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  1. Das hohe Ideal Die Natur liebt nur diejenigen, die ein hohes Ideal in ihrem Leben haben. Sie nennt sie ihre geliebten Kinder und kennt sie mit Namen. Diejenigen aber, die kein Ideal haben, sind nicht in ihr Buch eingeschrieben. Sie sind in ihren Kellern gelassen, für spätere Tage, für ferne Zeiten. Wenn ihr euch also manchmal verlassen fühlt und meint, niemand kümmere sich um euch, als ob ihr von Gott, von der Natur vergessen seid, müsst ihr wissen, dass der Fehler an euch liegt – ihr habt eben kein hohes Ideal. Das ist eine Regel, ein Gesetz. Jeder kann selbst sein Leben, sein Schicksal verbessern, sich von Unglück und Leiden befreien. Jeder kann aus diesem vergessenen Keller der Natur herauskommen, selbst einer der in der tiefsten Tiefe dieses Kellers Vergessenen. Wenn er eines Tages ein hohes Ideal hat, wird er anfangen, wie eine Schnecke nach oben zu kriechen und es wird nicht lange dauern, bis er an die Oberfläche gelangt, wo ihn die Sonne wieder bescheint. Die Natur wird dann sagen: „Da ist eins meiner Kinder, welches auferstanden ist!" Was ist an sich der Tod und was die Auferstehung? Der Tod bezieht sich auf die in den Kellern der Natur vergessenen Kinder, d.h. auf die Kinder ohne Ideal. Die Auferstehung bezieht sich auf die Kinder, welche aus den tiefen Kellern der materiellen Welt herauskommen, d.h. auf solche mit hohem Ideal. Damit du aus diesem Keller herauskriechen kannst, brauchst du Willen und beispiellosen Glauben. Man hört oft: „Ich esse, was ich finde, treffe keine Auswahl der Gerichte beim Essen; ich kleide mich, womit es auch sei, Farbe und Qualität des Stoffs spielen dabei keine Rolle." Ein solcher Mensch will sich bescheiden geben, als jemand, der sich mit den Bedingungen abfindet. So ist es aber nicht. Ein Mensch, der da sagt, dass er alles esse, das ist ein Mensch ohne Ideal oder mit niederem Ideal, wie ein alles fressendes Tier. Der da isst, muss die auserlesenste Nahrung, die die Natur gibt, essen, die Nahrung, die am besten wirkt – nichts weiter! Die Natur wird jeden einzelnen von euch leicht erkennen. Wie erkennt sie ihn? Jeden Tag stellt sie ihn vor eine Prüfung. Und wisst ihr, was für ausgezeichnete Prüfungen sie ihm stellt? Um zu erfahren, was in den Falten eurer Seele, eures Verstandes, eures Herzens steckt, um zu erfahren, was ihr verschwiegen habt, wonach es euch drängt und was aus euch werden kann, zieht sie in ihren Gärten die herrlichsten Obstbäume und schmückt sie mit Früchten verschiedener Art. Sie wird dich in einen solchen Garten einlassen und aufpassen, nach welcher Frucht du greifen wirst. Wenn du die beste Frucht findest, wird sie sagen: „Das ist ein vernünftiges Kind, ein Kind mit hohem Ideal!" Sofort wird sie in ihr Buch eintragen: „Aus dir kann etwas werden!" Bist du zu faul auf den Baum zu klettern, um die beste Frucht zu pflücken, dann hat die Natur eine andere Meinung von dir. Die Frucht, die du vom Baum pflückst, muss die beste sein. Es könnte dich beim Pflücken das Leben kosten, wenn du aber hinaufsteigst und sie nimmst, wird die Natur sagen: „Dieses Kind ist mutig, es nimmt das Beste." Wenn jedoch dieses Kind aufsieht und sagt: „Wer wird jetzt da hinaufklettern?" und sich dann umschaut um zu sehen, ob nicht vielleicht eine Frucht auf den Boden gefallen sei, oder nach einem nahen Ast greift, sagt sie: „Das ist eins von den vergessenen Kindern, aus dem wird nichts werden." Jetzt merkt euch alle: Die Natur schaut nur auf euer inneres Streben. Sie stellt nur die Tatsachen fest, sie beobachtet sie nur und was sie sieht, das schreibt sie nieder. Wenn sie über euch nur das Allerbeste notiert hat, so seid ihr die Ursache dafür. Wenn sie etwas aufgeschrieben hat, das euch nicht empfiehlt, so seid wieder ihr die Ursache. Sie hat nichts von sich hinzugefügt, noch weggelassen. Sie hat einfach die Tatsache niedergeschrieben, aus welcher sie ihren Schluss zieht. Welches sind die Schlüsse, die auf euer Leben wirken werden? Das ist eure Wahl, die ihr getroffen habt! Ich werde euch ein kleines Beispiel geben, um diesen Gedanken zu erläutern. Eine Ägypterin namens El-Thamar war die Tochter des ärmsten Bauern. Sie war sehr vernünftig, intelligent, tugendhaft und sehr bescheiden. Als sie in die Schule kam, fragte sie ihr Lehrer: „Willst du heiraten oder willst du Jungfrau bleiben?" Sie sagte: „Ich habe nur ein Ideal auf Erden. Ich habe beschlossen, ich werde heiraten, aber nur, wenn es der Königssohn ist Wer auch sonst es sein mag, wenn es nicht der Königssohn ist, so werde ich ihm absagen. Diese Wahl habe ich. Sollte er nicht kommen, so bleibe ich Jungfrau." Ihr werdet sagen: „Dummes Zeug!" Nein, sie hat ein Ideal. „Wenn der Königssohn kommt, dann heirate ich, wenn nicht, so brauche ich gar keine Ehe." Worin besteht jetzt die Anwendung dieses hohen Ideals im Leben? Wenn du einen Glauben hast, wenn du eine Lehre, ein Maß, ein Muster, ein Herz, einen Verstand, eine Seele hast, so müssen sie von einem hohen Ideal beseelt sein. Wenn du einen Geist hast, so soll dieser Geist der Sohn der Wahrheit sein! Gehen wir jetzt zum Vergleich über. Wer ist der Sohn der Wahrheit? Das ist der Königssohn, das Ideal einer jeden Seele. Oder du gehst zum Sonnenaufgang. Gehe nicht, wenn die Sonne schon hoch über dem Horizont steht. Du musst schon beim ersten Strahl, der sich zeigt, draußen sein. Der ist der wichtigste, das ist der Königssohn. Bist du nicht zum ersten Strahl draußen, so sind die anderen Strahlen nicht viel wert. Siehst du nicht den ersten Sonnenstrahl, so hast du den Sonnenaufgang verpasst. Den ersten musst du auffangen, die nächsten brauchst du nicht. Sei zum ersten Sonnenstrahl draußen und dann gehe heim. Manche fragen: „Warst du zum Sonnenaufgang?" – „Ja, ich war da, ich habe gesehen, wie die Sonne aufging." Ich sage: Den ersten Strahl hast du nicht gesehen. Alle anderen Strahlen sind die letzten Früchte dieses mächtigen Baums. Aus dir wird nichts werden. Wenn du auf die Höhen gehst, sage nicht: „Ich trinke, was für Wasser ich auch finde." Nein! Wenn du die klarste Quelle aufsuchst und von dort, wo das reinste Wasser herausquillt, trinkst, so bist du ein Mensch mit einem hohen Ideal. Trinkst du jedoch vom Rande des Flusses, so bist du ein Mensch mit einem niederen Ideal. Manche von euch würden sagen: „Ich kann auch hier trinken." Nein, dann hast du keinen Charakter! Der Schüler einer okkulten Schule muss sich von allen unterscheiden. Gehst du zur Quelle, wenn es dich auch Mühe kostet, so wirst du doch aus der Mitte trinken. Ein jeglicher muss das reinste Wasser trinken. Tust du das, so hast du schon ein hohes Ideal. Wenn du auf eine Bergspitze steigst, so gilt wieder dasselbe Gesetz. Mancher sagt: Ich bleibe, wo es auch sein mag. Nein! Auf dieser Bergspitze wirst du den besten Platz aussuchen, die schönste Stelle, die in deiner Seele die tiefsten Eindrücke hinterlassen kann. Und steigst du herab, so musst du diese Erinnerung in deinem Herzen tragen. Wende dieses hohe Ideal überall in deinem Leben an! Wenn du Bücher liest, so ist das Gesetz dasselbe. Lies die Bücher der berühmtesten Schriftsteller, die Bücher der ersten Philosophen, die Bücher der hervorragendsten Prediger. Liest du diese nicht, so hast du keine Auswahl. Wenn du dir einige Gemälde ansehen willst, gehe und betrachte die Gemälde der berühmtesten Maler, und nicht diejenigen der gewöhnlichen. Die gewöhlichen Bilder wirst du sehen, wenn du die Leute betrachtest – wer wann isst und wie er isst, wie er geht usw. Wenn du jedoch nach dem hohen Ideal wählst, wirst du nur ein Gemälde betrachten. Das einzige Gemälde in der Welt, das genügt. Dieses Gemälde wird dasjenige des berühmtesten Malers sein – des Malers mit einem hohen Ideal. Suchst du einen Freund, so gilt wieder dasselbe Gesetz. Suche den edelsten, den gescheitesten, den intelligentesten, den besten, den mit dem reinsten Herzen aus. Erwählt der Mann eine Frau – wieder dasselbe Gesetz. Erwählt die Frau einen Mann – wieder dasselbe. Weicht nicht von dieser Regel ab! Das Abweichen von dieser Regel bringt Tausende von Leiden über diese Welt. Ich spreche von den ideellen Dingen, von den Prinzipien, die ihr täglich anwenden müsst. Manchmal werdet ihr sagen, dass euer Ideal nicht recht ist. Gut, jetzt ist es nicht recht, aber was für ein Ideal werdet ihr im nächsten Augenblick aussuchen? Nehmen wie an, heute habt ihr den Tag verfehlt, ihr habt den ersten Sonnenstrahl nicht abgewartet. Dann sollt ihr aber morgen wieder gehen ihn abzuwarten. Wenn ihr ihn auf dieselbe Weise abwartet wie vorher, so habt ihr wieder den Tag verfehlt, aber wenn ihr im Laufe des heutigen Tages musterhaft seid, so habt ihr den ersten Sonnenstrahl abgewartet. Morgen könnt ihr wieder den ersten Strahl abwarten. Auf diese Weise werdet ihr euer Leben verbessern. Der beste Gedanke, das beste Gefühl, die beste Tat, welche eure Seele durchdringen, enthalten den ersten Sonnenstrahl in sich. Wenn wir uns daran machen, unser Leben zu verbessern, so gilt dieselbe Regel. Wenn du dein Leben verbessern willst, ergreife den größten Fehler, den du begangen hast, gib dich nicht mit dem kleinen ab, suche den größten heraus und halte ihn dir vor Augen, einen Tag, zwei, drei Tage, eine Woche, einen Monat, ein Jahr, zehn Jahre, bis dieser Fehler zuletzt begreift, dass er einen Menschen vor sich hat, und sagt: „Ich kapituliere, du bist der Stelle wert, die du einnimmst." Es gibt Schüler, die sich, wenn sie zwei-dreimal durchfallen, wenn sie Misserfolg in ihrem Leben haben, von jedem Ideal lossagen, verzweifeln, das Kriegsfeld verlassen und sagen: „Aus uns kann nichts werden." Das sind Leute ohne ein hohes Ideal. Wozu seid ihr auf Erden berufen? Ist es zu einem Gastmahl? Nein! Ihr seid berufen um zu sehen, was für einen Charakter ihr habt, wie euer Verstand entwickelt ist. Wenn die Natur euch zu Tisch lädt, betrachtet sie euch. Sie hat Augen und sieht, wie ihr euch benehmt. Sie sieht, wie ihr eure Gabeln und Löffel haltet, inwieweit eure Servietten sauber sind. Alles sieht sie und daraus schließt sie, was aus euch werden kann. Wenn man euch zu einem Gastmahl ladet und ihr mit der zweiten Runde zu Tisch sitzen müsst und man euch einen Teller, aus welchem schon ein anderer gegessen hat, vorsetzt und ihr aus demselben Teller esst, glaubt ihr, dass ihr ein Mensch mit einem hohen Ideal seid? Ihr würdet mich fragen: „Was sollen wir denn machen?" Ihr werdet einen reinen Teller mitbringen und wenn ihr hingeht, werdet ihr fragen: „Bitte, wird bei euch ein reiner Teller zu finden sein?" – „Nein!" – „Ich habe meinen Teller." Du wirst ihn hinreichen und dir einschöpfen lassen. So wirst du essen. Nachher wirst du deinen Löffel, deine Gabel, dein Messer, deine Serviette und was man sonst noch braucht, herausholen und wirst rein essen. Habt ihr verstanden? Das ist eine Regel für die okkulten Schüler. Ihr würdet sagen: Wie können wir diese Regel anwenden, wenn wir zu Gast geladen sind? Merkt euch, wie ich meine Gäste beköstigen würde. Wenn ich euch eines Tages zu Tisch lade, werde ich zehn Laib Brot beim besten, berühmtesten, pünktlichsten, gescheitesten, edelsten Bäckermeister bestellen. Den werde ich herausfinden, der wird das Brot gut vorbereiten und gut ausbacken. Wenn ich euch ein Gastmahl geben will, so werde ich auf diese Weise vorgehen. Außerdem wird es auf meinem Tisch weder Teller, Löffel, noch Messer oder Gabeln geben. Ich werde euch diese zehn Laib Brot vorsetzen, werde euch die auserlesensten Trauben, von den besten Weinstöcken meines Weinbergs gepflückt, bringen. Dann werde ich die schönsten Äpfel von den besten Apfelbäumen bringen. Darauf werde ich einem jeden eine Traube, gut gewaschen, in die Hand geben. Eure Teller, das sind eure Hände. Ich werde das Brot brechen und einem jeden ein Stück in die Hand geben. So werde ich euch bewirten. Habt ihr verstanden? Eine Rebe, eine Birne, einen Apfel, eine Nuss, ein Stück Brot, dann werden wir uns angenehm unterhalten. Es wird kein Klappern mit Löffeln, Messern, Gabeln und Tellern geben. Alles wird ohne Lärm vor sich gehen. Servietten werde ich auch nicht geben. Wisst ihr weshalb? Sobald ihr eure Hände beschmutzt habt, werde ich euch zu meiner schönsten Quelle führen und euch sagen: Wascht euch hier, dann nehmt eure Tücher heraus und trocknet euch die Hände. Das ist das Ideal des bewussten Lebens. Es gibt zum Beispiel sehr reiche Leute, die der Nahrung gegenüber außerordentlich anspruchsvoll sind, die jedoch in moralischer Beziehung, in geistiger Beziehung kein solches Ideal, kein hohes Ideal haben. Du siehst einen Reichen, der sehr aufmerksam auf das Brot, auf das Essen schaut, das gefällt mir, aber in anderer Beziehung, wenn er stiehlt, wenn er lügt, ist er nicht so aufmerksam. Ich sage: Du fängst gut an, aber du endest schlecht. Dein Ideal auf körperlicher Grundlage ist gut, aber in geistiger Hinsicht wird aus dir nichts werden. Mancher sagt: „Ich kann jeden lieben, wer es auch sein mag." Nein, ihr sprecht nicht die Wahrheit. Ich möchte einem von euch begegnen, der mir beweisen kann, dass er wirklich jeden, wer es auch sein mag, lieben kann, nicht nur mit Worten. Wir müssen die Liebe auf eine innere Probe stellen. Wenn du das Wort „Liebe" in seiner vollen Bedeutung aussprichst, so sollst du ihren vollen Inhalt fühlen. Welches ist der Inhalt der Liebe? In der Welt sollen wir vor allem nur Gott lieben, nichts weiter. Das ist die große Wahrheit. Jener Mensch, der nicht mit der Liebe zu Gott beginnt, aus dem kann nichts werden. Wenn euch meine Worte nicht wahr erscheinen, so könnt ihr die ganze Menschheitsgeschichte durchblättern und versuchen einen zu finden, der anders gehandelt hat. Ist aus ihm etwas geworden? Alle berühmten Leute, Genies, Heilige und Lehrer der Menschheit waren Menschen, die Gott liebten. Manche würden sagen: „Wenn diese Lehre nur Liebe zu Gott predigt, so werden wir die Menschen ganz vergessen." Nein, wir werden sie nicht vergessen, wir werden ihnen ein hohes Ideal geben. Wenn alle Menschen nach dem ersten Sonnenstrahl, nach dem Ideal der göttlichen Liebe streben, wisst ihr, wie da die heutige Welt und eure Seelen sein werden? Würden sie so leidend sein? Nein! Ich widerspreche allen denen, die da sagen, dass sie jeden, wer es auch sein mag, lieben können, oder dass sie die ganze Menschheit lieben. Ich sage, um alle zu lieben, muss man die Menschheit kennen. Das heißt, wenn du die Menschheit liebst, so kennst du die Menschen und sobald du die Menschen kennst, kannst du auch ihre Fehler verbessern. Ist es wirklich so? Du hast eine Frau, einen Sohn, eine Tochter, die auch Mitglieder der Menschheit sind, und du kannst dich mit ihnen nicht verstehen. Du musst sie doch auch lieben. Also ist deine Behauptung, dass du alle lieben kannst, nicht wahr? Das Kennen eines jeden hängt von deiner Liebe zu Gott ab. In der Erfüllung des göttlichen Willens liegt die Kraft der menschlichen Seele. Eure Liebe zu Gott schließt euer Glück ein. So behaupte ich. Ihr sagt: „Mein Herz brennt, ich sterbe für ihn!" Ja, ihr lebt in der Liebe, die die Menschen tötet. Das ist keine Liebe, das ist der Tod. Das ist die Liebe des schwarzen Lichtes, die da die Menschenseele verdunkelt, verführt und zerlegt. Glaubt nicht, dass sich dieses Hohe in der Welt, diese lebende Natur von einer solchen Liebe verführen lässt. Gott hat eine große Eigenschaft – Er liebt in uns das Beste. Ihr werdet in der Heiligen Schrift diesen Vers finden: „Die Wahrheit im Menschen liebt Er." Das Höchste, das Reinste in uns, das liebt Gott. Mancher möchte wissen, ob sich Gott für unser Alltagsleben interessiert. Für euer Alltagsleben können sich tausend andere Menschen interessieren, nicht aber Gott. Wenn ich der erste Diener bei einem reichen Herrn bin und noch zehn andere Diener um mich herum habe, die mich ankleiden, meine Schuhe putzen usw., wird mein Herr auch kommen, um mich anzukleiden? Wird das vernünftig sein? Nein, den kümmert es nicht, wer mir meine Strümpfe anzieht und meine Schuhe putzt. Warum? Hundert Stiefelputzer sind für fünf Leva bereit deine Schuhe zu putzen. Mancher wird fragen: Ob wohl heute Gott mit meinen Schuhen zufrieden ist? Weshalb soll Gott mit deinen Schuhen zufrieden sein? Er kann mit diesem Stiefelputzer zufrieden sein, der es sich zum Ideal gesetzt hat: Dem ersten Mann, der heute zu mir kommt, dem werde ich die Schuhe am besten putzen. Wenn du zu diesem Stiefelputzer gehst, greifst du seine Idee auf und willst, dass sich Gott für deine Schuhe interessiert! Gott interessiert sich für den Stiefelputzer – eine Idee ist in ihm. Er hat die ersten Schuhe so gut geputzt, wie er konnte. Jetzt werde ich euch sagen, wie ihr als Menschen eines hohen Ideals in eurem Leben handeln müsst, wie ihr euch benehmen sollt. Wenn eine Frau für ihren Mann ein Hemd aus ganz gewöhnlichem Stoff näht, so hat diese Frau kein hohes Ideal. Sie muss die ganze Stadt durchqueren und den besten Stoff, die beste Seide oder das beste Leinen finden, es sehr gut nähen, ihre ganze Kunst in das Nähen legen und sich sagen: „Einmal werde ich ihm ein Hemd nähen, das soll er nie vergessen." Das ist eine Frau mit einem hohen Ideal. Der Mann soll dasselbe tun. Er soll seiner Frau den schönsten und besten Stoff kaufen. An diesem Tag wird die Natur für beide in ihr Buch eintragen, dass sie die beste Wahl getroffen haben – sie haben Charakter. Wenn du deinem Freund ein Buch schenken willst, so sollst du ihm das beste, das inhaltreichste Buch aussuchen. Sein ganzes Leben soll er daran denken. Gibt dir jemand sein Album, damit du ihm etwas hineinschreibst, und du sagst dann: „Lasst uns etwas von Petko Slawejkov abschreiben, zum Beispiel „Geld, Geld regiert die Welt...", und du schreibst es nieder, so bist du im Keller. Das ist kein Ideal. Du wirst das Beste, das du weißt, in sein Album niederschreiben, so dass er, wenn er deine Worte liest, sich selbst vergisst. Wenn du so handelst, wird die Natur wieder schreiben: „Aus dem wird etwas werden." Liebst du jemanden, so kennt die Natur deine Liebe. Mancher sagt: „Ich liebe meinen Freund." Warum? „Er hat herrliche Augenbrauen, Nase, Mund und Augen, an denen man sich nicht satt sehen kann." Sagt ein Mensch so etwas, so kennt er die Liebe nicht, er ist ein Mensch mit einem niederen Ideal. In deinem Freund wirst du eine gute Eigenschaft finden, die ihn vor allen anderen auszeichnet. Diese Eigenschaft ist nicht äußerlich, die ist weder in seinen Augen noch in seiner Nase und in seinem Mund sichtbar. Sie ist an dem höchsten Ast dieses Baumes. Wenn du diese gute Eigenschaft bei deinem Freund gefunden hast, so wirst du sie in deiner Seele wie ein Heiligtum halten und sie nie vergessen. Die Natur schreibt wieder: „Aus diesem Kind wird etwas werden." Ihr habt einen Lehrer und sagt: „Unser Lehrer ist sehr gelehrt, er kennt die Chemie, Physik, Astronomie, Philosophie, er weiß sehr viel. Aber das ist nicht euer Lehrer, das ist ein beladenes Kamel. Das, was euren Lehrer auszeichnet, liegt nicht in diesem äußeren Wissen. Das sind die Verzierungen des Hutes, wichtig aber ist der Hut. Wisst ihr, wie die Ideale verdreht werden? Der Lehrer sagt zu einer Schülerin: „Du wirst dir den schönsten Hut kaufen, ohne Bänder." Die geht zur Hutmacherin und verlangt einen solchen Hut, wie es der Lehrer gesagt hat. Jedoch sagt ihr die Hutmacherin: „Euer Lehrer sagt so, aber es geht nicht ohne Bänder. Wenn wir ein kleines Bändchen aufnähen, so wird der Hut schöner sein." Die Schülerin ist damit einverstanden und es wird ein Band aufgenäht. Aber andere Anwesende sagen noch: „Wenn von der anderen Seite noch ein Band daran kommt, wird der Hut noch schöner werden." Die Schülerin sagt: „Mir scheint, dass der Lehrer auch damit zufrieden sein wird." Glaubt ihr, dass dieser Hut dadurch kostbarer geworden ist? Nein, er hat seinen Wert verloren. Ich werde euch beweisen, warum er seinen Wert verloren hat. Stellt euch vor, der Lehrer gibt seinem Schüler einen guten Federhalter, mit dem man ausgezeichnet schreiben kann. Da kommt sein Freund und sagt zu ihm: „Warte, ich habe einen kostbaren Stein, so groß wie ein Hühnerei. Wenn wir den oben auf den Federhalter anmachen, dann wird er schöner werden." Er macht ihn mit einem Kettchen an den Federhalter an. Darauf kommt ein zweiter und sagt: „Ich habe auch einen Diamanten, groß wie ein Entenei. Wenn der noch an den Federhalter kommt, wird er noch schöner sein." Glaubt ihr, dass der Schüler jetzt mit diesen Edelsteinen am Federhalter besser schreiben kann? Nein! Das sind die dummen Ideale der gegenwärtigen Menschheit, die diesen mächtigen Göttlichen Funken, der unsere Seele tief durchdringen soll, nicht verstehen. Manchmal sagt ihr: „Wenn mir doch jemand einen Diamanten um den Hals hängen möchte!" Gut, wenn ich jemals jemandem einen Diamanten umhängen will, so werde ich den größten in der Welt finden, und wenn ich einen solchen finde, werde ich ihn umhängen. Finde ich ihn nicht, so hänge ich ihm keinen Diamanten um den Hals. Das soll auch für euch das Ideal sein. Das Beste in der Welt! Eben durch diese eure innere Wahl werdet ihr euch von allen unterscheiden. Die Wahrheit soll im Herzen der Menschen enthalten sein. Merkt ihr jetzt, worauf meine Gedanken gerichtet sind? Merkt ihr, wohin der Strom des Lebens fließt? So lange ist in der Welt nicht vom hohen Ideal gesprochen worden. Heute habe ich beschlossen: Heute Abend werde ich meinen Schülern von dem Besten, dem Schönsten, dem Reichsten sprechen. Ich werde ihnen dån besten Rat, den ich geben kann, erteilen. Wenn ihr den ersten Strahl, der aus dem Göttlichen kommt, auffangen könnt, so können aus euch Schüler werden. Wenn ihr euch verspätet und diesen Strahl nicht auffangen könnt, dann muss ich euch Schülern ein bitteres Wort sagen: Für eine bestimmte Zeit werdet ihr die im Keller vergessenen Kinder sein. Dieser Keller ist nicht für die Gotteskinder. Ich glaube aber, ihr seid von denen, die die Wahrheit in ihrem Ideal verstehen. Für euch ist die erhabene Welt geschaffen. Der Liebende spricht von der Liebe, der Furchtsame von der Furcht. Wer gewinnt? Der Verständige spricht Weisheit, der Dumme spricht Blödsinn. Der Verständige baut, der Dumme reißt nieder. Der Verständige schreibt, der Dumme schreibt ab. Wer von beiden gewinnt? Es gibt Leute, deren Leben darin besteht, nur abzuschreiben, dass sie etwas erhalten haben. Wenn die Natur einen solchen trifft, sagt sie: „Aus dem wird nichts werden. Der hat nur gelernt abzuschreiben und hat nie etwas geschrieben. Er hat kein hohes Ideal." Und so sind alle hohen Wesen, alle Brüder der Weißen Weltbrüderschaft diesen Weg gegangen. Sie haben ein hohes Ideal. Sie alle denken, fühlen und handeln in Übereinstimmung mit diesem hohen Ideal. Und wenn einer von diesen Brüdern nach der Erde zu kommen beschließt, wird ihm gesagt, er soll immer nach dem hohen Ideal handeln. Wenn ein Schüler nur an kleinliche Sachen denkt, so geht der Meister an dessen Haus vorbei und sagt: Hier wohnt einer von den vergessenen Schülern. Derjenige Schüler jedoch, dessen Seele voll Ehrgefühl ist und der jeden Augenblick an seinen Meister denkt und es ihn nach ihm verlangt, zu dem wird der Meister kommen und sagen: Hier wohnt einer von meinen Schülern, den ich besuchen will. Der hat ein hohes Ideal! Das ist das mächtige Ideal, das hohe Ideal, welches jeder von euch haben soll. Das Beste, das Höchste, das Schönste, das Stärkste, das Mächtigste, das Herrlichste, das Vernünftigste, das Gerechteste, das Wahrhafteste – alles von erster Güte! Nehmt dieses hohe Ideal an und ihr werdet sehen, wie sich euer Leben verändern wird. Es soll aber alles in die Tat umgesetzt werden. Du bist verzagt und sagst: Mein Herz ist leer, die Liebe ist verschwunden, was soll ich machen? Sage dir: Morgen werde ich zum Sonnenaufgang gehen, den ersten Strahl abwarten! Habt ihr beobachtet, welches euer erster Gedanke ist, wenn ihr morgens erwacht? Die Natur ist in dieser Hinsicht sehr anspruchsvoll. Sobald ein Kind erwacht, bleibt sie erwartungsvoll mit Ehrgefühl bei ihm stehen, hält den Atem auf, horcht und sucht zu verstehen, woran dieses Kind denken wird. Wenn du gleich nach dem Erwachen in deinen Gedanken bei Gott bist und an diese große Liebe, die deine Seele mit Milde fühlt, denkst, so sagt die Natur: "Aus diesem Kind wird etwas Großes werden! Es hat ein hohes Ideal!" Ein Vortrag, gehalten von dem Meister am 11.09.1923 in Sofia. Aus dem Bulgarischen übersetzt von Tonka Petrova Lektorat: Margot Minkova Alle Mitglieder unseres Übersetzerteams arbeiten auf freiwilliger Basis und unentgeltlich. Wir wären für jegliche Unterstützung dankbar, besonders beim Redigieren, Veröffentlichen, bei der Herausgabe und dem Vertrieb dieser Übersetzungen. Copyright © 1997 Publishing House "Byalo Bratstvo" All Rights Reserved
  2. Der Glaube „Jetzt aber bleiben diese drei: Glaube, Hoffnung und Liebe“ (Korinther 13) Mein heutiger Vortrag wird das zweite Prinzip im menschlichen Leben behandeln — den Glauben. Ich nehme das Wort „Glaube“, denn wir haben kein besseres Wort dafür. Ich nehme dieses Wort im allerweitesten Sinn und mache einen Unterschied zwischen „Glaube“ und „das Glauben“. In dem Glauben kann es keinerlei Widersprüche geben. Der Glaube schließt alle Zweifel aus. Das Glauben läßt eine Menge Zweifel zu. Du kannst glauben, daß du gut werden wirst, aber du kannst auch glauben, daß du schlecht werden wirst; du kannst glauben, daß du leben wirst, doch kannst du auch glauben, du wirst sterben. Heutzutage ist die Welt voller verschiedener Glaubensansichten. Doch dieses Glauben hat weder die Rettung gebracht, noch die Freiheit, noch die Liebe, die wir erwarten, denn — es ist eben nur ein Glauben. Ich sage nicht, daß das Glauben etwas Schlechtes ist, doch es ist nur das Vorwort zu dem echten Glauben. Ich werde den Glauben von vier Standpunkten aus betrachten, und zwar: Als unter- bewußtes Streben des Herzens, als bewußtes Gefühl der Seele, als selbstbewußte Kraft des Verstandes und als überbewußtes Prinzip des Geistes, oder — wissenschaftlich ausgedrückt — als Streben des Unterbewußtseins, als Gefühl des Bewußtseins und als Prinzip des Überbewußtseins. Achtet jetzt auf diese Wechselbeziehungen. Ich werde über diese Frage prinzipiell sprechen. Ich habe nicht die Absicht, irgendeinen begrenzten Fall, irgendeine begrenzte Lehre zu vertreten. Ich möchte nur die Wahrheit sagen, so wie sie ist. Der Glaube ist ein Prinzip des menschlichen Verstandes. Das heißt, der Anfang des menschlichen Verstandes — das ist der Glaube, oder anders ausgedrückt, der Verstand — ist aufgebaut auf den Grundlagen des Glaubens. Der Glaube verbindet den menschlichen Verstand und Intellekt mit der Harmonie in der Natur und gibt ihm einen Anstoß zur Entwicklung und zum Studieren der Gesetze des Universums. Folglich muß jeder, der einen aufgeklärten Verstand haben möchte, der die Natur studieren möchte, bestrebt sein, in Verbindung mit der lebenden Natur zu treten, bestrebt sein, den Glauben zu haben. Ich gehöre nicht zu jenen, die sagen, daß man sich nur in eine Richtung entwickeln muß, nur in eine Richtung streben muß. Philosophisch gesagt, alle Richtungen ergeben eine wahre Richtung, die die Wahrheit ist. Deshalb müssen wir nach allen Richtungen streben, denn vom Standpunkt des Glaubens sind alle Richtungen gut. Vielleicht liegen in manchen dieser Richtungen auch Leiden, doch sie sind ein Weg zur Besserung. Wenn diese Leiden über uns kommen, so zeigen sie, daß wir in der Vergangenheit die göttlichen Gesetze verletzt haben, den Gleichklang der göttlichen Welt, worauf das Böse in der jetzigen Welt entstanden ist. Und da wir das nicht verstehen, fragen wir uns andauernd, woher dieses Böse kommt? Wenn ihr ein elektrisches Kabel durchschneidet, in dem ständig elektrischer Strom fließt, und wenn ihr es anfaßt, wißt ihr, was mit euch passieren wird? Dieses Kabel ist ungefährlich, solange es in Ruhe gelassen wird, doch wenn ihr es durchschneidet, wird es gefährlich. Es gibt nicht nur diese Art, die Dinge zu studieren, es gibt auch noch eine andere. Wenn ihr euren Verstand in Harmonie bringen wollt, müßt ihr unbedingt den Glauben in euch einlassen. Jemand wird entgegnen: „Mit dem Glauben geht nichts.“ — Alles geht mit dem Glauben, doch ohne den Glauben geht gar nichts. Solange ihr den Glauben habt, wird euer Verstand gesund sein, stark und genial, er wird alles tun können. In dem Augenblick, in dem ihr den Glauben verliert, wird sich euer Verstand entzweien, wird Sprünge bekommen, und ihr seid verloren. Der Glaube muß im Herzen beginnen, in eurem Unterbewußtsein; wenn du am Abend zu Bett gehst, laß folgenden Gedanken in deinen Verstand ein: Der Glaube, in dem ich lebe, wird die göttliche Harmonie in die Bestrebungen meines Herzens hineintragen. Lege dich nieder mit diesem Gedanken, in vollem Vertrauen auf dein Unterbewußtsein. Philosophiere nicht, denke nicht an die Folgen. Wenn du ein Weizenkorn in die Erde säst, denke nicht darüber nach, wie es wachsen wird. Es wird selbst diese Arbeit tun, von sich aus. Wenn du dich daneben hinsetzst und nachdenkst, wie es wachsen wird, ob es wachsen wird oder nicht, wirst du beginnen, es aufzudecken und wieder zuzudecken und seiner Entwicklung schädlich sein. So nehmen auch manche Menschen einen göttli. chen Gedanken auf, doch dann beginnen sie darüber nachzusinnen, ob er göttlich ist oder nicht. Laßt diesen Gedanken in eurem Bewußtsein wachsen! Solange ein Gedanke nicht gereift ist, nicht Frucht getragen hat, die Frucht nicht gereift ist, solange stoßt ihn nicht um. Man kann vorher nicht erkennen, ob er göttlich ist oder nicht. Man kann nicht die göttliche Wahrheit erkennen, die in ihm liegt. Deshalb ist etwas nötig, Zeit. Die Zeit ist ein Ausdruck der Wahrheit. Wo es keine Zeit gibt, gibt es auch keine Wahrheit. Die Lüge verkürzt die Zeit immer. Wir glauben nicht an die kurzen Fristen, sondern nur an die langen Fristen. Wir halten die lange Frist für eine Kreisbewegung der Energie innen in der Seele. Die zweite Erscheinungsform des Glaubens ist wie ein Gefühl im Bewußtsein. Das heißt: In einem bestimmten Augenblick mußt du fühlen, daß dein Gedanke kein Gedanke sein kann, solange er nicht in die materielle Welt projiziert ist. Dieser Gedanke muß eine richtige Form erhalten, denn das richtige Denken ist nichts anderes als die Übereinstimmung deiner Gedanken mit den Gesetzen, in denen du lebst. Wenn dein Gedanke keine richtige Form bekommt, wird er einer häßlichen Frau ähnlich sein — und die häßlichen Menschen lieben wir nicht. Folglich rufen die häßlichen Formen in unserem Verstand einen unharmonischen Eindruck hervor. Die Schönheit ist eine Eigenschaft des Gedankens; deshalb muß der Gedanke in uns schön sein. Wenn du nicht fühlst, daß dein Gedanke richtig ist, wirst du beginnen, ihn mit anderen Leuten zu überprüfen, doch damit wirst du in eine andere Misere geraten. Warum? Weil auch sie in der gleichen Lage sein können. Wie wirst du dann prüfen können, ob dein Gedanke richtig ist oder nicht? Folglich ist das erste, das du bedenken mußt, folgendes: Du mußt daran glauben, daß deine Seele die Dinge richtig fühlt. Die Seele lügt niemals! In der Seele des Menschen gibt es keinerlei Lüge! Die dritte Erscheinungsform des Glaubens liegt in der Kraft des Gedankens. Euer Gedanke muß eine Kraft haben. Innen drin muß eine Bewegung und Ausbreitung herrschen, d.h. er muß produktiv sein, damit du jede Arbeit damit verrichten kannst. Ihr könnt die Kraft eures Gedankens ausprobieren. Wenn euer Gedanke richtig ist und sich in Harmonie mit allem befindet, d.h. wenn es eine wahre Bestrebung in eurem Herzen gibt, wahre Gefühle in eurer Seele, eine richtige Verbreitung im Verstand, dann könnt ihr, wenn ihr irgendeine Wunde an der Hand habt, sie schnell heilen, indem ihr euren Gedanken auf sie konzentriert: in fünf bis zehn Minuten oder — wenn die Wunde größer ist — in ein bis zwei Tagen. Alle Katastrophen, die jetzt sowohl im gesellschaftlichen als auch im politischen und wissenschaftlichen Bereich geschehen, sind Folgen dieser Zerstörung in unserem Verstand, weil er nicht den Glauben zur Grundlage des Lebens gemacht hatte. Wir leben in dieser Welt mit gewissen Glaubensansichten. Woher kommen alle Katastrophen in der Welt? — Sie kommen daher, daß wir an Gott gezweifelt haben, an dem mächtigen Gesetz der Liebe und daß wir gesagt haben, daß Gott nicht Liebe ist und daß der Mensch des Menschen Wolf ist. Und diesen Wolf hat Gott geschaffen. Was hat dann das Leben für einen Sinn, wenn wir das Erhabenste auf der Welt einen Wolf nennen? Und der Wolf ist die Verneinung der Liebe, die Verneinung des Glaubens. Folglich kann jeder Mensch zum Wolf werden. Sobald ihr die Liebe verliert, werdet ihr wie ein wildes Tier, denn diese sind die negativen Eigenschaften der mächtigen Tugend, die wir Liebe nennen. Ich sage: „Du hast die Liebe verloren, deshalb bist du ein Wolf.“ — Wie werde ich wieder gut? — Wenn du die Liebe in dein Herz einläßt. Sie wird dir den Glauben bringen, und du wirst dich zu den Engeln erheben. Bewaffnet euch mit dem Glauben, nicht mit verschiedenen Glaubensansichten, denn Glaubensansichten sind ein Resultat der Vergangenheit. Die gegenwärtigen Religionen sind ein Versuch zur Besserung der Menschheit. Alle großen Lehrmeister kommen zu dieser Menschheit, i.im sie emporzuheben, um ihr zu helfen, denn sie sind Diener des mächtigen göttlichen Gesetzes. Doch ihre Nachfolger haben dieses Gesetz verdreht, sie haben nur seine äußere Seite verwirklicht; so haben sie das ganze Leben verdreht. Jetzt müßt ihr den Glauben als Prinzip kennenlernen, das alle Widersprüche des Lebens in Einklang bringt. Ich werde euch zeigen, wie die Widersprüche entstehen. Zum Beispiel: Zwei junge Leute lieben sich. Wenn die Liebe als Prinzip zwischen beiden auftritt, sind beide bereit, ihr Elternhaus zu verlassen. Wenn ihr erstes Kind geboren wird und die Mutter beginnt, es zu nähren, und wenn sie sieht, daß die Umweltbedingungen ungünstig sind, beginnt auch die Liebe zwischen ihnen ständig abzukühlen. Warum? Weil sie die Liebe in ihrem tiefsten Sinn nicht verstanden haben. Wenn sich ein Vogel ein Nest baut, so sucht er nur solche Zweige aus, die sogar vom schwächsten Wind verschont bleiben. Doch die heutigen Menschen sagen: Wir können auch ohne Nest, ohne gute Lebensbedingungen unsere Kinder gebären. Und wirklich: Sie gebären Kinder, und dann stecken sie diese Kinder in das Waisenhaus. Das ist eine Kultur der Kuckucksvögel: Sie legen ihre Eier in fremde Nester. Die heutigen Menschen sagen: Man kann auch ohne den Glauben leben. Nein, im Unglauben kann man nicht leben. Der Unglaube und der Glaube, das sind zwei Pole, denn der Ungläubige kann gläubig werden, doch ein Mann des Glaubens kann nicht polarisiert werden. Der Glaube ist verbunden mit dem menschlichen Verstand, mit dem Intellekt des Menschen, und der Verstand des Menschen ist verbunden mit der Atmung. Folglich kann jener, der keinen Glauben hat, auch keine richtige Atmung haben. Die klugen Leute atmen gleichmäßig und harmonisch. Der Gedanke, der auf die Atmung einwirkt, ist richtig. Betrachtet eine schöne Frau oder einen schönen Mann, die gesund sind an Körper, Geist und Willen: ihr werdet die Schönheit und Gleichmäßigkeit ihrer Atmung bemerken. Wer nicht richtig atmet, denkt auch nicht richtig. Wodurch unterscheidet sich ein Mensch des Glaubens von den anderen, die keinen Glauben haben? Dadurch, ob er Angst hat. Im Glauben gibt es keine Angst. Nehmt den Glauben in euch auf und beginnt damit zu arbeiten. So werdet ihr euren Glauben im Unterbewußtsein, im Bewußtsein, im Selbstbewußtsein und im Überbewußtsein betrachten. Wenn aus eurer Seele jeder Zweifel, jeder Haß und jede Lüge verschwunden sind und wenn sie an die Oberfläche getreten sind, so daß sie sichtbar sind, so sagt euch: Mit diesen Größen können wir nicht mehr arbeiten. Wenn ihr so sprecht, so heißt das, daß der Glaube in eurem Herzen die ersten Wurzeln gefaßt hat. Der Glaube hängt mit dem rhythmischen Atmen zusammen. Deshalb bemühen sich die Hindus, rhythmisch zu atmen, wenn sie ihre Gedanken regulieren wollen. — Es ist beobachtet worden, daß bei tuberkulosekranken Menschen die Atmung schneller wird; der Rhythmus ihrer Atmung wird kürzer. Folglich ist der Energieaus. tausch bei ihnen nicht richtig, was bedeutet, daß es zwischen dem Glauben und dem Gedanken einen Kampf gibt. Wodurch entsteht Tuberkulose? Entweder durch Angst oder durch Haß. Jedes junge Mädchen kann tuberkulös werden. Nimmt man ihr den Geliebten und jede Hoffnung, einen anderen zu bekommen, werden in ihr Hemmungen und Haßgefühle entstehen, und sie wird an Tuberkulose erkranken. Sie sagt: „Ohne diesen Mann kann ich nicht leben.“ Darin liegt der Irrtum. Nein, dein Geliebter ist in deinem Verstand. Dieser ist deine Liebe. Wenn ein junges Mädchen einem jungen Mann aus der physischen Welt begegnet, der ihr zusagt, soll sie ihn heiraten; doch wenn sie keinem entsprechenden begegnet, soll sie lieber allein bleiben. Der erste Geliebte des Herzens ist der Verstand. Er wird dir Licht bringen. Dieser Geliebte wird auch äußere Formen finden, um in Erscheinung zu treten. Dann wird das Herz des jungen Mannes seine Geliebte finden, und es wird eine gute Verbindung werden. Wenn sich der Verstand des jungen Mannes mit dem Herzen des jungen Mädchens verbindet, entsteht daraus eine gute, echte Ehe in der physischen Welt. Wenn die Atmung und das Denken des jungen Mannes richtig sind, entsteht in ihm eine richtige Strömung; ein Hellseher wird bei ihm beobachten, daß von der Hand dieses jungen Mannes zum Verstand ein Licht ausgeht. Wenn die Gefühle des jungen Mädchens echt sind, werdet ihr sehen, daß von ihr ein weiches, weißes Licht ausgeht, das von einem sehr dünnen rosa Schein umgeben ist. Wenn sich diese beiden Lichterscheinungen, die des jungen Mannes und des jungen Mädchens, vereinigen, werden sie die göttliche Strömung erzeugen. Der Glaube ist ein lebendiges Prinzip des Verstandes. Nur durch den Glauben können wir alle Geheimnisse verstehen, die sich in der Natur befinden. Wenn wir diese Geheimnisse kennen, können wir unser Leben erneuern. So müssen wir diese beiden Prinzipien — den Glauben und die Liebe — vereinigen. Wir müssen die Kraft des Verstandes, der Seele, des Herzens als Bestrebung des Herzens im Unterbewußtsein, als Gefühl der Seele im Bewußtsein, als Kraft des Verstandes im Selbstbewußtsein und als Prinzip des Geistes im Überbewußtsein miteinander verbinden und aus dieser Verbindung wird die neue Denkweise entstehen, die uns erneuern kann. Und weil wir uns an der Grenze einer neuen Evolution der Welt befinden, haben wir bis jetzt eine Kehrtwendung von 180 Grad ausgeführt. Der Weg, den wir seit unserem Austritt aus der göttlichen Harmonie zurückgelegt haben, ist ein Weg des Niedergangs. Jetzt befinden wir uns auf dem Tiefpunkt und beginnen die zweite Hälfte dieses Kreises. Es steht uns bevor, den zweiten Winkel von 180 Grad zu durchlaufen. Das ist das Gesetz der Evolution. Die ursprüngliche Intelligenz, die in die Welt kommen muß, geht von Gott aus. Von diesem Ursprung geht jetzt eine neue Welle aus, die von den Menschen übernommen werden muß. Es heißt: „Gott hat dem Menschen die Seele eingehaucht.“ Jetzt gibt er wieder einen Hauch von sich. Das geschieht nur einmal in Tausenden von Jahren. Ihr werdet die beiden Prinzipien verstehen: daß Gott die allmächtige Liebe ist, die alle Lebewesen umfaßt, und daß sie allumfassende Intelligenz ist. Diese Intelligenz wird gemäß der Natur eines jeden Lebewesens in Erscheinung treten. Es muß Verschiedenartigkeit geben, doch in allen von uns muß diese göttliche Harmonie existieren. Und so kann man ohne den Glauben dem Gott der Liebe nicht wohlgefällig sein. Die Liebe, das ist der Beginn des Lebens. Das Denken, das ist der erwachsene Mensch, der den Sinn des Lebens verstanden hat. Ohne den Glauben, ohne dieses Denken kannst du Gott nicht dienen. Damit ihr rein, klug, erhaben seid, Helden in dieser Welt, müßt ihr den Glauben haben, durch den ihr alles erreichen könnt. Er ist eine Eigenschaft der Engel. Diese Eigenschaft müssen auch die Engel erreichen. Mit dem Glauben beginnt die neue Kultur. Wendet auch die Liebe und den Glauben in eurem Leben an. Sie beginnen mit der Zeit. Die Zeit ist der Rhythmus der göttlichen Harmonie, und die Harmonie ist der tiefste Sinn des Lebens. Sofia, 6. März 1921
  3. Die Liebe „Am größten aber ist die Liebe“ „Gott ist Liebe“ (Korinther, 13,3) An diesem Morgen werde ich zu euch über einen Vers sprechen, den ich zur Grundlage der göttlichen Lehre in der Welt machen möchte, und zwar über den Vers: „Gott ist Liebe.“ Ihr werdet sagen: das wissen wir doch. Ja, teilweise, doch nicht in seiner Ganzheit. Ich werde eine mathematische Aufgabe stellen, eine mathematische Gleichung. Wir werden mit den Unbekannten beginnen: x : y = xi : yi und w : m = e : a. Die letzte Proportion — das sind die Elemente der höheren geistigen Mathematik. Das x ist eine Größe aus der sichtbaren, der realen, der materiellen Welt. Dieses x läßt sich sehr leicht bestimmen. Wie? Ihr werdet x und y auf die gleiche Weise bestimmen, wie man die beiden Unbekannten in der folgenden Aufgabe bestimmen kann: Aus zwei gegenüberliegenden Städten kommen zwei Einheiten Soldaten heraus, begegnen einander und grüßen sich. Die einen fragen die anderen: Wieviele seid ihr? Die anderen antworten: Wenn einer von euch zu uns kommt, werden wir zweimal soviele sein wie ihr. Die ersten sagen ihnen: Wenn einer von euch zu uns kommt, werden wir soviele sein, wie ihr seid. — Jeder, der die mathematischen Formeln kennt, wird sofort herausfinden, wie hoch x und wie hoch y ist. Und nachdem ihr bestimmt habt, wie hoch x und y sind, das heißt die sichtbare materielle Welt, werdet ihr zur geistigen Welt xi: yi übergehen. Das sind abstrakte Wahrheiten. „Gott ist Liebe.“ Ich nehme die Liebe zum Prinzip. Außerhalb der Liebe kennen wir Gott nicht. Er ist nur in der Liebe. Weil die Liebe allen Lebewesen zugängig ist, gibt es kein organisches Wesen, keine lebendige Materie auf der Welt, die nicht in irgendeiner Weise eng mit der Liebe verbunden ist oder von ihr abhängt. Folglich kennen wir Gott nur in der Liebe. Und dieser Gott der Liebe ist nicht außerhalb, ist nicht nur im Universum, sondern in uns. Ein Gebot im Evangelium lautet: „Du sollst Gott, den Herrn, lieben aus ganzem Herzen, aus ganzer Seele, mit all deinen Sinnen und mit all deinen Kräften.“ Begreift den Sinn dieses Gebots. Ich werde die Liebe von vier Standpunkten aus betrachten: als Streben, als Gefühl, als Kraft und als Prinzip. Ihr habt Physiologie studiert. Welcher Herzschlag ist richtig? Stellt verschiedene Beobachtungen an und notiert euch jedes Mal, wie oft das Herz in einer Minute schlägt. Ihr werdet mit einer großen Wissenschaft beginnen. Stellt fest, durch den Rhythmus der Abweichungen, um wieviele Herzschläge das Herz variiert. Stellt fest, welcher Winkel durch Anstieg und Abschwächung der Herzschläge gebildet wird. Dieser Winkel wird annähernd 60 Grad betragen — das ist das Gesetz der menschlichen Evolution. Wenn ihr euch in einem angenehmen Seelenzustand befindet, zählt wieder euren Herzschlag. Zum Beispiel irgendein Mädchen fühlt sich zu irgendeinem jungen Mann hingezogen. Sie soll ihre Herzschläge in einer Minute zählen, wenn sie ihm begegnet. Nach ihren Herzschlägen wird sie feststellen können, ob er ihr in der Liebe treu sein wird, ob er sie betrügen wird, sie wird seine zukünftigen Absichten erkennen können. Nachdem sich das junge Mädchen und der junge Mann getrennt haben und verzweifelt sind, sollen sie wieder ihre Herzschläge zählen. Wenn man an jemandem zweifelt, soll man wieder zählen, wieviele Schläge das eigene Herz macht. Man soll sich diese Zahl merken. Jetzt werden wir mit der höheren Mathematik zu arbeiten beginnen. Warum haben das Mädchen und der junge Mann, die zueinander streben, ein bebendes Herz? Ja, natürlich, es muß beben. Wenn das Herz nicht bebt, ist es ohne Leben. Die Mutter, die ein Kind erwartet, spürt doch auch die Herzschläge ihres Kindes in ihrem Leib. Dann beginnt sie sich zu freuen. Die Herzschläge zeigen ihr, daß das göttliche Leben beginnt und daß Gott fragt: Bist du bereit, dieses Leben aufzunehmen und es weiterzuentwickeln? Auf die gleiche Weise fragt Gott auch das Mädchen und den jungen Mann. Doch das Mädchen will nichts davon wissen. Sie denkt an Hüte, an Kleider, wie sie ihr Haus einrichten soll, doch an das Beben des Herzens denkt sie nicht. Doch das Beben des Herzens ist wichtig. Die anderen Dinge sind zweitrangig. Diese Lehre, von der ich euch berichte, ist real. Arbeitet mit diesen Zahlen. Ihr kommt dann in das zweite Stadium der Liebe. — Ihr habt einen Freund, den ihr mit den reinsten Gefühlen liebt, ganz uneigennützig. Wenn ihr dieses intensive Gefühl spürt, beobachtet euren Herzschlag, entdeckt diese Wechselbeziehung. Das wird das y der Proportion sein. Zählt euren Herzschlag, wenn euer Bruder oder Freund nah oder fern von euch ist. Es gibt einen Unterschied zwischen beiden. Der Herzschlag hat einen indirekten Einfluß auf die Atmung — und die Atmung hat eine indirekte Verbindung zum Blutkreislauf und die damit verbundene Anreicherung des Blutes mit Sauerstoff. Das ist der Grund, weshalb alle gegenwärtigen Krankheiten aus dem falschen Verständnis der Liebe entstehen, durch die falsche Atmung und die mangelnde Sauerstoffanreicherung im Organismus. Alle menschlichen Körper stecken sich von unten nach oben an, deshalb müssen wir in diesen vier Gebieten arbeiten, um unsere Seele zu reinigen. Im Christentum sagt man, daß wir büßen müssen; das heißt, das bezieht sich auf das Streben nach Liebe. Danach kommt die Geburt und die Neugeburt; das bezieht sich auf die Gefühle der Liebe, auf die Seele. Die Weihe bezieht sich auf den Verstand. Und zuletzt kommt die Auferstehung; sie bezieht sich auf die Kraft des Geistes, das heißt auf die Liebe als Prinzip. Und so gibt es in der Liebe zwei Prozesse: im Herzen und in der Seele, im Verstand und im Geist. Indem ihr diese Prozesse durchmacht, werdet ihr alle Stufen eurer Entwicklung durchlaufen. Arbeitet gleichzeitig in euren Herzen, in eurer Seele, im Verstand und in eurem Geist. Zwischen dem Verstand und dem Geist gibt es eine Kreuzung, denn der Verstand ist der Bräutigam des Herzens, und die Seele ist die Braut des Geistes. Wenn wir sagen, daß Gott den Menschen nach seinem Bilde geschaffen hat, so bedeutet das, daß er ihn nach dem Bilde seiner Liebe geschaffen hat; denn ihr müßt wissen, daß die Liebe das erste Abbild Gottes ist, das heißt, die Worte „nach dem Bilde“ bedeuten „nach der Liebe“. Ein schönes Abbild — das ist SEINE Liebe. Wenn ihr die Liebe kennt, so kennt ihr auch das Antlitz Gottes. Kennt ihr die Liebe nicht, so ist Gott für euch unpersönlich. „Nach seinem Gleichnis“, das bedeutet nach seinem Geist. Wenn gesagt wird, daß der Mensch nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen wurde, so ist darunter zu verstehen, daß er nach der Liebe und Weisheit Gottes geschaffen ist. Daraus folgt, daß wir Gottes Liebe und seine Weisheit haben müssen, wenn wir IHM ähnlich sein wollen. Das, was ich euch jetzt sage, sollt ihr nicht als eine Philosophie betrachten, sondern ihr sollt euch damit auseinandersetzen. Es enthält viel Unausgesprochenes. Es gibt eine mächtige göttliche Lehre. Und das, was ich euch gesagt habe, ist nur das Vorwort, die Einführung in die mächtige Lehre von der Liebe. Studiert diese Einführung und verweilt bei den vier Abschnitten: dem Herzen, der Seele, dem Verstand, dem Geist. Das sind vier Gebiete dieser mächtigen Welt, die Gott geschaffen hat. Wir sind aufgerufen, diesen Gott kennenzulernen und ihn der Welt zu predigen. Es gibt nur einen Gott. Er ist der Gott der Liebe als Streben, als Gefühl, als Kraft und als Prinzip. Die Liebe als Prinzip ist in allem und über allem. Das ist die mächtige Lehre von der Liebe, die alles entscheiden wird. Das, was ihr jetzt auf der Welt seht, die Widersprüche in den Familien und in den Gesellschaften, das ist ein vorübergehender Prozeß, der auf deinem Unverständnis der Liebe beruht. Sofia, 27. Februar 1921
  4. Das vernünftige Herz Ein Vortrag des Meisters vor der allgemeinen okkulten Klasse, gehalten am 2. April 1924 in Sofia Zehn Minuten Schweigen Das Thema für das nächste Mal: Eigenschaften des neuen Menschen. Jede Arbeit oder jedes Unternehmen in der Welt darf nicht auf einer wackligen Grundlage stehen, sondern muss eine feste Grundlage haben. Unter den Wörtern "feste Grundlage" verstehe ich eine Grundlage, die sich nicht verändert, die unter allen Bedingungen ein und dieselbe bleibt. Diese Grundlage ist lebendig. Nehmt nun an, dass ihr, während ihr auf der Erde lebt, eine feste Grundlage habt. Also verlasst ihr euch auf eure Persönlichkeit. Aber auf welche Grundlage stellt ihr euer Leben nach eurem Tod? Folglich ist die Erde nicht die rechte Grundlage, auf die sich ein Mensch stellen kann. Welche ist dann aber die rechte Grundlage? – Die rechte Grundlage nennen wir " das vernünftige menschliche Herz ". Ich rede nicht vom vernünftigen Herzen des heutigen Menschen, sondern vom vernünftigen Herzen des göttlichen Menschen. Apostel Paulus sagte: "Der physische Mensch kann die geistlichen Dinge nicht verstehen, weil sie geistlich beurteilt werden". Ihr müsst die neue Richtung in eurem Leben auf euer vernünftiges Herz stellen. In diesem vernünftigen Herzen operiert und wirkt der Geist Gottes. Und im Wirken dieses vernünftigen Herzens gibt es keinerlei Ausnahme. Handelt der Mensch nach diesem Herzen, macht er keine Fehler, alle Fehler werden sofort berichtigt. Die Fehler in der Welt kommen vom objektiven Verstand des Menschen. Das ist der gegenwärtige Verstand, mit dem der Mensch denkt. Es kommt dir ein guter Gedanke und du beginnst zu überlegen wie du ihn anwenden kannst, und darüber verlierst du die (entsprechenden) Voraussetzungen. Oft sagen wir, dass ein Mensch, wenn er ins Wasser geht, ertrinken kann. Er muss entweder schwimmen können oder er muss schwimmen lernen. Ich frage: "In welcher Schule hat jenes kleine Entenkücken, das gleich nach dem Ausschlüpfen schwimmen kann, die Kunst des Schwimmens gelernt? Vor Tausenden Jahren hat es diese Kunst erlernt. Folglich gibt es ein göttliches Element im menschlichen Verstand. Wir nennen es den göttlichen Geist, der vernünftig handelt, ohne jede Ausnahme. Und wenn wir diese vernünftige Stimme hören (ich nenne sie " das vernünftige Herz "), unterscheiden sich unsere Überlegungen von den üblichen Überlegungen. Ihr könnt einen einfachen Versuch machen. Wenn ihr mit eurem Kopf denkt, sollt ihr lange Zeit nachdenken; ihr sollt ein, zwei, drei, fünf, zehn und mehr Jahre eine bestimmte Frage erforschen, bis ihr zu bestimmten Schlussfolgerungen gelangt. Angenommen, ihr stellt euch die Frage, wie das Wetter am Montag sein wird. Unser Verstand beginnt zu überlegen und sagt: " Es wird schön werden ". Gut, das werdet ihr überprüfen. Danach werdet ihr euch fragen, ob das Wetter absolut klar oder halb bedeckt sein wird, ob es nur wolkig oder regnerisch sein wird usw. Stellt euch die Frage deutlich im Verstand. Bei diesen Versuchen werdet ihr bemerken, dass von dem, was der Verstand sagt, sich kaum ein Prozent als richtig herausstellt. Dass das Wetter schön sein wird, ist eine Vermutung. Doch wenn ihr euer vernünftiges Herz fragt, wie das Wetter am Montag sein wird, wird es euch mit absoluter Richtigkeit antworten. In diesem Verständnis gibt es kein Überlegen. Sobald ihr zu überlegen beginnt, verliert das Göttliche bereits an Wert. Denkt ihr aber mit eurem vernünftigen Herzen, werdet ihr ein angenehmes Gefühl in der Magengrube empfinden und dann kann jeder von euch sagen: "Das Wetter wird so und so sein". Fragt euch, z. B., wie ihr euer Leben in diesem Jahr verbringen werdet – gut oder nicht so gut. Wenn ihr mit eurem Verstand antwortet, wird er euch entweder die schönsten Projekte vorgaukeln oder eben manchmal auch finstere. Wenn ihr aber euer vernünftiges Herz fragt, wird es euch eine positive Antwort geben. Es wird euch nicht nur eine positive Antwort geben, sondern wird euch auch zeigen, ob ihr Schwierigkeiten zu überwinden habt, wobei es euch gleichzeitig die rechte Richtung weist, damit ihr sie besser überwindet. Jetzt können sich in diesem vernünftigen Herzen auch die guten Gewohnheiten einnisten. Jeder Mensch hat gute Gewohnheiten. Bei einigen Menschen treten die guten Gewohnheiten früher, bei anderen später in Erscheinung. Dir kommt ein Antrieb, ein guter Gedanke, jemandem etwas Gutes zu tun; du gehst den Weg entlang und siehst eine arme Witwe; du greifst in deine Tasche, aber gleich beginnst du zu philosophieren und sagst dir: "Ich habe Geld, aber ich brauche es heute; lass mich dieses Gute an einem anderen Tag tun". Überlegst du so, hast du schon den ersten Fehler gemacht. Es vergeht nicht viel Zeit und du wirst eine zehnfache Strafe für das Nichterfüllen jener guten göttlichen Gefühle bezahlen. Also müssen wir uns immer der göttlichen Stimme in uns unterwerfen. Sobald dieses göttliche Gefühl in uns zu sprechen beginnt, ist dies ein Examen in unserem Leben. Gott prüft uns. Wir müssen uns Ihm absolut fügen. Nimmst du das Göttliche wahr, erfülle es! Für dieses Gute, das du machst, brauchst du nicht dein ganzes Hab und Gut zu geben; das ist eine kleine Gefälligkeit. Ein Kind ist auf der Straße gefallen, hat sich das Bein gebrochen; was kostet es dich, es hochzuheben, nach Hause zu bringen und ihm zu helfen? Du wirst nur eine halbe Stunde verlieren. Du sagst: "Ich habe eine wichtige Arbeit". Das ganze Unglück in unserem Leben kommt daher, dass wir nicht auf unsere guten Absichten und gute Gewohnheiten, die wir in unserem Herzen tragen, hören. Wir halten uns an eine Reihe von philosophischen Überlegungen, grübeln und sagen, dass wir unser Leben einrichten müssen. Der erste Irrtum besteht darin, dass wir Überlegungen anstellen und unser Leben selbst ordnen möchten. Dem vernünftigen Herzen nach ist unser Leben geordnet. Alle Bedingungen, bei denen wir leben müssen, alle Menschen, mit denen wir uns treffen müssen und die auf uns einen Einfluss haben müssen, all das ist vorbestimmt. Und wie es bestimmt wurde, so wird es sein. Der ganze Himmel wirkt auf uns in diese Richtung. In der Welt leben nicht wir, sondern Gott. Und dementsprechend ist jede gute Tat die Äußerung Gottes in uns. Und wenn wir einem guten göttlichen Gedanken entgegenwirken, erzeugen wir unser Unglück in der Welt. Mit diesen guten Gewohnheiten, die wir haben, verlangt man nicht, dass ihr die ganze Last der Welt auf euch nehmt. Ich habe euch auch ein andermal gesagt, dass jeder gute Gedanke mit Tausenden anderer guten Gedanken verbunden ist. Denkt jetzt nicht, dass, wenn ihr dem guten Gedanken nicht nachkommt, Gott das nicht vorgesehen hat. Er hat alles vorgesehen, aber ihr verliert die Voraussetzungen. Bei jedem Nichterfüllen eines guten Gedanken erniedrigt ihr euch, versinkt ihr, wobei auch euer Leben schwieriger wird. Mit der Weigerung, irgendwelchen guten Gedanken nachzukommen, erniedrigt ihr euch jedes Mal, die Umgebung wird immer gröber und gröber, bis euer Willen endgültig paralysiert wird. Ihr werdet zum Spielzeug des Schicksals, d. h. der äußeren Umstände. Diese Umstände haben eine einzige Ursache – wir gehorchen unserem vernünftigen Herzen nicht. Wie erkennen wir, dass das vernünftige Herz in uns wirkt? – Wenn dieses vernünftige Herz in uns wirkt, kommt es immer zu einer Erweiterung unserer Seele. Wenn du die kleinste gute Geste gemacht hast, spürst du eine innere Zufriedenheit in dir, als ob du die ganze Welt gewonnen hättest. Ihr alle sollt euch vor Folgenden hüten: wenn ihr die kleinste gute Geste macht, bekundet das nicht nach außen. Wenn ihr es äußert, behindert ihr euch selbst. Weil in diesem Fall, nachdem du das Gute getan hast, du Gottes Zustimmung schon hast und dich freust. Damit empfiehlst du dich nicht selbst, sondern Gott empfiehlt dich. Nehmen wir an, ein Mensch ertrinkt im Wasser und du rettest ihn; nachdem du ihn aus dem Wasser geholt hast, warte nicht, dass er dich belohnt. Entferne dich, und lass ihn dich finden. Wenn du, nachdem du das Gute getan hast, in den Zeitungen schreibst, dass du den und den vor dem Tode gerettet hast, geht die Hälfte dieses Guten bereits verloren. Die moralische Kraft des Schülers, der die göttliche Lehre befolgt, besteht darin, dass er einen absoluten Glauben an Gott haben muss. Wir müssen nicht wissen, wo der Himmel ist, wir müssen nicht wissen, wo Gott lebt, wie weit er von uns weg ist, doch wir sollen Gott fühlen. Ein englischer Prediger sagte: " Ich weiß nicht wo der Himmel ist, aber wenn ich beginne zu Gott zu betten, fühle ich verborgen in meiner Seele die Wirkung des göttlichen Geistes ". Also hört ihn Gott in diesem Moment. Und das ist das Wichtige, dass er uns im selben Moment, indem wir unseren Geist zu Gott richten, hört. Recht hatte der Prophet, dass Gott nicht im Himmel lebt, sondern in den Herzen der Demütigen. Wer sind die Demütigen? – Die Menschen des vernünftigen Herzens, sage ich. Wenn ihr euch alle von euren vernünftigen Herzen leiten ließet, würden alle Streitigkeiten, die manchmal unter euch auftauchen, verschwinden. Zum Beispiel, ihr habt grobe Angewohnheiten, manchmal habt ihr keine Geduld; all das habt ihr eurem philosophischen Verstand zu verdanken, dass man euch beleidigt hat. Worin besteht die Würde des Menschen? – Die Würde eines Menschen besteht in der Erfüllung von Gottes Willen, in der Anwendung der kleinsten Tugenden. Du kannst eine der größten Schlachten gewonnen haben, du kannst ein ganzes Volk erhoben haben, aber wenn dir dein Herz eines Tages sagt, den Schuh eines Greises zu binden und du machst es nicht, verfällt alles bisher Getane. Den Schuh eines Greises zu binden, zählt mehr als eine Schlacht zu gewinnen. Jetzt werde ich euch ein Beispiel anführen über jene zwei Eremiten, die ganze 20 Jahre lang in der Wüste lebten, wo sie ständig zu Gott beteten. Eines Tages sah der Eine, dass sein Gefährte, als er an einer Stelle vorüberging, hochsprang und davonraste. Er staunte, was wohl dieser Mensch gesehen hat, was ihn beängstigt hat, dass er so davonraste. Er ging zu dieser Stelle und sah einen großen Topf mit Gold. Er sagte sich: " Was für ein dummer Mensch, vorm Gold wegzulaufen!" Er hob das Gold aus dem Topf, nahm es und ging nach Alexandria, wo er ein großes Haus-Herberge baute, den Armen half, alles ausgab und nichts für sich behielt. Er ging in die Wüste zurück und betete zu Gott, damit er ihm sage, ob er mit ihm zufrieden ist. Ein Engel erschien ihm um sagte ihm, dass all seine Wohltaten nicht so viel kosten wie das Hochspringen seines Bruders. Folglich, wenn wir all das sammeln, was unser heutiger objektiver Verstand innerhalb der Zeit von unserer Kindheit bis zur Abreise ins Jenseits getan hat und es abwägen, kann all das nicht so schwerwiegend sein, wie die kleinste Tat des vernünftigen Herzens. Und irgendwo in der Heiligen Schrift steht geschrieben: „Und David dachte in seinem Herzen". Das bedeutet, er dachte mit diesem vernünftigen Herzen. Das ist es, was von uns allen jetzt verlangt wird. Im zweiten Stadium eures Lebens verlangt man von euch bereits einen Umgang, d.h. zu wissen, wie euer Verhalten zueinander sein muss. Zum Beispiel, du willst jemandem eine Bemerkung machen; mache sie, aber mache sie aus Liebe, wie du gegen dich selbst vorgehen würdest. Was tust du, wenn du eine Bemerkung an dich selbst richtest? Verurteilst du dich streng? Du milderst die Umstände, nicht wahr? Warum sollen wir uns anderen gegenüber nicht genauso verhalten wie gegen uns selbst? Folglich sollen wir die Wahrheit mit Liebe heraustragen. Wenn wir die Fehler irgendeines Bruders korrigieren, sollen wir sie mit Liebe korrigieren, so dass er spürt, dass wir es aus Liebe machen und nicht, weil wir uns über irgendeinen seiner Fehler freuen möchten. Was dem Menschen jetzt am meisten fehlt, ist Edelmut. Zum Beispiel, in dieser Schule streitet ihr euch manchmal über Stühle. Manche fragen mich: "Haben wir kein Recht vorne zu sitzen ?" Ich frage: Wer ist edelmütiger, wer sich vorne oder wer sich hinten hinsetzt? Wenn du der Mensch bist, der seinen Mund aufmachen kann und ein liebes Wort sagen kann, der den Gottes Willen erfüllen kann, dann setz dich auf den ersten Stuhl! Wenn du der Mensch bist, der ein grobes Wort sagen kann, dann setz dich als Letzter! Und wenn man dich nach vorne ruft, sage: " Brüder, ich bin nicht für den ersten Platz. Ich setze mich nach hinten und werde allmählich zu den ersten Stühlen kommen ". Ihr sagt: "Lasst uns nach vorne setzen!" Ich werde mich freuen, wenn ihr euch nach vorne setzt, aber ihr sollt wissen, dass ich mir diese ersten Reihen merke. Sie müssen Reihen der göttlichen Liebe sein, so dass ihr zu jedem, wem ihr auch begegnet, jene Güte, jene Zärtlichkeit, jene Kraft sich gegenseitig zu helfen, ausströmt. Jetzt werdet ihr mir sagen: "Ja, aber da gibt es unsere erblichen Züge". Das ist eine Lüge, die erblichen Züge sind eure Erdichtung. Das Gute, die guten Gewohnheiten, das vernünftige Herz in euch hat euch Gott gegeben, schon als er euch erschaffen hat, als ihr aus Gott hervorgegangen seid. Na ja, jedenfalls haben wir so viele Möglichkeiten gut zu sein wie auch schlecht zu sein. Ich habe auch früher gesagt, was das Böse ist. Das Böse kommt immer von unserer Weigerung, Gutes zu tun. Das Böse ist das nicht realisierte Gute. Lasst uns jetzt annehmen, dass sich zwei Schüler streiten, sich beleidigen; das ist ganz natürlich. Womit werden sie diese Beleidigung ausgleichen? Wenn einer von ihnen sich sagt: " Warte, ich werde nach meinem vernünftigen Herzen handeln ", und der andere sich sagt: " Und ich werde nach meinem vernünftigen Herzen handeln", wenn beide so handeln werden, wird der Streit augenblicklich beglichen sein. Nun ja, was habt ihr zu teilen? Was habt ihr in dieser Welt zu teilen? Ist es nicht das Beste, die göttliche Liebe zu besitzen? Jenes, was unserem Verstand Kraft geben kann, jenes, was unserem Herzen Kraft geben kann, jenes, was unserem Willen Kraft geben kann, das ist Gott, der sich begrenzt hat, um in uns zu leben. Es gibt Einen Gott in der Welt, der sich wegen uns begrenzt hat. Das ist die größte Erhabenheit Gottes. Wenn du dieses Opfer nicht beachtest, das Gott gemacht hat – in das menschliche Herz einzugehen – schaffst du Bedingungen für den Tod. Daher kommt der Tod. Jeden Tag sterben wir und erstehen wir auf. Wenn ihr euch noch heute Abend entscheidet, diesem großen Gesetz der göttlichen Erscheinung treu zu sein, wisst ihr, was dann für eine große Wende mit euch geschehen wird? Wenn ihr diesem göttlichen Gesetz gehorcht, wird Gott euch durch jeden Menschen, sogar den schlechtesten, den ihr auf dem Weg trefft, anlächeln. Und ihr werdet sagen: "Ich habe Ihn erkannt!" In den schlechten Menschen ist Gott tief verborgen. Diese Menschen sind schlecht, weil sie nicht gut leben. Wenn die Wege in einem Staat zerfallen, wer ist dann schuld – die Wege oder die Menschen? Die Menschen reparieren die Wege nicht. Und so, unter den heutigen Lebensumständen sind wir mit unserem Ungehorsam diesem großen inneren Gesetz gegenüber in so einen Zustand gelangt, dass die ganze heutige christliche Welt leidet. Daraus folgt, dass eine Sanftheit in den Charakteren verlangt wird. Ein Herr hat gesagt, dass der Tod aus den Gesichtern der hiesigen Schüler strahlt. Nein, ich weiß nicht, ob der Tod strahlen kann, aber was ich weiß ist, dass unsere Gesichter nicht Tod atmen dürfen, sondern Leben atmen sollen. Jetzt, wo ich über das vernünftige Herz spreche, müsst ihr wissen, dass euch die Leiden tief treffen müssen, um es zu entwickeln. Der Mensch muss in der Tiefe seiner Seele aufgerüttelt werden. Es sind nicht nur starke Erregungen nötig, die eure Oberfläche kräuseln, so wie einige Wellen nur etwa zehn Meter der Meeresoberfläche betreffen. Ihr braucht eine tiefgreifende Erneuerung. Wir müssen den Charakter von Abraham haben. Abraham war kinderlos. Gemäß dem Gesetz der Juden müsste sein Erbe einem seiner Diener oder einem seiner Söhne seitens seiner Sklavinnen zufallen. Doch Gott sagte ihm, dass er ihm einen Nachkommen geben wird. Wer war der Nachkommen von Abraham? – Isaak. Sein Vater und seine Mutter hatten eine leuchtende Idee. Gott sagte Abraham: " Du wirst deinen Sohn opfern". Wäret ihr an Stelle Abrahams, würdet ihr dann sagen: "Gottes Wille geschehe!"? Er nahm seinen Sohn, belud den eigenen Rücken mit Holz und ging gerade zu der Stelle, wo ihm gesagt wurde, ihn zu opfern. Bis zum letzten Moment wurde er geprüft. Als er das Messer hob, sagte ihm Gott: " Ich habe erkannt, dass du ein Mensch des Gehorsams bist, deswegen wirst du deinen Sohn nicht opfern". Das ist eine lobenswerte Eigenschaft von Abraham! Damit zeigt er, dass er bereit ist, das Wertvollste zu opfern. Deshalb wird Abraham Gottes Freund genannt. Ich nenne ihn Vater der Gläubigen, weil er ein Mensch des absoluten Glaubens war, ein Mensch ohne jeglichen Zweifel. Selbstverständlich werdet ihr diese Lehre anwenden – jeder an der Stelle, wo er sich im Leben befindet. Ihr werdet Gott prüfen und er wird euch prüfen. Er wird euch wie Abraham prüfen, er wird euch wie die Apostel prüfen, er wird euch wie die Propheten prüfen. Ihr alle werdet durchs Feuer gehen, sieben Mal werdet ihr durchs Feuer gehen. Sobald ich sage, dass ihr alle durchs Feuer gehen werdet, habt ihr Angst. Sieben Mal muss man durch das göttliche Feuer gehen! Das ist der größte Segen. Das ist das heilige Feuer der Liebe, das euren Verstand und euere Herzen reinigen wird, damit ihr das Gute in Gott versteht und wie ihr es zu erfüllen habt. Ihr dürft nie voreilig sein. Was ihr auch macht, eilt nicht! Jemand von euch ist ein Händler, er verfängt sich in seinen Rechnungen, es ist kein Geld da. Er geht nach Hause, fasst sich an den Kopf – ist verzweifelt. Fasst euch nicht an den Kopf! Wenn ihr nach Hause kommt, setzt euch, richtet euren Verstand zu Gott, zu eurem vernünftigen Herzen, hört was man euch sagt, was in diesem Fall zu tun ist. Irgendetwas werdet ihr als Antwort bekommen. Ihr seid Mutter, ihr habt eine ungehorsame Tochter; streitet nicht mit ihr, bittet sie nicht dieses oder jenes zu tun, sondern wendet euch an euer vernünftiges Herz und fragt es, was zu machen ist. Es können ein, zwei, drei, vier Tage vergehen – es wird die beste Antwort kommen, was zu tun ist. Du bist ein Lehrer, oder irgendwo als Diener beschäftigt, du bist ein Schüler; welche Stelle du auch einnimmst, eile nicht. Ich werde euch ein Beispiel anführen, woraus ersichtlich wird, dass sich diejenigen, die einen Glauben haben, immer retten. Ungefähr 250-300 Offiziere wurden von den Bolschewisten zum Tode verurteilt. Man ging zu einem von ihnen und fragte ihn: "Glaubst du an Gott?" – "Ich glaube nicht". Man erschoss ihn, tötete ihn. Man ging zum zweiten, zum dritten, zum vierten und fragte jedes Mal: "Glaubt ihr an Gott?" – " Wir glauben nicht ". Endlich fragte man einen von ihnen: " Und du, glaubst du an Gott?" – " Ja, ich glaube an ihn!" Und er bekreuzte sich. Endlich fand sich einer, der an Gott glaubt. – " Los raus, du verdienst es nicht, dass wir dich töten ". Sie ließen ihn frei. Warum? – Gott flüsterte zu, jenem, der töten sollte: " Lass diesen, das ist mein Mann!" Dieser Mensch glaubt seinem vernünftigen Herzen, gehorcht seiner inneren Stimme. Ich kann euch noch viele Beispiele über die Ratschläge des vernünftigen Herzens anführen, aber diese Beispiele haben nur in ihrer Anwendung Kraft. Ich weiß wie schwer es für einen Menschen ist, eine Regel anzuwenden! Wenn der Mensch erzürnt, kommt gleich der Zweifel, die Unsicherheit. Ihr könnt an allem auf dieser Welt zweifeln, aber an Gott – niemals! Seid bereit euch für diese große Liebe zu opfern – für Gott, der sich willentlich begrenzte, um zu uns zu kommen und in uns zu leben! Seid in diesem Fall bereit, alles für ihn zu opfern! Dadurch hat sich Christus ausgezeichnet. "Ich bin gekommen, um den Willen Desjenigen zu erfüllen, Der mich geschickt hat", sagte Christus. Schließlich, als man ihm sagte, dass er sein Kreuz der Leiden ertragen muss, antwortete er: "Ich werde alles machen, was mir der Vater gesagt hat". Christus hatte Wissen, hatte auch Kraft. Er sagte: "Könnte ich nicht nach ein-zwei Legionen von Engeln verlangen, zu kommen und mich zu befreien? Ich kann es, aber ich werde es nicht tun. Ich bevorzuge die Schande, das Leiden, die Qual, aber all das soll dem Wohl meiner Brüder dienen." Das ist der göttliche Wille! Worin besteht die göttliche Liebe? – Im Gehorsam. Es wird der Tag kommen, an dem es keine Leiden geben wird. Christus wird nicht mehr in der Welt gekreuzigt werden. Warum? – Weil es kein Holz geben wird, an dem man Christus kreuzigen könnte. Dieser Christus, der heute in den Herzen von fünfhundert Millionen Menschen lebt, für Ihn gibt es kein so großes Holz, an dem man ihn hätte kreuzigen können. Er ist stark genug, und seine Kraft wird sich noch mehr entwickeln. Über diese Kraft können auch wir verfügen. Deshalb sagte Christus: "Alles, um was ihr in meinem Namen bittet, wird euch gegeben werden." In welchem Namen? – Im Namen der Liebe Gottes, im Namen dieses vernünftigen Herzens, das in uns ist. Wenn du ein vernünftiges Herz hast, kann Christus kommen und in ihm leben. Ich rede mit euch, aber wir können euch keine Regeln aufzwingen. Ich wünsche eins von euch: dass ihr miteinander wetteifert bei der gegenseitigen Ehrerbietung. Das ist das Erste. Ihr habt genug Philosophie, sogar zum Professor taugt ihr. Ihr könnt Vorlesungen halten, den Leuten könnt ihr Moral geben, ihr könnt das Evangelium deuten, aber die Anwendung ist vonnöten. Die schwierigste Sache ist die Anwendung, und die wird von uns allen verlangt. Wer anwendet, der geht in die zweite Phase ein. Wer dem vernünftigen Herzen gehorcht, mit dem kann man schon reden. Die guten Gewohnheiten sind es, auf die ihr euch verlassen könnt. Ihr müsst wissen, dass ihr alle gute Gewohnheiten habt. Dass ihr sie habt, werde ich euch jetzt beweisen: Wenn ich euch beleidige, werdet ihr mir sagen, wie ich zu handeln habe. Ihr werdet mir sagen: " Du hättest es weicher sagen sollen". Wenn du mir die Moral liest, bedeutet dies, dass du eine gute Gewohnheit hast, du weißt, wie du vorzugehen hast. Wenn du mir die Moral lesen kannst, bedeutet dies, dass du die guten Gewohnheiten verstehst. Warum kannst du dann nicht auch so vorgehen? Wir alle wissen, wie wir vorzugehen haben. Wenn wir es wissen, warum können wir es nicht anwenden? Wir können es anwenden! Also, alle, ohne Ausnahme, könnt ihr es anwenden. Wir haben gute Gewohnheiten, wir haben ein vernünftiges Herz. Gott hat sich begrenzt und lebt in uns. Wenn wir zweitausend Jahre nach Christus sagen, dass wir kein reines christliches Leben führen können, ist das eine Schande für uns! Ich hörte euch vor der Lektion zu; ein Bruder sagte: "Brüder, lasst uns beten!" Ich möchte, dass nur einer von euch betet, nicht alle. Einer von euch würde die ganze Arbeit erledigen. Wie viel Lokomotivführer braucht ein Zug? – Einen. Wenn alle Lokomotivführer werden, wird es Streitereien geben. Ein Lokomotivführer ist notwendig; er wird in die Maschine steigen, und alle anderen werden sich in die Wagons setzen und die Arbeit kann losgehen. Dieses gute Herz wird losfahren, dieser Hebel wird das große göttliche Gesetz beachten, und alle anderen werden still und leise in den Wagons sitzen. Ihr werdet sagen: " Nicht, dass er einen Fehler macht". Die Geschichte, die wir seit Jahrtausenden kennen, besagt, dass all jene, die sich von ihrem vernünftigen Herzen leiten ließen, vernünftig vorgegangen sind. Sie haben nie eine Katastrophe hervorgerufen. Und deshalb sagt der Psalmsänger: "Ich war jung und wurde alt, aber ich sah nie den Gerechten betteln. Ich habe nie einen Menschen mit vernünftigem Herzen betteln, der Beschimpfung ausgesetzt, gesehen." Und wenn einmal die Gerechten der Beschimpfung ausgesetzt wurden, geschah das aus dem einzigen Grund, ihren Brüdern zu helfen. Also, ihr werdet euch jetzt zu euren guten Gewohnheiten, wenden und zu euerem vernünftigen Herzen. Und dann werdet ihr an Christus appellieren, an jenen lebendigen Christus, den ich Sohn der Liebe nenne- der einzige Lehrer auf der Welt. Sein Name, so wie wir ihn kennen ist Christus, aber er hat einen heiligen Namen, denn wir nicht auszusprechen wagen. Wenn ich mich an ihn wende, sage ich: "Herr, mit deinem Namen, mit dem du oben im Himmel bekannt bist, dein Wille geschehe!" Lasst euch in Ehre wetteifern! Diese Sache ist für den Bulgaren notwendig. Unter allen Slawen sind die Bulgaren die gröbsten. Das sollt ihr euch zugestehen, das ist keine Beleidigung. Es ist nicht schlecht grob zu sein, aber eine Glättung ist notwendig. Um glatt zu werden, wetteifert in der göttlichen Liebe. Diese Liebe wird euch glätten. Und dann werdet ihr wie jene Muschel, aus eurer Grobheit eine Perle machen. Als Erstes werdet ihr mit dem guten Verhalten beginnen. Ich höre ständig manche von euch sagen: "Der Meister ist manchen wohlwollender geneigt als anderen". Ihr denkt fleischlich. Wir können nicht der Person nach wohlwollend sein. Die göttliche Liebe wirkt allen Menschen gegenüber gleichermaßen. Sie wirkt gegenüber allen Menschen gleichermaßen, aber nicht alle Menschen zeigen die göttliche Liebe gleichermaßen. Also unterscheiden sich eure Seelen darin, dass manche mehr bereit sind und deshalb zeigt sich Gott stärker ihnen gegenüber. Ihr alle müsst ihr aber wissen, dass ihr die gleichen Möglichkeiten habt. Wie Gott einem Engel gegenüber wirkt, auf dieselbe Weise handelt er auch mit einem Menschen und einer Pflanze, und genauso wirkt er dem letzten Steinchen gegenüber – ohne jeglichen Unterschied. Ich rede nicht über die äußere, über die physische Welt; ich rede über die lebendigen Steine, über die lebendigen Pflanzen, weil im Himmel auch die Pflanzen, auch die Steine reden und lebendig sind. Also, ihr alle sollt eure guten Gewohnheiten äussern! Und ich möchte, dass die Grobheit, die Schimpferei unter euch verschwinden. Damit verstößt man gegen die göttliche Liebe. Alle Menschen beklagen sich, sie sagen: "Wir brauchen die Liebe". Nun ja, die Liebe ist unter euch, ihr müsst sie nur zum Vorschein bringen! Nun, wer ist schuld daran, wenn ihr einen geschlossenen Hahn habt und das Wasser nicht durch ihn fließen kann? Ist daran das Wasser schuld, oder ihr? Öffnet den Hahn und euer vernünftiges Herz wird diese Quellen gleich nach außen projizieren. Die erste Eigenschaft der Jungen wie der Alten muss das Wetteifern im Erweisen der Ehre sein. Jünger, die sich gegenseitig nicht ehren können, können auch ihren Meister nicht ehren. Jünger, die miteinander nicht gut leben, ehren auch ihren Meister nicht. Der Herr sagt, dass er mit jenen nicht zufrieden ist, die ihm nicht gehorchen. Die Herzen aller sollen bereit sein, den Gottes Willen zu erfüllen. Alle sollen Gottes Willen aus Liebe verwirklichen und sein Reich wird kommen. Dann werden wir alle fröhlich sein und damit könnten wir schon am heutigen Abend beginnen. Nein, dieser Abend ist Tag. Wir können den Abend in einen Tag verwandeln. Jetzt möchte ich, dass der folgende Gedanke in eurem Kopf bleibt: Ein jeder von euch soll für sich selbst die Frage lösen, wie er mit den anderen umgehen wird, und nicht wie die anderen mit ihm umgehen. Das ist die Hauptfrage. Ihr beginnt umgekehrt. Nein, ein jeder von euch wird von seinem Gesichtspunkt aus entscheiden, wie er sich den anderen gegenüber verhält und ob der Herr mit seinem Verhalten zufrieden ist. Ich sage nicht, dass der Herr unzufrieden ist, weil, wenn ich so etwas sagen würde, das ein Richten sein wird. Ihr könnt alle eure Fehler berichtigen. An diesem Abend wird der Herr alle eure Sünden nehmen und sie hinter seinen Rücken werfen. Das wird sofort geschehen. Dann wird dieser neue Zustand auftreten, die Neugeburt des Menschen, ein neuer Aufschwung im menschlichen Geist wird keimen. Der neugeborene Mensch wird von seinen Qualen befreit, wird froh und fröhlich sein. Das kann noch heute Abend geschehen. Diese Frage könnt ihr noch heute Abend lösen. Diejenigen, die bereit sind, dürfen es nicht aufschieben. Jene aber, die nicht bereit sind – wenn ihre Zeit gekommen ist. Wer bereit ist, kann diese Frage sofort lösen. Gott der Liebe ist nicht Gott der Toten, sondern Gott der Lebendigen. Aus dem Bulgarischen übersetzt von Peter Angelov Lektorat: Angelika Todorov Das Übersetzungsteam der Geistesgesellschaft "Bjalo Bratstvo" Copyright © 1997 Publishing House "Byalo Bratstvo" All Rights Reserved
