorbereitet sein. Worin besteht die Vorbereitung? Wahrzunehmen, dass dieser große Gott der Liebe seinen Blick auf dich richtet. Das ist wirklich nicht wenig! Wenn euer Herz vom Blick eines Freundes, den ihr sehr liebt, höher schlägt, muss dann nicht euer Herz vom Blick dessen, der euch das Leben und Wohl gegeben hat, noch höher schlagen? Die Leiden, die ihr habt, sind nur Veränderungen an eurem Horizont. Nachdem die Sonne aufgegangen ist – so klar der Horizont auch sein sollte – kommt es zu Veränderungen: Staub wirbelt auf, es wird bewölkt, Regen, Schnee fallen, Stürme kommen und danach geht die Sonne wieder auf. Solche Veränderungen gibt es ständig in der Natur, aber dasselbe Gesetz wirkt auch im Leben. Also ist von diesem Standpunkt aus das Leben ein Vergnügen, aber für wen? – Für die Rechtschaffenen. Zu ihnen spreche ich, nicht zu den Sündern. Die sind nicht hier. Wir haben alle Sünder auf die Wallfahrt geschickt, haben ihnen je eine Fahrkarte gegeben und gesagt: "Macht euch auf den Weg". Diesen Abend sollt ihr die Schüler nicht stören, weil wir uns amüsieren wollen, ihr aber seid zu ernst, wir können uns nicht mit euch auseinandersetzen und verständigen. Und warum seid ihr dann Gott für diese Kurzweil und alle, in euer Leben tretende Veränderungen nicht dankbar? Was ist daran schlecht, dass sich euer Horizont bewölkt, dass es Staub, Stürme, Wolken, dies und jenes gibt? Die Pflanzen verstehen und schätzen diese Veränderungen viel mehr als ihr! Wenn Wolken aufziehen, öffnen sie sich, flüstern untereinander, freuen sich. Ihr vernünftigen Kinder aber rennt vor dieser Bewölkung davon, verbergt euch. Warum? Weil ihr die große schöne Sprache Gottes noch nicht gelernt habt. Wir, die jetzigen Menschen, haben unseren Verstand so verdreht, dass wir das Schöne nicht sehen. Wir bemerken Schönheit nur dort, wo es im Prinzip gar keine gibt. Da kommt zum Beispiel jemand zu mir und will, dass ich ihn lieb habe. Um ihn aber lieb haben zu können und damit sich meine Liebe zu ihm offenbart, muss ich dieses Schöne in ihm finden. Ich kann ihn nicht wegen seines Wissens lieben. Wir lieben die Menschen nicht dafür, dass sie viel wissen. Nein, das Prinzip oder der Ursprung, der die Menschen einander näher kommen lässt, ist weder ihr Verstand noch ihr Herz oder Wille, sondern ihre Seele. Das ist das Schöne, das Wunderbare in der Natur und im Leben, denn jeder Mensch, jede Seele ist eine Notwendigkeit für dich und deine Offenbarung. Wie lautet das Gesetz? Wenn sich nicht alle Menschen an einer Stelle versammeln, kann sich keine Seele offenbaren. Das heißt, wenn das Leben ein Vergnügen ist, muss es für alle so eins sein. Wenn es Freude ist, muss es für alle Freude sein. Nun, aus dieser Sicht, amüsiert sich zusammen mit dem Himmel auch die Hölle. Auch in der Hölle gibt es Musik, Unterhaltungen; denkt nicht, dort sei es so schrecklich. Dort gibt es schlimme Dinge, aber auch gute, auch spaßige. Wann? – Wenn man sich oben amüsiert, amüsiert man sich auch in der Hölle. Wenn oben schwer gearbeitet wird, arbeitet man auch in der Hölle schwer. Die einen arbeiten auf die eine Weise, die anderen – auf eine andere. Zum Beispiel erzählte mir eine Schwester, eine Malerin, Folgendes: Eines Tages hatte sie ein Bild gemalt, betrachtete es und war zufrieden. Während sie ihrer Hausarbeit nachging, nahm ihre kleine Tochter die Pinseln und Farben und begann, wie sie es bei ihrer Mutter beobachtet hatte, auf dem Gemälde zu malen. Sie amüsierte sich. Ich frage: Hat die Tochter etwas Schlechtes gemacht? Nein, sie bringt ihrer Mutter folgende Lektion bei: Mutti, nachdem du ein schönes