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  1. DIE STILLE KAMMER Was ist der Unterschied zwischen dem Gesunden und dem Kranken, zwischen dem Klugen und dem Dummen, zwischen dem Starken und dem Schwachen? Es gibt etwas, worin sie sich unterscheiden. Was ist das Unterscheidungsmerkmal des fähigen und begabten Schülers? -- Er lernt gut und wiederholt die Klasse nicht. Es genügt nicht, dass der Schüler von der einen Klasse in die nächste versetzt wird und wenn er die Schule beendet, alles vergisst. Was ist das für ein Schüler, der während des Schuljahres Kenntnisse erwirbt, sie in den Ferien aber vergisst? Was ist das für ein Schüler, der das Wissen und seine Erfahrung, die er in seinen vergangenen Existenzen erworben hat, vergisst? Das ist dasselbe, als würde der Mensch in seinem Verstand den Gedanken tragen, irgendwann gelehrt oder reich gewesen zu sein. Nicht nur der Gedanke nährt den Menschen. Sein Streben nach Reichtum hat einen bestimmten Ort im Gehirn über der Schläfe. Je mehr der Mensch danach strebt, reich zu werden, umso mehr entwickelt sich dieses Zentrum. Die Menschen erkranken oft an Krebs aufgrund ihrer großen Gier nach Geld und nach Bereicherung. Die Zellen in einigen der Organe individualisieren sich, werden größer, selbstständig und hören nicht auf ihren Herrn. Wenn die Menschen erkranken, wenden sie sich an Ärzte, die ihnen helfen. Die Ärzte führen eine Operation durch, schneiden den Krebs weg, schneiden auch den Tumor weg, aber danach geht der Kranke trotzdem ins Jenseits. Warum? Weil sich die Zellen ihrem Herrn nicht unterordnen wollen. Der Mensch benötigt einige wesentliche Dinge: Augen, Ohren, Mund, Hände und Füße, durch die er mit der äußeren Welt in Kontakt treten kann. Um das zu erreichen, muss er sich in einem besonderen Zustand befinden. Andernfalls wird er sehen, hören, riechen, sprechen, essen und sich bewegen, aber mechanisch. Es ist an der Zeit, dass er sich vom mechanischen Leben befreit. Das mechanische Leben beinhaltet eine Bewegung aus Trägheit, an der das Bewusstsein nicht beteiligt ist. Der Zorn, die Unruhe über den Verlust von etwas Wertvollem bringen im Menschen einen Zustand der Trägheit hervor, aus dem er, einmal hineingeraten, schwer in seinen ursprünglichen Zustand zurückkehren kann. Verliert der Mensch etwas Wertvolles, verliert er auch seine Fassung und übergibt sich der Sorge und der Unruhe. Wird er aber zornig, verliert er seinen inneren Frieden, den er lange Zeit nicht wiederherstellen kann. Der Zorn ist als Energie sehr nützlich, wenn er unter dem Einfluss des Verstandes, des Herzens und des Willens steht. Können diese den Zorn nicht regeln, dann wirkt er zerstörerisch. Er ist ein Wasserstrahl, der großes Unheil bringt. Was er auch auf seinem Weg trifft, er reißt es mit sich fort. Wenn jemand diesen Guss kontrollieren kann, dann kann er auch nützliche Dinge tun -- Gärten, Bäume und Blumen bewässern. Eines wird vom Menschen gefordert: wagemutig und entschieden im Guten zu sein. Sowohl dann, wenn er zornig wird als auch dann, wenn er leise und ruhig wird, soll er wagemutig sein. Im ersten Fall soll er so wagemutig sein, den Zorn zu bändigen, im zweiten Fall soll er so wagemutig sein, um das Gute zu äußern. Entwickeln sich die Angelegenheiten des Menschen gut, so ist er wagemutig. Wenn er auf seinem Weg jedoch auf Widersprüche stößt, erschrickt er und weicht zurück. Warum tritt er zurück? -- Gott befindet sich auch in den Widersprüchen. Durch sie prüft er die Menschen. Warum sollen sie nicht wagemutig sein, um die Aufgabe zu lösen, die sich hinter dem Widerspruch verbirgt und warum müssen sie zurückweichen? Angst beinhaltet eine gewisse Schwäche. Wenn der Mensch eine Angst in sich bemerkt, soll er arbeiten, um mit ihr fertig zu werden, sie zu überwinden. Befreit er sich nicht von der Angst, wendet er die Lüge an, die schwarze oder die weiße. Gewöhnlich lügen die Kinder. Wenn sie einen Schaden verursachen, der zu einer Strafe führt, greifen sie auf die Lüge zurück, um die Strafe zu vermeiden. Das Leben von vielen ist auf die weiße Lüge aufgebaut. Wenn sie ihr Versprechen nicht halten können, greifen sie auf die weiße Lüge zurück. Sie erschrecken vor etwas und bedienen sich wieder der weißen Lüge. Wollen sie etwas vorzeitig erreichen, ist die weiße Lüge auch da. Warum sollte der junge Mann der jungen Frau sagen, dass er für sie sterben würde? Würde er tatsächlich für sie sterben? -- Er wird nicht sterben. Ist er vorher gestorben, um zu wissen, was der Tod ist? Warum spricht er dann über Dinge, die nicht geschehen werden? Vermeidet die Lüge, sei sie schwarz oder weiß. Die Japaner haben den Brauch, gegen Neujahr alle Menschen zu besuchen, denen gegenüber sie Pflichten haben, um ihre Schulden zu begleichen. Das neue Jahr soll sie ohne Schulden vorfinden. Ein junger Mann, ein brüderlicher Sohn, hatte große Schulden, die er begleichen musste. Als er zu einem seiner Gläubiger, einem bekannten Bankier, ging, um seine Schulden zu begleichen, sagte er zu ihm: "`Ich schulde Ihnen eine große Summe, aber da ich sie nicht begleichen kann, werde ich nach dem Brauch Harakiri machen, ich werde mich vor Ihnen umbringen. Ich kann nicht in dieser Ehrlosigkeit bleiben, eine so große Summe zu schulden."' Der Bankier reagierte besorgt und sagte zu dem jungen Mann: "`Mache kein Harakiri, ich bin bereit, alle deine Schulden zu erlassen. Bringe dich nicht um."' Als der junge Mann diese Worte hörte, dankte er und wollte nach Hause gehen. "`Halt, warte kurz, dass wir einen Kaffee trinken"', fügte der Bankier hinzu. "`Ich kann nicht, ich habe es eilig: Ich muss noch zu einigen Orten gehen, um Harakiri zu machen."' Der Japaner suchte alle Bankiers auf, um Harakiri zu machen. Oft benutzen die Menschen einen Volksbrauch, um ihre persönlichen Angelegenheiten zu regeln. Sie wenden wieder die weiße Lüge an. Manche bedienen sich ihrer aus Angst, andere aus Schwäche. Der Mächtige erschreckt den Schwachen. Der erste tritt, der zweite tritt zurück. Wenn du dir bewusst bist, stark zu sein, tritt; wenn du dir aber dessen