  5.  Kombination der Verhältnisse In der höhen okkulten Mathematik gibt es zwei Prinzipien, die so lauten: die Beziehungen der Erde zur Sonne bestimmen die Beziehungen der Sonne zur Erde. Ich ersetze die Erde mit dem Menschen, und die Sonne mit Gott, und dann werdet ihr eine Übersetzung haben: die Beziehungen des Menschen zum Gott bestimmen die Beziehungen des Gottes zum Menschen. Das ist ein Prinzip, darüber kann man nicht streiten. Also, vom diesem Gesetz entstehen alle Widersprüche in unserem Privat- und öffentlichen Leben. Aus dieser Verbindung der Verhältnisse mache ich eine zweite Übersetzung: die Beziehungen der Seele zum Geist bestimmen die Beziehungen des Geistes zur Seele. Ich mache eine andere Übersetzung, indem ich die Seele mit dem Kind und den Geist – mit der Mutter ersetze, und wir haben auch dann wieder dasselbe Gesetz: die Beziehungen des Kindes zur Mutter bestimmen die Beziehungen der Mutter zum Kind. In der Heiligen Schrift werdet ihr jenen Vers finden, in dem Christus über den Menschen spricht, der sein Haus auf Sand und Fels gebaut hat. Nach den Regeln dieses okkulten Gesetzes nehmt in Vorsicht, dass ihr in euren Beziehungen nicht frei seid, zu denken, zu fühlen und zu handeln, wie ihr möchtet. Jemand sagt: „Ich bin frei, das zu machen, was ich will!“ Das ist ein falscher Gedanke. Damit das geschieht, musst du von allen fremden Gedanken frei sein. Wenn du daran denkst, was die Menschen wollen, das ist nicht richtig. Das ist wie einen, den Polizisten führen – er geht dorthin, wo ihn zehn Polizisten führen. Bewahrt den folgenden Gedanken: ich möchte euch nichts überzeugen, ich möchte euch nichts durchsetzen, ich will euch von der Sklaverei befreien, in der ihr euch befindet. Ihr könnt mich falsch verstehen, weil „wollen“ ein menschlicher Ausdruck ist. Das ist ein Wunsch der Unsichtbaren Welt oder ein Wunsch des Gottes – alle seine Kinder sollen frei sein. Mit eurer Vergangenheit möchte ich mich nicht befassen, das ist eure Arbeit; ich beschäftige mich nur mit eurer Gegenwart und Zukunft. Und der einzige Mensch, der euch helfen kann, auf dem Weg, in dem ihr euch befindet, bin ich. Wenn ich euch verlasse, seid ihr in diesem Moment verloren. Wenn ich die Rute lasse, an der ihr euch haltet, könnt ihr erst nach tausend Jahren kommen, und ich rette euch.Hier gibt es keine Philosophie: von jener Mutter, die das Kind unter dem Herzen trägt, hängt das Leben ihres Kindes ab. Wenn sie beschließt es auszutragen, wird sie es gebären, aber wenn sie beschließt, es zu abortieren, wird es nicht lebendig sein. Es wird lächerlich sein, wenn ein Kind im Mutterleib ist, und eine andere Frau kommt und ihm sagt: „Gehe aus diesem Leib und komme in mein Leib!“ Das Kind soll bis zur bestimmten Frist ausgetragen werden. Welcher Spinner das Gegenteil behauptet, ist ein erstklassiger Unwissender, er versteht dieses große Gesetz nicht. Zweitens, ich will die Göttliche Ordnung der Dinge nicht verändern, nicht mit einem hundert Millionenteil, ich möchte auch nicht, dass ihr versucht, sie zu ändern – das ist eine Gotteslästerung. Eine andere Lage: seit sieben Millionen Jahren sind die Gesetze der Weißen Bruderschaft mit keinem hundert Millionenteil geändert. Ich benutze diese Zahl, die eine Größe in der Höhen Göttlichen Mathematik ist, in der Göttlichen Welt. Diese Gesetze sind streng bestimmt. Für jeden Gedanken, jedes Gefühl und jede Handlung gibt es eine bestimmte Form, in der sie dargestellt werden können. Und das Gesetz ist: wenn sie sich in dieser Form zeigen, empfinden wir eine Befriedigung und etwas Angenehmes – also die Form ist dargestellt, wie es sein muss. Und im Gegenfall empfinden wir eine Unzufriedenheit. Das ist kein schlechtes Vorzeichen, sondern ein Antrieb dazu, dass wir danach streben, diese höhe Form wahrzunehmen. In der Zeit der Apostel gab es eine Einteilung unter den damaligen Christen – Nachfolger von Petrus, Apostel, Paulus, Christus. Und Paulus sagt: „Ich habe gesät, andere haben gegoßen, und Gott hat es entwickelt.“ Was davon, dass du gesät oder bewässert hast – es ist wichtig, dass Gott es entwickelt. Und alle Prinzipien beziehen sich auf das Wachsen, und nicht darauf, wer gesät und gegoßen hat. Ich sage auch zu euch: dort, wo Gott euch gestellt hat, wo der Landwirt euch gesät hat, wo eure Mutter euch zur Schule geschickt hat, verlasst diese Beziehungen nicht, die schon geschaffen sind. Der Landwirt und die Mutter sind klüger als euch, welche denkt, die Schule zu verlassen. Nun werde ich hier unterbrechen... Dieses Jahr wird das Treffen der Weißen Bruderschaft am 19 August stattfinden. Gebt euch nicht der Illusion hin, dass ihr von der Weißen Bruderschaft seid. Sie hat jedes Jahr ihre Begegnung. Ich will, dass ihr nicht unwissend seid: sie besteht aus menschlichen Seelen, die ihre Evolution vor tausend Jahren beendet haben. Sie treffen sich jedes Jahr und bestimmen die Lebenswege aller Völker. Nun, mit ihrer Begegnung machen wir auch unser Treffen auf der Erde. Sie sind auch auf der Erde. Wenn ihr richtig auf diesem Weg geht, werdet ihr auch irgendwann Mitglieder dieser Bruderschaft sein, und nun seid ihr nur Diener. In dem Brief an die Hebräer gibt es eine Andeutung daran. Dieses Jahr hier, werden alle aus Sofia eingeladen, die bis 1914, einschließlich, waren – sie werden am 17-ten am Morgen in Tarnovo kommen, und jene, von 1916 bis 1919 einschließlich – am 18-ten am Morgen, und alle neue – am 18-ten am Abend. Ich möchte, dass es unter euch allen eine Harmonie entsteht, damit wir die Zeit nützen können. Es gibt Arbeit zum Erledigen. Die Weiße Bruderschaft behandelt die Sofianer nicht wohlwollend, ich sage euch die Wahrheit. Nicht, dass sie euch nicht liebt, aber sie bedauert jene Rechte, die ihr euch gegeben habt. Die Freiheit braucht Rechte, aber wisst, dass es Rechte und Pflichten gibt. Ihr sollt die Weisen lernen, auf die die Länder und Völker geleitet werden müssen. Keinerlei aus den bisherigen Methoden kann auf der Erde angewendet werden, und ihr wisst die Ergebnisse. Ihr werdet lernen, weil ihr wieder zur Erde kommen werdet, bis ihr eure Entwicklung beendet. Ihr werdet wie Schüler zur Schule gehen, zurückkehren, bis ihr abschließt. Denkt nicht, dass ihr mich an ihrer Seite anzieht. Es gibt nur eine Weise dafür – wenn ihr mit Tugend, Liebe, Gerechtigkeit und Wahrheit lebt. Ich kann nicht dort sein, wo Gott nicht ist – Gott ist im Übel nicht. Ich habe einem Freund gesagt, dass ich niemanden erlauben werde, dass er ein Verbrechen begeht. Und wenn ich abreise, könnt ihr machen, was ihr möchtet. Wer versucht, werde ich ihn fangen und ihm einen Schmerz verursachen. Ich werde ihn nicht lassen, dass er Selbstmord begeht. Ihr werdet einen Tag dieses Gesetz begreifen. Jemand sagt: „Ich habe keine Angst!“ Ich möchte, dass du deine Liebe zeigst, sonst bist du ein erstklassiger Feigling. Jetzt, ihr habt Pflichten zu den Weißen Brüdern, zur Schule, zu der ihr gehört. Nichts kann euch entschuldigen, ihr könnt euch von den Pflichten zu ihnen nicht befreien. Ihr könnt euch nirgends verbergen, sogar am Boden der Hölle – versteht das gut! Es gibt kein Verbergen vor den Weißen Brüdern. Sie sind Träger des Lichtes, jeder neuen Kultur, jedes Gutes. Und wenn der Mensch ihre Unterstützung bekommt, hat er Erfolg überall, und wenn er ihre Unterstützung verliert, Schluß mit allem. Eure Beziehungen zu mir sind Beziehungen zur Weißen Bruderschaft, und eure Beziehungen zur Weißen Bruderschaft sind Beziehungen zu Gott. Ihr werdet sagen: „Wir kennen nur einen Gott.“ Ihr irrt euch: die Sonne wird durch das Licht erkannt, aber es gibt auch ein Vermittler für das Licht – das ist der Äther, sonst wird die Sonne unsichtbar. Auch die Weiße Bruderschaft ist ein Vermittler zwischen euch und Gott. Ihr sollt euch dieses Jahr organisieren. Keine undisziplinierte Gruppe. Ich bin bereit, auf jeden zu hören und möchte, dass ihr mindestens zur Hälfte wie mich seid. Und Christus hat gesagt: „Der Schüler soll wie den Lehrer sein.“ Wie ich unter euch gelebt habe? Habt ihr etwas von mir gesehen? Ihr wollt etwas machen, und ich sage: „Versucht es, macht.“ Aber ich weiß, dass das Gesetz solches ist: mit welchem Maß der Mensch messt, mit solchem wird man ihm gemessen. Ihr müsst frei sein! Ich kenne euer Leben aus der Vergangenheit, ich weiß alles, aber ich vertiefe mich darin nicht, sondern ich vergrabe die Dinge von oben. Das Wissen ist nicht immer von Nutzen, aber was ihr tut, benutze ich. Wenn ihr den Gottes Segen haben möchtet, sollt auf Gott hören. Das ist mir gesagt, und ich bin absichtlich gekommen. Deswegen sage ich, dass es drei Lagen gibt. Erstens, wenn ihr nicht wollt, der Lehre zu folgen, welche ich predige, ich sage euch eindeutig: sehr gut, ihr seid frei! Zweitens, seid ihr bereit, die Lehre von Christus so zu erfüllen, wie es im Evangelium steht? Aber erfüllt sie vollständig! Drittens, seid ihr bereit, die Lehre von Mose in ihrer Vollständigkeit zu erfüllen? Entweder Mose oder Christus oder ich – wir sind eine Einheit. Das ist eine Äußerung von Gott, diese Lehre ist Göttlich – die Lehre von Mose ist Göttlich, die Lehre von Christus ist Göttlich, und die jetzige Lehre ist Göttlich. Die Quelle ist dieselbe, nur die Formen sind verschieden – der Geist ist ein und derselbe. Vermuten wir, dass ich euch eine Maxime, ein Gesetz sage, aber ich unterzeichne es nicht – erfüllt es, ihr werdet nicht Vieles verlieren, wenn mein Name nicht da steht. Aber Christus sagt: „Seine Lehre soll erfüllt werden!“ Erfüllt entweder das, was die Weiße Bruderschaft sagt, oder die Lehre von Christus, oder die Lehre von Mose, aber eine von diesen Lehren soll erfüllt werden. Ich zeige euch diese drei Lagen, weil ihr euch zweifelt. Ich möchte niemanden beseitigen und möchte, dass ihr gleichzeitig die drei Lehren erfüllt. Nach ihrem Inhalt sind sie ein und dasselbe – Christus ist in Mose einer und derselbe, Christus ist in Jesus einer und derselbe, und Christus, der in mir ist, ist einer und derselbe. Ich möchte, dass ihr die Innenseite versteht. Der Sinn der Sonne für uns ist im Licht, das sie uns schickt. Ihr sollt dieses Jahr noch jetzt euch selbst bestimmen, ehrlich sein, weil der Segen, den ihr bekommen wollt, hängt von dieser Ehrlichkeit ab. Ich sehe euren Gedanken: „Sind wir so bereit, dass man uns ruft?“ Erinnert euch an jenen König, der Gäste an seiner Tafel eingeladen hatte. „Nachdem die Namhaften nicht gekommen sind, rufe ich, euch, die Körperbehinderten!“ Dankt, dass jene nicht gekommen sind. Hier geht es nicht um eine Frage der Würde, und ihr seid gekommen, um zu lernen. Und ich werde einen Bericht für euch erstatten, wie niemand bisher erstattet hat – ich werde mit allen Einzelheiten sagen, wie ihr lernt. Dann, wenn der Prügel kommt, trage ich keine Verantwortung. Wenn euer Vater die Rute verwendet, werde ich mit aller Ehrfurcht stehen und die Schläge zählen. Irrt euch nicht, wenn ihr denkt, dass der Eine würdiger als der Andere ist. In der Weißen Bruderschaft ist alles wie in der Musik. Wir jagen niemanden fort und laden niemanden ein – Gott lädt einen ein, und der Eingeladene verlässt selbst. Ihr seid frei in dieser Hinsicht – niemand kann euch verbittern, aber aus den Folgen kann niemand euch erlösen. Ich möchte, dass es eine Harmonie unter euch allen gibt, Leben, aber nicht nach dem Buchstaben. Ich will euer Leben nicht durchwühlen, ich will euch nicht urteilen, aber ich sage euch die Folgen und heile euch wie kranke Menschen. Kann man ohne einen kleinen Schmerz heilen? Die Schwarze Bruderschaft hat euch getäuscht, sie hat ein ganzes Gewitter verursacht. Die Sünde ist eine Sünde vor Gott. Ein solches Verbrechen kann verzeiht werden, aber man kann es nicht entschuldigen. Ein Bruder wird kommen, ein ganzes Leben zu verbringen, um ein Verbrechen zu sühnen. Das ist Recht für alle – sowohl für Große, als auch für Kleine. Ich möchte nicht, dass ihr eure Kraft vergeudet. Ich habe das oder jenes gesagt – schöpft aus einer zweiter Quelle nicht, aus zweiter Hand, sondern kommt direkt zu mir. Und ihr schmückt es viel aus und zieht Schlußfolgerungen. Jemand sagt: „Herr Danov hat sich versichert.“ Vor Jahren kam Manyo Rainov zu mir und bat mir dreißigtausend Lewa an, damit ich sie verbrauche, wie ich möchte. Ich hatte ihm geantwortet: „Sie sollen in dir stehen.“ Nach seinem Tod bat seine Frau mir sie wieder an und hatte sie mir gelassen. Es ist streng bestimmt, wofür man dieses Geld verwendet, welches die Bruderschaft bekommt. Und wenn jemand mißbraucht, wird selbst die Folgen tragen. Dr. Mirkovitsch wollte sein Erbe mir lassen, aber ich habe ihm gesagt: „Verkaufe es und gib das Geld den Armen oder deinen Verwandten!“ Und dieser Bruder (Der Meister zeigt L.Kotev) hat mich nach seinem Haus gefragt, und ich habe ihm gesagt: „Einer soll es bekommen.“ Wenn der Eine mich lügt, werden auch die Anderen mich lügen. In der Weißen Bruderschaft gibt es ein Gesetz: wir können einen Bruder nicht urteilen, bis er ein Verbrechen nicht begeht. Du sollst denken, wünschen und erst, wenn du zu tun beginnst, dann. Zuerst wird man dich auf der Erde urteilen, dann wird man dich in der Astralwelt wegen deinen Wünschen urteilen, dann im Geistigen Feld, und endlich in der Kausalwelt wird alles liquidiert werden. Das Schicksal ist nicht für uns. Und Christus hat gesagt: „Ich bin gekommen, nicht zu urteilen, sondern zu retten.“ Der Vater hat ein Schicksal dem Menschensohn gegeben, und der Menschensohn vertritt diese Weiße Bruderschaft, die Recht hat, die Welt zu urteilen. Indem ihr die Okkulte Lehre erlernt, werdet ihr über diese Größe Hierarche erfahren, die Macht hat, die kleineren Brüder zu urteilen. Euer Verhältnis zu mir ist vorläufig. Während des Wegs stört den Fuhrmann nicht. Wenn er Meister ist, wird er euch bringen, und wenn ihr keinen Glauben habt, steigt in sein Fuhrwerk nicht ein. Nun jagen wir niemanden fort. Es gibt drei Arten Gesetze: über eine Bruderschaft, über eine Freundschaft und eine Bekanntschaft. Ihr seid keine meine Brüder noch. Um in der Weißen Bruderschaft einen Bruder zu sein, mußt du dein Leben für einen anderen opfern – das ist das Gesetz der Bruderschaft. Du bist dem Ganzen schuldig. Erfüllt ihr das nicht, werdet ihr die Verantwortung tragen. Nun erfülle ich das Gesetz der Freundschaft euch gegenüber, sondern nicht das Gesetz der Bruderschaft. Die Lehre, die ich euch predige, besteht überwiegend darin: ich möchte euch mit den Gesetzen der Lebendigen Natur bekanntmachen – das, was bisher niemand gelernt hat. Und das geschieht sehr langsam. In den Büchern, die ihr lest, das ist eine leichte Arbeit, aber wenn ihr die Gesetze der Lebendigen Natur lernen möchtet, diese Schule ist schwierig. Ich möchte, dass ihr frei in euren Gedanken und Gefühlen seid. Ich habe euch nichts beschränkt, aber es gibt andere, die euch beschränken werden. An der Jahresversammlung seid bereit, dass es kein Zurückkehren zu den elementaren Dingen gibt, das heißt zur Taufe und Rettung. Beginnen wir mit einer neuen Formel, in der das Neue Leben ausgedrückt werden muss. Ich möchte, dass nichts niemanden von euch hindert. Nun werdet ihr das Gesetz der Demut und Sanftmut erlernen – das ist das erste Ding, das zweite ist die Elektrizität und der Magnetismus, und das dritte – die Qual.Und ihr in Sofia habt mit der Qual begonnen. Ihr sollt Reservenenergie haben, um durch dieses Feuer zu gehen. Ich sage euch nur die Weise, auf die ihr euch auf die Sanftmut und Demut, Elektrizität und Magnetismus vorbereitet. Ich habe diese Dinge nicht geschaffen, sie existieren. Ihr Sofianer sollt das erlernen. Ihr werdet fragen, wie. Zum Beispiel hundert Menschen sind verurteilt, im Gefängnis wegen ihrer Schulden zu sein, und ich bin reich – ich bezahle und sage: „Lasst sie!“ Seid selbstständig. Jeder soll selbst denken, ihr sollt euch voneinander nicht beeinflussen lassen, sondern helft euch. Wenn ihr euch beeinflussen lasst, man kann euch von außen sagen: „Herr Danov ist so und so.“ Aber wenn ihr selbst die Wahrheit nicht erkennen könnt, sie kann von außen nicht übergeben werden. Ich möchte, dass ihr euch einander achtet und liebt. Das ist das erste Gesetz der Weißen Bruderschaft – ihr könnt dieses Gesetz nicht ändern. Dort, an den „Blauen Felsen“, wo ich fünfundzwanzig Tage verbracht habe, habe ich alle eure Gedanken bekommen und ich kann euch ihre Photographie geben. Und wenn ihr schießen wollt, schießt wirklich, sondern nicht nur „dan-dum“ – das ist nur eine vergebliche Anstrengung. Ihr habt keine Zeit. Ihr seid im zwanzigsten Jahr des XX Jahrhunderts. Euer Karma ist schon reif, und wenn ihr nun nicht richtig liquidiert, werdet ihr für zwei tausend Jahren zurück bleiben. Wenn ihr vorwärts geht, kommen andere, die euch ersetzen werden. Bleibt nicht stehen, glaubt an das große Göttliche Gesetz! Ihr habt die Erfahrung der Vergangenheit, versteht die Dinge sehr gut, ihr seid nicht blind. Seid am 17-ten und 18-ten in Tarnovo! Glaubt an den Lebendigen Gott, und Er wird sich euch zeigen. Weil Er sagt: “Wenn ihr an Meine Wörter glaubt, werdet ihr die Wahrheit erkennen.“ Ihr sollt immer an jemanden glauben, immer soll eine Mutter euch gebären – das Gesetz ist so. Wir haben mit Persönlichkeiten nichts zu tun. Eines Tages, wenn wir uns wieder treffen, werden wir wieder sprechen. Weil die Dinge sich ändern werden. Man soll der Schwarzen Loge Widerstand leisten! Die Schwarze und die Weiße Bruderschaft sind im Zusammenstoß, und ihr sollt Partei ergreifen. Wenn ihr Partei der Schwarzen Bruderschaft ergreift, wird man von eurem Fleisch flache harte Würste machen, von eurer Haut – Riemen, und wenn ihr Partei der Weißen Bruderschaft ergreift, werdet ihr mit zwei Beinen gehen, eure Haut wird gesund sein, und ihr werdet das ganze Gottes Wohl haben. Replik des Bruders L.Kotev: Ist die Neutralität nicht erlaubt? Keine Neutralität – mit Gott oder gegen Gott. Das, was unter euch geschehen ist, hat mein Verhältnis nicht geändert. Ich bedauere, wenn die Menschen dieses Gesetz nicht verstehen können. Ich möchte, dass dieser, dem ich etwas Gutes gemacht habe, mich nicht kennt, sondern dass er sagt: „Gott soll jenen segnen, der mir dieses Wohl getan hat“. Strebt danach, dass ihr Harmonie schafft. Ihr habt Erfahrungen, Leiden und Bestrebungen gehabt. Was geschah, ist geschehen - es ist nicht zum ersten Mal, aber alle Mißverständnisse sollen freiwillig verschwinden, sondern nicht zwangsweise. Dieses Jahr seid ihr, Sofianer, diese, welche die Arbeit ein bisschen hindern, deshalb bin ich gekommen, um euch zu warnen. Schaffen wir viel Arbeit, weil der menschliche Gedanke, der Wunsch und die Handlung, verbunden in Gott, eine große Kraft sind. 8 August 1920, Sonntag, Sofia (vor Brüder)
  6. Arbeitet mit Liebe Ich möchte wissen, warum ihr dieses Treffen möchtet. Replik: Wir möchten, noch einmal mit Ihnen sein, Meister. Habt ihr Fragen?... Wisst ihr, woher das bulgarische Wort „errate“ hervorgeht? Es geht aus einer alten Wurzel hervor, welche bedeutet, dass man ein bewußtes Leben lebt. Die Erkenntnis hat nur so einen Sinn. Wenn man ein bewußtes Leben lebt – das ist ein ewiges Leben. Also, das sind zwei Synonyme – ein Leben und ein bewußtes Leben. Also, der Mensch soll nicht nur leben, sondern er soll ein bewußtes Leben haben. Dass du erkennst, bedeutet, dass du im vollen Sinne des Wortes lebst. Heute leben die Menschen auch,sie werden reich, aber sie leben unsicher. Ihr habt einige Schüler beobachtet, die Musik lernen beginnen, wie sie nichts verstehen, d.h. sie können nichts spielen. Ich frage, was macht der Lehrer mit ihnen? Wenn ein solcher Schüler keinen starken Wunsch und Liebe zur Musik hat, kann der Lehrer etwas in ihm entwickeln? Nein. Nach demselben Gesetz, wenn ihr keinen starken, intensiven Wunsch für das Leben habt, was kann Gott für euch machen? Also, das, nach dem ihr sucht, ist drinnen in euch. Aber es gibt Dinge, die nicht drinnen in euch sind. Lehrer, die Musik lehren, lassen immer ihre Schüler mit Etüden und Übungen befassen, und die Schüler sollen ihre Aufmerksamkeit mit Musikstücken nicht lenken oder Konzerte geben, weil sie verdorben werden. Der Schüler soll zuerst die Kunst zu spielen lernen. So verläuft das Leben auf eine richtige Weise – in der Zeit, in der ein Schüler lernt, erreicht er sein Ziel. Auf diese Weise, ein Mensch, der ein Göttliches Leben haben möchte, soll Methoden zum Erreichen dieses Lebens haben. Jeder Schüler soll seine Methoden haben. Nun bemerke ich, dass jene von euch, in denen der Geist zu sprechen beginnt, sagen: „Mir spricht der Geist schon.“ Aber wisst ihr, was es für einen großen Unterschied gibt, wenn der Geist spricht? Der Geist hat auch Elia und Jesaja gesprochen, aber die Frage ist, wie er gesprochen hat. Also der Geist spricht nicht allen Menschen gleich. Ein Musiklehrer kann fünfzig-hundert Schüler lehren, aber jemand hat kaum die Noten gelernt, der Andere hat zwei, drei, fünf Stunden gehabt, und der Dritte – fünfzig Stunden usw. Ihr könnt nicht verstehen, dass es unter euch eine Gradation in der Äußerung des Göttlichen Geistes gibt. Es ist nicht nur wichtig, dass der Geist in euch spricht, aber wir müssen die lebendigen Gottes Gesetze verstehen. In dieser Hinsicht geben die gegenwärtigen Erfinder die besten Beispiele: sie machen einen, zwei, drei mißglückte Versuche, bis endlich jemand sein Ziel erreicht, und ein anderer erreicht es nicht. Man braucht eine Hartnäckigkeit. So soll dieser, der sich auf den Göttlichen Weg macht, eine Hartnäckigkeit besitzen. Es ist keine Lehre diese, die für einen Tag erzielt werden kann. Es ist nicht schwierig, aber man braucht Zeit. Wenn ihr diese Lehre zu untersuchen beginnt, werdet ihr euch auf viele Schwierigkeiten stoßen. Stellt euch vor, dass ein Lehrer zwanzig – dreißig Musikschüler hat, aber sie sind gestellt bei unterschiedlichen Bedingungen: einer von ihnen hat einen reichen Vater – er hat ihm ein gutes Instrument gekauft, ein anderer hat einen armen Vater – dieser Schüler hat keine Schuhe und braucht die Außenbedingungen aufzuholen, die ihm fehlen, und er soll auch seine Lektionen lernen. Aber oft haben die ärmeren einen besseren Charakter als die reichen Schüler – die Armen stählen mehr. Viele von euch sind wie diese reichen Schüler und möchten, diese Kunst ohne viele Schwierigkeiten erwerben. Solches ist das Streben. Im gegenwärtigen Christentum existieren zwei Kategorien. In der ersten Kategorie gibt es eine Schichtung, ähnlich dem Mästen einiger Schweine, deren Speck immer dicker wird, es entsteht ein Fett, welches aber keine Muskelkraft ist. So lagern sich auch auf der Erde Schichten über Schichten ab, oder in einem Haus, das nicht gereinigt wird, entstehen Staubschichten aufeinander. Das sind äußere Errungenschaften und Bereicherung. In der anderen Kategorie des Christentums ist die Errungenschaft ein inneres Wachsen – jedes Teilchen ist verbunden, und an diesem Teilchen nimmt das Leben teil. Manchmal sind diese Teilchen nicht vebunden, jedes lebt individuell und sagt: „Niemand darf sich in meiner Arbeit einmischen.“, in einem anderen Fall ist jedes Teilchen mit einem anderen verbunden, alle sind lebendig. Also ihre Erfahrung soll aus dieser zweiten Kategorie sein. Zum Beispiel ihr habt ein Buch gelesen – das ist eine Schichtung. Ein Verfasser hat etwas geschrieben, was sehr richtig sein kann, aber ihr denkt, dass ihr das versteht, was er geschrieben hat, wenn ihr es lest. Ihr könnt es nicht verstehen, wegen der einfachen Ursache, dass ihr nicht in seinen Bedingungen seid, ihr begreift sie nicht, ihr wisst nicht, was ihn zu schreiben veranlasst hat. Ihr lest das Evangelium, ihr lest, was Christus gesagt hat, was Jesaja gesagt hat, aber ihr wisst nicht, was Christus veranlasst hat, das zu sagen. Bis ihr zu den gleichen Bedingungen im Leben nicht kommt, könnt ihr diese Lehre nicht begreifen. Wenn der Geist kommt, wird er dieses Verständnis in euch schaffen. Deshalb manchmal, wenn euer Leben geschichtet wird, und ihr beginnt, es zu probieren, von euch wirbelt nur Staub auf, und ihr denkt, dass ihr es kennt. Alle diese Teilchen trennen sich, aber das ist nicht etwas Organisches. Das existiert in euch, und ihr sagt: „Das ist nicht so, wir haben uns getäuscht.“ Ja, wenn ihr geschichtet seid, ich sage euch, dass ihr euch getäuscht habt – das ist nicht etwas Lebendiges. Wenn das Wasser durch euren Staub neun Mal durchgeht, und er bleibt, ohne sich loszulösen, das ist etwas Organisches, aber wenn er sich loslöst, das ist unwesentlich. Ich stelle das Gesetz fest, das das Leben leitet. Ihr könnt euch von den Zweifeln nicht retten. Sie sind natürliche, unvermeidliche Dinge. Sie sind keine Gesetze, aber bei den gegenwärtigen Bedingungen sind sie unvermeidlich. Bei allen Menschen der Ungläubigkeit sind der Zorn, der Haß, der Neid, die Lüge und viele andere Dinge unvermeidlich. Replik: Wenn diese Kerze in unseren Köpfen gezündet ist, wie Sie sagen, sind diese Dinge unvermeidlich? Nein, wenn dieses kleine Kerzchen im Göttlichen Verstand gezündet wird, d.h. wenn Gott diese eure Kerze anzündet, wird Er es auf den Leuchter stellen und wird sagen: „So soll dieses Licht vor Menschen aufleuchten“. Der Sinn ist darin, so werden die Leute Gott rühmen. Replik: Von wem hängt ab, dass diese Kerze angezündet wird – von Gott oder von uns? Das Anzünden kommt durch einen Kontakt mit Gott. Sind diese feurige Flammen, die den Aposteln erschienen sind, keine solche Kerzen? Alles hängt vom Göttlichen Geist ab. Er unterscheidet sich von allen anderen Geistern. Es gibt viele andere Geister. Die Dinge werden sowohl gesagt, als auch gesät, aber für jedes Ding gibt es eine bestimmte Zeit. Ich sage euch, ihr sollt nicht denken, dass die Zeit nicht gekommen ist. Das geschieht mit einer Unruhe nicht. Denkt nicht, dass wenn ihr zu weinen beginnt und sich selbst leid tut, all das euch helfen wird. Das wird euch nichts helfen. Das Weinen hat einen ganz anderen Sinn: wenn ihr zu einem grausamen Menschen geht, ihr weint, um ihn weich zu machen – der trockene Boden braucht Wasser, nicht wahr. Braucht ihr zu weinen, wenn ihr zu einem guten Menschen geht? Wird er euch nicht anziehen, wenn er euch sieht, dass ihr nackt und barfuß seid? Meint ihr, wenn ihr ihm sagt, dass ihr euch das Leben nehmt, wird er sich für euch nicht einsetzen? Gott ist eine vernünftige Kreatur, und wenn wir zu Gott mit diesem positiven Glauben gehen, in Ihm gibt es zwei Gedanken nicht. Nun gehen wir mit unseren menschlichen Auffassungen zu Gott. Manchmal sind wir sehr unruhig und hindern den Göttlichen Geist in uns. Stellt euch vor, dass die Mutter ein Blätterteiggepäck macht, und das Kind geht und quäkt hinter ihr. Sie rollt aus, und es fragt sie: „Ist das Blätterteiggepäck schon fertig?“ Das Kind soll warten, bis die Mutter das Blätterteiggepäck knetet und bäckt. Wird das Blätterteiggepäck schneller fertig sein, wenn das Kind seine Mutter stört, quäkt und ständig sie fragt, wann es fertig sein wird. Nein, es soll gehen, ein bißchen Wasser, Holz holen, den Ofen anheizen, sich um seine Mutter freuen, und das Blätterteiggepäck wird bald fertig sein. Das christliche Leben erhält man leicht, aber es gibt einige falsche Auffassungen. Ihr werdet sagen: „Sind wir so viele Jahre nicht Christen geworden?“ Ihr seid Christen, aber von Auffassungen bis Auffassungen gibt es ein Unterschied. Ihr könnt zwei-drei Söhne haben, drei-vier Töchter, aber nur eines von euren Kinder versteht euch. Ich frage euch, wie geht es euch mit den anderen Söhnen und Töchtern? Ihr versteht euch mit ihnen auch. Sie sind wie Gäste für euch, sie kommen und sagen: „Das, Mutti, jenes, Mutti“ und gehen weg, und das andere Kind bleibt zu Hause, um zu helfen. So sagt auch ihr: „Gott, ich möchte das, jenes!“, oder ihr erklärt: „Ich habe meinem Vater gesagt, dass er mir das, jenes kauft, und er wird es mir kaufen.“ Das ist ein der Hindernisse, wegen dessen viele keinen Erfolg haben. Jetzt, in diesem wahren Leben existiert eine andere innere Auffassung, welche man mit Wörtern nicht verstehen kann. Ihr werdet jene Tiefe erreichen, jene innere Ruhe, jene Welt und Auffassung des Göttlichen Lebens. Das sind abstrakte Dinge, aber ihr werdet die praktische Seite der Lehre erreichen, um ihre Häuser Oasen in der Wüste zu machen, mit Obstbäumen, und wenn ein Reisender mit geladenen Kamelen kommt, kann er in ihnen stehenbleiben. Replik: Sie haben in einem von Ihren vorigen Vorträgen gesagt, dass wir unsere Beziehungen Gott gegenüber ändern sollen, wenn wir die Lage unseren Nächsten gegenüber ändern wollen. Replik: Wie kann man diese Lehre praktisch anwenden? Dafür sind drei Lagen nötig: die erste Lage ist, wenn wir den Menschen dienen – dann sind wir in der Lage der Diener; die zweite Lage ist, wenn wir uns selbst dienen – dann verbessert sich unser individuelles Leben; die dritte Lage ist, wenn wir Gott dienen. Verteilt eure Arbeiten täglich proportional und seht, auf welche der drei Kategorien die Arbeit sich bezieht, die ihr erledigt. Der Mensch kann wieder den Menschen dienen, indem er Gott dient, aber seine Lage wird anders sein. So, ihr werdet nämlich euren ursrünglichen Zustand ändern – ihr werdet Gott dienen. Diesen Wunsch werdet ihr tief in eurer Seele finden, er ist ein Streben der Seele. Das ist ein Zustand, den ihr von Anfang an versteht und ist kein Zustand, den ihr nun lernen werdet. Ihr alle erkennt ihn, ihr kennt ihn, aber ihr sagt, dass die Zeit nicht gekommen ist. Das ist ein schwieriges Dienen, eine Schule ist notwendig. Ihr hindert euch selbst, wenn ihr Gott dienen möchtet. Ihr sollt euch von eurer Lage befreien und nicht sagen: „Wir sind Frauen.“ Die Männer wollen Gott dienen und sagen: „Wir sind Männer“; die Kinder wollen Gott dienen und sagen: „Wir sind Kinder“; die Lehrer möchten Gott dienen, aber sie sagen: „Wir sind Lehrer“. Das ist eine vorläufige Lage, gegeben euch nur, damit ihr bestimmte Lehren von dieser Lage lernt. Ihr spielt in einem Theater, zum Beispiel, die Rolle des Dieners. Sie ist euch gegeben, damit ihr diese Rolle lernt, weil es in jeder Rolle besondere Züge und Charakteristiken gibt, die ihr lernen sollt. Aber ihr seid weder das Eine noch das Andere, das ihr auf der Szene darstellt. Ihr habt als Frauen gekommen, um nur diese Rolle zu lernen. Ihr habt das Wesen der Frau wie eine Kunst noch nicht erlernt, d.h. nicht, dass ihr es nicht kennt, aber ihr lernt es nun.Jemand, der euch von außen sieht, wird sagen: „Ist das eine Frau?“, dann wird er seine Meinung sagen. Nun, wenn ich euch so spreche, das bedeutet nicht, dass ihr euch von dieser Lage befreien sollt, weil das Leben ein Leben ist, und die Rolle, die euch gegeben ist, eine Rolle ist. Außerdem werdet ihr die Dinge erlernen, die zum Wesen eurer Seele gehören. Stellt euch vor, dass ihr vier Schwestern zu Hause seid: euer Vater еmpfindet mehr Sympathie für eine von seinen Töchtern, die Mutter - für die andere, der Bruder - für die dritte, und für die vierte empfindet niemand Sympathie, alle stoßen sie, und sie ist immer schuldig an allem. Selbstverständlich wird sie verzweifelt sein, sie wird traurig und gramvoll sein, bis sie den Sinn des Lebens nicht versteht.Nehmen wir an, dass alle euch quälen, euch unwissend, dumm, ungeschickt nennen, und wenn Gäste kommen, immer über euch sprechen. Ihr werdet nicht aus noch ein wissen und werdet nicht wissen, wohin zu gehen. Nehmen wir an, dass ein Wunsch in euch entsteht, Gott zu bitten, euch zu befreien und nehmen wir an, dass Gott das Herz von niemanden an euch wendet. Endlich findet ihr eine Freundin von außen, die mit euch mitfühlt – ihr erfrischt euch gleich, ertragt alles mit Freude. In euch entsteht eine Änderung: ihr tragt eure Last, aber es ist euch leichter. Also, eure Lage in der Welt wird sich nicht ändern, aber ihr werdet eine Freundin finden und eure Last gern tragen. Die Welt wird sich wundern und wird sagen: „Diese Frau hat einen Plus.“ Dann wird der Zweifel in euch entstehen, ob diese Freundin nicht vorläufig ist – dann seid ihr in einer Minusphase. Also, die Welt wird sich noch nicht ändern, euer Vater, eure Mutter, eure Schwester werden immer dieselben sein, sie werden ihre Pläne und Ideale haben, aber ein neues Element soll in ihnen kommen. Ich werde euch erklären, wie das in der Natur ist: ihr gießt diese Blumen, die näher am Fenster stehen, wie die anderen, aber sie sind frischer, weil mehr Licht auf sie fällt. Und diese, die an einer abgelegeneren Stelle sind, im Norden, immer runzeln die Stirn. Sie sind die vierte Tochter – niemand sorgt sich für sie, sie ist immer böse, und alle sagen: „Was machen wir mit ihr!“ Ich finde ein kleines Fensterchen, stelle sie dort, und sie beginnt zu wachsen – sie braucht Licht. Also, strebt zuerst, dass das Göttliche Licht ständig in euren Seelen fließt, weil die Welt sich verlieren kann, aber das Göttliche Licht wird ewig fortdauern. Gott ist eine Helligkeit. Die zweite Lage in der Welt ist das, dass alle mehr von den anderen erwarten, als sie ihnen anbieten können. Bemerkt, dass es ein anderes Gesetz gibt, nach dem die Frequenzen der Schwingen der Seelen nicht gleich sind. Es gibt einige gläubige Menschen, die, nicht nur euch in Berührung nicht erheben, aber sie bringen euch nach unten, bis ihrem Niveau – weil in der Physik die Mischung von zwei Flüssigkeiten mit verschiedenen Temperaturen die Mitteltemperatur der beiden übernimmt. Deshalb, nach diesem Gesetz, sollt ihr euch den Schwingen eurer Seelen entsprechend nähern. Seelen, die gleiche Schwingen haben, können sich einwirken, aber wenn sie keine gleichen Schwingen haben, bleiben zurück. Enten, die gleich fliegen, fliegen nach vorne, und diese, die nicht gleich fliegen, bleiben zurück. Könnt ihr das Pferd und den Ochsen zusammen einspannen? Ihr werdet eine unvernünftige Kombination haben. Beginnt jetzt das, was euch stört, einzuschätzen, euch von den Ablagerungen zu befreien, die ihr habt. Von diesen Ablagerungen zu befreien, bedeutet, dass ein neues Leben immer in euer Leben eintritt, weil das alte Wasser immer alt ist, unabhängig davon, wie ihr es zudeckt; das alte Kleidung ist immer alt, soviel ihr sie wäscht und flickt. Man braucht eine neue Kleidung. Nun, ihr werdet manchmal sagen: „Einmal, als Kind habe ich daran geglaubt!“ Der Glauben der Kinder ist eins, und der Erwachsenen – anders. Der Glauben entwickelt sich auch. Apostel Paulus sagt: „Wenn ich Kind war, dachte ich wie ein Kind, aber wenn ich Mann wurde, hatte ich die Kinderdinge gelassen.“ In diesen von euch, die nicht vestehen können, wird ein Interesse entstehen, und sie werden von dort fortsetzen, soweit sie gekommen sind, wer wie weit erreicht hat. Wie die Pflanze ein kleines Wurzelchen schlägt, so sollt ihr täglich eines schlagen. Wenn ihr es nicht schlägt, gibt es kein Wachstum, kein Verständnis. Ihr sollt zu jenem Zustand kommen, bei dem, wenn ihr etwas tun möchtet, die Anwesenheit von Gott so spürbar empfindet, dass ihr stehen bleibt, bevor ihr das tut. Und ihr behauptet nur, dass ihr die Anwesenheit von Gott habt, aber wenn eine Prüfung kommt, besteht ihr sie nicht und bedauert dann. Wenn der Wagen umkippt, findet ihr den Weg, aber es ist wichtig, dass ihr bevor dem ihn findet. Die Kraft des Lebens besteht darin. Bei der gegenwärtigen Entwicklung des Lebens werdet ihr auf Schwierigkeiten stoßen, und man wird euch sagen: „Ihr seid nicht auf den richtigen Weg im Leben, im Evangelium ist es anders geschrieben!“ Ich sage: dort ist Vieles geschrieben, aber ihr versteht es nicht. Manchmal diese, die sagen, dass es im Evangelium so steht, sind wie diese, die Unterweisungen in den Päckchen mit Farben für Ostereier geben.In ihnen steht, welche Farbe sie enthalten, welche Eier gefärbt werden, wie löst man sie auf, mit wieviel Wasser usw. Dort ist geschrieben: „Diese Farbe wird mit soviel Wasser aufgelöst, dann stellt man die Eier so, und dann werdet ihr ein Ergebnis haben.“ Alles wird nach der Anweisung in diesem Päckchen gemacht werden, aber man soll durch diesen ganzen Prozeß verlaufen. Aber es gibt andere Erkenntnisse, noch tiefer als diese für die Farben. Bei den gegenwärtigen Bedingungen hindern sich die Leute immer. Die Atmosphäre ist voll mit nicht fortgeschrittenen Seelen, die zu euch kommen, und ihr empfindet oft etwas Unangenehmes, eine Unzufriedenheit. Sie sind die Ursache dafür. Die Theosophie nennt diese Seelen elementar. Ihr all sollt euch von ihnen befreien, ihr sollt eine Harke für sie haben. Diese Seelen sollen erzieht werden, sie sollen lernen, dem Gottes Gesetz zu unterwerfen, sie sollen arbeiten. Replik: Legen diese Seelen uns Hindernisse in den Weg? - Ja. Replik: Gewinnen sie? - Ja, sie kommen, dich zu berauben. Replik: Wissen wir eine Weise, wie wir uns vor ihnen schützen? Wenn sie kommen, gebt ihnen Arbeit, lehrt sie weben, spinnen, gebt ihnen Arbeit in der Küche. Sie wirken nur auf den Vestand, und ihr werdet sagen: „Dieser Gedanke ist nicht mein, dieser Wunsch ist nicht mein!“ – so werdet ihr sie zurückweisen. Wenn der Mensch allen Wünschen und Gedanken nachgibt, die durch seinen Kopf und Herz verlaufen, was würde geschehen? Diese Gedanken und Wünsche sollen wie das Wasser und den Wind weggehen, und wir werden von ihnen nur das nehmen, was wir brauchen – alles ist nicht für uns. Ich lasse euch frei und möchte, dass ihr alle Regeln, die ich euch gegeben habe, freiwillig untersucht und sie so anwendet, dass ihr selbst den Halfter stellen könnt und selbst abnehmt. Ich verlange keine Disziplin von euch, ich lasse euch, dass ihr alles frei macht. Ihr wollt mich manchmal belügen, aber ich gewinne, und ihr verliert. Auf diese Weise hindert ihr euch selbst.Ich bemerke oft, dass ihr viele Dinge verderbt, die ich verbessert habe. Oft, wenn ihr den guten Wunsch habt, das-jenes zu machen, habt ihr den Eifer vom Apostel Paulus und sagt: „Ich habe den Eifer gehabt, aber nicht die richtigere Auffassung.“ Wenn ihr in einen Garten eintretet, wohin werdet ihr gehen, zu jenem Birnbaum oder Apfelbaum, der die schönsten und saftigsten Früchte hat? Es existiert kein dummer Mensch in der Welt, der zum sauren Obst geht – er wird zu den schönsten Früchten gehen. Wenn es keine Äpfel gibt, so wird er zu den saueren Früchten gehen, aber wenn es schöne gibt, wird er zu ihnen gehen. Dasselbe Gesetz gilt in der Welt: wenn ihr in euch schöne Früchte besitzt, ohne jemanden einzuladen, wird er zu euch kommen. So stehen praktisch die Dinge, und sie sind sehr richtig: nach dem Reichtum eures Verstands und nach dem Reichtum eures Herzens werden eure Beziehungen zu den Anderen heute bestimmt werden. Ich nenne das, was sich ändert, keine Liebe. Das ist lächerlich – man hat geliebt, aber nach zehn Jahren hat den Rücken zukehrt. Paulus sagt: „Die Liebe höret nimmer auf“. Replik: Ich habe viele Male gedacht, dass wer sich zwingt, wird den Gottes Reich nehmen. Replik: Welche Tugend ist die stärkste, damit wir große Ergebnisse haben? Der Ausdruck: „das Gottes Reich erwirbt man mit Gewalt“ bedeutet, dass nur dieser den Gottes Reich bekommen wird, der sich bewegt. Stellt ihr euch vor, dass ihr am Morgen zu einem Berggipfel geht, auf die Sonne zu warten; wenn alle zu verschiedenen Orten gehen, ohne in einem Punkt zu bleiben, wird die Sonne allen ihre Kraft geben. Wenn alle sich nacheinander stellt und in einer Schlange wartet, ihren Segen zu bekommen, wird eine Disharmonie unbedingt entstehen. Wartet gleichzeitig alle auf ihren Segen. Das ist die Göttliche Lehre: in ihr gibt es keine Zeit und Ordnung, ihr werdet euch gleichzeitig vorstellen. Replik: Wir kennen unsere Schalen; können wir uns nicht so kennen und lieben, dass wir eine große Kraft in Sofia werden? Was hindert euch? Die Schwierigkeiten stehen in eurem Kopf. Replik: Gehen wir mit Ihnen ins Gebirge. Ins Gebirge gehen auch die kleinen Kinder nun. Es ist nicht schwierig, dass man ins Gebirge geht. Euer Fragestellen ist ähnlich dem Stehen in einem Zimmer, in dem es ein großes Fenster gibt, und dem Fenster gegenüber – ein großer Spiegel, in dem der Sonnenaufgang sich morgens widerspiegelt. Nun stehen alle und warten darauf, dass sie ihn im Spiegel sehen – das ist eure Lage. Ich möchte, dass ihr draußen aus dem Zimmer geht und die Sonne nicht im Spiegel seht. Ihr könnt nie die Wahrheit auf diese Weise finden. Der Spiegel wird euch zeigen, dass die Sonne irgendwo aus der Tiefe aufgeht, d.h. er wird euch zeigen, dass die Wahrheit hinter eurem Rücken ist. Jede von euch soll ein bißchen ihre Seele begreifen. Ihr habt ihre Seele noch nicht gekannt. Ihr braucht Erfahrung, die jede von euch individuell erleben muss. Also, ihr sollt euch an Gott wenden und sagen: „Gott, zünde unsere Kerze auf irgendwelche Weise an, zünde sie nur an!“ Ihr werdet alles dem Göttlichen Geist lassen, und er wird die Kerze anzünden. Diese Kerze wird auf diese Weise angezündet werden, die Gott wählt. Der Geist, der alle Begabungen den Menschen verteilt, ist nicht dieser, den ihr meint. Wir verstehen das Wort Geist in einem besonderen Sinne. Ist diese Kerze noch nicht in euch angezündet? Die Kerze soll angezündet werden, im Leuchter gestellt werden, ihr sollt das Zehnkilomaß abnehmen und sagen: „So soll hell werden!“ Der Meister sieht draußen: es nieselt. Der Regen zeigt, dass ihr mehr Leben braucht. Nach dem Wetter begreife ich, dass das, was euch hindert, die oberen Nebel sind, und sie sind ein Emblem des Lebens. Die Schwierigkeiten, die ihr habt, sind von sich selbst nicht so groß, wie ihr sie übertreibt. Du stellst eine kleine Schwierigkeit unter einen Mikroskop, beobachtest sie und sagst: „Es gibt keine größere Schwierigkeit als meine!“ Das ist richtig – deine Hindernisse sind genau für dich. Ihr werdet einander näherkommen, ihr werdet auf den Weg der Liebe gehen und werdet sehen, was Gott für euch machen kann. Steht jeden Morgen still auf, strebt danach, eure Gedanken zu konzentrieren, in sich selbst still zu werden, drinnen in den Göttlichen Gedanken einzudringen, weil einige Erfahrungen, die ihr erlebt, karmisch und unvermeidlich sind. Replik: Sie haben gestern gesagt, wenn diese Kerze angezündet wird, verschwinden die Dinge karmisch. Ja. Ihr könnt entscheiden und mit ihnen beenden. Habt ihr, diesen positiven Glauben, zum Beispiel? Ich behandle den positiven Glauben durch die Erweiterung des Bewußtseins. Wie dem auch sei, ich werde euch so helfen, wie der Wind macht – ich werde euch den Staub abnehmen, damit er euch nicht stört. In der Göttlichen Welt sind die Dinge wie beim Einsteigen in einen Zug. Ihr werdet die Regeln des Zugs einhalten – verspätet ihr euch, wird er auf sie nicht warten. Ihr werdet in ihn einsteigen, fahren und am bestimmten Ort aussteigen.Denkt nicht, was für einen der Lokomotivführer ist oder habt keine Angst, dass die Lokomotive sich auf dem Weg von den Waggons trennen kann – das sind nur Vermutungen. Ihr werdet sagen: „Beten wir Gott, dass etwas auf dem Weg nicht geschieht!“ Ihr werdet zu Gott gehen, aber mit eurer Seele, nicht mit eurem Körper. Ihr werdet euren Glauben an Gott anwenden. Strebt danach, euch nicht zu stören – man braucht einen lebendigen Glauben! Sagen wir, dass ihr in einer unangenehmen Lage seid, ihr quält euch. Diese Lage ist manchmal auf die Verwendung einer schwer verdaulichen Nahrung zurückzuführen, von der bestimmte Ablagerungen in euch entstehen. Ein anderer Mal entstehen Stiche von euren entgegengesetzten Gefühlen: zum Beispiel ihr liebt und hasst gleichzeitig und dann werdet ihr Spieße im Herzbereich spüren. Ihr sagt: „Ich habe Stiche!“ Wie wirst du nicht haben, beseitige die entgegengesetzten Gefühle, und die Stiche werden verschwinden! Andermal kann jemand mit seinen Gedanken euch angreifen und bestimmte Stiche hervorrufen. Deshalb sollt ihr lernen euch einzuzäunen, ein solches Leben zu führen, dass alle Lebenspfeile von der Brünne eures Körpers abprallen. Manchmal sollt ihr euch vom Teufel befreien. Wisst ihr, was er macht? Er ist listig: ihr schuldet ihm Geld, er kommt zu euch, ihr bezahlt ihm den Wechsel, aber ihr vergesst, den Wechsel zu nehmen. Nächstes Jahr kommt er wieder zu euch und sagt: „Du meinst, dass du bezahlt hast? Nein, Bezahle!“ Also ihr sollt den Wechsel von ihm nehmen. Einmal, vor zwanzig Jahren hast du irgendwelche Sünden gemacht, du hast Gott gebetet, dass man dir diese verzeiht, aber nach zwanzig Jahren kommt der Teufel wieder und sagt: „Bezahle!“ Du wirst ihm sagen: „Ich habe sie bezahlt, ich habe nichts mehr zu bezahlen, verklage mich bei Gericht!“ Infolgedessen entsteht eine Qual in euch. Man muss wissen, welche Dinge richtig und welche falsch sind. Es gibt Dinge moralisch und unmoralisch, es gibt richtige und falsche Handlungen, gute und schlechte Taten. Eure Seele soll alle böse und falsche Taten hinauswerfen, sich von den alten Qualen befreien, damit nur die Erfahrungen bleiben. Replik: Wir werden uns befreien, aber wenn sie uns nicht befreien? Sie werden euch verlassen. In dieser Schule soll man viel arbeiten, und manchmal haben die Menschen Unannehmlichkeiten wegen ihrer Unwissenheit, deshalb leiden alle. Strebt danach, dass ihr mit Glauben, mit Kenntnissen reich seid. Man muss reich sein! Einmal sind die Menschen in Klostern gegangen, sie haben in Einsamkeit zehn, fünfzehn, zwanzig Jahre verbracht, um stärker zu werden. Eine Aufgabe, die ihr erfüllen könnt, ist folgende: jede Schule hat ihre Schwierigkeiten, deshalb strebt danach, dass ihr euer altes Karma liquidiert, schiebt das nicht auf. Strebt danach, neue Gedanken, neue Auffassungen zu haben, in denen eine Entwicklung und Erweiterung der Seele entsteht, damit man stärker wird. Nun habt ihr alle eine kleine Schuld, einen Termin eines Wechsels. Es wird der Tag zur Tilgung kommen, und ihr alle beginnt nach Geld zu suchen, damit ihr eure Wechsel bezahlt. Das sind immer neue Schulden. Strebt danach, dass jede von euch das macht, was sie kann, dass sie eine Arbeit erledigt, eine Übung lernt. Einige von euch haben mehr Erfahrung, andere – weniger, einige – in einer Hinsicht, andere – in anderer Hinsicht. Der Geist spricht allen auf eine unterschiedliche Weise. Ihr alle braucht ein eifriges Gebet. Wenn wir über eine gezündete Kerze sprechen, meinen wir einen anderen Sinn. Im Menschen ist eine Kerze gezündet, aber von einer Zündung bis einer Zündung gibt es ein Unterschied. Zum Beispiel, ihr habt einfache Lampen, die mit Gas brennen und ein Geruch ausströmen; dann es gibt andere Lampen, in denen das Gas in einem gasförmigen Zustand verwandelt wird und so wird es entflammt – die Verbrennung in diesen Lampen ist stärker; zuletzt gibt es Gase, denen man zusätzlich Luft gibt – sie verbrennen stärker und geben mehr Licht. Also der Verstand soll zu diesem Göttlichen Zustand kommen, ohne einige Überschuße zu lassen, in ihm soll ein reines Licht, eine reine Verbrennung sein. Strebt danach, eure Seele zu finden und drinnen in ihr zu wenden. Indem ihr eure Seele findet, werdet ihr eine innere Vollständigkeit empfinden, und nun spürt ihr eine Leere und geht jeden Tag zurück. Und wenn ihr etwas nehmt und wenn ihr es nicht nehmt, fühlt euch immer voll! Christus sagt, dass ihr jene lebendige Quelle nicht seid, die von innen nimmt, sondern ihr seid eine Quelle, die von außen schöpft, und täglich schöpft sie ein bißchen aus. Dann steht es in der Schrift:„Betet um einander, um gesund zu werden.“ Worüber hat der Geist bisher euch gesprochen, was ist das Erhabenste, das Er euch gesagt hat? Manchmal spricht der Mensch sich selbst, manchmal spricht ein anderer ihm. Im Reden von Gott gibt es neue Elemente, es gibt etwas Besonderes. Wenn Gott dem Menschen zu sprechen beginnt, spürt der letzte dieses Sprechen in seinem Kopf, Herzen und Willen. Es dringt überall ein, es ist ein lebendiges Wort.Wer die Stimme des Gottes hört, er ist lebendig, er ist nicht tot. Dann werdet ihr tief in eurer Seele eine Freude empfinden, die nur dieser kennt, der sie gespürt hat. Sie ist wie jenes stilles Wasser, das nicht versiegt, aber es kann sich verlieren. Du machst einen Fehler – verlierst es und gerätst in deinem gewöhnlichen Zustand; dann hörst du wieder dieses Stimmchen und erhebst wieder. Das schwierigste ist, dass man diesen Zustand behält. Er kommt täglich, aber ihr könnt ihn nicht behalten und sollt lernen, ihn zu behalten. Replik: Wie können wir ihn bewahren? Man braucht Willen dazu. Ihr sollt bereit sein, im Namen der Gottes Liebe zu arbeiten, im Namen des lebendigen Gottes. Wenn wir im Namen der Liebe arbeiten, erwähnen wir ihren Namen nicht. Wenn ich einen Menschen rette und ihn heile, soll ich ihm sagen, dass ich das im Namen der Liebe mache? Ich mache das für mich selbst, und ob er es versteht oder nicht, das ist mir egal. Ich werde ihm keine Gebete lesen, ich werde ihm nichts über die Liebe sprechen, sondern ich werde ihm alle Gefallen tun und werde gehen. Sagt die Sonne euch, indem sie ihr Licht gibt: „Ich bin Licht?“ Sagt die Liebe euch: „Ich bin Liebe“? Wenn sie das sagt, schränkt sie sich ein. Das, was Liebe ist, wird nicht sagen, dass es Liebe ist. Es wird sehr verwunderlich sein, wenn ich jemanden frage: „Lebst du?“ Wer lebt, er fühlt, macht Güten –natürlich lebt er. Es gibt viele Dinge, die die Menschen hindern. Diese Hindernisse sind etwas sehr Schlechtes. Versammelt euch nach dem Gesetz der Freiheit, tauscht Gedanken aus und unterbrecht euch nicht. Ihr habt noch nicht diese Kunst gelernt, den Platz einem anderen abzutreten, dass er spricht. Jener, der das Anhören nicht gelernt hat, soll sich bemühen und lernen anhören. Jemand sagt: „Wie werde ich auf Dummheiten hören?“ Spricht der Wind, der weht, immer Klugheiten? Wenn ihr in einer Gesellschaft seid, sprecht ihr nur Klugheiten?“ Du, wer auf einen gehört hast und ihn verurteilst, redest du sehr richtig? Lerne deine Ohren zu schließen. Wenn man zum Verstehen kommt, befreit euch vom Gedanken, dass einer klüger, anderer dummer ist.Ihr irrt euch, in der Welt gibt es keine klügere und dummere Menschen – du bist in einem Moment klug, in einem anderen Moment bist du dumm. Ihr werdet drinnen in der Geistlichen Welt danach streben, vor Gott nicht zu meinen, dass die Dinge dumm sind. Wenn etwas für dich dumm ist, lasse es. Dieser, der Dummheiten macht, soll etwas lernen, Erfahrungen bekommen. Die Dummheiten bestehen darin: nehmen wir an, dass ihr mit einem schönen, weißen, seidenen Kleid angezogen seid; eine kommt mit schmutzigen Händen und probiert, was für ein Kleid das ist, eine andere kommt – ebenfalls. Ihr werdet sagen: „Das ist so dumm!“ Ich frage euch, warum ihr befleckt habt? „Eine ist gekommen, andere ist gekommen, und sie haben mich befleckt.“ Ja, aber jede von euch hat den Wunsch, es zu berühren, und eure Finger seid nicht sauber. In diesem Fall soll dein Kleid nicht beschmutzt werden. Wenn ihr ins Christentum eindringt, besteht die Gefahr darin, dass ihr in der Lage jener Kaufleute geratet, die ihre Waren zum Verkauf bringen, es entsteht eine Konkurrenz unter ihnen, und sie können sich nicht dulden.So zeigt ihr auch eure Erfahrungen. Lasst, gebt Platz anderen, sie sollen ihre Waren verkaufen, und wenn ihr an der Reihe seid, ihr werdet soviel verkaufen, wie ihr könnt, und wenn es etwas bleibt, das nicht verkauft ist, werdet ihr es zurückbringen. Und ihr sagt: „Ja, aber ich habe soviel Geld gegeben!“, und der Wettkampf beginnt. Replik: Alles ist darauf zurückzuführen, dass wir uns nicht dulden können. Die Geduld stammt aus der Liebe. Wenn du jemanden liebst, wirst du können, ihn ertragen. Aber es existiert ein anderes Gesetz, und ihr sollt umsichtig für das Folgende sein: nehmen wir an, dass ihr drei Tage gehungert habt, und ich sage euch: „Warte, ich erzähle dir eine Erfahrung.“ Ihr werdet nervös. Ich sage euch dann: „Los, geh!“, und dann beklage ich mich, dass ihr auf mich nicht hören möchtet. Ich versetze mich in euren Lage nicht, dass ihr hungrig seid, dass ihr drei Tage nicht gegessen habt. Der Mensch soll zuerst sagen, dass er hungrig ist, und dann kann man ihm erzählen. Dafür braucht man große Klugheit. Ihr könnt draußen arbeiten. Ihr strotzt vor Wissen, ihr sollt eure Kenntnisse draußen geben – ihr leidet an vielem Besitz und nicht am Mangel. Ihr werdet fragen: „Sage ich das?“ In der Welt gibt es viele Arbeiter. Glaubt daran, dass alles in der Welt nach einem bestimmten Plan geht. Der Göttliche Plan kann auf keine Weise entstellt werden, er geht nach exakten, mathematischen Berechnungen. Wenn ihr euch absondert, werdet ihr leiden, und das, was Gott bestimmt hat, wird sich verwirklichen. Zum Beispiel man will mit euch spazierengehen, und ihr wollt nicht – man bindet euch, ihr sträubt euch und kommt wieder zum Ort, aber mit dem Gefühl der Müdigkeit. Deshalb könnt ihr ohne Sträuben gehen. Also, wenn ihr euch sträubt, wenn - nicht, ihr werdet wieder eure Arbeit erledigen. Ihr sollt euch füreinander beten. Die guten Gedanken, die ihr schickt, wirken gut, und die bösen Gedanken wirken schlecht. Wenn ihr spielt, und ich komme und bestreue ein bißchen Paprika im Nasen, wie könnt ihr spielen? Es folgt Niesen.Diese Regeln sind richtig, in der Schrift steht: „Betet um einander, um gesund zu werden.“ Die ganze Welt liegt im Teufel. Was erwartet ihr von einer Welt, die im Teufel ist? Also, so wie heute sie ist, kann nichts werden. Alles sind Ablagerungen, alles fällt an Boden und eines Tages, wenn sich an diesem Boden viele Ablagerungen sammeln, Gott wird ihn heben, Er wird das Wasser beseitigen und wird ihn in Gärten, Wiesen, Gebirge verwandeln. So geschieht mit dem Meeresboden. Glaubt daran, dass ihr alle der Seele nach gut seid. Es gibt keine Ursache dafür, dass du sagst, dass du böse bist. Ja, wenn du handelst, bist du dem Willen nach böse. Replik: Damit wir unsere Seele finden, ist es eine Evolution nötig, oder das hängt vom Willen des Subjekts ab? Man muss die Hindernisse beseitigen. Stellt euch vor, dass ihr ein Dorn auf eine Blume stellt – kann sie wachsen? Sie kann nicht. So ist auch mit euch – wenn ihr nicht wachsen könnt, die Ursache liegt darin, dass jemand euch einen Dorn gestellt hat. Ihr sollt euch streben, dass ihr keinen solchen Dorn habt. Wenn man euch Waagen gibt, mit denen ihr die Flüssigkeiten und die harten Materialien messt, und wenn ihr die Regeln bei der Messung einhaltet, wird alles fortschreiten. Aber stellt euch vor, dass jemand kommt und euch sagt: „Diese Waagen sind nicht empfindlich, wir werden euch andere geben“; dann ändern sich die Verhältnisse. Ihr sollt alles an den Göttlichen Waagen stellen und nach ihnen messen – dann kann keine Disharmonie entstehen.Wenn es in euch eine Disharmonie gibt, wird sie euch Unannehmlichkeiten bereiten. Wenn Gott einige zwingen will, auf Ihn zu hören, er gibt ihnen Unannehmlichkeiten, Krankheiten, Hunger. Und wenn sie Ihn begreifen, spricht Er ihnen vernünftig. Es gibt zwei Arten des Sprechens von Gott: die eine ist mit einer physischen Vernunft und die andere – mit einem vernünftigen Wort. Wenn ihr euch verständigt und eine Harmonie unter euch existiert, wir sind bereit, euch zu helfen. Sogar nicht hier, ich helfe jedem, der bereit ist. Ich helfe jedem, der Voraussetzungen hat. Einer hat einen Wunsch zu lernen, ich bleibe stehen und helfe ihm. Einer hat seinen Kopf mit Regeln, Kenntnissen und Erlebnissen gefüllt, und sie leben nicht in ihm. Er sagt: „Lieben wir uns, seien wir barmherzig!“ Gut, aber all das sind Eigenschaften, sondern nicht Regeln – wie lieben wir uns? Du kommst zu mir, bittest, möchtest zwanzig Lewa – ich habe keine, ich gebe dir nicht. Ich gehe, einer geht an mir vorbei, er will, dass ich seinen Beutel heben – ich sage: „Ich kann nicht, ich habe es eilig!“ Jemand ist auf dem Weg gefallen – du wirst stehenbleiben und ihm helfen! In jedem Augenblick wirst du stehenbleiben und das Gesetz der Liebe anwenden. Du gehst irgendwo zu Besuch, deine Schwester ist traurig, sie fragt dich: „Kannst du mir nicht helfen?“ „Gott helfe dir!“ Nein, bleib stehen, helfe deiner Schwester, sag ihr: „Gott wird dir und mir helfen!“, sag ihr: „Es wird sein!“ Ich kann euch eine Güte tun, aber oft halte ich mich wegen den folgenden Gründen zurück: wird es klug sein, dass ich Gott bete euch Regen zu schicken, wenn eure Äcker nicht gepflügt und gesät sind? Wenn eure Äcker gesät sind, wollt, ich bin bereit, euch alles zu schicken – ich werde euch Regen schicken, wie ihr wollt. Kenntnisse, Kenntnisse, ihr habt heute so viel Kenntnisse! Ihr habt das, was ich gesagt habe, nicht überlegt, um mindestens ein Hundertstel von allen gegebenen Formeln zu verstehen. Ihr sagt: „Wir verstehen das.“ Ja, aber ihr wendet es nicht an. Wisst, das mehr Lebewesen in der Welt existieren, als ihr vermutet. Ihr seid nicht allein. Denkt nicht, dass niemand euch beobachtet und eure Taten sieht, wenn ihr allein seid. Beginnt etwas für diesen Christus zu machen, für diesen Gott, den ihr liebt! Tut etwas für Ihn! Indem ich sage: “Tut”, meine ich, dass ihr etwas Bewußtes macht, und wenn ihr eine Güte macht, es soll euch angenehm sein, dass ihr etwas für Gott gemacht habt. Die Christen haben eine Kraft. Wenn vier, fünf oder zehn tausend Menschen einen Gedanken haben und sich konzentrieren, sie können jedem helfen, aber man braucht dazu eine Gegenseitigkeit. Heute können sie dir helfen, morgen – einer Anderen, dann – einer Dritten, und so allmählich werden alle Äcker gepflügt, gesät, geerntet werden. Und nun werdet ihr in euren Häusern individuelle, innere Schwierigkeiten haben, Schwierigkeiten in eurem Verstand und im Herzen. Ihr werdet Schwierigkeiten mit gesellschaftlichen Charakter haben, Schwierigkeiten für den Lebensunterhalt. Diese Schwierigkeiten sind real, und du sollst sie beseitigen. Dein Mann ist unzufrieden, er betet, aber du kannst ihm nicht helfen; du stellst ihm eine Salbe, aber es gibt einen Dorn, du sagst: „Ich habe ihn eingesalbt, aber man kann ihm nicht helfen.“ Ja, die Salbe hilft dort, wo es keinen Dorn gibt, und wo es einen Dorn gibt, hilft sie nicht. Du wirst den Dorn herausziehen!“ Wenn der Dorn nicht herausgezogen werden kann, hat man Schwierigkeiten, die man nicht beseitigen kann.Zum Beispiel ihr habt solche Schwierigkeiten und sagt: „Man liebt mich nicht“ – das ist eine von den großen Schwierigkeiten. Du kannst gewaltsam die Leute nicht zwingen, dass sie dich lieben. Warum lieben sie dich nicht? Die Okkultisten sagen, dass dieser, den niemand liebt, demagnitisiert ist. Er beginnt die Leute von der schlechten Seite zu behandeln, alle meiden ihn, weil er demagnitisiert ist. Deshalb seid vorsichtig – wenn ihr beginnt, in niemanden etwas Gutes zu sehen, ihr seid demagnitisiert, und wenige Menschen werden euch lieben. Nun hat Gott euch eine Unterhaltung gegeben. Indem Er euch in euren Schwierigkeiten sieht, sagt Er: „Diese Menschen erledigen ihre Arbeit sehr gut.“ Manchmal finde ich den Fehler in den Lehrern selbst. Wenn ihr euch an meine Tafel setzt, und ich euch nach den Regeln zu essen gebe, ihr werdet hungrig bleiben; wenn ich euch mehr gebe, einer wird mehr essen, ein anderer – weniger, und dann werde ich euch schelten. Es ist falsch, wenn ich jedem drei Nüße und ein Stückchen Brot gebe, wenn ihr mir zu Besuch kommt. So sollt ihr lernen! Replik: Woraus entsteht die große Freude? Aus Überfluß von Energie. Manchmal, wenn der Mensch sich zurückhaltet, zurückhaltet hat, kommt eine große Freude. Dieser Zustand wird in allen Menschen beobachtet. Die Freude ist oft im physischen Leben. Die Freude, dargestellt am physischen Feld, ist eine Freude der Seele. Ich werde euch ein Beispiel geben, damit ihr seht, wo das Böse ist: nehmen wir an, dass eure Quelle sauber ist, aber das Glas, mit dem ihr das Wasser nehmt, nicht rein ist, und der Mensch ist unzufrieden. Das Böse ist nicht im Wasser, nicht im Wunsch, sondern im Glas.Das Glas muss sauber sein. Das Brot, das ihr dem Menschen gebt, ist nicht schlecht, aber eure Hände sollen so sauber sein, dass dieser Mensch dankbar bleibt. Diese Dinge werden seit 8000 Jahren ständig gepredigt. Nun, ihr werdet mit einem Stadium nach oben gehen. Wenn du jemanden küssen möchtest, sollst du wissen, was du mit dem Kuß ausdrücken wirst. Oder was ist das gegenwärtige Händeschütteln? Denkt nicht, dass der Kuß eine Erfindung des Menschen ist, er ist eine Ökonomie der Natur. Das sind zwei Ströme: die obere Lippe ist der Pluspol, und die untere – der Minuspol; wenn der Mensch seine zwei Lippen annähert, verläuft der Strom von einer Lippe in die andere. Wenn die Mutter oft ihr Kind küsst, erneuern sie beide. Habt ihr bemerkt, dass sie ihr Kind nicht an einer und dieselben Stelle küsst? Wieviel Mal wird dieses Gesetz richtig erfüllt? Das Händeschütteln ist dasselbe Gesetz: durch es entsteht auch ein innerer Austausch der Energien. Das Händeschütteln bedeutet Kennenlernen, Begrüßen. Erweitert euer Herz, seht die Welt ins Gesicht, dankt für alles, strebt nach einer Reinheit! Das erste Ding, das euch nötig ist, ist eine innere seelische Reinheit. Dass man in Reinheit bewahrt, das ist das Schwierigste. Deshalb, damit man rein wird, muss man mit Gott und mit guten Menschen befreundet sein. Ihr braucht neue Erfahrungen, damit eure Stimmung sich ändert. Wenn ihr diese Schule beendet, werdet ihr noch Vieles lernen. Wenn ihr sehr empfindlich werdet, werdet ihr sehen, was für ein schweres Aura die Leute haben. Ihr werdet die Vibrationen ihrer Gedanken und Wünsche empfinden, ihr werdet in ihnen eine Unzufriedenheit, Undankbarkeit spüren. Ihr sollt all das klären und sagen: „Ich muss für Gott alles unten stillen!“ Strebt danach, euch selbst zu entwickeln. Jeden Tag bleibt im Schweigen zehn, fünfzehn Minuten, damit ihr schweigen lernt. Jeder soll in sich selbst vertiefen und ganz einfach überlegen, ohne zu warten, dass man ihm etwas sagt. Wie in der Natur jeder nach verschiedenen Richtungen sieht oder wie an einer Mittagstafel jeder wählt, was zu essen, so soll jede in den Überlegungen tief in sich vertiefen und danach streben, diese Energie zu bekommen. Wenn du die anderen beobachtest, wie sie stehen, wie sie beten, das ist keine Meditation. Für eine Meditation braucht man ein großes Zimmer, in dem keiner euch stört, ihr sollt ein halbes Meter voneinander entfernt sein.Es ist gut, dass ihr die Charakteristiken einer Blume, einer Nelke zum Beispiel, der Erdbeere an euren Versammlungen usw. anseht, so dass ihr ihre psychologischen Merkmale behandelt. Alle Blumen sollen am Ort erlernt werden, sie sollen unter einem Mikroskop beobachtet werden. Ihr werdet sehen, wie die Blumen empfindlich zur Liebe sind, aber man braucht darum mehr Ausflüge. Strebt nach mehr Freiheit, dass ihr keine Einschränkungen habt. Die vielen Regeln führen zu einеm anderen Extrem, aber strebt danach, mit dem Selbstverurteilen aufzuhören, es zu vermeiden. Wir werden beginnen, über abstrakte Dinge zu sprechen. Ihr sollt objektiv denken, wenn ihr sprecht, sollt ihr keinen berücksichtigen. Manchmal könnt ihr einen als Model haben und ihn zeichnen, aber er soll kein Visierpunkt sein. Dieses Modell wird vor euch soviel stehen, wie er selbst möchte.Wenn ihr als Modell steht, ihr steht soviel, wie ihr wollt, nicht wahr? So sollt ihr auch im Leben handeln. Weil ihr noch das Gesetz des Konzentrierens nicht gelernt habt, benutzt die Unsichtbaren Welt negative Methoden, damit er in euch eine Konzentration entwickelt: wenn ihr jemanden hasst, ihr tragt ihn in euch und auf diese Weise konzentriert euch. Ein anderer Mal tut euch etwas weh, ihr bekommt ein Geschwür und konzentriert euch. Der Magen tut euch weh, der Kopf tut euch weh, das sind Naturweisen zum Konzentrieren des Gedankens. Wenn ihr jemanden liebt, ihr zerstreut euch, ihr könnt euch nicht konzentrieren. Beim Konzentrieren soll man den Verstand benutzen und alle schöne Wünsche von den bösen trennen. Wenn ihr an euch arbeitet, werdet ihr jeden Tag etwas für eure Seele machen. Was ihr macht, habt keine Angst! Denkt nicht, dass das ein Defizit ist – es kann nur scheinbar ein Defizit sein. Die religiösen Formen, die Verurteilung, das Moralisieren hindern sehr. Ich verstehe die Frage so: ich bin nicht verpflichtet, euch zu moralisieren, ihr seid Blumen, die selbst begießen und für sich selbst sorgen sollen, sie werden allein wachsen. Jemand sagt: „Ich will besser werden.“ Wenn du auf dem Weg gehst, wirst du richtig entwickeln. Weil ihr in verschiedenen Zuständen seid, sagt jemand: „Ich fühle mich unwohl“. Wir verstehen diese Philosophie nicht, und wenn wir annähern, wir verstehen uns nicht, wir stören uns. Der Mensch kann nicht in einem gleichen Zustand im physischen Feld sein. Manchmal ist er im Zustand eines Baums, dessen alle Blätter und Blüten gefallen sind, und ihr sagt: „Wir haben unsere Meinung für ihn geändert.“ Nein, er hat nur sich ausgezogen, aber das Fleisch wird sich wieder anziehen. Arbeitet mit Liebe! Arbeitet mit dieser Liebe, über die Тolstoy spricht: Du sollst bereit sein, alles zu verlassen, allem zu dienen, ohne zu erwarten, dass man dir bezahlt. Das ist eine Liebe – dass du dich in allem anziehst und allem dienst. Wenn du das machen kannst, du hast Liebe; wenn du das nicht machen kannst, du hast wieder Leibe, aber eine solche, die die Leute nicht erheben kann. Wenn du das machen kannst, wird die Frage sofort vernünftig gelöst. In der Liebe, wenn du dienst, wirst du dich nicht verpflichten – du wist frei sein, du wirst umsonst arbeiten, du wirst dich nicht für verpflichtet halten, du wirst keine Verantwortung tragen. Du wirst freiwillig das machen, was die Liebe verlangt. Für diese Liebe ist es nötig, dass sowohl der König als auch der Diener auf ihres verzichtet, dass sie Diener werden. Diese Liebe sagt: „Ich anerkenne keine Herren.“ Und wenn du lange Zeit für sie gearbeitet hast, sie sagt: „Du bist nun würdig, dass du ein Herr in deiner Еrholung bist, aber wenn du dich ausruhst, sofort zur Arbeit!“ Also, wenn du dich erholst, du bist ein großer Mensch; wenn du arbeitest, bist du ein kleiner Mensch. Wisst ihr, wie schwer ist, so zu arbeiten? Die Menschen sind große Egoisten und denken, dass du vom Eisen gemacht bist, also, wenn du ihnen fünfundzwanzig Stunden arbeitest, werden sie dir nicht sagen: „Genug“. Niemand soll Einfluß ausüben – ihr werdet lassen, dass jeder selbst handelt, arbeitet, weil er in dieser Liebe sich selbst entwickeln wird. Jemand kommt und sagt: „So soll man handeln“; weiß er, wie man tun soll? Die gegenwärtige Gesellschaft macht so. Ist die gegenwärtige Gesellschaft ideal – sie hat auch ihre Mängel.Das Wichtigste: beginnt mit der Liebe, werdet Helden, und euch wird es angenehm sein, wenn ihr für sie arbeitet. Die mädchenhafte Tränen zeigen, dass man reinigen soll. Das Weinen ist immer eine Methode zum Reinigen. Wenn der Mensch einen Fehler macht, er soll weinen, damit er sich reinigt. Du kommst auf der Erde, weinst, bist traurig für deine Sünden oben, in der Unsichtbaren Welt. Denkt anders nicht, alle Seelen sind hier gekommen,auf der Erde, damit sie diese Sünden büßen. Wenn der Seele einen Fehler einfällt, die Seele soll weinen, damit sie von ihm befreit. Diese Fehler können dein sein, können auch anderer sein, aber das ist ein Gesamtprinzip. Die Tränen zeigen eine Milderung des Herzens, ein Erheben des Bewußtseins – solcher ist der Mensch im Weg der Erneuerung. Manchmal zwingt man dich, dass du dich entwickelst. Manchmal fühlst du, dass dein Verstand schwächer wird, was manchmal kurz, manchmal viele Tage dauern kann, danach erfrischt du dich. Das sind Illusionen, das sind keine realen Dinge, das sind vorläufige Zustände, die ihr empfinden sollt. Wenn jemand spürt, dass er verlassen ist, wird er in einigen Fällen erbittert, böse, und in anderen Fällen geht er zu Gott.Das letzte ist gut, deshalb müssen wir häufiger allein bleiben. Wenn der Mensch Leben in sich hat, reinigt er sich sehr leicht von diesen Zuständen, und wenn er seine Hand schmutzig macht, wäscht er leicht. Und wenn es kein Wasser gibt, er trägt dеn Schmutz mit Kilometern. Wenn das Göttliche Leben kommt, wäscht sich der Mensch leicht, aber wenn er dieses Wasser nicht hat, wird er mit Tagen den Schmutz mit seinen drei Fingern tragen. Lernt das Gesetz der Zufriedenheit, und nicht von draußen, sondern von innen, ihr sollt vom Herzen zufrieden sein! Wenn du zufrieden bist, unabhängig davon, was dir passiert, wirst du es mit einem tiefen Bewußtsein ertragen. Du kannst stöhnen, leiden, aber du wirst alles freiwillig, bewußt ertragen. Der Mensch muss mit Würde seine Leiden ertragen.Zeigt eure Liebe zu allen – zu Schwachen, Kraftlosen, zu Kindern! Wenn ihr taurig werdet, geht irgendwo zu Menschen, die trauriger von euch sind, macht ihnen eine Güte, und es wird euch besser; oder lest die Biographie eines großen Menschen, der gelitten hat. Es gibt viele Methoden zum Heilen. Und diese Welt, von einem Ende bis zum anderen, nenne ich eine Welt der Enttäuschung. Einige nennеn sie eine Welt des Reizes, aber ich nenne sie eine Welt der Enttäuschung. Wenn du geboren bist, alle freuen sich. Das erste Jahr sind alle besorgt wie um einen König – was du befiehlst, hören alle auf dich, was du sagst, man gibt alles dir. Aber dann entthront man dich allmählich: du wirst im dritten Jahr Fürst, im fünften - Minister, dann – Leiter, bis endlich wirst du Diener, sie schicken dich unter und sagen: „Nun ist nicht wie einmal, wenn du ein Kind warst!“ Man gibt dir die Hacke und los zum Weinberg. In der Geistlichen Welt beginnt Gott umgekehrt: zuerst stellt Er dich zum Diener, endlich – zum König. Deshalb peitscht man euch nun auf der Erde. Du heiratest einen Mann, er ist dein Lehrer und sagt: „Das ist nicht wie bei deinen Vater, weißt du, wer ich bin!“, und nach einigen Jahren hat er deinen Nacken durchgescheuert. Du sagst, dass du deinen Mann nicht liebst – es gibt Ursachen dafür. In anderem Fall liebst du einen, weil er dir eine Güte gemacht hat; einige Tage vergehen, dieser Zustand ändert sich, und du liebst ihn mehr nicht – warum? Weil er dir etwas Böses getan hat. Dann sagst du: „Genug dieses Mannes!“ Der Mann sagt: „Genug dieses Karma! Ich hasse dich, ich bin zwanzig Jahre deinetwegen im Gefängnis, zwanzig Jahre von meinem Leben sind umsonst vergangen!“ Dann ändert sich das Bild: du kommst in einem anderen Leben, korrigierst deine Fehler und sagst: „Ich werde meinen Fehler korrigieren, ich werde dich nicht in Gefängnis stellen.“ Das ist ein Gesetz, der sich wie ein Rad dreht. Wenn ihr Hellseher werdet, werdet ihr in der Epoche eures vorigen Lebens in Ägypten oder anderswo gehen, ihr werdet Szenen von ihm sehen, ihr werdet verstehen, welche Rolle ihr gespielt habt und werdet sagen: „Gott sei Dank, nun habe ich verstanden, was für eine ich war!“ Deshalb, wenn ihr Hellseher werdet, wenn ihr euch erhebt, wird diese eure Lage klar und angenehm sein. So kann das Leben aller Menschen angenehm werden. Wir werden danach streben, dass wir unser Leben so verbessern, wie Gott es angeordnet hat und es so begreifen, wie es ist. Wenn ihr Hellseher seid, werdet ihr schönste Bilder sehen. 10 Mai 1920, Montag, Sofia