Bild gemalt hast, musst du es hochheben, damit ich es nicht erreiche. Wenn du es nicht tust, werde auch ich malen und meine Kunst zeigen. Gott hat es genauso gemacht. Er hat die schönen Dinge so weit hochgehoben, dass wir, sie betrachtend, sagen: "Oh, ja, wäre ich jetzt dort!" Wenn uns bestimmte Dinge nicht gegeben werden, geschieht das nicht weil man sie uns nicht geben will, sondern weil andere Schauspieler auf der Bühne spielen, andere sich amüsieren und wir noch nicht an der Reihe sind. Bis dahin sitzen wir im Publikum und sehen zu. Manchmal sagt ihr: Warum leiden die Menschen so sehr? – Das Leiden ist eins der angenehmsten Gefühle. Wenn der Mensch leidet, kommen die schönsten Gedanken zu ihm. Man kann sagen, dass die Leiden im Menschen die besten Ideen, die himmlischsten Impulse, die angenehmsten Bestrebungen hervorgerufen haben. Doch wenn ihr gefragt werdet, ob ihr Leiden wollt, antwortet ihr: Nee, uns soll Gott keine Leiden geben! – Und was soll er euch dann geben? Die Leiden sind das größte Gut für den Menschen! Leiden gehen dem Vergnügen immer voraus. Wenn ihr hier auf der Erde ein Festmahl gebt und euch amüsiert, haben auch eure Hühner ihr Fest. Ihr holt sie aus dem Hühnerstall und sagt ihnen: Wir sehen, dass eure Wohnung nicht so hygienisch ist, wir bedauern, dass ihr so lange darin gewohnt habt, aber wir holen euch hier raus und nehmen euch als Gäste in unsere Häuser auf, wir zeigen euch, wie man sich amüsiert. Die Hühner beginnen zu schnattern, krähen und gackern. Ihr kocht sie zu einem guten Essen, singt ihnen ein Lied, sie aber schweigen. Ich frage: Wenn die Seelen eines Hahns oder eines Huhns austreten, was denken sie dann? Sie beteiligen sich an dem Fest, d.h. sie treten in Verbindung mit den menschlichen Seelen. Dieses Huhn hat nichts verloren. Für ein Huhn ist es ein Privileg, von einem Menschen gegessen zu werden. Ich sage nicht, dass sie vom Menschen gegessen wird, sondern dass sie als Gast aufgenommen wird, obwohl sie durchs Feuer gehen muss. Auf dieselbe Weise müsst ihr auch durchs Feuer gehen, wenn ihr in die geistliche Welt eintreten wollt. Und wenn man euch aus eurem Hühnerstall holt, gibt es wieder ein Krähen. Paulus sagte, nachdem er dieses große Gesetz des Lebens verstanden hatte: "Wo ist jetzt, Tod, dein Stachel?" Denn wenn die Gottesliebe heruntersteigt um Leben zu geben, werden Tod, alle Unglücke und Leiden verschwinden. Eines Tages werden alle diese Leiden, die euch widerfuhren, Perlenschmuck auf euren Kleidern sein, und ihr werdet sagen: Wir freuen uns sehr, dass wir diesen Weg gegangen sind und so wertvolle Lektionen gelernt haben. Und wirklich, Spaß muss sein. Eins aber ist dabei notwendig: Du musst dich selbst, dein tierisches, niedriges Selbst vergessen. Zum Beispiel, wenn ich mich irgendwo hinsetze, darf ich nicht daran denken, dass ihr mich beobachtet, sondern ich muss vollkommen still und ruhig sein und meine Gedanken müssen wo ganz anders weilen. So soll es auch für jeden von euch sein: ruhig denken, nicht beobachten und meinen, dass ringsum alles in Ordnung ist. Das ist eine der Eigenschaften des Vergnügens. Wisst ihr, wie das ist, wenn man beobachtet wird? Das ist, als seiet ihr im Gefängnis. Der Wärter kommt und untersucht alles. Er sieht nach, ob die Beinschellen an ihrer Stelle sind, wühlt deine Taschen durch usw. Dann kommt ein anderer, durchsucht deine Kleidung, deinen Kragen. Ich sage: So ist das im Gefängnis, du aber sollst natürlich beim Amüsement sein. Bei jeder Vergnügung ist der Mensch schön. Er selbst wird sich jene Kleidung anziehen, mit der er vor den anderen imponieren