bewusst bist, schwach zu sein, tritt zurück. Mit anderen Worten gesagt: Wenn du mächtig bist, löst du deine Aufgaben selbst; wenn du schwach bist, mache keine Fehler, die schwer zu lösen sind, aber lass die anderen deine Aufgabe lösen. Wer nicht selbst seine Aufgaben lösen kann, soll Hilfe bei einem, zwei oder drei anderen suchen, bis er sie schließlich lösen kann. Eine der großen Aufgaben, die zur Lösung gegeben wurde, ist die Aufgabe Gott zu dienen. Sie ist so einfach, wie sie auch schwer ist. Wenige haben sie richtig gelöst. Der Mensch kann Gott mit Liebe und ohne Liebe dienen, die Ergebnisse sind allerdings unterschiedlich. So dient er sowohl dem Guten als auch dem Bösen -- Kräften, die sich gegenseitig zuarbeiten. Der Mensch ist insofern stark, als er dem Guten und dem Bösen Bedingungen schafft, sich in ihm zu äußern. Will er seine Kraft behalten, soll er sich niemals weigern, Gutes zu tun. Schiebt niemals den Zeitpunkt auf, Gutes zu tun. Wenn ihr entschieden habt, Gutes zu tun, schiebt es nicht auf. Räuber laufen euch hinterher und Wächter verfolgen euch, dann könnt ihr euch zur Seite wenden, um ein wenig Gutes zu tun. Stellt euch vor, dass euch jemand verfolgt, um euch zu töten. Im gleichen Moment seht ihr ein sterbendes Pferd, das vor Schwäche und Durst äußerst erschöpft, gefallen ist. Wenn ihr für einen Augenblick verweilen könnt, um Wasser zu finden und es dem sterbenden Pferd zu reichen, dann seid ihr in jedem Moment bereit, Gutes zu tun, ihr liebt das Gute und seid mit ihm verbunden. Tut Gutes mit Liebe und habt keine Angst. Der Reiche fürchtet sich Gutes zu tun, um nicht zu verarmen. Es gibt keinen Fall im Leben, in dem jemand Gutes tut und verarmt. Es ist nicht möglich, ohne Liebe Gutes zu tun. Jedes Ding, das ohne Liebe getan wurde, ist das Böse. Und umgekehrt: Jedes Ding, das mit Liebe getan wurde, ist gut. Wer in den Bereich des Bösen gerät, soll danach streben, das geringste Böse zu tun. Kommt er in den Bereich des Guten und der Liebe, soll er danach streben, das größtmögliche Gute zu tun. Was ist das größtmögliche Gute, das der Mensch tun kann? -- Wenn er dem Sterbenden ein Stück Brot und ein Glas Wasser geben und ihn zu Kräften kommen lassen kann, ist das das größtmögliche Gute im gegebenen Moment. Dieser Sterbende verbrachte vierzig Tage hungernd; wenn er einen Tag länger hungern würde, würde er sterben. Würdest du ihm in diesem Moment ein bisschen Brot und Wasser geben, dann hättest du ihm das größtmögliche Gute getan. Ihr werdet sagen, das Geld sei das Wichtigste, ohne es könne man nicht leben. Vor dem Tod ist Geld nichts wert. In diesem Fall sind Brot und Wasser zu bevorzugen. Für den Verzweifelten ist das süße Wort mehr wert als jegliches Geld. Für den Entmutigten, für den Kranken, für den Sterbenden und für den barmherzigen Menschen ist das ein Seil, mit dem sie sich retten. Der gute, barmherzige Mensch gibt ihnen etwas von sich. Der Mensch kann den anderen nichts von sich weitergeben, wenn er es nicht in seinem Herzen, in seinem Verstand und in seiner Seele trägt. Der Gläubige kann zum Beispiel den anderen von seinem Glauben geben, ohne über ihn zu sprechen. Aber der Ungläubige, soviel er auch über den Glauben zu predigen vermag, wird nichts erreichen. Seine Worte werden an den Ohren der Menschen vorübereilen, ohne sie zu berühren. Der Glaube nimmt einen besonderen Platz im menschlichen Kopf ein. Es reicht, den Kopf des Menschen anzuschauen, um zu erkennen, ob er gläubig oder ungläubig ist. Der Glaube hat unterschiedliche Manifestationen. Es ist nicht ein und dasselbe, ob der Mensch an Gott glaubt, an seinen Nächsten oder an sich selbst. An was oder an wen er glaubt, das hinterlässt Abdrücke auf seinem Gesicht. Es ist in der Heiligen Schrift gesagt worden: "`Ich habe euch mit meiner Liebe zu mir gezogen."'\footnote{Vgl. Hos 11,4 Mit menschlichen Tauen zog ich sie, mit Seilen der Liebe.} Also hat die Liebe Fäden, mit denen sie den Menschen anzieht oder verbindet. Die Kraft der Liebe bestimmt den Glauben des Menschen. Äußert sich die Liebe in ihrer Fülle, ist der Glaube beständig und ununterbrochen. Sie wirkt in ruhigen und unruhigen Zeiten und begleitet den Menschen überall hin, das heißt im Diesseits und im Jenseits. Mit dem Glauben und mit der Liebe ist der Mensch sowohl im Diesseits als auch im Jenseits aufgenommen. Er hat überall gute Freunde, die ihn mit Freude willkommen heißen werden. Ohne Glauben und Liebe fühlt sich der Mensch überall einsam, als Fremder, außerhalb seiner Heimat. Er hat Augen mit denen er nicht sieht, er hat Ohren mit denen er nicht hört; er trägt nur ein Bewusstsein in sich, nämlich, dass er allein und von allen verlassen ist. Wenn ihr das wisst, fragt nicht, warum ihr lieben sollt. Ihr werdet die Menschen der Erde lieben, um die äußere Welt zu sehen. Ihr werdet die vernünftigen Wesen in der unsichtbaren Welt lieben, um durch sie die Welt zu sehen, in der sie leben. Wenn jetzt über die \textit{Liebe} (obitsch)\footnote{Vgl. Anmerkung 49.} zwischen den Menschen gesprochen wird, fragen sie sich, ob man den bösen Menschen lieben kann. Können der gute und der böse Mensch befreundet sein? Wie kann man den bösen Menschen besser machen? -- Indem man ihn zwischen zwei Gute stellt. Wird er nicht zwischen zwei Gute gestellt, kann er nie zu einem besseren Menschen werden. Betrachtet man den Buchstaben \foreignlanguage{bulgarian}{Ж}, wird man sehen, dass er nichts anderes, als die Freundschaft zwischen zwei bösen und einem guten, gerechten Menschen ist. So wird die Kraft des Gerechten und des Guten geprüft. Also unterdrücken die bösen Menschen den Guten. Wie wird man sich von ihnen befreien? -- Indem man beginnt, sie zu lieben. Sie haben dem guten Menschen den Rücken gekehrt und schauen nach draußen, nach der äußeren Welt. Deshalb sagt Christus, man solle seinen Feind lieben. Der Buchstabe \foreignlanguage{bulgarian}{Ж} zeigt auch den Zustand des bösen Menschen zwischen zwei Guten. In dem einen Fall zeigt die gerade Linie im Buchstaben \foreignlanguage{bulgarian}{Ж} die Lage des guten Menschen