  7. Glauben Welcher ist der Grundgedanke von der letzten Versammlung? Replik: Das Thema der letzten Freitagversammlung war, dass wir uns schweigen lernen, dass wir wie die Kinder werden, die Barmherzigkeit entwickeln, den Geist, die Tugenden,die Entwicklung der Sinne und die Vorbereitung an Pfingsten üben. Wenn das Pfingsten kommt, sollt ihr zum Gesetz der Selbstaufopferung kommen. Wer den Göttlichen Geist annimmt, soll den Gottes Willen erfüllen, sondern nicht das, was er selbst möchte. Übrigens, auch jetzt erfüllt ihr euren Willen nicht, sondern ein fremder Willen mischt sich in euch ein. Ihr werdet danach streben, den Glauben in euch zu stärken. Es gibt ein Vers, in dem steht, dass ohne Glauben Gott nicht recht machen kann, aber man braucht Glauben, der Wunder macht. Habt ihr den Glauben geübt, und welche Übungen habt ihr gemacht? Damit euer Glauben entwickelt, ist es nötig, dass jeder von euch eine innere Welt hat. Der Mensch soll sich an das gegenwärtige Leben anpassen, an die Bedingungen, in denen er lebt, damit er seine Entwicklung von dort fortsetzt, wo er sich nun befindet.Zum Beispiel, wieviel von euch hätten den Mut, in ein Flugzeug einzusteigen? Wenige würden das machen, weil man ein Heldentum braucht. Und wieviele solche Prüfungen können in der Welt existieren? Wenn der Mensch oben mit einem Flugzeug fahren kann, wird er seinen Glauben stärken. Ihr werdet den Glauben wie die Würzelchen einer Pflanze begreifen, die ihr in der Erde sät, und welche durch diese Würzelchen am Leben erhält. Nach demselben Gesetz haltet sich der Mensch durch den Glauben an Gott fest. Wenn ihr euch stark festhaltet, wird Gott euch auch unterstützen. In allen Zeiten und Prüfungen wurden jene Menschen, die Glauben an Gott hatten, nie betrügt. Natürlich gibt es einen Glauben, der realisiert werden kann, aber viele, obwohl sie einen starken Willen hatten, erlitten große Leiden, weil diese für ihre Entwicklung nötig waren.Wenn sie Glauben haben, bekommen ihre Leiden einen Sinn. Ihr alle habt Erfahrungen über den Glauben, und deshalb werdet ihr keinen neuen schaffen, sondern ihr werdet diesen entwickeln, welchen ihr habt, damit er durch eine neue Phase verläuft. Nehmen wir an, dass ihr ein Boot habt, das ihr ans Ufer herausziehen möchtet. Jemand zieht es, zieht es, aber er kann es nicht allein herausziehen und verliert seinen Glauben. Ein anderer kommt, die beiden ziehen, aber sie können es nicht herausziehen; ein dritter, vierter kommt – sie können es wieder nicht herausziehen.Endlich kommen zehn Personen und ziehen es ans Ufer heraus. Sie glauben daran, dass nur zehn Menschen es herausziehen können.So werdet ihr auch dieses Gesetz anwenden: wenn einer eine Arbeit nicht erledigen kann, werden zwei, drei, vier, bis zehn Personen sich treffen, bis sie endlich diese Arbeit erledigen. Das ist ein Gesetz des Glaubens – wenn alle sich vereinigen, beginnt das Göttliche Gesetz zu wirken. Die Schwäche der Christen besteht darin, dass sie getrennt sind, und wenn einer eine Arbeit nicht erledigen kann, verlieren sie den Mut und denken, dass auch mehr Leute sie nicht erledigen können. Nein, zehn, zwanzig, dreißig Personen sollen sich vereinigen und mit dieser gemeinsamen Kraft die Arbeit erledigen! Nur wenn ihr auf diese Weise handelt, werdet ihr ein Ergebnis haben. Man braucht Willen, Willen! Damit man im Schweigen Erfolg hat, soll man den guten Willen entwickeln. Die Güte, die in dir versteckt ist, soll auf eine oder andere Weise sich entwickeln. Jeder Mensch hat Methoden, nach denen er arbeiten kann. Die gegenwärtige Situation der Menschen ist wie diese der Beamten, die jeden Monat ihren Lohn erwarten. Gut, wenn diese Beamten von ihren Stellen entlassen werden, was würden sie tun? Also, der Glauben ist jener Zustand, jene Kraft drinnen in der Seele, durch die der Mensch sich anpassen kann, d.h. er soll in jedem Moment von den Bedingungen nicht überrascht sein. Aber ihr sollt überlegen, diese verdichtete Atmosphäre beseitigen, die unter euch existiert. Seid ständig in Überlegung, bis ihr zu empfinden beginnt, dass ihr eine kleine Kraft bekommt. Diese, die Gymnastik üben, ihre Muskeln beginnen sich zu vergrößern, und dann können sie größere Lasten heben. Das ist ein Prozeß, der ständig erhöhen wird. Der Glauben eines Kindes und der Glauben eines Heiligens ist verschieden: Der Glauben des Kindes ist in einer Richtung, und der Glauben des Heiligens – in einer anderen. Die Engel haben auch einen Glauben, aber ihr Glauben ist ganz anders. Der Glauben umfasst ein großes Gesetz, in dem es keine Ausnahmen gibt. Wenn wir manchmal kein Ergebnis haben, liegt die Ursache darin, dass wir dieses Gesetz übertreten haben. Wenn jemand von euch bettelt und bekommt nicht, das ist, weil er schlecht bettelt. Jener, der zögert, wird das, was er möchte, nicht bekommen. Das Erste im Glauben ist, dass es keinen Zwiespalt gibt, kein Zögern. Weil ihr bis jetzt viel gesprochen habt, es ist am besten, wenn ihr euch freitags sammelt und eine halbe - eine Stunde im Schweigen verbringt. Strebt das anzuwenden, was sonntags, donnerstags gesprochen ist. Wenn einige von diesen Regeln nicht benutzt werden, entsteht eine Anhäufung des Materials ohne irgendeine Anwendung. So ist auch in den Schulen, wenn die Lehrer viele Lektionen unterrichten: die Schüler können sie nicht lernen, sie überladen ihr Gedächtnis und auf diese Weise verblöden. Man spricht über Willen, Intuition, Glauben und über viele andere Sachen, und man weiß nicht, was zu wählen. Beginnt den Glauben zu betrachten. Also, wenn ihr euch sammelt, beginnt zu schweigen, zu betrachten, bis ihr empfindet, dass eine Harmonie in euch entsteht und in allen - eine Entwicklung. Das zeigt, dass euer Verstand zu harmonieren beginnt. Aber dazu braucht man Arbeit. Übt so eine Woche, zwei, drei – macht ständig solche Übungen hier, dann draußen. Habt ihr diesen Freitag bestimmte Fragen, ein bestimmtes Ziel, das ihr besprecht? Replik: Damit wir eine Einheit, Harmonie erzielen, damit wir arbeiten können, werden wir uns in Gruppen teilen. Haben diese Gruppen zu handeln begonnen? Replik: Manche haben begonnen. Diese Gruppen können aus zwei-drei Schwestern bestehen, und sie werden solche Arbeit erledigen können, welche auch zehn Personen erledigen würden. Manchmal können zwei Personen eine Arbeit erledigen, welche für dreißig ist – überhaupt das hängt nicht von der Mehrheit ab. Glauben, Glauben ist es nötig, damit ein stiller Zustand im Geist entstehen kann; man braucht eine große Zuversicht, damit kein innerer Zwiespalt entsteht, damit ihr euch beherrschen könnt und während des Schweigens alles ertragt. Es gibt Methoden für diese Sachen, aber gleichzeitig man kann die Zeit auf so viele Weisen vertreiben, die euch ablenken, und ihr habt keine Freizeit. Aber, andererseits, das ist besser für euch, weil sonst würdet ihr nicht wissen, wie ihr eure Zeit verbringt. Dieser Platz, an dem Gott euch gestellt hat, ist der beste für euch. Er hat gut eure Arbeit verteilt, aber ihr sollt wissen, wie diese zu erledigen. Zum Beispiel, wenn jede von euch ein Ziel hat, eine Harmonie zwischen ihren Bekannten, die nicht gut leben, zu schaffen, ihnen über erhabene Dinge, über Gott zu sprechen, indem sie ihre persönliche Sorgen beiseite lässt, wie Vieles würdet ihr machen! Wenn ihr wartet, dass die Welt so verbessert, sie wird auch nach zehn tausend Jahren nicht verbessern. Wenn ihr nicht arbeitet, könnt ihr nicht besser als das werden, was ihr seid. Von eurem Willen hängt auch die Schnelligkeit eurer Entwicklung ab. Von der Stärke eures Willens hängen auch eure Reichtümer ab, die ihr haben werdet. Man kann begreifen,was für einen ein Mensch ist, wenn man ihm hundert Lewa gibt und sieht, wie er sie verwenden wird: wenn er geht, es zu vertrinken, morgen, wenn man ihm tausend Lewa gibt, er wird auch mit ihnen so machen. Meint ihr, dass wenn eine Biene keine Möglichkeit hat, euch mit ihrem Gesäß zu stechen, euch etwas mehr nicht machen würde? Der Sinn ist nicht darin, was ihr habt, sondern wie ihr es verwendet. Wenn Gott euch ein Talent gibt, und ihr stürzt tausend Menschen mit ihm in Zweifel und sie zur Kluft schickt, ich frage euch, wozu braucht ihr dieses Talent? So erfinden die gegenwärtigen Wissenschaftler verschiedene Mittel, mit denen sie die Menschen töten. Warum brauchen sie dann diese Lehre? Eure Kenntnisse sollen nur zum Wohl der Menschheit verwendet werden. Ihr könnt das folgende tun: vermuten wir, dass ihr ein Schalter einer Installation seid – diese Arbeit hat Gott euch gegeben. Ihr werdet sagen: „Was hängt von mir ab?“ Es hängt Vieles ab! Wenn ihr euch dreht, wird hell überall. Wenn ihr ein Schlüssel seid, hängt von euch ab, ob jemand ein Verbrechen machen wird oder nicht.Wenn ihr euch dreht und ihm leuchtet, wird er die Möglichkeit haben, klar zu sehen und wird das Verbrechen begehen, wenn ihr euch nicht dreht, wird er nichts in der Dunkelheit sehen, und das Verbrechen ist verhindert.Die guten Leute sind Schlüssel. Einige sagen: „Beten wir um die bösen Leute!“ Es ist nicht nötig, ihr werdet den Schalter halten, und nach dem Bedürfnis werdet ihr ihn öffnen oder schließen. Einmal bat Elia Gott um Regen, weil Gott drei Jahre den Himmel geschlossen hatte, und es gab kein Regen. Wir sollen die Frage so begreifen: jeder soll wissen, dass er ein Schlüssel ist und dass er Vieles machen kann. Wenn er treu auf seinen Posten ist, wird er sehr nützlich sein. Aber wenn er den Schalter dem Schicksal überlässt und sagt: „Dreht diesen Schalter, wie ihr wollt“, werden zuerst die Kinder kommen, die ihn bald zu einer Seite, bald zu anderen Seite drehen werden, ohne es nötig ist, bis sie ihn beschädigen.Wenn die Leute die Kinder lassen, dass diese sie führen, verlieren sie ihre ganze Kraft. Einige alte Leute sagen, indem sie sehen, wie die Lage nun ist: „Die Kinder leiten die gegenwärtigen Menschen.“ Auf diese Weise geben viele Mütter ihren Kindern alles, was sie möchten, sie widersetzen sich ihnen nicht, bis die Kinder sie in die Hände nehmen und die Schlüssel halten. Nein, die Mutter soll den Schalter drehen und ihrem Kind sagen: „Wenn du hungrig bist, werde ich dir zum Essen geben, wenn du durstig bist, werde ich dir zum Trinken geben, wenn du nackt bist, werde ich dich anziehen, wenn du ungelernt bist, werde ich dich erlernen, aber wenn du nicht lernen, schreiben und essen möchtest, werde ich dich prügeln!“ Das geschieht wirklich mit allen Menschen in der Welt: jemand ist mit dies und das nicht zufrieden, er murrt, beschwert sich, deshalb schickt Gott ihm ein Unglück, das ist die Göttliche Erziehung – Gott prügelt ihn. Also, wenn Gott uns zum Essen gibt, werden wir essen, wenn er uns zum Trinken gibt, werden wir trinken, wenn er uns lehrt, werden wir lernen, und so werden wir die Unannehmlichkeiten im Leben vermeiden. Welcher ist der Schlüssel in uns, wo ist er verborgen? Der Schlüssel ist im Wissen. Wie hat Elia den Himmel geschlossen, was hat er gemacht, damit er sich öffnet? Er hat gebeten und gesagt, dass der Himmel sich öffnet. Ihr sollt Glauben und Kenntnisse haben. Wenn der Mensch nicht weiß, wie wird er beten? Das Gebet bedeutet Kenntnis. Ihr habt um Vieles zu beten: ihr sollt darum beten, dass ihr klug, gut, ehrlich und gerecht seid. Viel Arbeit wird vom Menschen verlangt – Bearbeiten der menschlichen Seele. Das, was der Mensch für sich selbst machen kann, kann niemand für ihn machen.Deshalb soll der Mensch sich verschließen und eine lange Zeit überlegen, er soll allmählich alle jenen Gefühle beseitigen, die ihn hindern, er soll positive Gefühle haben. Er soll keine Angst haben, damit er keine Fehler macht, sondern furchtlos sein. Er soll sich nicht fragen, was er nicht machen muss, sondern was er machen muss. Er soll nicht denken, woran er nicht glaubt, sondern woran er glaubt. Versammelt euch zu überlegen, und jede von euch soll ihre schwächste Seite, ihren schwächsten Zug in sich finden. Jeder Mensch hat mindestens eine schwache Stelle. Habt ihr bemerkt, wie das Schwein vorbei geht, wenn es einen Ausgang finden will, und wenn es eine schwache Stelle im Zaun findet, geht es dorthin. Jeder hat eine schwache nicht gut eingezäunte Stelle, deshalb werdet ihr danach streben, sie einzuzäunen. Dieses Schwein, wenn es die Stelle findet, wird es durch sie gehen – dieses Loch ist leicht zu finden. Jeder hat eine solche schwache Seite – einer in einer Hinsicht, anderer in anderer Hinsicht. Und ein schwacher Zug verdirbt oft die guten Züge im Menschen, d.h. er macht sie nutzlos. Replik: Wie kann der ungeduldige Mensch geduldig werden? Schlagt eine Stecknadel irgendwo in eurer Hand ein und seht, wie ihr sie ertragen könnt. Es ist nicht nötig, dass ihr das selbst macht, die anderen werden das tun. Ihr seid Meister mindestens darin. Diese, die lernen will, geduldig zu sein, soll eine andere rufen, damit sie ihr Nadeln einschlägt. Berücksichtigt, dass nicht alle Wünsche, die in euch entstehen, euer sind. Macht Versuche in dieser Beziehung und prüft.Ihr hat Absicht, einmal etwas für Gott zu tun, aber parallel zu diesem Wunsch, fällt euch ein anderer Gedanke ein – ein Kleid zu nähen, Schühe zu machen. Und der erste Wunsch tritt zurück, das Wichtigste wird aufgeschoben. Immer, wenn der wichtigste Gedanke kommt, kommt der unwichtigste Gedanke auch.Ihr werdet danach streben, diesen unwichtigen Gedanken zu beseitigen, weil er von der Schwarzen Loge durch eine Beeinflussung kommt. Wenn du etwas Gutes zu machen beschließt, sagt man dir von der Schwarzen Loge: „Das ist nicht für dich!“ Du sagst selbst vielmalig: „Ich werde geduldig sein!“, aber von der Schwarzen Loge sagen dir: „Du bist schon nicht reif, deshalb du kannst nicht geduldig sein!“ Und du schiebst das für günstigere Zeiten auf. Du brauchst Geduld, bis du nicht reif bist. Wenn du reifst, die Geduld kommt von sich selbst, auf eine natürliche Weise. Nun werdet ihr die Kunst des Schweigens lernen. Wenn der Mensch schweigen kann, das ist der größte Segen. Replik: es gibt einige, die nur äußerlich schweigen, aber von innen toben. Ihr werdet das geistige Schweigen berücksichtigen – vor Gott zu schweigen. Wenn ihr euch sammelt, isoliert euch – habt die Gewohnheit, wenn du an etwas denkst, denk, dass du allein bist; wenn du etwas sprichst, denk, dass du für dich selbst sprichst; wenn du an Schweigen denkst, denk, dass du für dich selbst schweigst. Nur so kann der Schüler das Schweigen erlernen. Wenn ich euch eine Regel gebe, indem ich berücksichtige, dass ihr Kinder, Männer, öffentliche Arbeit habt, und wenn ihr diese nicht erfüllen könnt, das ist meinerseits nicht klug. In dieser Lage, in der ihr seid, wollt ihr, stark sein, aber das erste Ding, die euch bevorsteht, ist, die kleinen Hindernisse zu besiegen, die in eurem Haus entstehen. Eure Hausschwierigkeiten sind sehr ernst. Zum Beispiel sagt jemand: „Ich kann diesen nicht dulden!“ Dort ist deine schwache Seite. Dann wie werdet ihr in den Himmel treten?“ Die erste Bedingung, damit ihr in den Himmel tretet, ist, dass ihr alle ertragt. Es ist gesagt, dass wir alle uns ändern werden. Wenn ihr euch nicht ändert, werdet ihr in derselben Lage sein, auch nach zehn tausend und nach mehr Jahren. So hatte ein amerikanischer Professor gesagt, dass es einige Leute gibt, welche er auch nach zehn tausend Jahren nicht sehen möchte. Aber wenn er sie dann sieht, wenn er sich nicht ändert, wird er wieder mit demselben Gefühl kämfen. Die Zeit heilt die Dinge von selbst nicht- die Zeit heilt nur so, soviel wir Anstrengungen machen, die Dinge zu ändern. Ich möchte, dass ihr nun mit euch selbst beginnt, mit eurer Selbstentwicklung, das ist die schwierigste Sache. Ihr werdet euren Glauben, eure Barmherzigkeit, euer Herzen, eure Vernünftigkeit, Einbildung, Musik entwickeln. All das habt ihr zu entwickeln, und das - nach der Zeit, über die ihr verfügt. Nun hat Gott euch zwei Stunden Arbeitszeit gegeben. Was macht ihr in dieser Zeit? Ich habe gesehen, wie einige Esel, die lang geschlossen waren und dann, wenn sie frei sind, gehen sich zu wälzen, aber nicht auf dem Gras, sondern in den staubigen Stellen. Ich lache diesem Esel nicht aus, er ist sehr klug – er hat Flohe, die ihn stören, und er sagt deshalb: „Ich werde es euch schon zeigen!“ und bestreut sie mit Staub. Der Esel ist ein Symbol der menschlichen Hartnäckigkeit. Der hartnäckige Mensch wälzt sich immer auf Brandstätten und sagt: „Ich werde euch es schon zeigen, ihr sollt mich noch einmal nicht schließen!“ Das sind Vergleiche. Tiere, die sich im Staub wälzen, haben eine ganz andere Lage. Wir behandeln den Esel aus menschlichem Standpunkt und sehen, dass er nicht klug handelt. Wenn es Sommer ist, soll der Esel zu einer grünen Wiese gehen oder zu sauberem Wasser und dort sich eintauchen. Einige von euch sind mehr vorangekommen, aber ihr alle sollt arbeiten. Jeder Mensch hat bestimmte Schwächen, die nicht aus seinem bösen Willen stammen, sondern sind karmisch. Replik: Kann man durch viel Arbeit an sich selbst die Lage unserer Seele ändern? Wenn wir in der Lage der Raupen sind, soviel Blätter wir essen, können wir in Schmetterlinge nicht verwandeln, bis die Zeit nicht kommt, die notwendig für diese Periode ist. In dieser Zeit soll man Kräfte sammeln, um zum Zustand eines Schmetterlings zu kommen. Ihr könnt euch polarisieren. Der Mensch kann in einem Augenblick sich für hundert Jahren hindern, sowie in einem Augenblick für hundert Jahren vorangehen. Jeden Abend soll der Mensch sich vor Gott reinigen, aber nicht weich werden. Der gute Mensch soll stark sein. Man sagt oft, dass der Mensch sich selbst besiegen soll. Es ist nicht wichtig, sich selbst zu besiegen, das ist schlimm, aber man muss sich selbst kennen. Also, der Sinn ist nicht im Besiegen von sich selbst. Nehmen wir an, dass du dich daran gewöhnt hast, ein bißchen zu schlagen und nun brichst du deine Hand, damit du das nicht machst. Hast du etwas damit gewonnen, warum musst du deine Hand brechen? Dagegen, du musst sagen: „Diese Hand muss ich mit meinem Willen herrschen!“ Ich möchte nicht, dass ihr euch besiegt, sondern, dass ihr euch beherrscht. Wenn ihr zornig werdet, fällt ein schlechter Gedanke euch ein - arbeitet am Beherrschen dieser Gedanken und sagt ihnen: „Hier, drinnen ist eure Stelle nicht, hier ist ein Kanal, und ihr dürft nur vorbeigehen, ohne euch zu verweilen!“ Ihr sollt wie jenen Beamten der Bahnstationen sein, der mit seinem Schalter die Schienen öffnet, damit die verschiedenen Züge fahren und ihnen den richtigen Weg gibt. So werdet ihr mit eurem Schalter die richtige Richtung eurer Gedanken und Wünsche geben können. Replik: Manchmal ist der Mensch äußerlich zurückgezogen, aber von innen zittert; wie kann man diese innere Aufregung beseitigen? Er kann zittern. Ich könnte euch alle für ein Jahr heilen, wenn wir einen schönen Blumengarten mit vielen Blumen und Bienekörben hätten, einen Obstgarten mit verschiedenen Früchten und einen Gemüsegarten, danach würde ich euch dorthin schicken, damit ihr diese bearbeitet, um von ihnen Energie und Ruhe zu schöpfen. Wenn ihr anämisch und unwohl seid, werde ich euch schicken, die Kirsche zu bearbeiten, und ihr werdet sehen, dass ihr eine neue Stimmung erwerben werdet. Wenn euer Glauben schwach ist – ich werde euch schicken, Kohl zu bearbeiten, ihn zu gießen und euch um ihn zu sorgen. Das sind Formeln, obwohl mit aüßeren Taten. Du bist psychisch unwohl – stellt deine Hand auf die Stirn, und alles wird sich für fünf-zehn Minuten ändern. Wenn ihr dieses Mittel nicht anwendet, so diese von euch, die gern rechnen, schreiben oder zeichnen, sollen eine von diesen Lieblingsbeschäftigungen machen. Zeichne ein Dreieck, streiche es rot, blau oder grün, dann nach drei-vier Minuten wird deine Stimmung sich ändern. Replik: Zum Ablenken der Aufmerksamkeit, nicht wahr? Nein, du bekommst so eine Kraft, mit der du den Teufel anspannst und sagst: „Begreifst du diese Dreiecke?“ Er sagt dir: „Ich begreife sie.“ Und nun bist du zu Hause, dieser ärgert dich, jener ärgert dich – wenn du der geduldigste Mensch bist, wirst du außer Gleichgewicht kommen. Die schwierigste Sache ist, dass der Mensch immer geduldig, höflich ist. Manchmal sehe ich einige: sie sind in einem sehr angespannten Zustand, sie erwarten kaum, dass jemand an ihnen vorbeigeht und ohne zu überlegen, ob er schuldig ist oder nicht, bespucken sie ihn, sie brechen mit allen Kräften gegen ihn aus und sagen: „Gehe nicht hier vorbei!“ Danach wird es ihnen leichter, aber wenn sie überlegen, sehen sie, dass dieser Mensch an nichts schuldig ist, dass er ein zufälliger Passante ist. Das sind rein psychologische Zustände. Das ist ein angespannter Zustand der Athmosphäre: zum Beispiel treffen sich zwei schwarze Wolken, ihre Elektrizität zieht sich an, die Luft wird ozonisiert, und ihr beginnt diese Elektrizität von unten nach oben anzuziehen. Wenn du ärgerlich bist, geh irgendwo im Wald, beginne zu schreien, den Bäumen, den Steinen zu kreischen, sie werden mit Ozon gefüllt, und es wird dir leichter. Du wirst dann sehen, wie lächerlich es dir wird, wenn du dich in solchem Zustand befindest. Ein amerikanischer Professor erzählte mir eine solche Geschichte: er ginge nicht gern zum Ball, aber er tänzte gern, deshalb wenn er einen starken Wunsch hätte, nahm er einen Stuhl und tanzte mit ihm zu Hause. Er war lächerlich in dieser Lage auch vor sich selbst, aber es wurde ihm leichter. Ihr könnt diese Methoden anwenden, die euch gegeben werden, indem einige eine von ihnen anwenden werden, andere eine andere usw., nach dem Bedürfnis, das ihr habt. Wir sollen die Natur benutzen, sie ist das wahre Mittel zum Heilen. Das gegenwärtige städtische Leben ist sehr unnatürlich, infolgedessen entsteht ein unnatürlicher Zustand, Fehlen an Energie, die man nirgendwo schöpfen kann. Jeder sucht nach ihr, und sie kommt von nirgendwo. Ihr habt auch eine andere Methode zur Arbeit: zum Beispiel eine von euch hat große Schwierigkeiten, deshalb sollen einige von euch ihre guten Gedanken auf sie richten und ihr helfen. Wenn jemand krank ist und seinen Acker nicht pflügen kann, sollen zwanzig von seinen Nächsten anstelle von ihm gehen, zwanzig Stunden arbeiten, und der Acker wird gepflügt werden. Es wird gesagt, dass wir uns helfen müssen! Das schwierigste Leben ist, wenn der Mensch allein lebt. Niemand lebt für sich selbst, niemand stirbt für sich selbst. Warum sprießen viele Gräser in der Natur an einem Platz zusammen? Damit sie die Feuchtigkeit aufhalten. Dort, wo nur eine Blume ist, sie trocknet schneller aus. Also, wenn in einer Gesellschaft mehr Leute gesammelt sind, sie halten länger die Feuchtigkeit auf. Und wenn der Mensch allein ist, muss er sehr günstige Bedingungen haben, viele Kenntnisse besitzen, damit er in der Welt unversehrt bleiben kann.Nun habt ihr auch Bedingungen, ihr habt alles. Ich bemerke oft, dass wenn ich einige Symbole verwende, deutet ihr diese falsch. Zum Beispiel ich zitiere ein Gesetz, ich sage, dass es im Gottes Gesetz keine Ausnahmen gibt, aber in der Gottes Gnade gibt es Regeln, die das Gesetz mildern können. Ich sage noch, dass nichts umsonst gegeben wird, und das stimmt, aber die Gottes Gnade ist ein anderes Gesetz. Und nach ihm, wenn der Mensch bereit ist, die Dinge wahrzunehmen, ihm wird umsonst gegeben.Es stimmt sowohl das eine als auch das andere – außer dem Gott wird nichts umsonst gegeben, und drinnen im Gott wird alles umsonst gegeben. Wenn ein General in der Gesellschaft aufsteigen möchte, das ist eine Würde, aber er soll das infolge seiner Kenntnisse, infolge seiner Tapferkeit tun. Ein Professor kann in seiner Lage nur infolge seiner Kenntnisse aufsteigen, aber nicht nach Segen. Wenn man dich zu einer Tafel ruft, kann man dich am ersten Platz stellen, aber in der Gesellschaft kann man dich nicht am ersten Platz stellen, wenn du das nicht verdienst. Also, der erste Platz bedeutet Arbeit. Jemand sagt: „Ich möchte begabt sein!“ Ihr wisst das Märchen über die Unzufriedenheit des Esels, nicht wahr: wenn Gott ihn schuf, sah er sich unter den vielen Tieren um und bemerkte, dass alle sehr groß waren, und er war kleiner als den Hasen und sollte viele Schwierigkeiten ertragen. Lange Zeit bat er Gott darum, dass er ihn größer macht, mit einer starken Stimme, damit alle ihn hören können. Gott hatte endlich seine Bitte gehört und hatte ihm einen großen Wuchs und starke Stimme gegeben, aber die Menschen beginnen ihn in die Arbeit einzuspannen, und er wurde noch unglücklicher. Also, der Sinn des Lebens besteht nicht im Großen, sondern im Kleinen, das Gott uns gegeben hat und im Platz, der die Vorsehung uns bestimmt hat. Nun wisst ihr nicht, wo Gott euch gestellt hat und was wird von euch werden. Wenn ihr ein kleiner Samen seid, und wenn man euch im sandigen Boden sät, nichts wird von euch werden, aber wenn man euch im guten Boden sät und für euch gut pflegt, von euch wird ein schöner Apfel werden. Nun werdet ihr über eure Selbstentwicklung denken. Meint nicht, dass ihr keine Verführungen, Langeweile haben werdet. Christus hat auch sich gelangweilt. In einem Augenblick wird der Mensch sich selbst sagen: „Bis wann werde ich diese Last tragen?“ Bestimmen wir eine Prämie für diese von euch, die eine Tugend entwickeln kann. Welche Prämie bestimmen wir? Replik: Wir können uns selbst das nicht bestimmen. Wie klug ihr seid, ihr verkauft mich zehn Mal am Markt! Manche Leute sagen: „Wir verstehen nichts, sag du“, aber wenn es um ihr Interesse geht, sagen sie: „Das ist nicht so, glaube nicht!“ Also sie haben auch eine Meinung. Einige sagen: „Wir sind bereit zu allem, wir sind bereit, dich zu hören!“ Man spricht so, aber die Wahrheit ist, dass ihr nicht bereit seid, alles aufzuhören. Wenn ich euch sage, dass ihr um 12 am Abend aufsteht und in der Stadt hinausgeht, wieviel von euch würden das machen? Replik: Wir werden hinausgehen, wenn es zum Guten ist. Das ist nicht wichtig. Manche werden das tun, manche nicht. Wenn ich euch sage, dass ihr, eure Kinder und Männer sterben werdet, wenn ihr nicht hinausgeht, werdet ihr dann gehen – ihr werdet das aus Angst tun. In dieser Lage, wenn man auch Maschinengewehre hinter deinen Rücken stellt, wirst du sogar zum Krieg gehen. Ihr sollt das erfüllen, was euer Geist in einem bestimmten Moment und Zufall annehmen kann. Nun fehlt die Kraft eures guten Willens in euch allen. Der böse Willen ist stärker entwickelt. Das ist nicht, weil ihr nicht gut seid, sondern der böse Willen überwindet den guten Willen. Diese zwei Kräfte – der gute und der böse Willen – nehmen eine oder andere Richtung, und denn ein Teil der Materie unseres Körpers ist nicht rein, in ins gibt es Perturbationen. Wir sollen uns von den Sünden reinigen, weil etwas Unreines in uns existiert, was unseren guten Willen hindert, und wir müssen uns große Mühe geben, damit wir diesen Schmutz hinauswerfen, wir sollen die Göttliche Materie aufrufen, d.h. den Neuen Menschen schaffen. Ihr sagt über einen, dass er schwach ist. Natürlich, bis der Mensch sich von dieser Materie nicht reinigt, die ihn hindert, kann er nicht stark sein. Also, ihr werdet nun an der Entwicklung des Glaubens und des Willens arbeiten. Damit ihr euren Willen entwickelt, sollt ihr ein Ideal im Kopf haben. Habt Christus als Ideal, d.h. den Lebendigen Gott, der in der Welt erschienen ist. Verzeichnet die erhabensten, die vernünftigsten Momente, die in eurem Leben entstehen – sie sind eine Äußerung des Göttlichen. Solche Momente sind selten, aber ihr werdet danach streben, diese Gestalt zu behalten, die in euch entstanden ist. In diesen raren Momenten hat Gott euch gesprochen. Er spricht höchstens ein, zwei, drei Mal im Jahr, deshalb sollt ihr diese Rede behalten.Je mehr Gott euch spricht und je mehr Er sich von euch entfernt, desto erhöhen sich eure Leiden. Das ist selbstverständlich: ihr habt ein Kind, das ihr liebt, aber wenn es sich von euch entfernt, beginnt ihr um es zu sorgen und zu leiden. So tut auch Gott. Mit dieser Entfernung und Annäherung reinigt Gott euren Tempel. Wenn euer Tempel gereinigt wird, wird Gott dann kommen. Damit steht im Alten Testament: „Die Herrlichkeit des HErrn erfüllete das Haus Gottes.“ Also, ihr alle könnt den guten Willen haben. Ich spreche über Erfahrungen, die ihr alle besitzen könnt. Willen, Willen braucht ihr! Ihr alle seid gut! Ihr lacht, wenn ich sage, dass ihr alle gut seid. Indem ich euch sage, dass ihr gut seid, wisst ihr, was ich meine? Das bedeutet, dass wer mit dem Gott lebt, kann nicht böse sein. Denn ihr alle strebt nach Gott, d.h. dass ihr gut seid – das ist mein Gedanke. Ich werde bestimmen, zur welcher Kategorie einige von euren Erlebnissen gehören. Zum Beispiel ihr seid hungrig – was für ein Gefühl ist der Hunger? Physisches. Ihr seid satt – ihr empfindet etwas Angenehmes. Was für ein Gefühl ist das Angenehmes in diesem Zufall? Wieder etwas Physisches. Ihr könnt auf dieses Angenehmes nicht rechnen, weil es im physischen Feld ist. Ihr habt einen Freund, den ihr liebt, und wenn er zu euch ist, ist es euch angenehm, ihr fühlt euch stark, mächtig, aber wenn er sich von euch entfernt, empfindet ihr etwas Unangenehmes. Das ist ein seelischer Zustand, aber dieses Gefühl ist nicht ständig, mit ihm kann man kein Haus bauen. Nun werden wir über jene Gefühle sprechen, die die hohe Äußerung der Liebe ausdrücken: wenn ihr einen Menschen liebt und keine Änderung spürt, es ist ohne Bedeutung, ob er bei euch ist oder nicht, das ist ein Göttliches Gefühl. Alle Formen, die in euch sich ändern, sind nicht wichtig. Ihr stellt euch Christus so vor, wie ihr Ihn einmal kanntet. Aus dieser plastischen Form, die in eurem Verstand eine und derselbe ist, entstehen irgendwelche vernünftige Kräfte, wenn ihr an sie wendet. Replik: Ist diese Form gleich für alle? Sie ist verschieden für alle. Wenn ihr im Zustand des hungrigen Menschen seid, werdet ihr euch vorstellen, wie Christus barfuß in Palästina geht. Einige haben Christus im Licht gesehen, mit einem Heiligenschein am Kopf usw. Es gibt Formen, durch die Christus manchmal in der physischen Welt, manchmal in der Astralwelt und manchmal in der Göttlichen Welt erscheint. Wenn ihr Versuche und Beobachtungen auf euren Gedanken macht, werdet ihr zu dieser Lage kommen, diese so anzunehmen, dass es keinе Zwiespältigkeit in euch gibt. Wenn die Gedanken aus der Astralwelt kommen, sind sie ein bißchen mit Zweifel erfüllt. Replik: Wenn Christus einer Seele erscheint, wird sie nicht begreifen, dass Er ihr Ideal ist? Christus wird allen sagen: „Wenn du deinen Vater, deine Mutter und dich nicht verleugnest, kannst du Meine Schülerin nicht werden!“ Wenn du das Kreuz nicht hebst und hinter Mir nicht kommst, kannst du Meine Schülerin nicht sein!“ Das ist die erste Form, durch die Christus erscheinen wird. Wenn ihr Christus in dieser Form annehmt, werden alle Qualen verschwinden. Auf diese Weise wird die Selbstentwicklung eures Bewußtseins kommen... Das ist eine abstrakte Materie. Einige von euch haben religiöse Erlebnisse, und für andere ist das dunkel. Ein anderes Ding, das ihr erlernen sollt, ist, dass ihr schweigen lernt. Wer Christus gesehen hat, er muss schweigen. Dann wird Christus eine Kraft in euch sein. Wenn ich eine brennende Kerze bin, ist es nötig, dass ich beweise, dass ich eine solche bin? Ist es nötig, dass die Rose beweist, dass sie eine Rose ist? Es ist nicht nötig – ihr Duft wird das beweisen. Wenn du an ihren Duft nicht glaubst, dann, wirst du durch ihre Form erraten, dass sie eine Rose ist? Mit diesem Gedanken verbinde ich einen anderen von euren versteckten Gedanken: ihr möchtet euch von vielen Leiden und Schwankungen befreien, stark werden. Dann macht den folgenden kleinen Versuch: arbeitet mit einer armen Schwester von euch, seht, was ihr machen könnt. Was meint ihr, mit ihr zu machen? Ich werde euch eine Figur zeigen: nehmt an, dass eine von euren Schwestern ihr ganzes Vermögen verloren hat, kein Geld hat, kein Haus, keinen Besitz, sie ist in einer ausweglosen Lage – wie werdet ihr ihr helfen? Diese von euch, die mehr besitzt, soll ihr ein Terrinchen geben, eine andere – einen Tiegel, dritte – ein Kissen oder ein Bettzeug usw. Ihr werdet sehen, wie sie sich in kurzer Zeit wieder zu sich kommt. Das sind Formen, mit denen ich möchte, dass ihr meinen Gedanken begreift. Helft jedem damit, was er braucht. Jemand hat keine Geduld – gib ihm dein Kupferschüsselchen der Geduld; ein anderer hat keinen Glauben – gib ihm dein Tiegelchen des Glaubens; ein dritter hat kein Kißchen – gib ihm von deinen. Nach kurzer Zeit wirst du sehen, dass deine Bruder oder Schwester sich verbessert haben, und sie sagen: „Wie gut diese Brüder und Schwestern sind!“ Wenn ihr nichts bringen, werdet ihr leiden. Das kann einer allein nicht machen, aber viele können das tun. Euch allen fehlt ein Kupferschüsselchen. Macht einen Versuch in dieser Hinsicht. Das kollektive Gebet ist stark, und deshalb, wenn alle gleichzeitig in einer Richtung beten und aufrichtig und herzlich sind, hat das Gebet ein Ergebnis. Das Gebet hat eine Kraft, wenn eine Harmonie unter euch existiert. Die Disharmonie ist darauf zurückzuführen, dass ein Mensch euch gestimmt hat, der von dieser Kunst nicht versteht. Deshalb kann ich die Harmonie unter euch ein Stimmen nennen. Und wirklich der schönste Teil von einem Konzert ist das Stimmen der Geige und der anderen Instrumente. Das erste Ding, das ich von euch verlange, ist, dass ihr darum wetteifert, euch zu achten und zu ehren. Das, was wir äußerlich machen, soll ein Ausdruck jener inneren Stimmung sein, welche wir wegen Gottes machen werden. Nehmen wir an, dass eine von euch euch unangenehm ist; macht folgendes: stellt euch vor, dass ihr in größter Gefahr seid oder in einem tiefen Fluß ertrinkt, und nämlich diese eure Schwester rettet euch. Bleibt dann stehen und seht was für ein Gefühl ihr empfinden werdet. Ihr werdet sofort beginnen, weich zu werden und werdet sagen: „Wenn meine Schwester das tun kann, werde ich meine Meinung für sie ändern und sie lieben!“ Oder umgekehrt – nimm an, dass diese deine Schwester, die du nicht liebst, im Meer ertrinkt; geh sofort zu ihr und sag: „Ich werde sie retten, weil ich stärker als sie bin, und immer soll der Stärkere den Schwacheren retten!“ Das sind Fälle, die euch zur Selbstentwicklung gegeben werden. Jetzt werdet ihr Versuche machen. Ihr werdet fragen, wie. Wenn du diesen Versuch machen möchtest, wirst du ein, zwei, drei, vier, bis vierzehn Tage hintereinander beten, dass du ihn erfüllst, und danach wirst du in dir eine innere Stimmung spüren, dass du bereit bist, ihn zu machen. Erst dann wirst du dieses gute Vorhaben beginnen. Und nun ihr wartet darauf, dass die Dinge sich von sich selbst verbessern.Sie werden wirklich auch auf diese Weise erledigt, aber das Ergebnis ist ganz anders. Versucht einen von diesen Versuchen zu machen. Nur so wird der Vers: „Betet um einander, um gesund zu werden“ einen Sinn haben. Betet ein bis vierzehn Tage, und der Geist wird sagen: „Nun kann der Versuch gemacht werden.“ Der Geist sagt: „Wenn der Weg eines gottgefällig ist, wird Gott ihn versöhnen.“ Also, ihr sollt nun alle zu beten beginnen, dass eure Wege gottgefällig werden, damit Er euch mit den anderen versöhnt und in euch die Harmonie und das Göttliche sät, damit ihr euch verstehen und lieben könnt. Das ist der Weg, diese sind die Versuche, die ihr machen sollt, damit ihr euch auf Pfingsten vorbereitet. 5 März 1920, Freitag, 16 Uhr, Sofia
  8. Die große Mutter Die aufgegebenen schriftlichen Arbeiten über das Knochensystem, das Herz und seine Funktion und das Verdauungssystem wurden gelesen. Wir sind zur Erde geschickt, nicht zu Besuch, sondern zur Arbeit. Aber die Erde duldet ihre Gäste auch nur drei Tage. Alle heutigen Unglücke sind auf die Tatsache zurückzuführen, dass wir Gäste auf der Erde sein wollen. Also, wenn ich euch aus reinem okkulten Standpunkt spreche, wenn ihr mich fragt, worauf die Unglücke in der Welt zurückzuführen sind, werde ich euch antworten, dass sie auf euren Wunsch zurückzuführen sind, hier auf der Erde nur Gäste zu sein. Die Erde ist eine Stelle zu einer der seriösesten Arbeiten. Für jedes Lebewesen, wie klein es ist, gibt es mathematisch eine exakt bestimmte Stelle und Arbeit, welche es erledigen soll. Heute in der Welt leben die höheren Geschöpfe auf Kosten der niedrigsten. Ich möchte absichtlich, dass das Knochensystem, das Herz und das Verdauungssystem erläutert wird, weil ihr, die Schüler des Okkultismus, sogar nicht vermutet, was es in jedem Moment drinnen in euch geschieht. Jeder von euch muss seinen Organismus gut untersuchen. Die einzige reale Sache, die ihr in dieser Welt besitzt, ist euer Organismus. Bis ihr euren Organismus nicht untersucht, werdet ihr unwissend sein und könnt die Natur nicht verstehen.Unsere große Mutter – die Natur- begrenzt ständig ihre Kinder nach allen Regeln, die sie besitzt. Berücksichtigt, dass sie unbarmherzig grob ist. Die Okkultisten sollen sich nicht täuschen und denken, dass das unbemerkt für sie vergehen wird. Wenn diese Göttliche Mutter dich fängt, wird sie dich auf alle Regeln der Erziehung führen, ohne dass sie mit keiner Wimper zuckt. Ich spreche euch über die Erziehung, weil ihr von dort beginnen sollt – die Art der Erziehung ist in der Natur versteckt. Das, was für einen Menschen grob in der Welt ist, das, was wir, die gegenwärtigen Menschen, wie eine Disharmonie in der Welt beobachten, sind harmonischste Taten eigentlich. Ich wage nicht, noch euch zu sagen, dass man die Natur von ihrer Rückseite erlernen muss. Ihr müsst beginnen, auch euer Leben von der Rückseite zu erlernen. Zum Beispiel die Güte eines Menschen hängt von der Schlechtigkeit ab, die in den Wurzeln seines Lebens enthalten ist. Also, wir können mathematisch feststellen, dass die Güte eines Menschen desto groß sein wird, je Schlechtigkeit in den Wurzeln seines Lebens existiert. Ich sehe eure moralischen Auffassungen ab und meine das Wort nicht im Sinne von einer bösen Tat. Ich meine das Wort böse als jene Materie, die im Gegensatz zu eurem Leben arbeitet. Ich habe euch gesagt, dass ihr das Leben von seiner Rückseite untersuchen sollt. Nun haben viele von euch den Wunsch, sich besser oder böser zu zeigen, als sie sind. Das ist eine falsche Situation, und die Natur duldet einen solchen Betrug nicht.Die Natur hat zwei Methoden, die sie benutzt: entweder soll man die Sachen mathematisch exakt feststellen, mit ihrer absoluten Exaktheit, oder man soll sie nicht messen.Damit die Kräfte exakt gemessen werden, die in uns funktionieren, sollen wir diese Sinne entwickeln, die wir in unserem Organismus haben, damit sie arbeiten, d.h. wir sollen unsere seelische Empfindlichkeit entwickeln. Zum Beispiel der Begriff kalt – er stellt ein physiologischer Prozeß dar, die physiologischen Gründe für die Kälte. Wie werdet ihr die Kälte übersetzen, wessen Emblem ist sie? Sie ist ein Emblem des Hasses. Also der Hass ist wie die Kälte. Macht eine Analogie zwischen der Kälte und dem Hass – was verursacht die Kälte dem Organismus? Ein Zusammenziehen. Und wirklich, alle Körper ziehen sich wegen der Kälte bis zu einem Grad zusammen. Der Hass ruft dieselbe Wirkung hervor – er zieht den Menschen zusammen. Das entgegengesetzte Ding der Kälte ist die Wärme. Die Übersetzung der Wärme ist die Liebe. Was ruft die Wärme hervor? Eine Erweiterung. Was ruft die Liebe hervor? Auch eine Erweiterung. Also, die Okkultisten, die die Gesetze verstehen, können durch die Wärme auf den Hass wirken, und durch die Kälte – auf die Liebe. Die Weißen Zauberer in der Weißen okkulten Schule benutzen die Wärme gegen den Hass, und die schwarzen Zauberer benutzen die Kälte als eine Gegenwirkung der Liebe. Die weißen Zauberer verwenden die Wärme zur Stärkung der Liebe, und die schwarzen Zauberer verwenden die Kälte zur Stärkung des Hasses.Wenn ihr mich fragt, warum wir einen kalten Winter haben, werde ich euch antworten, dass diese beiden Logen, die Schwarze und die Weiße, in der Natur wirken. Und nach diesem Gesetz, jene von euch, die beobachtet hatten, was das Wetter war, als die zentralen Kräfte und die Entente 9 Krieg führten, hatten das folgende Ergebnis bemerkt: wenn die Zentralen Kräfte gewannen, war das Wetter immer kalt, und wenn die Entente gewann, war das Wetter warm. Und dann aus rein okkultem Standpunkt haben wir festgestellt, dass die Weiße okkulte Schule von Seite der Entente war, und die Schwarze von der Seite der Zentralen Kräfte. Ob sie das wissen oder nicht, das ist eine andere Frage. Beim Schließen des Friedens hat die Schwarze Loge ihre Taktik geändert und begann auf die Entente zu wirken, und die Weiße Loge begann auf die Zentralen Kräfte zu wirken, d.h. sie haben ihre Rollen ausgetauscht. Ich werde nicht dazu sprechen, sondern ich erwähne nur beiläufig diese Tatsache. Die Situation, in der ihr in einem bestimmten Moment seid, stützend auf eine bestimmte Idee, kann entweder von der Weißen oder von der Schwarzen Loge unterstützt werden. Also, wenn ihr euch selbst erziehen möchtet, sollt ihr zuerst feststellen, woher die Ideen kommen, die ihr habt, und die euch aufregen. Jemand wird sagen: „Ich glaube an dieses und jenes.“ Aber das rettet dich noch nicht, auch die dummen Leute glauben. Aber der dumme Mensch ist bereit, wenn man ihm etwas gibt, zum Beispiel hundert Napoleondore, sie sofort zu nehmen, und sagt: „Ich werde dir hundertfünfzig geben“, obwohl er danach alles verlieren kann. Die Frage ist nicht über den Gewinn.Berücksichtigt, dass alle unseren Taten und Ideen auf der Erde unsere Zukunft festlegen. Vielleicht kann ein jetziger Gedanke euer zukünftiges Leben nach tausend Jahren bestimmen. Deshalb wisst, was ihr jetzt macht, ihr macht es für euch selbst. Tausend Jahre können vergehen, aber ihr werdet das Eintreten in eine rechte Richtung nicht vermeiden. Nun, diese lügnerischen Lehren der Schwarzen Bruderschaft kommen, um die Verse der Heiligen Schrift zu entstellen. Und wenn man dir eine Falle über eine Sünde stellt, wenn man etwas entstellen will, zitiert man gleich einen Vers, der passend dafür ist. Die schwarzen Brüder sind sehr freundlich,höflich,wenn sie jemanden zur Sünde verleiten, sie bieten ihm Hennen, Blätterteiggebäck an, bis sie den Halfter an seinen Kopf stellen. Aber wenn sie den Halfter an ihn stellen, treiben sie ihn vorwärts an und stoßen ihn mit dem Ochsenstachel an, danach geben sie ihm weder ein Blätterteiggebäck, noch ein Huhn. Dann beginnt das sogenannte schwarze Schicksal. Die Bulgaren sagen: „Welche Scaukel mich geschaukelt hat, dieselbe hat aufgehört, mich zu schaukeln.“ Aber der Schüler des Okkultismus kann nicht und soll auf diese Weise nicht denken. Seine Ansichten müssen streng bestimmt sein, sie müssen von jenen dummen Auslegungen und Glauben aus der Vergangenheit nicht bedingt sein. Der Schüler muss selbst gründlich die Sachen prüfen, und die Schatten der Sachen, die zweitrangigen und drittrangigen Dinge, werden von sich selbst kommen.Jeder muss exakt das Gesetz verstehen, muss wissen, ob er dem Gesetz dient oder nicht, glaubt er an Gott oder nicht. Ich meine das Wort Gott nicht im Sinne, in dem ihr es versteht, sondern ich meine das okkulte Gesetz im Sinne von Glauben an das lebendige Gesetz der Natur. Aber nicht das Gesetz als ein Einfluss, weil jeder Einfluss euch bekannt ist, jeder Einfluss ist ein Ergebnis und stammt aus einem lebendigen und vernünftigen Zentrum. Also, wenn wir sagen, dass etwas uns beeinflusst, das ist auf den Gedanken zurückzuführen, der in diesem Einfluss einbezogen ist. Wenn ich jemanden mit meiner Hand fange und ihn beeinflusse, dass er geht, das ist ein Ergebnis des Gedankens, der in mir einbezogen ist. Also, ihr sollt in Gedanken streng feststellen, ob ihr Glauben habt oder nicht. Wie werdet ihr den Glauben bestimmen? Wenn der wahre Glauben kommt, wird auch der Unglaube und der Widerspruch im Leben kommen. Dort, wo es Widersprüche gibt, ist das Leben begonnen. Das ist ein Zeichen, nach dem man feststellt, dass das wahre Leben des Schülers begonnen ist. Gibt es keinen Widerspruch, seid ihr fern von der Wahrheit – das ist ein Gesetz auf der Erde. Aber dieser Widerspruch soll kein Hindernis für diese von euch sein, die lernen wollen. Als ich in meinem vorigen Vortrag gesagt habe, dass jener von euch, der nicht bereit zu lernen ist, die Okkulte Schule nicht betreten soll, meine ich, dass ihr die Schule dieser euren Mutter nicht betretet, denn sie wird euch nach allen Regeln der Kunst hinauswerfen. Du kannst in sie eintreten, aber du wirst mit aller Demut deiner Seele eintreten und wirst weich und zart sprechen. Jede grobe Intonation deiner Vernunft und deiner Seele wird alle entgegenwirkenden Kräfte anziehen, und du wirst auf deinem Weg stolpern. Im alten Testament steht: „Gott wird der Spötter spotten; aber den Elenden wird er Gnade geben.“ Unter Gott meine ich die Mutter, die lebendige Natur. Wie drückt die Mutter dieses Sträuben aus? Die lebendige Natur sträubt sich gegen ihre überheblichen Kinder, indem sie sie mit drei Finger fängt, sie nach oben hebt, dann wirft sie und sagt: „Kennt ihr mich, wisst ihr, was ich mit euch machen kann, werdet ihr ärgerlich? Ich kann aus einem Menschen das kleinste mikroskopische Tier machen!“ Ihr werdet sagen: „Nein, der Mensch kann in seiner Evolution nicht zurückkehren und ein Tier werden.“ Es ist nicht so, man kann in seiner Evolution zurückkehren und zwar nach allen Regeln dieses großen Gesetzes der Mutter. Die Christen sagen:“Der Mensch, der einmal als Mensch geboren ist, bleibt Mensch für immer.“ Ja, aber wenn er die Regeln der Mutter übertritt, wird sie ihn zurückschicken, und dann wird er eine lange Reise von Form zu Form beginnen, und Millionen Jahre werden vergehen, bis er rein wird. Wenn er auf diesen Weg geht, wird er zehn Fässer mit Tränen füllen, er wird seine Erinnerungen für sie behalten, und wenn jemand ihn trifft und fragt: “Wirst du nicht wieder sündigen?“, wird er ihm antworten: „Hast du Fässer mit Tränen gefüllt?“ Wenn Christus sagt, dass Er jemanden zur ewigen Qual schicken wird, ich erkläre, dass Er alle Geistlichen, Wissenschaftler, Philosophen, sowie ihre Diener schicken wird, damit sie sich quälen, ihre Fässer mit Tränen füllen. Sie werden durch ein großes Feuer gehen. Dieses Feuer ist nicht solches, wie man es beschreibt; es ist still, es hat seine angenehme Seite, das ist ein Feuer der Reinigung und Demut. Ich warne euch davor, dass ihr vor den drei Fingern eurer Mutter – der Natur schützt, sie ist gefährlich! Und wenn man sich in der Orthodoxen Kirche mit drei Fingern bekreuzigt, bedeutet das,dass man vor den drei Fingern der Mutter schützt, damit sie dich mit ihnen nicht anstoßt. Die besondere Bedeutung des Bekreuzigens im okkulten Sinne ist folgendes: denk an die drei Finger deiner Mutter sowohl im Verstand, als auch im Herzen und in deinem Willen! Und die religiösen Leute sagen, dass einer von den Fingern beim Bekreuzigen Vater sei, der andere – Sohn und der dritte – Heiliger Geist. Es kann so sein, aber ihr sollt wissen, dass das die drei Finger eurer Mutter sind, die drei vernünftige Kräfte, die in ihr arbeiten. Und sie ist groß, groß ist eure Mutter Natur. Und ihr, die gern Lärm machen, sollt wissen, dass ohne ich euch entlarve, kann ich mich bei eurer Mutter beklagen und ich werde ihr sagen, euch mit ihren drei Fingern zu fangen. Und dann Mann oder Frau, Bursche oder Mädchen – sie sollen daran denken! Sie wird euch fragen: „Habe ich euch zu lernen geschickt, oder zu schwätzen, zu dienen oder zu befehlen?“ Dieses Gesetz hat auch Christus als Schüler dieser Großen okkulten Schule begriffen. Es steht in der Schrift, dass wenn er sich in einer menschlichen Gestalt sah, hatte er sich demütigt. Um das Wohlwollen dieser Göttlichen Mutter zu bekommen, war Christus bereit, alle Leiden zu ertragen. Im Okkultismus kennt man den Vater wie eine Mutter.Er ist die Liebe, aber nicht wie ihr diese Mutter – Liebe begreift. Denkt sogar nicht daran, diese Göttliche Mutter mit der Liebe zu vergleichen, die ihr kennt. Es existiert keine Gestalt, mit der wir diesen Begriff vergleichen. Ich nenne sie Göttliche Mutter nicht im Sinne, dass sie Gott geboren hat. Die okkulte Schule fasst die Göttliche Mutter als das Wesen alles Lebendiges in der Welt auf. Kehren wir zurück, weil das abstrakte Dinge sind, die in euren Köpfen Angst und Zittern bringen können. Mein Ziel ist es nicht, dass ihr Angst habt, weil die Angst ein Gefühl ist, und bis jetzt sind vierzig Fähigkeiten im Menschen entdeckt. Die Angst stellt ein Vierzigstel aus dem heutigen Leben dar, so dass das Verhältnis zur Angst eins zu vierzig sein soll. Wenn euer ganzes Leben nur Angst ist, versteht ihr das Leben nicht.Die Angst soll nur eine Warnung zum Menschen sein, die euch daran erinnert, ob ihr das gut verstanden habt, was ihr gelernt habt und ob ihr gut getan habt. Also, die Angst ist nötig, um euch zu zeigen, dass ihr eine Verantwortung habt. Dann kommt das Gefühl des Gewissens, das dir sagt: „Du hast das nach allen Regeln des Göttlichen Gesetzes gemacht.“ Nun, das erste Ding, das von euch allen verlangt wird, ist, dass ihr als Regel das Motto annehmt: „Wenn ihr nicht wie die kleinen Kinder werdet, könnt ihr in das Gottes Reich nicht eintreten.“ Ich übersetze: wenn ihr wie die kleinen Kinder nicht werdet, könnt ihr in keine okkulte Schule, in keine Verzweigung dieser großen, vernünftigen Schule einteten. Die zweite Regel ist: der Schüler der Okkulten Schule muss das Schweigen erlernen – er soll schweigen, damit er denken kann. Sein Gedanke muss streng bestimmt sein, er soll nicht zerstreut sein, er soll diese entgegengesetzten Gedanken und Bedenken nicht haben. Jemand sagt: „Ich denke“, aber woran denkst du? Wenn ihr die Gesichter der gegenwärtigen Menschen anseht, werdet ihr an ihnen sehen, dass diese Leute nicht denken, sondern sie sich kratzen. Das jetzige phylosophische Denken ist ein Kratzen, aber die Schädel und die Knochen zeigen, bis welchem Grade ihr Denken richtig ist. Die erste Sache, die euch bevorsteht, ist, dass ihr den rechten Gedanken wiederherstellt. Ihr werdet fragen: „Woher werden wir wissen, welcher Gedanke richtig ist?“ Das wird nicht bewiesen. Das ist ein Gesetz, das noch am Anfang im Menschen existiert – die Fähigkeit seiner Seele, richtig zu denken. Also, denn die Seele denkt immer richtig, keine Ursache, dass ich das beweise, jeder kann es probieren, wenn er zu dieser Lage zurückkehrt, von der er abgewichen ist, das ist genug. Welches wird das erste Ergebnis von diesem rechten Gedanken in dir sein? Wenn du zur Lage kommst, diesen rechten Gedanken in dir zu fühlen, werden alle finstere Gedanken dich verlassen, ein Licht wird in deinem Verstand erscheinen, und du wirst beginnen, dich mit allen zu versöhnen. Du wirst beginnen, ein bißchen zu sehen, du wirst die Beziehung begreifen, die zwischen den Ursachen und den Folgen existiert und wirst verstehen, warum alles so ist und nicht auf eine andere Weise. Die Schrift sagt: „Die Erde soll schweigen, damit Gott spricht.“ Das Schweigen ist diese erste Regel in jeder Schule: wenn die Schüler in die Schule kommen, und der Lehrer kommt dann, schweigen alle Schüler, damit der Lehrer spricht. Deshalb, wenn diese Göttliche Mutter zu reden beginnt, müssen alle schweigen. Manchmal zwingt sie uns gewaltsam zu schweigen. Sie schickt uns ein großes Unglück und sagt damit: „Schweig!“ Dann sagst du:“Ich habe keine Stimmung zu reden“ und beginnst zu überlegen. Du denkst, denkst und zuletzt sagst: „Das Leben hat keinen Sinn.“ In diesem Schweigen hast du die Stimme deiner Mutter gehört, die aus den Tiefen der Seele kommt. Diese Stimme ist ruhig und wird beginnen, dir so still und zart zu sprechen, wie niemand dir gesprochen hat. Aber wann wird diese Stimme beginnen, dir zu sprechen? Nachdem man durch die größten Qualen und Leiden gegangen ist und zehn Fässer mit Tränen gefüllt hat.Das Sprechen dieser Stimme nennen wir hier auf der Erde Liebe usw. Diese Stimme ruft im Menschen eine magische Änderung sofort hervor. Du kannst der gekränkste, der verbitterste Mensch an der Erde sein, du konntest im Sterben liegen, aber wenn diese Stimme dir zu sprechen beginnt, erscheint eine Belebung sofort in dir. Ihr sucht nach dem Geheimnis, nach der Wahrheit des Lebens irgenwo draußen und sagt mir: „Lehre uns, wie wir sie finden!“ Lernt, euch selbst begreifen und dieses Geheimnis in euch selbst finden. Manchmal, ohne dass ihr wisst, stellt ihr eure Hand auf die Stirn eines Kindes, das weint. Ich frage euch, warum stellt ihr sie. Wieviel sind die Philosophen und Wissenschaftler in Bulgarien, die die Ursache dafür wissen? Ich werde euch sagen: wenn ihr eure rechte Hand auf den oberen Teil der Stirn stellt, ruft ihr ein von den edlesten Gefühle hervor. In diesem Teil des Kopfes befinden sich viele Zentren, aber ihr berührt hauptsächlich die Barmherzigkeit – die Göttliche Liebe. Und wenn jener, der seine Hand auf deinen Kopf stellt, ein Gefühl der Barmherzigkeit besitzt, wirst du sofort etwas Angenehmes in dir spüren. Wenn die Mutter ihre Hand auf den Kopf des Kindes stellt, sagt sie seinem Geist: „Die Mutter Natur, die mich gelassen hat, für dich zu sorgen, liebt dich und ihre Liebe ändert sich nicht.“ Und diese Mutter, die ihre Hand auf das Kind stellt, ist seine Stiefmutter, die sich für es sorgt. Also, wenn ihr manchmal in Sorgen geratet, stellt eure Hand, oder jemand anderer soll die Hand auf eure Stirn stellen, konzentriert euch auf diese Stelle, und wenn ihr eure Große Mutter ruft, alles wird vergehen. Das ist eine schöne Bewegung. Die Bedeutung jeder einzelnen Tat zu wissen, das sind die neuen Arten der Erziehung. Jede Handlung in der Natur ist streng bestimmt, und aus diesem Standpunkt können alle Leute entweder gut oder böse sein. Wenn euer Kind weint, und ihr nehmt den oberen Teil seiner Hand, ihn an euren Mund nähert und blast, vergeht der Schmerz eures Kindes. Aber wenn du bei solchen Fällen deine untere Lippe zusammenziehst und sie vorstreckst, du hast schon deinen Verstand befleckt.Jede deine unrichtige Bewegung der Hand oder des Mundes befleckt deinen Verstand. Und diese Handlungen üben einen Einfluß aus. Deshalb soll jede Handlung der Hand, der Augen streng bestimmt sein, nach allen Göttlichen Regeln verwirklicht werden. Die gegenwärtigen sehr gelehrten Menschen sind wie jene Kinder, die zum ersten Mal zu schreiben beginnen und deshalb beginnen sie auf dem Papier zu kritzeln, wenn sie den Griffel nehmen. Dieses Kind kritzelt, kritzelt auf dem Papier und sagt zu seiner Mutter: „Mutter, seh, was ich geschrieben habe!“ Aber dieses Kritzeln enthält keinen Göttlichen Gedanken, in ihm gibt es keinen Inhalt. So kritzeln die heutigen Zeitungen auch. Und bei spiritistischen Sitzungen beginnt ein schreibendes Medium zuerst auf dem Papier zu kritzeln, und dann beginnen irgendeine Buchstaben zu entstehen. Die Köpfe und Herzen vieler der gegenwärtigen Christen sind diesen Kinderkrakelfüße ähnlich – sie kritzeln, aber nichts geht davon. Also, beginnt zuerst zu kritzeln, dann Kreischen zu machen und zuletzt Buchstaben zu schreiben. Lernt, euch zu verweilen, eure Handlungen anzusehen, und wenn ihr eine Bewegung mit Händen,Kopf, Augen oder Mund macht, sollt ihr selbst von ihr zufrieden sein. Passt in euren Taten auf, aber habt keine Angst. Oft schütteln einige Dichter ihren Kopf, wenn sie sprechen. Diese ihre Bewegung deute ich so: „Hoffentlich fallen diese teigige Birnen!“ Ihr sagt über sie: „In diesen Ideen, die in ihnen entstanden sind, gibt es etwas Wesentliches, sie sind Dichter, sie werden etwas schreiben.“ Sie werden nichts schreiben. Also, passt darauf, dass eure Handlungen harmonisch sind. Ihr könnt manchmal den Wunsch haben, jemanden zu korrigieren. In der Okkulten Schule darf niemand niemanden korrigieren, das ist eine Kränkung. Sowohl dieser, der korrigiert, als auch dieser, den man korrigiert, beide begehen ein Verbrechen. Denkt ihr, dass die Bewegung jenes Rades in der Fabrik, das einmal sich gedreht ist und sich dreht, nicht exakt bestimmt ist? Denkt ihr, dass der Herr jenes Herrn, der sich geärgert hat, diese Tat nicht vorausbestimmt hat? Denkt ihr, dass ihr jene Kanalisation schliessen sollt, durch die der ganze Schmutz hinausgeht? Nein, ihr werdet dadurch das größte Unglück der Menschen hervorrufen. Jener Mensch, der sich ärgert, ist ein Kanal, deshalb soll der ganze Schmutz durch ihn auslaufen, hindert ihn nicht. Dieser deiner Bruder, der sich ärgert, ist heute diensthabend,er speit so Vieles, deshalb sag ihm: „Bruder, du machst heute eine große Arbeit, du wirfst Schmutz hinaus und dadurch hilfst du tausend Menschen.“ Wenn du die Lage auf diese Weise nicht begreifst, wirst du morgen diensthabend sein. Also, der vernünftige Schüler soll die Ursachen und die Folgen für jedes Ding gut verstehen und das folgende wissen: Das Leben ist sehr vernünftig festgelegt, in ihm gibt es keine Ausnahmen, keine Zufälle, und alles ist bis zu den kleinsten Einzelheiten vorgesehen. Das ist keine Begrenzung des menschlichen Willens, weil ihr in diesem Stadium, in dem ihr seid, noch keinen Willen habt. Ich sage euch die Wahrheit. Ich meine, dass nur dieser Mensch einen Willen hat, welcher verzeihen kann, wenn man ihn beleidigt. Dieser Mensch hat Willen, der, wenn man ihm den ganzen Reichturm nimmt, das Gemachte vergißt. Dieser Mensch hat Willen, der, obwohl er Vieles zu tun hat, jemandem hilft, wer gefallen ist. Und einem oder anderem zu befehlen, das ist kein Willen. Der Willen beginnt mit einer Sünde. Wenn ihr so die Frage begreift, wird eine Erleuchtung gleich zu eurem Verstand kommen. Macht einen Versuch, damit eure Mutter euch sprechen kann. Wenn ihr eure Auffassungen nicht ändert, welche ihr heute habt, wird eure Mutter euch auch nach tausend Jahren nicht zu sprechen beginnen, aber sie wird euch nur mit ihren drei Fingern fangen. Indem ich sage, dass eure Mutter mit ihren drei Fingern fangen wird, meine ich nicht euer individuelles Leben, sondern ich spreche euch im Prinzip, was die Gesetze sind. In diesen Gestzen gibt es Ausnahmen, sie sind nicht absolut mechanisch. Also, indem ich sage, dass eure Mutter euch mit ihren drei Fingern halten wird, wird das bis zum Moment sein, bis ihr euch sträubt. Aber im Augenblick, in dem ihr euch ändert, wird sie auch gegen euch ändern. Keine Philosophie, keine Logik ist imstande, die Natur zu ändern. Aber im Moment, wenn ihr Reue in euch spürt, dass das nicht der Weg ist, auf dem ihr geht, sofort bekommt eure Mutter eine neue Stimmung. Wenn sie diese Stimmung bekommt, werdet ihr sofort etwas Angenehmes fühlen, eine Erleichterung. Bis ihr das fühlt, werdet ihr kämpfen, und jeder, der auf eurem Weg steht, wird böse sein. Die Natur bedauert nicht, dass sie solche dickköpfigen Kinder hat, dagegen, sie freut sich auf sie, weil sie eine ausgezeichnete Arbeit erledigen. Sie stellt diese ihren Kinder dort, wo ihr Platz ist. Wenn sie müde werden, sagen sie: „Mutter, wir haben diese Kunst erlernt.“ Die Mutter antwortet: „Gut, ich werde euch zu einem anderen Gebiet führen.“ Also, wie ich euch sehe, ihr seid des Lebens müde geworden und sagt, dass es keinen Sinn hat.Das, was ihr bisher erlernt habt, befriedigt euch nicht und die Glauben, die ihr habt, sind auch nicht positiv. Wenn man euch wegen eurer Glauben foltert, wieviel von euch sind bereit, sich selbst zu opfern, für sie zu sterben? Ihr werdet sagen: „Wir müssen ein bißchen überlegen und dann antworten, ob wir bereit sind, uns zu opfern.“ Nun kehre ich zu meinem Gedanken über die schönen Bewegungen zurück. Ich werde euch zwei Beispiele zeigen: der Tag ist klar, die Sonne scheint, ein hoher Fels, der nach Süden schaut, und unter seiner Ostseite entspringt eine reine Quelle,aus der ein kleines Flüßchen fließt, auch nach Osten. Nun stelle ich euch dasselbe Bild, aber entgegengesetzt: ein hoher Fels, gerichtet nach Norden, im Westen von ihm entspringt eine reine Quelle. Wenn ihr zwei solche Gegende besucht, werden in eurem Kopf zwei verschiedene Ideen entstehen. Beobachtet, welche Leute an solchen nördlichen Abhängen wohnen, deren Flüsse nach Westen fließen, und was für Leute an südlichen Abhängen leben, deren Flüsse nach Westen fliessen. Vergleicht diese und jene, habt das als eine Aufgabe. Diese Aufgabe können einige von euch nach einer Woche, die anderen nach einem Monat, und dritte – nach einem Jahr lösen. Deshalb müssen wir die Natur bei der Erziehung benutzen, weil ein großer Hauptgedanke in den verschiedenen Formen steht, die sie geschaffen hat – sie kann die Stimmung unseres Verstands, Herzens und Willens ändern. Ich werde euch eine kleine Erklärung geben, damit ihr auf die Wolken Aufmerksamkeit legt,euch mit ihnen verbindet und nicht denkt, dass sie tot sind, sondern sie immer als lebendig haltet: manchmal entstehen Gebirge von Wolken am Himmel, gerichtet nach Norden oder nach Süden; beobachtet diese lebenden Wolken drinnen im Raum, überlegt, warum einige nach Norden gerichtet sind, und die anderen nach Süden.Die gegenwärtigen Menschen sind erschöpft, kleinlich, weil sie den Himmel nicht beobachten gehen, sondern sie sehen nur den Boden, das, was sie selbst geschaffen haben, und es ist kleinlich. Wenn die Leute den Himmel, die Wolken und die Sterne beobachteten, würde ihre Stimmung sich ändern, und wir, die gegenwärtigen Leute aus der Weißen Rasse wären edler sein, als wir nun sind. Denn wir wollen freiwillig auf die alte Ordnung der Dinge nicht verzichten, deshalb hat die Weiße Loge beschlossen, uns Menschen zu machen, uns von diesen Gebäuden zu befreien, damit wir die Natur beobachten. Einmal hatten die Leute Götzen gemacht, verbeugten sich vor ihnen, und wir lachen ihnen heute aus. Aber die gegenwärtigen Menschen haben Häuser gemacht, haben Besitze, sie freuen sich auf sie, weil sie sie ernähren. Ist das keine Götzenanbeterei? Denkt nie, dass euer Haus, Acker oder Weinberg euch ernähren wird. Habt keine Hoffnung darauf. Wenn du so denkst, bist du in einer falschen Richtung. Ich spreche euch wie zu Schülern aus der Okkulten Schule. Ihr werdet diese euren Häuser aus eurem Kopf werfen und werdet sie als eine einfache Übung behandeln. In Amerika gibt es Häuser mit zwanzig, dreißig Etagen. Ich sage: das, was wir haben, sind keine Häuser, das sind die entsetzlichsten Gefängnisse, welche die Welt bis jetzt gesehen hat, das sind Friedhöfe. Es gibt Wohnungen, wo die Sonne seit Jahren nicht eingetreten ist. Das ist keine Kultur, deshalb entzückt euch nicht von diesen großen Gebäuden. Ich ziehe vor, in der schlichsten bulgarischen Hütte außer der Stadt zu wohnen, als in einem Gebäude mit zwanzig Etagen, das ein paar Millionen kostet, obwohl es den größten Komfort bietet. Ich mache eine Analogie: ein Verfasser beschreibt die Häuser einer Stadt, beschreibt die Straßen dort, ihre Ordnung, und du liest und denkst: „Warum kann all das mich nicht rühren?“ Weil es nichts Neues gibt. Dieser Verfasser soll die Handlung in der Natur beschreiben, er soll ihre Erscheinungen beschreiben, und ihr werdet sehen, ob das keinen Effekt haben wird. Dieser Autor beschreibt, wie beide sich verliebt haben – der eine war an der Szene, und der andere war in einer Loge. Gibt es entstelltere Taten als diese? Als Okkultisten vertut eure Zeit nicht für diese Romane, sondern lest nur das, was ideenreich ist. Wenn jemand von euch zu schreiben beginnt, soll er diesen Schriftstellern nicht nachahmen. Seht, wie der Sänger von Psalmen in seinen Liedern schreibt! Er sagt: „Plätschern die Flüsse, senken sich die Wälder und die hohen Zedern.“ Er gleicht alle Leute an Bäume, Berggipfel, Flüsse, Quellen an, und er gleicht die Welt an ein Meer an usw. All das hat einen Sinn. In diesen Beschreibungen hat der Sänger von Psalmen wie ein Okkultist jene wahren Göttlichen Ideen hineingelegt, die die Welt leiten. Als die Deutern diese Formen genommen haben, haben sie sie entstellt, und nun können die gegenwärtigen Leute nicht richtig denken. Ihr habt nun eine Aufgabe – wenigstens achttausend Jahre zurückzukehren, an die Tür des Edens zu kommen, damit ich euch zeige, dass ihr eine falsche Richtung genommen habt. Als die Menschen aus dem Paradies ausgingen, gab es zwei Wege vor ihnen, und sie müssten, einen wählen. Die ganze Menschheit hatte den falschen Weg gewählt und sagte: „So ist es festgelegt!“ Nein, es gab einen anderen festgelegten Weg, und er war den sogenannten Rechten, Engen Weg. Unter Engen Weg wird jener Großer Weg der lebenden Natur verstanden, und ihr müsst euch auf diesen Weg machen. Ihr könnt auf den Weg nicht zurückkehren, auf dem ihr hinausgegangen seid, aber ich werde euch durch den Rückweg, den Engen Weg zurückkehren. Wenn ihr zu diesem ursprünglichen Ort kommt, werde ich euch den Weg zeigen, auf den ihr euch machen sollt, in der neuen Richtung eurer Evolution. Überlegt ein bißchen, sagt euch so: „Wo war ich vor hundert Jahren?“ Dann denkt, wo ihr vor tausend Jahren wart, wo – vor zweitausend, vor dreitausend, viertausend, fünftausend, sechstausend, siebentausend und wo vor achttausend Jahren. Macht in Gedanken so eine kleine Wanderung und verweilt bei jedem Zustand. Ihr werdet nichts Besonderes lösen, aber indem ihr in Gedanken auf dem Weg zurückkehrt, den ihr zurückgelegt habt, werdet ihr euch diesem Gesetz unterwerfen. Und wenn ihr zur Lage kommt, in der ihr vor achttausend Jahren wart, lenkt Aufmerksamkeit auf den Zustand, den ihr erlebt, und auch auf den Gedanken, der euch einfällt, und kehrt wieder zu eurem jetzigen Zustand zurück. Wenn keiner Gedanke euch einfällt, oder wenn ihr keinen Zustand erlebt, soll das euch nicht beunruhigen, kehrt wieder zurück. Ich werde euch allmählich mathematisch die Verhältnisse zeigen, mit denen ihr arbeitet. Diese Übungen sind die kleinsten, die ich euch aufgebe. In eurem Verstand entsteht die Frage, wie ihr achttausend Jahre zurückkehren könnt, wie ihr das machen könnt? Nehmt Vorbild vom kleinen Kind: wenn es aufsteht, hat es die Idee, wie zu schreiten? Nein, es unterordnet sich dem Instinkt – es steht auf, es fällt, es steht wieder auf, wieder fällt usw.So ist auch euer Verstand ein vierbeiniges Tier. Die geistigen Leute sind vierbeinig – sie beginnen sich aufzustehen, fallen, stehen wieder auf und endlich sagen: „Wir können nicht überlegen.“ Nein, wir werden fallen, werden aufstehen, werden uns verbeugen, bis wir endlich an unseren zwei Beinen stehenbleiben und zu denken beginnen. Also, merkt euch, dass euer Verstand nicht menschlich ist, er ist auf vier Beinen, aber das ist keine Beleidigung. Wenn unser Verstand menschlich wäre, dann würde unser Leben anders organisiert, und wir wären in dieser Lage nicht sein, in der wir nun sind. Dass unser Verstand nicht aufgeklärt ist, das kann jeder prüfen. Könnt ihr zwei Menschen zu Hause finden, die gleich denken, die in Liebe wohnen? Sehr selten, und nur wenn sie eine Stimmung haben. Das ist nicht mangels eines Wunsches, dass wir leben, aber es gibt etwas Verrenktes in uns. Wenn wir zu unserer ursprünglichen Lage zurückkehren, werden wir uns gleich befreien. Dann werden wir in der Lage eines Menschen sein, den man mit Wasser oder mit Sonnenstrahlen heilt – er schwitzt, bis er alle Schmutze hinauswirft, danach fühlt er sich wie ein neugeborenes Kind. Deshalb müssen wir zuerst uns von diesen Schmutzen befreien,gesammelt in uns seit tausend Jahren, damit nur das reine Blut bleibt, d.h. ein reiner Göttlicher Gedanke und reines Göttliches Herz. Dann wird mit uns dasselbe geschehen, was mit jemandem geschieht, der hundertundzwanzig Kilogramms gewogen ist, aber dann wurde er von Typhus krank und wird wie eine Dörrmakrele.Mit euch wird dasselbe geschehen – ihr werdet eins, anderes hinauswerfen, alles, was unnötig ist, und ihr werdet spüren, dass ihr verdummt seid. Bis ihr nicht verdummt werdet, nichts wird dabei herauskommen. Nachdem ihr völlig leer werdet, dann wird das neue Göttliche Leben aus einer anderen Stelle kommen und eure Flasche füllen. Von euch verlangt man keine große Heldentat, aber nur Glauben und Gehorsam, damit ihr diesen kleinen Versuch machen könnt. Ihr werdet mir den Vers zitieren, ob das in Übereinstimmung mit Gottes Willen ist.Jede gute Tat ist in Übereinstimmung mit Gottes Willen. Jeder guter Gedanke, jedes gute Vorhaben, wie klein und geringfügig ist es, ist in Übereinstimmung mit Gottes Willen. Wisst, dass jedes gute Vorhaben ein Ergebnis zeigt, und es kann verwirklicht werden, aber eine lange Zeit ist nötig. Deshalb wird der kleinste gute Wunsch, der kleinste gute Antrieb nach einiger Zeit ein gutes Ergebnis zeigen. Jeder guter Gedanke und Wunsch ist auf den Antrieb eurer Göttlichen Mutter zurückzuführen, die euch ans Niveau erheben will, an dem sie sich befindet. Unter euch existiert eine kleine Disharmonie jetzt. Ich werde prüfen, ob ich Ursache dafür bin, oder ihr seid. Ihr werdet eure Übungen machen, und ich – meine, und wenn wir sie lösen, werden wir uns in einigen Berührungspunkten treffen. Glaubt daran und zögert nicht! Ihr werdet folgende Regel beachten: von ihnen wird Glauben an euch selbst, an eure vernünftige Seele verlangt, soweit dass sie frei ist, dass sie denkt und alles versteht, was Gott gemacht hat. Je eure Seele aufgeweckt ist, desto werdet ihr die Göttlichen Güter in der Welt benutzen. Also, stellt den Glauben an erster Stelle unter allen Regeln. 26 Februar 1920, Sofia