kann. Betrachten wir ihn dann, entdecken wir in seinem ganzen Gesicht jenes andere Antlitz, worin sich Gott zeigt. Und wir müssen wie die Kinder sein, vollkommen natürlich und frei, und Unglücke und Leiden vergessen. Dann bekommen wir alle einen Freifahrschein zur Sonne und werden fröhlich sein. Manche werden sagen: Diese Kinder sind nicht nüchtern. Ich frage: Was ist ein nüchterner Zustand? /Hier macht der Meister eine ernste, strenge Miene/. Ich frage: Was bedeutet diese Ernsthaftigkeit? Welche Idee steckt dahinter? /Jetzt macht der Meister eine lustige Mine/. Und was verbirgt sich hinter dieser Idee? Welche der beiden Posen ist die schönere? – Wenn man einen Verbrecher erschrecken will, bezieht man die erste Pose, aber wenn man einen Freund belustigen will, bezieht man die zweite Pose. Ich sage: Alle Soldaten, alle Wächter sind immer ernst, greifen zu den Waffen und ziehen los. Warum? – Gefahr besteht. Aber es gibt auch eine dritte Stellung, eine dritte Pose. Sie besteht darin, bei jeder Bewegung das Große und Angenehme im Leben zu zeigen. Man muss wie eine Quelle sein. Stellt euch vor, eine Quelle würde wie ich denken. Was ist für die Quelle das Angenehmste? – Wenn sie hervorquillt muss sie einen Weg zum Verlaufen haben. Das ist das Angenehmste für eine Quelle. Folglich, wenn mir Bedingungen im Leben gegeben wurden, muss auch ein Weg zum Verlaufen existieren, um an allen Pflanzen vorbei fließen zu können und seine Güte zu hinterlassen. Dort, wo ich vorbeiziehe lerne ich alle Blumen, Gräser, alle Pflanzen, Fliegen und Mücken kennen; ich hüpfe und sie übernehmen meine Freude. Ist das nicht ein Vergnügen? Den einen stoße ich an, den anderen necke ich, den Dritten bespritze ich und mit dem Vierten lache ich. Was gibt es Besseres? Macht das nicht jede Quelle? Nun stellt euch vor, dieses Wasser würde keinen Lärm machen, würde still und ruhig fließen. Seht: Kurze Zeit vergeht und es fängt an zu grünen, entwickelt einen unangenehmen Geruch. Ist das gut? Ich frage: Was ist besser, die Quelle mit fließendem Wasser oder das begrenzte Becken mit abgestandenem Wasser? Nun, unser Körper kann manchmal einer fließenden Quelle ähneln und manchmal einem Becken mit abgestandenem Wasser, und dann werden wir sauer und unzufrieden. Nun also, welche Idee steckt hinter dem Amüsement? Du sollst morgens aufstehen und sagen: Gott ist gekommen und nach dem Gesetz des Amüsements muss ich das große Gesetz der Demut erlernen. Beim Vergnügen sind alle flink und beweglich, nur so kann man begreifen, was man im gegebenen Moment machen soll. Da ist kein Faulenzen erlaubt. Stellt euch vor, dass ihr euch in dieser Gesellschaft amüsiert. Wie würdet ihr dann sein? Wenn ich euch jetzt sage, dass ihr lachen sollt, würdet ihr mich fragen: Warum sollen wir denn lachen? Ich frage: Und warum müssen wir immer so ernst sein? Ihr sagt: Na ja, das Leben ist ernst. Nein, das Leben ist Liebe und die Ernsthaftigkeit ist etwas Zufälliges innerhalb des Lebens. Ein liebevolles, sinnvolles und poetisches Leben ist ein schönes Leben. Das ist das Wunderbare. Und wenn du einem Menschen begegnest, dessen Seele offen ist, kannst du ihn nie vergessen. Du wirst sagen: Das ist ein ausgezeichneter Mensch! Er ist eine reine Quelle. Welchen Fehler kannst du an ihm finden? Ist es nicht schön wie diese reine Quelle zu sein, so dass man, wenn man zu ihr kommt, sich besser fühlt und seine Trauer vergisst? Es gibt auch eine andere Regel für den Schüler: Man darf nicht mit zerrissenen Kleidern zum Vergnügen gehen. Man wäscht sich anständig, zieht seine beste Kleider, die man hat, an und geht so. Wenn man