zwischen zwei Bösen. Im anderen Fall zeigt die gerade Linie die Lage des Bösen zwischen zwei Guten. Derart helfen und beeinflussen sie sich gegenseitig. Indem ihr das wisst, lasst die bösen Menschen, sich nicht untereinander verbinden. Stellt zwischen sie auch gute Menschen, um die Kraft des Bösen zu verringern. Söhnt deshalb das Böse nicht mit dem Guten aus, sondern durch das Gute soll die Kraft des Bösen verringert werden. Wird das erreicht, dann werden das Gute und das Böse parallel zueinander verlaufen und den göttlichen Willen tun. Denkt nicht, dass der gute Mensch alles, was er wünscht, allein tun kann. Kann er einem Verstorbenen Leben schenken? Kann er die Menschen reich und glücklich machen? Also, die Aufgabe des guten Menschen besteht darin, seine Pflichten zu erfüllen, in nichts anderem. Würde er das tun, hätte er seine Aufgabe erfüllt, die Schläge des Bösen abzumildern. Kannst du ein fremdes Kind so lieben, wie seine Mutter und sein Vater es lieben? "`Ich will ihm helfen, es erheben."' Wenn du ihm helfen willst, sollst du es mehr als seine Eltern lieben. Würdest du es lieben, wie seine Eltern es lieben, dann bist du ihm nicht von Nutzen. Dabei musst du auch seine Eltern lieben. Liebst du sie nicht, ist deine Liebe eigensüchtig. So liebst du auch das Huhn: Du fütterst es, kümmerst dich um es, um seine Eier zu nehmen. Es ist heute schwierig, dass der Mensch absolut selbstlose Liebe äußert. Wenn das unmöglich ist, kann er zumindest gerecht werden. Um gerecht, gut und liebend zu werden, soll der Mensch ein hohes Bewusstsein davon haben, dass er sich über die gewöhnlichen Bedingungen des Lebens erhoben hat. Hütet euch vor dem gewöhnlichen Bewusstsein, das Sorgen, Unruhen und Widersprüche schafft. Solange der Mensch in diesem Bewusstsein lebt, gerät er oft in Irrtürmer. In einem armen, amerikanischen Dorf stellte man einen Priester ein, über den es sich sofort herumsprach, er trüge in seinem Haar einen Scheitel. Die Bauern mochten es nicht, sich einen Scheitel im Haar zu ziehen und wandten sich sofort gegen den Priester. Sie sagten, dass sie einen solchen Priester nicht wollten. Bis sie ihren Protest schriftlich dargelegt hatten, war der Priester bereits im Dorf angekommen. Wie groß war die Überraschung der Dorfbewohner, als sie sahen, dass der Kopf des Priesters vollkommen kahl war. Er hatte keine Haare, aber sie hatten sich beirren lassen, indem sie falschen Gerüchten glaubten. Was ist das Schlechte daran, wenn jemand einen Scheitel in seinen Haaren zieht? -- Es ist besser mit Scheitel als ohne. So wie in den Haaren Scheitel gezogen werden, so sollen auch die Gedanken einen Scheitel haben. Wie malt man Christus, wie hat er sein Haar gekämmt, mit oder ohne Scheitel? Der Buchstabe \foreignlanguage{bulgarian}{Ж} stellt das Haar des Menschen dar, in dem ein Scheitel gezogen wurde. Auf der linken Seite des Kopfes ist das Böse, auf der rechten das Gute, in der Mitte der Mensch selbst, der von den Kräften des Guten und des Bösen Gebrauch macht. Nun erinnert euch, dass sich der gute, gerechte Mensch zwischen zwei bösen Menschen wie in einem Gefängnis befindet. Was soll er tun? -- Beten. So haben auch die guten Menschen gebetet, als man Apostel Petrus ins Gefängnis steckte. Als Antwort auf ihr Gebet kam ein Engel vom Himmel herab, stieß die Tür des Gefängnisses auf und kam zu Petrus herein. Er berührte die Ketten und sie fielen von seinen Beinen. Dann sagte er zu ihm: "`Komm heraus und kehre nie mehr ins Gefängnis zurück."' Ist das aufrichtig? -- Für den Schwachen ist das aufrichtig: Wenn jemand von außen kommt und ihn befreit, muss er nicht ins Gefängnis zurückkehren. Derjenige, der unter dem Einfluss des Bösen steht, befindet sich in seinem Gefängnis; wer unter dem Einfluss des Guten steht, befindet sich im Gefängnis des Guten. Welches von den beiden Gefängnissen ist besser? -- Im Gefängnis des Bösen wird man dich mehrmals am Tag schlagen und im Gefängnis des Guten wird man dich regelmäßig mit reiner, gesunder Nahrung ernähren, man wird dich zum Spaziergang ausführen und abends wirst du ins Gefängnis zum Ausruhen zurückkehren. Wenn manche das Leben nicht verstehen, machen sie sich viele Sorgen umsonst. Die Mutter macht sich Sorgen um ihre Kinder und um ihren Mann, der Mann um seine Frau und um die Kinder, die Kinder um ihre Eltern. Die Gelehrten machen sich Sorgen darum, dass die Sonne irgendwann erlischt und das Leben aufhört. Seltsam ist das! Warum solltest du Angst haben, dass die Sonne erlischt? Um zu leuchten und zu scheinen, hat sie jemand angezündet. Wer sie angezündet hat, hat die Sorge um sie; er weiß, warum er sie angezündet hat. Wer sie angezündet hat, steht höher als die Sonne. Es ist Gott, der das Licht (\foreignlanguage{bulgarian}{виделина}, videlina) ist, das niemals erlischt und dunkel wird. Wenn ihr das wisst, strebt danach, mit den Sorgen fertig zu werden. "`Wie sollten wir nicht beunruhigt sein, wenn wir einige Tage nichts gegessen haben?"' Was sollte der hungrige und müde Reisende tun? Stellt euch vor, dass ein Reisender ein Dorf durchquert: Er hungert drei, vier Tage, hat kein Brot und kein Geld in seiner Tasche. Wenn er vernünftig ist, wird er leicht mit seiner Lage fertig werden. Es gibt zwei Wege -- einen inneren und einen äußeren. Wenn er nach dem äußeren Weg arbeitet, kommt er in das Haus von jemandem, um sich auszuruhen. Er beginnt, irgendetwas von seinem Leben zu erzählen, womit er den Gastgeber in Laune bringt, damit dieser ihm etwas zu Essen gibt. Wenn er gemäß des inneren Weges arbeitet, wird er eine gute Charaktereigenschaft der Gastgeber suchen, mit denen er ihre Herzen öffnet. Er soll in die stille Kammer ihrer Seelen eindringen, wo Gott lebt, um sich mit ihnen zu verbinden. Denkt er Gutes über sie, werden sie ihn notwendigerweise willkommen heißen und ihn bewirten. Wenn er etwas Böses über sie denkt, wird er das Böse hervorrufen und anstatt, dass sie ihn willkommen heißen, werden sie ihn berauben. In jedem Menschen wohnt sowohl das Böse als auch das Gute -- von euch hängt es ab, welches ihr in