  9.  Die Kräfte in der Natur Ich werde eine Zusammenfassung unter der Sanftmut, Demut, Elektrizität, dem Magnetismus und der Qual machen. Die Sanftmut und die Demut zeigen den Weg des Geistes, die Elektrizität und der Magnetismus – den Weg der Seele, und die Qual – den Weg des Körpers oder der physikalischen Welt, d.h. das Leben auf der Erde. Verbindet immer die Sanftmut mit dem Geist, die Demut – mit der Seele, die Elektrizität – mit dem Gehirn, den Magnetismus – mit dem sympathischen Nervensystem, und die Qual – mit allen Mißerfolgen im Leben. Das ist der richtige Zusammenhang. Der Schüler des Okkultismus muss mit einer verständlichen Sprache sprechen, er muss klar zu sich selbst sprechen. Die Bulgaren haben eine Legende, dass der Himmel sich am Tag von Jordan öffnet, und wenn jener, der das sehen kann, einen Wunsch in diesem Moment hat, wird es ihm gegeben. Ein Bulgare beobachtete viele Jahre den Himmel in dieser Nacht, mit der Hoffnung, dass er einmal sein Öffnen seht. Eines Jahres, wenn er in dieser Zeit durch das Fenster beobachtete, sah er, dass der Himmel sich öffnet, und er wollte zu Gott sagen: „Gib mir einen Scheffel Gold!” Aber in der Eile sagte er: “Gib mir einen Scheffel Kopf!”, und sein Kopf wurde groß wie einen Scheffel, er konnte sogar ihn durch das Fenster nicht stecken. Dieses Gesetz gilt auch im Okkultismus, d.h. worüber man denkt oder sich wünscht, das geschieht. Also, ein Gesetz im Okkultismus lautet: alle Güter in der Welt sind mit der Sanftmut und der Demut verbunden, alle Kräfte sind mit der Elektrizität und dem Magnetismus verbunden, d.h. mit dem Gehirn und dem sympathischen Nervensystem, und alle Mißerfolge – mit den Qualen. Damit ich klar bin, werde ich euch erklären, woraus die Qual hervorgeht: jeder Schüler, der ein von den ewigen Gesetzen, die existieren, nicht einhält, ruft Qualen hervor. Aber dieser Schüler lehnt bewusst oder unbewusst die Tatsache ab, dass er einen Fehler gemacht hat, und geht im Leben von einer Wiedergeburt zur zweiten und dritten, und das Gesetz der Qual funktioniert ständig. Dieses Gesetz funktioniert so wie ein Fluß, der sich einen Weg bahnt und in einer neuen Richtung fliesst, verschieden von der, die er früher hatte. Also,ich nenne die Qual eine Methode oder eine Weise zur Verbesserung des menschlichen Lebens. Ihr, die euch hier versammelt hat, um die Okkulte Lehre zu hören, seid vom verschiedenen Alter, nicht wahr? Ich will von euch allen, dass ihr еuch vom Gedanken frei macht, dass ihr einige Dinge wisst. Ich leugne eure Kenntnisse nicht ab, aber die Kenntnisse im Okkultismus sind nur dann gültig, wenn sie durch das Göttliche Feuer siebenmal gehen und gereinigt werden. Nur solche Kenntnisse können in dem Umorganisieren unseres Lebens angewandt werden. Wir haben eine Wissenschaft, mit der wir unser gegenwärtiges Leben darstellen können. Damit man diese große Göttliche Wissenschaft erlernt, soll man ihre Formen und Regeln verstehen, die sie benutzt. Ich werde eine kleine Erklärung verwenden: wenn ihr ein Weizenkorn, eine Eichel oder einen Apfelkern sät, werden die Kräfte der Spaltung oder der Polarisierung in ihnen so arbeiten, dass alle magnetischen Kräfte, die drinnen in der Erde funktionieren, zuerst das Streben der Pflanze nach unten anziehen werden. Das bedeutet, dass jede Wurzel nach jenen magnetischen Strömungen sucht, die zur Nahrung dienen. Diese Wurzeln streben nicht nur nach einer Stabilität, aber sie suchen nach jenen Strömungen im Boden, die sich wie kleine Flüßchen kreuzen. Deswegen verzweigen sich alle Wurzeln in verschiedenen Richtungen, und wenn sie jene Strömung finden, die sie brauchen, brechen sie ihren Dienst ab. Deshalb versinken einige Wurzeln tief im Boden, andere seichter, dritte kommen an die Oberfläche, deswegen sind die verschiedenen Wurzeln unterschiedlich lang. Wenn der Boden eine Schwarzerde oder eine Aufschüttung ist, suchen die Wurzeln immer nach diesen Strömungen, die im Boden durchgehen. In Übereinstimmung mit diesen Strömungen projizieren die Wurzeln nach unten, und die Verzweigungen des Stamms gehen nach oben in verschiedenen Richtungen. Jede Strömung unten in der Erde hat entsprechende Strömung oben in der Luft. Ihr könnt diese Strömungen nicht begreifen, weil ihr nicht empfindlich seid. Wenn ihr Zeit habt, können wir in einer klaren Nacht einen kleinen Ausflug zu Vitoscha machen, damit ich euch diese magnetische Strömungen zeige, die in verschiedenen Richtungen gehen. Jeder gute Gedanke, die aus eurem Gehirn kommt und im Raum projiziert wird, geht nach oben und nach unten, wie diese Strömungen in den Pflanzen, und sucht nach dem entsprechenden lebenden Magnetismus oder nach der Elektrizität, die zu seiner Gestaltung oder Entwicklung dienen. Also, die guten Gedanken von diesem, der sie öfter schickt, entfernen sich nicht, sondern bleiben eng mit ihm verbunden. Die gegenwärtigen Wissenschaftler, die den Okkultismus wenig kennen, denken, dass unsere Gedanken fern von uns sind. Nein, jeder gute oder schlechte Gedanke, die ihr schickt, bleibt immer für euch – niemand kann ihn von euch nehmen, er ist euer Eigentum, weil ihr ihn geschaffen habt. Ihr sollt diesen Gedanken für immer in eurem Verstand behalten. Jede Pflanze, nachdem sie in allen Richtungen ihre Wurzeln geschlagen hat, beginnt folgerichtig Zweigchen, Blätter, Blüten, Obst zu entwickeln, die zuletzt reifen. So entwickelt sich jeder Gedanke. In der okkulten Schule ist jedes Bereden, jede Betonung der Fehler der anderen Menschen verboten – überhaupt werden die schlechten Gedanken verboten. Wisst ihr, warum? Weil wenn ihr schlecht über einen Menschen denkt, richtet ihr eure Wurzeln auf ihn, und dort gibt es keine Nahrung für euch. Diese Wurzelchen beginnen Säfte von diesem Menschen aufzusaugen, aber diese Säfte sind ein reines Gift, das allmählich euer Leben vergiftet und verdirbt. Viele Frauen verderben nicht nur dadurch, dass sie schlechte Männer haben, sondern vom Gedanken, dass ihre Männer böse seid, und beginnen von Tag zu Tag schwach zu werden, zu welken, bis sie eines Tages sagen: “Lebe wohl aus dieser Welt“, und ihr Mann sagt: „Ich weiß nicht, wovor meine Frau gestorben ist.“ Dasselbe geschieht auch mit dem Schüler der Okkulten Schule. Deshalb sagt man zu dem Schüler: denk Böses nicht, d.h. schlage die Wurzeln deiner Seele in einem bösen Menschen nicht, steh entfernt von ihm! Das ist die wissenschaftliche Seite der Frage. Begreift die folgende Tatsache: Die Qual zeigt den wahren Weg der Ablenkung. Wenn ich sage, dass wir bis zum Grund der Qual gehen sollen, gleiche ich dieses Hinuntergehen an folgende einfache Tatsache aus dem gegenwärtigen Leben an: ein Mensch geht in ein Gebirge, aber er verliert sich auf dem Weg; damit er andere, richtige Richtung findet, muss er genau zu dieser Stelle zurückkehren, wo er sich verloren hat und vom Weg abgewichen ist. Wenn du zur Qual kommst und siehst, dass du dich getäuscht hast, nachdem du eine lange Zeit gegangen bist, wirst du zur Stelle zurückkehren, wo du abgewichen bist. Das vestehe ich als ein Hinuntergehen und Zurückkehren, damit du deine Fehler korrigierst. Damit ihr die Kräfte in der Natur begreifen könnt und sie für etwas Gutes verwendet, sollt ihr unbedingt bestimmte Sinne oder Organe eurer Seele entwickeln. Im heutigen Zustand der gegenwärtigen Zivilisation sind viele von diesen Organen verkrüppelt. Viele Christen, die auf diesem Weg gehen, sind empfindlicher geworden und sagen: “Es lohnt sich nicht, dass der Mensch sehr gut ist, d.h. es lohnt sich nicht, dass er sehr empfindlich ist, dass er leidet.“ Der Edelmut des Menschen besteht nämlich darin, dass er empfindlich, aufnahmefähig zu den fremden Schmerzen und Freuden ist. Das Gehirn ist ein Organ der Elektrizität. Der hintere Teil des Gehirns enthält eine negative Elektrizität, und der vordere Teil – eine negative; also, es gibt eine Spaltung. Also, wenn die Elektrizität aus dem vorderen Teil des Gehirns mehr als diese des hinteren Teils ist, beginnt der Mensch sehr aktiv zu denken, aber gleichzeitig wird er auch rauh. Wenn die negative Elektrizität im Gehirn überwiegt, wird der Mensch passiv, aber in gleicher Zeit ist er erfüllt und unersättlich von unrealisierbaren, geheimnisvollen Wünschen, infolgedessen entsteht der Hass, der Neid und andere ähnliche Gefühle. Wenn ich über die positive und die negative Elektrizität spreche, meine ich das Gesetz der Fluten und Ebben, die im Gehirn wirken. Die Fluten, das ist die positive Seite des Gehirns, und sie werden in seinem vorderen Teil durchgeführt, im Gebiet der Stirn, und die Ebben – im hinteren Teil des Gehirns. In der Natur sind diese Fluten und Ebben regelmäßig und planmäßig, weil Gott in ihr funktioniert. In der Natur gibt es keine Fehler, aber auf unserer Erde und in unserem Gehirn gibt es solche, weil wir diese Strömungen der Fluten und Ebben nicht leiten können, infolgedessen gibt es Verspätungen. Wenn ihr einen Unglücksfall erlebt, zum Beispiel ist euer Haus verbrannt, ihr verliert euer Geld, euer Bein ist gebrochen, ein paar Tage bleibt ihr hungrig oder etwas anderes, wird das Gleichgewicht zwischen den Fluten und Ebben in eurem Gehirn gleich verletzt. Berücksichtigt, dass von diesen planmäßigen Fluten und Ebben in eurem Gehirn hängt die Entwicklung und der Erfolg eures Lebens in der Welt ab. In dieser regelmäßigen Abwechselung sehen einige Schulen die Bedingung, dass der Mensch magnetisch ist. Und ich sage: damit der Mensch magnetisch ist, sollen die Fluten und Ebben in ihm regelmäßig verlaufen. Also, die erste Sache, die von euch verlangt wird, ist, dass ihr eure Fluten und Ebben nicht hindert. Viele Geistesstörungen und Abnormitäten im Leben sind auf eine Verletzung des Gleichgewichts zwischen diesen Fluten und Ebben zurückzuführen. Merkt euch diese Erläuterung, weil sie eine Anwendung in eurem Leben hat. Ihr sollt wissen, welche Handlungen in eurer Seele bei den Fluten und Ebben verlaufen. Wendet diese Methode an, und ihr werdet sehen, dass sie in allen Einzelheiten völlig natürlich ist. Wenn ihr die Natur beobachtet, werdet ihr sehen, dass es für jede Sache eine bestimmte Zeit gibt. Auch die Parabeln erzählen, dass es für eine Geburt, einen Tod, für alles eine bestimmte Zeit gibt. Im Okkultismus darf der Okkultist-Schüler keine Bevorzugung zwischen dem Guten und dem Bösen ausdrücken. Dieser Gedanke ist ein bisschen dunkel für euch, nicht wahr? Ich werde ihn erläutern: wenn ich eine Operation machen muss, werde ich ein scharfes Messer verwenden, sondern kein stumpfes. Das scharfe Messer ist der böse Mensch, und das stumpfe – der gute. Also bei einer Operation werde ich einen schlechten Menschen benutzen, ich werde ihn bevorzugen, nicht den guten. Wenn Gott die Welt strafen will, bevorzugt er die bösen Leute, wenn er etwas schaffen will, bevorzugt er die guten. Wenn er ausroden will, bevorzugt er die schlechten Menschen, und wenn er pflanzen will, bevorzugt er die guten; wenn er Löcher graben will, wird er die bösen Menschen bevorzugen, und wenn er in ihnen pflanzen will, wird er die guten bevorzugen. Im Okkultismus ärgert man sich den Menschen nicht, wenn sie etwas Böses tun, aber jede Handlung muss in einer bestimmten Zeit gemacht werden. Nun ich spreche über die Gesellschaftsmoral hier an der Erde nicht, weil sie aus dem okkulten Standpunkt unter aller Kritik ist. Wenn ich meinen Reichtum an die Armen verteile, das ist schlecht für mich und gut für meine Nächsten. Wenn ich meine Nächsten beraube, das ist gut für mich und böse für die anderen. Also, in der Welt gibt es für jedes Ding zwei Maße – gut für sich selbst und gut für die anderen. Also, ich habe zwei Wahlen – entweder verteile ich mein Geld an die anderen, oder nehme ich das Geld der anderen. Also, es gibt zwei Methoden, nach denen man handeln kann, beide sind richtig. Wenn zehn Menschen, beladen mit zwanzig Kilogramm Gold, im Meer ertrinken, und ich nehme das Gold von ihrem Rücken, verursache ich ihnen etwas Böses? Nein, ich rette sie. Wenn ich sie rette, habe ich Recht auf ihr Gold. Wenn ich mit zwanzig Kilogramm Gold beladen bin und in irgedwelchem Meer ertrinke, und einige kommen mir zur Hilfe und nehmen die Last von meinem Rücken, sie haben Recht auf mein Gold. So versöhne ich diese Moral, so betrachtet der Okkultismus das Gute und das Böse. Aber, wenn du einem begegnest, der beladen mit Gold ist, ihn anhältst, das Gold von seinem Rücken nimmst, so sage ich: das ist eine Tat, gemacht nicht in der bestimmten Zeit für sie, mit anderen Worten, die Frucht ist grün abgepflückt. Also, bereitet euch nun vor, damit ihr dieses Gesetz anwendet, nach dem ihr pflücken werdet, und ich werde euch pflücken, aber rechtzeitig. Ich verwende das Wort einsammeln in einem sehr guten, weiten Sinne, und nähmlich als Abpflücken der Früchte aus dem Garten. Und nicht wie die Diebe machen: die Herren haben noch nicht das Ergebnis ihrer Arbeit am Weinberg gesehen, und die Diebe beeilen sich, die Birnen und Äpfel von den Bäumen abzupflücken. In meinem ersten Vortrag habe ich euch über die Sanftmut und Demut gesprochen. Sie haben eine Beziehung zum reinen menschlichen Gedanken. Das bedeutet, dass ein Mensch, der keine Sanftmut und Demut hat, keinen reinen Gedanken haben kann. Jedem menschlichen Gedanken wird Nahrung nur durch eine Sanftmut und Demut gegeben, und außerhalb dieser Eigenschaften wird der Gedanke wie diesen der Tiere sein. Dieses Gesetz ist streng bestimmt. So ist es auch mit jedem Wunsch: ein Wunsch, der mit der lebenden Elektrizität und mit dem lebenden Magnetismus aufgezogen ist, ist ein Wunsch der Seele, und jeder Wunsch, der von dieser lebenden Elektrizität und dem Magnetismus nicht durchgedrungen ist, ist kein Wunsch der menschlichen Seele. Also, alle schlechten Gedanken sind außerhalb der Sanftmut und Demut aufgezogen; alle schlechten Wünsche sind außerhalb der lebenden Elektrizität und des lebenden Magnetismus aufgezogen. Und die Qual ist von dem unvernünftigen Leben des dummen Menschen aufgezogen. Betrachtet diese lebende Elektrizität und den Magnetismus als zwei größe, vernünftige Kräfte in der Welt. Die Qual ist das uneheliche physische Kind des Menschen, welches der Vater und die Mutter als ihres anerkennen müssen. Im Okkultismus ist die Fehlgeburt und das Töten von Kindern nicht erlaubt, d.h. man darf keinen Gedanken oder Wunsch töten, seien sie eigene oder fremde. Du kannst einen Gedanken oder Wunsch annehmen oder nicht, aber du hast kein Recht, diesen zu vernichten. Also jeder muss das machen, was er will. Niemand hat Recht weder dem guten noch dem bösen Menschen entgegenzuwirken und sie zu beeinflussen. Ich warne meine Schüler davor, dass sie nicht versuchen, weder mir entgegenzuwirken noch mich zu beeinflussen, weil ich handle und werde in der Zukunft auf dieselbe Weise handeln – ich werde euch weder entgegenwirken, noch beeinflussen. Ich stelle große Göttliche Gesetze dar, welche ihr, wenn ihr wollt, erfüllen werdet, wenn nicht, ihr werdet die Folgen tragen. Berücksichtigt, dass diese Gesetze, diese Kräfte, mit denen ihr in Verbindung tretet, beginnen werden, auf euch zu wirken, wenn euer Bewußtsein sich öffnet. Dieses Gesetz ist unvermeidlich. Ihr dürft keinerlei Schirme oder große Mützen tragen, um eure Köpfe vor der Sonne zu schützen, vor diesem lebendem Licht. Gewöhnt eure Köpfe an dieses lebenden Licht, geht barhäuptig! Berücksichtigt, dass eine seriöse Arbeit euch bevorsteht. Unter dem Ausdruck “seriöse Arbeit” verstehe ich eine Bewegung, ich meine, dass man gehen muss, man muss nicht an einer Stelle stehenbleiben. Ihr dürft nicht denken, dass ihr alt oder jung seid, aber ihr werdet denken, dass ihr Schüler seid, die lernen sollt. Ihr werdet das Leben so betrachten, wie jeder Schüler tut, wenn er eine Aufgabe zu lösen hat: er geht abends zu Bett, aber er behaltet in seinem Kopf den Gedanken, dass er morgens früh aufstehen muss, um die Aufgabe zu lösen, und er steht auf. Einige von euch haben noch einige, zum Beispiel zwei-drei Stunden zum Lernen, und dann werden sie einschlafen. Macht nichts – sie werden am nächsten Tag weitermachen. Wenn nicht in diesem Leben, in anderem Leben werden sie fortsetzen, und von dort, wohin sie gekommen sind. Jener Schüler, dessen Gedanke nicht konzentriert ist, wird sich den ganzen Tag mühen, um sich zu erinnern, worüber er den vorigen Tag gedacht hat, und er kann sich das nicht erinnern. Eine andere Situation: ihr werdet die Momente im Tag untersuchen, die der Sanftmut entsprechen, andere, die der Demut entsprechen, dritte – der Elektrizität, dem Magnetismus, der Trauer und der Qual. Alle polarisieren. Die Qual ist die stärkste, und die Trauer ist der Qual entgegengesetzt. Nun bemerken die gegenwärtigen Lehrer oft einen Widerspruch in den Schulen: der Mathematiklehrer kommt in die Klasse – alle Schüler sind gut gelaunt, weil dieses Fach in ihnen eine Elektrizität hervorruft. Nach dem Mathematiklehrer kommt der Chemielehrer, dessen Fach auch eine Elektrizität in Schülern hervorruft. Wegen der grossen Menge Elektrizität, die gesammelt ist, fühlen sich die Schüler schon ein bisschen nervös. Wenn ein dritter Lehrer kommt, dessen Fach wieder eine Elektrizität in den Schülern erweckt, werden die letzten noch nervöser und machen Skandale. Nein, die Fächer in den Schulprogrammen müssen so geordnet sein, dass ein Fach die Elektrizität erweckt, und das andere – den Magnetismus in den Schülern, d.h. ein Austausch der Fächer muss existieren. Das bemerkt man auch in der Natur – das Gesetz ist dasselbe. Zum Beispiel ein Sohn wird geboren – die elektrischen Einflüsse haben ihn geschaffen, also die Sanftmut, Elektrizität und die Qual sind in ihm. Eine Tochter wird geboren – die Demut, der Magnetismus und die Trauer haben sie geschaffen. Wenn jemand mich fragt, aus welchen Elementen mein Sohn geschaffen ist, werde ich antworten: „Aus Sanftmut, Elektrizität und Qual”, und über meine Tochter werde ich sagen: „Aus Demut, Magnetismus und Trauer.“ Deswegen leidet der Junge, und das Mädchen trauert. Wir müssen in unserer Arbeit danach streben, die Eintönigkeit zu vermeiden. Ich will euch nicht fromm machen, weil das eine eintönige Lehre ist. Heute begreift man den frommen Menschen als ein eingespanntes Pferd, das seitlich Deckel an seinen Augen hat und nur nach vorne sieht. Der fromme Mensch geht zur Kirche gleich nach dem Aufstehen, am Abend – wieder zur Kirche. Morgens zur Kirche, abends zur Kirche, und alle sagen über ihn: „Dieser Mensch ist fromm.“ In der Arbeit, die euch bevorsteht, werdet ihr unterschiedliche Bereiche nacheinander entwickeln. Zuerst werdet ihr euch mit dem unteren Teil des Gehirns beschäftigen – mit der unteren Vernunft des Menschen, den Auffassungen über die Natur, über alle Formen, Gestalten, Farben, Zahlen. Dann werdet ihr die höheren Formen der Vernunft hervorrufen – die Einbildungskraft, das Hören, die Überlegung, die Musik, die schöpferische Vernunft. Zuletzt werden wir die Liebe zum Gott, zu den Menschen und Tieren hervorrufen. Wir werden noch das Gefühl von Glauben und Hoffnung, Freundlichkeit, Geselligkeit und Freundschaft hervorrufen,aber nicht in diesem Sinne, in dem man sie jetzt versteht. Wir werden noch das Gesetz der Gerechtigkeit – die Erfüllungskräfte hervorrufen, von denen die Zerstörung stammt, d.h. die Erfüllungsseite des Lebens. Natürlich ist das schwierig, denn wenn wir nun die Musik hervorrufen, werdet ihr alle sie nicht verstehen können. Einige von euch haben ein stark entwickeltes musikalisches Gefühl, und die Auffassung zur Sanftmut und Demut sind schwach entwickelt. Warum hat Christus gesagt: „Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig“? Der demütige und sanftmütige Mensch kann leicht alle Hindernisse in der Welt bewältigen. Eine natürliche Methode zur Selbsterziehung ist, dass ihr die Lage des hungrigen Menschen einnehmt. Wenn es so ist, denkt nicht, was ihr in der Vergangenheit gegessen habt. Es ist nicht wichtig, wie ihr jahrelang gegessen habt. Ihr habt in der Vergangenheit sehr gut gegessen können, aber es ist wichtig, wie ihr heute esst. Wenn ihr euch nicht gut esst, werdet ihr euer Leben verlieren. Im Okkultismus ist der gegenwärtige Moment wichtig. Nun werde ich euch mit der Lebenden Natur verbinden und wisst ihr, was danach euch passieren wird? Ich werde euch ein Bild beschreiben: zu einem sehr reichen und gelehrten Physiker aus Europa kam ein Räuber, mit dem Ziel, diesen zu berauben. Der Phsiker hatte in seinem Laboratorium zwei Walzen, mit denen er Versuche mit der Elektrizität machte. Als er die Absichten des Räubers begriff, gab er ihm die zwei Walzen in den Händen und sagte: „Halte sie ein bisschen, bis ich meine Versuche mache, und dann mache, was du willst!“ Der Räuber nahm die Walzen, der Physiker setzte Strom in Gang, und jener begann stark zu springen. „Lass sie!“ – sagte der Wissenschaftler. „Ich kann nicht.“ Der Physiker fragte ihn: „Versuchst du ein andersmal gelehrte Leute zu …?“ Nun, wenn ihr kommt, um mich zu berauben, werdet ihr unter Walzen springen. Die organische Natur ist so klug, dass bis jetzt keiner Mensch existiert, der sie in ihren Methoden täuscht. Und in der Zukunft wird keiner Mensch entstehen, der sie lügen kann. Deshalb nenne ich die organische Natur die beste Mutter. Wenn ihr auf sie hört, wird sie euch eine solche Lehre geben, welche ihr nie gehabt habt. Wenn ihr ihre Regeln verletzt, werdet ihr spüren, wie sie ihre Kinder erzieht. Ich werde euch noch eine Formel geben: ihr werdet denken, dass alles in der Welt lebendig ist. Ich werde euch das Wort lebendig erklären. Wenn ihr das Bild eines großen Malers betrachtet, ich frage euch, ob dieses Bild lebendig ist? Ja, es ist lebendig, ich sage euch. Aber ihr werdet mir sagen, dass es sich nicht bewegt. Nehmt an, dass ihr einen Baum habt, gepflanzt im Boden und die Luft um ihm sehr ruhig ist, es gibt kein Lüftchen, und deshalb bewegen sich seine Blätter gar nicht. Wenn ihr seht, dass es bei diesem Baum keinerlei Bewegung gibt, was würdet ihr über ihn sagen - dass er nicht lebendig ist, nicht wahr? Deshalb ist das Bild so lebendig wie der Baum in diesem Zustand. In der Zukunft werden die Maler keine Leinwände brauchen. Ich kann vor euch ein lebendiges Bild projizieren und es eine, zwei, zehn Stunden oder zwei Tage lassen, und danach es wird verschwinden. Gibt es ein Widerspruch, ein Zweifel daran, dass es da war? Es existierte, aber nach einiger Zeit trage ich es zu einem anderen Ort. Also, ein Maler, der ein Bild malen wird, kann es dort projizieren, wo er möchte. Habt ihr gesehen, wie die Blumen sich färben, wie ihre Farbe allmählich während ihres Wachstums formiert wird? Bemerkt, dass Farben, künstlich geschaffen von den Menschen, verbleichen und von der Sonne zerstört werden, und diese, welche die Natur geschaffen hat - je mehr die Sonne sie brennt, desto schöner sie werden, weil sie lebendig sind. Je mehr ein Maler über die Blume denkt, die er schafft, desto ist sie lebendiger, aber wenn er über sie nicht mehr denkt, verschwindet sie. Die erste Anforderung für einen okkulten Schüler ist, dass er eine starke Einbildungskraft hat. Ohne Einbildungskraft kann er nichts machen, deshalb muss er sie entwickeln. Ich werde euch eine Methode geben, die ihr praktizieren müsst, um eueren Gedanken zu konzentrieren: wenn jemand von euch zerstreut ist und sich konzentrieren will, soll er eine Nadel nehmen und sie ein halbes Zentimeter in seine Hand stecken. Wenn es ihm stark weh tut, wird er beginnen, über seine Hand zu denken, und die Zerstreutheit wird verschwinden. Wenn du zehn Male die Nadel in deine Hand steckst, bis sie blutet, wird der unterbewußte Mensch in dir sagen: „Man soll nicht zerstreut sein.” Die Unglücke, die heute in den Gesellschaften existieren, sind nämlich solche Nadeln, welche die Natur in eure Köpfen steckt, damit sie richtig denken, und in euren Herzen, damit sie zu ihren Plätzen kommen. Indem diese Nadel in dich gesteckt wird, zwingt sie dich, dass du über das Wesentliche denkst. So, viele Leute, die zum Schlachtfeld gegangen sind, sind schon mit einem zurechtgerückten Verstand und Herzen gekommen. Euer Besuch ist schon zu Ende, und nun frage ich euch, ob ihr gehen oder bleiben werdet? Wer geht, werde ich ihm eine Empfehlung geben, dass er zu einer anderen Stelle zu Besuch geht, und wer bleibt, ihm wird eine Arbeit gegeben werden. Nun fragt ihr euch, welche ernste Arbeiten euch gegeben werden. Man wird euch sehr angenehme Arbeiten geben, und zwei von ihnen werden angenehm sein, und eine – unangenehm. Jetzt will ich von euch allen, dass ihr sanftmütig und demütig seid. Sanftmut und Demut, wie auch ein Streben nach der Absoluten Reinheit – das ist der Sinn des Lebens. Ohne diese Reinheit könnt ihr keinen Schritt nach vorne machen. Zuerst sollt ihr eure Mängel herausziehen und sie korrigieren. Versteckt eure Gebrechen nicht, zwingt uns nicht, dass wir nach diesen suchen. Also, wenn ihr einen Nutzen ziehen wollt, werdet kühn und entschlossen in sich selbst sein, damit ihr eure Mängel herausziehen könnt, ohne ihr diese große Meinung über euch selbst haltet, was ihr nun habt. Ihr werdet zehn Grade nach unten gehen! Alle Schüler, die Mängel in eurem Kopf, Herzen oder Körper habt, werdet euch sie klar vorstellen. Und die schwierigste Sache ist, dass der Mensch seine Mängel herauszieht. In Amerika war ein berühmter Professor der Beredsamkeit, Silva Nea, zu dem Menschen gingen, wenn sie ein Studium der Beredsamkeit abgeschlossen hatten, mit einer Würde, dass sie sprechen wissen. Wenn sie von diesem Professoren weggingen, fühlten sich alle wie gebrüht, weil er rücksichtslos schlechte Noten gab. Die ganze Kunst dieses Menschen bestand darin, dass er ihnen die Wahrheit direkt sagte. Einer kam vor ihm, begann zu deklamieren, aber der Professor sagte zu ihm: „Komm, komm zu mir!, und sie begannen auszusprechen. „Nun verstehe ich dich, beginn wieder!“ „Warte, ich verstehe dich nicht, komm, komm!“... Und deklamiert nicht, sondern sagt mir eine einfache Wahrheit ohne keinerlei Ergänzungen, stellt sie in ihrer Klarheit dar, damit sie sich abzeichnet. Ich will, dass ihr alle natürlich seid, und deshalb sage ich: der Okkultismus ist eine solche Schule, dass wer in sie eintritt, geht sehr schlicht heraus. Wer hierher kommt, sagt zuerst: „Ich habe eine besondere Meinung darüber, ich denke so, anders denke ich, so verstehe ich Gott usw.“ Gut Freund, du denkst so oder anders, aber deine Arbeiten sind nicht in Ordnung, du bist kein gesunder Mensch, du hast Mängel. Das ist eine falsche Lehre. Gott will nicht, dass wir falsch denken und fühlen – das ist unsere Arbeit, sondern nicht von Gott. „Gott hat mich so geschaffen“ – sagt jemand. Gott hat dich nicht so geschaffen, und du hast dich selbst geschaffen. Wir haben soviele Putze auf das geklebt, was Gott geschaffen hat, dass wir eine lange Zeit sie lösen müssen, bis wir das Göttliche finden. Bei den gegenwärtigen Leuten können viele Tugenden nicht gleich bemerkt werden, aber es gibt äußere Merkmale, nach denen sie gesehen werden können. Zum Beispiel ist die Ehrlichkeit einiger Leute mit zwei Strichen an der Stirn ausgedrückt, und mit einem Strich in der Mitte – die Gerechtigkeit. Diese Striche, wie auch die Striche der Liebe, sind bei einigen Leuten so glatt, dass man über solche sagt, dass sie dem Mond ähnlich sind. Das nenne ich „dschungur-lungur-puk“, d.h. dicke Leute und nichts anderes. Also, wir werden uns bemühen, eine Einfachheit und Harmonie in unseren Umgangsformen zu schaffen. Zwischen mir und euch sollen schlichste, natürlichste Taten und Umgangsformen existieren. Jede Geste der Hand, des Kopfes soll nach regelmäßigsten Formen streben. Zum Beispiel, eine Hand, gerichtet nach vorne, und die Faust geballt, als ob sie jemanden stäche, drükt eine Bewegung des Bösen aus. Eine richtige Bewegung ist, wenn du die drei Finger der Hand zusammenziehst, und der Daumen und der Zeigefinger in Form von einem Rädchen stellst. Warum ist diese Bewegung richtig? Sie bedeutet die Schlange, die ihr Opfer gefangen hat; sie ist ein Kreis, eine Bewegung, in der es keine Gefahr gibt. Wenn das Rad sich öffnet, beginnt ein Zischen, und die Schlange sagt: „Vorsicht, weil ich dich beißen kann!“ Also, wenn ein Schüler sich ärgert, zeig ihm deine Hand, auf diese Weise zusammengezogen. Und was macht ihr? Ihr zeigt ihm eine Ohrfeige. Das ist keine okkulte Bewegung, das ist eine Bewegung der schwarzen Zauberer. Wenn ein Bursche eine Magd an der Hand fasst, das ist eine Bewegung der schwarzen Zauberer. Jemand gibt Geld einem Armen, und indem er an ihm vorbeigeht, gibt er es grob. Nein, gebt Geld den Bettlern und erweist ihnen Ehre. Alle diesen schlechten Gestalten und Bewegungen, gesammelt in unserem Verstand, rufen die jeweiligen Kräften hervor, die die Harmonie der entsprechenden Zentren zerstören, infolgedessen wird eine bestimmte Disharmonie geboren. Wir sollen plastische Bewegungen haben, und wir werden sie bekommen, indem wir uns in einem Spiegel beobachten. Mit diesen plastischen Bewegungen werden wir die verlorene Harmonie wiederherstellen. Ihr könnt eure Kinder nicht erziehen, wenn ihr nicht harmonisch handelt. Ihr seid sehr schlicht, nicht wahr? Beleidigt euch nicht, wenn ich euch sage, dass ihr schlicht seid. Heute habe ich euch eine regelmäßige Bewegung gezeigt, und andermal werdet ihr eine solche Bewegung machen und über sie denken. Schützt euch vor schlechten Nachahmungen in eurem Leben. In einem Gebiet von Amerika lebte ein evangelischer Bischof, der seinen Kopf ein bisschen schief hielt, und eine von den Schultern – mehr erhoben. Alle Prediger aus seinem Gebiet ahmten ihm nach, indem sie auch ihren Kopf ein bisschen zur Seite hielten. Heute sind alle schlechten Gewohnheiten immer eine Nachahmung den schlechten Gewohnheiten eines Bischofs. Ich verstehe das Wort Bischof nicht in seinem direkten, sondern in dem übertragenen Sinn, weil der Vater ein Bischof im Haus ist, und die Mutter – eine Bischofin. Die erste Sache, die ihr braucht, ist, dass ihr gut eure Einbildungskraft entwickelt, damit die Dinge sich in euch stark abzeichnen. Wenn man euch etwas sagt, wird es gleich notwendig sein, dass ihr das sofort in eurem Kopf projezieren könnt. Ohne eine Einbildungskraft könnt ihr nichts in der okkulten Wissenschaft erreichen. Denkt, dass ihr in einer weiten Welt lebt und allein in dieser seid. Wenn ihr traurig werdet, stellt euch vor, dass ihr inmitten der Menschen seid. Wenn die Leute euch lästig werden, denkt, dass ihr allein seid. Ich will nicht, dass ihr alles von mir erwartet, schützt euch vor dieser Illusion. Ich werde euch mit der folgenden Formel erklären, was für Göttliches Gesetz das ist: Wenn das Weizenkorn in die Erde gestellt wird, muss es diese Energie zeigen, welche in seiner Seele versteckt ist. Welche sind die Bedingungen für diese Erscheinung? Das Licht und die Wärme, die von oben kommen; auch die Feuchtigkeit und der Regen. Wenn das Weizenkorn diese Bedingungen hat, beginnt es zu wachsen. Ich wende auch für euch die Gesetze der okkulten Lehre an, weil auch in ihnen alle Möglichkeiten existieren, die notwendig für eure Entwicklung seid. Die Wärme und das Licht kommen von Gott, und die Feuchtigkeit ist das Leben, und es steht uns bevor, diese äußeren Bedingungen zu benutzen. Der Boden, das ist unserer Körper, in dem das Weizenkorn, d.h. unsere Seele gesät ist. Die Wärme – das ist die Liebe, das Licht – das ist die Göttliche Wahrheit, und die Weisheit wird durch den Prozess des Wachsens dargestellt. Das ist der Weg, auf dem die richtigen Bewegungen im Körper durchgeführt werden. Vergleicht diese Lehre, über die ich euch spreche, mit anderen Lehren nicht und sprecht gar nichts über sie draußen. Warum sollt ihr nicht sprechen? Bis ihr das nicht erprobt, was ihr lernt, warum werdet ihr es anderen Menschen erzählen! Gewinnt Erfahrung, Ergebnis, und dann werdet ihr die Kraft haben, den anderen Menachen über sie zu ezählen. Wer gern erzählt und ein Geheimnis nicht bewahrt, werde ich ihn nach allen Regeln des Okkultismus fangen. Die Bulgaren sagen: „Wer viel spricht, tut wenig.“ Ihr seid auch von diesen Helden. Im Altertum lebte ein König, der Bärenohren hatte. Wenn ein Barbier kam, der ihn rasierte, wurde er beim Hinausgehen getötet, damit er nicht erzählt, dass der König Bärenohren hat. Eines Tages kam ein Barbier, den König zu rasieren, aber nachdem er seine Arbeit beendet und verstanden hatte, was mit ihm geschieht, begann um Gnade zu beten, indem er versprach, dass er niemanden das sagen wird, was er im Palast gesehen hatte. Der König bedauerte und befreite ihn. Der Barbier floh nach einem entfernten Gebiet, damit er sicher war, dass er niemandem nichts erzählen wird. Lange Zeit bewahrte er das Geheimnis, aber er quälte sich so viel, dass er in den Wald ging, ein Loch grub und rief stark in ihr: “Der König hat Bärenohren!“ An dieser Stelle wuchs eines Tages ein großer Baum, von dem ein Schäfer eine Pfeife machte. Wenn er zu pfeifen begann, hörte man eine Stimme: „Der König hat Bärenohren.“ So werdet ihr einen Loch machen und in ihr rufen: „Der König hat Bärenohren.“ Wo und was werdet ihr erzählen, das ist gleichgültig für mich, aber für euch ist es nutzlos. Versuche, Versuche braucht ihr! Diese Lehre hat innere, reale Erlebnisse, die ihr durch Versuche probieren sollt. Also, ich will nicht, dass ihr sagt, dass das, jenes eine Täuschung ist. Wer sich nicht täuschen möchte, soll er in die Welt eintreten – dort gibt es keinerlei Täuschungen. Das ist eine Mahnung, weil ihr jetzt mir zu Besuch seid, und die Regeln der Höflichkeit erlauben nicht, dass man seine Gäste schlägt. Wenn der Schüler aus der Okkulten Schule einen Fehler macht, ist das größte Strafe für ihn, dass alle schweigen, und dadurch entlarven sie ihn. Eine andere Regel für den Schüler: er soll ehrlich zu seinem Geist, ehrlich zu seiner Seele und ehrlich zu sich selbst sein, oder gesagt auf eure Sprache, ehrlich zu seinem Vater, zu seiner Mutter, zu seinen Brüdern und Schwestern. Die beiden Elemente – der Vater und die Mutter seht ihr nicht, sie sind oben, und nur eure Brüder und Schwester bleiben, die ihr hier auf der Erde seht. Zum nächsten Mal möchte ich, dass jemand von euch etwas über das Knochensystem schreibt, über das Skelett, ein anderer über die Funktionen des Herzen und des Blutkreislaufes, und dritter – etwas über das Verdsauungsystem. 19 Februar 1920, 19 Uhr, Sofia
  10. Erläuterungen zum Okkultismus, Spiritismus, zur Theosophie, zum Mystizismus und Christentum Wenn eine bestimmte Kraft, die in der Natur existiert, kein Verhältnis zu unseren Sinnen hat, kann sie mit ihnen nicht reagieren. Vermutet, dass ihr bei blinden Menschen seid und ein Streichholz anzündet. Existiert das Licht des letzten für sie? Nein. Also jede Kraft, die in unserem Leben arbeitet, wenn wir sie nicht wahrnehmen können, d.h. wenn wir das Licht dieser Kraft nicht wahrnehmen können, können wir auch sie selbst nicht verstehen. Der Blinde kann das Streichholz berühren und sagen: “Das ist ein Streichholz.“ Er kann denken, dass er versteht, was ein Streichholz ist, aber er hat eigentlich nichts verstanden. Es ist wirklich ein Streichholz, aber in ihm gibt es etwas Wesentlicheres – das Licht. Wenn eure Augen das Licht wahrnehmen können, öffnet ihr ein Buch, lest und versteht das Geschriebene in ihm. Also, wenn ihr zu den okkulten Kräften kommt, muss jede von ihnen gefasst und in die Arbeit eingespannt werden. Ein Schüler, der zweifelt und sagt: „Beweise, dass diese okkulte Kraft wirklich existiert!“, ist kein Schüler. In der okkulten Schule gibt es keinerlei Diskussionen und Streite. Sie ist keine Schule zum Prüfen von Tatsachen und Wahrheiten. Wir beschäftigen uns nicht mit toten Wahrheiten, sondern mit den lebenden Wahrheiten der Welt. Der Spiritismus zeigt eine Bewegung des Geistes. Er ist der Embryo der Dinge, etwas Ungestaltetes. Damit ihr den Spiritismus begreift, sollt ihr diesem Embryo Bedingungen schaffen, damit er durch alle Phasen der Entwicklung und Gestaltung geht. Also, der Spiritismus ist eine ungestaltete Lehre. Die Theosophie ist eine Lehre zum Beilegen der Widersprüche in der Welt. Sie ist eine Wissenschaft zur Versöhnung des Mannes mit der Frau, nichts mehr. Wenn ich sage, dass der Mann sich mit der Frau versöhnen soll, meine ich, dass der Mensch sich mit dem Gott versöhnt.Jener, der denkt, dass er Theosoph ist, muss dieses Gesetz wissen, wie er sich mit diesem versöhnt, den er hasst. Ein Widerspruch zwischen dir und Gott existiert – du musst ihn beilegen! Wenn du das nicht machen kannst, bist du kein Theosoph. Wir, die gegenwärtigen Leute, mit unserem kritischen Verstand, sind jenem bulgarischen Herren ähnlich, der sehr geizig war.Er rief einen Schneider, um ihm Kleider zuzuschneiden, aber weil er wusste, dass die Schneider oft stehlen, saß er ständig bei ihm und beobachtete, wie er zuschneidet, damit dieser ein Stück aus dem Stoff nicht für sich nimmt. Aber indem der Schneider einen so schönen Stoff sah, schnitt er ein großes Stück und sagte: „Das ist für Sankt Nikolaus“ und warf es hinaus. Der Herr rief: “Was machst du?!” und ging, das Stück zu nehmen, in dieser Zeit schnitt der Schneider ein anderes größeres Stück und stellte es unter sich. Ich sage: wir, die kritisieren und streben danach, dass man uns nicht lügt, bleiben immer betrogen. Jemand wird für Sankt Nikolaus ein Stück werfen, und wenn wir es nehmen gehen, wird er ein anderes größeres Stück für sich verstecken. Und wir denken, dass niemand uns belügt hat. Der Mystizismus ist kein Gesetz zum Steigen, sondern ein Gesetz zum Hinuntergehen. Der Mystiker steigt nicht, sondern er geht zum Gott in sich selbst. Er ist darum gefährlich, weil er beim Hinuntergehen nicht weiß, wie er hinutergehen soll, und kann fallen und verkrüppeln. Nun über den Okkultismus: ich vergleiche ihn mit den gegenwärtigen Naturwissenschaften. Der Okkultismus ist eine Wissenschaft zum Erlernen der Erscheinungen der Erde, zum Erlernen des Unsichtbaren, und nicht des Sichtbaren. Er beschäftigt sich nicht mit den formlosen Welten. Das, was in sich selbst geformt ist, was eine Form, einen Inhalt und Sinn hat, das ist ein Bereich des Okkultismus. Also, wo werden wir das Christentum stellen? Denkt ihr, dass es eine Wissenschaft ist? Replik einer Schwester: Ich bitte um eine Erklärung. Machen Sie einen Unterschied zwischen dem Christentum und dem Okkultismus? Ist das Geschriebene im Evangelium dieselbe Lehre wie den Okkultismus? Erforscht die Natur so, wie sie ist. Im Okkultismus gibt es keine Moral. Er erlernt die Dinge so, wie sie sind – als reine Tatsachen. Replik: Also das Christentum ist unterschiedlich? Der Okkultismus ist eine Wissenschaft zum Kennen der Naturkräfte, ihres Gebiets, ihrer Handlungsart und Anwendung. Der Okkultist ist ein Mensch Realist; er glaubt nicht, sondern er geht nur mit der Natur um, mit den materiellen Dingen.Der Mystiker lebt immer mit seinem Herzen, er spürt seine Vibrationen und alle Zustände, durch die es geht. Nach dem christlichen Sinn kann sowohl der Mystiker als auch der Theosoph, als auch der Spiritist ein Christ sein. Aber wenn wir das Gebiet des Geistes im weiten Sinne behandeln, in seinen Verzweigungen, das ist schon Spiritismus. Die Gefahr beim Spiritismus besteht darin, dass die Leute andere Keime in sich haben, die eigentlich ihnen Schaden zufügen. Aber wir werden nun das beiseite lassen, was die Kritiker über ihn sprechen.Der Spiritismus ist eine Bewegung; die Theosophie ist eine Beilegung der Widersprüche; der Mystizismus ist ein Hinuntergehen, und man kann noch sagen, dass er ein Gesetz zur Arbeit ist; der Okkultismus gibt alle Formen, nach denen wir auf der Erde leben können, er ist die einzige Wissenschaft, die uns lernt, wie wir leben sollen, und die uns von allen Unglücken retten kann; und das Christentum ist eine Wissenschaft zum Liquidieren vom Karma, zur Auszahlung der alten Schulden. Wenn wir den Vers aus dem Evangelium sehen, welcher sagt, dass Christus die Sünden der Welt ertragen hat, das bedeutet, dass Er ihre Schulden bezahlt hat. Was ist das Christentum? Das ist, dass man weiß, die Schulden der Leute zu bezahlen. Und wer kann Schulden bezahlen? Nur der Reiche. Also, der Reiche kann ein Christ sein, und der Arme kann solcher nicht sein. Replik: Und das Versprechen, dass Christus bereichert? Es ist ein Kredit für die Christen, für diese, die Christus kreditiert. Sie sind Kaufleute mit einem fremden Kredit. Die gegenwärtigen Menschen sind Christen, weil Christus ein Christ ist. Die Theosophie ist eine Wissenschaft zur Versöhnung der Geschlechter, und das Christentum - zur Annäherung und Vereinigung der letzten. Das Christentum, in seinem inneren Sinn, ist eine Wissenschaft zur Vereinigung des Geistes mit der Seele. Das, was man jetzt predigt, ist kein Christentum, es soll eine Veränderung ertragen.Wenn das Christentum so wäre, wie wir es begreifen, würde die Welt ein anderes Aussehen haben. Aber wir werden diese Frage nicht besprechen, weil sie zu unserem Gebiet nicht gehört. Jetzt werde ich euch fragen, habt ihr erfahren, was eine Qual ist? Wir werden mit ihr beginnen. Wir werden alle anderen Wissenschaften aus dem Standpunkt der Qual behandeln – die Theosophie, der Mystizismus usw. Ich werde über sie auch eine andere Erläuterung geben. Die Theosophie hat sieben Arten zur Behandlung.So haben der Okkultismus und der Mystizismus auch ihre äußere und innere Seite. Die Theosophische Gesellschaft begreift nun nur die äußere Seite – die Organisation. Die Theosophie bereitet jene Formen vor, die eine Anatomie der Theosophie genannt werden können.Das Christentum ist durch die erste Phase der Entwicklung gegangen, und nach den vergangenen zwei tausend Jahren begann die Anatomie des Christentums sich zu entwickeln. Ob der Sohn vom Vater stammt oder nicht, und was für Streiten gab es noch an den ökumenischen Kirchenversammlungen. Und nun besteht das Christentum darin, dass wenn ein Christ euch begegnet, fragt er: “Glaubst du an die drei Gesichter von Gott?“ „Ich glaube.“ „Also, du bist Christ!“ Aber ich frage euch: „Wenn du an die drei Gesichter von Gott glaubst, was verstehst du davon?“ Ich werde es euch erklären: das zweite Gesicht von Gott ist das Gesicht der Liebe. Der Mann und die Frau, alle Leute sollen nach diesem zweitem Gesicht suchen – die Liebe. Und wenn man sagt, dass Gott drei Gesichter hat, sprechen die Leute auch unverständliche Wörter. Die größen Lehrer, die darüber geschrieben haben, hatten sehr klare Ansichten zur Frage, aber ihre Schüler haben die Lehre entstellt.Der Spiritismus ist auch eine Lehre, die von der Weißen Bruderschaft gekommen ist, aber die Schüler haben auch ihn befleckt. Die Theosophie ist eine andere Lehre, auch von oben geschickt, welche die Schüler auch so befleckt haben. Der Okkultismus ist eine Lehre, auch von der Weißen Bruderschaft gegeben, aber in ihm gibt es auch schwarze und weiße Okkultisten. Der Mystizismus ist auch verdorben, das Christentum ist auch verdorben. Ich soll klar sein: wenn ein Priester oder Bischof das Gewand anzieht, die Stola und die Krone nimmt, jemanden traut und sagt: „Bezahl mir soviel“, ich nenne ihn einen schwarzen Zauberer. Der weiße Zauberer arbeitet, ohne man ihm bezahlt. Wenn eine Magd schöne Kleider anzieht, mit der Absicht, einen Burschen zu verwirren, sie ist auch ein schwarzer Zauberer. Wenn ein Bursche sich schmückt, um eine Magd zu verwirren, er ist auch ein schwarzer Zauberer. Wenn ein Jurist oder Richter das Gesetz benutzt, damit er einen beschuldigt, er ist auch ein schwarzer Zauberer. Also, sowohl die Okkultisten, als auch die Theosophen, die Mystiker und die Christen sollen in weiße und schwarze getrennt werden. Jemand wird sagen: „Ich bin Theosoph.“ Aus welchen – aus den weißen oder aus den schwarzen? “Aus den weißen.” Wir können uns dann verstehen. “Aus den schwarzen.” Ich habe eine besondere Meinung. Was davon, dass ihr Spiritisten, Theosophen, Mystiker oder Christen seid – wenn ihr von den schwarzen seid, ist die Welt voll mit solchen. Die zwanzigsten Millionen, gefallen im diesen Krieg, zeigen, was für ein das heutige Christentum ist. Ich sage nicht, dass das Christentum selbst Schuld hat, die schwarzen Christen sind schuldig. Wir brauchen ein richtiges Verstehen vom Okkultismus: bis zum Grund der Qual herunterzugehen, weil es in ihm keine Spaltung, sondern eine Vereinigung gibt. Die sündigen Menschen sind sündig, weil sie nicht gelitten haben, und die gerechten sind gerecht, weil sie gelitten haben. Wenn ihr mir sagt, dass es ein Widerspruch in dem gibt, was ich euch spreche, werde ich euch sagen, dass Christus an eine Stelle sagt, dass er am Ende des Jahrhunderts die bösen Geister und ihre Söhne zur ewigen Qual schicken wird, er wird sie zum Grund der Hölle schicken, damit sie sich quälen. Warum? Nämlich weil sie sich nicht gequält haben. Die bösen Menschen quälen sich nicht, die guten quälen sich. Ihr habt gearbeitet und Geld gewonnen, der Böse kommt und beraubt euch – er quält sich nicht. Wenn ihr nicht entscheidet, euch zu quälen, werde ich euch halten, wisst ihr für wen? Für die schwarzen. Über diese, die nicht leiden, ist geschrieben, dass sie in der Zukunft zur Stelle der Qualen gehen werden. Ihr könnt lange hin und her überlegen, aber ihr werdet dorthin gehen. Die erste Regel für einen Schüler, der ein Okkultist werden will, ist, dass er nicht denken soll, dass die anderen seinen Verstand hindern, aber dass er sich selbst hindert. Die Welt ist so groß, dass es für alle einen Platz gibt. Dann muss er nicht denken, dass jemand sein Herz stören kann, weil die Welt der Gefühle so groß ist, dass es für alle einen Platz gibt. Mit anderen Worten, die erste Regel bei dieser Lage des Schülers ist die Qual. Er soll denken, dass niemand seinen Verstand beeinflussen kann und ihn entstellen; dass niemand sein Herz in einer oder anderen Richtung beeinflussen kann, weil die Welt groß ist. Dieser Gedanke ist euch nicht klar, nicht wahr? Ein Gedanke kann klar sein und nur dann einen Einfluss ausüben, wenn wir zum gleichen Niveau kommen, auf dem dieser steht, der den Gedanken ausspricht. Wie wirkt das Gesetz der Äußerung? Damit jemand, Guter oder Böser, euch beeinflusst, soll er euch zum gleichen Niveau stellen – nur dann kann er euch beeinflussen.Also, bis ihr euren Verstand in der Grenzlosen Welt haltet, wo das Göttliche Gesetz wirkt, seid ihr frei, unversehrt; wenn ihr denkt, dass jemand euch beeinflussen kann, seid ihr nach unten von dieser Welt gegangen. Wenn der Diener denkt, dass sein Herr ihn einschränkt, hat er sich selbst schon mit diesem Gedanken eingeschrenkt. Ihr geht durch die Straßen mit zerrissenen Kleidern, begegnet einem bekannten Adliger oder Reichen, und er geht an euch vorbei,begrüßt euch nicht, und ihr sagt zu sich selbst: „Weil ich ein Armer bin, begrüßt niemand mich!“ Ich frage, wenn er euch begrüßt, wird er euch etwas verleihen? Nichts, er wird euch nur ein bisschen kitzeln. Wenn jemand euch sieht und lächelt, was werdet ihr von diesem Lächeln gewinnen? Nichts, das sind Illusionen des schwarzen Zauberers. Wenn der Mensch sich lächelt, muss er tief in seiner Seele fühlen, dass Gott in diesem Moment da ist. Was sollen wir von einem Lächeln verstehen? Wenn wir lächeln, sollen wir von unserem Lächeln zufrieden sein. Ob die Leute sich auf unseres Lächeln freuen werden, das ist unwichtig, wir selbst müssen mit ihm zufrieden sein. Wenn wir finster sind, soll wieder dasselbe Gesetz wirken. In der okkulten Schule muss das Runzeln nach allen Regeln verwirklicht werden, du sollst in ihm auch die Anwesenheit des Gottes fühlen. Denkt ihr, dass wenn ich einen sehe, der gehängt wird, lächeln werde? Nein, ich werde runzeln, ich werde den Gott und die Engel aufrufen und sagen, dass das was geschieht, nicht richtig ist – nicht, dass die Tatsache unrichtig ist, aber diese Menschen haben falsch das Göttliche Gesetz verstanden. Man hat den Menschen nach irgendeinem Artikel aus irgendeinem Gesetz verurteilt – na ja, ich bitte euch, wo ist die Autorität dieses oder überhaupt aller anderen Gesetze? Sie müssen ewig, unverändert sein. Im Okkultismus kann man einen Menschen strafen, aber nur dann, wenn er selbst das möchte – er muss selbst einen Antrag stellen, dass man ihn straft. So lautet der Okkultismus. Ich werde einen Gedanken hinzufügen: einige sagen, dass wir die Tiere nicht quälen dürfen, aber wisst ihr, dass viele von den Tieren selbst wollen, gequält zu werden, damit sie sich entwickeln? Also, wenn man sagt, dass man die Tiere nicht quälen darf, wir müssen verstehen, diese von ihnen nicht zu quälen, die nicht gequält werden wollen.Aber wenn wir diese von ihnen nicht quälen, die gequält werden wollen, verlangsamen wir ihre Evolution. Viele Hühner, gegessen von euch, sind vorangekommen, aber ihr kommt nicht voran. Also, wir werden dem Huhn sagen sollen, der gequält werden will, damit er vorankommt: „Leider kann ich dich nicht schlachten, weil ich den Weg meiner Evolution nicht unterbrechen will, aber denn du willst dich unbedingt entwickeln, finde einen anderen, der dich schlachtet und isst.“ Ein Schüler, der in einer okkulten Schule eingetreten ist, darf niemanden quälen. Er darf Qualen verursuchen, aber nur sich selbst – er darf bis zum Grund der Qual gehen und sie prüfen, und wenn er zur Erde zurückkehrt, soll er nach dem Gesetz arbeiten, welches er gelernt hat. Deshalb sage ich, dass ihr euch nicht gegensеitig quälen dürft. Ein Freund hatte mir eine Anekdote über sich selbst erzählt: er war sehr empfindasam und mit schönen Regungen in seiner Seele, er wollte gut mit den Menschen leben, aber wenn er aus Ausland kam und die Bulgaren traf, begannen sie ihn zu spötteln. Dann begann er über ein Mittel zu denken, mit dem er sich beherrschen kann. Deshalb warb er zwei Lastträger, damit sie ihn beschimpfen: er saß bei ihnen und ertrug alle Schimpfwörter von ihnen, mit der Hoffnung, dass er auch die Schimpfwörter der anderen ertragen kann. Aber nachdem er einige Tage das gemacht hatte, dachte er: „Warum soll ich Lastträger werben, dass sie mich beschimpfen, wenn es in der Gesellschaft so viele Lastträger gibt?! Diesen bezahle ich und jenen werde ich nicht bezahlen.“ Alle Unannehmlichkeiten, die unter euch geschehen, sind ein Wohl nach der Okkulten Wissenschaft. Wenn ihr Mißverständnisse habt, strebt danach, sie beizulegen, aber nicht auf eine künstliche Weise. Ich weiß über Fälle, wenn zwei Menschen sich sammeln, küssen sich und sagen: „Wir sollen uns versöhnen!“, aber wenn sie draußen gehen, beginnen sie sich wieder herauszureden. Das ist keine Weise zur Ergebenheit. Die Ergebenheit muss drinnen in euch geschehen. Seid ihr bereit zu sagen: „Die Welt ist groß für meinen Verstand und für mein Herz, ich werde die Qual in ihren allen Formen annehmen“, wenn ihr den Grund der Qual erreicht habt? Das ist der wichtigste psychische Moment. Ich möchte, dass alle Schüler eine günstige Atmosphäre schaffen, wenn sie nach Hause kommen. Dieser Abend ist der letzte Donnerstagsabend. Replik: Wir haben noch einen Donnerstag. Der nächste Donnerstag ist dann der letzte. Ich nehme keinen Besuch mehr an. So machen die Beduine: ihr könnt drei Tage Gäste von ihnen sein, aber am vierten Tag werden sie euch eine Arbeit geben – entweder werden sie euch zum Acker schicken oder eine Kuh zum Züchten geben. Ich meine, dass diese Regel ausgezeichnet ist. Wer in unserer Schule bleibt, wir werden ihm eine Arbeit geben – entweder werden wir ihn zum Weinberg schicken, oder eine Kuh ihm geben, oder er wird Schreiber sein, oder Bürodiener (auch solche werden da sein). Dann, eine andere Regel: Was man hier spricht,in der Schule, soll man nicht draußen sprechen! Ihr könnt es erzählen, aber ich bin nicht für die Folgen verantwortlich. Sprecht über eine Lehre nicht, bis ihr sie nicht erprobt. Sonst wird das die größte Dummheit sein, die ihr machen könnt. Erprobt diese Regel, weil ihr noch nicht wisst, ob sie richtig ist. In England gibt es eine Kommission von Experten, die die Waren prüft, welche die Fabrikanten produzieren, und die Kaufleute verkaufen.Und nur wenn die Experten einen Stempel stellen, dass sie eine Prüfung gemacht haben, haben die Fabrikanten und die Kaufleute Recht, ihre Waren in oder außerhalb von England zu exportieren und zu verkaufen. Ihr seid Einzelhändler einer nicht geprüften Ware, aber ich mag keine solchen Händler. Jedes Ding muss geprüft werden. Die erste Aufgabe, die ich den Frauen in dieser Richtung geben werde, wird folgende sein: zum Beispiel hat eine von euch eine Tochter, die sie nicht liebt, sie soll so machen, dass sie sie liebt. Oder ihr Mann ist ungläubig – das ist eine Aufgabe, die sie lösen muss. Jemand von euch ist arm,ein anderer krank – ihr sollt das Notwendige machen. Jemand hat Tumören in seinem Magen – wenn er sie nicht beseitigt, werden sie ihn vernichten. Jede Krankheit wird von Lebewesen gebildet, die in uns leben. Jede Krankheit wird psychologisch und organisch von den Ausscheidungen dieser Lebewesen gebildet. Wenn ein solches Lebewesen zu unserem Organismus kommt, sollt ihr das gleiche Gesetz anwenden: es kann nur drei Tage zu Besuch sein, weil wenn ihr es länger lässt,wird es sich einnisten, Tumören bilden, Blut sammeln, und ihr werdet sterben, und die anderen werden sagen: „Gott hab ihn selig!“ Gott verzeiht solchen nicht. Er verzeiht nur, wenn die Menschen nicht stehlen und lügen. Jemand wird hier kommen, um etwas zu nehmen und es gegen mich zu benutzen. Wehe diesem, der das machen wird! Er wird einen Fluch bekommen, nicht bis zur vierten, sondern für viele Generationen in der Zukunft! Solches ist das große Göttliche Gesetz, die Göttliche Wahrheit: „Wer etwas redet wider den Heiligen Geist, dem wird's nicht vergeben, weder in dieser noch in jener Welt", sagt Christus. Alles, was ihr hier lernen werdet, ist eine große Wahrheit, die ihr in eurem Leben anwenden sollt, und auch ihr sollt ehrlich zu euch selbst bei ihrer Anwendung sein. Ehrlich nicht zu mir, sondern zu eurem Gott, zu eurem Verstand und Herzen, zu eurem Geist und eurer Seele in allen ihren Regungen. Ihr sollt auf euren Beinen stehen! Sagt morgen nicht: „Deunov möchte uns hypnotisieren, uns beeinflussen.“ Ich habe keine Absicht, euch zu beeinflussen, weil im Moment, wenn ich das will, werde ich Dämon sein, mit dem Kopf nach unten. Und ihr auch, wenn ihr mich beeinflussen wollt, werdet auch mit dem Kopf nach unten sein – so lautet die Göttliche Lehre. Verständigen wir uns: von jetzt ab werdet ihr auf der Erde tausend Jahre leben, und unabhängig davon, in welcher okkulten Schule ihr seid, damit ihr den Weg ihrer Entwicklung lernt, wird man immer euch Regeln geben. Wenn ihr die Qual als einen Faktor für ihre zukünftige Existenz nicht annimmt, werdet ihr in der Welt hin und her gehen, ohne den inneren Sinn des Lebens zu verstehen. Die Qual wird euch alle Helden machen. Ich möchte, dass ihr Helden seid, dass ihr keine Angst habt! Aber, wenn ihr nicht leidet, werdet ihr Angst haben, ihr werdet keine Helden sein. Ich will nicht die Phrase benutzen „Habt keine Angst“, sondern ich werde eine andere anwenden: „Quält euch!“ Nehmt die Qual an, weil sie euch von der Unsichtbaren Welt gegeben ist. Überanstrengt euch nie. Es gibt einige von euch, die wollen, aber nicht zu einer Qual bestimmt sind. Nicht alle, die auf mich hören, werden gequält werden; alle sind keine Helden, und die Qual wird für die Helden kommen. Sie wird einige von euch umgehen und sagen: „Das nächste Mal.“ Wer sich quält, soll die Qual für ein Privileg halten. Und das erste Ding, das ihr spüren werdet, wenn ihr beginnt, zum Grund der Qual zu gehen, ist eine Stille. Ihr werdet in die Seele jedes leidenden Lebewesens eindringen, ihr werdet beginnen zu verstehen, wieviel es leidet, und werdet sagen: “Wie falsch habe ich bisher gedacht!“ In euch wird ein Mitgefühl für alle Lebewesen, die leiden, erweckt werden, und ihr werdet den Wunsch haben, von dieser Stelle, wo ihr gefallen seid und in der ihr steht, die anderen Lebewesen nach oben zu heben oder wenigstens ihre Leiden zu erleichtern.Jener, der die Qual nicht begriffen hat, stellt die anderen Leute unter seine Beine, steigt auf sie und sagt: “Geh nach unten, ich werde nach oben gehen!“ Die Lehre, die Christus gelernt hat, ist, dass man fühlt, dass alle Lebewesen sich quälen. Das meint das große Christentum. Wenn wir aus der Qual herausgehen, werden wir zu anderen Methoden kommen, mit denen wir lernen werden, wie wir die okkulten Kräfte bearbeiten und benutzen. Wenn ihr die Qual annehmt, wird das Licht in euch von innen kommen, d.h. der Göttliche Geist, der in euch ist, wird erwachen und die Vibrationen eures Gehirns und eures Herzens entwickeln. Die Zellen eures Geistes und Herzens werden organisch sich ändern, und das wird auch den Zustand eures Gehirns und Herzens ändern. Das Wort Zelle hat eine doppelsinnige Bedeutung. Der Ausdruck, wie man elend ist, bedeutet auf bulgarisch, wie man unglücklich ist, aber auch wie man verbunden ist. Aber das Bewusstsein jeder Zelle ist begrenzt. Es gibt viele Zellen in unserem Bewusstsein, die unzufrieden mit ihrer Lage sind. Und wenn Millionen solche unzufriedene Zellen sich sammeln, werden wir unwohl. Das erste Ding, das wir tun müssen, ist, dass wir die Zellen unseres Gehirns, Herzens und Magens umerziehen. Wir können sehr leicht diese Zellen umerziehen, aber diese Umerziehung erfolgt, wenn wir bis zum Grund der Qual kommen, die eine Grundlage des Lebens ist. Von dort wird der Göttliche Geist uns nach oben erheben, wir werden die Flügel der Göttlichen Weisheit besteigen, und wenn die Gottesliebe zu unserer Seele kommt, wird sie dort eine Begeisterung einflößen.Dann werden die Engel des Lebens uns in der Evolution erheben, und wir werden aus dem Grund der Qual hinausgehen. Warum ist Christus auferstanden? Weil dieser, der oben war, nach unten kam und Ihn auferstanden hat. Gott befindet sich gleichzeitig sowohl im Himmel, als auch in der Hölle. Wer nach oben zu Gott geht, schickt Gott ihn nach unten, und wer nach unten geht, schickt er ihn nach oben. Alle gegenwärtigen Prediger des Christentums lehren, dass ihr nach oben zum Himmel gehen sollt, zum Gott, und ich sage: ihr werdet nach oben gehen, damit Gott euch nach unten schickt. Alle, die auf mich hört, seid von jenen, die den leichten Weg mögen. In der Welt gibt es keinen leichten Weg, es gibt einen engen Weg. Eine andere Sache, welche die Schüler lernen sollen, ist die Ergebenheit. Aber sie sollen nicht indifferent sein, sondern sie sollen zum Grund kommen, sie sollen vergessen, was die Leute über sie denken und nur die Qual spüren. Das sind einige praktische Regeln, die ihr überlegen und anwenden sollt, ohne irgendeine künstliche Anstrengungen mit sich selbst zu machen. Manchmal, wenn ich eine Gelegenheit habe, werde ich euch über den Ursprung der Sünde sprechen – wie das Böse zur Welt gekommen ist. Es war eine Zeit, als wir nicht solche waren, wie wir heute sind. Welche sind die Gründe für unseren moralischen Verfall? Jetzt gibt es keinen guten Menschen in der Welt; jener, der weint und jener der lacht, jener, der Gutes spricht und jener, der Böses spricht – alle sind auf einen Nenner gebracht. Wenn man einen reichen Händler von Ledern sieht, beneiden alle ihn, ohne zu wissen, dass seine Lage von den Ledern der tausenden Schafe gebaut wird, die er gehäutet hat. Der Händler sagt: „Das ist mein Vieh, ich habe es gewonnen.“ Ich wende ein: du bist ein doppelter Dieb und lügst, weil du deinen Reichtum auf Kosten der Tiere gewonnen hast, indem du ihre Felle abgezogen hast. Jemand wird sagen: „Das ist mein Haus, ich habe es mit Arbeit, mit Schweiß an der Stirn gebaut.“ Ich antworte: du hast es auf Kosten vieler Leute gebaut, deren Felle du abgezogen hast. Jemand wird sagen: “Das ist mein Körper.” Entschuldige, aber er ist nicht dein. Weil, damit der menschliche Körper gepflegt wird, wisst ihr, wieviel Lebewesen leiden, wieviel Mütter, Väter, Brüder, Schwestern ihr Leben für ihn gegeben haben! Deshalb dürft ihr nicht denken, dass das, was ihr habt, euer ist.Das erste Ding, das ihr nach dem Christentum berücksichtigt sollt, ist, dass ihr zugebt, dass alles, was ihr besitzt, nicht euer ist, sondern von Gott. Wenn einige mich verleumden, sage ich: „Hört,was ich spreche, ist nicht mein, ich verteidige mein Eigentum nicht!“ Dieser Gott, den ich kenne, ist sehr gut, aber gleichzeitig sehr böse. Er ist so gut, dass keiner besser als Ihn existiert, wenn wir Seinen Willen erfüllen, aber es gibt keinen böser als Ihn, wenn wir Seinen Willen nicht erfüllen und Böses tun. Im Moment, wenn wir sagen, dass dieser Körper unser ist, kommt ein Fluch zu uns, zu unseren Kindern, zu allen. Du sollst sagen: „Gott, wir danken Dir, dass Du uns in diesen Deinen Körper gestellt hast!“ So sollen alle denken. Andererseits, wir schimpfen heute wie Lastträger und sagen: “Geh weg!“ Es ist nicht nötig, dass wir weggehen. Ich sage häufig, dass ich bereit bin abzutreten, wenn ich Ursache für eure Leiden bin. Aber meinen Körper euch zu geben, das werde ich nicht machen. Er ist weder mein, noch euer – ich werde ihn seinem Herrn geben. Ich werde Ihm meinen Verstand, mein Herz übergeben, ihr könnt Herren von ihnen nicht sein.Das soll jeder Schüler des Okkultismus, der Theosophie,des Spiritismus, des Mystizismus, des Christentums wissen, weil diese Namen ein Ziel ausdrücken und jenes Göttliche Leben darstellen, das sich zeigt. Der Zustand des Geistes ist eins, und der Zustand der Seele – anders. Das sind fünf Zustände, die sich voneinander unterscheiden. Willen, Herz, Verstand, Seele, Geist sind Dinge, die wir kennen. Das, was wir wissen, ist, dass wir leiden. Wir spüren nur bestimmte Änderungen: manchmal sind unsere Gedanken klar, manchmal – unklar; manchmal ist unser Verstand klar, manchmal – finster; manchmal sind unsere Gefühle klar, manchmal – finster; manchmal haben wir eine Kraft, manchmal – keine. Man sagt: „Wir haben eine Seele“, aber was ist die Seele? Das, was wir nun spüren, ist nur eine Äußerung der Seele. Das erste Ding, das ich möchte, ist dass ich dieses stürmische Meer in euch dazu veranlasse, dass es still wird – ihr sollt still und ruhig sein. Bei der gegenwärtigen Gesellschaft und Ordnung brauchen wir solche Arbeiter, die die Verschütteten retten. Weil viele Gebäude einstürzen werden, und viele Menschen sollen unter den Ruinen der eingestürzten Materie, ausgegraben werden. Mein Wunsch ist, dass ich euch unter euren eingestürzten Häusern herausziehe. Von jeder euren psychischen Mißstimmung verstehe ich, dass einer von euren Balken verfault und gefallen ist. Der Neid,der Hass und alle solchen negativen Eigenschaften, das sind gefallene Balken drinnen in eurem Gebäude – eurem Körper. Wenn ich euch nun sehe, wisst ihr, woran erinnert ihr mich? An Kinder, die hungrig sind, und es riecht ihnen nach einem Gericht, aber weil ihr Lehrer die Lektion weiter erzählt, sagen sie zu sich: „Hoffentlich endet er schon, damit wir essen gehen!“ Oder sie sagen: „Lehrer, sprich nicht, sondern gib uns zu essen!“ Eure Auffasung ist richtig – ihr sollt essen. Aber wenn ihr mich hört, werdet ihr einen Esstisch haben, ich werde euch Essen geben; wenn ihr mich nicht hört - kein Esstisch. Wenn ein Gast kommt, ihr gebt ihm nur eine Konfitüre und Wasser, nicht wahr? Und dann bleib gesund; ihr deckt den Tisch und bewirtet nur jenen, der an eurem Acker gearbeitet hat. Wenn ein guter Freund oder Geliebter euch zu Besuch kommt, bewirtet ihr ihn gut, und was zeigt das? Dass er lange Zeit an eurem Acker gearbeitet hat. Nun werde ich sehen, für wen ich den Tisch decke. Wer für mich nicht gearbeitet hat, werde ich ihm nur Konfitüre und Wasser geben, und wer gearbeitet hat, werde ich für ihn einen Zarenesstisch decken und ihn selbst bedienen. Und in diesem Abend gibt es einer, der gefasst ist – noch einer, der das Gesetz der Qual begriffen hat. Für zwei Donnerstage – zwei. Ich möchte, dass ihr zählt, wieviel Personen hier sind, damit wir sehen, wie dieses Gesetz arbeitet. 12 Februar 1920, 19 Uhr, Sofia
  11. Einführung in die Liebe Еpheser: 4 Als eine Einführung dieses Vortrags werde ich euch das folgende Beispiel geben: Stellt euch vor, dass eine Karawane mit Pferdewagen auf der Straße fährt, und jeder von euch einen von ihnen führt. Die Pferdewagen einiger von euch fahren flüssig, still, und die anderen knarren sehr und machen einen großen Lärm. Was sollt ihr machen, damit sie nicht soviel knarren? Ihr werdet das Teerfass nehmen, die Feder eintauchen und die Achsen der Räder schmieren, damit es kein Knarren gibt. Das Knarren – das sind die Leiden in eurem Leben. Auch wenn euer Herz knarrt, soll es mit Teer geschmiert werden. Den Brief von Paulus an die Epheser werdet ihr im Zusammenhang mit den Parabeln untersuchen. Jeder von euch soll die wichtigsten Abschnitte dieses Briefes lesen – diese, die den Kern bilden. Diese Einführung ist notwendig, deshalb denkt ständig daran. Wisst, dass jedes Leiden eine Einführung, Einleitung in die Liebe ist. Jemand fragt: „Warum leide ich, warum quäle ich mich?“ Ich antworte: weil dein Buch wird geschrieben, eine Einführung in die Liebe wird gemacht. Indem ich diese Einführung mache, lenke ich euch Aufmerksamkeit darauf, dass ihr nicht denkt, dass ihr viel wisst. Wer denkt, dass er viel weiß, wird bald alt. Das beste Mittel, damit man nicht alt wird, ist, zu denken, dass man viel zu lernen hat. Dasselbe bemerkt man bei den Kindern: sie haben eine Begierde danach, dass sie alles lernen. Sagt nie, dass das für die Jungen ist, sondern nicht für euch, die Alten, weil dieser Gedanke, dass ihr alt seid, bei euch bleiben wird, und ihr werdet wirklich solche werden. Du wirst nicht bemerken, wie du einen Buckel bekommst und wie ein Fragezeichen wirst, und alle Leute werden sagen, dass du alt bist. Berücksichtigt, dass die Jugend eine Einführung ins Gottes Reich ist. Um ins Gottes Reich einzutreten, braucht ihr eine Neueinführung im Leben – jung zu werden. Ich werde das vierte Kapitel erklären: „So ermahne nun euch ich Gefangener in dem Herrn, daß ihr wandelt, wie sich's gebührt eurer Berufung, darinnen ihr berufen seid,mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld und vertraget einer den andern in der Liebe,und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens.“ (4:1-3) Gefangener bedeutet ein Mensch, der berufen auf die Gottes Schule ist. Paulus sagt: „Ich, der berufen auf die Gottes Schule war, bitte euch so zu lernen, wie ich gelernt habe, und nämlich - mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld und vertraget einer den andern in der Liebe.“ Wenn ihr in der Klasse seid, kann jemand euch drücken, stoßen, aber sagt euch: „Macht nichts, das Zimmer ist klein, die Liebe wird das erdulden!“ „Und seid fleißig, zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens“ bedeutet, dass ihr euch bemüht,eine Lehre mit einer anderen zu verbinden, dass ihr diese innere Beziehung habt, welche der Geist, d.h. der Meister hineingelegt hat. Mit diesen Wörtern sagt Paulus: „Ich habe diesen Meister sehr aufmerksam gehört“. Im Brief steht weiter: „Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid auf einerlei Hoffnung eurer Berufung.“ (4: 4) Paulus sagt mit diesen Worten: „Ich habe meinen Körper dem Geist unterordnet, indem ich ihm mit Hoffnung gedient habe.“ „Ein HErr, ein Glaube, eine Taufe, ein GOtt und Vater (unser) aller, der da ist über euch alle und durch euch alle und in euch allen.“ (4: 5, 6) Paulus sagt mit diesen Versen: „Das habe ich gemacht, weil ich die Gedanken Dieses Gottes gehört und erfüllt habe, der mir über einen Glauben sprach, Glauben in bezug auf die Vernunft.“ Eine Taufe bedeutet, dass man alle Schmerzen und Schwierigkeiten mit einer Dankbarkeit erfüllt und erträgt. Es ist keine Taufe, wenn man dich in den Kessel eintaucht; die Taufe ist eine Prüfung, die man erleben muss. Paulus sagt: „Immer, wenn der Meister mich prüfte, machte ich Gutes, d.h. ich antwortete gut, weil ich gut meine Lehren gelernt hatte.“ Unter einem Gott werden die Stelle, die Bedingungen gemeint, die Paulus von Gott gegeben sind, weil Paulus sagt: „Wir leben und bewegen uns in einem Gott“, d.h. wir lernen in einer Schule. „Einem jeglichen aber unter uns ist gegeben die Gnade nach dem Maß der Gabe Christi“. (4: 7) Paulus sagt in diesem Vers: „Ich habe diese Gottes Gnade benutzt.“ Die Gnade besteht darin, dass in der Zeit, wenn es nötig ist, fortgeschrittenere Geister, Engel genannt, kommen, um euch zu beflügeln, euch zu helfen, eine Frage zu erklären. Diese Erleuchtung kann auf veschiedene Weisen verwirklicht werden. Es kann mit einem Traum verwirklicht werden – durch Einflüsterung eines Gedankens, wenn ihr schlaft, und wenn ihr am Morgen aufwacht, spürt ihr ihn ganz klar. Die Hilfe kommt nicht immer durch Sprechen. Es gibt drei Weisen, auf die man sprechen kann: Sprechen von außen, Sprechen von innen und Sprechen von oben, d.h. man spricht dem Körper, dem Herzen und der Vernunft. Jemand sagt: „Essen wir, das Mittagessen ist fertig!“ – das ist ein Sprechen dem Körper. Ich sage: „Lieben wir uns“ – das ist ein Sprechen dem Herzen. Wir verstehen diese zweite Weise des Sprechens nicht so unmittelbar, wie die Einladung zum Essen, weil ihr mit dem letzten eine Erfahrung habt. Überlegt, wie ihr die Liebe begreifen werdet. Indem ich euch sage: „Erkennen wir Christus!“, das ist schon ein Sprechen der Vernunft. Wie werden wir Christus erkennen? Denkt über die Liebe und das Erkennen von Christus. Erklärt mir, als Bulgaren, wie ihr Christus liebt und ihn erkennt. Ich weiß, wie das geschieht, aber ich interessiere mich an Bulgarien. Darüber ist geschrieben: „Er ist aufgefahren in die Höhe und hat das Gefängnis gefangen geführet und hat den Menschen Gaben gegeben. Daß er aber aufgefahren ist, was ist's, denn daß er zuvor ist hinuntergefahren in die untersten Örter der Erde? Der hinuntergefahren ist, das ist derselbige, der aufgefahren ist über alle Himmel, auf daß er alles erfüllete.“ (4: 8-10) Als Christus auf der Erde war, hatte er alles erfüllt und sagt: „Ich habe die Welt besiegt.“ Der andere Sieg – über das Fleisch – hat Er für euch gelassen. Es gibt drei Dinge, die das Leben hindern, und nämlich: das Fleisch, die Welt und der Teufel. Das Fleisch ist der gefährlichste Gegner. Es ist eine Verbindung zwischen dem Menschen und der Welt, und die Welt ist eine Verbindung zwischen dem Fleisch und dem Teufel. Als Christus die Welt besiegt hat, hat Er das Verbindungsglied zwischen dem Fleisch und dem Teufel zerrissen. Du hast eine Tochter, die mit ihrem Geliebten korrespondiert, aber du, wie Mutter, zerreißt diesen Telegraf, und die Korrespondenz ist unterbrochen. So hat Christus die Verbindung zwischen dem Fleisch und dem Teufel unterbrochen, und er hat keinen Platz mehr in euch, ausgenommen wenn ihr ihn einladet. Paulus sagt: „Ich bin auf diesen Weg gegangen, und dort war unser Kampf groß.“ Unter „alle Himmel“ begreift man die Äußerung Gottes in der Gesamtheit des menschlichen Lebens. „Und er hat etliche zu Aposteln gesetzt, etliche aber zu Propheten, etliche zu Evangelisten, etliche zu Hirten und Lehrern, daß die Heiligen zugerichtet werden zum Werk des Amts, dadurch der Leib Christi erbauet werde.“ (4: 11,12) Bemerkt, dass all diese Dinge gegeben sind, damit die Heiligen sich vervollkommnen. Wer sind die Apostel? Sie sind diese, denen Christus spricht. Die Propheten sind diese, denen der Geist spricht. Die Evangelisten kommen nach den Propheten, und nach ihnen – die Hirten und die Lehrer. Findet das in euch, was dem Aposteltum entspricht. Denkt über diesen Vers; womit werdet ihr das Aposteltum, die Prophezeihung, die Verkündung der Freude, die Seelsorge und die Lehrerschaft vergleichen? Das Wort Propheten wurde schon vor Christus verwendet. Findet das Verhältnis zwischen dem Propheten, dem Evangelisten usw. Der Mensch soll seine Begabung für Aposteltum entwickeln. Apostel ist dieser, dem man von außen spricht. Prophet ist dieser, dem man von innen spricht. Evangelist ist dieser, der die Dinge geprüft hat. Wenn du einen Apfel ißt, wirst du Freude verkünden und sagen: „Er ist süß.“ Wer ist Hirt? Ein Hirt ist die Mutter, die das Kind stillt,der Schäfer, der die Schafe hütet, der Lehrer, der unterrichtet. „Bis daß wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohnes GOttes und ein vollkommener Mann werden, der da sei im Maße des vollkommenen Alters Christi.“ (4:13) Die Apostel gingen mit Christus, hörten, deuteten Seine Lehre. Der Geist hatte mit ihnen gearbeitet. Sie waren zwölf. Die Propheten haben die Arbeit der Apostels fortgesetzt und waren mehr als sie. Die Evangelisten waren noch mehr, und die Hirten und die Lehrer – am meißten. Findet, wieviel waren die Propheten. In jeder Kirche soll mindestens ein Prophet existieren. In jeder kleinsten Gesellschaft soll mindestens ein Prophet existieren. Zu jedem Propheten sollen wenigstens zehn Evangelisten existieren. Das ist die Reihe der Vergrößerung, die Begabungen vergrößern sich auf dieselbe Weise. Die Begabungen im Menschen entsprechen den Propheten, den Aposteln, den Evangelisten, den Hirten und Lehrern, und alle sie sollen entwickelt werden. Jeder kann Prophet für sich selbst sein. Ein Prophet ist jeder weitblickender Mensch, der die Dinge früh voraussieht. Er hat in der Schule gelernt, hat abgeschlossen und beginnt, die Kenntnisse anzuwenden, Berechnungen zu machen, und endlich sagt er voraus, dass irgendeiner Komet nach so und so vielen Jahren zurückkehren wird. Wenn seine Prophezeihung eintrifft, sagt man: „Das ist ein Prophet.“ Alle diesen Begabungen sind uns gegeben, „daß wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und Erkenntnis des Sohnes Gottes und ein vollkommener Mann werden, der da sei im Maße des vollkommenen Alters Christi.“ Ein anderer Vers sagt: „Wir haben den Verstand von Christus.“ Paulus meint die Verbindung zwischen der Göttlichen Seele und dem Körper. Indem er sagt, dass der Geist euch lehren wird, stellt Christus den Geist höher als die Seele. In einigen Beziehungen stellt man die Seele zwischen dem Geist und dem Körper. Paulus sagt: „Damit ihr den Geist von Christus habt, sollt ihr diese Verbindung zwischen dem Geist und Körper haben.“ „Auf daß wir nicht mehr Kinder seien und uns wägen und wiegen lassen von allerlei Wind der Lehre durch Schalkheit der Menschen und Täuscherei, damit sie uns erschleichen zu verführen.“ (4: 14) Man vesteht davon, dass wir keine Kinder in der Welt sein sollen. Kann dein Kind zu Vitoscha in einer stürmischen Nacht gehen? In einer solchen Wetter kann nur ein Erwachsener ins Gebirge gehen. Deshalb sagt Paulus: “Ich war kein Kind.“ Ich weiß, dass die Wißbegierde sehr entwickelt bei Bulgaren ist. Vor fünfzig Jahren in Varna-Bezirk kam eine Zigeunerin mit einer großen Schnecke, mit der sie wahrsagte. Sie wurde sehr bekannt, und Leute aus dem ganzen Kreis kamen zu ihr, damit sie ihnen wahrsagt. Sie hatte viel Geld gesammelt, wurde reich, deswegen überfielen Räuber sie eines Abends und beraubten sie. Sie sah alles für die anderen, aber konnte für sich selbst nicht voraussehen, dass sie beraubt werden wird. Alle mögen, dass man ihnen wahrsagt, aber es ist nur zum Vergehen der Zeit. Man sagt gewöhnlich mit Kaffee, Karten wahr, nach der Art, auf der der Hahn gesungen hat, und wohin er gerichtet war, wie der Esel brüllt usw. Wenn man sich auf den Weg macht, gibt es auch Wahrsagen; zum Beispiel, man trifft einen leeren Wagen oder einen Geistlichen und beginnt sich Sorgen zu machen. Diese Dinge sind seit tausend Jahren in euch, aber ihr habt den Schlüssel zu ihren Enträtseln verloren, deshalb werdet ihr verwirrt. Warum wird das euch beunruhigen, dass ihr einen leeren Wagen getroffen habt, oder dass euch eine schwarze Katze über den Weg gelaufen ist? Was sollt ihr machen? Ihr sollt die Zeit erfahren, wenn euch keine schwarze Katze über den Weg laufen wird, wenn sie nicht herausgeht. „Lasset uns aber rechtschaffen sein in der Liebe und wachsen in allen Stücken an dem, der das Haupt ist, Christus.“ (4:15) Paulus meint die reine geistige Liebe, die sich nicht ändert, in der es kein Polarisieren von Liebe und Hass gibt. In der Geistigen Welt ist die Liebe nur mit einer Anziehung dargestellt. Und ihr kennt die Liebe, in der es eine Anziehung und eine Zurückweisung gibt: ihr lernt einen Menschen kennen, zieht ihn an, aber bald werdet ihr ihm über und weist ihn zurück. Das geschieht mit Jungen und Alten. Ein Bursche liebt eine Magd und dann weist er sie zurück. Das ist das Gesetz auf der Erde – wenn zwei Lebewesen sich an der Erde verbinden, werden sie unbedingt wegstoßen. Dieses Wegstoßen ist unvermeidlich. Nehmen wir an, dass ihr auf einem Bett liegt, auf dem es Platz nur für einen Menschen gibt. Vermuten wir, dass euer Geliebter mangels Platzes über euch liegt. Ihr werdet ihn eine halbe Stunde ertragen, aber ihr könnt nicht mehr, er wird ihnen schwer, und ihr werdet wegzustoßen beginnen. Auf der Erde gibt es keine Bedingungen für Liebe. Wenn man jemanden liebt, muss man einen Abstand von einem halben Meter zu ihm wahren. In der Liebe wird der Eine oder der Andere gewöhnlich auf den Rücken steigen. Indem man sagt „den Nächsten wie sich selbst zu lieben“, das bedeutet, dass man Abstand von einem halben Meter zu ihm wahrt. Wenn du ihn mehr als dich liebst, wirst du ihn auf deinem Rücken tragen. In einem der Märchen von Halima8 wird das folgende erzählt: ein Herr ging durch einen Fluss und sah, dass ein Greis am Ufer stand, der nicht konnte, über den Fluss gehen. Er nahm ihn auf Rücken, und sie gingen zusammen über den Fluss. Wenn der Greis absteigen musste, möchte er nicht, und dieser Herr war gezwungen, ihn ein, zwei, drei und mehr Tage auf seinen Rücken zu tragen. Dann fiel ihm ein, dass er seine Flasche mit Wein nimmt und ein wenig trinkt, um den Greis betrunken zu machen. Er trank Wein, und der Alte drückte ihn am Hals, er wollte auch. Der Herr gab ihm, gab ihm, bis der Greis betrank sich. Er stieg aus dem Rücken des jungen Herrn ab, und die beiden begannen zu tanzen. Also, wenn der geliebte Mensch dich nicht freiläßt, mach ihn ein bißchen betrunken, und dann ihr werdet zusammen spielen. Heute leiden alle immer an Liebe. Ich nenne die Leute auf der Erde unglückliche Leute vor Liebe. Alle Leute leiden an Liebe und dann beschweren sich, dass man sie nicht liebt. Ich würde empfehlen, damit die Leiden in der Welt kleiner werden, dass es weniger Liebe gibt. „So sage ich nun und zeuge in dem HErrn, daß ihr nicht mehr wandelt, wie die andern Heiden wandeln der Eitelkeit ihres Sinnes.“ (4:17) Ihr denkt, dass ihr sehr gelehrt seid. Der gelehrte Mensch ist gesund, er hat keine Geschwüre, hat keine Schmerzen, er ist reich. Die Heiden sprachen viele Sprachen und verständigen sich nicht. Menschen, die sich nicht verständigen, sprechen viele Sprachen. Einige sprechen die Sprache des Magens, andere – des Herzens, dritte – der Vernunft. Wenn ich euch spreche, Christus in Seiner Vollkommenheit zu kennen, werdet ihr mir sagen: „Hast du eine Lebensmittelmarke, hast du Zucker?“ Das ist kein Kennen von Christus. Jemand sagt: „Wenn wir Christus kennen, wird es mehr Essen geben.“ Wenn wir Christus erkennen, damit Er uns mehr Essen gibt, das ist ein Unverständnis der Frage. Das Essen ist eine Notwendigkeit nur, bis man einen Wagen hat. Also, bis man einen Wagen hat, braucht man auch ein Teerfass. Wenn du den Wagen läßt, brauchst du kein Teerfass. Du bleibst nur mit dem Pferd, deshalb wirst du Essen für dich und für das Pferd im Beutel nehmen. Wenn du zu einem sehr steilen Ort kommst, wirst du das Pferd lassen, du wirst den Beutel mit seinem Essen lassen und wirst nur deinen Beutel nehmen. Der Mensch braucht nur drei Teerfässer: für den Wagen, für das Pferd und für sich selbst. Du hast einen Mann – du wirst ein Teerfass auch für ihn tragen. Du möchtest ihn nicht, aber wer gebunden ist, soll nicht losbinden. Du hast Kinder – du wirst ihr Teerfass tragen. Überlegt, welches Verhältnis die Kinder zu den Eltern haben, der Mann zur Frau und umgekehrt. Warum sucht der Mann nach einer Frau, und die Frau nach einem Mann? Ihr werdet über diese Frage eine Übung schreiben. „Welcher Verstand verfinstert ist, und sind entfremdet von dem Leben, das aus GOtt ist, durch die Unwissenheit, so in ihnen ist, durch die Blindheit ihres Herzens.“ (4: 18) Ich deute diesen Gedanken umgekehrt: wenn das Herz versteinert ist, gibt es weniger Arbeit, und wenn es weniger Arbeit gibt, ist der Verstand getrübt. Das versteinerte Herz kann nicht gebären. Ihr werdet weniger essen, und bei wenigerem Essen versteinert der Verstand sich. Das Wort Herz ist in bezug auf den Boden verwendet. Der Körper soll unbedingt gesund sein. Das Herz bedeutet die Bedingungen, das Leben, d.h. das, was das Herz erzeugt, und der Verstand bedeutet die Frucht aus dem inneren Prozeß. „Welche ruchlos sind und ergeben sich der Unzucht und treiben allerlei Unreinigkeit samt dem Geiz.“ (4:19) Paulus sagt, dass die Reinheit drinnen im Leben notwendig ist. Wenn das Herz, der Magen versteinert sind, entsteht ein bestimmtes Zersetzen drinnen, ein Verstinken. Deshalb sollen sie nicht versteinert sein. „Ihr aber habt Christum nicht also gelernet.“ (4: 20) Die Lehre von Christus ist eine Lehre für das Leben. Sie ist ein Begreifen der Hauptgesetze, aber nicht so, wie sie am Himmel sind, sondern wie sie sich an der Erde entwickeln. Wenn ihr Christus kennt, wenn ihr zornig werdet, wenn ihr mit etwas nicht zufrieden seid, sollt ihr euch sofort polarisieren und zu einem Zustand der Ruhe kommen. Wenn die Oberfläche des Meeres aufgewühlt ist, das bedeutet nicht, dass seine Tiefe aufwühlt. Wenn wir Christus kennen, werden wir diese Kraft haben, uns nicht aufzuregen, und wir werden uns befehlen. Ihr wollt den Kräften befehlen, die in Natur sind. Nein, befehlt den Kräften, die drinnen in euch sind. Du kannst den Dingen nicht befehlen, bis du ihre Sprache nicht kennst. Bis man die Sprache eines Tieres nicht kennt, kann man es nicht verstehen. Wenn ihr dem Pferd sagt: „Hü“, es geht los. Wir müssen die Sprache dieser lebendigen Kräfte drinnen in uns lernen, und wenn wir unserem Herzen sagen, dass es zahm ist, es soll zahm sein, wenn wir unserem Verstand sagen, dass er still ist, er soll dich hören. „So leget nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste in Irrtum sich verderbet; erneuert euch aber im Geist eures Gemüts, und ziehet den neuen Menschen an, der nach GOtt geschaffen ist in rechtschaffener Gerechtigkeit und Heiligkeit.“ (4: 22-24) Der alte Mensch sind alle lügnerischen Gewohnheiten, Gedanken und Wünsche, die aus der Vergangenheit in uns sind und nun erscheinen. Diese alten Gewohnheiten stellen alte Kleider dar, die durchlöchert sind, und der Wind geht durch sie ein. Der alte Mensch ist zerrissen, und der neue ist gesund, er hat keine Löcher. Der Geist ist die Verbindungskraft für den Verstand. Dass ihr erneuert, das bedeutet, dass ihr euch täglich ein bißchen Öl stellt. Der Geist ist eine Kraft, die die Arbeit zu einem Brennstoff wandelt, und der Verstand benutzt sie. Der neue Mensch soll nach der Gottes Gestalt in Gerechtigkeit, Heiligkeit und Wahrheit gebildet werden; in Gerechtigkeit – in bezug auf den Körper, in Heiligkeit – in bezug auf die Seele, in Wahrheit – in bezug auf den Verstand. Deshalb lehnt die Lüge ab, die eine Eigenschaft der Vernunft ist, ihr Mangel, und sprech nur die Wahrheit mit euren Nächsten. Alle Streite unter den Nächsten sind wegen der Lüge, weil wir einander betrügen. „Darum leget die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeglicher mit seinem Nächsten, sintemal wir untereinander Glieder sind.“ (4: 25) Irrt euch nicht! Lügt auch euren Magen nicht. In Amerika essen oft die Leute Eis oder trinken Kaffee, wenn sie hungrig sind, um ihren Hunger zu unterdrücken. Irrt euren Magen mit Kaffee, Tee oder mit anderen Dingen nicht. So wird der Wagen nicht fahren. Du wirst deinem Magen etwas Wesentliches geben. „Zürnet, und sündiget nicht; lasset die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen; Gebet auch nicht Raum dem Lästerer!“ (4: 26, 27) Ein anderer Mangel ist der Zorn, er ist eine Eigenschaft des Herzens. Euer Herz soll nicht brennen, weil es gefährlich ist. Gebt Platz auch dem Teufel nicht, der im Körper wohnt – gebt ihm keine Möglichkeit, dass er sich einnistet. „Wer gestohlen hat, der stehle nicht mehr, sondern arbeite und schaffe mit den Händen etwas Gutes, auf daß er habe, zu geben dem Dürftigen.“ (4: 28) „Und betrübet nicht den Heiligen Geist GOttes, damit ihr versiegelt seid auf den Tag der Erlösung. Alle Bitterkeit und Grimm und Zorn und Geschrei und Lästerung sei ferne von euch samt aller Bosheit; seid aber untereinander freundlich, herzlich und vergebet einer dem andern, gleich wie GOtt euch vergeben hat in Christo.“ (4: 30-32) Eure Arbeit in diesem Monat besteht darin, dass ihr die Haupt-, Grundgedanken findet, die Paulus in diesem Brief dargestellt hat. Ihr werdet die Gedanken finden, die sich auf den Körper, die Seele und den Geist beziehen. Versucht eine Methode zu finden, durch die ihr diese Lehre in eurem Leben anwendet. Das Thema ist ausführlich, deshalb ist es genug, wenn ihr teilweise eine Anwendung findet. Denkt nicht, dass ich möchte, dass ihr auf einmal Gelehrten werdet. Es ist wichtig, dass man die Übung in einem bestimmten Moment begreift. Findet den Zusammenhang zwischen dem Brief an die Epheser und den Parabeln. Das zweite Ding, das ihr einhalten werdet, ist, eure Zunge zurückzuhalten, nicht viel zu sprechen. Besprecht im voraus alles, was ihr sprechen werdet. Seid ihr aufgeregt – sprecht nicht. Sprecht nur das Wesentliche, kontrolliert eure Zunge und Rede. Kein Knarren des Wagens soll bestehen, keine Verflechtung der Beine des Pferdes, d.h. der Herr, der den Wagen fährt, soll nicht mit einem berauschten Kopf sein. Die dritte Übung, die ihr mindestens einmal täglich erfüllen werdet, ist folgendes: ihr werdet euch gut auf einen Stuhl setzen oder gerade stehen, werdet das Fenster öffnen, werdet vorläufig euren Rucksack lassen, um eine gute Stimmung zu haben, ihr werdet euer rechtes Nasenloch schliessen, und mit dem linken werdet ihr atmen, indem ihr bis zehn in Gedanken zählt. Dann werdet ihr auch euer linkes Nasenloch schliessen, und bei zwei geschlossenen Nasenlöchern werdet ihr die Luft in euren Lungen anhalten, indem ihr wieder bis zehn zählt. Dann werdet ihr euer rechtes Nasenloch öffnen und die Luft aus ihm ausatmen, indem ihr wieder bis zehn zählt. Dann werdet ihr euer linkes Nasenloch schließen, und mit dem rechten werdet ihr die Luft auf dieselbe Weise einatmen, wie im ersten Fall. Macht diese Übung zehnmal nacheinander oder zweimal zu fünf, indem das Einatmen ist bald mit dem linken, bald mit dem rechten Nasenloch. Vor der Übung werdet ihr die Heilige Schrift am Brief an Epheser öffnen, ihr werdet täglich zehn Verse lesen, indem ihr mit erstem Kapitel beginnt. Ihr werdet die Hauptgedanken dieser Verse begreifen wollen, und der wichtigste soll in euch eintreten. 16 Januar 1919, Sofia