sich dieser großartigen Quelle des Lebens nähert, muss man sich zurechtmachen und sich über das Wohl freuen, das sie gegeben hat. Auch in der Schrift, so wie es dieses Gesetz des Amüsierens vorschreibt, steht: Es wird die Zeit kommen, wo sich die Menschen nicht mehr voreinander fürchten werden, doch jeder sitzt während des Amüsements unter seinem eigenen Feigenbaum. Also, viele von euch brauchen ein Amüsement. Sich amüsieren ist Verjüngungsgesetz. Ein Mensch, der sich nicht amüsiert, kann sich nicht verjüngern. Zum Beispiel, man sitzt und beobachtet, wie sich die Kinder amüsieren und sagt: Kindereien! Nein, die Kinder amüsieren sich! Selbst Gott hat gewisse Stunden, während derer er sich mit den Menschen amüsiert, und danach kehrt er wieder zu seiner Arbeit zurück. Können wir uns nicht nach dem gleichen Gesetz verhalten? – Doch wir können. Du siehst, wie dein Freund etwas malt. Du lachst, sagst, dass es ausgezeichnet sei, aber dann pinselst du auf dem Bild herum – "Warte mal, so malt man das nicht" – korrigierst du ihn. Wenn du es korrigieren möchtest – dann bitte, aber nicht direkt auf dem Bild, sondern du nimmst eine lebendige Krähe und sagst: "Los, ich werde sie festhalten und du wirst sie malen." Du drehst sie von einer Seite zur anderen und wenn dein Freund fertig ist, sagst du ihm: Siehst du? Du hast gemalt und ich habe auch gemalt. Ich habe die Krähe festgehalten und du hast sie gemalt. Vielleicht schockiert euch dieses Wort "Krähe" ein bisschen. Es kommt aus dem Türkischen. Auf Bulgarisch zum Beispiel bedeutet dieses Wort "schwarz". Also besteht der Fehler der Krähe darin, dass sie schwarz ist. Warum ist sie schwarz? – Einst starb die Schwester dieser Krähe. Sie trauerte um ihre Schwester und legte schwarze Kleider an. Wenn die Schwester nach einiger Zeit wieder auflebt, wird die Krähe weiß werden, wird sie weiße Kleider anlegen. Genauso ist es bei einem Menschen: Wenn er schwarz gekleidet ist, dann ist jemand gestorben; und wenn er in weiß gekleidet ist, dann ist die Schwester wieder auferstanden. Folglich braucht die Seele innere Veränderungen. Ernthaftigkeit macht das Leben hart. Im seriösen Leben überwiegen Kräfte, die die Lebenssäfte aussaugen und deswegen verhärten sich die Nerven; die Muskeln und die Knochen werden steif und eine innere Faulheit erfasst den Menschen. In einem jungen Menschen dagegen, der auf Gottes Stimme hört und sich amüsiert, kommt es zu einer inneren Ausweitung und der Stoffwechsel verläuft richtig. Darum muss sich jeder von euch amüsieren, aber nur die Liebe gibt Freude. Ohne Liebe gibt es keine Freude. Wenn wir uns vergnügen, fühlen wir uns alle frei. Während des Amüsements muss jeder mit seinem Benehmen zufrieden sein, und nichts in seinem Inneren verdrängen. Eine der Eigenschaften des Amüsierens ist, dass es immer eine Erweiterung gibt. Während man sich amüsiert, denkt man nicht über die Form der Dinge nach, sondern schätzt den jetzigen Augenblick. Wir üben nicht Kritik daran, warum Gott zu den Menschen gekommen ist, sondern wir freuen uns über diesen Augenblick. Das ist Liebe. Das einzige Wesen, das uns Freude geben und unser Leben sinnvoll machen kann, ist Gott. Und wirklich, jeden Tag, unabhängig davon wie viel Arbeit man hat, kommt am Morgen, Mittag oder Abend der Augenblick des Gefühls großer Freude. Aber weil unser Gehirn mit so großen Dingen beschäftigt ist, bleiben die schönen Sachen, die Gott uns gibt, unbemerkt, und wir erwachen, nachdem sie alle vorbei sind. Wir beschäftigen uns damit, was mit Europa geschieht, was mit Bulgarien, mit unseren Söhnen und Töchtern passieren wird, aber