ihm erwecken werdet. Das Böse und das Gute sollen geprüft werden, damit ihr wisst, welches in euch stärker ist. Wenn das Böse stärker ist, dann werdet ihr über das Gute arbeiten, damit beide zumindest ins Gleichgewicht kommen. Im Anfang ist das Gute schwach, das Böse allerdings stark; am Ende ist das Böse schwach und das Gute stark. Die Liebe ist jedoch sowohl am Anfang als auch am Ende stark. Je stärker das Gute wird, desto besser sind die Bedingungen zur Manifestierung der Liebe. Wenn das Gute nicht mit seiner schwachen Seite beginnt und nicht allmählich stärker wird, wird sich die Liebe nie äußern. Eines der Hauptgesetze der Liebe ist, dass sie alles gibt und alles nimmt. Das bedeutet weder, dass ihr wünschen sollt, dass die ganze Welt euch gehört, noch dass ihr danach streben sollt, dass alle Güter euch gehören. Gebt euren Nächsten die Möglichkeit, an euren Gütern teilzuhaben, damit sie eure Freunde werden. Gebt euren Nächsten von eurer Liebe, damit ihr geliebt und von ihnen geehrt werden könnt. Wenn ihr euren Nächsten nicht die Möglichkeit gebt, an eurem Wissen, an eurem Wohl, an euren Gütern und an der Liebe, die ihr habt, teilzuhaben, könnt ihr nichts erreichen. Wenn du ein Sänger wärest, singe nicht nur für dich, sondern auch für den Kranken, den Entmutigten, den Verzweifelten. Singe ihnen ein Lied, sage ihnen ein süßes, ermutigendes Wort. Sage dem Kranken und dem Verzweifelten: "`So wie die Sonne aufgeht, so werden sich auch deine Dinge regeln."' Heute fragen alle danach, wer im jetzigen Krieg siegen wird. Eine solche Frage zu stellen, das bedeutet zu fragen, wer siegen wird: der Fluss oder der Fels. Der Fluss muss seinem Weg folgen, um ins Meer zu münden. Der Fels kann den Fluss umleiten, um ihn jedoch dahin zu lenken, wo er benötigt wird. Wenn der Fluss auf keine Hindernisse stößt, soll er seinem Weg folgen und dorthin fließen, wo man ihn benötigt. Würde der Fluss von seinem Weg abweichen, dann würde er sich eine Abbiegung suchen und wieder dorthin fließen, wo man es erwarten würde. Der Mensch kam auf die Erde, um den Willen Gottes zu erfüllen. Die junge Frau und der junge Mann heiraten, um zu lernen, zusammen Gott zu lieben. Wenn sie nicht lernen, Gott zu lieben, ist ihre Heirat gegenstandslos. Hättest du einen Freund, würde deine Aufgabe darin bestehen, ihn zu lehren, Gott zu lieben. Er hat auch dir gegenüber dieselbe Aufgabe. Alle Menschen sollen Gott lieben und wissen, dass er Liebe ist. Wenn die Liebe in den Verstand des Menschen, in sein Herz und seine Seele eindringt, wird die Welt in Ordnung kommen. Wo Liebe ist, dort ist auch Ordnung; dort ist Musik, dort ist die Kunst. Wer mit Liebe spielen kann, der kann die Welt in Ordnung bringen: Herrscht Dürre, wird er Regen bringen; tobt ein Gewitter, wird er das Gewitter bändigen. Wenn er dem Kranken vorspielt, wird er ihn aus dem Bett heben. "`Wie geschieht das?"' Das ist nicht meine Angelegenheit. Das ist eine Kunst aus der göttlichen Welt. Wer diese Kunst erlangt, wird sofort musikalisch -- sein Musikgefühl wird sich manifestieren. Niemand hat das Recht, diese Kunst zu missbrauchen. Die gewöhnliche Liebe gibt nur gewöhnliche Errungenschaften, die göttliche Liebe gibt ungewöhnliche Errungenschaften. Wendet die göttliche Liebe an, lernt von ihr, um ungewöhnliche Ergebnisse zu haben. Wenn alle Menschen gut, schön, stark und liebend werden, wird Ordnung in der Welt herrschen. Es ist an der Zeit, dass die Menschen aus der menschlichen Liebe heraustreten und in die göttliche Liebe eintreten. Manch einer sagt, er könne die Menschen nicht ertragen. Warum kann er sie nicht ertragen? -- Weil seine Liebe begrenzt ist: Diesem gibt er, jenem gibt er nicht; diesem lächelt er zu und heißt ihn willkommen, dem anderen gegenüber ist er streng, empfängt ihn nicht in seinem Haus. Weitet euch, öffnet eure Herzen für die göttliche Liebe, um alle Menschen ertragen und lieben zu können. Lehrt euch gegenseitig, Gott zu lieben, damit Er auch euch liebt. Eine der Eigenschaften der großen Liebe ist ihre Fähigkeit, bittere Früchte in süße Früchte, kranke Menschen in Gesunde, Böse in Gute umzuwandeln. Wer gelernt hat, Gott zu lieben, wird auch sein Umfeld lehren, wie sie lieben sollen. Wenn er selbst diese Kunst nicht gelernt hat, kann er sie auch den anderen nicht weitergeben. Moses gab den Juden einige Gebote, zeigte ihnen, wie sie Gott lieben sollen, aber sie lernten diese Kunst nicht. Gott sandte Seinen Sohn, der sie lehren sollte, aber sie wollten ihm nicht folgen und kreuzigten ihn. Jetzt wird euch auch gesagt: Nehmt die göttliche Liebe als Gerechtigkeit, als Schönheit, als Wissen an, um euch und euren Nächsten nützlich zu sein. Alle Menschen sind als Arbeiter auf dem göttlichen Feld aufgerufen. Indem der Mensch mit Liebe arbeitet, erfüllt er den göttlichen Willen. Er hilft, ohne zu sprechen. Das Feuer zeigt von weitem an, dass es brennt. Das Brot spricht selbst für sich. Wenn es in den Magen kommt, zeigt es sofort seine Kraft. So verhält es sich auch mit der Liebe. Sie benötigt keine Predigten. Es reicht, dass ihr sie wahrnehmt, um zu verstehen, dass sie das Leben mit sich bringt. Sie erneuert, verjüngt und erhebt den Menschen. Strebt nach der Liebe, damit ihr euch verjüngt und aufersteht. Das ist das ewige Leben, dich zu erkennen, den einen und wahren Gott und Christus, den du gesandt hast. 19. August 1942, 5.00 Uhr -- Sofia-Izgrev
  2. DIE KOSMISCHE LIEBE