  12. Kleine Analyse „Dies sind die Worte des Königs Lamuel, die Lehre, die ihn seine Mutter lehrete.“ Die Sprüche Salomos 31:1 Unter dem Wort „König“ versteht man den menschlichen Geist. Unter dem Wort Mutter versteht man Gott, die Göttliche Mutter, die ihn belehrt hat. „Ach, mein Auserwählter, ach, du Sohn meines Leibes?“ (31: 2) Das Wort Sohn bedeutet ein Mensch, der auf der Erde ist. „Ach, mein gewünschter Sohn?“ (31: 2) Die Mutter Natur macht immer ihre Versprechungen für ihre Kinder. „Laß nicht den Weibern dein Vermögen und gehe die Wege nicht, darin sich die Könige verderben!“ (31: 3) Die erste Sache ist, dass du deine Kraft den Frauen nicht gibst. Unter dem Wort Frau vesteht man das menschliche Herz, das vom rechten Weg abgewichen ist. Deshalb gib ihm deine Kraft nicht. Unter Vernichter versteht man ein von den Lastern der menschlichen Vernunft, und das ist der Stolz. „O, nicht den Königen, Lamuel, gib den Königen nicht Wein zu trinken noch den Fürsten stark Getränke. Sie möchten trinken und der Rechte vergessen und verändern die Sache irgend der elenden Leute.“ (31: 4, 5) Die erste Regel für den menschlichen Geist ist, dass man keinen Wein trinkt. Unter dem Wort starke Getränke versteht man geronnenen Wein, in dem man ein bißchen Honig, Zucker und Pfeffer stellt. Unter Wein versteht man Geld. Wenn man dem besten Menschen Geld gibt, er vergisst sich. Unter Wein versteht man noch alle Schwächen, die den menschlichen Verstand trüben, sei es Gedanken, Wünsche oder Taten, die eine falsche Richtung den Wünschen geben. Im Menschen sind alle seine guten Gedanken und Wünsche deprimierbar. Jeder, der seine Wünsche deprimiert, entstellt das Gefäß in sich selbst. Wie ihr euer inneres Gefäß enstellt, werdet ihr solche nach außen und innen sein. Solches ist das Göttliche Gesetz: der Mensch ist die physikalische Welt von außen, und von innen – die Göttliche Welt. Die anderen Leute können nie deine Welt verbessern, so wie du sie verbessert hast. Und jene von euch, die erwarten, dass ihr Glück von irgendwo kommt, irren sich und deshalb bleiben sie enttäuscht. Erwartet euer Glück anderswo nicht, es ist drinnen in euch. Wem muss man Wein und starke Getränke geben? „Gebet stark Getränke denen, die umkommen sollen, und den Wein den betrübten Seelen, daß sie trinken und ihres Elendes vergessen und ihres Unglücks nicht mehr gedenken.“ (31: 6, 7) Gebt starke Getränke diesen, die in Gefahr sind und Wein diesen, die beleidigt, zornig, finster sind. Gib dem bösen, zornigen Menschen reichlich zu trinken und zu essen! Ihr könnt nicht verstehen, warum man dem bösen Menschen zu essen und trinken geben soll, und dem guten muss man nicht geben; ihr könnt euch diesen Widerspruch nicht vorstellen. Wenn ihr einen harten Riemen habt, der zur Arbeit nicht geeignet ist, sollt ihr ihn in Öl stellen, damit er weich wird, nicht wahr? Ein weicher Riemen soll nicht in Öl gestellt werden. Das bedeutet, dass die Energie, die hart ist, soll ernährt werden, in Öl gestellt werden, damit sie weich wird. Gib dem beleidigten Menschen Wein, Brot, weil er hart ist, und er wird fähig zur Arbeit sein. Der gute Mensch hat diese Weichheit von sich selbst. „Tu deinen Mund auf für die Stummen und für die Sache aller, die verlassen sind.“ (31: 8) „Tu deinen Mund auf für die Stummen“ bedeutet, dass der kluge Mensch diesen verteidigen soll, der nicht sprechen kann, und dieser der sprechen kann, soll nicht verteidigt werden. „Tu deinen Mund auf und richte recht und räche den Elenden und Armen.“ (31: 9) Für euch, die Frauen, Mütter seid, ist es nötig, dass ihr gerecht urteilt. Wenn der Mensch sich auf den Richtersessel setzt, muss er alle seine persönlichen Beziehungen vergessen, er soll an sich selbst nicht denken, sondern eine Einheit mit Gott werden, eine Einheit mit der Menschheit, d.h. die Interessen Gottes sollen seine sein, und Interessen der Menschheit sollen seine sein. Das Große umfasst die kleinen Interessen, und das Kleine enthält kein anderes Klein in sich selbst. „Wem ein tugendsam Weib bescheret ist, die ist viel edler denn die köstlichsten Perlen.“ (31:10) Unter dem Ausdruck tugendhafte Frau versteht man ein gutes Herz. Es steht in der Schrift: „Ich will das steinerne Herz wegnehmen aus eurem Leibe und ein fleischern Herz geben.“ Eine gute Frau bedeutet ein gutes Herz. Ein solches Herz zu bekommen, ist besser als die Edelsteine. „Ihres Mannes Herz darf sich auf sie verlassen, und Nahrung wird ihm nicht mangeln.“ (31:11) Unter Mann versteht man den menschlichen Verstand, der auch ein Herz hat. Man sagt, dass „auf sie verlassen", weil das Herz, worüber man spricht, ist vernünftig. Überleg an dein Herz! Wenn ein von euren Wünschen euch eine Möglichkeit zur Überlegung gibt, er ist ein vernünftiger Wunsch, und wenn er euch keine Möglichkeit zur Überlegung gibt, ist er gefährlich. Seht, wie eine Stimmung von Wut auf euch wirkt – ihr braust sofort auf und denkt an die Folgen nicht. Das ist die dumme Frau in euch, d.h. das dumme Herz. Eine Fülle bedeutet alle Freuden, nach denen man sucht. Alle Freuden stammen vom Herzen ab – es ist der Boden, in dem die Gottes Güter wachsen. „Sie tut ihm Liebes und kein Leides sein Leben lang.“ (31:12) Wenn ihr niemanden verbittert, wenn ihr niemanden beleidigt, werdet ihr mehr Freunden, mehr Menschen haben, die euch lieben. „Sie gehet mit Wolle und Flachs um und arbeitet gerne mit ihren Händen.“ (31:13) Christus sagt: „Suchet, klopfet an, und bittet.„ Also, nach diesem Vers versteht man, dass das Herz sucht. Das Suchen - das sind die vernünftigen Wünsche des Menschen. In allen Tagen ihres Lebens sucht sie. Was? Wolle und Flachs. Die Wolle und der Flachs haben zwei verschiedene Eigenschaften: die Wolle behält die Wärme in sich, und der Flachs lässt sie aus. Es ist hygienisch, dass man im Sommer Flachskleider anzieht, und im Winter – wollene. Die jüdischen Priester haben immer Flachsunterwäsche angezogen. Die vernünftige Frau sucht und bearbeitet Wolle und Flachs, und unter Wolle und Flachs versteht man zwei edle Wünsche. Von den wollenen und Leinfäden entstehen die besten Früchte. Unter dem Wort Hände vesteht man, dass diese Frau einen vernünftigen Willen hat, um aus der Wolle und dem Flachs etwas zu weben. Der Flachs – das ist der Gedanke, und die Wolle – das ist der Wunsch. Wenn sie fühlt und denkt, weiß sie, was sie von all webt. Die Wolle bedeutet heiße Wünsche, und der Flachs zeigt ein bisschen Kaltblütigkeit. Und der Ausdruck „arbeitet gerne mit ihren Händen“ bedeutet, dass sie gut alles mit ihrem Willen bearbeitet. „Sie ist wie ein Kaufmannsschiff, das seine Nahrung von ferne bringt.“ (31:14) Das bedeutet, dass sie ein Steuer hat und weiß, die Schiffe zu lenken. Welches ist das menschliche Steuer? Das ist die menschliche Sprache. Die Schiffe sind der Mund, in dem sie ihre Nahrung von weitem, von innen bringt. Also, sie weiß, dass sie wie ein Schiff der Händler ist. „Sie stehet des Nachts auf.“ (31:15) Das bedeutet, dass die Sonne sie nicht im Bett vorfindet. Bevor ihr Herr kommt, ist sie aufgestanden. „Und gibt Futter ihrem Hause und Essen ihren Dirnen.“ (31:15) Das Haus – das ist der Körper. Das Herz, der Verstand und alle Wünsche – das sind ihre Diener, denen sie Anweisungen gibt. „Sie denkt nach einem Acker und kauft ihn und pflanzt einen Weinberg von den Früchten ihrer Hände.“ (31:16) Sie „denkt nach einem Acker" mit ihren Augen, weil die Augen eine Quelle der Wahrheit sind. Sie sieht, was nützlich ist und was nicht und kauft einen Acker. Der Acker bedeutet die äußeren Bedingungen auf dem physischen Feld, welche Gott gegeben hat. Unter der Frucht der Hände versteht man die Welt ihres Herzens. Der Weinberg bedeutet, dass alle edlen Gedanken und Wünsche in ihr gesät sind. Für einen solchen Menschen sagt man, dass er magnetisiert ist. „Sie gürtet ihre Lenden fest und stärkt ihre Arme.“ (31:17) Unter dem Ausdruck „gürtet ihre Lenden fest“ versteht man ihren Willen. Sie ist eine Frau, die ihren Körper bearbeitet, macht eine Gymnastik, sie ist nicht faul. Ihr Körper ist sehr gut bearbeitet, er hat kein Gebrechen. Sie unterscheidet gut ihre Handlungen, Wünsche und Gedanken und auf diese Weise stärkt ihre Arme. „Sie merkt, wie ihr Handel Frommen bringt; ihre Leuchte verlöscht des Nachts nicht.“ (31:18) Unter dem Wort Nacht vesteht man den Zustand, wenn sie traurig und unglücklich ist. Aber auch dann verlöscht ihr Leuchter nicht. Wenn eine Frau, die in Not ist, sagt: „Ich bin bis jetzt zur Kirche gegangen, ich habe an Gott geglaubt, aber künftig werde ich nicht gehen“,sie ist ohne einen Leuchter. „Sie streckt ihre Hand nach dem Rocken, und ihre Finger fassen die Spindel.“ (31:19) Die gegenwärtigen Leute haben entdeckt, dass die Erde sich um ihre Achse wie eine Spindel dreht. Und die Frauen haben noch vor Zeit gemeint, dass sie um sich selbst drehen sollen, wie die Erde sich um ihre Achse dreht. Das bedeutet, dass jede Frau ihre zwei Seiten zur Sonne wenden soll. Die beiden Seiten sind die Freude und die Trauer, und jede Frau soll sich gegen beide gleichzeitig drehen. Die Seite, die die Freude ist, ist hell, und die andere – die Trauer ist dunkel. Deshalb muss die Frau ihre Spindel drehen. Wenn die Trauer kommt, dreh deine Spindel! Steh auf und frage: „Dreht sich meine Spindel?“ Und was machst du? Du lässt den Spinnrocken und sagst: „Die Erde dreht sich nicht.“ Nein, die Erde dreht sich immer, deshalb muss auch die Frau sich immer drehen. Wenn die Erde stoppt, sich zu drehen, würden alle Leute sterben, und dank dieser Mutter seid ihr alle gekleidet. Der Spinnrocken bedeutet die Göttliche Welt. Dieser gesponnene Faden zeigt, woher die Energie kommt. Der Rocken stellt das Sonnensystem dar. Der Spinnrocken wird im Gürtel gestellt. Die Milchstraße bedeutet den Gürtel des menschlichen Geistes. Das Sonnensystem strebt nach diesem Gürtel. Jeder muss einen Rocken haben. Wenn die Spindel zu drehen stoppt, wenn es keinen Spinnrocken und Rocken gibt, alles stellt auf den Kopf. „Sie breitet ihre Hände aus zu dem Armen und reichet ihre Hand dem Dürftigen.“ (31: 20) Ihr könnt eure Hände zu den Armen nicht breiten, bis ihr eure Wolle nicht wascht und spinnt. Das Wort Armer in diesem Vers bedeutet alle Samen, die noch nicht gesät sind. Du öffnest deine Hand, nimmst diese Samen, säest sie im Garten – auf diese Weise tust du etwas Gutes. Wenn du einmal deine Hand für die Armen öffnest, bedeutet das, dass du dich einwilligst. Wenn ihr jemandem helft, helft ihr dem Schwachen, nicht dem Starken; und die Armen sind die Zukunft der Welt. „Sie fürchtet ihres Hauses nicht vor dem Schnee, denn ihr ganzes Haus hat zwiefache Kleider.“ (31: 21) Doppelkleider in der okkulten Sprache bedeutet magnetische Kleider. Es gibt Menschen, die sehr leicht krank werden - sie sind nackt. Jeder Mensch, der zornig wird und zweifelt, ist nackt. Und wirklich, Adam und Eva, nachdem sie gesündigt haben, werden nackt, infolgedessen konnten sie nicht die aüßeren Kämpfe bestehen. Die Kraft des Christentums ist nämlich darin – jeder kann sich anziehen. Wenn wir diese magnetische Kleidung zu bekommen beginnen, bemerken wir eine Kraft in uns.Diese Tatsache finden wir auch im Alltag: wenn wir ein Kleidungsstück anziehen, spüren wir einen angenehmen Zustand, eine Wärme, aber wenn wir das Kleidungsstück ausziehen, fühlen wir einen unangenehmen Zustand. Die Trauer ist nichts Anderes, als das, dass unsere Kleidung gestohlen ist. Wenn wir froh und lustig sind, ist unsere Kleidung mit uns. Dieses Gesetz ist sehr richtig. Wenn eure Kinder froh sind, sind sie gekleidet, aber versucht ihre Kleidung zu nehmen – die Trauer kommt gleich. Also, alle Leiden, die ihr habt, sind darauf zurückzuführen, dass ihr diese Kleidung nicht habt. Wenn ihr Hellseher wären, würdet ihr sehen, wie ihr ohne diese Kleidung ausseht und wie mit ihr. „Sie macht ihr selbst Decken; weiße Seide und Purpur ist ihr Kleid. Ihr Mann ist berühmt in den Toren, wenn er sitzt bei den Ältesten des Landes.“ (31: 22, 23) Der Mann bedeutet ihr Verstand. Wenn ihr Verstand spricht, wird jeder sie hören, weil der Mann solcher Frau ehrbar ist. Wenn sie faul ist, wird niemand sie hören, weil ihr Mann nicht anständig ist. „Sie macht einen Rock und verkauft ihn; einen Gürtel gibt sie dem Krämer. Ihr Schmuck ist, daß sie reinlich und fleißig ist; und wird hernach lachen. Sie tut ihren Mund auf mit Weisheit, und auf ihrer Zunge ist holdselige Lehre.“ (31: 24-26) Dieses „Gesetz des Wohlwollens“ ist notwendig für alle. Überlegt an diese Verse selbst, und ich werde euch sie ein anderes Mal erklären. „Sie schauet, wie es in ihrem Hause zugehet, und isset ihr Brot nicht mit Faulheit.“ (31: 27) Diese Frau nimmt nie irgendeine Nahrung, sondern wählt gesundheitliches Essen in jeder Hinsicht. Es ist bekannt, dass die Faulheit Mutter aller Läster ist. Überhaupt sind die gegenwärtigen gebildeten Menschen sehr faul geworden. Sie gehen zur Kirche, um den Gott zu betrügen, zünden eine Kerze an und sagen: „Beten wir, zünden wir eine, zwei Kerzen an, etwas können wir gewinnen“ Sie kaufen ein Lottarielos, und dann gehen zur Cafes und warten, etwas zu gewinnen. Wenn die Frist zu seinem Losen eintritt, und wenn sie sehen, dass es nichts gewinnt, kaufen sie ein neues Lottarielos, gehen wieder zur Kirche, um eine Kerze anzuzünden und zu beten. Sie kaufen Aktien, aber ihr Kurs manchmal sinkt, und so verlieren sie alles. Solche Menschen sind faul. Nein, du wirst arbeiten, wirst alles in dir bearbeiten! Die Unglücke, die ihr nun habt, sind eure Vergangenheit, und ihr bezahlt mit ihnen eure alten Schulden. Warum ißt sie Brot mit Faulheit nicht? In der gegenwärtigen Gesellschaft gibt es häufig solche Fälle, in denen man Brot mit Faulheit isst: ein Bursche macht den Hof dem Mädchen in einem Haus; er ist gut gekleidet, er hat gute Lebensbedingungen, aber er hat hier und da Schulden. Er sucht nach diesem reichen Mädchen, damit sie seine Schulden bezahlt. Der Vater und die Mutter eilen, ihn zu fangen, ohne seinen materiellen Zustand zu wissen und heiraten die Jungen. Die Kreditgeber kommen nacheinander mit ihren Policen und sagen: „Er ist reich nun, er wird seine Schulden bezahlen.“ Die Eltern sind verwundert und sagen: „Das ist erstaunlich, er war ein sehr guter Mensch.“ Ja, aber weil ihr euch mit diesem faulen Menschen verbunden seid, werdet ihr nun seine Folgen tragen. Wenn ein Gespenst kommt und euch sagt, dass ihr euer Leben auf eine leichte Weise verbringen könnt, fahrt mit seinem Wagen nicht und glaubt nicht an seine Versprechen. „Ihre Söhne kommen auf und preisen sie selig; ihr Mann lobt sie. Viele Töchter bringen Reichtum; du aber übertriffst sie alle.“ (31: 28, 29) Es stimmt, dass die Kinder solche Mütter verehren, und die Welt verehrt sie auch. Mit diesen Vesren beschreibt Salomo die ideale Frau oder das Streben der menschlichen Seele. „Lieblich und schön sein ist nichts; ein Weib, das den HErrn fürchtet, soll man loben.“ (31: 30) Unter dem Ausdruck „den HErrn fürchtet“ versteht man, dass jede Frau, die fromm ist, wird gelobt sein. „Sie wird gerühmt werden von den Früchten ihrer Hände; und ihre Werke werden sie loben in den Toren.“ (31: 31) Lest in diesem Monat dieses ganze Kapitel. Ihr werdet einen Versuch machen, damit ihr die Kraft dieser alten Formeln spürt, um zu sehen, was für eine magische Kraft der Spinnrocken hat. Wenn ihr unwohl psychisch seid, werdet ihr den folgenden Versuch machen: ihr werdet in Gedanken euch zehn Oka Wolle vorstellen; ihr werdet einen großen Kessel nehmen und werdet in Gedanken beginnen, diese Wolle zu waschen. Ihr werdet sie ein, zwei, drei, vier, fünf Male waschen, bis sie ganz sauber wird. Dann nehmt einen von den zigeunerischen Karden und beginnt sie zu krämpeln. Wenn ihr sie rund eine halbe Stunde krämpelt, macht Rocken. Dann stellt sie an große Karden und macht große Rocken. Nehmt eine von den bereits fertigen Rocken und stellt sie an Spinnrocken, um zu spinnen. Ich möchte, dass ihr mir diesen Prozeß beschreibt, dass ihr mir beschreibt, was für Gefühle ihr spüren werdet, bis ihr zu spinnen beginnt.Ihr werdet mir eine Beschreibung machen, wie diese, die der Naturwissenschaftler macht, wenn er einen bestimmten Prozeß mit einem Mikroskop beobachtet. Beobachtet, welcher Gedanke euch nach jedem Rocken einfallen wird. Diese Formel zum Krämpeln und Spinnen der Wolle kennen wir aus Okkultismus, und sie wird für eine halbe Stunde viel mehr beitragen, als ein Pädagoge für ein ganzes Jahr. Ihr werdet diesen Versuch mit der Wolle mindestens viermal im Monat machen. Wenn jemand von der Spanischen Krankheit krank wird, soll er diese Wolle waschen, im Bett liegend. Wenn diese Versuche ein Ergebnis geben, sind sie richtig und wahr. Man kann keine Versuche mit dem machen, das ausgedacht von uns ist. Irrt euch mit einigen Kenntnissen nicht, die euch keine Kraft geben können. Wenn ein Gedanke euch einfällt, verweilt bei ihm, behaltet ihn ein, zwei Tage in eurem Verstand, und wenn er nicht gebärt, ist er unfruchtbar. Behalte keine Wünsche und Gedanken, die nichts beitragen. Dreht die Spindel ständig, ihr Faden soll ständig von oben kommen und wickelt so zwei-drei Spindeln auf. Ein solcher Prozess soll in euren Köpfen beginnen. Es wird nicht nur ein Gebet verlangt, aber auch Arbeit. Was bedeutet das Wort Gebet? Das Atmen hat einen Sinn, nur wenn das Blut zirkuliert. Wenn das Blut in die Lungen eintritt und gereinigt wird – das ist ein Gebet. Wenn es kein Blut in euren Lungen gibt, welcher Sinn hat das, dass ihr atmet und betet? Damit ihr betet, soll Luft existieren, die das Blut reinigt. Manchmal betet ihr, aber wisst nicht, warum. Ihr sagt: „Gott, segne uns!“, aber ihr wisst nicht, wofür er euch segnet. Ihr sagt: „Gott, meine Situation soll ein bißchen sich verbessern!“ Ist eure Situation schlecht? Aber ihr werdet sagen: „Ich will wie die anderen Leute sein.“ Seid ihr wie die anderen Menschen nicht? Damit du betest, muss die Nahrung mit Zähnen zerkaut werden, in euren Magen eintreten, er soll seine Arbeit erledigen – sie in Saft zu verwandeln, der zu den Lungen geht und erst dann kannst du zu beten beginnen. Nur der bewußte Mensch kann beten. Einige fragen: „Warum sollen wir beten?“ Damit dein Blut, deine Gedanken und Wünsche sich reinigen! Wenn ihr nicht freiwillig betet, so wird die Vorsehung euch Bedingungen geben, um zu beten. Auch die hartesten Menschen beten: sie werden krank, rufen Arzt und sagen: „Ich bitte dich, Doktor, dass du mir hilfst!“ Gott stellt dich in Entbehrung – du gehst schnell zu einem Kreditgeber und bittest ihn. Gott hat das als ein Gesetz gegeben, dass der Mensch beten muss. Jemand sagt: „Ich will Gott nicht beten.“ Gut, wähle einen anderen, den du möchtest. Es gibt Leute, die ihren Pferden bitten – sie sagen ihnen: „Los, hü, geh, Pferdchen!“ Du bittest dein Pferd, dass es dir hilft und deine Last trägt. Aus reinem psychischen Stand ist das Gebet ein notwendiges Gesetz. Wenn man Gott betet, das ist richtig, das ist die reine Luft. Außer diesem Gebet wirst du immer weiter hinunter gehen. Alle Umgebungen, in die du hinuntergehen wirst, sind immer unsauberer. Wenn du keine Stimmung zum Beten hast, geh zu deinem Magen hinunter und arbeite dort. In diesen Versuchen, die ihr machen werdet, soll euer Streben nicht egoistisch sein, aber ihr alle sollt euch mit dem Erlernen der Göttlichen Gesetze so beschäftigen, wie man die verschiedenen Fächer erlernt – Naturwissenschaften, Bulgarisch, Geometrie und andere. Jeder, der in die Schule eingetreten ist, soll prüfen, was richtig ist und was nicht. Das ist nicht wie in den Zeitungen, in ihnen kann man mitteilen, dass eine Stadt gefallen ist, und nach einem, zwei Tage, dass sie wieder erobert ist usw. Zum Beispiel man schreibt, dass die Rumänen in Dobrudscha eingetreten sind, und alle verzagen; gestern schrieb man, dass die Rumänen dorthin nicht eingetreten sind. Jemand kommt zu dir und sagt, dass dein Kopf etwas leiden wird, und du beginnst dich zu beunrugigen – da treten die Rumänen in deinen Kopf ein. Ihr seid wie diese Magd, die geträumt hatte, dass sie heiratet, ein Kind hat, und es stirbt. Sie stand am Morgen auf und erzählte den Traum ihrer Mutter. Beide beunruhigten sich und begannen zu weinen. Ihr ruft viele Unannehmlichkeiten in eurem Verstand mit diesen fiktiven Dingen hervor. Eine sagt: „Ich habe gehört, dass die Schwestern nicht gut über mich denken“ – also, die Rumänen treten in deinen Kopf ein; dann sagt sie: „Nein, ich habe mich geirrt, sie denken gut an mich“ – die Rumänen gehen aus deinem Kopf heraus. Je wahr das Eine ist, desto – das Andere. Ein Priester sagt dir, dass du Ketzer bist, und ich sage dir, dass du solcher nicht bist – die Rumänen sind in dich eingetreten und herausgegangen. Wenn ihr in eine Schule eintretet, sollt ihr einen kritischen Verstand haben, um die Dinge zu untersuchen, Beziehungen zu der Unsichtbaren Welt und zu diesen Gesetzen zu haben. Nur auf diese Weise werdet ihr können, einen soliden Charakter bilden. Und jetzt wartet ihr darauf, dass euch alles auf dem Präsentierteller geboten wird. Ich will, dass ihr diese Wolle selbst wascht, krämpelt und spinnt. Wenn ihr nicht wisst, wie man spinnt und krämpelt, ich werde euch lehren. Nur auf diese Weise können die Leute veredeln und sich entwickeln. Man muss sich beschäftigen, beschäftigen und beschäftigen! Ich sage nicht, dass ihr arbeitet, sondern, dass ihr euch beschäftigt. Die Qual und die Arbeit lasse ich für die Leute, weil die Welt sich mit ihnen beschäftigt. Wenn du gramvoll und traurig bist, sag dir: „Ich beginne eine Beschäftigung." 5 Dezember 1918, Sofia
  13. Wer winkt „Wer mit Augen winket, wird Mühe anrichten; und der ein Narrenmaul hat, wird geschlagen.“ Sprüche Salomos 10:10 Ich will, dass ihr in diesem Monat alle Sprüche Salomos lest und diese auswendig lernt, die euch einen starken Eindruck machen. Ich werde euch dann erzählen, warum ihr sie auswendig lernen sollt. Merkt, dass das Auge von allen menschlichen Sinnesorganen eine der höchsten Stellen einnimmt. Das Auge benutzt die Helligkeit, und wir berühren mit ihr die Gegenstände. Der Sinn im Ohr wird durch bestimmte Vibrationen der Luft übergeben. Beim Geruchssinn verbreiten sich die Gerüche auch durch Vibrationen der Luftteilchen. Aber beim Geschmack und Tastsinn müssen wir genau rein physische Mittel benutzen – eine Annäherung zur Zunge oder eine Berührung mit den Fingern. Also, das Auge hat eine rein geistige Bedeutung. Das Augenblinzeln enthält zwei Momente: der eine ist, wenn das Auge sich schließt, und der andere – wenn es sich öffnet. Das Öffnen ist der Tag, es ist ein Augenblick. Wenn du deine Augen öffnest und schließt, vergeht eine Periode von vierundzwanzig Stunden. Wenn du deine Augen schließt, werden alle Verbrechen in der Welt begangen. Ihr alle blinzelt zu. Wenn ein böser Gedanke in euch eintritt, blinzelt ihr zu. Jemand macht einen Fehler, also, er blinzelt oft zu. Ein Mädchen blinzelt einem Burschen zu, und ein Bursche - einem Mädchen. Dadurch ist eine unregelmäßige Bewegung des menschlichen Verstands dargestellt. Wenn du zublinzelst, bedeutet das, dass du eine Stufe weiter heruntergehst. Die Augen der Menschen, die zublinzeln, werden klein, und man sagt über Leute mit kleinen Augen, dass sie listig und schlau sind. Das ist ein Ergebnis des Augenblinzelns. Euer Verstand degradiert nach demselben Gesetz. Wenn die Augen klein werden, degradiert der Verstand auch, alle edlen Gedanken und Gefühle verschwinden aus ihm. Das zeigt, dass eure Welt enger wird, und der Kreis eurer Kenntnisse verengt. Salomo, der diese Parabeln gesammelt hat, sagt: “ Wer mit Augen winket, wird Mühe anrichten” Eine Mühe wem? Seiner Seele. Weil ihre Fenster immer kleiner werden, weniger Licht hineinkommt, und durch die Fenster kommt auch das Leben hinein. Wenn ein Göttlicher Gedanke zu dir kommt, und du sagst dir: „Es ist nun keine Zeit“, das bedeutet, dass du gewinkt hast. Man lässt dich, dass du eine Arbeit machst, aber du sagst: “Es ist keine Zeit” – du hast gewinkt. Du winkst - heute, morgen, übermorgen; du blinzest einem, zwei, drei Burschen zu, und alle gehen hinter dir, ein wahrer Skandal. Wenn ein Mädchen ernst ist, wird niemand hinter ihm gehen. Im Leben gibt es viele solche Burschen; denkt nicht, dass sie nur auf dem physischen Feld existieren – sie sind auch im Herzen und im Kopf. Unter dem Winken versteht man einen Menschen, der die Göttlichen Gesetze nicht lernen will. Wir, die Bulgaren, haben eine Sitte, dass wir unseren Kopf als Zeichen der Bestätigung oder Verneinung schütteln. Wenn die Bulgaren etwas bestätigen, schütteln sie ihren Kopf nach unten, und wenn sie verneinen - nach oben. Ihr werdet merken, dass das Pferd so seinen Kopf schüttelt. Diese Bewegung bedeutet etwas: wenn das Pferd seinen Kopf schüttelt, bedeutet das: “Herr, dieser Weg, auf dem du, deine Frau und Kinder gehen, wird dich nicht zum Guten führen.“ Auf dem physischen Feld ist das Pferd ein Emblem der Intelligenz. Wenn ihr an einem Pferd vorbeigeht, und es seinen Kopf schüttelt, das bedeutet: “Freund, bis du diesen Gedanken aus deinem Kopf nicht hinauswirfst, wird deine Sache nicht gut gehen.” Korrigiere dein Benehmen und gehe wieder zu diesem Pferd, und du wirst sehen, dass es seinen Kopf nicht mehr schütteln wird. Wenn euer Verstand seinen Kopf wie ein Pendel einer Uhr schüttelt, bedeutet das, dass deine Sache nicht gut geht. Pass auf, dass dein Verstand seinen Kopf nicht schüttelt, dass er an einer Stelle steht und arbeitet. Das hat eine Beziehung auch zu einigen psychischen Zuständen: Menschen, die sehr nervös sind, blinzen mit ihren Augen zu. Wenn man beginnt, das seelische Gleichgewicht zu verlieren, schüttelt man den Kopf, blinzelt man mit den Augen zu und bewegt man die Beine, aber diese Bewegungen sind unregelmäßig, sie sind wie einen Wirbelwind, der nur Staub aufwirbelt. Ich erkläre auf dieselbe Weise auch das Gesetz der Trauer. Jemand sagt: „Ich bin traurig.“ Gut, lass deine Augen geöffnet! „Aber mir ist es sehr schwer zumute.” Lass deine Augen geöffnet! „Mir tut der Rücken weh.” Setz ihn der Sonne aus! Lass deinen Verstand munter, frisch und öffne deine Augen zum Gott! Du sagst: “Na ja, ich werde nun über den Gott denken!“. Mit diesen Wörtern hast du deine Augen geschlossen. Eine Magd verliebt sich in einen Burschen und schliesst schon ihre Augen für ihre Mutter, ihren Vater, für alle zu Hause und denkt nur an den Burschen. So schließen wir auch unsere Augen, unsere Seele und unser Herz und beginnen nur über vorübergehende Dinge zu denken. Der Mensch hat drei Arten von Augen: die ersten sind physisch, die zweiten sind - der Seele und die dritten – des Verstands. Wenn ihr daran zweifelt, macht einen kleinen Versuch: wenn ihr am Morgen sehr mißgelaunt aufsteht, bleibt stehen und sagt: “Ich werde nicht zublinzen!” Denkt an Gott, beginnt über den Gott zu denken, über alles Gute, über die Engel. Denkt so meistens fünf-zehn Minuten, und ihr werdet gleich ein Gleichgewicht der Seele empfinden. Und nun wie lasst ihr euch behandeln? Ihr steht morgens auf, seid mißgelaunt, stellt euren Rucksack an den Rücken und geht zu den Nachbarn und beginnt: “Wisst ihr, wie schwer mir zumute ist!” Die andere antwortet: „Und weißt du, was mir geschehen ist?“ Die beiden gehen dann zu einer dritten und erzählen ihr Leiden. Sie beschwert ihnen über ihre Unannehmlichkeiten, und was geschieht? Alle tragen ihre Rucksäcke. Nicht auf diese Weise! Versammelt euch, die drei Schwestern, setzt euch auf einen Stuhl, wendet euch zum Osten, überlegt ein bisschen zehn-fünfzehn Minuten, und euer Verstand wird gleich sich klären, und ein Licht wird ihn durchdringen. Dann, wenn ihr einen Gedanken bekommt, unabhängig davon wie klein er ist, wendet ihn an. “Und der ein Narrenmaul hat, wird geschlagen.” In diesem Spruch sind die Symbole der Augen und des Mundes dargestellt. Wer zublinzt, bringt eine Trauer, und der Wahnsinnige ist dieser, der lange Zeit gewinkt hat. Sein Verstand ist wegen des langen Augenblinzelns wahnsinnig geworden, d.h. er spricht das, was nötig und nicht nötig ist. Alle gegenwärtigen Leute leiden daran. Dein Mann hat etwas gemacht, hat dir etwas Beleidigendes gesagt, und du gehst sofort von Haus zu Haus erzählen, was für einen Mann du hast. Wenn du ein und dasselbes Ding wiederholst, greifst in einen und denselben Korb: “Mein Mann ist grausam, ein Gauner, ich dachte, dass er edel ist!” Und die andere sagt: „Dein Mann ist eine Blume, und weißt du, was für einen mein Mann ist!” Wer hat Schuld daran? Euer Mann hat gewinkt, und ihr geht jetzt zublinzen. Euer Mann hat gezwinkert, und ihr seid schon wahnsinnig im Mund. Das, was in der Welt verdirbt, was die größten Leiden verursacht, sind jene unharmonischen und unschönen Gestalten. Zum Beispiel, du sprichst zu einem, und er verzerrt seinen Mund. Was bedeutet dieses Verzerren? Wenn du ausrutschst, wird es ein Fallen geben. Also, der, wer zublinzt, ihm wird es schwer zumute sein, und dieser Ausrutscher ist nichts anderes als ein moralischer Verfall. Du fällst von einer Brücke bei einer Katastrophe – das ist ein Ausrutscher. Der Verfall ist immer ein Verlieren des Gleichgewichts der Seele. Bei diesem Fallen geschehen die größten Unglücke. Die wichtigste Sache ist, dass man den Verstand frisch und munter behält. Eine andere wichtige Regel ist: wenn ihr etwas sprechen werdet, sollt ihr es gut überlegen. Überlegt, ob das, worüber ihr sprechen werdet, nützlich euch oder einem anderen sein wird. Wenn das, was du sprechen wirst, niemandem nützlich sein wird, beschäftige deinen Mund mit etwas Anderes. Der Mund ist keiner Kanal für ein Spülwasser. Aus unserem Mund soll alles Erhabenste und Reinste gehen – alles, was einen Edelmut verursachen kann. Und die bösen Wörter, die oft aus eurem Mund ausgehen, sollen zu einer anderen Stelle gehen, speziell bestimmt für das Spülwasser. Ich werde euch dieses Gesetz zeigen, ich werde euch zeigen, wie ein Gedanke physisch wirkt: wenn ihr eure Gedanken nicht offen lasst, d.h. wenn ihr eure Gedanken nicht kontrolliert, wird dieser Schmutz aus eurem Mund ausgehen, und nach einiger Zeit werdet ihr an Verstopfung leiden und einen Einlauf brauchen. Ihr sagt über einen, dass er eine Verstopfung hat. Ich sage: er hat gewinkt, er hat sein Wort nicht bewahrt. Jeder Gedanke hat eine physiologische Einwirkung auf uns, deshalb muss nur eine Reinheit aus eurem Mund kommen. Sonst werdet ihr Ärzte rufen. Ihr braucht keine Ärzte, sondern ihr müsst nach der Ursache zu jeder Krankheit suchen. Du wirst sagen: “Ich habe meinen Mund einen Kanal gemacht, und ich muss ihn saubermachen!” Alle Leute haben ihren Mund einen Kanal gemacht und wollen gut leben. Euer Mund muss ein Rohrbrunnen sein. Wenn ihr eine Verstopfung habt, könnt ihr keine Wissenschaft haben. Die Därme und der Magen müssen frei sein. Ich werde euch weiter sprechen, welche Beziehung zwischen dem Kopf und dem Magen existiert. Es gibt eine sehr enge Beziehung zwischen der Seele und dem Geist im Körper. Berücksichtigt, dass der Magen ein Kopf der Seele ist. Der Magen ist ein Mann. Zwischen diesem Mann und dem Kopf gibt es eine enge Beziehung, sie verstehen sich gut, weil sie Männer sind. Die Lungen sind Frauen des Gehirns, und das Herz ist ihr Kind. Der Magen hat auch eine Frau und ein Kind. Ich möchte nur die Idee zu eurem Bewusstsein bringen, dass jeder Gedanke, der durch euch geht, wird ein Ergebnis in eurem Organismus hervorrufen, welches Ergebnis sich entweder jetzt oder in eurem anderen Leben zeigen wird. Wenn ihr nun eure Gedanken nicht korrigiert, werden sie zukünftig für tausend Jahre solche bleiben. Jemand wird sagen:"Ich bin wegen Segen gerettet.“ Wie? Wenn du ins Wasser fällst, und ich dich herausziehe, kannst du wegen Segen gerettet sein, aber nach deinem Herausziehen musst du arbeiten lernen. Ich spreche euch über den gelesenen Vers, weil ich weiß, dass ihr euch mit euren Mündern sehr tretet. Wisst ihr, dass der menschliche Mund eines der schnell schießenden Werkzeuge ist, er ist ein schreckliches Maschinengewehr. Bis jetzt war er in fremden Händen, und wir müssen ihn befreien. Wer nicht gut denken kann, stoßt seinen Kopf gegen die Wand.Ich klassifiziere die Menschen nach den Köpfen so: einige, deren Köpfe vernünftig sind, und andere, deren Köpfe Rüben oder Holzköpfe sind. Wenn euer Kopf eine Rübe oder ein Holzkopf ist, habt ihr keine Chance zum Erfolg. Ihr müsst euer Gehirn arbeiten lassen, und er muss seine Arbeit erledigen. Ich möchte nicht, dass ihr entmutigt und nicht arbeitet. Wenn ihr einen Fehler feststellt, wisst, dass er von außen gepfropft ist, er ist keine Eigenschaft der Seele. Ihr habt einen Rucksack an eurem Rücken – das ist keine Eigenschaft drinnen in euch, denkt nicht, dass ihr mit einem Rucksack geboren sind. Ein böser Gedanke ist in euch eingetreten – er ist nicht von euch, werft ihn hinaus. Wenn ich euch sage, dass es einen bösen Gedanken in euch gibt, soll das euch nicht kränken, weil ich möchte euch einheitlich von innen machen. Der Gedanke selbst, mit seinem Aufenthalt in euch, wird euch beleidigen. Damit diese Gedanken sich setzen, sollt ihr entgegengesetzte Gedanken finden. Blinzet nicht zu, sondern lasst eure Gedanken offen. Wer in euch kommt, soll kommen, aber ohne ihr ihm zublinzt. Weil Christus sagt: “Wer nicht zur Tür hineingehet in den Schafstall, sondern steiget anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Mörder.” Jeder Gedanke soll durch eure Augen und Gehirn eintreten. Jeder Gedanke, der durch euer Herz eingetreten ist, ist ein Räuber. Ein solcher Gedanke muss euch nicht beunruhigen, aber man soll ihn außerhalb des Pferchs lassen. Es gibt drei Unterabteilungen im Menschen. In der orthodoxen Kirche gibt es auch drei Einheiten, die seit tausend Jahren festgestellt sind. Sie zeigen die Entwicklung des Menschen. Die erste Abteilung ist für die Anfänger, dann für die Gläubigen und drittens – für den Pfarrer, der Gottesdienst hält und die Weise versteht, auf die man dem Gott dient. Der Pfarrer ist der Lehrer. Der Altar ist die Stelle des Lehrers, der von dort kommt, Feuer und Weihrauch ins Weihrauchfass stellt und weihräuchert. Wenn die heutigen Pfarrer zublinzen, warum machen sie das, warum weihräuchern sie? Sie wissen nicht warum. Ich weiß warum. Ihr macht das auch oft: ihr stellt Weihrauch in eure Weihrauchfässer und beginnt den Teufel zu verfolgen. Der Teufel wird mit dem Weihrauch nicht verfolgt, der Weihrauch ist nur ein Desinfektionsmittel. Das Brennen des Weihrauches zeigt, dass euer Herz auch so heiß sein muss. Die schönen Gedanken sollen aus eurem Herz herausgehen und die Atmosphäre erfrischen, in der ihr lebt. Wenn ihr so weihräuchert, versteht ihr das Symbol des Weihrauches gut. Aber wenn ihr eure Fibel unter der Achsel tragt, ohne sie zu lesen, wird sie euch keinen Nutzen bringen. Deshalb hat Gott euch Augen gegeben, die Fenster der Seele sind. Also, immer, wenn es hell ist, müssen wir unsere Augen geöffnet lassen und soviel Licht annehmen, wie es uns nötig ist. Ihr sagt manchmal: „Es ist sehr hell“, manchmal sagt ihr: „Es ist dunkel“. Gut, öffne deine Augen mehr! Es gibt Leute, die nachts fahren, und es ist ihnen dunkel, aber es gibt auch abends ein Licht. Aber für es sind empfindlichere Organe notwendig, die es wahrnehmen. Dieses Licht benutzen die Hellseher. Die wahren Hellseher sehen am Abend besser, als am Tage, aber sie blinzen nicht zu. Sie lassen ihre Augen geöffnet. Bewahrt immer den Gedanken, dass eure Augen geöffnet sind! Man sagt über jemanden, dass er „mit geöffneten Augen gestorben ist“ und man beeilt sich, seine Augen zu schließen. Lasst diesen Toten mit geöffneten Augen. Jetzt streben alle Lehrer und Pfarrer danach, die Augen der Menschen zu schließen. Öffnet die Augen der Leute! Zum Beispiel verbringt jemand sein Dasein, und ihr sagt ihm: “Und du denkst, dass du Christ wirst!“ Das bedeutet, dass du ihm seine Augen schließt. Was wisst ihr? Das geht nicht, nein! Sag diesem deinem Bruder: „Bruder, du hast sehr gut gemacht, du hast gut begonnen.“ Es ist nicht wichtig, wann man kommen wird. Wenn ich spazieren gehe, gehe langsam, sehe alle Käferchen an, alles, das ich auf dem Weg treffe, und endlich komme ich. Es ist nicht nötig zu beeilen, damit man eher zu „Tscherni Gipfel“ kommt. Wenn du dich auf den Weg zu „Tscherni Gipfel“ machst, beobachte im Vorbeigehen die Rinnsale, sehe, was für Käferchen, Schmetterlinge es gibt, und wenn dein Verstand immer wach ist, wirst du sehen, wie Gott arbeitet. Ich möchte, dass die Augen von allen so geöffnet sind. Ihr sagt: “Was sollen wir machen, um uns zu retten, wie retten wir uns?“ Jeder, der nicht zublinzt, ist gerettet, und wer zublinzt, ertrinkt. Deshalb entmutigt niemanden. Eure Gesichter, wenn ich euch sehe, sind streng dem Aussehen nach, aber sie sind nicht solche wegen einer wahren Ernsthaftigkeit, sondern vor Bedauern für die verlorene Jugendzeit. Ihr sagt euch: „Einmal, als ich schön, jung war!” Du bist nicht alt, irre dich nicht!Die Gedanken, die du in dir hast, sind alt, deine Kleider sind alt, aber deine Seele ist immer jung. Wenn dein Körper alt wird, ist er nicht mehr fähig, deine Gedanken zu übergeben, und Gott sagt zu den Engeln: „Geh, ziehe dieses meines Kind aus, dessen Kleider sehr unsauber sind und nicht gewaschen werden können!” Ich sage: „Bruder, man wird dich ausziehen. Oder, in eurer Sprache gesagt, du musst gehen und ein zweites Mal kommen. Wenn ich euch über geöffnete Augen spreche, will ich, dass ihr euren physischen Körper immer sauber pflegt. Ich werde euch sagen, welcher Einfluss die guten Gedanken auf euren physischen Körper haben. Bei den Heiligen, die eine lange Zeit ein reines Leben geführt haben, wird ein besonders angenehmer Geruch gebildet, ein innerer sehr schöner Wohlgeruch, genannt nux. Wenn ihr eine schöne seelische Stimmung habt, wenn ihr in einer Überlegung seid, spürt ihr einen angenehmen Geruch, welcher zu einem erhabenen Geist gehört, der euch besucht hat. Zum Beispiel das Fasten: bei ihm entstehen solche Gedanken und werden Dinge gesehen, die die anderen nicht sehen. Es gibt religiöse Leute, die viel beten, aber nichts sehen – sie denken nur, wie sie sich retten. Nieder mit diesen Gedanken! Es gibt Leiden im Jenseits, aber hier gibt es auch schlechtere. Wenn ihr ein Verbrechen begeht, spürt ihr eine große Hölle. Jeder hat diese Hölle drinnen in seiner Seele ausprobiert, warum sucht ihr nach einer anderen Hölle? Die andere Hölle ist ein Spielzeug. Diese, innere, ist schrecklich, und dann sagt ihr: “Dieser Wurm hört nicht auf zu wühlen, beendet nicht!“ Er ist wie einen Bandwurm, gegen den ihr Arzneien nehmt, ihr werft ihn hinaus, aber sein Köpfchen bleibt wieder. Ihr sagt: „Warum ist dieser Bandwurm hineingetreten?“ Weil eure Augen geschlossen waren. In diesem Bandwurm ist ein böser Geist eingetreten, wer ständig saugt. Dieser Bandwurm wird selbst ausgehen, wenn ihr eure Augen geöffnet lassen lernt, und eure Münder sollen nicht wahnsinnig sein. Ihr könnt so euren Willen trainieren, dass ihr den Bandwurm aus dem Ort, wo er steht, für eine Minute hinauswerft. Also, wir, die gegenwärtigen Menschen, die uns selbst heilen können, brauchen keinen Arzt. Ihr müsst euch abhärten. Damit man prüft, ob dein Gedanke stark oder nicht stark ist, tue folgendes: du hast einen Rheumatismus, welcher mit keinerlei Arzneien geheilt wird; verstehe zuerst, welche Nahrung er braucht und dann beginne mit der Kraft des Willens, ihn von einer Stelle zur anderen in deinem Körper umzustellen. Wenn er woandershin zu rücken beginnt, sag ihm: „Mein Herr, du bist in meinen Organismus eingetreten, wenn meine Augen geschlossen waren, aber nun gehe bitte zur Hintertür!” Und Hintertüren haben wir viele. Wenn jemand sich erkältet, geben die Ärzte ihm einen Aspirin, der zu einem Schwitzen führt. Die Poren, durch die das Schwitzen erfolgt, sind Hintertüren. Ich sage nicht, dass ihr nicht schwitzen sollt, aber ich sage, dass ein Gedanke, zugelassen, in unseren physischen Körper hineinzutreten, muss durch diese Poren hinausgehen. Die Poren opfern sich für unsere Augen und sagen: “Wir sind fertig, unserem Herrn zu dienen.” Durch sie geht aller Schmutz hinaus. Wenn der Mensch in der moralischen Welt einen Fehler macht, empfindet er, dass viele Ablagerungen sich in ihm anhäufen. Beseitige diese Trauer nicht, aber sei Held, ihre Ursache zu erlernen. Jemand sagt: “Ich möchte Heiliger werden!” Als du Heiliger werden willst, geh auf dem Weg, auf dem der Heilige gegangen ist. Und dir tut der Rücken weh und los, du beeilst dich, zu mir zu kommen. Die Schmerzen, Trauer, Leiden sind notwendig und bedauert sie nicht, aber findet eine Weise, auf die ihr sie benutzt. Der Teufel ist in uns eingetreten, aber wir werden ihn nicht hinauswerfen, sondern wir werden ihn in die Arbeit einspannen und ihm sagen: „Wir haben dir achttausend Jahre gearbeitet, du bist an der Reihe, uns auch soviel Jahre zu arbeiten!“ Der Teufel ist eine intelligente Kreatur, deshalb müssen wir ihn zur Arbeit zwingen. Die Hauptübung, welche euch in diesem Monat bevorsteht, ist folgendes: Entwicklung des Willens. Aber nicht dieser, der ihr habt, sondern der vernünftige, Göttliche Willen. Bei der Entwicklung des Willens müssen ihre Gedanken streng bestimmt sein. Ihr sollt euch mit zwei Gedanken gleichzeitig nicht beschäftigen. Ihr werdet einen Gedanken begreifen, zuerst werdet ihr eine Arbeit erledigen, und dann eine andere. Alles in uns ist wie mit einer Kette verbunden. Ich werde meinen Gedanken erläutern: wir gehen nach einem bestimmten Göttlichen Plan, und jeder wird etwas Verschiedenes arbeiten. Nehmen wir an, dass einer von euch Weber ist, ein anderer – Schreiber, dritter – Arbeiter am Weinberg usw. Der Kaufmann wird seinen Gedanken im Handel anwenden, der Weber – in der Weberei, der Feldarbeiter – am Feld, überhaupt jeder – in seiner Berufung. Jener, der Weber ist, wird sicher und seriös weben; sein Garn wird fest sein müssen, seine Faser muss auch fest sein, sondern nicht verflechtet. Weil jeder Gedanke wird von den Gedanken und Wünschen gesponnen, über die ihr denkt. So wird der ganze Gedanke gebildet. Diese Faser muss fest sein und nach allen Regeln gewoben werden. Diese Faser, so gesponnen, wird wie eine Kraft eures Willens eintreten, weil der Wille immer in der materiellen Welt benutzt werden soll. Dort, wo wir unsere Gedanken anwenden wollen, werden wir Hindernisse und Hemmungen finden. Diese Welt ist ein Rebus für uns. Zum Beispiel heiratet ihr einen Mann und wollt glücklich sein, aber ihr könnt euch nicht verständigen. Bei wem ist der Fehler? Bei eurem Mann fehlt etwas und bei euch auch fehlt etwas – ihr beide seid mit geschlossenen Augen eingetreten. Wenn sein Kopf von hinten aufgerichtet oder plattgedrückt ist, wenn seine Augen sehr klein und seine Lippen sehr dünn sind, was erwartet ihr von einem solchen Menschen? Das zeigt, dass ihr nicht füreinander seid. Gut, was macht ihr dann? Ihr sollt eure Lippen dicker machen, euer Herz entwickeln. Damit ihr euer Herz entwickelt, müsst ihr euren Willen in Bewegung setzen. Die Phrenologen sagen, das die gegenwärtigen Leute einundvierzig Türen haben, durch die sie Besucher empfangen können. Ihr versucht durch eine Tür – ihr könnt nicht eintreten, versucht durch eine andere und endlich werdet ihr eine Tür finden, durch die ihr eintreten könnt. Also, ihr könnt auf viele Weisen die Menschen beeinflussen. Das Kind weiß auch dieses Gesetz und merkt, dass wenn es etwas will, beginnt es mit den Wörtern: “Mutti, gib das!” „Es darf nicht!“ Es beginnt dich dann zu streicheln,zu küssen, und endlich bist du einverstanden. Es hat eine von deinen Türen geöffnet und ist hineingegangen. Dieses Kind ist klug und auf diese Weise hat es seinen Willen verwendet. Aber du wirst sagen: “Ich will nicht heucheln.” Es bleibt nichts, du wirst streicheln, liebkosen, du wirst diesen Menschen glänzen. Seine Hand ist unsauber – du wirst sie waschen, du wirst ihr einen Verband machen. Ihr sollt die menschliche Seele erlernen – das ist keine leichte Kunst. Ich spreche über die Beziehungen zwischen gesunden Menschen, aber wenn ihr beide krank seid, werdet ihr dann einen von euren Nächsten von außen rufen. Manchmal wird ein Kind geboren – es wird seinen Vater und seine Mutter heilen. Jeder einzelne Mitglied kann das ganze Haus retten. Öffnet eure Augen zum Gott! Wisst, dass eine Kreatur nicht existiert, die kluger, empfindlicher, aufgeschlossener als Gott ist. Keinerlei Engel, Seraphs, Cherubs können sich mit dem Gott vergleichen. Jemand sagt: “Wird dieser Gott sich mit mir beschäftigen?“ Ihr verursacht Gott Leiden, wenn ihr an ihn nicht glaubt. Die Philosophen sagen: “Wird Gott sich wirklich mit dir beschäftigen, du bist ein geringfügiger Pygmäe!“ Wisst, dass Gott sich auch mit den kleinsten Lebewesen im Ozean beschäftigt, er hört sogar sie, und er hört euch auch. Und ihr, die Leute des XX Jahrhunderts, lasst eure Augen geschlossen und entbehrt des Göttlichen Lichts. Wenn wir in einem Keller viele Jahre wohnen, werden wir viele Krankheiten haben. Ich behaupte das nicht nur über das physische Feld, sondern über die Geistige Welt, wo die Ursachen dieselbe sind. Wir beten, aber wir gehen aus unseren Kellern nicht. Die erste Sache ist, dass du deine Augen zum Gott öffnest. Aber du wirst sagen: „Ich weiß nicht, was Gott ist.“ Das ist nicht wichtig. Ich kann nicht wissen, welche die Elemente der Sonne sind, aber ich setze meinen Rücken der Sonne aus und benutze ihre Strahlen. Und die gelehrten Menschen sagen: “Benutze ihre Strahlen nicht, weil du weiß nicht, was sie ist!“ Ein Mensch, der zum Gott geht, ist erlöst, unabhängig davon, wie wenig er über den Gott gedacht hat und was für ein böser Mensch er ist. Wisst, dass man in dieser Lehre, über die ich euch spreche, nicht umkommt. Sogar wenn du deine Hände, Beine, Ohren usw. verlierst, gibt es kein Umkommen. Aber ihr sagt: „Man hat ihn fortgejagt.” Nichts, er ist aus der Schule für ein-zwei Jahre fortgejagt, aber man nimmt ihn wieder an, damit er lernt. Wer die anderen stört, wird draußen fortgejagt. Wenn ihr nicht das erfüllt, was man euch lernt, wird man euch fortjagen, damit andere kommen, die hören und erfüllen wollen. Jetzt, in geistiger Hinsicht höre ich euch oft, dass ihr Bänke schlagt. Eine Wissenschaft lernt man so nicht. Das Schlagen auf den Bänken in der Schule wird euch nicht helfen. Wer einen Willen hat, wird ihn nicht auf den Bänken üben, sondern auf den Rheumatismus, oder wenn der Magen ihm weh tut. Habt reine Gedanken in euch, damit ihr seht, was für eine Kraft die reinen Einflüsse haben. Wenn ihr euch nur mit einem Hundertmillionenteil aus dem Millimeter bewegt, dass ist viel. Denkt nicht, dass indem ihr mit dieser Lehre beginnt, werdet ihr auf einmal vieles tun. Ich werde für einen großen Fortschritt halten, wenn ihr nur mit einem Hundertmillionenteil aus dem Millimeter Erfolg habt. Das ist auch ein Fortschritt. In der ganzen Ewigkeit wird ein kontinuierlicher Fortschritt von Kenntnissen existieren. Ich bewege mich auch mit solcher Schnelligkeit, entmutigt nicht. Jeder Wissenschaftler, der beobachten will, bewegt sich langsam. Und ihr möchtet schnell beenden und dann sagen: “Ich bin bereit schon zum Professorenlehrstuhl.” Dieser Hundertmillionenteil aus dem Millimeter ist ein ewiges und genaustes Maß. Ich werde euch eine Figur darstellen: stellt euch die Projektion eines Zentrums der Unendlichkeit vor und vermutet, dass sie für vierundzwanzig Stunden einen Kreis machen muss. Wisst ihr, mit welcher Schnelligkeit sie sich bewegen wird, damit sie einen Hundertmillionenteil aus dem Kilometer zurücklegt. Sie bewegt sich hier sehr langsam, aber die Geschwindigkeit, mit der sie oben umkreist, ist sehr hoch. Im Zentrum ist die Bewegung sehr langsam, aber oben ist sie sehr schnell. Wenn die Materie eures Herzens sich mit einer solchen Geschwindigkeit zu bewegen beginnt, würden euer Herz und Verstand schmelzen. Deshalb sollt ihr euch unten sehr langsam bewegen, damit die Bewegung oben harmonisch ist. Und verliert den Mut nicht! Um euren Willen üben zu können, sollt ihr immer einen unangenehmen Zustand mit anderem angenehmen tauschen. Ich werde euch eine Weise zur Stärkung eures Willens zeigen. Zum Beispiel ihr habt ein sehr unangenehmes Gefühl und könnt euch von ihm nicht befreien: steht auf, findet eine Stunde und besucht eine Familie, die in einer viel schlechteren Lage als eure ist. Sagt nicht: “Das Wasser steht mir bis zum Hals, und ich werde andere besuchen!” Geht zu einer solchen Familie, die kein Holz, Brot, nichts hat, steht zehn-fünfzehn Minuten und seht, ob es dort ein Murren gibt oder nicht. Geht nach Hause und vergleicht ihren Zustand mit eurem. Ich will, dass ihr euer Gebäude baut. Wenn ein edler Gedanke zu eurem Herz kommt, erfüllt ihn. Ihr werdet diesen Gedanken nicht erfüllen, wie in den Büchern geschrieben ist, sondern wie euer Herz euch vorsagt. Ihr werdet ihn nicht zwangsweise erfüllen, sondern nach dem Gesetz des Göttlichen Willens. Ihr könnt euch sagen: “Zuerst werde ich mein Haus reparieren.” Аlle Leute sind doch Gottes Häuser! Ein Mensch, dem wir helfen können, ist immer aus dem Göttlichen Haus. Verletze das Gesetz deines Vaters und deiner Mutter nicht, lass deinen Willen in Übereinstimmung mit ihrem, und du wirst erlöst. Überanstrengt euch mit dem Stählen eures Willens nicht. Es reicht, dass ihr jeden Tag eine mikroskopischste Arbeit erledigt. Zum Beispiel, wenn du einem Menschen ein Glas Wasser gibst, das reicht auch. Ihr werdet sagen: „Sogar eine so kleine Arbeit!” Das ist auch etwas, was gemacht ist. Eine andere Regel: geht nicht zu verschiedenen Häusern und Familien, wenn es euch sehr traurig, gramvoll ist, um es euch leichter zu werden. Bringt euren Mist euren Nächsten nicht, das ist keine Wissenschaft, es soll euch nicht auf diese Weise leichter werden. So werdet ihr gehen, mit dem Ziel auszunutzen, aber ohne dass ihr wollt, werdet ihr zulassen, dass man euch ausnutzt. Wenn ihr zu den anderen Häusern geht, um euren Mist dort zu lassen, mit dem Ziel, dass es euch leichter wird, werden alle euch kennen und nicht annehmen. Ich möchte, dass ihr alle sauber seid, dass ihr nichts unter den Nägeln habt. Reinigt eure Kleider, wascht euch und geht dann zum Gott! Weil selbst der Gedanke, dass du sauber bist, ist ein Wille, der Gedanke selbst, dass du sauber zum Gott gehst, wirkt auf euren Verstand. Wenn du unsauber bist, ziehe dein Kleidungsstück aus, wasche dich und gehe zu Gott, gehe beten! Ein Schüler, der unsauber ist, wird nicht angenommen. Das bedeutet nicht, dass ihr Pedanten werdet und euch mit der Sauberkeit der Menschen beschäftigt. Jeder muss sich mit seiner Sauberkeit beschäftigen. Wer sich mit dem Schmutz der Leute beschäftigt, verdirbt. So werden wir vom Physischen zum Geistigen beginnen. Ich mag die Weltleute, weil sie sehr gut gehen, sie lenken große Aufmerksamkeit auf die physische Sauberkeit. Von ihnen verlangt man nur einen Schritt nach vorn, damit sie ins Gottes Reich eintreten. Haben sie diese Kunst – physische Sauberkeit, werden sie auch zur geistigen übergehen. Diese Dinge sind notwendig zum Schaffen einer günstigen Atmosphäre für den menschlichen Gedanken. Von der Unsauberkeit der Gedanken entsteht eine unangehehme Atmosphäre, von der die Schüler demagnetisieren. Für die Arbeit des Verstands braucht man immer eine Sauberkeit. Damit man den Himmel beobachtet, muss eine Reinheit existieren. Wenn Christus sagt, dass die Offenherzigen den Gott sehen werden, zeigt Er, dass die Reinheit eine Bedingung zum Sehen ist. Also, ihr werdet die Reinheit als eine Bedingung zur Stärkung des Willens haben. Sie kann nur durch eine Schulzeit erworben werden. Das ist eine Religion. Die Religion hat ein Kultivieren des Herzens zum Ziel, aber wir müssen nicht nur dabei verweilen. Diese Anbetung zum Gott soll im Geist, in der Wahrheit und im Verständnis sein. Wir müssen wissen, wie wir diese Kräfte beherrschen, die Gott uns gegeben hat. In der Seele und im Herzen gibt es eine Verstopfung, die vernünftig benutzt werden soll. Ihr sagt über etwas: „Fangen wir es wie einen Ochse mit einem Zügel.“ Es geht nicht so. Was ist ein Zügel? Der Zügel ist ein Gesetz, mit dem ihr die Gedanken eurer Seele, eures Kopfs und Herzens beherrschen könnt. Lenke keine Aufmerksamkeit darauf, ob du eine Stimmung hast oder nicht. Les heute ein bisschen, und wenn der Tag vergeht, stelle in Rechnung, was du gelernt hast. Notiert das in einem Notizheft. Bis jetzt war euer Leben wahllos: ihr steht morgens auf, und bis zum Mittag seid ihr immer in der Küche, am Nachmittag wieder hin und her, und abends geht ihr müde zu Bett. Ihr sagt euch: „Morgen – immer dasselbe wartet auf uns, wann werden wir uns befreien?” Ihr werdet euch nicht befreien, weil ihr Kenntnisse durch diese Arbeit erwerbt, euren Willen in diesen Schwierigkeiten stählt. Urteilt die anderen nicht, lasst sie mit ihren Fehlern, aber die Stärkeren sollen den Schwächeren helfen. Es gibt kein besseres Gebet als dieses, eurem Bruder zu helfen. Gott, dem du betest, ist klug und sagt: “Höre zu, schwindele vor Mir nicht, geh hinaus und erledige diese Arbeit!“ Aber du wirst sagen: „Gott, ich bin nicht gut gelaunt.“ Du bist nicht gut gelaunt, weil du auf deinem Rücken größere Last hast, als du tragen kannst. Das ist dasselbe, wenn ein Kind eine Algebra nimmt und sie anseht, obwohl es nur rechnen kann. So ist auch mit euren Gedanken – manchmal habt ihr sehr schöne Gedanken und Gefühle und sagt: „Ich habe eine sehr gute Stimmung.“ Diese Stimmung ist von einem eurer Freunde, der euch besucht und bewirtet hat. Irrt euch mit diesen Bewirtungen nicht, weil ihr morgen ohne sie bleiben werdet. Vor allem sollt ihr arbeiten und wissen, dass ihr täglich eine Arbeit erledigt, die notwendig für euch ist. Euer Herz soll sauber sein, die Seele – frisch, der Verstand – munter, und der Geist – stark! Helft euch in diesem Monat einander. Habt keine Angst, dass der Meister das gesagt hat, jenes gesagt hat. Ich habe alles am rechten Ort gesagt, aber ihr legt falsch die Dinge aus. Wer lernt, ist immer beim Kopf, und wer nicht lernt, ist an der Schlange. Viele menschlichen Seelen haben sich so entwickelt, dass sie zu den Engeln gekommen sind, und es gibt viele Engel, die gefallen sind. Berücksichtigt, dass ihr alle Möglichkeiten zu lernen habt, und wenn ihr nicht lernt, soll es als Sünde auf eurer Seele lasten. Ihr müsst nicht sagen, dass ihr alt geworden seid. Nur der Teufel ist alt. Denkt, dass ihr jung für dieses Göttliche Wissen seid, um euren Willen in diesen Kenntnissen zu verwenden! Einige sind reich, andere arm. Die Armut ist eine Arbeit, und der Reichtum – eine Rast. Es gibt eine schlechte Armut, es gibt auch eine gute Armut, d.h. eine schlechte Arbeit und gute Arbeit. Eine gute Arbeit ist dann, wenn du arbeiten weißt, und eine schlechte – wenn du nicht arbeiten weißt. Auf dieselbe Weise gibt es ein schlechter Reichtum und ein guter Reichtum. Aber ein anderes Mal werden diese Zustände ihre Rollen tauschen. Heute bist du ein Armer, sage: “Gott sei Dank, ich habe eine Arbeit” und beginne zu arbeiten. Morgen bist du reich, sage: „Heute werde ich mich ausruhen.” Jetzt sage ich: wir werden diesen Abend die Welt mit einem Hundertmillionenteil aus dem Millimeter rücken, aber wir müssen alle kollektiv arbeiten. Wenn ich euch sage, dass ihr den Hass in Liebe verwandelt, wundert ihr euch, aber der Hass kann immer herausgezogen werden, weil er drinnen in uns ist. Wie wird er herausgezogen? Wenn ihr das Wasser reinigen wollt, lasst es, dass es sich klärt oder stellt ein bisschen Alaun darin, damit es sich klärt. Berücksichtigt, dass ihr in einer Schule seid und den Lehren folgen werdet, die euch gegeben werden. Wisst ihr, wem ist dieser ähnlich, wer mich hört und nicht erfüllt. Als ob ihr ihn durch ein Gasthaus führtet, nur alle Speisen zu riechen und zu gehen, und er ist sehr hungrig. Und man lebt nicht mit einem Riechen. Auf dieselbe Weise dienen viele dem Christentum nur mit einem Riechen und sagen: “Es ist ausgezeichnet, es ist schmackhaft!“ Wer durch Kenntnisse zum Christentum gehören will, soll verstehen, dass man euch retten kann, heilen kann, anziehen kann, aber man kann kein Wissen euch wegen Segen geben. Das ist menschlich. Paulus sagt: „Teils wissen wir, teils lernen.“ Man muss nicht nur denken. Dass du denkst, das ist deine Verpflichtung. Dass du betest, das zeigt, dass du deine Schulden bezahlen sollst. Du sagst: „Ich atme”; du bist verpflichtet, zu atmen, das ist keine Sache deines Geistes. Das Wissen stammt aus der Freiheit des menschlichen Geistes, aus dem Verstehen des Gottes Willens. Ich will, dass ihr frei seid, dass ihr denkt, und eure Stimmung ist nicht wichtig. Der Lehrer kann dem Schüler keine Note nach dem Segen geben. Wenn der Schüler nicht lernt, kann er ihm keine Sechs schreiben – die Sechs soll drinnen in euch sein. Ich habe keine Sechsen, ich gebe nichts wegen Segen und gebe eine Sechs nur diesem, der arbeiten kann. Was bedeutet die Sechs? Sie ist ein Gesetz eines Fortschritts, einer Entwicklung. Wenn ich euch eine Sieben schreibe, das ist ein Gesetz der Vollkommenheit. Ihr möchtet mit großen Arbeiten beginnen, aber ihr sollt zurückkehren. Als Christus aus dem Jenseits kam, hat Gott ihn mit der niedrigsten Lage geschickt, zur Schule. Er hat dreiunddreißig Jahre gelernt, obwohl er aus der höchsten Lage stammte, er hat sich beruhigt, war gehorsam, hat in der Tischlerei gearbeitet und machte Stühle. Er machte Stühle für euch, die nun immer über Stühle streitet. Der Stuhl ist ein Symbol bestimmter Lage, die der Mensch in der Welt haben soll. Zu Hause und überall – man streitet immer über Stühle. Christus hat diese Kunst gelernt, Stühle zu machen, und wenn ihr euch auf sie setzt, soll es euch angenehm sein. Christus hatte auch den Wunsch, die Menschen zu retten. Worin besteht dieser Wunsch? Er hat sie gelernt, eine gesundheitliche Nahrung zu essen. Ihr sollt eure Seele mit einer gesunden Nahrung ernähren, euren Kopf – mit gesunden Gedanken, und euer Herz – mit gesunden Gefühlen. 7 November 1918, Sofia