wir verlieren dabei diese schönen Momente, die uns Gott schenkt. In unseren Körper hat Gott das Schönste hineingelegt. In diesem kleinen Körper sehen wir alle Güter der Vergangenheit und Zukunft, aber für die weit entfernte Zukunft wird uns Gott einen neuen Körper geben, in den man das neue Wohl eingießen wird. Dieser Körper bildet sich jetzt. Für jeden wird ein schöner neuer Körper vorbereitet, in dem man sich amüsieren wird. Ja, wir müssen die dunkle Lebensphilosophie bereits verlassen. Ich gebe euch ein Beispiel, wie ihr mit der guten Seite des Evangeliums umgehen sollt. Es geht um einen Mann, einen großen Säufer, der ganze zwanzig Jahre lang getrunken hatte und ein Luderleben führte. Seine Kinder hatte er vertrieben, seine Frau unter die Erde gebracht, sein Geld verloren und dann, ganz allein in seiner Verzweiflung, beschloss er, Selbstmord zu begehen. Er hatte nur einen Lewa in der Tasche und kaufte sich davon ein Evangelium. Nachdem er es gekauft hatte, las er: Gott ist Liebe. "Nun", sagte er sich, "ich habe alles weggegeben und verloren. Endlich habe ich jenen gefunden, den ich geliebt habe, und deswegen kann ich etwas Gutes für ihn tun." Er ging in die Kneipe um sich zu amüsieren. Er sagte zum Wirt: Gib mir ein Glas Wein! Dann betrachtete er den Wein und sagte leise zu seinem inneren Freund: "Hör mal, ich habe dir 20 Jahre spendiert, aber jetzt bringe ich dir ein neues Gesetz bei". Er schob das Glas zur Seite und trank nicht. Dann wandte er sich an den Wirt: "Gib mir mal ein Glas klares, reines Wasser." Das stellte er vor sich hin, aber jener in seinem Innern fordert: "Wein!" Doch er hob das Glas mit Wasser und trank. Der andere aber meldete sich wieder: "Wein..." "Nein, jetzt geht es nach meinem Willen! Ich habe Gott gefunden, den ich geliebt habe und er hat mir das hier beigebracht." Am nächsten, übernächsten, vierten, fünften, zehnten Tag ging er wieder in die Kneipe und bestellte je ein Glas Wein und ein Glas Wasser. Doch er trank nur das Wasser. Schließlich sagte er: "Ich bin willensstark!" So könnt auch ihr eine schlechte Angewohnheit besiegen. Das nenne ich ein Amüsement! Wenn ihr so eine Angewohnheit habt, setzt euch mit einem Glas Wein und einem Glas Wasser in die Kneipe. Das ist Wille! Ich sage: Gut ist jener, der seine guten Seiten unter den ungünstigsten Lebensbedingungen zeigen kann. Seine guten Seiten unter günstigen Bedingungen zu zeigen ist ganz normal. Folglich sollte man auch in schlechten Zeiten sagen: "Mein Herr, ich kann etwas für dich tun!" Von diesem Standpunkt aus, muss man die Liebe erweitern und zu einer Liebe zu allen machen, die überall hervorquillt. Wir müssen allen gegenüber gleich wohlgesinnt sein, ohne Voreingenommenheit. Und wenn wir jemanden sehen, werden wir ihm alles Gute wünschen, so wie es Gott will. Wir werden alle seine Fehler genauso vergessen wie Gott sie vergisst, weil die Liebe nie die Fehler sieht. Vor der Liebe Gottes lösen sich alle Sünden und Gebrechen der Menschen wie Rauch auf, und nach dem göttlichen Feuer bleibt nur das Reinste, Erhabenste und Edelste im Menschen übrig. Nun kommt irgendein Geist und redet dir ein: "Aus dir kann kein Mensch werden!" Wieso soll aus mir kein Mensch werden können? Ich bin schon ein Mensch geworden. Setze ein Komma nach dem Wort "kein". Sage es jetzt so: "Aus dir kann kein, Mensch werden." Sondere das Gegenteil ab, denn in jedem negativen Gedanken gibt es eine positive Seite. Derjenige, der dir einredet, dass aus dir kein Mensch werden kann, hat den positiven Gedanken, dass aus dir ein schlechter Mensch werden kann. Wenn aus dir ein schlechter Mensch