  3. LEBENDIGE ZAHLEN \begin{flushright} \textit{Nachdenken} \end{flushright} Oft spricht man über die Zahlen im Sinne von Zahlenwerten als auch im Sinne von lebendigen Größen. Die lebendigen Zahlen teilen sich in Kategorien: von 1 bis 10 -- das sind die Zahlen aus der göttlichen Welt, die Zahlen von 10 bis 100 sind aus der Welt der Engel, von 100 bis 1000 aus der menschlichen Welt, von 1000 bis 10 000 aus der Tierwelt, von 10 000 bis 100 000 aus der Pflanzenwelt und von 100 000 bis 1 000 000 aus der Welt der Mineralien. Denkt nach über die lebendigen Zahlen und über ihre Bedeutung im Leben. Unter den Worten lebendige Zahlen verstehen wir solche Zahlen, die in einem jeden Moment dem Menschen dienlich sein können. Die Zahlen haben nicht nur eine Bedeutung, wenn sie einen Zahlenwert bestimmen, sondern auch, wenn sie die Richtung der Dinge vorgeben. Es ist nicht gleich, ob sich die eins links, rechts, oben oder unten vom Menschen befindet. Ist sie rechts vom Menschen, dann bedeutet sie Sonnenaufgang, ist sie links von ihm, dann bedeutet sie Sonnenuntergang, ist sie oben -- Zenit und unten -- Mitternacht. Die vier Richtungen der physischen Welt -- Aufgang, Untergang, Zenit und Mitternacht, sind nicht nur mechanische Punkte oder Lagen, sondern stellen auch vier Prozesse, vier Phasen oder Zustände dar, die das Bewusstsein durchläuft. Unter diesem Gesichtspunkt meinen wir den Sonnenuntergang, wenn wir sagen, dass ein Mensch nach links gegangen ist. Ich werde das erste Kapitel aus dem Buch Genesis vorlesen. "`Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde."'\footnote{Gen 1,1.} Bei der Zahl eins schuf Gott Himmel und Erde -- das ist der erste Schritt nach rechts. "`Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser."'\footnote{Gen 1,2.} Bei der Zahl zwei war die Erde wüst und leer, der erste Schritt nach links. "`Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht."'\footnote{Gen 1,3.} Bei der Zahl drei erscheint das Licht, der erste Schritt nach oben, der Zenit der Sonne. Bei diesem Zustand blitzt im Bewusstsein des Menschen die Idee auf, dass er nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurde. "`Und Gott sah das Licht, dass es gut war; und Gott schied das Licht von der Finsternis."'\footnote{Gen 1,4.} Bei der Zahl vier wird sich der Mensch bewusst, dass das Licht etwas Gutes ist. Diese Zahl ist der Dienst, dem der Mensch nachgehen muss. Das ist die Zahl des Dienens. "`Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag."'\footnote{Gen 1,5.} Im Bewusstsein des Menschen gibt es Licht und Finsternis -- Tag und Nacht. Der Tag bedeutet -- Jungfrau, Jugend, die Nacht -- Ruhe und Alter. In der Zahl fünf wurde erst die Jungfrau, die Jugend geboren. Der Tag gibt die Bedingungen für die Äußerung der Tätigkeit, der Energie; die Nacht gibt Bedingungen für die Ruhe, sie bringt Ruhe und Dunkelheit. Die Nacht bedeutet auch Alter, das heißt die Versöhnung des Menschen mit den Widersprüchen. Das Alter ist die äußerste Grenze der Widersprüche. Folglich, um sich mit den Widersprüchen des Lebens zu versöhnen, muss der Mensch alt werden. Zwischen der Jugend und dem Alter gibt es eine gewisse Zeitperiode. Nun, damit sich der Mensch mit den Widersprüchen versöhnen kann, muss eine kürzere oder längere Periode vergehen. Die Versöhnung, das Fertigwerden mit den Widersprüchen und deren Auflösung geschieht nicht sofort. Was bedeuten für euch die vorgelesenen Verse? Welche Beziehung haben sie zu eurem gegenwärtigen Leben? -- Wenn ihr wisst, wie Gott den Himmel geschaffen und geordnet hat, werdet ihr wissen, wie ihr eure innere und äußere Welt bilden könnt. Dieses Wissen verbirgt sich in den lebendigen Zahlen. Pythagoras eröffnete seinen Schülern nur die Bedeutung der lebendigen Zahlen von 1 bis 4 und euch wurde die Bedeutung der Zahl 5 eröffnet, da die Zeiten sich beschleunigt haben. Seid damit zufrieden, was euch bis jetzt offenbart wurde und was bevorsteht, in Zukunft eröffnet zu werden. Das, was euch heute eröffnet wurde, stellt den Weg dar, auf dem wir auf die göttlichen Segnungen treffen. Ihr sollt diesen Weg studieren und ihn befolgen. Tag und Nacht, Licht und Dunkelheit. Die Dunkelheit ist mit furchtbaren Dingen verbunden: mit Schlangen, Tigern, Löwen, Erdbeben, mit dem Tod. Das Licht und die Dunkelheit sind Prozesse, die im Bewusstsein vor sich gehen. Betrachtet man sie als äußere, mechanische Prozesse, verlieren sie ihre Bedeutung. Die Prozesse Tod und Leben sind ebenfalls nicht nur äußerliche, mechanische, sondern innere bewusste Prozesse. Man sagt über jemanden, dass er gestorben sei. Das ist kein mechanischer Prozess, sondern ein organischer. Dieser Mensch ist in die Erde gesät worden und nach gewisser Zeit wird er wachsen, das heißt auferstehen. Wenn der Mensch nicht stirbt, kann er nicht auferstehen. Tod und Auferstehung sind zwei Prozesse, die im menschlichen Bewusstsein stattfinden. Nur wer gestorben ist, nur der hat die Möglichkeit, aufzuerstehen; wer nicht gestorben ist, der kann nicht auferstehen. Zu sterben, das bedeutet, die furchtbarsten Widersprüche zu durchlaufen und dann aufzuerstehen. Jona verbrachte drei Tage im Bauch des Fisches und dann ist er auferstanden. Als ihn Gott zum Predigen nach Ninive schickte, weigerte er sich, das sah für ihn gefährlich aus. Aber als er drei Tage im Bauch des Fisches verbracht hatte, sah er, dass es etwas Gefährlicheres als die Aufgabe gab, die Gott ihm erteilt hatte. Dass Jona vom Fisch verschlungen wurde, ist kein gewöhnlicher Tod, sondern der Übergang vom Licht in die Finsternis. Das ist dasselbe, wie von der Höhe in einen Abgrund zu fallen. Der umgekehrte Prozess ist das Aufsteigen, das Hinausgehen ins Licht oder die Auferstehung. In der Heiligen Schrift steht: "`An dem Tag, an dem Du von den Früchten des verbotenen Baumes isst, wirst du sterben."'\footnote{Vgl. 1. Mos, 2,17.