  14. Bewahrung Der Seelischen Energie „Und du wirst sein eine schöne Krone in der Hand des Herrn.“ Jesaja 62:3 Das Wort Krone hat eine doppelsinnige Bedeutung. Mit diesem Wort wird eine regelmäßige Bewegung im Kreis, ein richtiges Geben gemeint. Alle Körper im Raum, die ihre Energie bewahren, bewegen sich in einer kreisförmigen Umlaufbahn. Was für Himmelskörper gültig ist, das gilt auch für den Menschen. Deshalb muss einer, der seine Energie bewahren will, sich in einer kreisförmigen Umlaufbahn bewegen oder, in eurer Sprache gesagt, das ist eine Arbeit, die auf eine leichteste Weise erledigt wird. Die Verfahren oder die Methoden zur Bewahrung der seelischen Energie zu wissen, das ist eine notwendige Wissenschaft zur richtigen menschlichen Entwicklung. Alle gegenwärtigen Leiden, individuell und gemeinsam, sind auf das Verlieren dieser Göttlichen Energie zurückzuführen. Bis ihr jung wart, war die Energie, die ihr in eurem Organismus hattet, so groß, dass ihr geneigt zu denken wart, dass sie unerschöpflich für immer sein wird. Aber das ist eine Illusion im irdischen Leben. Diese Energie kann so verschwinden, wie ihr euer Geld verliert. Sie fließt aus euch so aus, wie das Wasser aus einer gesprungenen Flasche fließt. So gießen einige Weinbauer einen süßen Wein in Flaschen ein und graben ihn im Boden ein, damit er einige Jahre dort bleibt, wo er langsam gärt. Bei diesem Aufenthalt entsteht eine gewisse Menge Kohlenstoffdioxid im Wein, und das Öffnen muss sehr aufmerksam gemacht werden, weil die ganze Flüssigkeit auf einmal ausfließen kann. So auch die menschliche Energie, die in der Seele des Menschen eingelagert ist, kann in bestimmten Zeitpunkten auf einmal ausgehen,das geschieht bei großer Freude oder großer Trauer. Deswegen muss man wissen, wie sich zu freuen und zu trauern. Das ist auch eine Kunst. In dieser Hinsicht muss man keine Fehler machen, weil der Mensch Schaden nehmen kann. Ich werde euch ein Beispiel geben, aus dem man klar sieht, wie die starke Freude auswirkt: ein englisches Schiff wurde in Zarigrad verpfändet, das vier-fünf Millionen Lewa kostete. Ein Lastträger gewann es, er wurde eingeladen, dorthin zu gehen und sein Eigentum zu sehen. Aber auf dem Weg wurde er wahnsinnig vor Freude. Die Menschen werden vor einer großen Freude und Trauer wahnsinnig. Was ist ein Wahnsinn? Das ist ein Verlieren der Energie oder ein Unverständnis der seelischen Sprache. Es gibt keine Ursache, dass wir uns sehr freuen, aber wir müssen nicht sehr trauern, weil die große Freude eine große Trauer bedeutet und umgekehrt. Das ist ein richtiges Gesetz. Ihr sagt: “Wenn wir in den Himmel gehen, werden wir uns sehr freuen, aber wenn wir unten in die Hölle gehen, werden wir trauern.” Das sind zwei entgegengesetzte Pole. Wenn ihr die Göttlichen Gesetze nicht versteht und kennt, sagt ihr: „Warum sind diese Leute unten in der Hölle und sich quälen?“ Ich würde fragen, warum diese, die oben sind, sich freuen. Welcher Unterschied besteht zwischen einem Leiden und einer Freude? Der Schmerz ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass wir das verloren haben, was uns gegeben ist. Zum Beispiel, wir werden trauern, wenn wir Gesundheit, Geld, Gehör oder etwas Anderes verlieren. Also, wir müssen lernen, das bewahren, was Gott uns gegeben hat. Damit wir das Gegebene bewahren können, müssen wir unbedingt unsere Energie verdoppeln, dazu steht ein Gesetz im Evangelium: die Verdoppelung ist ein Gesetz des Säens – wenn der Landwirt nicht sät, wird er verlieren. In dieser Beziehung ist euer Gehirn ein Acker, auf dem ihr säen müsst. Gott hat den Samen in eurer Kornkammer gestellt, und wenn die bestimmte Zeit kommt, sagt Gott: “Säe den Acker!” Ihr antwortet: „Dieses Jahr werde ich nicht säen, weil ich genug Nahrung habe, ich werde mich ausruhen.” Ihr lasst eure Gehirne unbearbeitet, und sie atrophieren, wie man wissenschaftlich sagt. Die Hauptkunst zum Schutz der seelischen Energie ist die Bearbeitung des menschlichen Gehirns. Die menschliche Energie wird auf drei Arten verbraucht: erstens, durch den körperlichen Organismus – durch Hände, Beine, Muskeln, Magen, Lungen; zweitens, durch den menschlichen Gedanken und die Überlegung; drittens, durch die menschlichen Leidenschaften. Die gefährlichsten Elemente zum Verbrauchen der Energie sind die Leidenschaften. Und diejenigen von euch, die sich beklagen, dass ihr Gedächtnis schwächer wird, werden wissen, dass die Leidenschaften in ihnen vorherrschen. Diese Tatsache wird bei jungen Mädchen und Jungen um fünfzehn – sechzehn Jahre gemerkt. In diesem Alter beginnen sie zu lieben. Deshalb beginnen sie zu vergessen, und sie können ihre Lektionen nicht lernen. So ist auch mit den Erwachsenen – sie verlieben sich in andere Dinge, aber das ist keine Liebe, das ist eine scheinbare Liebe, Liebe zum Gläschen. Solche ist die Lage jedes Trinkers, der das Gläschen mag – er sieht zu ihm und ist zufrieden. Auch die Lage mit den Gedanken ist ähnlich: im okkulten Sinne existiert ein reiner physischer Gedanke, ein Gedanke der Wünsche, auch ein geistiger Gedanke. Die Gedanken der Wünsche sind diese, an denen die gegenwärtige Gesellschaft leidet, d.h. die Epoche, in der die Leute heute leben, ist solche. Diese Bewegung drinnen in uns, dieses Streben muss eine Krone in der Gottes Hand werden. Und unter dem Ausdruck Gottes Hand verstehen wir Gottes Willen. In der gegenwärtigen Gesellschaft muss man einen starken Willen haben, und ich werde euch Methoden zur Stärkung eures Willens geben. Ihr denkt, dass ihr einen Willen habt. Ja, ihr habt einen Willen, aber er ist einfach. Ihr müsst wissen, wie ihr euch in einem Kreis bewegt, um einen Willen zu haben. In Amerika gibt es Stühle, genannt „rocking –chair“, die die dummsten Stühle sind, wer sich auf sie setzt, beginnt sich zu drehen. Setzt euch nie auf einen solchen Stuhl, dreht euch nicht. Wenn wir möchten, dass Äpfel vom Baum fallen, schütteln wir ihn. Wenn ihr einen gleichförmigen Gedanken habt – zum Beispiel, dass ihr jemanden nicht liebt, ihr schickt Gedanken von euch zu ihm und von ihm zu euch, als ihr auf diesem „rocking-chair“ säßet und ein, zwei Tage werden vergehen, und ihr werdet euch psychisch mißgelaunt fühlen. Ihr werdet mich fragen, warum irgendwer euch dieses beleidigendes Wort gesagt hat? Er hat es euch gesagt, um euren Willen zu prüfen. In der Schrift steht: „Du musst einen Helm haben, um den Feind abzuwehren.“ Die Feinde aus der Unsichtbaren Welt können euch einen schlechten Gedanken durch jeden übergeben – durch eure Frau, durch euren Mann, durch eure Kinder oder durch einen anderen. Sogar diese, die ihr am meisten liebt, werden euch einen solchen Gedanken schicken, welchen ihr nicht erwartet habt. Ihr müsst jeden Gedanken abwehren. Ihr habt diesen alten Satz gehört: “Gott wird alles machen.” Wie wird er alles machen? Nehmen wir an, dass ihr Seidenraupen in einem Zimmer füttert und euren jungen Helden dort lassen – ein ein-, zweijähriges Kind. Was wird es mit den Seidenraupen machen? Es wird gehen und alle zertreten. Auf dieselbe Weise könnt ihr euren zweijährigen Gedanken in euer Allerheiligste stellen, und er wird in einer Stunde alle Seidenraupen zertreten. Unter dem Wort Seidenraupe verstehe ich bestimmte Gedanken, Handlungen oder Wünsche eures Willens. In unserem Leben müssen wir genau den Methoden folgen, die die Natur anwendet. Bei ihr können wir uns nie die Sonne als einen dunklen Kreis vorstellen, weil das keine Sonne wäre, und immer müssen wir uns sie hell vorstellen. Das Licht ist eine kreisförmige Bewegung. Zuerst denkt in euerem Bewusstsein das, dass jeder Gedanke, Wunsch, jede Handlung, die in euch durchdringen, von der Unsichtbaren Welt geschickt sind, und wisst, dass das, was euch geschieht, muss unbedingt passieren. Wenn ihr dieses Gesetz der Bewegung versteht, werdet ihr wissen, dass ein Gedanke, der von jemandem hinausgeworfen ist und der von einem Ende eurer Orbita bis zum entgegengesetzten Ende gegangen ist, wird selbst fallen. Wenn ihr an diesem Ende seid, werdet ihr ihn begreifen können; deshalb fangt nie den gerade gekommenen Gedanken im Augenblick, wenn er eure Orbita in einem Ende durchgeht. Deshalb sagt Christus: „Widerstrebe dem Übel nicht.“ Das bedeutet: widerstrebe ihm nicht, aber gehe zum anderen Ende und fang es. Jetzt, natürlich, werdet ihr eine Erfahrung brauchen. Worin besteht diese Erfahrung? Viele haben mir die Frage gestellt, wie sie sich entwickeln müssen, wie sie vorankommen, wie sie das oder jenes sehen. Ich möchte, dass ihr nicht nur seht, sondern die Dinge übernehmt. Ihr könnt ein Weizenkorn sehen – das ist eins; wenn ihr es nehmt und sät, das ist etwas Anderes. Also, es ist nicht genug, dass ihr einen Göttlichen Gedanken nur spürt, welcher euch gegeben wird, sondern ihr müsst ihn übernehmen und anwenden. Zum Beispiel ihr wollt einen Engel sehen. Ihr könnt soviel Engel sehen, wie ihr wollt, ihr könnt zu ihnen gehen, aber wenn ihr zurückkommt, seid ihr wieder dieselben, ihr erzählt nur das, was ihr wie an einer Vorstellung gesehen habt, und die Frage ist beendet. Diese Prinzipien müssen übernommen werden. Es ist wichtig, wenn ihr einen Engel seht, dass ihr in Berührung mit seiner Intelligenz, mit seinem Geist kommt. So ist auch in der Natur, zuerst beginnen die Dinge mit einem Spüren, und dann mit einem Sehen. Es gibt viele Tiere, die uns spüren, aber nicht sehen. Eines Tages, wenn sie sich entwickeln, wenn sie zu unserer Lage kommen, werden sie sagen: „Wir sehen nun das, was früher für uns ein Hindernis im Leben war.” Ich werde euch einen Versuch sagen, den ihr ein Monat erfüllt. Viele von euch können ihn erfüllen. Denkt nicht, dass alles angenehm ist und ein Ergebnis hat, wenn ihr Versuche macht. Manchmal kann euer Ergebnis das schlechteste sein, aber das soll euch nicht entmutigen – die schlechtesten Ergebnisse sind manchmal die besten. Ich werde euch ein Beispiel zur Erklärung dieses Gedankens geben: die Frau eines Türken lachte viel, ihr Kiefer verschob, und ihr Mund verzerrte. Sie suchten nach Ärzten, welche ihren Kiefer einrenken, aber niemand konnte das machen. Deshalb fuhr der Mann eines Tages mit ihr zu einem guten Arzt. Aber auf dem Weg erschraken die Pferde, kippten den Wagen um, seine Frau fiel auf den Boden und mit diesem Fallen wurde ihr Kiefer eingerenkt. Der Türke geht einen Versuch zur Behandlung bei einem berühmten Arzt machen, aber Gott hält für gut, dass diese Frau aus dem Wagen fällt und auf diese Weise wird ihr Kiefer eingerenkt... Deshalb denkt nicht, dass das Fallen aus dem Wagen schlecht ist – dagegen, es wird euren Kiefer einrenken. Der Versuch ist folgender: zuerst, wenn ein Gedanke des Hasses in euch entsteht, soll er in eine Liebe verwandelt werden. Ich werde euch eine Methode geben, mit der ihr den Hass in eine Liebe verwandeln könnt: Stellt euch sofort an Stelle dieses, den ihr hasst, nehmt an, dass ihr denselben Fehler in bezug auf Gott habt und sagt: “Gott liebt mich unabhängig von allen meinen Fehlern, deshalb werde ich dasselbe mit diesem Menschen machen – ich werde ihn lieben!“ Was für einen Fehler ein Mensch gemacht hat und was für ein Benehmen er euch gegenüber hat, so auch seid ihr in derselben Lage in bezug auf Gott. Gott hat bis jetzt sein Benehmen euch gegenüber nicht geändert, Er liebt euch. Beginnt euren Gedanken von euch zum Gott zu bewegen, und dann von euch zu den anderen – zum Menschen, den ihr hasst. Diese Liebe, die Gott euch gegenüber hat, wird von euch zum anderen Menschen gehen, und er wird in derselben Lage euch gegenüber sein, in welcher ihr Gott gegenüber seid, d.h. im Bewusstsein dieses Menschen wird dieselbe Beziehung entstehen. Zweitens, beredet niemanden in diesem ganzen Monat oder wenn man euch beredet, schweigt, tut so, dass das euch nicht betrifft. Es ist möglich, dass ihr ein bisschen sauer werdet, aber meint, dass ihr das nicht seid. Wenn eine Frau ihre Hände in einen sauren Teig stellt, sind sie sauer? Sogar wenn euer ganzer Körper sauer wird, denkt, dass eure Seele nicht sauer wurde. Hält das äußere Verderben der Stimmung für inneres nicht. Denkt nicht, dass es leicht ist, euch auf das Bereden zu verzichten, das ist eine ernste Sache. Ich will nicht, dass ihr euer ganzes Leben lang nicht beredet, sondern nur ein Monat. Das ist nur für einen Monat, damit ihr probiert, was für einen Willen ihr habt. Indem ich euch dazu veranlasse, den Hass in Liebe zu verwandeln, der erste wird nicht plötzlich verschwinden und wird wieder erscheinen. Wenn euer Versuch immer erfolgreich ist, werdet ihr eine innere Ruhe und ein Erwerben einer kleinen Energie spüren. Aber wenn euer Versuch eines Tages nicht erfolgreich wird, werdet ihr einen kleinen Verlust eurer Energie haben. In diesen dreißig Tagen werdet ihr sowohl einen Verlust, als auch einen Gewinn haben, aber es ist wichtig, dass das Endergebnis gut ist. Ihr könnt aus dem Wagen fallen, aber letzten Endes wird euer Kiefer eingerenkt werden. Ich gebe euch diese beiden Versuche, weil sie auf die natürliche Weise arbeiten, auf die die Engel nun in der Welt arbeiten. Ihr werdet ihre Unterstützung bekommen. Drittens, denkt euch einen guten Gedanken aus und bewahrt ihn im ganzen Monat. Wenn ihr diesen Versuch macht, denkt immer, dass ihr frei seid; denkt nicht, dass die äußere Welt oder die Beziehungen, die ihr zu den Menschen habt, euch entgegenwirken können. Bevor ihr eure Versuche beginnt, werdet ihr so sagen: “In diesem Moment, wenn ich die Vesuche beginne, kann ich alles durch die Kraft Gottes machen, die in mir ist!” Das Wort alles soll euch nicht stören – mit ihm ist das ganze Gute, aber nicht das ganze Böse gemeint. Es gibt keine Kraft, die euch in diesem Moment besiegen kann. Habt den lebenden Gedanken im Kopf: immer, wenn der Mensch eine gute Tat tun möchte, ist das Gottes Bewusstsein wach. Wenn du eine gute Tat zu machen entscheidest, entsteht eine Beziehung zwischen dir und Gott, ein Gespräch beginnt. Im Moment, wenn du Gutes wegen des Gottes zu tun entscheidest, denkt Er an dich. Diese drei Versuche, die ich euch gebe, werden wie eine Grundlage zur Erneuerung eurer Gedanken und Herzen sein, bevor ihr zu kämpfen beginnt. Ich merke, dass viele von euch wie diese leben, die sich Lotterielose gekauft haben und etwas bekommen wollen. Das zweite Jahr kaufen sie wieder ein Lotterielos, das dritte Jahr wieder, und entweder haben sie einen Gewinn oder nicht. In Gottes Reich tritt man auf diese Weise nicht ein. Das Gottes Reich wird durch eine Kraft genommen, das Wissen wird durch eine Kraft erworben – alles in der Welt wird durch eine Kraft erworben. Durch eine Kraft, also durch diese Vernünftige Geschöpfe, die über den Engeln stehen. Sie sind die Kräfte Gottes und durch sie wird alles erworben. Diese Geschöpfe sind die Erzengel. Dann, wenn ihr diese Versuche macht, werdet ihr können, den Rheumatismus, den Kopfschmerz, das Herzklopfen, die Schwindsucht und andere Krankheiten verjagen, die nicht nur im Organismus, sondern oben im Kopf und im Herzen existieren. Es steht in der Schrift: “Und du wirst sein eine schöne Krone in der Hand des Herrn“. Unter einer Krone versteht man die erhabensten Engelgeschöpfe. Einen Gotteskranz zu haben, dass bedeutet, dass du in Verbindung mit den Erhabenen Geistern der Liebe bist, die auch eine Quelle der Göttlichen Liebe sind. Jeder, der aus dieser Quelle trinkt, wird seinen Durst stillen. Es gibt zwei Kategorien: Krone und Ruhm. Der Ruhm, das sind die Erzengel, die Träger des Göttlichen Willens am physischen Feld sind. Wenn du deinen Willen stärken willst, wirst du einen Erzengel rufen, und er ist mächtig und kräftig. Das ist ein Gesetz, das durch eine Suggestion arbeitet. Wàs für ein Ideal eine Mutter, die ein Kind empfängt, im Kopf hat, solches wird ihr Kind sein. Unsere Gedanken und Wünsche werden genau wie die Geschöpfe, über die wir im bestimmten Moment denken. Wenn ein Mädchen einen dummen Burschen liebt, solches wird sein Kind sein. Es sieht den Burschen mit anderen Augen, stellt sich ihn idealer vor, und eigentlich ist er solcher nicht; die Vorstellung des Mädchens ist ein Zustand, der diesem nicht entspricht, in dem es sich äußert. Wir sollen keine Aufmerksamkeit darauf lenken, was für eine seine Seele ist, sondern darauf, welche Äußerungen er hat. Wir müssen das Äußere des Burschen nicht sehen, dass es schön ist, dass er adrett ist usw. Ein Pferd kann adrett sein, aber dieses adrette Pferd hat keine Intelligenz. Ich verstehe die Bewegungen als eine Verständigkeit. Die Sauberkeit verstehe ich als einen Fall, wenn jemand dein gebrochenes Bein einrenkt oder dich lindert, wenn du dich unwohl fühlst. Zum Beispiel einer, der wir für adrett halten: er kommt zu einer Gebetversammlung und denkt etwas Schlechtes über diesen, jenen. Das sind sie, die adretten Menschen, die die Stimmung in einer Gebetversammlung verderben, das sind die schwarzäugigen Mädchen und Burschen, das sind die schwarzäugigen und schwarzhaarigen Menschen. Wenn du adrett bist, muss du gut gelaunt kommen, den anderen die gute Laune verleihen. Der Kranz und der Ruhm Gottes sind nicht solche, und tatsächlich wird der Mensch bald alt. Wie wirst du nicht alt? Wenn ich jemandem von euch ständig sage, dass er hässlich ist, werdet ihr sehen, dass er nach einem Monat schwarz wird. Wenn ihr jemandem ständig sagt, dass er schön ist, wird er schön sein. Wenn ich euch manchmal sehe, dass ihr schwarz seid, sage ich: “Jemand hat an euch gearbeitet.” Ich will keine Würmer drinnen im Gottes Haus! Wenn es Würmer gibt, sollen sie draußen stehen! Wen ich fange, werde ich ihn über die Mauer draußen werfen. Und wer seine Versuche gut macht, wenn er über die Mauer gefallen ist, werde ich ihn nehmen und zurückschicken. Das ist ein ausgezeichneter Versuch. Wenn ich den Frauen zu sprechen beschließe, war das Wetter regnerisch. Ich habe mir gesagt: „Dieser Regen zeigt, dass еs bei Frauen nicht läuft. Aber, ich sehe, heute ist das Wetter besser – das zeigt, dass auch die Frauen einen Kredit bekommen. Die Sonne, die scheint, zeigt, dass auch sie einverstanden ist. Das ist kein Trost, das sind Tatsachen. Wenn ihr den ersten Versuch beginnt, soll nichts euch stören. Verliert eure Gefühle, eure Gedanken und religiösen Glauben nicht, welche ihr habt. Jeder Mann oder Frau soll seine Erfahrenheit anwenden. Wir sind zur Erde gekommen, um zu verdienen, um zum Gott reich zurückzukehren. Es ist leicht zu verlieren, aber das Gewinnen ist eine Kunst, denn der Kopf von vielen von euch arbeitet nicht. Dieses “Verlieren” nennen die Okkultisten eine Demagnitisierung. Wenn ihr selbst diese Versuche nicht machen könnt, verlangt die Unterstützung eines anderen, arbeitet kollektiv. Ihr sollt eine Geduld in dieser ganzen Arbeit haben. Beginnt die Versuche am meisten morgens, oder wenn ihr eine Stimmung habt. Ihr werdet fragen, ob ihr Gebet angenommen werden wird. Wir sind verpflichtet zu beten, aber wir müssen uns nicht dafür interessieren, ob Gott unser Gebet annehmen wird oder nicht. Damit ihr in diesem Leben Erfolg habt, braucht ihr einen starken Willen, Verstand und ein starkes Herz. Diese Dinge werden erworben, nur wenn man ein reines und heiliges Leben hat. Ohne das kann man keinen Erfolg erwarten. Wenn die ganze Geschichte von einem Ende bis zum anderen behandelt wird, haben diese Männer und Frauen den größten Erfolg, die ein reinstes und heiligstes Leben gelebt haben. Denkt nicht, dass es leicht ist, rein und heilig zu sein. Als du dich schmutzig gemacht hast, hast du dich einmal betrunken und bist gefallen. Überhaupt in der Welt überwiegen die Reinheit und Heiligkeit. Wir irren uns, wenn wir denken, dass unsere Mutter uns mit einer Sünde empfangen hat. Alle, die den Gottes Willen nicht erfüllen, sind mit einer Sünde empfangen, und diese, die den Gottes Willen erfüllen, sind nicht mit einer Sünde empfangen. Jemand sagt: “Wir sind sündig.” Ja, ich lehne nicht ab, dass wir Fehler machen, aber dass wir mit einer Sünde empfangen sind, das leugne ich ab. Alle, die den Gottes Willen erfüllen, sind mit einer Liebe empfangen. Christus will, dass der Mensch in seiner Seele wahrheitsliebend ist – das, was er oben ist, er soll solchen unten sein. Du bist beunruhigt – verheimliche das nicht. Wenn du beunruhigt bist, das bedeutet, dass eure Kinder, die drinnen in euch sind, sind sehr unvernünftig. Aber das wird auch erledigt werden. Indem ihr so übt, werden alle Schwierigkeiten verschwinden, und der Segen wird in die Welt kommen. Auf diese Weise werden wir die Leute endlich zwingen, dass sie nicht stehlen und lügen. Jetzt werdet ihr euren Willen üben, um rein und hell zu werden. Wenn ihr solche werdet, werdet ihr die Kraft haben, Obst vom Baum des Lebens zu pflücken,um zu sehen, dass alles möglich ist. Das Leben wird nur auf diese Weise interessant sein. Künftig werdet ihr immer in der Schule sein. Bis jetzt seid ihr in einer solchen Schule nicht gewesen. Bis jetzt habt ihr Geschirr gespült, Zwiebel geschnitten, und von jetzt werdet ihr vom Buchstaben a beginnen, der eine Stimme des Willens ist. Ihr werdet nur so euren Willen ausüben. 26 Juni 1918, Sofia
  15. Füllen und Leeren Es ist in der Heiligen Schrift gesagt: “Aber ohne Glauben ist‘s unmöglich, Gоtt gefallen”. Ich periphrasiere ein bisschen diesen Vers und sage: “Mit Glauben macht man Gott recht.” Berücksichtigt, dass der Glauben dieser ist, der an Gott appelliert. In der Schrift ist geschrieben, dass das uns gegeben wird, worum wir laut Gottes Willen beten. Das ist kein üblicher Glauben, nicht dieser, den die Menschen haben, sondern er ist der Glauben der Kinder – bei ihnen werdet ihr nach ihm suchen. Ihr müsst einen kindlichen Glauben haben, sondern keinen Glauben der Erwachsenen. Ich will, dass diese, die mir zuhören, nicht meinen, dass sie Erwachsene sind. Wenn sie so denken, gibt es keinen Sinn, dass sie hierher kommen; auf Erden sind die Erwachsene nicht nötig, sie sind Menschen für den Himmel. Ihr werdet sagen: „Ich bin fünfzig-, sechzig-jährig”. Irrt euch mit euren Jahren nicht. Ich meine, dass die Jahren des Menschen nach den Erlebnissen eingeschätzt werden. Je mehr Erlebnisse ihr habt, desto mehr sind eure Jahre und umgekehrt. Es ist wichtig, was für Kostbarkeiten ihr im Rucksack eures Lebens tragt. Ihr könnt fünfzig Kilogramm Last tragen, die fünfzig Lewa kostet; ihr könnt nur ein Gramm Diamant tragen, das tausend Lewa kostet. Nicht die Quantität, sondern die Qualität der Last, die ihr tragt, ist wichtig. Jemand sagt: “Ich weiß, dass die Sonne sich dreht.” Ich frage, ob deine Sonne sich dreht. Ihr sagt: „Ich weiß, dass der Mond ab- und zunimmt. Ich frage, ob dein Mond abnimmt, zunimmt? Und das Wissen ist, dass du weißt, was gut und was böse ist. Achtet darauf, ob euer Herz sich mit Gutem füllt und vom Bösen leert. Das ist, dass ihr wisst, was ein Leeren und Füllen ist. 1 In dem dechiffrierten Stenogramm hat dieser Vortrag den Titel “Vortrag für Frauen” Es ist euch bekannt, dass der Mond vierzehn Tage zum Zunehmen und vierzehn Tage zum Abnehmen braucht. Also, ihr Herz wird vierzehn Tage zum Füllen mit Wohltaten und vierzehn Tage zum Hinauswerfen des ganzen Spülwassers aus euch und der Gesellschaft arbeiten. Und danach werdet ihr eine Leichtigkeit fühlen. So machen auch die Ärzte. Wenn die Leute sehen, dass jemand eine Magenverstimmung oder einen Durchfall hat, rufen sie sofort den Arzt, damit er diese Verstimmung heilt. Wartet, der Kranke soll sich erbrechen, um ihm leichter zu werden, und alles soll auslaufen, was es gibt. Jemand tobt, ruft, unterbrecht ihn nicht, er soll rufen, damit alles herauskommt. Wenn das euch reizt, schließt eure Ohren, geht weg; es geht euch nichts an, den Kanal abzubrechen. Das ist die Philosophie der Neuen Lehre, das ist die Lehre des Christentums! Manchmal ärgert sich euer Mann, er streitet sich, und ihr wollt ihn abbrechen. Wartet, er soll sich erbrechen. Ja, aber er wird mich beschmutzen! Halte dich beiseite, und nicht vor ihm; gib ihm die Waschschüssel und steh hinten, und er kann sich erbrechen. Halte ihn nicht an, helfe ihm und danke, dass er sich von dieser Last befreit hat. Und was macht die Frau? Sie geht von Haus zu Haus und erzählt: „Wisst ihr, was für ein Unglück mir geschehen ist – mein Mann hat sich erbrochen!” Dagegen, das ist ein Glück, weil er erleichtert ist. Alle Menschen, die sich erbrechen, halte ich für zuverlässig. Also, von nun ab werdet ihr weniger sprechen und mehr machen. So machen auch die Lehrer mit den Schülern in den Schulen – sie geben ihnen Klassenarbeiten, Hausaufgaben, Themen u.a., um sie zur Arbeit zu lehren. Wenn ihr die Geistige Welt betretet, denkt nicht, dass ihr schon heilig und rein seid. Das wird von selbst kommen, macht euch dafür keine Sorgen. Wenn ihr eine Kerze seht und zu überlegen beginnt, wie sie leuchtet, wann sie besser leuchtet usw., werdet ihr keinen Nutzen haben. Lasst die Überlegungen zur Seite und zündet ein Streichholz an, zündet die Kerze an und benutzt sie. Von euch wird nur ein Streben nach einem Gehorsam zum Gott aller Fülle verlangt. Dieser Gott, über den ich spreche, sieht euch, weil er Millionen Augen und Ohren hat. Er sieht euch durch die Katzen, Fliegen, er sieht euch, wenn ihr ihnen nachjagt. Gott sieht alles, weil er viele geheime Stellen hat, durch die Er beobachtet. Gott ist weder in den Katzen, noch in den Fliegen, aber Er sieht durch sie. Wenn Er euch sieht, dass ihr an einer Birne vorbeigeht oder eine Blume betrachtet, weiß Er schon eure Absichten. Gott weiß alles. Wenn ihr ein bisschen Wasser trinkt, weiß Er durch es, was für ein Inneres ihr habt. Die wichtigsten und notwendigsten Dinge für euch sind folgende: Gehorsam und Aufmerksamkeit. Was bedeutet der Gehorsam? Der Gehorsam ist, dass du etwas machst, und Aufmerksamkeit ist, dass du aufpasst, wenn Gott etwas macht. Und ihr müsst nun hören und aufpassen. Ihr könnt jetzt euch fragen, was ich euch noch zu sagen habe. Von euch wird nur Gehorsam und Aufmerksamkeit verlangt! Wenn man euch mit einem Schlauch in einen Garten schickt, wird von euch verlangt, dass ihr den Schlauch lenkt und gießt und nicht überlegt, warum man euch zu gießen auferlegt, und nicht anderen. Man hat euch gefunden, der Schlauch ist in deinen Händen, gieß und denk mehr nicht, weil dieser, der den Göttlichen Garten gießt, benutzt seine Früchte. Lest das neunte Kapitel von Propheten Daniel. Dieses Kapitel hat eine enge Verbindung mit dem, das ich euch gesagt habe, dass ihr macht. Ihr wisst eure Zukunft nicht, sie ist versteckt für eure Augen, ihr wisst nicht, was Gott vorgehabt hat. Man sagt: “Betet, auf dass ihr nicht in Anfechtung fallet!“ Viele von euch arbeiten sehr, aber es gibt eine wichtigere Arbeit, zu der ihr gekommen seid. Ich werde kurz sein: das, was ihr erfüllen müsst, ist, dass ihr in euch ungefähr vier- fünf Minuten überlegt und versteht, ob ihr bereit seid, das freiwillig zu erfüllen, ohne dass ihr danach bedauert. Ihr werdet folgendes erfüllen: innerhalb von zehn Tagen, seit dem 27 Juni werdet ihr um vier Uhr morgens aufstehen und zwischen vier und fünf Uhr werdet ihr das neunte Kapitel von Daniel lesen, aufmerksam über es überlegen, beten und vor Gott beichten, wie vor einem Geistlichen, über eure Sünden, über die Sünden eurer Nächsten, über die Sünden eures Volks. Und wenn Gott will, wird Er euch verzeihen. Auf diese Weise werdet ihr euеr Bittgesuch zu Gott schicken, und was für eine die Entschließung wird, das ist Seine Arbeit. In dieser Zeit werden auch eure abgegangenen Nächsten um sich selbst und euch beten, so dass ein Gebet sowohl oben als auch unten vorhanden sein wird – so wie der Baum sich ernährt - von oben und von unten. Ihr werdet euch im Gottes Einfluss lassen. Ihr werdet zweimal am Tag essen: keine Butter und Eier, sondern nur pflanzliche Nahrung. Ihr werdet am Morgen nach dem Gebet und am Abend vor dem Gebet essen. Abends werdet ihr vor Sonnenuntergang essen, und das Gebet und das Lesen des neunten Kapitels werdet ihr nach dem Sonnenuntergang um acht Uhr abends machen. Gott hat ein Fasten der ganzen Welt auferlegt. Nach dem Frühstück und nach dem Abendessen werdet ihr Gott sehr danken. In diesen zehn Tagen werdet ihr ein absolutes Fasten eures Herzen und Verstands beachten: es soll keinen bösen Gedanken, Wunsch, kein Beklatschen geben. Verlangt in diesen Tagen nur wichtige und notwendige Dinge vom Gott, und keine unnütze Sachen. Ihr werdet beten, dass Gott euren Schwestern und Brüdern unterstützt, unabhängig davon, wo sie sind; dass Gott allen Leidenden hilft, allen, die gegen das Übel kämpfen. Die Gebete, die ihr lesen könnt, sind das Gute Gebet, “Vater unser” u.a. Achtet darauf, dass alles nicht übertrieben ist, und in eurem Herzen soll es immer warm sein. Nährt euch an Gott mit Glauben! Glaubt an Seine Milde und Güte. So werdet ihr sehen, was für ein das Ergebnis ist. Vortrag des Meisters,gehalten am 26 Juni 1918 in der Stadt Sofia
  16. Die Einfachheit „Dies Gebot befehle ich dir, mein Sohn Timotheus, nach den vorigen Weissagungen über dir, dass du in denselbigen eine gute Ritterschaft übest.”(1) Timotheus: 1: 18 Die Wörter “Streitkräfte” und “Heldentat” sind ähnlich, weil nur das richtige Kämpfen eine Heldentat in der Welt voraussetzt. Das Wort „Heldentat“ bedeutet eine Bewegung nach oben. Das Kämpfen ist eine Stärkung des menschlichen Geistes, und das Hinuntergehen ist das Fallen des menschlichen Geistes. Vor allem wird eine Einfachheit von euch allen verlangt, das bedeutet nicht, dass ihr einfältig sein müsst, sondern alle euren Kenntnisse sollen vereinfacht werden. Die Dinge sollen hauptsächlich einfach sein, wie die Kette, auf der man webt, am Anfang einfach ist, und dann wird sie mit den Verflechtungen kompliziert. Also, in der Grundlage müssen die Auffassungen klar und einfach sein. Eine Einfachheit muss auch in euren Köpfen und Herzen existieren. Ich will, dass ihr das Wort „Einfachheit“ begreift, um es zu verstehen. Wenn ihr beunruhigt seid, sprecht dieses Wort aus, und ihr werdet eine Stille in eurer Seele spüren. Jedes gute Wort muss ein Nachlassen in euch hervorrufen. Ich werde euch über das Wort “Streitkräfte“ sprechen und eure Aufmerksamkeit auf eine Tatsache lenken, damit ihr die Widersprüche begreift, die im Leben existieren. Weil ich solche Widersprüche unter euch merke, und ihr könnt sie nicht erklären. Denkt nicht, dass ich euch schelten will. Kein Schelten; ich möchte, dass einige Gedanken und Wünsche euch klarer werden. Stellt euch vor, dass ihr in einem reichen Garten seid, auf einem Stuhl sitzt und vor euch ein Apfelbaum mit schön geformten Blättern und Blüten steht. Ihr freut euch auf ihn. Nehmen wir an, dass die Blätter des Baums still und ruhig sind, untereinander sprechen und sagen: “Wie schön ist die Göttliche Welt, wir leben in Frieden und Übereinstimmung!” Aber dann wird es windig, die Blätter beginnen gegeneinander zu stoßen, und einige von ihnen fallen. In dieser Gesellschaft, die oben am Baum ist, beginnen Streite: “Du verstehst das Christentum nicht, du bist ein Wilder” usw. Das ist eure Lage, wenn ihr von Haus zu Haus geht und sprecht: “Kennst du jene, sie ist so eine oder so eine.“ Das zeigt, dass ein Wind unter euch existiert.” Man fragt über jemanden, warum er von Haus zu Haus geht und über diese, jene spricht. Ich frage: „Warum ist dieser Wind?“ Die Ursache ist äußer. Ihr müsst diese äußeren Bewegungen verstehen, die nicht von euch abhängen. Wenn du ein Blatt bist, und der Wind kommt, wirst du bestimmt mit jemandem zusammenstoßen. Deshalb sag ihm: „Verzeih, ich habe nicht gemocht!” Deshalb müsst ihr euch vergeben. Wenn der Wind nachlässt, werden Frieden und Übereinstimmung wieder eintreten, aber wenn der Wind bläst, beginnt der Streit wieder. Das ist eine wirkliche Tatsache im Leben, und ihr sagt: “Der Wind bläst.” Jeder soll eine Pelzkappe haben, und wenn der Wind zu blasen beginnt, sollt ihr sie aufsetzen, und alles wird in Frieden und Übereinstimmung sein. Das Vorhandensein einer solchen Pelzkappe zeigt, dass der Mensch seine Gedanken und Wünsche zurückhalten kann. Hat der Mensch eine solche Pelzkappe, werden seine Gedanken und Wünsche in Ordnung sein, hat er keine solche Pelzkappe, ist die Lage schlecht. Wenn man ins Göttliche Leben eintritt, werden keine solchen Winde existieren, sondern ein stilles Wehen wird entstehen, das nur die Blätter bewegen wird, wie diese der Espe, und es wird zeigen, dass ihr in der Welt der Winde lebt. Unabhängig davon, was ihr macht, werdet ihr diesem Blatt sagen: „Sei sicher, dass ich das nächste Mal das nicht machen werde, und ich habe bereut.“ Jeden Tag gibt es Fehler und Reue. Das sind die Leute – Moralisten, die sagen, dass wir ein gutes, gerechtes und ehrliches Leben leben sollen. Die Blätter des Baums sind sauber, bis sie nicht staubig und schmutzig werden. Also, sowohl ein Bedecken mit Staub, als auch ein Putzen und Streiten usw. werden im alltäglichen Leben existieren, aber dieses Leben muss vergehen. Wenn ihr, zwei Schwestern, euch sammelt und streitet, werdet ihr sagen: „Entschuldige, Schwester, es gibt Wind, deshalb wackeln wir.” Das ist die richtige Lösung der Frage. Wenn ihr euch streitet, versammelt und sagt die folgende Formel: “Christus ist gleich y (Ypsilon), 0-0, 1-1.” Das ist die Bedeutung des letzten Verses aus der Parabel: “Dieser, der mir zuhört, wird in Stille und Sicherheit leben, ohne Angst vor dem Übel.” Das ist dasselbe Gesetz. Manchmal existiert ein Kampf zwischen dem Verstand und dem Herzen, ein Zwiespalt, das Herz möchte eins – der Verstand – anderes, es gibt einen Streit. Ihr entscheidet eins zu machen, und eigentlich tut ihr etwas ganz Anderes. Nehmt an, dass zwei von euch je hundert Dekar Land haben, geerbt von ihrem Vater. Die eine ist arbeitsam, sie bearbeitet ihr Land, sie hat einen Garten, bepflanzt ihn mit Obstbäumen, und im übrigen Teil sät sie Weizen, Gerste und Mais u.a. Und die zweite sagt: „Ich brauche solche Dinge nicht“ und lässt ihr Land unbearbeitet. Beide gehen ihr Land anschauen: die Eine hat Weizen, Mais, sie freut sich auf alles, für sie hat das Leben einen Sinn, und die Äcker der Andere sind mit Unkräutern bewachsen, und sie sagt: “Das Leben hat keinen Sinn.” Wer hat den Sinn und die Sinnlosigkeit im Leben geschaffen? Ihr sagt: „Gebs Gott uns das, jenes!“ Gott hat euch Land gegeben, das euer Herz ist; bearbeitet es! Dieser Herz wird so bearbeitet, wie man die Obstbäume bearbeitet. Gebt ihm alle guten Wünsche, pflanzt sie in ihm ein! Ihr sollt rechtzeitig einpflanzen, sondern nicht zur unrechten Zeit. Diejenigen, die Bäume pflanzen, haben zwei Perioden zur Bepflanzung – Winterzeit und Sommerzeit. Die Landwirte haben auch zwei Perioden zum Säen - Winterzeit und Sommerzeit. Diese, die Mais säen, haben auch bestimmte Perioden zum Säen. Also, wenn gute Wünsche in euch kommen, schiebt nicht auf, um andere Arbeit zu erledigen, sondern pflanzt sie sofort ein. Wenn ihr zu fragen beginnt, wie ihr sie einpflanzt, das bedeutet, dass ihr euch damit beschäftigt, was dieser oder jener euch verursacht hat. Lass alles beiseite, pflanze diesen guten Wunsch ein! Du fühlst dich nicht wohl; lass das Unwohlsein beiseite, dein Unwohlsein und du sind zwei verschiedene Dinge! Wenn ihr einander euch ärgert, wisst ihr, wem ihr ähnlich seid? Stellt euch vor, dass eine Fliege kommt und euch an der Nase bespuckt; ihr ruft sofort: “Was für ein Recht hat sie!”, beginnt ihr nachzujagen, ärgert euch auch allen anderen Fliegen. Macht eure Nase sauber und nichts Anderes! Jemand hat etwas über euch gesagt; reinigt es und nichts mehr! Aber ihr fragt: „Wissen Sie, was diese Fliege an meiner Nase gemacht hat?“ Lass sie zur Seite. Jemand hat euch beleidigt; erzählt anderen das nicht, was er euch gesagt hat, weil ihr es in ihrem Kopf pflanzt. Und ihr beginnt eure Beleidigungen einander zu erzählen und so verbreitet eure Wörter in der ganzen Gesellschaft. Eine erzählt etwas einer Zweiten, die Zweite einer Dritten, etwas wird zum Gesagten hinzugefügt, und eine große Nachricht entsteht. Das seid ihr, die Schüler des zwanzigsten Jahrhunderts. Natürlich ist das nutzbringend für die Welt, für die Menschen, die keine Arbeit haben, aber für diejenigen, die eine Arbeit haben, gibt es seriösere Dinge. Also, Apostel Paulus wendet sich an Timotheus und sagt: “Aber Gott, dem ewigen Könige, sei Ehre und Preis in Ewigkeit! Amen.” Wenn Gott euch ein solches Herz gegeben hat, damit ihr ihn verherrlichen, sollt ihr die guten Wünsche in eurem Herzen einpflanzen, und Gott wird sie entwickeln. Alle guten Wünsche pflanzt man nur morgens ein, abends pflanzt man nichts ein. Abends wachsen die Samen, und morgens werden sie gesät. So ist es in der geistigen Welt. Wisst ihr, was ein Morgen bedeutet. Der Morgen ist eine Jugend. Am Morgen ist die Sonne ein junger Bursche, am Mittag – verheiratet, am Abend – ein Alter. Wenn ihr abends sie sehen geht, sagt sie: „Alles ist vergangen, seither gibt es hundert Jahren; ihr musstet kommen, als ich jung war, als ich arbeitete, damit ich euch etwas gebe.“ Geht zum Acker und veranlasst einen Alter, euch zu helfen, er wird euch sagen: “Ich bin schon alt, ich kann nicht, die Knochen tun mir weh.” Ruf einen jungen Menschen, er wird gleich kommen, dir helfen. Wer erntet am Acker? Junge Mädchen und Burschen. Ihr sollt jung sein, um in der Welt zu arbeiten; damit ihr solche seid, müsst ihr keine Fehler machen. Wer Fehler macht, wird alt, wer Gutes tut, wird jünger. Deshalb sagt die Wörter: „So soll meine Sonne in meiner Seele aufgehen und mein Herz erneuern.“ Das bedeutet, jünger zu werden. Das bedeutet, dass ihr gut sein wollt, und gut ist dieser, der viele Obstbäume in seinem Garten hat. Wie wird gesät – mit Wasser oder ohne Wasser? Natürlich, mit Wasser. Dieses Gesetz funktioniert auf folgende Weise: macht einen Versuch. Manchmal kann eine große Unannehmlichkeit oder ein Unglück in eurem Leben passieren, die von verschiedener Art sein können. Ihr seid verzweifelt daran. Immer nach solchem Unglück wird ein guter Gedanke kommen; gießt ihn. Die Zeit ist gekommen. Wer nicht gelitten hat, kann keine guten Gedanken haben. Wenn die Leiden euch überfallen, das zeigt, dass Gott auf euch Aufmerksamkeit lenkt, dass die Zeit zum Pflanzen gekommen ist. Das ist die erste Deutung. Jemand hat etwas über euch gesagt, hat euch tödlich beleidigt; ihr werdet leiden, weinen, aber es wird ein Nachlassen eintreten, ein guter Gedanke wird kommen. Sofort zur Arbeit, sät ihn! Dieses Säen wird die Pflicht für diese Beleidigung bezahlen. Ich werde euch das Gesetz erklären, warum ihr nicht rächen müsst. Nehmt an, dass jemand in euer Haus eintritt und 1000 Lewa von euch stiehlt. Aber ihr werdet an diesem Tag eine wichtige Arbeit haben, von der ihr 100 000 Lewa gewinnen werdet. Wenn ihr den Dieb verfolgen beginnt, werdet ihr 100 000 Lewa verlieren. Gott sagt: „Lass die 1000 Lewa, du wirst 100 000 gewinnen, erledige deine Arbeit.“ Jemand hat euch beleidigt, aber zur gleichen Zeit habt ihr, eine gute Arbeit für Gott zu erledigen; beendet eure Arbeit, weil ihr so viel verlieren werdet, wenn ihr zu rächen entscheidet. Gibt es eine Philosophie darin? Es gibt. Versucht, ob das richtig ist oder nicht. Macht das bei erster Möglichkeit, die ihr habt. Ich treffe oft Leute am Weg, die 1000 Lewa verfolgen. - Wohin gehst du? - Man hat mir Geld gestohlen, 1000 Lewa. - Du wirst 100 000 Lewa verlieren. Ich sage auch euch: ich habe euch getroffen, als ihr 1000 Lewa verfolgtet; passt auf, ihr werdet 100 000 Lewa verlieren. Das predigt das Evangelium: rächt nicht, weil Gott sagt “Die Rache ist mein.“ “Richtet nicht, so werdet ihr auch nicht gerichtet.” Jeder hat eine wichtige Arbeit in der Welt, und er soll über die anderen nicht urteilen. Dann werdet ihr ein stilles und ruhiges Leben haben; aber wenn ihr auf euren Gott hört – Diesen, Den ihr kennt. Wer ist dieser Gott, ihr könnt Ihn jeden Tag prüfen. Wenn ihr Seinen Willen erfüllt, werdet ihr euch jeden Tag still und ruhig fühlen. Erfüllt ihr Seinen Willen nicht – ihr seid unruhig. Warum ist Gott dann nicht da? Gott kommt nur in der Zeit der Leiden. Wenn es größte Leiden in der Welt gibt, dann geht Gott hinunter. Wenn jemand sehr gespannt ist, besucht Gott ihn, und wenn es ihm gut geht, er sich gut fühlt, sagt Gott: “Ruft diesen Menschen hier.“ Wir sagen: „Gott hab ihn selig, er ist gegangen.“ Und ich sage: “Er ist gegangen, seinen Vater in seinem Vaterland, seinem Haus, sehen, und dann wird er wieder zurückkehren.“ Also, manchmal kommt Gott zu uns, und ein anderes Mal gehen wir zu Ihm. Was ist das für eine Art? Wenn ein Vater seinen Sohn heiratet, trennt er ihn in einem neuen Haus, und manchmal besucht er ihn, ein anderes Mal kommt der Sohn. Sagt mir, wann besucht ihr Gott? Wenn ihr eine große Verzweiflung empfindet und leidet. Und wenn jemand in dieser Zeit euch angreift, hat Gott euch besucht. Deswegen sollt ihr die Leidenden besuchen. Ihr werdet von jetzt ab wissen, dass jeder Gott je zehn mal täglich besuchen kann, und Gott – einmal täglich. Das Gebet ist ein Ruf an Gott. Ihr seid traurig, gramvoll – betet. Gott tröstet auf drei Arten: Er wird euch einen Menschen schicken, der euch helfen wird, Er wird einen Engel schicken, und Er wird selbst kommen, um euch zu trösten. Ihr fragt, warum wir geboren sind. Damit ihr den Gott besucht. Dieses ist das große Gesetz, nach dem die Menschen sich mit ihren Leiden und weltlichen Nöten befreunden. Wenn wir keine Bedürfnisse hätten, würden wir nicht verstehen, worin die Schönheiten des Lebens bestehen. Ihr werdet euch diesen Gedanken merken: Das Leben, wie es organisiert ist, ist ein bestes Leben und ihr, wie ihr nun lebt, lebt am besten. Jemand wird sagen: “Ich bin ein böser Mensch.” In welcher Hinsicht? Du bist nicht böse, aber du hast Land, das du nicht bearbeiten willst. Du bist faul. Du musst arbeiten. Beginn zu arbeiten, du wirst nicht sündig sein. Wie entsteht die Sünde? Wenn du nicht arbeitest, wirst du Fehler machen; du wirst überlegen, woher du nimmst, was du machen sollst, und du machst Schulden der ganzen Welt. Also, ihr seid dem Wesen nach nicht sündig, sondern danach, dass einige von euch nicht arbeiten wollen. Einige sagen zum Beispiel: „Wie ich um 4 Uhr morgens aufstehen werde, steht man in dieser Zeit auf?“ Ja, man steht auf, weil die Nacht zum Schlafen ist, und der Morgen – zur Arbeit. Wenn die Sonne aufgeht, muss jeder außеr seinem Bett sein, und wenn sie untergeht, muss jeder im Bett sein. So machen die Vögel. Wenn ihr Christus verstehen wollt, sollt ihr so handeln und leben. Wenn das Leiden kommt, sagt: „Es ist Zeit zur Arbeit.“ Bereitet euch zu säen vor! Der erste gute Wunsch kommt in euch, sät ihn, und ihr werdet für ein Jahr sehen, wie reich ihr werdet. Das begreifen die Bulgaren, wenn sie sagen: “Ihm wurden die Augen geöffnet.” Wenn der Mensch reich wird, werden ihm die Augen geöffnet. Zum Beispiel ein Armer hat eine Hütte ohne Fenster gebaut, wenn er reich wird, baut er gleich ein, zwei, drei und mehr Fenster. Wer weiß, er hat Fenster. Die Leiden, die euch geschickt werden, sind eine Notwendigkeit zu eurer Entwicklung. Indem ihr sagt “So soll meine Sonne aufgehen”, das zeigt den verkörperten Menschen auf der Erde. Ihr müsst diese Sonne benutzen, die aufgeht. Jeden Morgen, wenn der Mensch aufwacht, wird er geboren, und abends, wenn er einschläft, stirbt er. Deswegen, wenn ihr nicht rechtzeitig aufsteht, um euer Kind zu gebären, wird es sterben. Merkt, Menschen, die spät aufstehen, fühlen sich unwohl den ganzen Tag. Wir sagen über sie, dass sie ihr Kind nicht geboren haben. Ihr müsst den tiefen Sinn der Dinge verstehen, sondern nicht ihren Buchstaben. Unter „Morgen“ verstehe ich alle guten Bedingungen, die Gott euch gibt, deshalb schiebt sie nicht auf. Sie sind ein Morgen im Leben. Gibt es eine Reaktion in euch infolge des frühen Aufstehens, zum Beispiel eine Erkrankung? Ich werde euch einige Regeln empfehlen: ich habe bemerkt, dass einige Leute sehr schnell gehen, und ihr sollt langsam gehen, weil ihr sonst schwitzt, die leichten Erkrankungen werden so erklärt. Zweite Regel: beobachtet die Farben der Sonne, besonders am Johannistag. Sät gute Gedanken bei der Beobachtung in euch. Nehmen wir an, dass es eine Fülle von guten Gedanken in euch gibt; ihr müsst anderen geben, damit sie auch von ihnen säen, d.h. ihr sollt sie anderen schicken. Wenn eine Disharmonie unter euch existiert, soll sie mindestens mit 50% verringert werden. Ich werde euch eine dritte Regel geben: wenn man euch sagt, dass zwei Schwestern gestritten haben, sagt: „Der Wind hat sie geblasen, deshalb versammeln und beten wir Gott darum, dass sie sich versöhnen.” Ihr werdet ihnen eure guten Gedanken schicken. Außerdem versammelt euch und geht sie besuchen. Das Ergebnis wird im folgenden bestehen: z.B. eine von euren Schwestern hat 100 Lewa; jemand kommt und nimmt das Geld ab. Deshalb wird jede ihr einen Lew geben, wenn ihr sie besucht, und sie wird das Verlorene gewinnen. Sie hat Schaden genommen, und deshalb muss man ihr etwas Gutes bringen. Ihr sollt über diese Fragen nicht aus eurem Standpunkt denken, sondern sie müssen im Prinzip gelöst werden, so wie sie in der Schule gelöst werden. Der Mensch kann nicht prinzipiell leben, bis er mit dem Gott nicht in Verbindung ist, bis Er in ihm nicht zu leben beginnt. Kann eine geschiedene Frau ein gutes Leben haben? Nie. Lasst ein Kind ohne Mutter, und es wird rauh. Wenn es fünfzehn, zwanzig Jahre mit seiner Mutter lebt, wird sie ihm ein bisschen Taktgefühl verleihen. Und diese, die ohne Mutter gelebt haben, sind ein bisschen grober, deshalb werden Leiden ihnen gegeben, damit sie veredelt werden. Wenn jemand leidet, sage ich: „Deine Mutter ist früh gegangen, deshalb brauchst du Leiden, damit du veredelst.“ Dieser ist der Weg für diese, die sich entwickeln, wachsen, sich höher entwickeln wollen. Vierte Regel: geht sehen, wie die Obstbäume in fremden Gärten wachsen, um eure Gärten auf dieselbe Weise zu bepflanzen. Fünfte Regel: notiert täglich in eurem Heft, wenn ihr etwas Gutes macht, ob mit Wörtern oder mit Herzen. Wenn ihr jemandem einen guten Gedanken schickt, notiert ihn. Wir sagen häufig, dass Gott die Welt verbessern wird. Wie wird er sie verbessern? Durch uns. Wenn jeder Zweig nicht blüht und nicht Frucht ansetzt, wie wird er sich entwickeln? Das ist die praktische Seite. Ihr seid sehr ehrgeizig, ihr schämt euch, dass ihr euch vor einigen, vor anderen nicht blamiert. Und wie viel Male am Tag schämt ihr euch vor Gott? Wenn ihr Ihn nicht seht, stellt ihr das nicht in Rechnung. Nach einiger Zeit werde ich euch eine Weise zeigen, damit ihr die bösen Wörter in guten verwandelt. Ich möchte, dass ihr euch für diese guten Ideen begeistert. Versucht das alles in eurem geistigen Leben gesamt anzuwenden – bei dem Essen, Trinken, Gehen und Singen. Das ist der geistige Mensch – er macht alles um Gottes Ruhm. Sechste Regel: wenn ihr einen Wunsch bekommt, die Leute zu meiden, schützt euch davor. Ich möchte, dass ihr Freunde von außen habt, aus der Welt, und nicht nur unter euch. Warum heiraten die Leute? Um sich zu befreunden, nicht wahr? Künftig werdet ihr euer Geld großzügig ausgeben müssen und auch den anderen geben. Es gibt keine Ursachen zur Angst, weil dieser, der gibt, gewinnt immer mehr, als dieser, der nimmt. Siebente Regel: ihr fühlt euch eines Tages traurig, belastet, meint, dass das Leben keinen Sinn hat; geht herunter, seht diese Leute, die trauriger, belasteter als euch sind, und ihr werdet verstehen, dass das Leben einen Sinn hat. Und wenn ihr euch höher entwickeln möchtet, seht, wie die Leute leben, die über euch sind, ahmt sie im Leben nach, weil das Leben von einem zum anderen übergeben wird. Wenn ich euch etwas von mir nicht übergebe, werdet ihr nichts lernen. Das Leben wird durch einen Kontakt, einen Einfluss übergeben, wobei sowohl das Gute als auch das Böse übergeben wird. Ich kenne viele gute Männer, die in der Gesellschaft von bösen Frauen verkommen und schlechte Männer, die sich in der Gesellschaft von guten Frauen verbessern. Das Gesetz ist sehr richtig: wir lassen uns beeinflussen. Und ihr sagt: “Was sind wir?” Zieht unter eure alten Hefte einen Schlußstrich, stellt neue Blätter und schreibt: “Von jetzt ab nehme und gebe ich die Regeln von Christus!“ Ihr werdet froh und lustig sein. Achte Regel: Schützt euch davor, euren Töchtern zu sprechen: “Du kennst das Leben nicht, du sollst klüger sein; du bist jung, wenn du alt wirst, wirst du es begreifen.” Erzieht sie nicht so, sprecht ihnen über das Alter nicht. Deine Tochter ist froh; sie soll froh sein, sie soll spielen, singen, lass sie. Wenn sie zornig wird, sag Gott: „Danke, Gott, dass ich meine Tochter gesehen habe, dass sie solche schönen Grimassen schneidet.” In der Natur ist dasselbe: ihr seht, wie ein Baum sich biegt, Grimassen schneidet, aber das ist auch angenehm. Ihr verlangt von euren Kindern das, was ihr selbst nicht macht. Es ist erstaunlich, wenn ein Sünder möchte, dass seine Tochter eine Heilige ist. Sie soll sich ärgern, weinen, und wenn du das philosophisch und ruhig annimmst, wird das auch auf sie wirken. Ihr werdet die Lehre von Christus in der neuen Erziehung anwenden. Die Erziehung muss völlig neu sein, und ihr sollt an der alten Erziehung keine neuen Flicken machen. Eine alte Kleidung kann man mit neuen Stoffstücken nicht flicken. Ihr werdet sagen: „Meine Tochter wird gut sein, wenn nicht nun, künftig!“ Weil das, worüber der Mensch denkt, geschieht. Du und deine Tochter, ihr seid ein und dasselbes Ding. Warum denke ich kein Übel über die Menschen? Weil es eine Widerspiegelung ist. Wenn ich etwas Schlimmes über die Leute denke, wird es sich auch auf mich widerspiegeln. Der Gedanke schafft die Dinge und widerspiegelt sich auf euch. Ihr werdet diese Regeln in diesem Monat anwenden. Ihr werdet bis zum 24 Juni bei Sonnenaufgang ausgehen, danach werdet ihr euch zwanzig Tage zu Hause erholen. Es gibt andere Varianten zur Erfüllung des Gesetzes des Gehens: wenn du keine Möglichkeit hast, herauszugehen, wirst du früh aufstehen, und nach dem Gebet wirst du in Gedanken spazierengehen. Und wenn ihr sagt: „Heute kann ich nicht ausgehen“, stört ihr dadurch eure Arbeit. Du möchtest manchmal eine von deinen Schwestern besuchen, aber du hast keine Möglichkeit; setz dich auf deinen Stuhl und besuch sie in Gedanken. Ihr sollt keine negativen Gedanken haben, dass ihr das oder jenes nicht könnt. Sogar wenn du im Bett schwer krank bist, sage: „Ich verbessere meinen Körper jetzt, aber meine Seele kann gehen!“ Also, das Gesetz muss man immer mit dem Wort „können“ anwenden. So äußert sich der menschliche Wille. Wenn einige Dinge euch unklar sind, versammelt zu Gruppen und denkt nach. Weil nur das, was ihr probiert und lernt, wird nützlich für euch sein und wird euren Glauben stärken, dass ihr eine positive Wissenschaft habt, auf die ihr euch stützen könnt. Vortrag des Meisters, gehalten am 31 Mai 1917
  17.  Rechtfertigung und Rettung “Denn so man von Herzen glaubet, so wird man gerecht, und so man mit dem Munde bekennet, so wird man selig.“ Römer: 10:10 Ich werde über die beiden Wörter „Rechtfertigung“ und “Rettung” sprechen. Ich möchte, dass ihr diese Wörter anwendet und einen Versuch mit ihnen macht. Jede Frau strebt nach einer Unabhängigkeit. Bis sie ledig ist, strebt sie danach, das Haus ihres Vaters zu verlassen, sich von der Mutter und dem Vater zu befreien, eine Herrin in ihrem Haus zu werden. Diese Bestrebung ist natürlich und Göttlich. Wenn sie heiratet und ein neues Leben hat, bringt sie ihre Aussteuer in ihrem Haus –Hemden, Kissen, das Bettzeug; sie schenkt diese - jene, richtet ihr Haus ein und ist zufrieden mit diesem neuen, so gut aufgeräumten Haus. Und wirklich, die obdachlosen Frauen sind unglücklich. Ein Mensch ohne Haus ist ein Mensch ohne Charakter. Der Körper ist ein Haus der menschlichen Seele im geistigen Leben. Nach demselben Gesetz, wie bei der Frau, soll die Seele den Körper betreten und ihn einrichten. Einige wollen sich von ihrem Körper befreien und sagen: „Wann werde ich mich von meinem Körper befreien?“ Es gibt Körper, von denen der Mensch sich befreien kann. Das sind jene gesundheitsschädlichen feuchten Keller ohne Fenster, in denen die Leute Rheuma bekommen. Indem wir sie verlassen, bedeutet das nicht, dass wir auch die gesundheitlichen Häuser verlassen sollen. Paulus sagt an einer Stelle in der Schrift: “Es gibt ein Haus, nicht mit den Händen gemacht.” Der Begriff “Rechtfertigung” stammt aus dem Ausdruck “die Dinge in Ordnung zu bringen”. Wer ist gerechtfertigt? Dieser, der keine Fehler macht. Aber damit man keine Fehler macht, muss man Kenntnisse haben, den Sinn der Dinge um sich selbst verstehen, die richtige Wahl treffen. Ihr strebt nach einer Freiheit. Jede Frau muss diese Freiheit haben, aber unter der Bedingung, dass sie die Freiheit benutzen kann, indem sie das Glück und die Gesundheit ihres Manns und ihrer Kinder auf ihr beruht. Der Mann einer Frau, die nicht frei ist, ist unglücklich. Meint ihr, dass die kranke Frau frei ist? Eine Frau, deren Herz und Verstand ständig gestört werden, ist nicht frei. Ich sage nicht, dass der Verstand sich nicht aufregen soll. Die Störung ist eins, die Aufregung – anderes. Der Verstand und das Herz müssen sich nur an der Oberfläche aufregen und nicht völlig gestört werden, um nicht trübe zu werden. Das letzte zeigt, dass sie seicht sind, ihre Tiefe ist nur zehn Zentimeter. Ich frage, was man mit einer Tiefe von zehn Zentimetern machen kann? Wenn wir einen Stoff - zehn Zentimeter nehmen, was kann man mit ihm machen? Die erste und wichtigste Sache für die Frau ist, dass sie eine Tiefe im Herzen mindestens zehn Kilometer hat. In solcher Tiefe wird dieser ertrinken, der euch zu stören versucht. Was machen die kleinen Kinder, wenn sie seichte Pfützen ungefähr zehn Zentimeter finden? Sie treten ins Wasser ein, trüben es, und es ist ihnen angenehm. Die Männer, wenn sie solche flachen Frauen finden, trüben sie und sind darüber zufrieden. Dann sagen die Frauen: „Wir sind sehr unglücklich“. Im seichten Wasser gibt es einen großen Lärm - dort quaken die Frösche den ganzen Sommer- es gibt eine große Wallung und Lärm, die erst im Winter aufhören. Also, eure Herzen sollen nicht flach sein, es soll keine Wallung in ihnen geben. Ich frage, welches ist das Heilmittel für eine solche Pfütze, in der das Wasser abgestanden ist? Ihr werdet einen Strahl neues Wasser in diese Pfütze hineinbringen, ein Rinnsal führen, damit das frische Wasser alle Reste aus der Vergangenheit abwäscht. Die Lehre von Christus ist ein neuer Strahl, der eure Herzen betreten und abwaschen muss; und wenn er sie sauber macht, wird er die Ablagerungen an euren Äckern lassen, damit sie gedüngt werden. Ihr werdet fragen, wie diese Quelle gebaut werden muss. Die Quelle wird selbst zu euch kommen. Jesus sagt zu der Samariterin “Das Wasser, das ich dir geben werde, das wird in dir ein Brunn des Wassers werden, das in das ewige Leben quillet.“ Also, das Word „Rettung“ bedeutet diese Quelle. Wenn der Mensch in eine Wüste gerät, wo es kein Wasser gibt, trocknet sein Mund aus, er spürt einen unerträglichen Durst, und die einzige Rettung ist das Wasser, sonst ist er dazu verurteilt, tot zu fallen. Ähnlich dem Reisenden in der Wüste sterben viele Frauen vor Durst mit ihren Kamelen – mit ihrem Gepäck. Ihr habt das Wort „Quelle“ gehört. Ich möchte, dass ihr außerhalb Sofia spazierengeht, um das Wasser von solchen Quellen zu kosten. Aber die hochgestellten Damen, und auch alle machen einen Spaziergang nicht ferner als den Boriser Garten, und in denselben Alleen, wo es nichts außer Staub gibt. Sie schlucken Staub genug, und wenn sie nach Hause kommen, sagen sie: “Was für einen schönen Spaziergang haben wir gemacht!” Ich sage: „Ihr habt genug Staub geschluckt.“ Oft wenden die Leute abgeleierte Phrasen an, wenn sie die Lehre Christus begreifen, und dann sagen sie: “Der Kopf hat mir vom Hören weh getan.“ Das ist so, weil du Staub geschluckt hast. Es ist kein Platz für eine Rechtfertigung und Rettung. Die Wörter “Rechtfertigung” und “Rettung” haben sieben Bedeutungen. Ich spreche jetzt euch über eine Bedeutung, und wenn ihr sie begreift, werde ich euch über die anderen sprechen. Ein Freund kommt und sagt euch: „Gehen wir spazieren, aber nicht fern, weil der Kopf mir weh tut, ich habe ein Herzklopfen, ich bin nicht daran gewöhnt.“ Also, ihr seid Menschen mit kurzen Beinen, und die Wahrheit will mit langen Beinen gehen. So werdet ihr unbewusst zur Lage kommen, Verbrechen zu begehen. Wenn die Beine der Menschen kurz werden, beginnen sie tückische Dinge zu denken. Jemand sagt: „Ich kann zu Witoscha nicht gehen.“ Wenn du zu Witoscha nicht gehen kannst, wie wirst du zu Christus gehen? Der Weg von Christus ist eng und steil, er ist ein Weg des vernünftigen menschlichen Willens. Ihr werdet in eurem Kopf sagen: „Ich werde mit meinen Freunden zu Witoscha gehen! Wenn du wirklich nicht kannst, so folge ihnen mindestens in Gedanken, geh den ganzen Weg in Gedanken! Das ist die Philosophie des Lebens. Bevor ihr heiratet, wenn ihr mit euren Geliebten trefft, nennen sie euch Engel, sie lieben, vergöttern euch, sie können ohne euch nicht leben, knien vor euch, und wie viel Tränen, Schluchzen und Heuchelei gezeigt werden. Das ist nicht deshalb, weil sie ohne euch nicht können, sondern das ist effektvoll, und sie wollen sagen: „Sie sollen sehen, was für ein Gott ist!” Wenn sie heiraten, beginnen die Frauen zu knien. Das ist eure Philosophie. Anstatt der Männer kniet ihr jetzt. Warum? Weil ihre Verstand und Herzen seicht sind. Versteht das nicht im schlechten Sinn. Wenn ich ein Maß nehme und die Tiefe eurer Geister und Herzen prüfe, werde ich eine Tatsache so feststellen, wie sie ist. Ich deute diese Wörter, die ich euch spreche, sie haben eine übertragene Bedeutung, versteht sie nicht im einfachen Sinne. Eure Herzen können gleichzeitig seicht und tief sein. Wenn Ablagerungen ständig in eure Herzen eindringen, wird ihr Grund gefüllt werden, und sie werden seicht sein. Es gibt Seen, die seicht geworden sind, und es gibt solche, die tiefer geworden sind … Warum hat die Frau den Wunsch, dass der Mann vor ihr kniet? Das Knien bedeutet ein Gesetz der Selbstlosigkeit, der Selbstaufopferung. Wenn du Winkel beim Knien machst, bedeutet das, dass du bereit bist, herunterzukommen und dich selbst zu opfern. Wenn du stehen bleibst und dich für jemanden opferst, bedeutet das, dass du vor ihm kniest. Aber wenn ein Bursche vor einer Magd kniet, lügt er sie. Sagt, wie viel sind die Bulgarinnen, die ideal mit ihren Männern leben und nie ein schlechtes Wort einander gesagt haben? Ich werde euch lassen, dass ihr überlegt und selbst die Wahrheit feststellt. Die Wahrheit muss sich abzeichnen – weder mehr noch weniger! Ich möchte diese Wahrheit euch nicht so glänzend darstellen, dass sie euch erblindet. Ich führe sie durch viele Wolken, um sie erträglich für eure Augen zu machen, und in dieser Weise will ich euch vor Illusionen retten, die täglich Unglücke hervorrufen, weil diese Illusionen euch vom Gott entfremden. Wenn Gott eine Frau oder einen Mann zur Erde geschickt hat, hat Er ihnen ein Budget gegeben. Isst jemand dein Budget, das ist ungerecht. Niemand hat Recht, es von dir zu nehmen, außer wenn du es freiwillig gibst. Du sagst zu jemandem: „Du opferst dich für mich nicht.“ Es ist nicht notwendig, dass er sich für euch opfert, weil wenn er dieses Opfer macht, um euch zu heben, wird er hinuntergehen. Das Göttliche Gesetz ist solches – einer geht hinunter, anderer steigt. Wenn der Mann hinuntergeht, steigt die Frau; wenn die Frau steigt, geht der Mann hinunter. Jetzt, wenn ihr geht, geht ihr vor Anker, fangt den Mann und ihn so zieht, dass weder er steigt, noch ihr. Ihr bleibt stehen und seht euch an. Solche sind die gegenwärtigen Frauen – sie hindern ihre Männer und lassen sie nicht steigen. Das ist die Ursache dafür, dass ihr schlaft – denn ihr könnt zur anderen Welt nicht gehen, ihr könnt nicht heruntergehen und steigen. Wenn man euch fragt, warum ihr schlaft, antwortet ihr: „Damit wir zum Gott gehen.“ Wenn ihr sagt: „Ich habe gut geschlafen.“, das ist, weil ihr oben gewesen seid, aber der Eindruck, der ihr dort bekommen habt, ist verschleiert, von ihm bleibt nur ein angenehmer Schatten. Manchmal sagt ihr: “Ich habe schlecht geschlafen, ich habe schlechte Träume geträumt.” Das bedeutet, dass du deinen Mann irgendwo anhältst. Diese unnatürliche Lage stammt manchmal von der äußersten Gewinnsucht, die die Frauen haben. Die Gewinnsucht ruft Gewinnsucht hervor, das Unglück ruft Unglück hervor, der Schmerz ruft Schmerz hervor. Wenn ich über die Leiden und Unglücke spreche, begreife ich den Schmerz als eine Hülle der Göttlichen Wahrheit. Und die gegenwärtigen Menschen umhüllen den Schmerz mit einer Freude, und also versüßen sie ihn von außen. Es gibt solche Pillen, sie sind von außen mit Zucker umhüllt und von innen bitter. Gott unterstützt nun weder die Homöopathie, noch die Allopathie. Die erste heilt mit einer kleinen Dosis bitterer Arzneien, damit sie wirken, und die zweite – mit einer großen Dosis bitterer Arzneien; und die Schmerzen hören auf. Wenn der Mensch gesund ist, benötigt er keinerlei Pillen. Ich kenne viele Leute, die aus Gewohnheit von Zeit zu Zeit eine Pille Aspirin oder Chinin schlucken, um nicht krank zu werden. Auf diese Weise reden sie sich den Gedanken ein, dass sie krank werden können. Sagt euch jeden Tag ein Wort, das positiv ist. Auf diese Weise wird eure Lage besser werden. Alle, die auf mich hört, macht den folgenden kleinen Versuch, für den ich euch eine Frist ein Jahr gebe, danach werdet ihr frei sein: die ersten sechs Monate werden positiv sein – ihr werdet ackern, säen, ernten, und die anderen sechs Monate werden passiv sein – ihr werdet neue Energie sammeln. Es soll kein Schatten eines Verdachtes geben, weil das, was ich sage, von jedem gemacht werden kann. Es ist lächerlich, wenn ihr sagt, dass ihr es nicht könnt. Eines Tages werde ich die kleinen Kinder versammeln und mit ihnen einen Versuch machen, und ich werde beweisen, dass die kleinen Kinder das machen werden, was ihr nicht machen könnt, weil ihr Glauben größer ist. Ihr werdet sagen: „Wir können uns täuschen”. Ihr könnt euch das erste Jahr täuschen, aber das zweite Jahr werdet ihr euch nicht täuschen. Ihr werdet den Gedanken verjagen, dass ihr euch täuschen werdet. Dort, wo Gott arbeitet, gibt es keine Lüge, und ihr werdet diesen Vers lernen: “Alles, was diesen passiert, die Gott lieben, ist zu ihrem Wohl.“ Ihr werdet das als ein Motto haben: “Alles, was uns passieren wird, wird Gott zum Wohl machen.“ Und danach können alle schlechten Gedanken, schlechten Wünsche kommen, alle bösen Leute sollen sich erheben.; habt keine Angst! Keine Angst, sie soll außer euch sein! Nun werde ich euch über das Verb “können” sprechen. Was für einen Versuch habt ihr bis jetzt gemacht? Ihr habt es nur in der ersten Person Singular verwendet: “ich kann”. Von jetzt ab werdet ihr es in allen Personen anwenden: ich kann, du kannst, er kann, wir können, ihr könnt, sie können. Wenn ihr auf ein Hindernis stoßt, werdet ihr zu euch, in eurer Seele sagen: “Ich kann, wir können, er kann! Ich kann. Du kannst, Gott, der in mir, in meiner Seele bist. Dein großer Geist kann, der mich leitet!” Danach werdet ihr auch die drei Personen im Plural anwenden. Euer Glauben und eure Reinheit werden allen helfen, die oben sind, damit sie eine Hilfe leisten, dass die Göttliche Idee sich in eurem Leben verwirklicht. In diesem Weg wird eine Göttliche Geduld und Beharrlichkeit verlangt, bis die Helligkeit in euch überwiegt. Ihr werdet diesen Versuch zu jeder Zeit machen, wenn ihr euch schwach fühlt. Ihr werdet ihn am Morgen zwischen 4 und 7 Uhr machen. Pünktlich um 4 Uhr am Morgen soll dieser aufstehen, der kann, und seinen Versuch beginnen. Wenn die Sonne morgens aufgeht, werdet ihr sagen: (erste Person): Ich kann! – So soll meine Sonne in meiner Seele aufgehen. (zweite Person): Du kannst! – So soll die Gottes Sonne in meiner Seele aufgehen. (dritte Person): Er kann! – So soll die Sonne meines Geistes aufgehen. (erste Person Plural): Wir können! – So soll die Sonne unserer Engel aufgehen. (zweite Person Plural): Ihr könnt! – So soll die Sonne des Großen Gottes des Friedens in unseren Seelen aufgehen. (dritte Person Plural): Sie können! – So soll die Sonne aller Sonnen in unseren Geistern aufgehen. So sollen sechs Sonnen in euch aufgehen. Für jede Sonne werdet ihr vier Minuten haben; insgesamt vier und zwanzig Minuten werden zum Aufgehen der sechs Sonnen nötig sein. Die Regel, an die ihr euch halten werdet, ist folgende: ihr werdet leise, ruhig aufstehen, euch waschen und sich still stellen, ohne jede Verlegenheit – nichts soll euch erschrecken. Es ist möglich, dass ihr unwohl beim Aufstehen seid, ihr könnt euch fühlen, als die Welt euch schuld wäre. Aber steht auf und sagt die oben genannten Wörter leise, jeder für sich selbst. Ihr werdet ein Notizbuch nehmen und jeden Morgen in sechs Monaten notieren, um wie viel Uhr ihr aufgestanden seid und wie viel Male ihr verspätet habt. Wenn ihr diese Wörter aussprecht, werdet ihr etwas Angenehmes unter der Magengrube fühlen, und ihr werdet euren Mut heben. Ihr braucht sechs Jahre, um zu verstehen, wie diese Sonnen aufgehen. Macht diesen Versuch sechs Monate, auch sagt über ihn, empfehlt ihn euren Freundinnen. Ihr werdet ab sechsten April beginnen. Einige werden fragen, ob sie so früh aufstehen können usw. Habt keine solchen Gedanken! Ihr werdet in den Heften notieren, was das Wetter ist, indem ihr es in einzelnen Spalten teilt: klar, bewölkt, regnerisch, windig. Alle diesen Zustände des Wetters sind gut. Wenn es regnerisch oder bewölkt ist, beklagt euch nie in diesen sechs Monaten. Wenn es Regen gibt, werdet ihr sagen: „Heute ist das Wetter regnerisch – Gott reinigt es, und die Äcker werden mehr hervorbringen.“ Strebt danach, das alles anzuwenden. Und von euren Freundinnen werdet ihr ein Versprechen verlangen, dass sie das erfüllen werden. Im ersten Monat, wenn ihr alle sechs Punkte aussprecht, werdet ihr am meisten den ersten hervorheben; im zweiten Monat werdet ihr wieder alle aussprechen, aber den zweiten Punkt hervorheben usw. Ich will, dass ihr still, ruhig seid, und der Segen, der kommen wird, wird so viel sein, wie es euch nötig ist. Der Regen, indem es regnet, wird jeder Pflanze so viel Feuchtigkeit geben, wie es ihr nötig ist. Ich will, dass ihr eine günstige Welle habt und aus allem, was euch in diesen sechs Monaten passiert, werdet ihr streben, eine Lehre zu ziehen, die gute Seite der Unannehmlichkeit zu sehen und den Nutzen von ihr zu ziehen. Ihr werdet sagen: „Das wird zum Wohl diesem sein, der Gott liebt!” Dann werdet ihr die folgenden Sätze sagen: Ich glaube an Dich, Gott, der in der Vergangenheit gesprochen hast. Ich glaube an Dich, Gott, der mir nun sprichst. Ich glaube an Dich, Gott, der mir zukünftig sprechen wirst. Dein Licht komme auf uns allen. Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe auf Erden wie im Himmel. Am Tage, wenn ihr einen Psalm oder etwas Anderes lesen wollt, lest, aber nur wenn ihr ein tiefes Streben danach habt. Indem ihr die oben genannten Sätze lest, überlegt über Sachen, die euch heben können, überlegt über alles, das am schönsten in der Welt ist, und ihr werdet sehen, wie die schönsten Bilder vor euch entstehen werden. Nur auf diese Weise werdet ihr die Vergangenheit verbessern können und euch gute Bedingungen für die Zukunft vorbereiten. Das ist der Weg, in dem ihr euren Willen stählen können werdet und euren Verstand und Herzen veredeln könnt. Natürlich wird die Welt auf demselben Weg gehen, aber alles wird zum Wohl sein. In diesen sechs Monaten werdet ihr euch manchmal entsalzt fühlen; dann werdet ihr den folgenden Satz anwenden: „Gott, erwärme mein Herz mit Deiner Liebe!” Wenn euer Verstand manchmal benebelt ist, werdet ihr sagen: “Gott, kläre meinen Verstand mit Deinem Geist auf!” oder „Gib eine Klarheit meinem Verstand durch Deinen Geist!“ Danach seid ruhig; eine, zwei, drei, vier Stunden können vergehen, aber ihr werdet ein Ergebnis haben. Nachdem die sechs Sonnen nacheinander aufgehen, wird es ein Ergebnis geben. In diesen sechs Monaten werdet ihr danach streben, gute Beziehungen zu euren Männern, Kindern, anderen zu haben und nur über nützliche Dinge zu sprechen. Wenn ihr manchmal nachgebt und über jemanden etwas Schlechtes sagt, werdet ihr das in euren Heften notieren – ihr werdet aufrichtig zu euch selbst sein. Eine andere Regel: wenn eine von euch sich selbst nicht helfen kann, wird sie eine Schwester rufen; wenn die beiden nicht können, werden sie eine dritte rufen und zusammen ihr Gebet erfüllen. Das Treffen soll immer am Vormittag sein, spätestens bis 12 Uhr, weil es in dieser Zeit gute Einflüsse gibt. So “rechtfertigt“ und „rettet“ man sich. Das ist die erste Bedeutung dieser Wörter. Gebt allen euren geliebten Freundinnen diesen Rat. Wenn ihr tief überzeugt seid, sagt das anderen auch; dann werdet sowohl ihr als auch sie gesegnet sein. So wird euer Licht vor euren Nächsten aufleuchten. Friede sei mit euch! Vortag des Meisters, gehalten am 5 April 1917
  18. Das Licht „Ihr seid das Licht der Welt“ (Math. 5,14) Im vorhergehenden Traktat sprach ich über das Salz — das erste göttliche Element — und heute werde ich über das zweite Element sprechen, das Licht. Ich werde mich bemühen, die Worte von Christus in der heutigen Sprache wiederzugeben, so wie man im 20. Jahrhundert spricht. Was versteht Christus unter dem Wort „Licht“? Jedes Wort hat seinen Sinn. Nur wenn es einen gewissen Effekt im Verstand oder im Herzen des Menschen hervorruft, nur dann wird es verstanden. Wenn ihr ein Streichholz nehmt, könnt ihr nur einen Effekt verstehen; wenn ihr es anzündet, einen anderen. Folglich sind Wörter in der gesprochenen Sprache wie Streichhölzer, und jedes muß seine Schachtel und sein Feuerzeug haben, damit man zur rechten Zeit das Streichholz anzünden kann; und so kann auch jedes Wort seinen Effekt hervorrufen. Wir dürfen nicht wie kleine Kinder sein — und nur die Streichhölzer aus der Schachtel nehmen, um sie anzuzünden und wegzuwerfen. Das ist keine Philosophie. Es gibt viele zeitgenössische Autoren, die beständig Streichhölzer nehmen, sie anzünden und dann wegwerfen. Ich frage: Welchen Effekt können sie mit diesen angezündeten Streichhölzern hervorrufen? Urteilt selbst, was für ein Effekt hiervon entsteht. In der künftigen Rede muß man Salz haben, da darin das Licht enthalten ist. Für das Licht habt ihr noch ein unklares Verständnis. Die Wörter „Helligkeit“ und „Licht“ sind von ein und demselben Stamm, aber Helligkeit ist eine Widerspiegelung von Licht. Das Licht ist eine Verbindung mit jenem göttlichen Element, das sich mehr im göttlichen Verstand befindet, das uns die Oberlegungen verständlich macht, so daß wir eine Logik, einen Inhalt und einen Sinn in unseren Gedanken haben. In der heutigen Wissenschaft streiten sich die Physiker darüber, ob das Licht von der Sonne oder von etwas anderem kommt. Einige Wissenschaftler bestreiten, daß es von der Sonne kommt; sie behaupten, daß es eine besondere Energie ist, die an die Erdoberfläche gelangt, sich an ihr bricht und so eine Lichtwiderspiegelung ergibt. Das Leuchten ist ein innerer Prozeß. Es ist ein Element, das man überall spüren kann. Das Leuchten ist etwas sehr Reales in der Welt. Es ist tausendmal realer als diese Welt: es schafft den menschlichen Gedanken, seine Wünsche, es ist die Verbindung zur geistigen Welt und existiert in Form des heutigen Äthers; es ist die Hülle des menschlichen Geistes, des Verstandes, und ohne dem kann niemand denken oder fühlen. Alle, die in der Schule waren, die ein Gymnasium hinter sich haben, die Schwierigkeiten beim Lösen von irgendwelchen Aufgaben hatten, wissen, daß diese Aufgaben nicht auf einmal klar werden, sondern, daß einem, wenn man einige Zeit darüber brütet, eine Erleuchtung kommt und die Aufgaben sich lösen lassen. Das Leuchten bzw. das Licht erleuchtet förmlich. Ich werde euch einige Regeln geben, damit ihr alles überprüfen könnt, denn ich spreche zu euch nicht nur von der Theorie, sondern ich spreche über eine positive Wissenschaft, die man in der Praxis erproben kann. Das Licht ist der gesundheitliche Zustand des menschlichen Verstandes, die Atmosphäre, in der der Mensch beständig leben muß. Wenn Schriftsteller dieses Licht verlieren, werden sie unschöpferisch; wenn Lehrer es verlieren, verlieren sie ihre Unterrichtsmethoden und können nicht mehr lehren; wenn Mütter es verlieren, fehlt es ihnen an Geduld und Liebe, und sie können nicht erziehen. Wenn ihr kein Licht in euch habt, kann sich euch Liebe, Wahrheit nicht offenbaren. Christus sagt: „Ihr seid das Licht.“ Wer „Ihr“? Das erste Element ist das Salz, das Gesetz des Gleichgewichts, das alle Kräfte im Gleichgewicht hält; das zweite Element ist das Licht, es baut etwas auf und läßt etwas wachsen, d.h. alle Gedanken und Wünsche wachsen im Licht und entwickeln sich gesetzmäßig. Ein Mensch, der im Licht lebt, ist wie ein fruchtbarer Baum, der auf fruchtbarem Boden wächst. Auf ihm werden alle Früchte reif. Wenn in eurem Hirn philosophische Gedanken herumwandern, freut euch nicht; das ist vielleicht ein Aufblühen. Um zu prüfen, ob ihr Licht habt, kontrolliert eure Gedanken, wo sie beginnen, wo sie ihre Wurzel haben. Wenn ein Mensch nicht bereit ist, für einen seiner Gedanken zu sterben, bedeutet das, daß dieser nicht in ihm entstanden ist. Bevor ich dazu übergehe, diese Frage näher zu erörtern, werde ich ein Beispiel aus dem bulgarischen Leben anführen. Ich habe die Aufgabe, diese Beispiele zu beleben, ihnen einen Inhalt zu geben. Das jetzt zitierte Beispiel ist oft gehört worden, aber ich gebe ihm einen neuen Charakter. Man erzählt, daß ein Türke zur Zeit des Jochs über die Bulgaren einen bulgarischen Kaufmann besuchte. Als er in dessen Zimmer kam, sah er an der Wand drei Ikonen und darunter ein brennendes Licht. Die Ikonen waren: der hl. Georg auf dem Pferd, die hl. Gottesmutter und der hl. Nikolaus. „Warum hast du diese drei Ikonen? “ fragte er den Kaufmann. „Sie schützen mich vor allem Bösen, und bis jetzt ist mir nichts Böses widerfahren“, antwortete ihm der Kaufmann. „Merkwürdig, ich habe nur Diener, bezahle sie, aber sie schützen mich nicht so“, sagte der Türke. „Was kosten diese Ikonen? “ fragte er. Er kaufte drei Ikonen, brachte sie nach Hause und stellte vor sie eine angezündete Kerze. Er schickte alle Diener aus dem Haus und sagte: „Ich brauche keine Diener mehr. Ich habe jetzt treue Menschen gefunden, die mein Haus beschützen.“ Aber eines abends drangen Räuber in sein Haus und beraubten ihn. Er trat vor die hl. Gottesmutter und sagte: „Vor dir kann ich mich nicht beklagen, du bist eine junge Frau, du hast ein kleines Kind, du mußt dich mit ihm beschäftigen.“ Er wandte sich an die Ikone des hl. Georg und sagte: „Auch vor dir kann ich nicht klagen, du bist ein junger Mann, du mußt das Pferd reiten.“ Zuletzt wandte er sich an den hl. Nikolaus und sagte: „Du bist ein alter Mann, hast kein Kind, kein Pferd, und deshalb bestrafe ich dich.“ Und wirklich, er drehte die Ikone des hI. Nikolaus mit dem Kopf nach unten. Darauf fand der hl. Nikolaus auf irgendeine Weise den gestohlenen Reichtum, und damit wurde die ihm auferlegte Bestrafung außer Kraft gesetzt. Und der Türke sagte: „So will ich dich.“ Was stellte die hl. Gottesmutter dar? Sie stellte eine Frau mit Herz dar: Das Kind ist das Herz, das sie erzieht. Der Mensch ist in die Welt gekommen, um sein Herz zu erziehen, daß er es wie ein Kind betrachte. Ihr fragt: „Warum gebären die Frauen?“ Durch das Gesetz des Gebärens lehrt euch Gott, wie man sein Kind erziehen soll, d.h. wie ihr euer Herz betrachten sollt. Wenn die Mutter dem Kind oft Milch gibt, dann wird es gesund, aber wenn die Milch verdorben ist, stirbt das Kind. Was stellt die Ikone des hl. Georg dar? Der hI. Georg stellt den menschlichen Verstand dar, und das Pferd seinen physischen Körper. Der Mensch muß sein Pferd reiten; wer sein Pferd nicht reitet, der ist verloren. Man muß das Pferd gut ernähren, aber nicht überfüttern, damit es sich nicht überfrißt. Was stellt die Ikone des hl. Nikolaus dar? Der hl. Nikolaus stellt einen Menschen mit einem guten Herzen und einem guten Verstand dar, der sich auf die höchste Stufe des Lebens schwang, auf das geistige göttliche Leben. Er muß sich mit der Erziehung der gesamten Menschheit beschäftigen, für ihn müssen alle Menschen wie Kinder sein; er muß sich für andere aufopfern, wie sich eine Mutter für ihr Kind aufopfert. So, wie der hl. Georg sein Pferd gut ernährt, so sollen die klugen Alten auf die Jungen schauen, und sie mit ihrem Verstand und mit ihrem Herzen zu einem geistigen Leben bringen. Deshalb sagt Christus: „Eine Stadt auf einem Hügel kann nicht verborgen bleiben.“ Wenn ihr Licht habt, werdet ihr es leuchten lassen können. Wenn ein Chiromant eure Hand anschaut, wird er euch sagen, ob ihr Licht habt oder nicht; es ist so, wie wenn ihr in eine europäische Stadt kommt und von der Anordnung der Stadt und von den Häusern auf die Menschen schließt. Wenn ihr in ein Haus kommt, seht ihr, was die Hausfrau liebt. Wenn die rote Farbe vorherrscht, ist sie eine Frau der Lust, ist sie unbeständig. Jene, die rote Mützen, Gürtel tragen, meinen, daß die Welt ein Schlachtfeld ist, daß man kämpfen muß. — Ich negiere den Kampf nicht, aber er muß auf dem göttlichen Gesetz begründet sein, er muß das Leben schützen; wenn er es zerstört, bedeutet dies eine Anarchie. Der Kampf hat die Freiheit als Ziel, und das Licht hat nur das als Ziel, was uns frei macht. Unter dem Wort „Freiheit“ versteht man die göttliche Harmonie in unseren Gedanken und Wünschen, so daß alles in der Welt in Ordnung gebracht wird, d.h. daß jeder an seinem Platz ist; jeder erfüllt die Bedingungen, die sich in seinem Gehirn, in seinem Herzen verborgen halten. Die zeitgenössischen Wissenschaftler wiegen die Gehirne von Verstorbenen für verschiedene Untersuchungen. Im Gehirn bildet sich der menschliche Gedanke ab. Es ist wie ein Garten. Wie es im menschlichen Gehirn festgelegt ist, so werden auch die Gedanken sein. Im Gehirn gibt es dieselben Zonen wie auf der Erde. Darin wachsen die Gedanken genau so, wie auf der Erde die Blumen wachsen. Jeder Gedanke hat eine Form, die den Charakter eines Schafes, eines Wolfes, eines Bären, eines Fuchses, einer Schlange, einer Spinne, einer Ameise annehmen kann; und all diese Formen sind Eigenschaften, die den menschlichen Charakter bilden. Und dieses Leuchten, d.h. dieses Erleuchtetsein, tritt nach demselben Gesetz ein, wie das Licht von oben kommt, und es baut alles im Menschen auf, schafft sowohl gutes wie auch schlechtes Leben. Und es besteht kein Unterschied, ob es sich um Wölfe oder um Schafe handelt: Und wenn sich diese Lebewesen beim Licht beschweren, daß sie leiden, sagt es ihnen: „Fürchtet euch nicht, im nächsten Jahr werde ich euch wieder erschaffen, arbeitet nur ein bißchen.“ Wenn wir uns beklagen, daß es in unserem Leben Leiden gibt, sagt uns das Licht: „Gebt acht, ich schaffe euch das Notwendige.“ Aber es duldet keinen Zweifel, keine Kleingläubigkeit — dies sind negative Eigenschaften. Das Licht ist ein Leben der göttlichen Harmonie, und nur der Mensch, der diese Harmonie hat, kann die Größe des Lichts verspüren. Das Licht ist ein verstandesmäßiges Element. Die heutigen Physiker sagen vom Licht: Wenn sich Licht von zwei verschiedenen Polen mit unterschiedlichen Längen und Vibrationen trifft, neutralisiert es sich, und dann bildet sich die Dunkelheit. Dasselbe gilt für die Erleuchtung. Der Mann ist ein Pol des Lichts, die Frau der andere. Treffen sie zusammen, so bilden sie eine göttliche Harmonie. Sie bilden solange eine Harmonie, wie ihre Vibrationen gleich sind. Dann entsteht in uns das Gefühl der Liebe; dann empfinden wir eine Erweiterung des Verstandes, des Herzens. — Diese zwei müssen unbedingt Licht hervorbringen. Wenn es heißt: „Ihr seid das Licht“, so versteht Christus alle darunter. Wenn ER sagt: „Ich bin das Licht“, meint ER damit: „Ich und mein Vater.“ Ein Mensch kann die Welt nicht verbessern, und wenn er sagt: „Ich werde Ordnung in der Welt herstellen“, versteht er das Gesetz nicht. Man braucht immer zwei, vier, sechs, acht usw.; es muß ein Paar sein. Diese Paare bilden beim Zusammentreffen eine Einheit. Fügt man zu dieser eine Einheit hinzu, dann ergibt es drei, woraus vier entstehen usw. Nehmen wir an, ihr seid intelligente Menschen, trefft einen Freund von euch, ihr beginnt ihn wegen etwas zu verdächtigen, ohne zu wissen, warum. Um jemanden zu verdächtigen, muß man Fakten haben. Laßt einen Zweifel ohne Grund nicht zu! Jemand, der zweifelt, sagt: „Ich weiß nicht warum, aber ich fühle, spüre etwas, und deshalb habe ich Zweifel.“ Dieses Empfinden ist noch kein Beweis. Ein Trinker sagt zum Beispiel: „Mir ist flau im Magen, ich werde etwas Wein trinken.“ Und er überlegt weiter: „Warum soll ich nicht mehr trinken? Wenn ich etwas getrunken habe, fühle ich mich immer gut.“ Aber dieses Gefühl ist nicht beständig, es dauert nur eine Zeit an, und am Morgen werdet ihr euch übel fühlen. Wendet diese Regel an, daß ein wenig Wein gut tut, Mißbrauch aber den Effekt, die Wirkung des Weins, zerstört. Der menschliche Organismus ist so eingerichtet, daß er nichts Uberflüssiges verträgt. Aus der Chemie ist bekannt, daß jedes Element mit einem anderen in einer genau bestimmten, gewichtsmäßigen Verbindung steht. Oder ein Element verbindet sich mit einem anderen in einer genau festgelegten Anzahl von Atomen, und zwar soviel, wie notwendig sind, um eine gesunde, beständige Verbindung zu bilden. Dies ist ein Gesetz. So verbinden sich auch die menschlichen Gedanken nach demselben Gesetz mit dem Licht. Dieses Licht hat auch in der geistigen Welt seine Farben. Sie können passiv und aktiv sein. Passiv ist die Farbe der Widerspiegelung, aktiv ist sie, wenn sie direkt aus der Quelle selbst kommt. Jeder Gedanke, der in eurem Gehirn eine Zerrissenheit hervorruft, ist nicht göttlich, er ist nur eine Widerspiegelung des Lichts. Wenn ihr zum Beispiel ein Haus bauen, Ingenieur, Schriftsteller werden oder Medizin studieren wollt, so zeigt dieser Zwiespalt an, daß dieses Fach, nach dem ihr strebt, nicht für euch ist. Vor der Befreiung Bulgariens, als es nur wenige Berufe gab, empfahlen die Väter ihren Söhnen, Ärzte zu werden, weil dieser Beruf gewinnbringend ist; oder sie rieten ihnen, Ingenieure zu werden, aber sie sollten keine Berufe lernen, die nicht einträglich waren. Was für ein Arzt, Ingenieur oder Priester wird der, der keinen inneren Bezug zu der Arbeit hat? Er wird jenem Arzt des Mittelalters ähnlich sein, der viele leichte Heilungsmethoden an- wandte: er behandelte seine Patienten mit einem Aderlaß und gab ihnen warmes Wasser zu trinken, worauf die Patienten starben. Er wunderte sich: „Behandeln wohl alle anderen Ärzte ihre Patienten erfolgreich?“ So ist es auch bei den heutigen Ärzten: sie verabreichen irgendeine Arznei, und der Kranke stirbt; danach sagen sie, daß der Kranke ein schwaches Herz hatte, oder sie finden einen anderen Grund, um sich zu rechtfertigen. Aber es gibt keinen Grund dazu. Dieser Arzt muß den menschlichen Organismus verstehen, das Temperament jedes seiner Patienten und dementsprechend die Arznei verabreichen. Der Sanguiniker und der Choleriker können nicht auf dieselbe Weise geheilt werden. Warum? Weil in den beiden Organismen unterschiedliche Elemente sind, die auf ihre eigene Weise reagieren. Meiner Meinung nach beruhen alle Krankheiten, die jetzt existieren, auf der Disharmonie mit dem göttlichen Licht. Wieviele von euch glauben an ein jenseitiges Leben? Ihr werdet sagen: „So hat irgendein großer Mensch geschrieben, so hat der Apostel Paulus gesprochen.