werden kann, kann auch ein guter aus dir werden. Gebrauche deine Aktivität, um einen guten Menschen zu werden. Wer ernst sein kann, der kann auch fröhlich sein und lachen. Das Leben selbst aber ist von vorn bis hinten nur ein Amüsement. Und das werdet ihr in Zukunft lernen. Ihr werdet nicht nur die äußere Seite des Lebens betrachten, sondern auch die innere. Es wird zum Beispiel komisch sein, wenn ich eine schreckliche Maske aufsetze und ihr vor ihr Angst habt, doch hinter der Macke lache ich eigentlich. Betrachtet nicht diese Maske, sondern seht, was hinter ihr steckt. Oder ich kann auch eine lustige Maske aufgesetzt haben, aber dahinter kann sich etwas wirklich Seriöses verbergen. Nicht die Maske gibt den Dingen Sinn, sondern was sich hinter ihr verbirgt. Dort verbirgt sich die menschliche Seele. Und nun, diesen Abend will ich folgenden Gedanken bei euch hinterlassen: "Die größte Sache auf dieser Welt ist, dass Gott jeder Zeit zu uns auf die Erde kommt, um uns die Regel der Liebe beizubringen, d.h. nicht der Liebe selbst, sondern ihre Veränderungen. So wie wir die Wettertemperatur mit einem Thermometer messen, so messen wir auch die Temperatur der Liebe. Diese Temperatur studieren zu können ist etwas Ausgezeichnetes. Durch die Temperatur der Liebe wachsen alle Pflanzen. Ich frage euch Folgendes: Gibt es irgendeine Pflanze in der Welt, die ohne Licht und Wärme wachsen kann? Natürlich nicht. Gibt es auf dieser Welt eine Quelle, die ohne Licht und Wärme entspringt und später zum Fluss fließt? Wieder nicht. Gab es bis jetzt Stürme und Blitze ohne Licht und Wärme? Nein. Für alle diese Dinge muss es Licht und Wärme geben. Alle schönen Kristalle, alle wertvollen Steine, alle Diamanten sind durch die Kraft des Lichts und der Wärme entstanden. Alle Tiere entstanden durch die Kraft von Licht und Wärme – auch wir Menschen. Also haben sich unsere Seelen nach demselben Gesetz unter dem Einfluss von Gottes Liebe, Gottes Weisheit und Gottes Wahrheit formiert. Das sind die drei großen Geister, die an der Erschaffung des Menschen wirken. Sie nennen den Menschen den geliebten Sohn Gottes. In diesen Geistern gibt es eine ungewöhnliche Schönheit. Ihr werdet bestimmt fragen: "Und was sind dann die Engel?" Wenn der Mensch diese schöne Form erlangt, werden sich die Seelen der Menschen und Engel vereinigen und ein Ganzes bilden. Wenn das passiert, wird Gott in sie dringen und in ihnen leben, und sie werden sich der Unsterblichkeit erfreuen. Darauf bereiten wir uns vor. Die Neue Lehre bringt eine große Aufgabe mit sich, nicht diese Nichtigkeiten, mit denen ihr euch befasst. Vor uns steht die große Aufgabe der Unsterblichkeit, und zwar: den Himmel zu erben, uns mit den großen Seelen zu treffen, auf die wir uns vorbereiten. Doch dafür muss jedermann etwas von sich geben und etwas annehmen. Manchmal sagt ihr, der Mensch muss für sich selbst arbeiten. Ja, aber wenn man für sich arbeitet, wenn man sich auf sich selbst konzentriert, muss man sich ausweiten und sein weites Selbst einbeziehen. Da wir aber alle in Gott leben, so leben alle in uns. Wenn wir Gott einbeziehen, beziehen wir auch alle andere in uns ein. Das bedeutet, jemanden zu lieben, ihm alles Gute zu wünschen. Das bedeutet allen alles Gute zu wünschen und Gott zu lieben. Und falls ihr all das erfüllt, werden alle Schwierigkeiten und Handikaps, die ihr habt und um die es geht, zum Beispiel dass jemands Schuhe kaputtgegangen sind, oder jemands Mütze, oder dass jemand nur Brot gegessen hat, all das wird innerhalb einer Woche gelöst werden. Wenn die Liebe Gottes und diese Wärme kommt, sind wir bereit