} Gott befahl Adam, nicht von den Früchten des verbotenen Baumes zu essen, aber er gehorchte nicht und übertrat das Gebot Gottes. Gott befahl Jona, nach Ninive zu gehen und zu predigen, er hielt sich jedoch nicht an das Gebot. Beide verloren die guten Bedingungen des Lebens und gerieten in den Tod: Adam verlies das Paradies, Jona kam in den Bauch des Fisches. Beide kamen vom Licht in die Finsternis, vom Leben in den Tod. Wegen eines Apfels haben Adam und Eva das Paradies verloren. Der Apfel hätte schön sein können, aber er barg in sich Gift. Wer von den Früchten dieses Apfels essen wird, wird sterben. Um sich zu retten, soll er sich ergeben. Adam übertrat das Gebot Gottes und versteckte sich. Lange Zeit suchte Gott im Paradies nach ihm, Adam schwieg jedoch -- zum ersten Mal wendete Adam das Schweigen an. Schließlich fand ihn Gott und fragte ihn: "`Adam, warum versteckst du dich?"' "`Ich habe mich, Herr, vor deinem Antlitz gefürchtet."' Das Gespräch zwischen Gott und Adam ist das zwischen der Seele und ihrem Schöpfer. Adams Verlassen des Paradieses stellt den Anfang des menschlichen Lebens, die Rückkehr in das Paradies, das Ende dieses Lebens dar. Tritt der Mensch erneut ins Paradies ein, werden für ihn die Leiden aufhören und er tritt in das neue Leben, in das Leben der Freude und Fröhlichkeit ein. Das irdische Paradies befindet sich an den Polen -- am Südpol und Nordpol. Der Mann lebt am Südpol, die Frau am Nordpol. Also befindet sich Adams Paradies am Nordpol und Evas Paradies am Südpol. Der Nordpol stellt außerdem die Verstandeswelt, der Südpol die geistige Welt dar. Das sind Symbole, derer wir uns bedienen können, um gewisse Ideen zu klären. Spricht man über das Paradies, kommen im Bewusstsein des Menschen als Kontrast die Begriffe Hölle und Sünde hervor. Über diese Begriffe darf man nicht viel nachdenken und sprechen. Warum? -- Weil das reine Tuch leicht schmutzig wird. Es reicht, es ein paar Mal mit den Händen zu wenden und es wird unrein. Danach soll es gewaschen werden. Die Sünde lässt sich nicht leicht reinigen. Das ist ein Schlamm, der seinen Ursprung in der fernen Vergangenheit hat. Nur die Offenbarung ist in der Lage, ihn zu beseitigen, nur sie ist in der Lage, etwas Wertvolles aus ihm zu machen. Über großes Wissen muss der Mensch verfügen, um sein Bewusstsein von den Flecken des sündhaften Schlamms zu befreien. Sagst du jemandem ein beleidigendes Wort oder richtest du einen schiefen Blick auf ihn, wirst du dir große Mühe machen müssen, bis du dein Bewusstsein von der Finsternis befreien kannst, die das Bewusstsein überschattet hat. Um mit der Sünde fertig zu werden, soll der Mensch sein Bewusstsein erheben und in das neue Leben eintreten. Es ist an der Zeit, dass sich die Menschen aus dem jetzigen Zustand herausbegeben und die alten Ansichten, die Kritik, die sie mehr behindert, als aufklärt, ablegen. Studiert die Welt, die Gott geschaffen hat, ohne sie zu kritisieren. Die Aufgabe des Menschen ist zu lernen und das Gelernte anzuwenden, um den Sinn des Lebens und seine Bestimmung als Mensch zu verstehen. \begin{center} \textit{Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.} \end{center} \begin{center} 25. Juni 1942, 5.00 Uhr -- Die Sieben Rila-Seen\footnote{Aus dem Bulgarischen Mariya Kireva.} \end{center}
  4. Das Eine und das Unteilbare "`Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden."'\footnote{Mt 5,4.} Wen tröstet man? -- Den Trauernden. Wer niemals traurig war, den kann man nicht trösten. "`Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben."'\footnote{Mt 5,5.} Warum werden die Sanftmütigen das Land erben? -- Nur dem Sanftmütigen kannst du etwas geben, das er sich nicht aneignet, nicht zerbricht und nicht verdirbt. "`Glückselig, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden."'\footnote{Mt 5,6.} Wer nicht nach der Gerechtigkeit hungert und dürstet, der kann nicht gesund sein. "`Glückselig die Barmherzigen, denn ihnen wird Barmherzigkeit widerfahren."'\footnote{Mt 5,7.} Wollt ihr die Barmherzigkeit erfahren, dann seid barmherzig. Wer nicht barmherzig ist, dem wird die Barmherzigkeit nicht widerfahren. "`Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen."'\footnote{Mt 5,8.} Mit anderen Worten gesagt: Glückselig sind diejenigen, die reinen Herzens sind, denn sie werden die Liebe in ihrer Herrlichkeit und Größe sehen. Wer nicht reinen Herzens ist, kann die Liebe nicht sehen. Wenn er die Liebe nicht sieht, dann geht er in der Dunkelheit und stolpert immer. Die heutigen Menschen stolpern, da sie die Liebe nicht sehen. "`Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen.\footnote{Mt 5,9.} Wie soll der Friedensstifter sein? -- Stark. Der Schwache kann kein Friedensstifter sein. Er will Frieden, aber fürchtet sich davor, genötigt zu werden. Der Starke bringt aber Frieden, deshalb wird er Sohn Gottes genannt. "`Glückselig die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich der Himmel."'\footnote{Mt 5,10.} Was für ein Reich du auch immer zu wünschen vermagst, würdest du seinetwegen verfolgt werden. Um das Weizenkorn von der Ähre zu trennen, werdet ihr die Pferde auf die Tenne jagen müssen. Die Pferde, die auf den Weizen treten, stellen die Widersprüche in der Verstandeswelt und in der Welt des Herzens dar. Der Weizen muss viele Widersprüche überwinden, damit aus ihm ein hochwertiges Korn wird. "`Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel."'\footnote{Mt 5,3.} Wer ist arm im Geist? -- Derjenige, der seinen Geist nicht auf die irdischen Dinge richtet. Spannt euren Geist nicht in die irdischen Dinge ein, wie der Landwirt, der seinen Ochsen in den Wagen einspannt und ihn zum Pflügen treibt. So wie der Ochse in dieser Lage nicht frei sein kann, so kann der Geist nicht Herr im himmlischen Reich werden. Seid folglich arm im Geiste, um außerhalb der irdischen Einschränkungen zu sein. Der Arme im Geiste will nichts aus der materiellen Welt und kann deshalb frei von ihren Banden sein. Kann der Mensch ohne materielle Güter leben? -- Wenn der Mensch auf der Erde lebt, benötigt er materielle Güter, aber er soll sich dennoch nicht mit ihnen verbinden. Wer hat ein materielles Gut mit sich ins Jenseits genommen? -- Niemand hat etwas dorthin mitgenommen. Nicht einmal ein einziges Haar könnt ihr ins Jenseits mitnehmen. Ein junger Mann heiratete eine junge Frau, die sich ständig mit Goldmünzen schmückte. Als er die Goldmünzen sah, dachte er, dass sie aus reinem Gold bestehen und freute sich sehr darüber, sich abgesichert zu haben. Was wurde letztendlich daraus? -- Die Goldmünzen waren nicht echt. Das irdische Leben ist voll mit solchen unechten Goldmünzen. Heiratet keine solche Braut, die sich mit unechten Goldmünzen schmückt, so schön sie auch sein mag. Haltet den folgenden Gedanken in eurem Verstand fest: "`Wirklich ist nur dasjenige, das euch folgt. Wenn das Geld euch folgt, ist es lebendig, eine wirkliche