“ Aber welche Erfahrung macht ihr mit dieser Realität? Ihr werdet sagen: „Wenn wir sterben, wenn wir in die jenseitige Welt kommen, dann werden wir erfahren, ob es ein jenseitiges Leben gibt.“ Um dieses Licht zu verstehen, muß man einen geistigen Blick dafür haben. Alle Menschen, die dieses Gefühl entwickelt haben, haben gewisse Kennzeichen in den Augen, sie haben bei den Pupillen gewisse Flecken, die anzeigen, bis zu welchem Grad dieses Gefühl bei ihnen entwickelt ist. Bei den heutigen Menschen des Westens begann sich dieses Gefühl als Intuition, als Vorahnung zu zeigen. Eines Tages wird sich auch vor euch eine große Welt offenbaren, in der das Licht vorhanden ist. Dieses Licht kommt von innen, nicht von außen. Die zeitgenössischen Okkultisten sagen, daß der, der dieses Licht hat, auch Magnetismus hat. So ein Mensch ist weich, entgegenkommend, er hat Liebe, und er verzeiht schnell. Folgende sieben Elemente zerstören, verderben die heutigen Menschen: Stolz, Wut, Wollust, Faulheit, Geiz, Neid und Gier. Der Stolz ist nicht von Gott. Gott hat den Menschen erschaffen, daß er Achtung vor sich hat, aber er hat sich mit Stolz von ihm entfernt. Das Gesicht, die Hände, die Nase eines solchen Menschen tragen Kennzeichen des Stolzes. Ich werde nicht darauf eingehen, euch zu erklären, wie diese beschaffen sind. Ihr müßt diese Dinge selber lernen; es gibt viele Autoren, die darüber geschrieben haben. — Wenn ihr in euch Stolz empfindet, dann tretet vor den Spiegel und merkt euch die Züge eures Gesichts, eurer Augen, merkt euch eure ganze Verfassung. Wenn ihr eine Stimmung der Liebe, der Güte habt, dann schaut euch wieder an. Christus sagt: „Es bleibt nichts verborgen im Menschen.“ Für blinde Menschen ist alles verborgen. Einige sagen, daß ich ein Vertreter irgendeines Mysteriums bin. Für jene, die Augen haben, gibt es keine Mysterien. In meinem Geldbeutel habe ich einen Apfelkern — das ist ein Mysterium; sät ihn, und nach zehn Jahren werdet ihr eine Pflanze, eine Frucht sehen, und dann werdet ihr dieses Mysterium verstehen. Ihr werdet sagen: „Es kann sein, daß etwas Schreckliches in all dem liegt.“ Die Ängstlichen werden nicht ins Himmelreich kommen. Wodurch unterscheidet sich der gute Mensch vom bösen? Wer lügt, der spricht schnell, und wer die Wahrheit sagt, der spricht leise, ruhig und will das von ihm Gesagte überprüfen. Auch ich will, daß ihr alles überprüft. Mittels dieses Lichts kann ich mich fortgeschrittenen Amerikanern, Chinesen, Japanern, euch mitteilen — allen, die in eine andere Welt, in die Welt der göttlichen Harmonie gelangt sind. Wenn man dem gegenüber Liebe empfindet, der in die andere Welt gelangt ist, kann man intelligent, verständig mit ihm reden. Es gibt einige Medien, die die Sprache der Geister nicht verstehen; und indem sie sich quälen, andere davon zu überzeugen, daß sie mit Geistern sprechen, beginnen sie, die Wahrheit zu entstellen und zu lügen. Lügt nicht, sagt die Wahrheit, denn Lügen haben kurze Beine. Die Wahrheit bewegt sich mit großer Geschwindigkeit, und ihre Beine sind lang, auf daß man unglücklichen Geistern helfen kann. Wenn einer sagt: „Meine Beine sind lang“, sage ich: „Glücklich bist du, aber ich hätte mir gewünscht, daß die Beine deiner Seele, deines Herzens auch lang sind, damit du dieses Licht tragen kannst.“ Wenn sich dieses Licht bei uns entwickeln kann, können wir neunzig Prozent der heutigen Übel vermeiden. Das Licht ist eines der grundlegenden Elemente, um gute Söhne und Töchter heranzuziehen. Allen Frauen lehre ich folgende Regel: sie sollen in ihrem Gehirn keine Gedanken zulassen, die negative Eigenschaften bergen; jene, die den Lebenssinn verloren haben, sollen jeden Morgen den Sonnenaufgang begrüßen. — Schaut euch den Sonnenaufgang einen Monat lang an, und seht dann, wie ihr euch fühlt. Im Frühling, wenn die Blumen wachsen, die Bäume blühen, beobachtet dies und prüft das Ergebnis — darin werden ihr den Lebenssinn finden. Was machen die heutigen Menschen? Sie schlafen bis zehn Uhr morgens und gegen Abend, wenn die Sonne untergegangen ist, gehen sie hinaus, um sich an den erloschenen Strahlen zu erfreuen. Im Herbst, wenn die Blätter fallen, dann machen sie einen Spaziergang. Man muß die Natur zu ihrer Zeit studieren. Und was sind das jetzt für Menschen? Jemand liest das Evangelium und wundert sich, was Christus mit gewissen Worten sagen wollte. Ich lese Bücher und frage mich sofort: hat der Schriftsteller Licht oder nicht, welche Farben fehlen ihm. Nachdem ich das Buch gelesen habe, kann ich euch beschreiben, wie der Autor ist, welchen Kopf er hat, wie sein Gesicht ist, welche Hände, was für Gedanken er hat usw. Einige wollen wissen, wer und wie ich bin. Ich bin so, wie ich zu euch spreche. Wenn ich euch heile, dann bin ich so. Ihr werdet fragen: „Warum heilt er uns? “ Es ist egal, wer euch helfen wird, ich oder ein anderer. Meiner Meinung nach muß ich einen Überschuß von meinem Wissen, von meinem Leben weitergeben, weil mir das nicht gehört. Dieses Licht, das von innen kommt, muß ich nach außen schicken — „Ihr alle seid ein Licht“. Seit zweitausend Jahren lesen die Christen diesen Satz und können ihn nicht verstehen. Nehmt deshalb euren hl. Nikolaus und dreht ihn mit dem Kopf nach unten; er ist verpflichtet, euer Haus und eure Habe zu schützen, denn er ist euer Verstand. Sagt ihm: „Du wirst entweder gut urteilen, oder ich werde dich mit dem Kopf nach unten drehen.“ Ihr fragt: „Was ist Licht? “ Wenn es in eure Seele kommt, wird euer Gesicht schön, die Augen glänzen, von euren Händen geht eine angenehme Wärme aus, ihr verbreitet einen wohlriechenden Duft. Und wie riechen die heutigen Menschen? Schlecht, sehr schlecht. Veilchen und andere Blumen helfen euch, euren natürlichen Geruch zu verdecken. Dieses Veilchen, das ihr anwendet, sagt: „Gott offenbart sich in der Bescheidenheit des Lebens, und nicht im Stolz. Wenn ihr einen guten Boden habt, wird Gott in euch die besten Samen pflanzen; wenn ihr nackt seid, stolz darüber seid, gibt es nichts für euch, außer ewigen Schnee.“ Das ist die Sprache des Veilchens, und wenn sich die Menschen mit seinem Parfum besprühen, mögen sie dessen Sprache studieren. Damit klage ich sie aber nicht an. Ich wünschte, daß alle diesen Duft und diese Farbe des Veilchens hätten. Wenn ihr ein Wort aussprecht oder etwas schreibt, soll darin ein herrlicher Duft sein. Nachdem die Menschen dieses Licht begriffen haben, sind sie alle Blumen. Was ist ein Lehrer, Prediger, Bauer, Vater, Mutter, Bruder oder Schwester? Sie sind große göttliche Blumen. — Habt ihr verstanden, welche Blume die Mutter ist? Wenn ihr in das Leben des Lichts kommt, werdet ihr verstehen, was für eine Blume die Mutter ist. Außer den herrlichen Blüten von der Mutter, vom Vater, vom Bruder, von der Schwester, von den Nächsten gibt es nichts in der Welt. Habt ihr diese Blüten in euch? Wer hat bis jetzt dieses Licht nicht schon zehnmal aus sich hinausgeworfen? Wer hat die Blumen seiner Mutter, seines Vaters, seiner Nächsten nicht verkümmern lassen? Von jetzt ab muß man aufbauen, immer weiter aufbauen. Wenn ihr das bulgarische Volk aufrichten wollt, müßt ihr es aufbauen. Bulgarien braucht Salz und Licht, deshalb sollen die Gelehrten darüber nachdenken. Ohne Salz und ohne Licht gibt es kein Bulgarien. Das bulgarische Volk hat eine Wurzel in der Erde und einen Zweig in der göttlichen Welt: dieses Volk muß Früchte auf seinen Ästen bringen. Nur so kann man ein Volk oder eine Seele charakterisieren. Die Seelen sind zwar Individuen, aber sie bilden zugleich ein Kollektiv. Das Kollektiv ist ein Gesetz der Harmonie. Das Licht können wir mit unserer Seele, unserem Herzen, mit unserem Willen spüren. Das andere, das das Licht zerstört, ist die Wut. Der wütende Mensch ist ein Mensch ohne Willen. An einer Stelle der Schrift heißt es: „Seid wütend, aber sündigt nicht.“ Die Wut ist eine gewisse Energie, die nicht für eine gute Richtung genutzt wird. Jeder hat nach Wut eine Schwäche verspürt, die anzeigt, daß eine Demagnetisierung eingetreten ist. Das dritte Element, das das Licht verhindert, ist die Wollust. Sie ist das Grab der Liebe. Wieviele junge Männer und Mädchen sind frühzeitig in dieses Grab gegangen! Die Liebe ist Harmonie, und die Wollust ist — Gift. Das vierte Element, das das Licht zugrunde richtet, ist die Faulheit. Wenn ihr nach Amerika geht, werdet ihr sehen, wie die Kinder in den Schulen lernen. Dort arbeitet jeder; jeder verdient sich seinen Lebensunterhalt selbst, und man betrachtet es als Demütigung, Almosen zu erwarten. Dort werden alle Jungen und Mädchen, die arbeiten, geachtet. Ich wünschte, in Bulgarien wären alle so arbeitsam; das bezieht sich auf die Städter, weil sich für sie die Gefahr der Faulheit zeigt, nicht auf die Bauern. Das fünfte Element, das das Licht zerstört, ist der Neid. Neid und Stolz sind wie Bruder und Schwester. Ein Mensch, der beneidet, ist auch stolz. Jene, die von Neid erfüllt sind, genießen es, wenn sie andere leiden sehen. Erinnert euch an jenes Drama von Shakespeare, wo ein jüdischer Geizhals einen Vertrag abschloß, sich Fleisch von seinem Schuldner abzuschneiden, und er bestand auf der Erfüllung des Vertrages, auch als der Schuldner bereits in der Lage war, zu bezahlen. Es gibt viele andere Beispiele, wo sich dieser boshafte Neid darlegt. Zwei führten einen Prozeß miteinander, und der Richter, als er sie angehört hatte, schlug vor, daß er einem eine zweimal härtere Strafe auferlegen würde; er fragte sie, welche Strafe sie auferlegt haben wollen. Jener, dem die kleinere Bestrafung bevorstand, schlug vor, dem anderen die Augen auszukratzen. „Aber dir werden wir dann ein Auge auskratzen“, sagte der Richter. „Das mag sein“, antwortete er, „aber deshalb werden dem anderen doch die zwei ausgekratzt.“ Ein Mensch mit so einer Grausamkeit kann kein Licht haben. Neid zeigt sich auch bei politischen Menschen. In Bulgarien gibt es sie genügend. Macht den edlen Menschen Platz! Wenn es heißt: „Ihr seid das Licht“, meint Christus die Menschen der Zukunft. Als der Herr die Welt erschuf mit ihren Sternen, Mond und Sonne sagte ER: „Das ist für die zukünftigen Menschen.“ Jemand sagt zu mir: „Sag mir, wie mein vergangenes Leben war.“ Es steht auf dir geschrieben. Jetzt kannst du einen zerrütteten Organismus haben, was jedoch nicht heißt, daß du krank bist. Sobald die Bedingungen beseitigt werden, die das Licht behindern, wird diese Zerrüttung verschwinden. Das andere Laster, das das Licht verhindert, ist die Gier. Ich werde ein Beispiel für Gier anführen. In Spanien gab es einen Millionär, der ganze Gebiete unterdrückte. Alle beklagten sich über ihn, und daraufhin befahl der spanische König, ihn einsperren zu lassen. Als er im Gefängnis Wasser und Brot wollte, verlangte man von ihm ungefähr 1000 Leva für eine Tasse Wasser und ein Stück Brot. „Das ist die größte Grausamkeit, die mir begegnet ist“, sagte der Gefangene. „Das ist deine Strafe“, antwortete ihm der König, „geh jetzt, und mach das nicht noch einmal, was auch du nicht willst, daß man es dir antut!“ — Deshalb schickt euch Gott all diese Bosheiten. Ihr sagt über jemanden: „Der wurde schwachsinnig geboren.“ Es ist nicht wahr, daß seine Mutter und sein Vater ihn so geboren haben, er selbst ist sich Mutter und Vater. Infolgedessen gibt es zwei Theorien: die eine sagt, daß die Mütter ihren Kindern ihre Eigenschaften mitgegeben haben; die andere, daß das Kind in einer unsichtbaren Welt existiert — als intelligentes Wesen — und sich die passende Mutter, das geeignete Mittel auswählt, und daß es seine Mutter beeinflußt, indem es ihr gute Gedanken einflößt. Die schwangere Mutter kann danach, welche Gedanken sie zu dieser Zeit bewegen, feststellen, wie ihr Sohn sein wird. Wir können uns der göttlichen Welt widersetzen, aber wenn das Gesetz zu wirken beginnt, wird dessen Kraft unseren unvernünftigen Widerstand beseitigen. Ihr Männer und Frauen, die ihr jetzt hier seid, seid das Licht! Für mich existiert das Böse nicht. Ich meine, daß in der göttlichen Welt Böses nicht existiert, aber daß es außerhalb der göttlichen Harmonie Böses gibt. Wenn ihr euch entschließt, ein gutes, edles Leben zu führen, werdet ihr dieses Licht haben, wird es bei euch sein. Dieses Licht ist verständig — und alle alten Mystiker, die dieses Licht haben, sehen eine unendlich weite Welt, voll mit den schönsten Blumen, mit denen sich ihre Seele erfüllt. Wenn ihr in guter Stimmung seid, habt ihr dieses Licht. Nur könnt ihr es nicht lange halten. Manchmal denkt ihr, daß ich gut predige, aber ihr sagt: „Wer weiß, welches Ziel er hat.“ Mein Ziel ist es, den Willen Gottes zu erfüllen. Ich gehöre nicht zu jenen, die lügen; bis jetzt habe ich noch niemanden belogen, noch hat man mich belogen. Ihr könnt mich mit nichts anderem bestechen, außer mit Gutem, mit Wahrheit, Liebe und Weisheit. Wenn ihr Gott dienen wollt und ihr euch dazu entschließt, dies zu tun, nur dann wird Gott von seiner Größe herunterkommen und wird euch zu guten Menschen und zu großen Geistern machen. Ich predige euch, für Gott zu leben, für den Herrn des zwanzigsten Jahrhunderts, der Gefängnisse niederreißt, die Gefangenen befreit und Harmonie, Ordnung, Freude und Fröhlichkeit bringt. Er bringt so einen Segen, wie sich ihn die Menschen nicht vorstellen können. Er wird diese Erde in ein Paradies umwandeln, und ihr, Bulgaren, werdet darin leben. Ihr werdet alle leben, wenn er euch begegnet, und ihr werdet sehen, ob das wahr ist, was ich euch sage, oder nicht. Das sind keine Illusionen, wie einige denken mögen. Bei Illusionen gibt es folgende Eigenschaften: ihr könnt zum Beispiel die Illusion von jemanden nähren, indem ihr ihm sagt, daß ihr ihm Gift gegeben habt. Nach vierzig bis fünfzig Tagen wird er schwach werden und sterben. Mit Illusionen verfällt und verdummt der Mensch. Aber wenn eure Seele von irgendeinem Gedanken ernährt, erfrischt und belebt wird, dann ist es keine Illusion. Ich wünschte, daß alle Bulgaren groß wären — groß in der Wohltat, groß in der Liebe, groß im Recht, groß in der Weisheit, groß in jener göttlichen Wahrheit des Lichts, von der ich gesprochen habe. Denkt über das Licht nach, es ist mit euch, spürt es, werdet selbständig, kommt wie die Bienen zu jeder Blume, um Honig zu sammeln. Bleibt dort nicht zum tJbernachten — das ist Wollust —‚ sondern nehmt Honig und geht zurück in euer Haus. Das wollte Christus mit den Worten sagen: „Ihr seid das Licht!“ und „Eine Stadt, die auf dem Hügel steht, kann nicht verborgen bleiben.“ Wenn ihr in diese Stadt kommt, werdet ihr den Sinn eures Erdenlebens verstehen. Ihr stellt euch vor, wie euer künftiges Leben sein wird. Es liegt in euch, und es hängt von eurem jetzigen Leben ab. Es ist dasselbe wie mit der Seidenraupe, die alle Elemente in sich hat, die zur Umwandlung in einen Schmetterling nötig sind. Es wird nicht viel Zeit vergehen, und ihr werdet wie dieser Schmetterling sein. Jetzt lebt ihr auf der Erde und fragt euch, ob es ein anderes Leben gibt: Wenn ihr ein Schmetterling werdet, werdet ihr sehen, daß es ein anderes Leben gibt, und ihr werdet euch mit euren Flügeln, mit eurem Verstand, mit eurem Herzen auf das Licht setzen — den schönsten göttlichen Baum, den Baum des Lebens —‚ ihr werdet den Sinn verstehen und werdet froh und fröhlich sein. Diesr Vortrag wurde am 1. April 1917 gehalten
  19. Zur Verherrlichung Gottes "Worin äußert sich das Leben?" – das ist der Grundgedanke, mit dem ich mich kurz befassen werde. "Verherrlichung Gottes" – was beinhaltet das eigentlich? Nur das Gesetz der Weisheit kann diesen Begriff erklären. Es ist die Wissenschaft, die Gottes Herrlichkeit aufdeckt, doch die Menschen nutzen ihr erworbenes Wissen zu ihrer eigenen Verherrlichung. Die Folge davon ist Disharmonie. Für mich sind Menschen selbständige Einheiten, die immer nur zwei Möglichkeiten im Leben haben: entweder sie schlagen den richtigen Weg ein, oder sie weichen von ihm ab. Entsprechend kann die Seele als selbstständige Einheit entweder wachsen oder schrumpfen. Im Okkultismus wird dieser Prozess auf verschiedene Art und Weise erläutert. Die westlichen Okkultisten erklären es mit dem so genannten "Wärme-Äther". Als Äther wird eine Substanz bezeichnet, aus der alle Dinge entstehen und in der sie sich entwickeln. "Äth" ist die Urquelle, aus der alles Sein hervorgeht, "Ther" lässt die Dinge auf der Erde wachsen. Äther ist keine dichte Materie. Wärme-Äther, d.h. Urenergie in Aktion, hat mit Liebe zu tun. Folglich bekundet sich in den ersten Lebensäußerungen, hervorgerufen durch die Einwirkung des Wärme-Äthers auf die Materie, die Liebe. Leben tritt also durch Wärme in Erscheinung und so kam der Lebensstrom mit der Wärme zur Erde, um sie zu organisieren. Im Buch Genesis steht: "Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde." Dieser Lebensstrom ist Gottes Geist, der hinunter kommt um die Dinge zu erschaffen. Bei eurem jetzigen Entwicklungsstand solltet ihr in der Lage sein, das Gesetz des Wärme-Äthers zu verstehen. Es handelt sich um eine Bewegung von außen nach innen. Wenn wir von der Notwendigkeit der Liebe zu anderen Menschen reden, dann meinen wir damit den Wärme-Äther, der von außen kommt. Die Menschen verlangen nach unserer Liebe, sie wollen dich lieben, aber auch geliebt werden. Warum? Liebe ist eine Energie in der Natur, die in Erscheinung treten will. Ihr aber versteht das Gesetz nicht und entstellt die Dinge. Was muss eine Quelle tun, wenn sie sich offenbaren will? Sie muss hervorsprudeln. Sobald das Wasser aus ihr quillt, offenbart sie sich. Genauso ist es beim Menschen. Liebt ein Engel einen Menschen, so seht ihr aus ihm etwas hervorquellen – eine flüssige Substanz im Gegensatz zu euer?r Liebe, die zäh ist. Auch aus euch quillt etwas hervor, wenn ihr jemanden liebt. Und wenn euch in diesem Moment ein Engel sieht, der von einer langen Reise zurückkehrt, wird er meinen: "Bei dieser Quelle werde ich ein wenig ruhen." Mit seinem Becher wird er von eurem Wasser schöpfen und richtig beurteilen, ob eure Quelle gut oder schlecht ist. So ist es nun einmal: Wenn sich die Menschen in der physischen Welt lieben, gibt es unter ihnen rein physische Beziehungen, im Gegensatz zur unsichtbaren Welt, wo das nicht der Fall ist. Dort ist die Liebe eine Quelle. Für euch sind das abstrakte Begriffe. Ihr sagt einfach: Diese Menschen lieben sich. Das stimmt, aber ihr müsst wissen, dass das Leben dem Wärme-Äther entspricht, und wenn man diesen Impuls nicht von außen aufnehmen kann, wie soll sich dann das Leben in uns äußern? Leben von innen ist Ausdruck des Wärme-Äthers von außen. Tritt dein Leben in Erscheinung, dann befindet sich auch dein Lebensäther im Erdzentrum. Dieser Lebensäther erschafft alles. Und damit Leben sich bekunden kann, muss zuerst diese Welle von außen kommen. Da ich gerade davon spreche: Ihr seid der Erde ähnlich und auch zu euch muss dieser Wärme-Äther von außen kommen, um euer Herz zur Tätigkeit anzuregen. Irgendwann einmal möchtet ihr Liebe empfinden. Das bedeutet, dass aus dem Zentrum eures Herzens, nachdem ihr von außen nach innen den Anreiz bekommen habt, eine andere Regung entstehen muss, um das Leben zu offenbaren. Und daraus folgt, dass jeder, der leben möchte, mit der festen Materie konfrontiert wird. Jeder, der lieben will, muss sich mit ihr auseinandersetzen. Ein Mensch, der mit der festen Materie nicht umgehen kann, kann auch nicht leben. Aus dieser Sicht des Lebens sind Leiden Steine, mit denen ihr eure Zukunft aufbauen werdet. Erst danach kommt das Licht, das ebenso notwendig ist für das Leben wie die Wärme. Auch das Licht ist ein Strom, der "Lichtäther" genannt wird. All diese äußerlichen Erscheinungen des Lebens haben ihre Ausdrucksform. Sowohl Wärme als auch Licht schaffen gewisse Formen beim Menschen. Genauso ist es mit dem Leben. Jeder Strom schafft spezifische Formen. Sonnenwärme und -licht wirken vor allem stark auf das Gläubigkeitsgefühl des Menschen und auf die Wissenschaft ein. Bewahrt diese Wärme und dieses Licht sorgfältig in euch! Verliert niemals die schwache Wärme, die ihr im Solarplexus habt! Diese Wärme muss es immer in euch geben, ihr braucht sie! Wenn ihr sie besitzt, dann seid ihr unanfechtbar, keiner kann euch etwas anhaben. Verliert ihr sie aber, dann widerfahren euch möglicherweise die größten Übel wie Stürme und Katastrophen. Sie können euch total vernichten und nichts wird von euch übrig bleiben. Bewahrt ihr dagegen diese Wärme, dann kommt auch das Licht und mit ihm auch das Wissen. Also stellen wir Folgendes fest: Der Lichtäther wirkt auf das menschliche Gehirn, der Wärme-Äther auf das Herz ein. Im Herzen des Menschen gehen von außen nach innen eine Reihe von chemischen Prozessen vor sich. Von ihnen hängt ab, wie sich der Mensch verhält, ob so oder so. Lasst euch von den verschiedenen Taten der Menschen nicht irritieren. Die Außenwelt kann sich daran stören, ihr aber nicht. Ihr müsst wissen: Egal in welche Richtung sich der Mensch auch betätigt, alles passiert zur Verherrlichung Gottes. Denn eure Versäumnisse und Fehler sind Gelegenheiten zur Weiterentwicklung von Wesen, die fortgeschrittener sind als ihr. Du machst einen bestimmten Fehler, aber diese für dich unsichtbaren Wesen benutzen ihn, um eine große Tugend daraus zu erschaffen. Alles in der Welt ist so geschaffen, dass die vernünftigen Wesen jeden eurer Fehler für eine Tugend nutzen können. Aber sagt jetzt nicht: Wenn dem so ist, wenn alles zum Guten geschieht, dann lasst uns Fehler machen. So nun auch wiederum nicht! Nur wenn ihr unbewusst einen Fehler, ein Versäumnis begangen habt, nur dann sollte es euch nicht Leid tun. Ein anderes Wesen wird euren Fehler zum Guten verwenden. Wisset: Auf der Erde werdet ihr Fehler begehen, sie sind unvermeidbar, aber man darf sie nicht absichtlich machen. Die einzige Gefahr seitens der schwarzen Bruderschaft besteht darin, dass sie die Aufgabe haben, dem Menschen einen kritischen Geist einzupflanzen, damit er denkt, er lebe nicht richtig. Wir wissen, dass der Mensch nicht von heute auf morgen ein Heiliger werden kann. Um ein Heiliger zu sein, müssen wir alle Naturgesetze kennen und sogar unsere eigene Zukunft. Da kommt jemand zu mir und meint: Ich bin ein Heiliger. Na schön, dann sage mir meine Zukunft voraus! Wenn er mir die Zukunft nicht vorhersagen kann, dann erwidere ich ihm: Du bist gar kein Heiliger. Ein Heiliger muss die Zukunft der Menschen vorhersagen können. Ein, in seiner Evolution, fortgeschrittener Mensch muss dieses innere Wissen besitzen, er muss die Dinge vorausahnen können. Vorerst lasst ihr euch alle von der Außenwelt beeinflussen. Ihr seid Reflektoren der Außenwelt, von ihrem Licht. Aber ihr müsst wissen, dieses Licht anderer Menschen gehört ihnen, während euer Licht nur euch gehört. Spiegelt ihr nur fremdes Licht wider, so ist das gar kein Licht; nur euer eigenes Licht ist real. Denn sobald das fremde Licht erlischt, verliert ihr es ebenfalls. Habt ihr aber eigenes Licht, dann kann das nicht passieren. Und sollte von außen Licht auf euren Reflektor kommen, so freut euch umso mehr, denn es verstärkt euer eigenes. Doch müsst ihr auch in diesem Fall immer euer eigenes Licht und eure eigene Wärme bewahren. Nun haben wir den Berg Mussala[1] erstiegen. Hier seid ihr alle sehr gut gelaunt, in Sofia aber seid ihr anders, dort steht ihr euch feindselig gegenüber. Zu euch kommt eine Schwester, aber ihr könnt sie nicht leiden und wollt, dass sie wieder geht. Wo liegen die Ursachen für diese Gefühle? Das sind Kleinigkeiten, alltägliche Dinge, aber die lösen das Problem nicht. Ihr mögt irgendeine Schwester nicht und wollt sie loswerden. Warum? Ich will jetzt diese Sachen zwischen euch nicht bereinigen, sondern meine nur: Solche Situationen existieren auf der ganzen Welt. Ihr mögt jemanden nicht und ein anderer mag euch nicht. Dafür wiederum habt ihr einen anderen Menschen sehr gern. Es passiert, dass ihr jemanden nicht ertragen könnt, doch er besucht euch ständig. Das Gegenteil kommt auch vor: Ihr liebt jemanden und würdet euch wünschen, dass er zu euch käme, aber er meidet euch. Warum ist das so? Das alles geschieht dank der oben genannten räumlichen Ströme. Das Gesetz der Liebe lautet wie folgt: Wenn in mir ein Liebesgefühl entsteht, muss ich unbedingt, da sie von oben, vom Himmel kommt, etwas mitbringen, etwas geben. Gebe ich nichts, so kann ich Liebe nicht äußern. Gott, der uns liebt, gibt uns etwas, wenn er sich offenbart. Auch wir, wenn wir Gott lieben wollen, müssen etwas von uns geben, etwas aufopfern – auch wir sollten von unseren Früchten hergeben, denn Gott will ebenfalls etwas von uns. Wir lesen in der Heiligen Schrift, dass die Juden Gott einst Opfer brachten, aber wir, was überreichen wir? Heute werden keine Opfergaben verlangt. Was sollen wir dann tun, was sollen wir geben? Süße Früchte aus unserem Garten? – Nein, von uns wird verlangt, die Früchte aus dem Garten unseres Herzens auf einem besonderen Tablett aus Gold und Diamanten zu überreichen. Oben bei Gott wird uns ein Engel willkommen heißen und unsere Früchte entgegennehmen. Nun meint ihr sicher: Das ist eine Phantasmagorie. Tatsächlich – diese Dinge überschreiten den Horizont und sind schwer zu verstehen. Kommen wir nun zu den Fakten, so wie sie sich auf der Erde darstellen. Was macht ihr, wenn ihr jemanden liebt? Die Mutter gibt ihrem Kind zuerst Strümpfchen, dann ein Kleidchen, Mützchen, Hemdchen; bis ins hohe Alter will sie ihm etwas geben und bringt immer wieder ihre Liebe zum Ausdruck. Dasselbe Gesetz tritt in Kraft, wenn sich die Liebe im Sohn oder in der Tochter offenbart.Damit dieses Gesetz auch für uns Realität wird, müssen wir in unserem Bewusstsein immer mit der unsichtbaren Welt verbunden sein. Das aber können wir nur erreichen, wenn wir jemanden von dort kennen und seinen Namen wissen. Wie aber verbindet man sich mit der unsichtbaren Welt? – Im Traum, im Gebet, in Gedanken. Und welche Übersetzer habt ihr dort? Wenn ich in die ferne Vergangenheit zurückblicke, muss ich feststellen, wie oft ihr Möglichkeiten für eure Weiterentwicklung versäumt habt! Ganze Barrikaden, ganze Berge habt ihr mit euren Fehlern vor euch errichtet! Und nun stoßt ihr auf die Fehler eures Lebens. Was ihr einst anderen angetan habt, das müsst ihr heute bewältigen. Deshalb werden jetzt für euch günstige Bedingungen geschaffen, damit ihr euren Weg ebnen könnt. Euer jetziger Lebensweg ist eine wunderbare Möglichkeit, mit allen existierenden Widersprüchen ein für allemal Schluss zu machen. Das könnt ihr durchaus schaffen, denn die Widersprüche sind nicht groß. Jetzt, bei der Betrachtung dieser Frage, sollte sich jeder in einen Kreis stellen. Jeder von euch hat einen bestimmten Wirkungskreis, einen Tätigkeitsbereich. Auch jeder Gedanke hat seinen Wirkungsbereich, außerhalb dessen er sich nicht äußern kann. Wollt ihr beispielsweise, dass euch ganz Bulgarien zuhört, wenn ihr singt? Die Zeit kommt noch, wo man euch wie im Rundfunk hören wird. Für alle Dinge wird es ein spezielles Instrument geben. Wenn dieses Instrument die Luft ist, dann wird es ein heftiges Geschrei geben! Wie stark muss dieser Laut sein, damit er in ganz Bulgarien zu hören ist? Unter den heutigen Bedingungen muss ein Laut sehr stark sein, um einen weit entfernten Ort zu erreichen, denn während er sich durch die Luft verbreitet, verliert er an Lautstärke. Nach Jahren werden die Menschen ihre inneren Fähigkeiten so weit entfaltet haben, dass irgendwo gesprochene oder gesungene Laute durch den Äther auf große Entfernungen übertragen und von den Menschen aufgenommen werden können. Der Schall wird ungehindert die Luft durchdringen. Wenn ihr beispielsweise in Varna singt, so wird man eure Stimme überall vernehmen können. Ihr werdet also den Wärme-Äther studieren, der mit der Liebe in Zusammenhang steht. Ihr werdet das Licht oder den Lichtäther studieren, der mit dem Glaube und der Weisheit in Verbindung steht. Ihr werdet euch mit dem chemischen Äther befassen – den Willensprozessen der menschlichen Seele, dem Wasser. Die alten Alchemisten und Okkultisten führten folgende Einteilung ein: Die Erde, das ist das Leben; das Wasser ist mit den chemischen Prozessen verbunden; das Licht ist Symbol für Luft und Wärme, für Feuer. Man muss diese Elemente – Erde, Wasser, Luft, Feuer, Licht und Wärme beherrschen. Der Mensch muss selbst Feuer entfachen können. Ist dein Herz von innen kalt, dann solltest du in der Lage sein es selber zu erwärmen und nicht auf Wärme von außen warten. Darauf werdet ihr erwidern: Gott soll es tun! Das ist ja Gott, der in uns wirkt! Er kann alles allein machen, aber er will uns dazu bringen, dass wir selbst auf uns einwirken. Er will, dass wir lieben lernen. Somit studiert ihr eine großartige Kunst. Wenn ihr Feuer habt und damit umgehen könnt, dann könnt ihr euch auch in die Hölle begeben. Ein Mensch, der über das Wasser nicht walten kann, ein Mensch, der über die Luft nicht walten kann, ein Mensch, der über das Licht und die Wärme nicht walten kann, der kann gar nichts. Das alles sind Möglichkeiten, die den Menschen als solchen betreffen. Wenn er sie aber nicht benutzt, dann vollbringt er soviel wie ein Fisch. Der lebt im Wasser ohne es zu beherrschen. Solch ein Mensch schafft so viel wie ein Maulwurf. Der lebt unter der Erde, hat aber keine Macht über sie. Und die Vögel, was haben sie vollbracht? Sie leben in der Luft, aber sie haben keine Macht über sie und damit haben sie auch noch nichts erreicht. Sie sind ohne Kultur. Und wenn wir jene betrachten, die sich mit dem Feuer beschäftigen, sehen wir, dass sie es ebenfalls nicht beherrschen. Im Gegenteil – sie sind große Brandstifter: Zum Beispiel setzen sie ein Haus in Brand oder entzünden eine Bombe, die zu einem großen Erdbeben führt, und suchen schließlich das Weite. Unsere Häuser werden zerstört, wir leiden, sie aber lachen sich eins und feiern. Deshalb solltet ihr diese Kräfte erforschen, doch Vorsicht, es besteht die Gefahr, dass ihr nicht in der Lage sein werdet, die euch enthüllten Geheimnisse vernünftig anzuwenden. Ich sage euch: Wenn ihr einen Menschen antrefft, lenkt eure Aufmerksamkeit nicht auf seine Schwächen, sondern auf seine Tugenden. Ihr dagegen sagt: "Ich hielt dich für einen Freund, aber du hast diese und diese Schwächen." Um aber einen Menschen verstehen zu können, sollten wir uns auf seine Tugenden konzentrieren, weil die negativen Seiten eines guten Menschen nur ein Schatten seines Lebens sind. Nur ein wirklich guter Mensch kann Schatten in seinem Leben werfen, nur er kann das Schlechte offenbaren. Gehen die Wölfe etwa zu einem Schäfer, der keine Schafe hat? Wo es Schafe gibt, dort gibt es auch Wölfe und Bären. Vermehren sich auf einem Verstorbenen etwa Läuse? Hat jemand Läuse oder Flöhe, so wisset- dieser Mensch lebt. Wo lassen sich die Läuse nieder? Bei den Lebendigen. Ich sage euch: Euer Charakter muss so edel werden und euer Herz so offen, dass jeder, dem ihr begegnet, spüren kann, wie Leben und Frische aus euch strömt. Innere Fülle und Güte sollen mühelos in euch walten, eure Handlungen sollen natürlich und göttlich sein. Ihr müsst eurem Wesen nach gut sein, völlig unbeabsichtigt. Selbst wenn ihr es wolltet, könntet ihr doch nicht anders als gut sein. Und wenn ihr keine gute Tat vollbringen wollt, so könnt ihr doch nicht anders handeln. Solche Menschen nenne ich gut. Das Wichtigste für euch ist etwas von diesem Ausflug zum Mussala mit nach Hause zu nehmen. Was wird euch von diesem Tag in Erinnerung bleiben? Werdet ihr euch an den Ausflug erinnern, wenn ihr 60-70 Jahre alt seid? Darauf könntet ihr erwidern: "Lasst uns jetzt in Ruhe, was hat das mit unseren grauen Haaren zu tun?" Doch wo bleibt dann euer Glaube? Ihr dürft nicht älter werden, ganz im Gegenteil, ihr müsst von Tag zu Tag jünger werden. Ihr dürft nicht sterben, sondern müsst jeden Tag neu auferstehen. Ständig sollt ihr in Freude leben! Und wenn ihr ins Jenseits kommt, dann besteigt ihr auch dort den Gipfel Mussala, nur dass ihr ihn dort in einer anderen Form sehen werdet. Wichtig ist, dass wir diesen Ausflug machen, weil wir gewisse Aufgaben auf der Erde haben, die gelöst werden müssen. Jedes Besteigen des Mussala gibt uns einen Impuls. Hier stehen wir auf der höchsten Position und keiner kann uns aufhalten. Unser Elan ist so groß, dass wir von jedem beliebigen Punkt aus diese Position erreichen können. Wir befinden uns auf einer Höhe, wo die schwarze Loge machtlos ist, sie kann uns nichts antun und wir können überall unseren Weg bahnen. Wären wir aber zurückgegangen, ohne den Gipfel zu besteigen, dann hätten wir diese Position aufgeben müssen wie Kuropatkin[2] und wie die Deutschen bei der Blockade in Verdun[3]. Jeder von uns muss Elan haben! Ihr alle habt einen Fehler – euch fehlt der Schwung! Ein Ideal müsst ihr haben! Lässt man sich von der geringsten Schwierigkeit aufhalten, dann hat man keinen Elan, es fehlt einem der Schwung. Wenn man aber Schwungkraft hat, dann ist man wie die Vögel – man kommt und geht. Mit Schwung und Ideal kann einen selbst der Teufel nicht aufhalten. Das hohe Ideal – der Drang nach Gott – bringt also Wärme mit sich. Wie ihr seht, herrscht selbst hier auf dem Berg Mussala, in dieser Höhe von 2927 m, eine Temperatur von 22 Grad. Wofür spricht diese Wärme rein physisch gesehen? Beim Addieren von 2 und 2 bekommen wir die Zahl 4 – die stärkste Zahl am höchsten Ort! Das Feuer dieser Energien und Kräfte wirken in einem Quadrat. Alles was dort hineingerät wird zerstört. Hier haben wir es also mit dem Quadrat des Lebens zu tun. Bei einer Temperatur von 22 Grad ist das Leben imstande alle möglichen Hindernisse auf seinem Weg zu vernichten. Auch die hiesige Natur zeugt davon, denn alles auf dem Mussala ist zerstört. Diese Zahl entspricht also dem Gipfel. Das hebräische Alphabet enthält ebenfalls 22 Buchstaben. Die Juden deuten ihre ganze Philosophie nach der Kabbala. Nun also: Alle selbständigen Einheiten leben für die Gesamteinheit. Diese Gesamteinheit ist Gott, mit dem wir alle in Verbindung stehen. Alle unsere Ideen werden von ihr korrigiert. An Gott denken wir immer, aber er ist uns nicht bewusst. Das muss auch nicht sein. Doch in uns ist eine heilige Idee lebendig. Wenn wir an einem bestimmten Punkt angelangt sind, korrigieren wir unsere Fehler immer dank dieser Idee. Was da unsere Fehler korrigiert, das ist Gott. Er sagt zu einem: " Mach das nicht!" und man akzeptiert es frohen Herzens. Ein anderes Mal sagt er: "Lehne das nicht ab!" und man akzeptiert es wiederum. Jeder wird von Gott korrigiert. Manchmal weint man bis Gott zu einem kommt – er schaut uns an, nimmt uns bei der Hand und im Nu sind wir von allen unseren Qualen befreit. Wir werden jetzt nicht von euren Schwierigkeiten sprechen – sie sind ein Segen für euch. Und damit ihr wisst: Ihr werdet sie ertragen müssen, denn von euren Leiden werden wir euch nicht befreien. Damit würden wir euch nur das größte Übel zufügen. Wir geben euch das Wissen und die Möglichkeiten, diese Schwierigkeiten zum Guten zu wenden. Gerade in den Hindernissen steckt euer ganzer Reichtum. Jemand meint: Würde mich doch der Herrgott von diesen Leiden befreien! So darf man das nicht sagen. Richtet folgende Bitte an ihn: "Gott, gib mir Wissen, damit ich die Schwierigkeiten meines Lebens bewältigen kann!" Ihr habt spezifische Schwierigkeiten, die ihr mit niemandem teilen könnt. Ein Arzt ist vonnöten! Wenn du ein Händler bist, der bankrott ist, und davon einem anderen Händler, deinem Konkurrenten erzählst, dann bist du verloren. Red?st du aber mit einem Freund darüber, der dich liebt und sich in deine Lage versetzten kann, dann bekommst du einen Rat mit dessen Hilfe du aus der Sackgasse herausfindest. Schon in der Schrift steht: "Deine Last bürde nur dem Herrgott auf!" Man kann seine Last nur jemandem aufbürden, der einen liebt oder den man liebt. Liebst du ihn, dann nimmt er deine Last entgegen, sobald du mit ihm in Verbindung getreten bist. Doch wenn du ihn nicht liebst und er dich auch nicht, so wird er sich deine Last nicht aufbürden. Der Nebel um uns zeigt, dass die Welt dieses Jahr große Schwierigkeiten überwinden muss. Die Weltmenschen werden von einem sehr dichten Nebel umhüllt sein, mit dem sie fertig werden müssen, und zwar das ganze Jahr über. Am höchsten Ort aber, auf dem Mussala, wird es Wärme und viel Kraft geben. Im Nebel verstecken sich Kräfte. Was auch auf euch zukommen sollte – habt keine Angst! Seid tapfer und entschlossen. Ihr seid Träger einer heiligen Idee. Selbst wenn man euch zehnmal ins Feuer wirft, fürchtet euch nicht, ihr werdet nicht verbrennen. Wie Daniel werdet ihr sein, den man in die Löwengrube warf. Haben ihn die Löwen gefressen? Wie die drei Jünglinge werdet ihr sein, die in den Glutofen geworfen wurden. Verbrannten sie etwa? Wie Christus am Kreuz werdet ihr sein. Starb er etwa? Blieb er im Grab? Wie viele Heilige hat man vergraben und später waren sie nicht mehr aufzufinden. Weder die Erde kann sie halten, noch ein Gefängnis. Ein Engländer war mit der Universellen Weißen Bruderschaft und dem Wissen der indischen Jogis vertraut, aber der englischen Regierung ein Dorn im Auge. Deshalb wurde er in Indien eingesperrt und Wächter wurden aufgestellt, um ihn zu bewachen. Als man am Morgen ins Gefängnis ging, entdeckte man, dass er verschwunden war. Ein zweites Mal wurde er gefangen und eingesperrt. Diesmal bewachten ihn zehn Leute, aber er verschwand wieder. Schließlich schrieb er ihnen folgenden Brief: "Ihr seid nicht in der Lage mich einzusperren. Lasst mich in Ruhe und geht eurer Wege! Ich bin nicht gegen die Gesetze, aber auch ich habe gewisse Rechte und deswegen lasst mich meiner Wege gehen. Denkt nicht, ihr könntet mich einsperren." In diesem Glauben ist die Kraft dieses Menschen. Dasselbe könnte auch mit euch geschehen, aber Glaube wird verlangt. Man kann euch so oft man will einsperren, Gott aber wird euch aus dem Gefängnis befreien. Das ist ja das Schöne in der Welt! Hätte doch jemand von euch diese Erfahrung gemacht: mit zehn Wächter um sich herum eingesperrt zu sein und trotzdem freizukommen, Herr seiner Lage zu sein. Auch ihr habt Glauben, aber es fehlt noch viel, um ihn zu festigen! Ihr besitzt Wissen, aber wie viel müsst ihr noch erlangen! Ihr habt Tugenden, aber an ihnen muss noch viel gearbeitet werden. Eure Weisheit, eure Rechtschaffenheit, euer Erbarmen müssen und können verstärkt werden. Ihr habt die besten Bedingungen all diese Tugenden weiterzuentwickeln. Nun rede ich nicht über irgendeine Philosophie, weil man so etwas auf dem Mussala nicht behandeln kann, sondern ich gebe denjenigen, die mir jetzt zuhören, praktische Anweisungen. Mussala ist nur ein Platz, wo man Erfahrungen sammelt. Ich lasse euch jetzt mindestens eine Stunde auf dem Gipfel, damit ihr euch hinlegt, denn in dieser Zeit lernt ihr dreimal mehr, als wenn ich euch einen Vortrag halten würde. Das Erste was ihr tun müsst, wenn ihr vom Berg herunterkommt, ist Folgendes: Denkt intensiv an Gott und sprecht aus: "O, Herr, da wir diesen Weg gehen und dir dienen wollen, so schicke uns etwas Wärme, damit wir sie fühlen! Ich bin bereit meine Leiden zu ertragen, aber gib mir ein bisschen Wärme, damit ich sie fühle!" Verlangt nicht große Dinge von Gott! Ihr wollt immer viel von Gott und verliert dabei auch das Wenige, nach dem ihr verlangen müsstet. Wenn dieses bisschen Wärme kommt, wird sie Neues in euer Leben bringen. Das Gesetz lautet: Willst du etwas von Gott, so verlange nach ein bisschen Wärme! Das ist die erste Erfahrung, die erste Aufgabe. Nachdem du die Wärme gespürt hast, sage: " Herr, gib mir ein wenig Licht, damit ich es fühle!" Und sobald du das ausgesprochen hast, wird in deinem Verstand ein Lichtlein aufleuchten. In der Mitte deines Gehirns wirst du das weißliche Licht bemerken. Klein wie ein Stecknadelkopf wird es sein. Somit habt ihr zwei Möglichkeiten: die Wärme und das Licht. Erst dann beginnt mit dem Leben. Die Wärme wirkt auf das Leben ein und das Licht auf die Chemie und Religion. Dann werdet ihr kühn und entschlossen werden. Also müsst ihr früh nach dem Aufstehen zwei Dinge von Gott verlangen. Nachdem ihr die eine, zweite, dritte Methode angewandt habt und schließlich vor einem Problem steht, sagt: " Gott, gib mir ein wenig Wärme, gib mir das kleine Licht!" Sobald ihr sie gespürt habt, sprecht aus: "Herr, alles geschehe zu deiner Verherrlichung!" Kommen erneut Leiden und Schwierigkeiten, sagt nochmals: "Herr, alles geschehe zu deiner Verherrlichung!" Zu allem, was in eurem Leben passiert, sagt: "Gelobt sei Gott!" Das wird euer Gewinn vom Mussala sein. Und wenn man euch fragt, was ich euch auf dem Gipfel gesagt habe, antwortet: Alles geschehe zur Verherrlichung Gottes! Das ist die Zusammenfassung von allem, was ich euch auf dem Mussala gesagt habe: " Alles geschehe zur Verherrlichung Gottes!" Wir lernen jetzt von der geringsten Wärme, die in uns existiert, und von dem kleinsten Licht, das sich in uns äußern kann. Wärme und Licht! Das ganze Jahr über achtet auf Folgendes: Alles geschieht zur Verherrlichung Gottes! Wenn wir nächstes Jahr wieder hier sind, werde ich euch sagen: Los, zeigt mir euer bisschen Wärme und euer kleines Lichtlein! Jetzt machen wir eine Übung. Stellt euch in einem Abstand von mindestens einem Meter voneinander auf, wendet euch nach Süden und sprecht die Formel aus: "Möge in der Welt die Tugend regieren und sich alle schlechten Gedanken zerstreuen!" Dann wendet euch nach Osten und sagt Folgendes: "Möge in der Welt die Gerechtigkeit Gottes regieren und jedes Unrecht aus unserem Leben verschwinden!" Wendet euch jetzt nach Norden und sprecht die Formel aus: "Möge die Wahrheit Gottes in unserem Leben regieren und jedes Joch aus unserer Seele verschwinden!" Und jetzt wendet euch nach Westen und sagt die Formel: "Möge die Weisheit Gottes in allen Taten unseres Lebens regieren und das Unheil aus unserem Weg verschwinden!" Wendet euch wieder nach Osten und sprecht Folgendes aus: "Möge Gott über alles walten und gelobt sei sein Name in all seiner Liebe, Weisheit und Wahrheit!" "Möge Gott in seiner Liebe, in seiner Weisheit und in seiner Wahrheit regieren!" "Und mögen wir alles zur Verherrlichung Gottes auf Erden vollenden!" Amen! Sonntagsvortrag – VIII. Serie, gehalten vom Meister am 11. Juli 1925
  20. Das bewusste Leben als Vergnügen Heute Abend habe ich euch zu einem Vergnügen gerufen, jedenfalls nenne ich es so. Das Leben hat nur dann eine ernste Seite, wenn es nicht richtig geführt wird. Der Mensch ist ernst, wenn sein Leben nicht richtig ist, wenn er zu geben hat, seine Ansichten in Konflikt zueinander stehen und er in Zwietracht lebt. Wenn die Menschen rechtschaffen sind, ist ihr Leben ein Genuss. Also müssen wir das ernste Leben in ein Vergnügen verwandeln. So gesehen ist die ganze materielle Welt eine Kurzweil für die höchsten Geister. Manchmal beobachten sie, wie die Menschen auf der Erde leben, denn ihre Handlungen sind für die unsichtbare Welt amüsant und nicht sehr ernst zu nehmen. Aus unserer Sicht, aus der Sicht unseres falschen Lebens, eines Lebens der Entbehrungen, führen wir ein ernsthaftes Leben, doch aus der Sicht dieser fortgeschrittenen Wesen ist das Leben eine Kurzweil. Also dürft ihr nicht immer ernst sein. Das müsst ihr nur, wenn ihr eure Fehler berichtigt, danach aber verwandelt das Leben in einen Spaß! Das ernste Leben vergleiche ich mit dem Leben, das der Mensch in der Nacht führt – er sitzt allein im Dunkeln, hat keinen, mit dem er reden kann und grübelt darüber nach, was er tun soll. Das lustige Leben aber ist eine Ansammlung von Seelen, die sich untereinander austauschen und in göttlicher Liebe, Weisheit, Wahrheit, Gerechtigkeit und höchster Güte leben. Und alle freuen sich, dass es lustig ist, dass Gott die Sünden aller Menschen vergibt. Natürlich benutze ich das Wort Vergnügen (Kurzweil, Spaß – Anm. Lekt.) in seinem reinsten Sinn. Unter einem Vergnügen verstehe ich nicht, euch wie ein Narr oder wie Schauspieler zu amüsieren, sondern ich verstehe eine angenehme, musikalische Kurzweil darunter, auf der ein Poet, Musikant oder Künstler die schönen Lieder und Bilder der Natur darbieten kann. Wir, die heutigen Menschen, sind gewohnt, nur die schlechten Dinge des Lebens darzubieten. Noch habt ihr nicht gelernt, das Schöne im Menschen zu sehen. Was würdet ihr nicht alles im gegenwärtigen Menschen, in allen gegenwärtigen Tierreichen, allen Pflanzen und Steinen sehen, wenn ihr wüsstet, wie ihr sie zu betrachten habt! Die Natur hat zwei Gesichter. Das eine Gesicht der Natur ist so schrecklich, dass der Mensch dafür blind sein muss. Wenn ihr dieses Gesicht sehen könntet, würdet ihr Angst bekommen. Ein bulgarischer Priester erzählte mir, dass er einst in der Jugend folgenden Traum hatte: Er traf auf einen großen Hund, der ihn verschlang, ihn dann aber wieder aus dem Maul holte. Am Morgen wurde er wach und krank. Ganze drei Monate lag er danieder. Mit unseren Fehlern, die wir jetzt im Leben machen, geben wir solchen Hunden Anlass uns zu verschlingen, und nachdem wir aus ihrem Maul kommen, sind wir drei Monate krank und meinen: Das Leben hat keinen Sinn. Das scheint nur so zu sein. Dieser Unsinn kommt nicht von Gott. Wir machen unser Leben selbst unangenehm und sinnlos. Nun denn, das eine Gesicht der Natur ist sehr unangenehm, sehr schrecklich, ihr anderes Gesicht aber ist sehr schön. Sie hält es bedeckt, weil sie noch an ihm arbeitet. In der Natur gibt es lebendige Arbeiter, die ein lebendiges Gesicht für die menschliche Seele schaffen. Sie formen es jetzt, damit es fertig ist, wenn der Mensch seine neue Entwicklungsphase betritt, es wird eine neue, für ihn unbekannte Form sein. Das sind die schönsten Körper, die man sich vorstellen kann. Ihr werdet sehen, dass bei den Tieren die Haare ein Mittel sind, jene Künstler zu verbergen, die an ihnen das jetzige menschliche Gesicht ausgearbeitet haben. Auch beim jetzigen Menschen sind diese hohen Künstler gut maskiert während sie das neue Gesicht erschaffen. So handelt jeder Maler – er malt sein Bild und bedeckt es mit einem Tuch. Solange er das Gemälde nicht beendet hat, lüftet er es nicht. Manchmal geht der Vorhang vor unserem Gesicht für kurze Zeit auf, ein kluges Antlitz erscheint und ihr sagt: Ach, was für ein Engelsgesicht! Es ist nur kurz zu sehen und bedeckt sich wieder. Deshalb seht ihr manchmal so hübsch aus! Dann sagt ihr, ihr hättet nicht gewusst, dass ihr so schön seid. Das ist keine Illusion, das ist ein wahres Bild, zu dem wir ständig aufgefordert werden. Man lädt uns zu diesem großen Amüsement ein, das von Gott vorbereitet wird. Da diese Maler ständig in uns arbeiten, ist das Mindeste, was von uns verlangt wird, Unterstützung zu gewähren und ihre Kunst nicht zu zerstören. Wenn wir schon nichts anderes tun können, dann sollten wir wenigstens nicht die Farben und Pinsel durcheinander werfen, ihr Gemälde verschmutzen und auf ihm üben, sondern sollten uns darauf freuen, dass für uns etwas Großes vorbereitet wird. Und wenn eines Tages dieses Tuch gelüftet und das Bild enthüllt wird, werdet ihr sehen, dass hier wirklich etwas Großes und Lebendiges erarbeitet wurde, das dem Leben Sinn gibt. Sehr oft amüsiere ich euch mit bekannten Symbolen, zeige ich euch bekannte Fehler und ihr sagt: Immer wieder Fehler und Fehler, nur davon hören wir! Wer ist daran schuld? Wenn ein neuer Bulgarischlehrer in die Schule kommt und eure Hefte mit dem roten Stift bekritzelt, ist dann er schuld? Es gibt bestimmte Regeln, bestimmte Gesetze in der bulgarischen Sprache, die ihm diktieren: Du befolgst die Regeln und jeder Buchstabe steht auf seinem Platz. Manchmal hält ein Schüler diese Regeln nicht ein, setzt einen Buchstaben anstelle des anderen. Was macht der Lehrer? – Er hat rote Tinte, nimmt sie und bekritzelt das Heft. Dem Schüler gefällt nicht, dass sein Lehrer so sehr sein Heft bekritzelt hat, denn für das Selbstwertgefühl des Schülers ist das nicht gut. Irgendein Mitschüler sagt ihm: Zeig uns dein Heft! – "Da gibt's nichts zu sehen!" Und er schließt es schnell. Nun, manche von uns haben bekritzelte Hefte. Das macht nichts, der Professor lehrt euch und ihr solltet ihm dankbar sein. Das ist ein Vergnügen. Er sagt nicht, dass es schlecht sei, aber er erklärt dem Schüler: Hör mal, nach den Regeln schreibst du hier ein d anstelle eines t, und hier ein B. Wenn du Englisch lernst, musst du ganz andere Regeln kennen, wenn du Hebräisch lernst, schreibst du von rechts nach links; wenn du bei der chinesischen Sprache angelangt bist, dann schreibst du weder von rechts nach links, noch von links nach rechts, sondern von oben nach unten. Jede Sprache hat ihre eigene Schreibweise. Das ist eine Kurzweil. Am meisten amüsieren sich die Chinesen: Sie haben 40 000 Schreibsymbole. Wenn irgendein Chinese alle diese 40 000 Symbole des chinesischen Alphabets erlernt, hält man ihn für einen Gelehrten. Entsprechend haben in der Natur die hohen Wesen ihr eigenes Alphabet geschaffen, das wir erlernen müssen. Nehmt zum Beispiel folgendes Symbol. Wenn ihr morgens zum Sonnenaufgang geht, bemerkt ihr zuerst ein kleines Licht, das sich ständig verstärkt bis die Sonne aufgeht. Sobald sie aufgegangen ist, verschwindet diese Schönheit, das Bild verändert sich. Ich frage: Was will uns die Natur zwischen Morgenanbruch bis Sonnenaufgang sagen? Was will sie uns zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang sagen? Diese Momente der Natur beinhalten zwei Symbole. Im ersten Zeitraum vom Morgenanbruch bis Sonnenaufgang lehrt uns die Natur die zwei großen Gesetze der Weisheit und Wahrheit. Dieser Zeitraum dauert zwei Stunden. Innerhalb dieser Zeit gibt es starke Veränderungen. Nachdem die Sonne aufgegangen ist lehrt uns die Natur bereits etwas anderes. Sie lehrt uns das Gesetz der Wärme, d.h. das Gesetz der Liebe. Während dieser Zeit sind die Veränderungen im Bild nicht so stark, dafür aber in der Temperatur. Anfangs ist es nicht so warm, aber später wird es immer wärmer und schließlich sehr heiß. Entsprechend ist es auch im Leben. Der Mensch lernt im Schoß seiner Mutter, im Schoße der Natur zwei Stunden lang Weisheit und Wahrheit, während er in der restlichen Zeit des Tages die Liebe lernt. So wird der größte Teil unseres Lebens dazu benutzt Wärme und Veränderungen, die in der Natur geschehen, zu erlernen. Nun also, wenn euer Leben jetzt aufgeht, dann nehmt das erste Symbol. Wenn ihr jeden Morgen zum Sonnenaufgang geht, habt ihr vor eurem Verstand dieses Bild der aufgehenden Sonne. Während ich den Morgenanbruch sehe, werde ich von Begeisterung ergriffen, meine Seele erfüllt sich mit den Prinzipien der Weisheit und Wahrheit, doch nachdem die Sonne aufgegangen ist, sage ich: Die Zeit der Liebe Gottes ist gekommen! Daraufhin muss ich den ganzen Tag die Veränderungen, die in der Liebe eintreten, erlernen. Das ist das Gute in der Natur! Mal verstärkt sich deine Liebe, Mal wird sie schwächer und du sagst: Die Liebe wird stärker und schwächer. Nein, du liebst noch nicht. Wir erlernen erst die Kunst der Liebe. Vorerst liebt nur Gott. In der Heiligen Schrift wird gesagt: "Gott ist Liebe". Das heißt: Uns wurde diese Kunst der Liebe noch nicht gegeben. Folglich werden wir erst wissen was Liebe ist, wenn wir zu Gott kommen! Während Gott uns diese Kunst beibringt, beobachten alle Engel mit Neugier und Ehrfurcht, was er mit diesen kleinen Wesen tut. Sie wundern sich, wenn sie sehen, dass Gott von seinem Thron steigt, um ihnen die Liebe zu lehren. Nur Gott kennt die Kunst der Liebe, und nur er kann sie uns übermitteln, aber um diese Kunst zu begreifen, müssen wir vorbereitet sein. Worin besteht die Vorbereitung? Wahrzunehmen, dass dieser große Gott der Liebe seinen Blick auf dich richtet. Das ist wirklich nicht wenig! Wenn euer Herz vom Blick eines Freundes, den ihr sehr liebt, höher schlägt, muss dann nicht euer Herz vom Blick dessen, der euch das Leben und Wohl gegeben hat, noch höher schlagen? Die Leiden, die ihr habt, sind nur Veränderungen an eurem Horizont. Nachdem die Sonne aufgegangen ist – so klar der Horizont auch sein sollte – kommt es zu Veränderungen: Staub wirbelt auf, es wird bewölkt, Regen, Schnee fallen, Stürme kommen und danach geht die Sonne wieder auf. Solche Veränderungen gibt es ständig in der Natur, aber dasselbe Gesetz wirkt auch im Leben. Also ist von diesem Standpunkt aus das Leben ein Vergnügen, aber für wen? – Für die Rechtschaffenen. Zu ihnen spreche ich, nicht zu den Sündern. Die sind nicht hier. Wir haben alle Sünder auf die Wallfahrt geschickt, haben ihnen je eine Fahrkarte gegeben und gesagt: "Macht euch auf den Weg". Diesen Abend sollt ihr die Schüler nicht stören, weil wir uns amüsieren wollen, ihr aber seid zu ernst, wir können uns nicht mit euch auseinandersetzen und verständigen. Und warum seid ihr dann Gott für diese Kurzweil und alle, in euer Leben tretende Veränderungen nicht dankbar? Was ist daran schlecht, dass sich euer Horizont bewölkt, dass es Staub, Stürme, Wolken, dies und jenes gibt? Die Pflanzen verstehen und schätzen diese Veränderungen viel mehr als ihr! Wenn Wolken aufziehen, öffnen sie sich, flüstern untereinander, freuen sich. Ihr vernünftigen Kinder aber rennt vor dieser Bewölkung davon, verbergt euch. Warum? Weil ihr die große schöne Sprache Gottes noch nicht gelernt habt. Wir, die jetzigen Menschen, haben unseren Verstand so verdreht, dass wir das Schöne nicht sehen. Wir bemerken Schönheit nur dort, wo es im Prinzip gar keine gibt. Da kommt zum Beispiel jemand zu mir und will, dass ich ihn lieb habe. Um ihn aber lieb haben zu können und damit sich meine Liebe zu ihm offenbart, muss ich dieses Schöne in ihm finden. Ich kann ihn nicht wegen seines Wissens lieben. Wir lieben die Menschen nicht dafür, dass sie viel wissen. Nein, das Prinzip oder der Ursprung, der die Menschen einander näher kommen lässt, ist weder ihr Verstand noch ihr Herz oder Wille, sondern ihre Seele. Das ist das Schöne, das Wunderbare in der Natur und im Leben, denn jeder Mensch, jede Seele ist eine Notwendigkeit für dich und deine Offenbarung. Wie lautet das Gesetz? Wenn sich nicht alle Menschen an einer Stelle versammeln, kann sich keine Seele offenbaren. Das heißt, wenn das Leben ein Vergnügen ist, muss es für alle so eins sein. Wenn es Freude ist, muss es für alle Freude sein. Nun, aus dieser Sicht, amüsiert sich zusammen mit dem Himmel auch die Hölle. Auch in der Hölle gibt es Musik, Unterhaltungen; denkt nicht, dort sei es so schrecklich. Dort gibt es schlimme Dinge, aber auch gute, auch spaßige. Wann? – Wenn man sich oben amüsiert, amüsiert man sich auch in der Hölle. Wenn oben schwer gearbeitet wird, arbeitet man auch in der Hölle schwer. Die einen arbeiten auf die eine Weise, die anderen – auf eine andere. Zum Beispiel erzählte mir eine Schwester, eine Malerin, Folgendes: Eines Tages hatte sie ein Bild gemalt, betrachtete es und war zufrieden. Während sie ihrer Hausarbeit nachging, nahm ihre kleine Tochter die Pinseln und Farben und begann, wie sie es bei ihrer Mutter beobachtet hatte, auf dem Gemälde zu malen. Sie amüsierte sich. Ich frage: Hat die Tochter etwas Schlechtes gemacht? Nein, sie bringt ihrer Mutter folgende Lektion bei: Mutti, nachdem du ein schönes Bild gemalt hast, musst du es hochheben, damit ich es nicht erreiche. Wenn du es nicht tust, werde auch ich malen und meine Kunst zeigen. Gott hat es genauso gemacht. Er hat die schönen Dinge so weit hochgehoben, dass wir, sie betrachtend, sagen: "Oh, ja, wäre ich jetzt dort!" Wenn uns bestimmte Dinge nicht gegeben werden, geschieht das nicht weil man sie uns nicht geben will, sondern weil andere Schauspieler auf der Bühne spielen, andere sich amüsieren und wir noch nicht an der Reihe sind. Bis dahin sitzen wir im Publikum und sehen zu. Manchmal sagt ihr: Warum leiden die Menschen so sehr? – Das Leiden ist eins der angenehmsten Gefühle. Wenn der Mensch leidet, kommen die schönsten Gedanken zu ihm. Man kann sagen, dass die Leiden im Menschen die besten Ideen, die himmlischsten Impulse, die angenehmsten Bestrebungen hervorgerufen haben. Doch wenn ihr gefragt werdet, ob ihr Leiden wollt, antwortet ihr: Nee, uns soll Gott keine Leiden geben! – Und was soll er euch dann geben? Die Leiden sind das größte Gut für den Menschen! Leiden gehen dem Vergnügen immer voraus. Wenn ihr hier auf der Erde ein Festmahl gebt und euch amüsiert, haben auch eure Hühner ihr Fest. Ihr holt sie aus dem Hühnerstall und sagt ihnen: Wir sehen, dass eure Wohnung nicht so hygienisch ist, wir bedauern, dass ihr so lange darin gewohnt habt, aber wir holen euch hier raus und nehmen euch als Gäste in unsere Häuser auf, wir zeigen euch, wie man sich amüsiert. Die Hühner beginnen zu schnattern, krähen und gackern. Ihr kocht sie zu einem guten Essen, singt ihnen ein Lied, sie aber schweigen. Ich frage: Wenn die Seelen eines Hahns oder eines Huhns austreten, was denken sie dann? Sie beteiligen sich an dem Fest, d.h. sie treten in Verbindung mit den menschlichen Seelen. Dieses Huhn hat nichts verloren. Für ein Huhn ist es ein Privileg, von einem Menschen gegessen zu werden. Ich sage nicht, dass sie vom Menschen gegessen wird, sondern dass sie als Gast aufgenommen wird, obwohl sie durchs Feuer gehen muss. Auf dieselbe Weise müsst ihr auch durchs Feuer gehen, wenn ihr in die geistliche Welt eintreten wollt. Und wenn man euch aus eurem Hühnerstall holt, gibt es wieder ein Krähen. Paulus sagte, nachdem er dieses große Gesetz des Lebens verstanden hatte: "Wo ist jetzt, Tod, dein Stachel?" Denn wenn die Gottesliebe heruntersteigt um Leben zu geben, werden Tod, alle Unglücke und Leiden verschwinden. Eines Tages werden alle diese Leiden, die euch widerfuhren, Perlenschmuck auf euren Kleidern sein, und ihr werdet sagen: Wir freuen uns sehr, dass wir diesen Weg gegangen sind und so wertvolle Lektionen gelernt haben. Und wirklich, Spaß muss sein. Eins aber ist dabei notwendig: Du musst dich selbst, dein tierisches, niedriges Selbst vergessen. Zum Beispiel, wenn ich mich irgendwo hinsetze, darf ich nicht daran denken, dass ihr mich beobachtet, sondern ich muss vollkommen still und ruhig sein und meine Gedanken müssen wo ganz anders weilen. So soll es auch für jeden von euch sein: ruhig denken, nicht beobachten und meinen, dass ringsum alles in Ordnung ist. Das ist eine der Eigenschaften des Vergnügens. Wisst ihr, wie das ist, wenn man beobachtet wird? Das ist, als seiet ihr im Gefängnis. Der Wärter kommt und untersucht alles. Er sieht nach, ob die Beinschellen an ihrer Stelle sind, wühlt deine Taschen durch usw. Dann kommt ein anderer, durchsucht deine Kleidung, deinen Kragen. Ich sage: So ist das im Gefängnis, du aber sollst natürlich beim Amüsement sein. Bei jeder Vergnügung ist der Mensch schön. Er selbst wird sich jene Kleidung anziehen, mit der er vor den anderen imponieren kann. Betrachten wir ihn dann, entdecken wir in seinem ganzen Gesicht jenes andere Antlitz, worin sich Gott zeigt. Und wir müssen wie die Kinder sein, vollkommen natürlich und frei, und Unglücke und Leiden vergessen. Dann bekommen wir alle einen Freifahrschein zur Sonne und werden fröhlich sein. Manche werden sagen: Diese Kinder sind nicht nüchtern. Ich frage: Was ist ein nüchterner Zustand? /Hier macht der Meister eine ernste, strenge Miene/. Ich frage: Was bedeutet diese Ernsthaftigkeit? Welche Idee steckt dahinter? /Jetzt macht der Meister eine lustige Mine/. Und was verbirgt sich hinter dieser Idee? Welche der beiden Posen ist die schönere? – Wenn man einen Verbrecher erschrecken will, bezieht man die erste Pose, aber wenn man einen Freund belustigen will, bezieht man die zweite Pose. Ich sage: Alle Soldaten, alle Wächter sind immer ernst, greifen zu den Waffen und ziehen los. Warum? – Gefahr besteht. Aber es gibt auch eine dritte Stellung, eine dritte Pose. Sie besteht darin, bei jeder Bewegung das Große und Angenehme im Leben zu zeigen. Man muss wie eine Quelle sein. Stellt euch vor, eine Quelle würde wie ich denken. Was ist für die Quelle das Angenehmste? – Wenn sie hervorquillt muss sie einen Weg zum Verlaufen haben. Das ist das Angenehmste für eine Quelle. Folglich, wenn mir Bedingungen im Leben gegeben wurden, muss auch ein Weg zum Verlaufen existieren, um an allen Pflanzen vorbei fließen zu können und seine Güte zu hinterlassen. Dort, wo ich vorbeiziehe lerne ich alle Blumen, Gräser, alle Pflanzen, Fliegen und Mücken kennen; ich hüpfe und sie übernehmen meine Freude. Ist das nicht ein Vergnügen? Den einen stoße ich an, den anderen necke ich, den Dritten bespritze ich und mit dem Vierten lache ich. Was gibt es Besseres? Macht das nicht jede Quelle? Nun stellt euch vor, dieses Wasser würde keinen Lärm machen, würde still und ruhig fließen. Seht: Kurze Zeit vergeht und es fängt an zu grünen, entwickelt einen unangenehmen Geruch. Ist das gut? Ich frage: Was ist besser, die Quelle mit fließendem Wasser oder das begrenzte Becken mit abgestandenem Wasser? Nun, unser Körper kann manchmal einer fließenden Quelle ähneln und manchmal einem Becken mit abgestandenem Wasser, und dann werden wir sauer und unzufrieden. Nun also, welche Idee steckt hinter dem Amüsement? Du sollst morgens aufstehen und sagen: Gott ist gekommen und nach dem Gesetz des Amüsements muss ich das große Gesetz der Demut erlernen. Beim Vergnügen sind alle flink und beweglich, nur so kann man begreifen, was man im gegebenen Moment machen soll. Da ist kein Faulenzen erlaubt. Stellt euch vor, dass ihr euch in dieser Gesellschaft amüsiert. Wie würdet ihr dann sein? Wenn ich euch jetzt sage, dass ihr lachen sollt, würdet ihr mich fragen: Warum sollen wir denn lachen? Ich frage: Und warum müssen wir immer so ernst sein? Ihr sagt: Na ja, das Leben ist ernst. Nein, das Leben ist Liebe und die Ernsthaftigkeit ist etwas Zufälliges innerhalb des Lebens. Ein liebevolles, sinnvolles und poetisches Leben ist ein schönes Leben. Das ist das Wunderbare. Und wenn du einem Menschen begegnest, dessen Seele offen ist, kannst du ihn nie vergessen. Du wirst sagen: Das ist ein ausgezeichneter Mensch! Er ist eine reine Quelle. Welchen Fehler kannst du an ihm finden? Ist es nicht schön wie diese reine Quelle zu sein, so dass man, wenn man zu ihr kommt, sich besser fühlt und seine Trauer vergisst? Es gibt auch eine andere Regel für den Schüler: Man darf nicht mit zerrissenen Kleidern zum Vergnügen gehen. Man wäscht sich anständig, zieht seine beste Kleider, die man hat, an und geht so. Wenn man sich dieser großartigen Quelle des Lebens nähert, muss man sich zurechtmachen und sich über das Wohl freuen, das sie gegeben hat. Auch in der Schrift, so wie es dieses Gesetz des Amüsierens vorschreibt, steht: Es wird die Zeit kommen, wo sich die Menschen nicht mehr voreinander fürchten werden, doch jeder sitzt während des Amüsements unter seinem eigenen Feigenbaum. Also, viele von euch brauchen ein Amüsement. Sich amüsieren ist Verjüngungsgesetz. Ein Mensch, der sich nicht amüsiert, kann sich nicht verjüngern. Zum Beispiel, man sitzt und beobachtet, wie sich die Kinder amüsieren und sagt: Kindereien! Nein, die Kinder amüsieren sich! Selbst Gott hat gewisse Stunden, während derer er sich mit den Menschen amüsiert, und danach kehrt er wieder zu seiner Arbeit zurück. Können wir uns nicht nach dem gleichen Gesetz verhalten? – Doch wir können. Du siehst, wie dein Freund etwas malt. Du lachst, sagst, dass es ausgezeichnet sei, aber dann pinselst du auf dem Bild herum – "Warte mal, so malt man das nicht" – korrigierst du ihn. Wenn du es korrigieren möchtest – dann bitte, aber nicht direkt auf dem Bild, sondern du nimmst eine lebendige Krähe und sagst: "Los, ich werde sie festhalten und du wirst sie malen." Du drehst sie von einer Seite zur anderen und wenn dein Freund fertig ist, sagst du ihm: Siehst du? Du hast gemalt und ich habe auch gemalt. Ich habe die Krähe festgehalten und du hast sie gemalt. Vielleicht schockiert euch dieses Wort "Krähe" ein bisschen. Es kommt aus dem Türkischen. Auf Bulgarisch zum Beispiel bedeutet dieses Wort "schwarz". Also besteht der Fehler der Krähe darin, dass sie schwarz ist. Warum ist sie schwarz? – Einst starb die Schwester dieser Krähe. Sie trauerte um ihre Schwester und legte schwarze Kleider an. Wenn die Schwester nach einiger Zeit wieder auflebt, wird die Krähe weiß werden, wird sie weiße Kleider anlegen. Genauso ist es bei einem Menschen: Wenn er schwarz gekleidet ist, dann ist jemand gestorben; und wenn er in weiß gekleidet ist, dann ist die Schwester wieder auferstanden. Folglich braucht die Seele innere Veränderungen. Ernthaftigkeit macht das Leben hart. Im seriösen Leben überwiegen Kräfte, die die Lebenssäfte aussaugen und deswegen verhärten sich die Nerven; die Muskeln und die Knochen werden steif und eine innere Faulheit erfasst den Menschen. In einem jungen Menschen dagegen, der auf Gottes Stimme hört und sich amüsiert, kommt es zu einer inneren Ausweitung und der Stoffwechsel verläuft richtig. Darum muss sich jeder von euch amüsieren, aber nur die Liebe gibt Freude. Ohne Liebe gibt es keine Freude. Wenn wir uns vergnügen, fühlen wir uns alle frei. Während des Amüsements muss jeder mit seinem Benehmen zufrieden sein, und nichts in seinem Inneren verdrängen. Eine der Eigenschaften des Amüsierens ist, dass es immer eine Erweiterung gibt. Während man sich amüsiert, denkt man nicht über die Form der Dinge nach, sondern schätzt den jetzigen Augenblick. Wir üben nicht Kritik daran, warum Gott zu den Menschen gekommen ist, sondern wir freuen uns über diesen Augenblick. Das ist Liebe. Das einzige Wesen, das uns Freude geben und unser Leben sinnvoll machen kann, ist Gott. Und wirklich, jeden Tag, unabhängig davon wie viel Arbeit man hat, kommt am Morgen, Mittag oder Abend der Augenblick des Gefühls großer Freude. Aber weil unser Gehirn mit so großen Dingen beschäftigt ist, bleiben die schönen Sachen, die Gott uns gibt, unbemerkt, und wir erwachen, nachdem sie alle vorbei sind. Wir beschäftigen uns damit, was mit Europa geschieht, was mit Bulgarien, mit unseren Söhnen und Töchtern passieren wird, aber wir verlieren dabei diese schönen Momente, die uns Gott schenkt. In unseren Körper hat Gott das Schönste hineingelegt. In diesem kleinen Körper sehen wir alle Güter der Vergangenheit und Zukunft, aber für die weit entfernte Zukunft wird uns Gott einen neuen Körper geben, in den man das neue Wohl eingießen wird. Dieser Körper bildet sich jetzt. Für jeden wird ein schöner neuer Körper vorbereitet, in dem man sich amüsieren wird. Ja, wir müssen die dunkle Lebensphilosophie bereits verlassen. Ich gebe euch ein Beispiel, wie ihr mit der guten Seite des Evangeliums umgehen sollt. Es geht um einen Mann, einen großen Säufer, der ganze zwanzig Jahre lang getrunken hatte und ein Luderleben führte. Seine Kinder hatte er vertrieben, seine Frau unter die Erde gebracht, sein Geld verloren und dann, ganz allein in seiner Verzweiflung, beschloss er, Selbstmord zu begehen. Er hatte nur einen Lewa in der Tasche und kaufte sich davon ein Evangelium. Nachdem er es gekauft hatte, las er: Gott ist Liebe. "Nun", sagte er sich, "ich habe alles weggegeben und verloren. Endlich habe ich jenen gefunden, den ich geliebt habe, und deswegen kann ich etwas Gutes für ihn tun." Er ging in die Kneipe um sich zu amüsieren. Er sagte zum Wirt: Gib mir ein Glas Wein! Dann betrachtete er den Wein und sagte leise zu seinem inneren Freund: "Hör mal, ich habe dir 20 Jahre spendiert, aber jetzt bringe ich dir ein neues Gesetz bei". Er schob das Glas zur Seite und trank nicht. Dann wandte er sich an den Wirt: "Gib mir mal ein Glas klares, reines Wasser." Das stellte er vor sich hin, aber jener in seinem Innern fordert: "Wein!" Doch er hob das Glas mit Wasser und trank. Der andere aber meldete sich wieder: "Wein..." "Nein, jetzt geht es nach meinem Willen! Ich habe Gott gefunden, den ich geliebt habe und er hat mir das hier beigebracht." Am nächsten, übernächsten, vierten, fünften, zehnten Tag ging er wieder in die Kneipe und bestellte je ein Glas Wein und ein Glas Wasser. Doch er trank nur das Wasser. Schließlich sagte er: "Ich bin willensstark!" So könnt auch ihr eine schlechte Angewohnheit besiegen. Das nenne ich ein Amüsement! Wenn ihr so eine Angewohnheit habt, setzt euch mit einem Glas Wein und einem Glas Wasser in die Kneipe. Das ist Wille! Ich sage: Gut ist jener, der seine guten Seiten unter den ungünstigsten Lebensbedingungen zeigen kann. Seine guten Seiten unter günstigen Bedingungen zu zeigen ist ganz normal. Folglich sollte man auch in schlechten Zeiten sagen: "Mein Herr, ich kann etwas für dich tun!" Von diesem Standpunkt aus, muss man die Liebe erweitern und zu einer Liebe zu allen machen, die überall hervorquillt. Wir müssen allen gegenüber gleich wohlgesinnt sein, ohne Voreingenommenheit. Und wenn wir jemanden sehen, werden wir ihm alles Gute wünschen, so wie es Gott will. Wir werden alle seine Fehler genauso vergessen wie Gott sie vergisst, weil die Liebe nie die Fehler sieht. Vor der Liebe Gottes lösen sich alle Sünden und Gebrechen der Menschen wie Rauch auf, und nach dem göttlichen Feuer bleibt nur das Reinste, Erhabenste und Edelste im Menschen übrig. Nun kommt irgendein Geist und redet dir ein: "Aus dir kann kein Mensch werden!" Wieso soll aus mir kein Mensch werden können? Ich bin schon ein Mensch geworden. Setze ein Komma nach dem Wort "kein". Sage es jetzt so: "Aus dir kann kein, Mensch werden." Sondere das Gegenteil ab, denn in jedem negativen Gedanken gibt es eine positive Seite. Derjenige, der dir einredet, dass aus dir kein Mensch werden kann, hat den positiven Gedanken, dass aus dir ein schlechter Mensch werden kann. Wenn aus dir ein schlechter Mensch werden kann, kann auch ein guter aus dir werden. Gebrauche deine Aktivität, um einen guten Menschen zu werden. Wer ernst sein kann, der kann auch fröhlich sein und lachen. Das Leben selbst aber ist von vorn bis hinten nur ein Amüsement. Und das werdet ihr in Zukunft lernen. Ihr werdet nicht nur die äußere Seite des Lebens betrachten, sondern auch die innere. Es wird zum Beispiel komisch sein, wenn ich eine schreckliche Maske aufsetze und ihr vor ihr Angst habt, doch hinter der Macke lache ich eigentlich. Betrachtet nicht diese Maske, sondern seht, was hinter ihr steckt. Oder ich kann auch eine lustige Maske aufgesetzt haben, aber dahinter kann sich etwas wirklich Seriöses verbergen. Nicht die Maske gibt den Dingen Sinn, sondern was sich hinter ihr verbirgt. Dort verbirgt sich die menschliche Seele. Und nun, diesen Abend will ich folgenden Gedanken bei euch hinterlassen: "Die größte Sache auf dieser Welt ist, dass Gott jeder Zeit zu uns auf die Erde kommt, um uns die Regel der Liebe beizubringen, d.h. nicht der Liebe selbst, sondern ihre Veränderungen. So wie wir die Wettertemperatur mit einem Thermometer messen, so messen wir auch die Temperatur der Liebe. Diese Temperatur studieren zu können ist etwas Ausgezeichnetes. Durch die Temperatur der Liebe wachsen alle Pflanzen. Ich frage euch Folgendes: Gibt es irgendeine Pflanze in der Welt, die ohne Licht und Wärme wachsen kann? Natürlich nicht. Gibt es auf dieser Welt eine Quelle, die ohne Licht und Wärme entspringt und später zum Fluss fließt? Wieder nicht. Gab es bis jetzt Stürme und Blitze ohne Licht und Wärme? Nein. Für alle diese Dinge muss es Licht und Wärme geben. Alle schönen Kristalle, alle wertvollen Steine, alle Diamanten sind durch die Kraft des Lichts und der Wärme entstanden. Alle Tiere entstanden durch die Kraft von Licht und Wärme – auch wir Menschen. Also haben sich unsere Seelen nach demselben Gesetz unter dem Einfluss von Gottes Liebe, Gottes Weisheit und Gottes Wahrheit formiert. Das sind die drei großen Geister, die an der Erschaffung des Menschen wirken. Sie nennen den Menschen den geliebten Sohn Gottes. In diesen Geistern gibt es eine ungewöhnliche Schönheit. Ihr werdet bestimmt fragen: "Und was sind dann die Engel?" Wenn der Mensch diese schöne Form erlangt, werden sich die Seelen der Menschen und Engel vereinigen und ein Ganzes bilden. Wenn das passiert, wird Gott in sie dringen und in ihnen leben, und sie werden sich der Unsterblichkeit erfreuen. Darauf bereiten wir uns vor. Die Neue Lehre bringt eine große Aufgabe mit sich, nicht diese Nichtigkeiten, mit denen ihr euch befasst. Vor uns steht die große Aufgabe der Unsterblichkeit, und zwar: den Himmel zu erben, uns mit den großen Seelen zu treffen, auf die wir uns vorbereiten. Doch dafür muss jedermann etwas von sich geben und etwas annehmen. Manchmal sagt ihr, der Mensch muss für sich selbst arbeiten. Ja, aber wenn man für sich arbeitet, wenn man sich auf sich selbst konzentriert, muss man sich ausweiten und sein weites Selbst einbeziehen. Da wir aber alle in Gott leben, so leben alle in uns. Wenn wir Gott einbeziehen, beziehen wir auch alle andere in uns ein. Das bedeutet, jemanden zu lieben, ihm alles Gute zu wünschen. Das bedeutet allen alles Gute zu wünschen und Gott zu lieben. Und falls ihr all das erfüllt, werden alle Schwierigkeiten und Handikaps, die ihr habt und um die es geht, zum Beispiel dass jemands Schuhe kaputtgegangen sind, oder jemands Mütze, oder dass jemand nur Brot gegessen hat, all das wird innerhalb einer Woche gelöst werden. Wenn die Liebe Gottes und diese Wärme kommt, sind wir bereit unser Brot mit jenem zu teilen, den wir lieben. Wenn wir keine Liebe besitzen, verstecken wir unser Brot in der Tasche. Wenn die Liebe kommt, lächeln wir und sagen: "Komm Bruder, amüsieren wir uns!" Die Kunst zu lieben lehrt uns Gott selbst, und in dieser Art können das nur die Kinder. In dieser Hinsicht möchte ich, dass ihr wie die Kinder werdet, denn nur die Kinder amüsieren sich. Denkt nicht, dass ihr alt seid, werft diese Bärte weg! Der Teufel hat den Leuten Bärte gegeben, als er auf sie neidisch war, um sie zu maskieren. Doch auch hinter ihren Bärten sind sie zu erkennen. Ich möchte, dass ihr in euren Seelen wie die Kinder seid – jung, munter und fröhlich. Vergesst eure Trauer. Wenn ihr zu Bett geht, sagt: "Morgen, wenn die Sonne aufgeht, wird Gott kommen und ich werde ihn empfangen. Und wenn du wieder zu Bett gehst, sei froh, aber nicht nur äußerlich, sondern empfinde, dass Wärme aus dir strahlt und alle von dir sagen: "Ich will diesen Menschen noch einmal treffen." Alle müsst ihr wie eine Quelle sein, die sprudelt, wie eine Blume, von der sich ein angenehmer Duft verbreitet. So muss unser Leben sein. Das ist das Amüsement, von dem Jesus sprach: "Ich werde euch wieder sehen, dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude"1 Das ist das Vergnügen ! Das ist das Schönste, das Größte! Diesen Abend spreche ich über sehr einfache Dinge zu euch. Macht keine Philosophie daraus. Wie aber soll man das verstehen? Der Mensch muss sich fröhlich fühlen und bereit sein, alles herzugeben. Seid voller Freude – ich will euch nicht mehr mürrisch und ernst sehen. Diejenigen, die euch gestört haben, sind weg, wir haben sie auf die Reise geschickt und ich werde euch sagen, wenn sie zurückkommen. Heute Abend, Morgen, Übermorgen und bis zu einer Woche werden sie weg sein, nur keine Angst. Deshalb könnt ihr euch bis zu einer Woche soviel ihr wollt amüsieren. Dann werden sie zurückkehren, ohne sie geht es nicht. Ihr werdet sie gut empfangen, ihnen zulächeln, weil sie auch nicht ohne euch können. Jetzt geht eine Veränderung mit eurem Verstand vor sich und die Kräfte in der Natur begünstigen das. Deshalb muss es während unserer Versammlungen deutliche Veränderungen geben, von einem Zustand zum anderen. Wir werden alle Anwendungen durchmachen, werden philosophische, ernste und lustige Versammlungen haben. Die jetzige Versammlung ist die erste ihrer Art. Während dieses Amüsements haben wir Folgendes gelernt: Jeden Morgen kommt Gott, um uns die Kunst der Liebe zu lehren. Er streichelt jeden und sagt: "Ich will dass ihr artig seid", und dann geht er. Er weiß, dass wir uns auf dem Boden wälzen werden, dass wir fallen und aufstehen werden, und schließlich werden wir glatt wie ein Kieselstein sein und sagen: "Jetzt sind wir etwas sehr Schönes." Ihr habt doch schon gesehen wie ein Steinchen rollt und rollt, bis es schließlich ganz glatt ist. Alles Unangenehme verschwindet und es verbleibt das Schöne, Wunderbare vom Leben. Vorgestern habe ich euch gesagt, dass das Wichtigste für den Menschen ist, zu lieben, und nicht, geliebt zu werden. Das gilt auch für den Schüler. Die Liebe kann durch diese Öffnung der Seele kommen. Jetzt, wenn ihr das Evangelium öffnet, sind in ihm viele Regeln gegeben, doch die menschliche Seele muss frei sein. Als Moral müssen wir uns das zu Eigen machen, was der Liebe die Möglichkeit gibt, sich zu zeigen. So wie man in der unsichtbaren Welt lebt, so werden auch wir leben. 1 Joh. 16,22 – Einheitsübersetzung, Katholische Bibelanstalt GmbH, 1890, Stuttgart Vortrag der Allgemeinen Okkultklasse, gehalten vom Meister am 1.September 1924