unser Brot mit jenem zu teilen, den wir lieben. Wenn wir keine Liebe besitzen, verstecken wir unser Brot in der Tasche. Wenn die Liebe kommt, lächeln wir und sagen: "Komm Bruder, amüsieren wir uns!" Die Kunst zu lieben lehrt uns Gott selbst, und in dieser Art können das nur die Kinder. In dieser Hinsicht möchte ich, dass ihr wie die Kinder werdet, denn nur die Kinder amüsieren sich. Denkt nicht, dass ihr alt seid, werft diese Bärte weg! Der Teufel hat den Leuten Bärte gegeben, als er auf sie neidisch war, um sie zu maskieren. Doch auch hinter ihren Bärten sind sie zu erkennen. Ich möchte, dass ihr in euren Seelen wie die Kinder seid – jung, munter und fröhlich. Vergesst eure Trauer. Wenn ihr zu Bett geht, sagt: "Morgen, wenn die Sonne aufgeht, wird Gott kommen und ich werde ihn empfangen. Und wenn du wieder zu Bett gehst, sei froh, aber nicht nur äußerlich, sondern empfinde, dass Wärme aus dir strahlt und alle von dir sagen: "Ich will diesen Menschen noch einmal treffen." Alle müsst ihr wie eine Quelle sein, die sprudelt, wie eine Blume, von der sich ein angenehmer Duft verbreitet. So muss unser Leben sein. Das ist das Amüsement, von dem Jesus sprach: "Ich werde euch wieder sehen, dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude"1 Das ist das Vergnügen ! Das ist das Schönste, das Größte! Diesen Abend spreche ich über sehr einfache Dinge zu euch. Macht keine Philosophie daraus. Wie aber soll man das verstehen? Der Mensch muss sich fröhlich fühlen und bereit sein, alles herzugeben. Seid voller Freude – ich will euch nicht mehr mürrisch und ernst sehen. Diejenigen, die euch gestört haben, sind weg, wir haben sie auf die Reise geschickt und ich werde euch sagen, wenn sie zurückkommen. Heute Abend, Morgen, Übermorgen und bis zu einer Woche werden sie weg sein, nur keine Angst. Deshalb könnt ihr euch bis zu einer Woche soviel ihr wollt amüsieren. Dann werden sie zurückkehren, ohne sie geht es nicht. Ihr werdet sie gut empfangen, ihnen zulächeln, weil sie auch nicht ohne euch können. Jetzt geht eine Veränderung mit eurem Verstand vor sich und die Kräfte in der Natur begünstigen das. Deshalb muss es während unserer Versammlungen deutliche Veränderungen geben, von einem Zustand zum anderen. Wir werden alle Anwendungen durchmachen, werden philosophische, ernste und lustige Versammlungen haben. Die jetzige Versammlung ist die erste ihrer Art. Während dieses Amüsements haben wir Folgendes gelernt: Jeden Morgen kommt Gott, um uns die Kunst der Liebe zu lehren. Er streichelt jeden und sagt: "Ich will dass ihr artig seid", und dann geht er. Er weiß, dass wir uns auf dem Boden wälzen werden, dass wir fallen und aufstehen werden, und schließlich werden wir glatt wie ein Kieselstein sein und sagen: "Jetzt sind wir etwas sehr Schönes." Ihr habt doch schon gesehen wie ein Steinchen rollt und rollt, bis es schließlich ganz glatt ist. Alles Unangenehme verschwindet und es verbleibt das Schöne, Wunderbare vom Leben. Vorgestern habe ich euch gesagt, dass das Wichtigste für den Menschen ist, zu lieben, und nicht, geliebt zu werden. Das gilt auch für den Schüler. Die Liebe kann durch diese Öffnung der Seele kommen. Jetzt, wenn ihr das Evangelium öffnet, sind in ihm viele Regeln gegeben, doch die menschliche Seele muss frei sein. Als Moral müssen wir uns das zu Eigen machen, was der Liebe die Möglichkeit gibt, sich zu zeigen. So wie man in der unsichtbaren Welt lebt, so werden auch wir leben. 1 Joh. 16,22 – Einheitsübersetzung, Katholische Bibelanstalt GmbH, 1890, Stuttgart Vortrag der Allgemeinen Okkultklasse, gehalten vom Meister am 1.September 1924