Größe; folgt es euch aber nicht, ist es falsch, nicht wirklich und man kann sich darauf nicht verlassen. Nicht nur die junge Frau darf die Goldmünzen tragen, sondern auch der junge Mann. Und wenn er seine Geliebte trifft, soll er ihren Hals mit drei Goldmünzen schmücken; die eine soll aus der Liebe hervorgehen, die andere aus der Weisheit, die dritte aus der Wahrheit. Wenn er sie mit diesen drei Goldmünzen nicht schmückt, dann wird ihre Beziehung keinen Erfolg haben. Wenn ihr jemandem predigt, dann sollt ihr seinen Hals auch mit diesen drei Goldmünzen schmücken. Was bedeuten die drei Goldmünzen? -- Die drei Tugenden: Liebe, Weisheit und Wahrheit. Dank ihnen haben die Vernunftwesen die Augen, die Ohren und den Mund des Menschen geschaffen. Weil sie uns lieben, hat die Liebe den Mund, die Weisheit die Ohren und die Wahrheit die Augen geschaffen. Wer hat unsere Nase geschaffen? -- Gott. Er hat sie geschaffen, damit wir den Duft der Blumen wahrnehmen können. Die Söhne der Weisheit haben unsere Hände und Beine geschaffen. Diejenigen von euch, die hier auf den Berg gekommen sind, denken, dass sie allein sind, dass sie von niemandem umgeben sind. Sie irren sich -- viele Wesen umgeben sie: die Sonne, die Luft, die Gewässer, die Steine. Ihr werdet sagen, sie seien nicht lebendig und verstünden nichts. Wer so denkt, befindet sich in den Illusionen des Lebens. Alles, was euch umgibt, ist lebendig. Damit ihr euch aber davon überzeugt, müsst ihr die Illusionen durchleben, um sehen zu können, dass sie nicht diesen Inhalt haben, den ihr ihnen verleiht. Bis das Kind zur Weisheit seines Lebens, also zum wahren Licht kommt, soll es einige Schulen durchlaufen. Zunächst kommt es in die Grundschule, in der die Lehrer ihm das Alphabet beibringen; dann bringen sie ihm das Buchstabieren bei und ganze Wörter und Sätze zu bilden. Wenn das Kind das Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt hat, kommt es in die Mittelstufe, dann ins Gymnasium und schließlich in die Universität. Nachdem der Mensch die Wissenschaft auf der Erde abgeschlossen hatte, wurde die Natur für ihn lebendig und er betrachtete sie als etwas Lebendiges und Vernünftiges. Erst jetzt kann er sein Wissen den anderen Menschen weitergeben. Wer das Alphabet nicht beherrscht, der kann nicht schreiben; wer die Wörter nicht beherrscht, der kann nicht sprechen; wer die Gesetze des Lebens nicht versteht, der hat keinen richtigen Bezug zu den Dingen und kann die Aufgaben nicht lösen. Da viele die Gesetze des Lebens nicht kennen und nicht wissen, welche Verbindungen zwischen den Seelen bestehen, bedauern sie es, dass niemand sie liebt. Sie vermuten nicht, dass alle Vernunftwesen sie lieben. Es gibt kein vernünftiges Wesen in der Welt, das euch nicht liebt. In jedem Moment bringen sie euch irgendein Geschenk, stellen es leise vor euch hin und gehen unbemerkt weg. Der Mensch soll wach sein, um die Geschenke der Liebe im rechten Moment anzunehmen. Lenkt er sich ab, werden die nicht fortgeschrittenen Wesen sofort kommen, die die Geschenke für sich nehmen werden. Wenn ihr das wisst, seid wach, um euch von den unvernünftigen Wesen, die euch umgeben, zu befreien, um die Geschenke der Liebe zu bekommen und diese Geschenke richtig anzuwenden. Wie werdet ihr euch von diesen Wesen befreien? -- Indem ihr sie einschläfert. Schlafen sie ein, werdet ihr frei sein und leicht mit den Gaben zurechtkommen, die euch gegeben werden. Wenn sie wach werden, könnt ihr ihnen das geben, was ihr möchtet. Was ist die Ursache dafür, dass der Mensch sein Herz manchmal leer fühlt, als ob nichts in ihm wäre? -- Die Ameisen, die alles fressen und die Mäuse, die alles zernagen. Sie sind an äußeren Dingen interessiert und greifen sie an. Wenn ihr wissen möchtet, ob ein gewisser Mensch solche Wesen in sich birgt, betrachtet, wohin er sieht, wenn ihr mit ihm sprecht. Schaut er nach links oder nach rechts, dann sucht er nach etwas Essbarem sowie nach dem Weg, wie er leicht an das kommen kann, was ihn verführt. Ihr sollt wissen, dass diese Wesen den Menschen angegriffen haben. Er spricht, aber unterbricht von Zeit zu Zeit seinen Gedanken. Aber was auch immer ihr in eurem Gesprächspartner seht, sollt ihr schweigen, wie die Steine schweigen, die zusammen mit euch hier sind. Sie hören zu, aber schweigen. Um euch herum gibt es viele Zuhörer -- die Steine, den Wind, die Sonne und andere. Mindestens zwölftausend Zuhörer gibt es hier. So viele Zuhörer zu haben, das bedeutet, bei der größten Versammlung in der Welt anwesend zu sein. Sie können allerdings in einer Haselnuss versammelt sein, sie können auch den ganzen Raum erfüllen. Dasselbe können wir über den Menschen sagen: Er ist klein und groß. Als Geist kann er einen großen Raum einnehmen; als Mensch, der auf der Erde zu Fleisch geworden ist, kann er klein werden. Wenn der Mensch fotografiert wird, dann wird er klein und man kann ihn gerade noch sehen. Nun, der Mensch lebt im Raum als Geist und auf der Erde als Fleisch. In beiden Fällen ist er in die Liebe der leuchtenden Vernunftwesen getaucht. Der Äther und die höheren Welten werden von Wesen bewohnt, die eine gewisse Beziehung zu uns haben. Wie sich die Luft zum Wasser der Dichte nach verhält, so verhält sich auch der Äther zur Luft. Es gibt Bereiche, die dünner als der Äther sind. In Bezug auf sie ist der Äther eine dichte, kompakte Masse. Das Licht gleitet über seine Oberfläche wie über eine Ebene. Was ist die Ursache, dass das Licht auf die Erde kommt? -- Eine Spannung oder ein Impuls? -- Wie die dichte Luft danach strebt, sich auszubreiten, einen größeren Raum einzunehmen, so strebt auch der leuchtende, engelhafte Gedanke danach, sich auszubreiten, um ein größeres Volumen einzunehmen und um eine gewisse Arbeit zu verrichten. Wir vernehmen diesen Gedanken als Licht und benutzen ihn. Das Licht, das wir erhalten, ist nichts anderes als ein Geschenk der Liebe. Also der Mensch stützt sich und lebt dank der Liebe der vernünftigen Welt. Wer die Äußerungen der Liebe nicht versteht, der gerät in große Widersprüche. Er sucht einen Menschen, der ihn liebt und wenn er einen solchen findet, beginnt er, ihn zu begrenzen und will ihn nur für sich behalten. So verstrickt er sich und verliert die Liebe. Denkt nicht, dass ihr die Liebe eines Menschen verlieren werdet, wenn er euch und andere liebt. Je mehr Menschen ihr liebt, desto mehr erweitert sich eure Liebe. Wenn zwei Häuser nach Osten ausgerichtet sind und die gleiche Anzahl von großen Fenstern haben, werden sie in gleichem Maße von der Sonne beschienen, d.h. sie werden dieselbe Menge Licht empfangen. So verhält es sich auch mit der Liebe. Erinnert euch: Die Liebe Gottes ist zu allen Wesen dieselbe, seien sie vollkommen oder unvollkommen. Die Liebe Gottes ist ewig und unveränderlich. Der Eine wird mehr geliebt, da er sich mehr für das Licht und für die Liebe geöffnet hat und mehr empfängt. Der andere hat sich verschlossen, deshalb empfängt er weniger -- von ihm hängt es ab, mehr zu bekommen. Wenn er sich öffnet, wird er mehr Licht und mehr Wärme erhalten. Allerdings liebt Gott beide gleich: Öffnen sie sich gleich, werden sie gleich empfangen. Befreit euch von dem Irrtum zu denken, dass Gott, indem er alle Wesen liebt, seine Liebe zu euch verringert. Die Liebe Gottes oder eines jeden Wesens zu euch ist besonders. Wen Gott auch neben euch liebt und wie sehr Gott ihn liebt, Seine Liebe zu euch kann von niemandem genommen werden -- sie gehört euch und ist besonders. Richtig ist es, euch zu freuen, wenn ihr liebt und geliebt werdet. Freut euch über die Äußerungen der Liebe zu einem oder zu allen. Die Liebe ist das Eine und Unteilbare. Das Einzige, das sich nicht teilen lässt, ist die Liebe. Die Liebe jedes Menschen, jedes lebendigen Wesens, ist auch deine Liebe. Die Liebe hat dieselbe Beziehung sowohl zu dem einzelnen Menschen als auch zu allen. Wer den Ochsen liebt, liebt auch den Menschen. Wenn sich der junge Mann verliebt, dann wird er weich und sanft auch zu den Tieren. Wenn er davor den Ochsen mit dem Ziemer geschlagen hat, hört er, nachdem er sich verliebt hat, auf, ihn zu schlagen. Er weiß, dass der Ochse ein lebendiges Wesen ist, das Liebe benötigt, wie seine Geliebte. Warum schlägt man den Menschen? -- Aus zwei Gründen: entweder wegen seiner Lieblosigkeit oder wegen seiner Liebe zu den anderen Menschen. Ein Vater schickte seinen eigenwilligen Sohn in die Schule und sagte dem Lehrer: "`Mein Sohn ist sehr hartnäckig und eigenwillig. Wenn er sich etwas zuschulden kommen lassen sollte, schlagen Sie ihn nicht, sondern schreiben Sie sich auf, wie viele Fehler er gemacht hat und wie viel Schläge ihm erteilt werden sollen, sodass, wenn ich zu Ihnen komme, ich die Schläge bekomme."' Danach wandte er sich an seinen Sohn mit den Worten: "`Mein Sohn, pass auf, damit man mir weniger Schläge erteilt."' Hier erträgt der Vater die Prügel aus Liebe zu seinem Sohn; da er ihn liebt, will er nicht, dass er geschlagen wird. Wenn man den Sohn schlägt, würde der Vater mehr leiden, deshalb bevorzugt er, anstelle seines Sohnes geschlagen zu werden; er nimmt freiwillig die Leiden und die Strafen auf sich. Es gibt Fälle, in denen die Liebe zu jemandem euch Leiden zufügt, ohne dass derjenige das wünscht. Ein junger Mann hat sich in eine schöne junge Frau verliebt, die allerdings seine Liebe nicht erwiderte. Um die Kraft seiner Liebe auf den Prüfstand zu stellen, sagte die junge Frau: "`Ich werde dich lieben, wenn du das Herz deiner Mutter herausreißt und es mir in einer Schachtel bringst."' Der junge Mann erfüllte den Wunsch der jungen Frau. Er riss das Herz seiner Mutter heraus, legte es in eine Schachtel und ging mit Freude, dass er bereits ihre Liebe hat, zu seiner Geliebten. In der Eile stolperte er und verletzte sich stark am Bein. In diesem Moment fragte ihn das Herz besorgt: "`Mein Sohn, hast du dir wehgetan?"' Was ist der Grund für die Leiden im Leben des Menschen? -- Der Wunsch des Menschen, die Liebe zu teilen. So sehr ihr euch auch bemüht, die Liebe bleibt die Eine und Unteilbare. Wer versucht, sie zu teilen, setzt sich selbst Leiden und Widersprüchen aus. Folglich verursacht die Liebe bei denjenigen Leiden, die sie teilen wollen und nicht verstehen, dass sie unteilbar ist. Die Liebe bringt denjenigen Freude, die sie verstehen und wissen, dass sie die Eine und Unteilbare ist. Wer die Liebe nicht versteht, fügt ihr Eigenschaften hinzu, die vollkommen verschieden von ihrem Wesen sind. Sie haben die Rolle von Ablagerungen, welche die Liebe zur Arbeit einspannt und letztendlich kommt aus ihnen etwas Wertvolles heraus. Die Liebe trägt die Lieblosigkeit in sich und spannt sie zur Arbeit ein. Wenn man über das Nichtverstehen der Liebe spricht, kommen wir zu den Propheten und sehen, dass sie die Liebe auch nicht vollkommen verstanden haben. Sie wandten sich an die Hebräer mit den Worten: "`Gott wird euch für immer aus seinem Antlitz vertreiben."' Aber es geschah nicht so. Es war ausreichend, dass sie es bereut haben, damit ihnen Gott vergebe. Das zeigt, dass die Propheten nicht immer die Liebe Gottes verstanden haben. Viele fragen sich, warum sie leiden, wenn Gott sie liebt. Das ist sehr natürlich! Solange der Mensch gegen die Liebe Gottes ist, ist er Leiden ausgesetzt. Danach schreibt er der Liebe Eigenschaften zu, die ihr nicht eigen sind. Viele Eigenschaften hat die Liebe, aber in allen ihren Äußerungen bleibt sie die Eine und Unteilbare. Unzählig sind die Äußerungen der Liebe, mannigfaltig sind ihre Formen, durch die sie sich äußert, aber hinter allem steht die eine und unteilbare Liebe Gottes. Der Landwirt kann das Weizenkorn in unterschiedlicher Weise säen, aber das Resultat wird ein und dasselbe sein -- das Weizenkorn wird wachsen und Früchte tragen. Was die Äußerungen der Liebe auch sein mögen, sie sind gleich wertvoll. Manche von ihnen tragen sofort Früchte, die anderen nach kürzerer oder längerer Zeit. \begin{center} \textit{Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.}\footnote{Joh 17,3.} \end{center} \begin{center} 22. Juni 1942, 5.00 Uhr -- Die Sieben Rila-Seen\footnote{Aus dem Bulgarischen Mariya Kireva.} \end{center}