  21. Das Erwachen der Menschenseele Kapitel 14 aus dem Johannes-Evangelium lesen. Die Menschenseele zu erwecken, heisst, sie der Güter bewusst zu machen, welche ihr gegeben wurden, und sie zu umfassen. In der Welt, in der ihr lebt, gibt es bestimmte Illusionen, unwichtige Dinge genannt. Trotzdem beginnen alle mit dem Unwichtigen. Zum Beispiel sehen abends viele Dinge furchterregender aus, als sie in Wirklichkeit sind. Warum? Weil es dann weniger Licht gibt. Daraus ziehe ich die Schlussfolgerung: Wichtige Dinge sind jene, welche sich im Licht ereignen, aber unwichtige sind jene, welche sich in der Dunkelheit ereignen. Du begegnest einem Menschen, der dich sonderbar anschaut. Du denkst: Warum schaut mich dieser Mensch so an? Was will er damit sagen? Nichts will er sagen. Das Gesicht dieses Menschen ist sonderbar. Wenn du die Masken siehst, die zu einem Maskenball verkauft werden, haben einige davon weit aufgerissene Augen, andere einen verschleierten Blick, dritte sehen böse aus. Wie ihr seht, gibt es auch im Leben unterschiedliche Gesichter. Warum reißt dieser Mensch seine Augen so weit auf? – Das ist eine Maske, eine Illusion, es ist keine Realität. Irgendein Maler hat die Maske gemalt. Für dich ist es wichtig, wachsam zu sein, wenn der Maler die Maske bringt, um zu verstehen, ob das, was du siehst, Wirklichkeit ist oder eine Illusion. Beim Erwachen soll die Seele die Dinge nicht unter ihrem Standpunkt betrachten, sondern vom Standpunkt Gottes oder des Geistes Gottes aus. Nur auf diese Weise wird sie sich richtig entwickeln. Die Seele stellt ein kleines Universum dar, mit unzähligen Schätzen, mit unzähligen Begabungen und Fähigkeiten. Ihr werdet sagen, dass die Seele ein kleines Universum ist. Ja, ein kleines Universum mit großen Schätzen. Es ist eine Kunst, diese Schätze nicht zu verzehren, sondern sie zu bearbeiten. Ihr wollt glücklich sein. Jedem kann ich berechnen, wie lange er glücklich sein wird. Das Glück eines Menschen kann ein Jahr lang dauern, das eines anderen eine Stunde, eines dritten einen Tag, eine Woche oder einen Monat. Nur wenige können ein ganzes Jahr lang glücklich sein. Zum Beispiel, du magst Früchte, du willst dich nur von Kirschen ernähren, du bevorzugst sie. Du sagst: Solange es Kirschen gibt, bin ich glücklich. Wie lange wirst du glücklich sein? Solange du Kirschen hast. Nachdem sie überreif geworden sind, ist dein Glück zu Ende. Eine Sängerin bereitet sich auf ihren Bühnenauftritt vor und denkt, dass alle sie bewundern werden. Sie lebt in einer Scheinwelt. Steht sie dann auf der Bühne, sieht sie, dass es nicht so ist. Also gibt es zwischen der wirklichen Welt und der Scheinwelt einen großen Unterschied. In der Scheinwelt gibt es keine Schwierigkeiten. Dort ordnen sich die Dinge leicht, ohne Schwierigkeiten. Einmal bildest du dir ein, dass du einen großen Garten von zehn Hektar gekauft hast. Du stellst dir vor, wie du ihn bearbeiten, schöne Obstbäume und duftende Blumen pflanzen wirst. Du siehst, wie sie wachsen, blühen und die Früchte reif werden. Du pflückst das Obst und verkaufst es. Bald bist du ein reicher, allen bekannter Mensch. Leicht wirst du ein reicher und angesehener Mensch. Ohne Mühe, nur mit der Kraft deiner Einbildung, erreichst du alles. Wenn du jedoch nur in deiner Einbildung lebst, wirst du jenem jungen Zigeuner ähnlich sein, der Milch in die Häuser getragen hat. Er träumte Folgendes: Wenn ich die ganze Milch verkaufe, kaufe ich mir ein Huhn, damit es mir Eier legt. Ich werde solange Eier verkaufen, bis ich das Geld für ein Schaf oder eine Ziege verdient habe. Dann verkaufe ich die Schafsmilch und eines Tages verkaufe ich auch das Schaf. Mit dem verdienten Geld werde ich mir eine Kuh kaufen. Derart stellte er sich vor, wie er reich und schließlich Millionär werde. Zuletzt sagte er sich: Als Millionär werde ich der Königstochter einen Heiratsantrag machen. In zwei, drei Jahren wird sie ein schönes Kind zur Welt bringen. Begeistert von seinen Träumen sprang er vor Freude auf, dabei fiel der Becher mit der Milch hinab und die Milch lief aus. Mit der Milch sind auch seine Träume zerplatzt. Wenn ihr diese Anekdote hört, lacht ihr. Ihr seid dieser junger Zigeuner. In dieser Anekdote ist die Milch wichtig und nicht das Kind, das in Zukunft geboren wird. In der Einbildung vollziehen sich die Dinge leicht, aber wenn es um ihre Verwirklichung geht, ist es schwierig. Bis du etwas erreicht hast, werden deine Hände mit Schwielen bedeckt sein. Aber was du dabei errungen hast, wird fester und sicherer sein als das, wovon du nur geträumt hast. Damals wie heute leben die Menschen mit ihren Illusionen. Man muss sich von den Irrtümern seines Verstandes und seines Herzens befreien und man muss seine Wünsche verwirklichen. Die physische Welt ist ein Feld zur Verwirklichung der Göttlichen Welt. Der Makrokosmos ist die Göttliche Welt, welche im Mikrokosmos realisiert werden soll, d.h. in der physischen Welt. Wie die Fotografie das Bild verkleinert wiedergibt, so ist auch die physische Welt nichts anderes als das verkleinerte Abbild der göttlichen Welt. Manchmal sind die Illusionen genauso notwendig wie die wirklichen Dinge. Was nützt es, alles zu wissen, was passieren wird? Du liebst deinen Freund, du hast Vertrauen zu ihm und idealisierst ihn. Eines Tages wirst du ihm gegenüber misstrauisch und bist von der Freundschaft enttäuscht, aber du bist wenigstens in die Realität zurückgekehrt. In welchem Fall warst du glücklicher, als du zu deinem Freund Vertrauen hattest, oder als du enttäuscht wurdest? Du hast einen Sohn oder eine Tochter, in die du große Hoffnungen setzt. Eines Tages wirst du ihr gegenüber misstrauisch. Der Zweifel an deinem Nächsten ist Zweifel an Gott und umgekehrt. Der Zweifel an Gott ist Zweifel an uns selbst. Das Menschenleben steht noch nicht auf festem Boden. Der Grund für die Enttäuschung ist nicht äußerlich. Du willst besser leben als dein Nächster. Du willst im Vergleich zu mir ein reineres, tugendhafteres Leben führen. Ist das recht? Wenn du gut lebst, sollst du dasselbe auch den anderen wünschen. Sonst wirst du enttäuscht sein, du wirst leiden und dich quälen. Stelle ich hohe Ansprüche an mich, so sollte ich mich genauso auch den anderen gegenüber verhalten. Bin ich nachsichtig mit mir und den anderen gegenüber anspruchsvoll, dann ist das nicht in Ordnung. In diesem Fall legst du zwei Maßstäbe an. Du sollst aber nur einen Maßstab anwenden und dank dieses Maßes wirst du verstehen, was recht ist und was nicht, was Fehler ist und was Tugend. Unsere Fehler und unsere Tugenden sind vor Gott nicht so, wie wir sie bestimmen. Wie können wir das beweisen? Man hat festgestellt, dass wenn sich die materiellen Angelegenheiten eines Menschen verbessern, seine geistigen Angelegenheiten durcheinandergeraten. In der Tat gehen die materiellen Angelegenheiten der meisten Händler gut, aber seht mal, was sie in der geistigen Welt darstellen. Der arme Mensch hat kein Geld, kein Haus, aber er unterhält sich mit Gott und den Engeln. Er ist arm, jedoch sein Herz ist voller edler Gefühle und heller Gedanken. Also, ihr sollt über ein richtiges Verständnis der Dinge verfügen. Solange ihr nicht zu einem neuen Verständnis des Lebens gelangt, werdet ihr immer in Verblendung leben. Es ist nicht leicht, sich von den Irrtümern zu befreien. Man muss die Auswege kennen. Wenn ihr sie nicht kennt, ist es so, als wäret ihr in einem Labyrinth, aus dem euch keiner herausbringen kann. Der Mensch muss den Ausweg im Leben kennen. Wie oft schon geriet sein Leben durcheinander! Für nichts und wieder nichts verzanken sich zwei Schwestern, sie können sich nicht leiden, sie können sich nicht einigen. Danach suchen sie nach dem Weg, wie ihre früheren Beziehungen wieder herzustellen sind, wie die Liebe, die vormals zwischen ihnen herrschte, zurückzubringen ist. Welches ist die Ursache dafür? Der Mensch hat sich nicht erkannt. Er lebt gleichzeitig in den drei Welten und stößt deswegen auf verschiedene Gedanken, Gefühle und Taten und er kann sie nicht in Einklang bringen, d. h. Harmonisieren. Falls er nur mit seinem physischen Verstand vorgeht, kann er die geistigen und die göttlichen Dinge nicht verstehen, und wenn er nur mit dem physischen Herzen vorgeht, kann er die göttlichen und die geistigen Arbeiten auch nicht verstehen. Wenn du die göttlichen Dinge mit deinem Verstand nicht verstehen kannst, wozu hast du diesen Verstand? Du musst deinem physischen Verstand den Verstand Christi hinzufügen, um die göttliche Welt zu verstehen. Eine komplizierte Angelegenheit ist das! - Wie werden wir uns mit dem ersten, zweiten und dritten Verstand zurechtfinden? Wir schaffen es nicht mit einem Verstand, wie schaffen wir es dann mit dreien? Der physische Verstand ist in uns, der göttliche über uns. Wir müssen uns an ihn halten. Beginnt mit dem göttlichen Verstand, die übrigen sind seine Hilfsmittel. Dasselbe gilt auch für das Herz. Von ihm wird in der Heiligen Schrift gesprochen. Es heißt, das Menschenherz sei steinern. In der Schrift steht geschrieben: „Ich werde ihm das steinerne Herz nehmen und ihm eines aus Fleisch geben.“ Mit anderen Worten: Ich nehme ihm das menschliche Herz und gebe ihm ein Göttliches. Jemand hat ein steinernes Herz, ihr sollt ihm deswegen nicht böse sein. Wie willst du mit solch einem Herzen die Welt verstehen? Das steinerne Herz kann den Menschen nicht glücklich machen. Es ist kalt, kühl, mit dickem Schnee und Eis bedeckt. Ein ganzer Friedhof, mit Knochen bedeckt. Wie könntest du bei einem solchen Herzenszustand glücklich sein? Man wird dem Menschen dieses Herz wegnehmen und ihm ein neues geben. Kehren wir jedoch zur praktischen Seite des Lebens zurück, welche ihr selbst verstehen könnt. Angenommen, du bist in Verlegenheit. Worauf ist die Verlegenheit zurückzuführen? Sie ist ein Resultat des Nichtverstehens der Gesetze und Beziehungen in der Natur. Du stehst am Ufer eines breiten, tiefen Flusses und denkst, dass du ihn leicht durchwaten kannst. Das ist Einbildung. Wenn du aber versuchst ans andere Ufer zu kommen, siehst du, dass du in Gefahr bist. Das Wasser trägt dich weiter und jeden Moment kannst du ertrinken.Wenn du zu schreien beginnst, kommt schon von irgendwoher Hilfe. lug musst du sein! Du musst am Flußufer einen großen Pfahl einrammen und daran ein langes festes Seil binden. Halte das Seilende fest und bewege dich vorsichtig im Wasser. Allmählich gehst du immer tiefer und ertastest die Tiefe des Flusses. So sondierst du den Boden. Wenn du merkst, dass es tiefer wird, gehst du zurück. In diesem Falle stellt das Seil den menschlichen Verstand dar, an dem ihr euch festhalten sollt. Der Verstand kann euch auch unter den ungünstigsten Bedingungen retten. Egal wie vielmal den Menschen von der geistigen Welt erzählt wird, sie können es schwer verstehen. Unter geistiger Welt verstehe ich die Welt der Engel. Dort geschieht alles mit magischer Kraft, mit magischer Geschwindigkeit. Es genügt, dass der Engel sein Stäbchen hochhebt, und sein Wunsch geht in Erfüllung. Wenn Gäste kommen, hebt er sofort sein Stäbchen und vor ihnen erscheint ein Tisch mit wunderbaren, schmackhaften Früchten. Die Gäste essen sich satt und gehen auseinander. Der Engel hebt wieder sein Stäbchen und der Tisch verschwindet. Wie wird eure Lage sein, wenn sich der Tisch nur mit einem Heben des Stäbchens deckt und abräumt? Ist diese Welt real? Es gibt etwas Reales und etwas Irreales, je nach eurem Verstehen. Das einzig Reale sind die Engel, mit denen ihr euch unterhalten könnt. Sie heben und senken ihr Stäbchen wirklich. In der physischen Welt ist das einzig Reale Gott, der sein Stäbchen hebt und senkt. Beim Heben des Stäbchens geht in Erfüllung, was er sich gewünscht hat. Nachdem er es abgelegt hat, verschwindet alles. Irgendeine Frau weint, sie wünscht sich ein Kindlein. Gott sagt: „Gebt dieser Frau ein Kind.“ Das Kindchen kommt zur Welt. Die Frau freut sich, wickelt es in Windeln, badet es, streichelt es, nennt es „mein Täubchen, mein Püppchen, mein Engelchen.“ Eines Tages wird es ein großes Genie werden. In ferner Zukunft kann es ein Genie werden, aber nicht jetzt. Es ist eine Puppe, mit der du spielst. Du fütterst es, ziehst es an, lehrst es, aber wenn es bekommen hat, was es braucht, stößt es dich mit den Füßen und sagt: „Ich will dich nicht mehr sehen, du hättest mich nicht zur Welt bringen sollen.“ Warum hat mir Gott so einen Sohn gegeben? Das, was du deinen Sohn nennst, ist eine lebendige Puppe, ist nicht jener wirklicher Sohn, geboren aus Geist und Wasser. Zuerst gibt Gott den Menschen lebendige Puppen, und wenn sie sich mit denen zurecht finden, gibt er ihnen Söhne und Töchter, lebendige Seelen. Wenn diese Seelen kommen, werden sie euch nicht fesseln und einschränken, ihr werdet sie nicht zweimal täglich baden wie die jetzigen Kinder. Sie werden keine kleinen und hilfslosen Kinder sein, sondern 33-jährige Jungfrauen und Jünglinge, in der vollen Blüte ihrer Entwicklung. Besteht die Notwendigkeit, diese Söhne und Töchter zu lehren? Ist es möglich, 33-jährige Jünglinge oder Jungfrauen zu gebären? Sie werden nicht von Mutter und Vater geboren, sondern vom Geist. In der Heiligen Schrift steht geschrieben: „Das vom Geist Geborene ist Geist; das von Fleisch und Blut Geborene ist Fleisch.“ Welcher Mensch ist von Gott geboren? Es steht: „Der von Gott Geborene tut keine Sünde.“ Von Gott geboren sein bedeutet, dass sich das Göttliche im Menschen offenbart. Du fragst: „Bin ich eine Puppe?” Du wirst nachdenken und dir selbst antworten. Das ist eine Philosophie, die ihr verstehen müsst. Jeder soll sich die Frage stellen: „Wurde ich vom Menschen oder von Gott geboren?” Solange du daran zweifelst, dass du von Gott geboren wurdest, bist du eine lebendige Puppe. Sobald du davon überzeugt bist, von Gott geboren zu sein, wirst du spüren, wie du dich von deiner Last befreist und wie du neues Licht und Wärme gewinnst. Was macht der Mensch, wenn er in Verlegenheit kommt? Er beginnt Unterstützung von außen zu suchen, hoffentlich kommt da jemand ihn zu trösten, ihm die Wahrheit zu sagen. Es kann sich ein solcher Mensch finden, aber du sollst die Wahrheit verstehen. Du sagst: „Wie werde ich die Wahrheit verstehen, wenn sie sich ständig ändert?” Ich spreche von der ewigen, beständigen Wahrheit. Es ändern sich nur die vergänglichen, die vorübergehenden Dinge. Von Gott sagt man, er sei ewig und beständig. Das, was sich ändert, ist die sichtbare Realität; das, was ewig und beständig ist, ist das Wesentliche, d.h., die unsichtbare Realität. Auch im Menschen gibt es Dinge, welche sich nicht ändern. Sie deuten darauf hin, dass er von Gott herstammt. Das Unbeständige und das Beständige stellen die zwei Phasen des Lebens dar, d.h. Die beiden Realitäten. Ihr werdet entgegnen, dass sei Philosophie. Ja, Philosophie, aber sie gibt den Menschen die Möglichkeit, das Wesentliche im Leben zu erkennen. Stößt der Mensch auf Widersprüche, dann sagt er: „Bin ich nun eine Puppe oder eine lebendige Seele?” Wenn man dir jeden Tag verschiedene Ideen einprägt, dich hin und her schickt, wie man es für gut hält, bist du dann nicht eine Puppe? Heute bist du Sozialist, morgen Kommunist; heute bist du Vater, morgen Mutter; heute bist du Bruder, morgen Schwester; heute bist du Lehrer, morgen Schauspieler. Falls du dich jeden Tag von verschiedenen Sachen ablenken lässt, bist du dann keine Puppe? Du hast ein Buch geschrieben, in dem du Gott verneinst. Denkst du, mit deinen Argumenten die Menschen davon überzeugen zu können? Denkst du mit dem Wissen, das du besitzt, die Welt verbessern zu können? Das ist doch ein Vergnügen. Ich kann auf andere Weise beweisen, ob Gott existiert oder nicht. Ohne ein Buch schreiben zu müssen, kann ich beweisen, dass Gott existiert. Du bist ein Ungläubiger, der herumphilosophiert, und willst die Menschen davon überzeugen, dass es keinen Gott gibt. Eines Tages machst du dich auf den Weg und wirst im Wald von der Dunkelheit überrascht. Die Nacht ist dunkel, kalt. Du hast kein Brot und findest kein Obdach. Ich lebe im Wald, wo ich die Zeit mit Arbeit und Nachdenken verbringe. Du gehst an meiner Hütte vorbei und sagst: „Enschuldigen Sie bitte, darf ich reinkommen, um mich zu wärmen?” Ich öffne die Tür und nehme dich freundlich auf. Ich zünde Feuer an, ich mache Wasser warm. Ich gestatte dir deine Füße zu waschen und dich aufzuwärmen. Ich gebe dir warme Kleider anzuziehen. Danach setzen wir uns an den Tisch und essen uns satt. Nachdem du gegessen und dich erholt hast, beginnen wir uns zu unterhalten. Ich frage dich: „Glaubst du jetzt, dass ich dich bewirtet habe?” – „Ich glaube es nicht. Beweise es.“ – „Wenn ich dich verprügele, wirst du glauben, dass ich dich verprügelt habe?“ – „Ich werde es wieder nicht glauben.“ – „Wenn ich dich noch ein paarmal schlage, wirst du dann glauben, dass ich dich verprügelt habe?“ Folglich: Solange die Menschen in der Fülle der Güter leben, glauben sie nicht an die Existenz Gottes. Dann sagt Gott: „Schlagt diesen Menschen ein paarmal mit dem Stock.“ Nachdem er eine Tracht Prügel mit dem Stock bekommen hat, sagt er: „Ich habe etwas Schreckliches erlebt! Ich habe die Realität der Dinge verstanden.“ Also dieser Mensch beginnt auf eine negative Art an Gott zu glauben. Das ist die falsche Methode. Die gegenwärtigen Menschen treten allmählich in eine neue Lebensphase ein und beginnen die Äußerungen der göttlichen Liebe zu verstehen. Was fordert die Liebe? Sie fordert von jedem Menschen zu lieben, ohne zu erwarten geliebt zu werden; Gott zu lieben, ohne etwas von ihm zu erwarten. Du musst von Gott wollen, dass er in dir lebt und durch dich seine Liebe äußert. Falls du nichts von Gott willst, so gibt er dir auch nichts. Es soll dein Wunsch sein, dich an Gott zu wenden. Der Einzige, der die Menschen verändert, ist Gott. Egal, welcher Wandel in dir geschehen ist, sage nicht, Gott habe dies gemacht. Das ist nicht zu beweisen. Darüber kann man nur schweigen. Dass Gott in mir lebt, darüber rede ich auch nicht. Jeder soll sich selbst von der Wahrheit überzeugen. Falls Gott in mir lebt, werden auch die Menschen in meiner Nähe meine Liebe wahrnehmen. Sie ist in solcher Fülle, dass immer ein Überfluss bleibt. Trink aus dem Wasser meiner Quelle so viel du willst. Iss dich satt an den Früchten meines Gartens. Was du brauchst, findest du bei mir. Sichere dich nicht für den morgigen Tag ab. Ich habe alles. Komm zu mir, um deine Bedürfnisse zu befriedigen. Christus sagt zu seinen Schülern: „Vertraut auf Gott und vertraut auf mich.” Das heißt: Glaubt an das Absolute, welches sich nicht verändert. Glaubt an mich, der die Ursache für die Veränderung der Dinge erklärt. Heute macht man Versuche, die Gründe für die Widersprüche in der Wissenschaft und der Philosophie zu erklären. Die Wissenschaft ist die eine Seite der Realität und die Philosophie die andere. Deshalb sind sie bestrebt das Absolute, das Metaphysische, das Unveränderliche zu erklären. Das Ziel der Wissenschaft und der Philosophie besteht darin, die Realität zu erkennen und sie anzuwenden. Eine der Aufgaben des Schülers ist es, Gott zu prüfen und zu erkennen. Welche Versuche ihr auch macht, ihr werdet ihm gegenüber immer misstrauisch sein. Man sagt dir: „Halte dich heute auf der Strasse auf und warte dort. Um zehn Uhr vormittags wird ein Herr vorbeikommen.“ Ihr werdet euch an dem bestimmten Platz aufhalten und warten. Ihr kennt ihn nicht, aber ihr werdet von ihm erwarten, dass er kommt, um euch zu helfen. Was passiert mit euch? Ihr nehmt von Zeit zu Zeit eure Uhr heraus und schaut, wann es zehn Uhr wird, um euch mit diesem Menschen zu treffen. Aber zwischen eurer Uhr und jener des Herrn, den ihr erwartet, gibt es einen Unterschied. Seine Uhr geht ungefähr eine halbe Stunde nach. Ohne es zu wollen, wird er sich verspäten. Ihr macht euch Sorgen und denkt: Unser Treffen hat nicht stattgefunden. Ginge die Uhr richtig, wäre er niemals zu spät gekommen. Er ist pünktlich, er kommt zum vereinbarten Zeitpunkt. Dass die Uhr nicht richtig geht, ist nicht seine Schuld. Solange ihr innerlich unruhig seid, in eurem Verstand, in eurem Herzen, in eurer Seele, kommt er nicht. Überhaupt, je mehr man sich Sorgen macht und zweifelt, desto größer ist der Abstand zwischen dem Menschen und seinem Nächsten. Sobald sich euer Herz beruhigt hat und euer Verstand stabil geworden ist, ist er in der Nähe und bald trefft ihr euch. Es gibt Momente im Leben, da leuchtet im Menschen eine innerliche Freude auf. Man erträgt alle Widersprüche und sagt: „Ich bin zu jeder Arbeit bereit. Ich bin zu allem bereit.“ Sobald du sagst, dass du bereit bist alles zu tun, was Gott von dir verlangt, dann stehst du auf der richtigen Seite, du bist in der Realität des Lebens. In dem Moment kommt jener, den du erwartest. Er wird dir die Hacke bringen, die erste Lektion erteilen. Du wirst eine große innere Freude empfinden, dass du deinen Meister gefunden hast. Er spricht zu dir vom neuen Leben und von seinem inneren Sinn. Derjenige, welcher seinen Meister gefunden hat, hat auch die Freude und den Sinn des Lebens erkannt. Jede Tür ist für ihn geöffnet. Es ist unmöglich, dass die Menschen dich hassen, wenn Gott in dir lebt. Dort, wo Gott eintritt, wird man ihn entweder annehmen oder vor ihm fliehen – nur eines von beiden. Das ist ein Gesetz. Warum müssen die Menschen vor Gott fliehen? Weil er sagt: Keiner soll auf meinem Weg verharren. Wer abseits stehen will, ist frei seinen eigenen Weg zu gehen. Etwas will ich für euch tun: den lebendigen Glauben in euren Verstand hineinbringen. Dadurch kann jeder prüfen, ob es Gott gibt oder nicht. Das ist eine Frage des Bewusstseins. Die Bedingungen, unter welchen sich der gegenwärtige Mensch entwickelt, verlangen einen absoluten Glauben an Jenen, welcher sich nicht verändert oder sich scheinbar verändert. Warum ist dieser Glaube nötig? Wenn du an Gott glaubst, glaubst du auch an dich selbst. Der Glaube an Gott und an euch selbst bringt euch hin bis an die Grenze des Reiches Gottes. Wenn du an dieser Grenze stehen bleibst und dich fragst, ob du eintreten sollst oder nicht, bist du schon gescheitert. Es ist der Zweifel, welcher den Menschen hindert. Die göttliche Welt schließt jeden Zweifel und jegliches Schwanken aus. Du musst dir bestimmt und kategorisch sagen: „Ich trete ein in das Reich Gottes.“ Du brichst sofort die Beziehungen zur Welt ab, du schließt die Puppen, das Erbe deiner Kindheit, in den Schrank ein und denkst nicht mehr an sie. Vor dir breitet sich eine neue schöne Welt aus. Ohne zu zweifeln und ohne zu schwanken! Ihr schreitet langsam und sicher zur sechsten Rasse. Dort erwarten euch helle, engelhafte Seelen, welche kein Zweifeln und Schwanken mögen. In der Heiligen Schrift steht: „Der Zwiespältige ist unbeständig auf seinen Wegen“. Danach handeln viele Menschen. Es kommt jemand um einen Vortrag zu hören, wenn ihm jedoch etwas nicht gefällt, geht er zu den Theosophen. Was ist Theosophie ? Was gibt sie ihm? Die Theosophie stellt das Zermahlen des Weizens dar, d.h. seine Verwandlung in Grütze. Du redest vom astralen, mentalen und kausalen Körper. Hast du diese Körper je gesehen? Ich habe sie nicht gesehen, aber so steht es geschrieben. Das ist kein Wissen. Jede Lehre, die gepredigt wird, müsst ihr prüfen; sie soll den Tatsachen entsprechen. Warum steht ihr denn nicht auf einer höheren Entwicklungsstufe, falls das, was ihr predigt, wahrhaftig sein sollte? Warum habt ihr euch nicht gerettet? Warum haben es die Inder nicht auf einen höheren Stand in ihrer Entwicklung gebracht, obwohl sie so viele Lehren gepredigt haben? Warum erwarten sie einen neuen Lehrer? Demzufolge, befriedigt sie nicht, was ihnen gepredigt wird. Für sie ist das bloß ein Vergnügen. Sie erwarten wirklich etwas, was sie befriedigt und sie auf einen höheren Entwicklungsstand bringt. Die Menschen heiraten und denken dabei, eine ernste Arbeit zu verrichten. Das ist auch ein Vergnügen. Man sagt einem Mädchen: „Wir finden für dich einen ordentlichen Burschen und du wirst ihn heiraten. Er ist gut, klug, belehrt. Er hat zwei Hochschulabschlüsse“. Der Bursche sagt dem Mädchen: „Meine Familie ist reich, wir haben zwei große Gärten. Wir werden uns ein neues Haus bauen“. Er verspricht ihm lauter schöne Sachen um es zu beschwatzen. Das Mädchen hört zu, freut sich, ist zufrieden. Endlich heiraten sie, aber damit geht die Sache nicht in Ordnung. Warum? Mit Lügen geht die Sache nicht in Ordnung. Von Jahr zu Jahr wird ihr Leben immer schlechter. Dasselbe geschieht auch mit dem Gläubigen. Als Rechtgläubiger besucht er die Kirche, küsst das Kreuz und die Ikonen. Ein, zwei Jahre ist er zufrieden, aber auch seine Sachen gehen nicht in Ordnung. Ihm fehlt etwas Wesentliches – der Umgang der Seele mit Gott. Sobald du die Liebe in dich aufgenommen hast, sollst du mich nicht fragen, was ich davon halte; vertraue dir selbst. Alles, was du sprichst, soll der Wahrheit entsprechen. Wer Liebe in sich hat, handelt genauso mit den anderen, wie mit sich selbst. Er denkt an das Wohl aller. Es genügt, wenn jemand sein Heim betritt, um sich mit ihm im Namen der Liebe zu verbinden. Auch heutzutage gibt es einen Zusammenhang zwischen den Menschen; auch heutzutage entstehen zwischen ihnen Beziehungen; sie streben nach hohen Zielen, aber auch in ihnen gibt es Würmer, welche die Fäden ihres Lebens zernagen. Die Würmer sind eure Irrtümer. Befreit euch von ihnen. Wir werden den ersten Versuch machen und uns dabei an bestimmte Regeln halten. Die Regeln sind frei. Sie werden nach dem Gesetz der Liebe angewendet. Diese Regeln sind wirksam und standhaft. Außer der Liebe sind jedoch alle anderen Regeln palliativ. Auch die Schüler Christi haben ihm vertraut, aber in dem Moment, als sie zweifelten, wichen sie vom Weg ab und schufen gleichzeitg die Konzilien. Oft fragt man uns auch: Glaubt ihr an Konzilien, an Ikonen, an das Kreuz? Wir lernen jetzt zu glauben und zwar an die Liebe Gottes, welche unveränderlich ist; wir sollen auch an die Weisheit Gottes und an die Wahrheit Gottes glauben. Du wirst daran glauben und sie anwenden. Wie haben wir die Liebe zu Gott angewendet? Wie werden wir ihm danken für diesen schönen Tag, für diese schöne Aussicht? Wie werden wir Gott für das alles, was er uns gegeben hat, danken? Darin genau besteht die Liebe Gottes. Gott beobachtet uns, bewirtet uns, gibt uns alles Nötige. Gleichzeitig gibt er uns auch Hacken zum Arbeiten und er schickt uns zum Weinberg, um zu graben. Dort an der frischen Luft, statt uns auszuruhen, arbeiten wir mit Freude und Zufriedenheit. Einige sind uns nicht gut gewogen. Sie protestieren gegen uns, schmähen uns, wollen uns nicht, aber durch die Nadelbäume spricht Gott zu ihnen: „Ihr sollt diese Menschen nicht beunruhigen. Derjenige, der es wagt, sie zu beunruhigen, muss damit rechnen, dass von ihm nichts übrig bleibt. Wenn ich mein Stäbchen nur hebe, so wird von euch nichts übrig bleiben“. Gott sagt sowohl zu den Priestern, als auch zu den Bischöfen: „Was ihr wisst, behaltet es für euch selbst, aber lasst diese Menschen in Ruhe“. „Sie sind Ketzer“. „Nein, sie sind meine Kinder, ich kenne sie, lasst sie in Ruhe; sie sind die Einzigen, die auf mich hören“. Ich frage: Welche sind die geliebten Kinder Gottes - die Gesunden oder die Kranken? Solange du gesund bist, hörst du auf Gott. Wenn du krank wirst, bist du Gott nicht gehorsam. Die Welt ist ein großes Krankenhaus und Gott ist der Chefarzt dieses Krankenhauses. Er braucht gesunde Kinder. Derjenige, welcher die Regeln des Krankenhauses nicht befolgt, muss raus. Die Ärzte erlauben keine Fragen. „Meine Kinder sind gesund und brauchen nicht in der Kirche, im Krankenhaus zu bleiben“. Erstens – dort werden sie sich erkälten. Die Kirche ist für die kranken Menschen. Und schließlich erwarten sie Erlösung durch sie. Man hat sich im Kreuz, in den Ikonen geirrt, man braucht sich nicht mit ihnen zu beschäftigen. Die Ikone gleicht dem Bild deiner Geliebten oder deines Geliebten. Was soll ein Mädchen machen, wenn ihr Geliebter kommt? Sobald sie ihn sieht, muss sie das Porträt beiseite stellen, zu ihm gehen und sich mit ihm unterhalten. Ihr werdet sagen, Gott sei in der Kirche. „Verzeihung, aber das beruht auf gar keiner Wahrheit. Wir brauchen keine Ikonen, wir gehen direkt zu Gott, er soll uns Arbeit geben. Er ruft uns auf für eine große, heilige Arbeit“. Wenn ihr mich so reden hört, sagt ihr: „Welch gelehrte Menschen es in der Welt gibt! Welch gelehrte Menschen es auch in Bulgarien gibt!“ Überall gibt es gelehrte Menschen, aber die meisten von ihnen sind beladene Kamele. Man belädt ein Kamel und dann geht es und stöhnt. Wir brauchen nicht viele Pfarrer. Ein Pfarrer genügt uns. Indem die Pfarrer mir Vorwürfe machen, geraten sie selber in Widerspruch. Sie sagen, „ich hätte mich als Christus verkündet“. In Wirklichkeit erklären sie sich zu Christus, indem sie sich Priester nennen. Meiner Meinung nach gibt es in der Welt nur einen Priester und das ist Christus. Kein anderer darf sich Priester nennen. Ich wende mich an die Pfarrer und sage: „Legt eure Gewänder ab und zieht die Kleider der Schüler an“. Demütigen sollen sie sich. Sie sollen erkennen, dass sie nicht imstande sind die Lage in Bulgarien zu verbessern. Wie sollten sie sie verbessern? Ihr werdet sagen, die Pfarrer sollen unter dasVolk gehen und predigen. Was sollen sie dem Volk predigen? Jemand aus dem Volk wird sagen: „Vater, ich habe ein krankes Kind. So hilf mir!“ „Ruf den Arzt“. „Vater, hilf mir, ich habe meine Finanzen durcheinandergebracht“. „Geh zum Bankier, er wird dir helfen“. So spricht man nicht. Wer unter das Volk geht zu predigen, muss göttliche Kraft besitzen. Besitzt der Pfarrer diese Kraft, so wird er den Leidenden mit nur einer Berührung seines Kopfes segnen. Er wird den Bauern sagen: „Brüder, arbeitet fleißig, das Jahr wird fruchtbar sein, es wird reichlich Weizen und Früchte geben. Ein großer Segen wird sich auf euch ergießen“. Falls der Pfarrer so zu den Menschen sprechen würde und seine Worte in Erfüllung gingen, dann erst hätte seine Predigt einen Sinn. Die Menschen brauchen nicht viele Reden, sondern Brüderlichkeit, Gleichheit und Liebe. Ich spreche nicht von der üblichen Liebe, sondern von der Liebe Gottes und Christi. „Wenn ihr mich liebt, werdet ihr meine Gebote einhalten. Wenn ihr auf Gott vertraut, dann vertraut ihr auch auf mich.“ Ihr fragt worauf die Missverständnisse zurückzuführen sind. Im Altertum gab es einen Lehrer, einen Adepten, der seine Schüler auf zweierlei Weise prüfte. Die erste war die Folgende: Er ließ einen seiner begabten Schüler kommen und befahl ihm: „An diesem bestimmten Tag begibst du dich mit deinen Mitschülern auf den Weg. Ihr werdet in eines der Nachbardörfer gehen, wo man euch sehr gut empfangen wird. Man wird euch neue, saubere Kleider zum Umziehen geben, euch bewirten und euch saubere Lagerstätten zum Schlafen anbieten. Zum Abschied wird man euch Geld für unterwegs geben und euch zum Wiederkommen auffordern.“ Die Schüler gelangten in das Dorf, wurden jedoch zu ihrem Erstaunen von den Bauern genau umgekehrt empfangen: Bereits beim Betreten des Dorfes hetzte man die Hunde auf sie, die Bauern ergriffen Knüppel und schlugen sie grausam auf den Rücken. Mit Mühe und Not gelang es ihnen davonzulaufen. Sie flohen in alle Richtungen, versammelten sich nach Verlassen des Dorfes und kehrten zu ihrem Lehrer zurück. Sie begannen ihm zu erzählen, durch welche Qualen sie gegangen seien. Der begabteste Schüler fragte ihn: „Warum hast du uns eines gesagt und ein anderes ist es geworden? Wie wirst du uns das erklären? Warum hast du uns nicht gesagt, dass man uns so grausam verprügeln würde? Wir hätten unseren Rücken mit einem weicheren Kleidungsstück bedecken können, um den Schmerz von den Stockschlägen nicht zu spüren.“ Der Lehrer schwieg, antwortete nichts. Einige Tage später gab der Lehrer anderen Schülern eine Aufgabe, die nach der zweiten Methode zu lösen war. Er sagte ihnen, in ein Nachbardorf zu gehen, jedoch vorbereitet zu sein, weil sie dort Leiden, Stockschläge und Verfolgung erwarten würden. Sie waren auf eine solche Begrüßung gefasst. Als sie das Dorf betraten, wurden sie jedoch in Erstaunen versetzt: Die Bauern kamen aus ihren Häusern um sie zu begrüßen. Sie nahmen sie in ihre Häuser auf, dort wurden sie gut bewirtet und man bot ihnen Platz zum Übernachten an. Die Schüler wunderten sich, warum man sie mit solcher Freude begrüßt, während sie auf Verfolgung und Prügel gefasst waren. Sie kehrten zu ihrem Lehrer zurück und fragten ihn, warum er ihnen nicht die Wahrheit gesagt habe. Er schwieg wiederum. Danach rief der Lehrer die beiden Schülergruppen zu sich und erzählte ihnen Folgendes: „Die erste Gruppe ging durch Leiden, denn einst in der Vergangenheit haben sie diese Bauern schlecht behandelt. Sie hatten die Möglichkeit ihnen zu helfen, Essen anzubieten, sie gut zu bewirten, aber sie sind ihrer Verpflichtung nicht nachgekommen. Jetzt büßen sie für die Fehler ihrer Vergangenheit. Die zweite Schülergruppe hat die Bauern in der Vergangenheit gut behandelt, sie haben ihnen auf jede mögliche Weise geholfen. Heute ernten sie die Früchte ihrer guten Taten.“ Heutzutage gehen die meisten Menschen den Weg der ersten Schülergruppe, sie liquidieren ihr Karma. Sie sollen bereit sein, ihr Karma nach dem Gesetz der Liebe zu lösen. Damit ihr leicht mit ihrem Karma fertig werdet, will ich euch hier um etwas bitten: Sprecht nicht schlecht voneinander. Falls jemand eine böse Zunge hat und es nicht schafft, Gutes über die anderen zu sprechen, so sollten letztere Verständnis dafür haben und ihm sein Gerede nicht übelnehmen. Den ersten sage ich: Hütet euch vor schlechten Worten über eure Nächsten. Jenen, über die man schlecht spricht, sage ich: Seid nicht böse. Die, welche beleidigen, und jene, welche beleidigt werden, können ihre Aufgaben nicht lösen. Dann wird das Karma eure Aufgaben lösen. Es ist streng und unerbittlich. Wenn es kommt, dann lehrt es euch, wie man Aufgaben zu lösen hat. Falls ihr vom Karma erwartet, dass es eure Aufgaben löst, werdet ihr nichts erreichen. Welcher ist der Weg zur Schaffung der zukünftigen Kultur? – Der Weg der Liebe. Jetzt erheben sich die Priester gegen uns und denken, dass wir ihnen mit derselben Münze heimzahlen werden. Nein, wir entgegnen den Priestern: Wir wollen eure Ikonen nicht, wir wollen eure Kirchen nicht betreten. Wir wollen eure ständig brennenden Öllämpchen nicht, eure Rituale: Taufe, Trauung. Alles Kränkliche und Schwache, welches ihr aus euren Kirchen hinauswerft, werden wir zu uns nehmen und aus ihm etwas Gutes machen. Wir interessieren uns nicht für die Frommen. Mögen sie in den Kirchen bleiben. Wir werden diejenigen, die keiner will, d.h. die Lahmen, die Krüppel und die Blinden, in die neue Lehre aufnehmen. Die Jungen sind außerhalb der Kirche, die werden wir aufnehmen. „Sie sind blutjung und grün, sie sind nicht fähig etwas zu machen“. Sie sind nicht grün. Das, was wächst und sich richtig entwickelt, ist nicht grün. So ist das Gesetz der Entwicklung. Unter „grün“ verstehe ich jemanden, der sich entwickelt. Die grüne Farbe ist das Symbol des Wachstums. Christus wirkt in der Welt, aber die Menschen sehen ihn nicht. Sie wollen ihn wie einen Menschen sehen, ihn anfassen, ihn körperlich fühlen. Wenn er die Herzen der Menschen mit schönen, erhabenen Gefühlen füllt, was wollt ihr mehr? Wollt ihr ihn streicheln, küssen, auf Händen tragen? Das ist keine gute Idee. Was hat das Kind davon, von euch den ganzen Tag getragen zu werden? Falsch ist die Einsicht der Menschen, welche erwarten, dass Christus als Kind wiedergeboren wird. Christus ist geboren worden und wird in den Herzen und Seelen der Menschen geboren. Heute kann Christus von keiner Frau geboren werden. Falls ihr das Erscheinen des Erlösers erwartet, dann öffnet eure Seele, dort wird er geboren. Dabei wird Christus gleichzeitig in vielen Seelen geboren. Wenn Christus in deiner Seele geboren wird, dann bist du sowohl dir als auch den Menschen in deiner Nähe nützlich. Das ist die Auferstehung. Das bedeutet das Erwachen der Menschenseele. Wenn Christus in den Menschenseelen lebt, dann werden sie alle auferstehen; sie werden aufstehen und sich die Hände wie Brüder geben. Deshalb glaubt an die neue Lehre, die euch zu einem guten Ende führen wird. Lasst in euch gar keine Zweifel aufkommen! Legt auch den kleinsten Zweifel beiseite. Dann leuchtet in eurem Verstand ein neues Licht auf. Versucht euch meiner Worte zu vergewissern. Woran könnt ihr zweifeln? Wovor habt ihr Angst? Die alte Gesellschaftsordnung geht unter. Sie ist ein Kleidungsstück, das durch ein neues ersetzt wird. Das neue Kleidungsstück ist schon vorbereitet. Die alte Gesellschaftsordnung wird unvermeidlich durch eine neue abgelöst. Sie ist nicht das Wichtigste im Leben. Das Wichtigste ist der menschliche Geist und die menschliche Seele. Wichtig sind der menschliche Verstand, das Herz und der Wille – die Arbeitsbedingungen. Die zukünftige Kultur gehört dem Herzen des Menschen. Mit „Herz“ meine ich nicht den Affekt der Gefühle. Das ist keine Liebe. Dass du begeistert bist, das ist auch keine Liebe. Liebe ist eine unveränderliche, beständige Kraft, welche den Menschen auf einen höheren Entwicklungsstand und seine Energien ins Gleichgewicht bringt. Übe die göttliche Liebe aus. Übe deinen vernünftigen Willen aus. Du beklagst dich über eine Erkältung, Husten, Schnupfen, Rheumatismus, du kannst dir nicht helfen. Warum wendest du deinen Willen nicht an, um dich auszukurieren? „Vertraut auf Gott und vertraut auf mich.“ Hier gibt es zwei Strömungen: auf Gott und auf mich. Die eine Strömung kommt von den Ästen, d.h. von oben nach unten, vomVerstand zum Herzen, und die andere Strömung kommt aus dem Zentrum der Erde, d.h. von den Wurzeln zu den Ästen. Nehmen wir an, du leidest an Schmerzen in der Brust. Falls du in die Strömung gerätst, die von oben nach unten gerichtet ist, d.h. vom Gehirn aus, wirst du durch Konzentration des Verstandes diese Strömung zum Zentrum der Erde, zum Herzen gehen lassen, damit eine Bewegung entsteht. Damit hilfst du dir; du wirst dich von der Krankheit befreien. Habt keine Angst euch mit der Erde in Verbindung zu setzen. Fürchtet euch nicht, weder vor der Erde, noch vor der Sonne. Die Strömung, die von der Sonne kommt, muss durch das Zentrum der Erde gehen. In dieser Bewegung bildet sich ein heller Kreis, der sich richtig bewegt. Bei dieser Bewegung heitert sich der menschliche Verstand allmählich auf. Wenn du geheilt bist, kannst du die Strömung von unten nach oben wenden. Du bemerkst, dass deine geistliche Natur erstarkt, aber dein Wille nachlässt. Um den Willen zu kräftigen, wende die Strömung vom Zentrum der Erde zur Sonne. Wo sich die zwei Kreise kreuzen, dort erscheint die wahre Kultur, das wahre Leben. Denkt nicht, dass die Strömung, welche vom Zentrum der Erde kommt, schädlich ist. Denkt so etwas nicht. Sie ist dann schädlich, wenn sie euch ständig durchströmt und ihr ihre Energie aufnehmt. Wisst, dass überall in der Natur Ebbe und Flut existieren. Das geschieht auch im Menschenherz. Dies bewirkt eine angenehme Laune im Menschen und dauert von einer Minute bis zu einer Stunde, oder höchstens einen Tag, danach wechselt es, d.h. verschwindet. Dann vollzieht sich im Menschen folgende Reaktion: Dunkelheit und Finsternis. Wer das Gesetz versteht, wird sich ein Feuer anzünden, wenn er in die Dunkelheit, d.h. in die Nacht gerät. Sobald die Strömung von unten nach oben kommt, wirst du leicht mit ihr fertig werden, falls du eine angezündete Kerze oder Feuer hast. Der gesammelte Stoff wird als Brennstoff dienen. Wenn die Strömungen wechseln, dann denkt ihr euch: „Ich kann mit ihnen nicht fertig werden, ich habe meinen Glauben verloren“. Nichts hast du verloren! „Ich bin schlecht geworden.“ Du bist nicht schlecht geworden. Das sind vorübergehende Zustände, welche öfter die Jungen als die Alten aufsuchen. Diese Strömungen nennt man Launen. Bei den Jungen und Mädchen ändern sich die Launen ein paarmal am Tag. Wenn sich die Zeit immer mehr dem Tag nähert, an dem das Mädchen heiraten soll, so ändern sich diese Launen hundertmal am Tag. Sie sagt: „Ich werde ihn nehmen, ich werde ihn heiraten.“ Das ist die Strömung des Herzens. Bei einer anderen Strömung des Herzens sagt sie: „Ich will ihn nicht! Ich will ihn nicht sehen.“ Die Mutter des Mädchens sagt: „Du wirst ihn nehmen, Tochter.“ Dann sagt das Mädchen: „Ich werde ihn nehmen.“ Das Mädchen steht unter dem Einfluss des Herzens. Bald will sie ihn, dann will sie ihn nicht. Die Mutter sagt: „Ich weiß weder aus noch ein mit meiner Tochter.“ Dies sind die Strömungen, welche vom Zentrum der Erde kommen und zur Sonne gehen. Das Mädchen befindet sich auf dem Scheideweg. Um die Frage richtig zu lösen, muss sie aus dem Scheideweg herauskommen. Sonst kann sie ihre Wahl nicht treffen. Der größte Fehler beim Heiraten besteht im Kreuzen dieser Strömungen. Fängst du an zu zögern, dann löse die Frage nicht, lass sie beiseite. Das Wort „Heirat“ hat einen ganz anderen Sinn, verglichen mit dem, was heute darunter verstanden wird. Unter „Heirat“ versteht man heutzutage eine Versicherung. Die Heirat stellt eine Versicherungsgesellschaft dar. Jemand versichert sich für 10 000 Leva; ein anderer – für 20 000 Leva; ein dritter – für 100-200 000 Leva. Der Mensch an sich ist gesichert. Er muss seinem Geist, seiner Seele, dem Verstand, dem Herzen und seinem Willen glauben. So sollen die Mütter zu ihren Söhnen und Töchtern sprechen. Auch in der neuen Kultur werden die Menschen heiraten, aber nicht unter dem Einfluss anderer Menschen. Jemand kommt zu dir um dich zu beraten: Nimm diesen jungen Mann, vertraue ihm, hab keine Angst. Das Mädchen muss seinem Geist, seiner Seele, dem Verstand, dem Herzen und seinem Willen vertrauen. Erst nachdem sich die zwei Intellekte kreuzen, die zwei Herzen und Seelen sich verstehen, dann kommt das vernünftige Leben. So sollte man allen predigen. Sprecht ohne zu zögern die Wahrheit. Es gibt Fragen, die ihr, egal wie lange ich sie erläutere, trotzdem nicht alle gleich verstehen könnt. Warum? Eure Gehirne sind nicht in gleichem Maße entwickelt. Einige von euch müssen lange an Gott, an die erhabene Welt, denken damit ihre Gehirne umgestellt werden. In ihrem Gehirn gibt es bestimmte Ablagerungen, welche die Wahrnehmung der Wahrheit behindern. Dies sind psychische Stoffe besonderer Art, welche genau wie die physischen Stoffe vergehen. Nach dem Gesetz der Polarisierung müssen sie gereinigt werden. Sobald das Gehirn frei ist von ihnen, beginnen sich die Nase, die Augen, die Ohren und der Mund richtig zu entwickeln. Derjenige, welcher das nicht versteht, sieht jemanden an und sagt: „Ein ausgezeichneter Mensch ist er. Er kann zu so Vielem beitragen.“ Du irrst dich. Schau, seine Augen schielen; seine Nase und sein Mund sind verformt. Er muss viel an sich selbst arbeiten, damit man etwas von ihm erwarten kann. Er sagt, er habe sich zu Gott gewandt, er sei sein Diener. Glaubt das nicht, er hat viele Wechsel, die er nicht bezahlt hat und auch nicht die Absicht hat, sie zu bezahlen. Ich glaube nur dann an die Hinkehr des Menschen zu Gott, wenn auch sein Geldbeutel umgewendet ist, d.h. geöffnet. Solange du deinen Geldbeutel nicht öffnest, kannst du dich nicht zu Gott wenden. Wenn Christus auf die Erde kommt, werden die Menschen einen gemeinsamen Geldbeutel haben und er wird offen sein. Es wird eine Quelle sein, welche ständig fließt und ihr Wasser ringsum ergießt, um alle Pflanzen zu bewässern. Jedermann wird das Wohl dieser Quelle genießen. Nur auf diese Weise wird die Welt zur Gemeinschaft werden und sich reformieren. Jeder wird seine Errungenschaften in die gemeinsame Kasse einzahlen. Hütet euch davor, nicht in die Irrtümer vorheriger Reformisten zu verfallen. Wir haben das Recht, unsere Arbeit zum Gemeingut zu machen, d.h. das, was wir jetzt verdienen. Heute verdient jeder für sich selbst und die Menschen wollen genauso weiterverdienen, indem sie die Arbeit vergangener Generationen ausnutzen. Nein, ihr müsst die Menschen der Vergangenheit aufrufen, ihr Einverständnis zu geben, und sie fragen, ob sie dazu bereit wären, ihre Gewinne den eurigen hinzuzufügen. Wir haben kein Recht, über die bisherigen Güter zu verfügen. Alle, welche versucht haben und auch heute versuchen, die Güter vergangener Generationen ohne deren Einverständnis einzustreichen, haben nichts erreicht. Wir alle werden arbeiten und das, was wir verdienen, werden wir gemeinsam nutzen. Das ist die Lehre, welche Christus den Menschen gepredigt hat. Er hat die Menschen zu Liebe und Weisheit belehrt; jeder sollte wissen, wie weit sich seine Rechte und Verpflichtungen erstrecken. Auf diese Weise können sich Mütter und Töchter, Väter und Söhne, Brüder und Schwestern, Herren und Diener gut verständigen. Wie soll die neue Gesellschaft aufgebaut sein, wenn es unter ihnen kein Verständnis gibt? Manche machen uns den Vorwurf, unsere Lehre wäre falsch. Wo ist die richtige, die wahre Lehre? Haben eure Lehren die Welt verbessert? Statt sie zu verbessern, haben sie die Welt noch mehr verdorben. Heute verfault die Gesellschaft, sie verbessert sich nicht. Falls eure Lehren richtig wären, warum führt ihr dann noch Kriege gegeneinander? Warum zerstört ihr die Städte? Warum sind die Friedhöfe voller Gräber und Kreuze? Warum gibt es so viele Krankenhäuser auf der Erde? Falls wir auf dem falschen Weg sind, sind wir bereit, den euren zu gehen, wenn ihr uns die Ergebnisse eurer Lehren zeigt. Und ihr werdet euch selbst überzeugen, dass der Weg, den ihr einschlagt, falsch ist, mehr nicht. Dieser Weg muss korrigiert werden! Wie? Indem ihr euch zu Gott wendet und seine Liebe in euch aufnehmt. Sie ist die Liebe der absoluten Selbstlosigkeit. Auch die Religionen müssen gereinigt werden. Es gibt etwas Göttliches in ihnen, aber das verliert sich unter den großen Irrtümern. Auch sie sollten gefiltert werden. Die gegenwärtigen Religionen sind die der Formen, es sind Religionen der menschlichen Interessen. Das wird heute von allen erkannt. Gibt es Liebe zwischen den Priestern und den Betenden, zwischen den Bischöfen und den Kirchgängern? Wenn der Pfarrer ein Dorf besuchen will, kommt sofort ein Befehl, wie man ihn willkommen zu heißen hat. Die Bauern fangen an hin und her zu laufen, die Polizisten – auch. Warum? Der Pfarrer wolle das Dorf besuchen. Wenn der Pfarrer die Bauern liebt, dann soll er wie ein einfacher Bürger bei ihnen auftauchen, ohne jegliche Gewänder. Statt jedoch unter das Volk zu gehen, um dessen Bedürfnisse zu erfahren, geht er zuerst in die Kirche. Seit Jahrtausenden gehen die Pfarrer zuerst in die Kirche, lesen Gebete, und was haben sie damit erreicht? Wann haben die Menschen begonnen Kirchen zu bauen? Als sie das Paradies, die Kirche in ihrer Seele, verloren haben. In jenem Moment, in welchem sie ihre geistige Kirche verloren hatten, begannen sie eine steinerne Kirche zu bauen. Wir brauchen eine Kirche in unserer Seele und dort nehmen wir Gott auf, als Liebe, als Erzpriester. In Zukunft wird es eine Kirche geben, einen Geistlichen. Sie wird so groß sein, dass sie alle Menschen der Erde aufnimmt. Über solch eine Kirche wird in der Offenbarung gesprochen. Könnt ihr euch vorstellen, wie groß sie sein muss? Dann werden die Menschen ein Kredo, eine Anschauung haben, jedoch dermaßen umfangreich, dass sie alle Anschauungen der Vergangenheit umfassen wird. Alle gegenwärtigen Formen und Glauben werden dem Neuen Platz machen. Sie haben ihre Rolle längst gespielt. Ich habe nichts gegen die alten Formen, sie haben aber ihre Bedeutung schon verloren, für sie gibt es keinen Platz mehr. Das Neue, welches kommt, das Reich Gottes, erfordert vollkommene Formen, neue Ansichten und einen neuen Glauben. Das Alte wird, wie ein abgetragenes Kleidungsstück vom Rücken der Menschen weggenommen und durch ein Neues ersetzt. Der Großvater, welcher verstorben ist und den man ins Grab gelegt hat, wird eines Tages auferstehen. Wird er wieder als Großvater zur Welt kommen? Nein, er wird als Kind geboren, mit neuen Lebenskräften. Das ist die neue Lehre, die Lehre der Liebe, die Lehre der Weisheit und die Lehre der Wahrheit. Das ist die Lehre, welche die zukünftige Kultur der Menschheit bringt. In der zukünftigen Kultur wird es keine Wechsel geben, die Schuldner und die Bürgen brauchen nicht zu unterschreiben. Ich habe keine Zeit, euch zu schildern, was die zukünftige Kultur in sich trägt. Dann werden sich die Menschen nicht wie jetzt durch Eisenbahnen, Schiffe, Flugzeuge, Autos verkehren. Du willst zum beispiel deinem Freund einen Brief schicken. Der Brief wird auf einem besonderen, feinen Stoff geschrieben und dank deiner Verstandes-und Willenskraft gelangt er an den genauen Ort. Der Brief wird durch den Raum übertragen und genau deinen Freund erreichen. Befindet sich dein Freund in einer Entfernung von 1000 km, wird dein Brief in einer Minute auf seinem Tisch liegen. Du benötigst 1 kg Kartoffeln. Du brauchst nicht in verschiedene Krämerläden zu gehen um einzukaufen, du findest die nötige Menge Kartoffeln sofort auf dem Tisch. Wie sind sie gekommen? Irgendein Freund von dir hat deinen Gedanken wahrgenommen und dir sofort Kartoffeln geschickt. Du brauchst Äpfel und sie werden auf dieselbe Weise geliefert. Du willst deinen Freund sehen, mit ihm ein bisschen plaudern. Du setzt dich auf deinen Stuhl, denkst an ihn und dann fliegst du los durch den Raum. In einer Minute bist du bei ihm. Nachdem ihr geplaudert habt, richtest du deinen Gedanken an dein Zuhause und du findest dich im Raum wieder. Sollte die Tür deines Hauses geschlossen sein, wirst du frei durch sie hindurchgehen. In der Zukunft werden die Schlüssel keine Kraft mehr haben. Jeder wird ein-und ausgehen, auch bei geschlossenen Türen. Dies bringt den Menschen die zukünftige, erhabene Kultur. Ihr werdet sicher (wie die Türken) sagen, dies seien eigenartige Dinge. Egal ob ihr daran glaubt oder nicht, es wird so sein. Dann werden die Beziehungen zwischen Mann und Frau richtig, harmonisch sein. Alle Menschen werden mit Liebe arbeiten. Sie werden wenig arbeiten und viel erringen. Und dann werden sie Äcker und Gärten bearbeiten, in ihnen spazieren gehen; aber auch die Arbeit und das Lernen wird euch gute Früchte geben. Die Menschen der sechsten Rasse werden nicht nur auf der Erde spazieren gehen, sondern auch auf den anderen Planeten. Sie werden zur Sonne und zum Mond reisen und das Leben der Planeten studieren. Was für eine Welt wird das sein? Davon habt ihr nicht mal geträumt. Ebenso wie es jetzt Wesen der sechsten Rasse auf der Erde gibt, genauso wird es in Zukunft Menschen von der Erde in der sechsten Rasse, in der neuen Kultur geben. Sie ist schon bereit, kommt aber allmählich auf die Erde. Das Christentum in seiner gegenwärtigen Form bereitet die Menschen vor auf die neue Kultur, auf das erhabene Leben. Dieses Leben kommt schon, aber es ist auch erforderlich, dass ihr euch ein bisschen bemüht. Um nicht am Neuen zu zweifeln, müsst ihr Versuche machen. Ohne Versuche kann man nichts erreichen. Ihr alle müsst jünger werden im Verstand, mit hellen Gedanken; jünger werden im Herzen, mit edlen und erhabenen Gefühlen; jünger werden im Willen, mit guten und richtigen Taten. Die Zukunft ist in den Händen der Jungen, der Kinder, worüber Christus auch sagt: „Ihnen gehört das Reich Gottes.“ Wir alle müssen Gottes Kinder sein. Wir legen alle Zweifel, alles Gezänk und alle Missverständnisse beiseite. Wir sollen jene Kräfte in die Arbeit einspannen, welche sich bis jetzt noch nicht offenbart haben. Viel Arbeit steht der Menschheit bevor. Dann werden die Menschen ihre Nahrung auf neue Weise erwerben und sich auch auf neue Weise ernähren. Sie werden ihre Häuser auch auf neue Weise heizen und beleuchten. Das sind die Aufgaben der sechsten Rasse. Sie kommt mit ihrem Programm, und nachdem sie es realisiert hat, hinterlässt sie der Menschheit etwas Neues. Sie bringt die Kultur der wahren Brüderlichkeit zwischen den Menschen und den Völkern. Christus sagt: „Vertraut auf Gott und vertraut auf mich“. Dieser Glaube erfordert Menschen mit hellem Verstand, mit reinem Herzen und mit starkem Willen. Jeder Mensch soll drei Berührungspunkte haben: mit der Liebe, mit der Weisheit und mit der Wahrheit. Die Liebe bringt Leben, die Weisheit bringt Licht und Wissen und die Wahrheit bringt Freiheit und die Bedingungen für die Äußerung des Willens. Das bewusste Leben kommt nach dem Gesetz der Liebe; die Intelligenz kommt nach dem Gesetz der Weisheit und die Freiheit und die Willenskraft kommen nach dem Gesetz der Wahrheit. Das sind Aufgaben, die von der sechsten Kultur realisiert werden. Sie hat Methoden zur Erfüllung ihres Programms. Für sich selbst hat sie alles realisiert. Wir werden ihre Aufgaben aufnehmen und sie realisieren. Woran erkennt man die Ankunft der sechsten Rasse auf der Erde? An dem besonderen azurblauen Schein, welcher am Himmel über der ganzen Balkanhalbinsel zu beobachten ist. Dieser Schein ist das Ergebnis besonderer psychischer Einflüsse, welche in den Raum wirken und sogar die Atmosphäre verändern. Dies zeigt, dass die gesamte vernünftige Welt, alle vernünftigen Wesen anstrengend arbeiten und sowohl die physische, als auch die geistige Atmosphäre der Erde reinigen. Sie schaffen gute Bedingungen für das Wachstum, die Entwicklung und die Arbeit der Menschen. So wie man den Weinberg von vertrockneten und verfaulten Blättern, von Parasiten säubert, genauso bereitet auch die unsichtbare Welt jene Menschen darauf vor, welche Gott dienen wollen. Er stellt ihnen gute Bedingungen zur Verfügung, für ihr Wachstum und ihre Entwicklung, indem er sagt: „Habt keine Angst, geduldet euch noch etwas und dann wird alles in Ordnung kommen, den neuen Weg beschreiten.“ Jetzt fragt ihr: „Hat die neue Kultur Beziehungen zu der alten?“ Natürlich hat sie die. Die neue Kultur wird die Errungenschaften der alten Kultur benutzen und daraus eine neue Lehre für Verstand, Herz und Willen schaffen. Das Alte wird vergehen, das Neue wird kommen. Neues Licht kommt! Es wird die Ansichten der Menschen über die materielle Welt umgestalten. Es wird uns zeigen, dass es auch andere Methoden zum Erforschen der Natur gibt. Derjenige, welcher in die neue Kultur eintreten will, muss lernen, bewusst arbeiten und sich auf die neuen Bedingungen vorbereiten. Ihr fragt: „Ist das wahr, wovon ich spreche?“ Es ist wahr. Aber eurer Meinung nach ist nicht alles wahr. Es ist nicht so. Um zu erkennen, welche Dinge wahr und welche unwahr sind, müsst ihr Versuche machen, um ihre Wahrhaftigkeit zu prüfen. „Vertraut auf Gott und vertraut auf mich! Wenn meine Worte, d.h. die Worte des Geistes, in euch weiterleben, so werdet ihr meine Schüler sein.“ Wenn die Worte Christi in euren Herzen weiterleben und wenn ihr durch eure Liebe, eure Vernunft und euren Willen in mir weiterlebt, dann werden mein Vater, der unveränderlich ist, und ich, der sich durch ihn äußert, kommen und werden in euch wohnen und uns euch offenbaren. Das heißt, wir bringen euch unsere Wege bei. Die neue Kultur kommt! Die sechste Rasse kommt! Das Göttliche kommt in die Welt! 9. Vortrag, gehalten von dem Meister am 25. März 1923, Sofia – Izgrev.
  22.  Das Salz „Ihr seid das Salz der Erde; wenn das Salz schal geworden ist, womit soll man es salzen?“ Christus beginnt seine Bergpredigt mit den neun Seligkeiten. Die Seligkeiten, von denen er spricht, haben eine Beziehung zu einer anderen Welt, sie betreffen nicht das irdische Leben. Christus sagt zu den Menschen auf der Erde: „Ihr seid das Salz.“ Ich werde über das Salz sprechen, weil auf der Erde Leben ohne Salz nicht existieren kann. Die physische Welt ist eine Welt des Salzes und nicht des Lichts, was nur die Welt der Engel ist. „Ihr“ — wer ist das „Ihr“? Faßt dieses Wort nicht im begrenzten Sinne auf. Nur für jene, die glauben, sind mit „Ihr“ die gemeint, deren göttliches Bewußtsein erwacht ist. Alle Menschen, bei denen dieses Bewußtsein erwacht ist, sind das Salz der Erde. Alle Okkultisten, Kabbalisten, Mystiker verstehen unter dem Wort „Salz“ eine „Kraft des Gleichgewichts“: jenes Element der Kraft, das etwas im Gleichgewicht hält. Man braucht Gleichgewicht, um auf der Straße zu gehen. Wenn man Schiffe baut, so gibt man auf ihren Boden eine Last, Salz, um sie im Gleichgewicht zu halten, so daß sie von den Meereswellen nicht umgekippt werden. Unter dem Wort „Salz“ versteht man jene Kraft, die die Materie verstärkt, sie vor Zersetzung bewahrt und Bedingungen schafft, durch die man mit größeren Kräften in der Welt arbeiten kann. Das Salz ist ein unerläßliches Element auf der Erde für den Gesundheitszustand des menschlichen Körpers. Wenn der Organismus sein Salz verliert, verliert er seine Basis, und infolgedessen treten alle Krankheiten auf. Man sagt von so jemandem: „Er ist ein Neurastheniker.“ Ich sage: Er hat sein Salz verloren, sein Nervensystem hat das Salz verloren, seine Energie ist erloschen. Wenn wir mit hellseherischen Augen die Nerven, Arterien eines Neurasthenikers sehen würden, würden wir an vielen Stellen die Punkte sehen, aus denen die Energie herausgeflossen ist. So ein Mensch ist schwach. Warum? Weil er das göttliche Salz verloren hat, das die grundlegende Kraft zur Stärkung des menschlichen Lebens auf der Erde ist. Was sind die Ursachen, die zum Verlust dieses Salzes führen? An erster Stelle sind dies die zügellosen menschlichen Leidenschaften. Der Mensch fühlt nach jeder Leidenschaft, wie ihr Wesen auch sein mag, eine Schwäche. Ihr habt das alle gespürt. Leidenschaften sind nicht erforderlich für Menschen, die Salz haben, sondern nur für jene, die es nicht haben. Christus sagt zu seinen Jüngern: „Ihr seid das Salz, und wenn das Salz seine Kraft verliert, d.h. wenn es schal wird, ist es nichts wert, außer daß man es hinauswirft und daß es von den Menschen zertreten wird.“ Und warum wird gerade schales Salz zertreten? Das Zertreten ist eine Reaktion, um das Salz wieder zu salzen. Wenn man leidet, ist das ein Getreten- werden; ihr treibt die Engel hinaus unter die Menschen, und ihr werdet schwach, weil ihr ohne Salz seid. Wenn ihr reich wart, verarmt ihr; wenn ihr klug wart, verdummt ihr. Ihr verliert euer Salz, und wenn ihr das Salz verliert, verliert ihr auch den Lebenssinn; dann entstehen alle widersprüchlichen Lehren, die den Menschen vermittelt werden; sei es nun, ob sie heiraten sollen, ob sie Kinder haben, ob sie ihre Frauen lieben sollen, usw. Es gibt die epikureische Philosophie, nach der der Mann viele Frauen haben soll, und nach der er alles probieren soll. Man kann alles ausprobieren, aber dann wird man von den klugen Menschen verstoßen, solange bis man Salz hat, und danach kommt der zweite Prozeß: es wird ein Licht kommen, das den Verstand erleuchtet, und dann wird man verstehen, warum man leidet. Man wird verstehen, daß diese Dinge nicht in Einklang mit dem Leben stehen. Jeder Gedanke, jeder Wunsch, der nicht zur Erbauung der menschlichen Seele dient, der zerstört, ist ein unnötiger Wunsch, ist ein Schaiwerden. Stellt diesen Wunsch hin, damit er etwas zertreten werde, um wieder Salz zu bringen. Wenn ein Mann seine Frau unterdrückt, soll sie sich sagen: „Unterdrücke mich nur, damit ich wieder Salz bekomme.“ Ein Mann, der von seiner Frau unterdrückt wird, zeigt, daß er über kein Salz mehr verfügt. Wenn bei den Bulgaren jemand krank ist, kommt oft der Bärenführer. Der Bär soll den Kranken treten, um ihn so wieder mit Salz zu versehen und zu heilen. Diese Kraft ist in allen Menschen verborgen. Die heutigen Wissenschaftler haben sie verschieden benannt, auch die Okkultisten haben ihr viele Namen gegeben; einer davon ist die Bezeichnung „Magnetismus“. Wenn der Mensch dieses Salz hat, ist er magnetisiert. Wenn ihr dieses Salz habt, werdet ihr in der Magengegend eine angenehme Wärme spüren — am Morgen steht ihr mit einer angenehmen Stimmung auf; wenn ihr kein Salz habt, steht ihr mißgestimmt auf, und ihr werdet den ersten, der euch in die Quere kommt, beleidigen. Ihr springt ihn an, seid zornig; und dieser Zorn bedeutet, daß dieser Mensch euch bittet, ihn ein bißchen zu treten, um wieder Salz zu erlangen. Der, der zu euch kommt, um getreten zu werden, hat dieses Salz, und er stellt sofort einen Ausgleich zur Erzürnung her. Ich möchte, daß ihr aus Erfahrung die Abhandlungen, die ich euch mitteile, überprüft, und ihr werdet ein solches Ergebnis feststellen. Stark ist nur der Mensch, der eine tiefe Uberzeugung in etwas hat, der eine Erfahrung gemacht hat, denn, wenn ihr allen glaubt, seid ihr ohne Salz. Ich glaube, daß Gott zu den Menschen über Salz gesprochen hat, die es haben. Wenn du Salz hast, sagt ER zu dir: „Wenn du auf- stehst, wirst du in den Weinberg gehen und ihn umgraben; du wirst auf das Feld gehen und es bestellen.“ Wenn du ein Richter bist, wirst du Prozesse führen, usw., und ihr werdet IHN verstehen. Wenn du kein Salz hast, werden sie dich treten, dich berauben, dir das Geld, die Frau, die Kinder und das Haus nehmen. „Diese Menschen müssen getreten werden“, sagt der Herr, „die ihre Arbeit auf der Erde nicht erfüllen können.“ Die Menschen fragen sich oft: „Warum geht es in der Welt nicht gut zu? “— Es gibt kein Salz in der Welt. Gebt den Menschen Salz! Man braucht nicht viel Salz. Man braucht ein viertel Kilogramm von dem Salz, von dem ich spreche. Damit kann man das ganze bulgarische Volk mit Salz versehen, und es kann für mindestens hundert Jahre ein ausgezeichnetes Volk werden. Wißt ihr, wie lange man in euren Fabriken arbeiten muß, um dieses Salz zu erhalten? Ein Wissenschaftler hat eine Untersuchung über die Urmaterie gemacht, aus der die Welt geschaffen ist; er beweist, daß sie tausendmal leichter ist als Wasserstoff — und daß, wenn man nur ein Gramm dieser Urmaterie gewinnen will, alle Fabriken dreitausend Jahre lang arbeiten müssen. Ihr seid das Salz, und ihr müßt euer ganzes Leben dem widmen, um dieses Salz zu gewinnen. Wenn du ein Gramm von diesem Salz hast, wirst du der reichste Mensch dieser Welt sein; und dann wirst du die Menschen heilen. — Wenn du in ein Haus gehst, wo Mann und Frau sich streiten, sich nicht verstehen, dann gib etwas von diesem Salz. Es wird sofort Frieden und Harmonie eintreten. Kinder streiten sich — gib etwas Salz; Richter streiten sich — gib etwas von diesem Salz; Völker führen Krieg — gib etwas von dem Salz, und sofort wird zwischen ihnen Frieden und Harmonie herrschen. Ihr sagt euch: „Was für ein alchimistisches Element ist dieses Salz, welch mächtige Kraft hat es!“ Wenn ein Priester, der dieses Salz hat, in die Kirche geht, werden alle verstummen, werden sich ihm zuwenden. Die Menschen suchen Salz, da man ohne dieses keinen Erfolg hat. Wenn ich so zu euch spreche, dann geschieht das nicht, um euch zu verurteilen — ich verurteile niemanden —‚ sondern nur, um einen Fehler aufzuzeigen, den nicht nur die Bulgaren, sondern den alle haben. Jeder auf der Erde hat Mängel. Wenn wir vollkommen wären, wären wir unter den Engeln, bei Gott. Da wir uns erziehen müssen, hat uns Gott auf die Erde geschickt, den Ort der Weisheit, wo diese wichtigen Lektionen gelernt werden. Heute predige ich euch über das Salz. Warum? — Ihr wollt alle glücklich sein. In der Tat, jeder kann glücklich werden, aber ihr müßt euch die Kunst aneignen, dieses Glück nicht nur zu erreichen, sondern es auch zu erhalten. Ihr steht morgens auf, seid in einer guten Stimmung, und ihr sagt: „Wie glücklich bin ich!“ Es vergehen fünf, zehn Minuten, und ihr verliert dieses Gefühl, dieses Glück. Warum? — Ihr habt kein Salz in euch. Unter „Salz“ versteht man die Welt mit all ihren Formen. Da ihr eine formlose Essenz nicht begreifen könnt, darum sage ich, daß die Welt real wirklich und real unwirklich ist. Real wirklich ist diese Welt in allen Formen mit Inhalt, real unwirklich in Formen ohne Inhalt. Es gibt Menschen, die real unwirklich sind, da sie zwar einen Körper, aber kein Salz haben. Wenn man kein Salz hat, kann man nicht verstehen, was das göttliche Licht, die göttliche Güte und Liebe ist. Nur durch Salz, durch Ausgeglichenheit eures Verstandes und Herzens, in einem absolut ruhigen Zustand, kann man diese göttliche Welt begreifen. Christus sagt: „Schal gewordenes Salz soll man hinauswerfen und zertreten.“ Deshalb habe ich mehrmals gesagt, daß Leiden unerläßlich sind, daß sie der Weg sind, um wieder Salz zu erlangen; das Salz ist der Weg zum Licht, das Licht zur Liebe, und die Liebe zu Gott. Wenn wir uns auf den Weg machen, Gott zu suchen, wird die Welt sofort eine andere Form annehmen als bisher. Alle, die mich diesen Morgen hören, denken manchmal, daß die Welt einen Sinn hat, manchmal, daß sie keinen hat, daß sie sehr bedrückend ist. Ihr habt Freunde — sie verstehen euch nicht; Kinder — sie lieben euch nicht; wenn ihr unter Gläubigen seid — sie verstehen euch nicht. Es ist jetzt die Kunst, den Fehler von jemanden zu verstehen — ob sie kein Salz haben oder ihr. Ein Kind hat Salz, das ist richtig; daß ein Kind kein Salz hat, ist nicht richtig. Wenn du kein Salz hast, wirst du sagen: „Man muß mich treten.“ Alle Menschen sind Teile von Gott, von SEINEM gewaltigen Organismus, und so ist es gleichgültig, wer euch tritt; vergeßt nicht, daß es von Gott kommt — in allen Fällen treten euch göttliche Hände oder Füße. Das ist tausendmal angenehmer, als wenn euch irgendein Bär tritt, wie es die Bulgaren praktizieren. Ein Engländer machte seine eigene Erfahrung. Er ging nach Indien, um das Leben der Inder zu studieren. Da er gerne Sport betrieb, nahm er eines Tages sein Gewehr und ging in einen unwegsamen Wald auf die Jagd. Er trug sein Gewehr in der rechten Hand, und auf einmal warf ihn ein kräftiger Schlag auf seine linke Hand zu Boden. Der Schlag war von einer Tigerin verursacht worden; sie nahm ihn und trug ihn zu ihrem Bau, zu den kleinen Tigern. Die Tigerin sagte zu ihren Kindern: „Haltet diesen Engländer, tretet ihn gut, gebt ihm eine gute Lektion. Und wenn er versucht, seinen Kopf zu heben, dann tretet ihr ihn oben.“ Der Engländer wollte seinen Kopf heben, um zu sehen, was man mit ihm machte, aber die Tigerin sagte: „Schau nicht auf, es ist nichts, ich unterrichte nur meine Kinder.“ „Ich habe mich nicht darüber geärgert, daß du mir die linke Hand gebrochen hast, sondern darüber, daß mir auf den Kopf getreten wurde und ich keine Möglichkeit zu schauen hatte“, sagte der Engländer. Alle, die kein Salz haben, werden unter die Krallen eines Tigers kommen. Wenn junge Menschen heiraten, in die Kirche gehen, liest ihnen der Priester ein Gebet, und alle küssen sie. Nach einem Monat trennen sie sich. Der Tiger hat die Braut oder den Bräutigam genommen. Diese Menschen haben das Salz verloren, und sie werden hinausgestoßen. Wenn eine Scheidung zwischen ihnen stattfindet, sind sie schal geworden, und solche Menschen sollen sich nicht am selben Ort befinden. Mann oder Frau, sie mögen sich treten. Die Bulgaren heilen sich, indem sie sich treten: das ist eine angenehme Massage. Dieses Salz ist unerläßlich für euch, es ist unerläßlich für den Organismus, auf physischer Ebene. Es ist notwendig für eure Gefühle und Gedanken. Das Gesetz gilt allgemein, sowohl für die physische Welt als auch für die Welt der Engel und für die göttliche Welt. Die zeitgenössischen Philosophen benennen die Qualitäten der geistigen Welt unterschiedlich, z.B.: Einen Menschen mit Salz bezeichnen sie als moralisch, einen Menschen ohne Salz als unmoralisch. Sie sagen von jemanden: „Dieser Mensch ist hochintelligent, gescheit“, was bedeutet, daß er das Gesetz des Gleichgewichts befolgt, daß er Salz hat. Klugheit bedeutet Salz, d.h. unter dem Wort „Klugheit“ versteht man jenen Zustand, der alle Menschen zu arbeiten befähigt. Das Salz stellt den Grund dar. Ohne Salz kann man in der Welt nichts haben; die Erde wäre ohne Salz eine Wüste, alles würde zugrunde gehen. Das Salz ist der Dünger, der sich seit Jahren angesammelt hat. Von ihm kommen andere Kräfte, die unseren Organismus aufbauen. Um dieses Salz nicht zu verlieren, sollt ihr euch vor ungesetzmäßigen Wünschen schützen. Ich will euch eine mythische Erzählung anführen: Einst, in der Vergangenheit, wurde in einem Zarenhof eine Tochter geboren, das schönste Mädchen auf der Welt. Als sie groß geworden war, fand ihr Vater, um sie zu verheiraten, einen Freund, einen jungen, guten Mann. Diese jungen Leute wurden vom Himmel so geliebt, daß der Herr einen Vertreter der Engel aussandte, um bei ihrer Hochzeit auf der Erde teilzunehmen. Als der Engel auf die Erde kam, verliebte er sich in das Mädchen und wollte nicht mehr in den Himmel zurückkehren. Er begann zu überlegen, wie er dieses Mädchen bekommen könnte. Der Herr wartete einen Tag, zwei Monate, aber der Engel kam nicht zurück. Um dem Engel seine bösen Folgen der unrechten Wünsche zu zeigen, verwandelte der Herr ihn in einen Vogel, der von Zweig zu Zweig hüpfte, von einem Zweig zum anderen flog, doch von allen Vögeln gemieden wurde. Er konnte sich diese Leiden nicht erklären. Eines Tages ließ er sich auf einem Baum nieder und begann sein Leben zu bemitleiden. — Unter diesem Baum waren gerade vier Räuber versammelt, um sich ihre Beute zu teilen. Sie teilten alles gleichmäßig unter sich auf. Danach beschlossen zwei von ihnen, in die Stadt zu gehen und Nahrung, Brot, zu kaufen, um ein Festmahl zu veranstalten. Sie gingen weg, kauften Brot, aber auf dem Weg kam ihnen der Gedanke, der Nahrung Gift beizumischen, so daß sich die zwei anderen, wenn sie sie essen, vergiften und sie deren Reichtum unter sich teilen könnten. Die zwei Räuber unter dem Baum beschlossen, als sie auf ihre Freunde warteten, daß sie die beiden, wenn sie zurückkommen, erschießen und ihren Reichtum unter sich teilen würden. Als die zwei Räuber von der Stadt näher herankamen, erschossen sie diese von weitem, aßen von der Nahrung und vergifteten sich. — Erst jetzt verstand der Engel, was die Folgen von ungesetzmäßigen Wünschen sind und warum er leidet. Wenn euch der Herr auf eine Hochzeit schickt, an der dieser Engel teilnimmt, dann werft keinen Blick auf ihn. Man soll sich davor hüten, wie dieser Mann zu sagen: „Mir wird sie gehören!“ oder wie diese Frau: „Mein wird er sein!“, denn sonst werdet ihr in dem Wald lange singen. Ich frage euch: „Seid ihr nicht solche Vögel, die vom Himmel verstoßen worden sind?“ Einige fragen: „Warum sind wir vom Himmel gekommen?“ Wir sind alle herabgekommen, um zu lernen, daß ungesetzliche Wünsche böse Folgen haben und um zu verstehen, daß der Mensch, der kein Salz hat, weit von Gott entfernt ist. Die Menschen suchen Freiheit, deshalb schickt sie der Herr auf die Erde; aber er sagt ihnen: „Lebt nach dem Gesetz meiner Freiheit.“ Und das Schlechte an den Menschen ist, daß jeder nur Freiheit für sich will. Nach dem göttlichen Gesetz soll man die Beziehungen, die zwischen uns bestehen, verstehen. Das Gesetz des Salzes ist folgendes: Was du für dich selbst wünscht, das verweigere auch anderen nicht. Gib ihnen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Wenn jemand einen Acker oder einen Weinberg hat, beneide ihn nicht, sondern danke dafür, daß dieser alles hat. Wenn du siehst, daß jemand auf einem Pferd reitet, dann sage nicht: „Ein Bär wäre besser als dieses Pferd!“ Sei dankbar, daß dieser ein Pferd hat. Es ist seiner würdig. Du siehst ein schönes, gut eingerichtetes Haus, begehre es nicht. Wenn du Salz hast, wirst du alles haben, was du brauchst. Ihr sagt zum Herrn: „Wir wollen von jetzt ab Salz.“ Um die jetzigen Menschen von dieser großen Wahrheit zu überzeugen, muß man lange argumentieren; mit einigen kann man einen Versuch machen, bei anderen kann es plötzlich sein, daß man sich versteht. Mit Menschen, bei denen der geistige Horizont nicht entwickelt ist, muß man argumentieren; das ist ein Tasten in der geistigen Welt. Mit Hilfe des Gefühls bauen sie sich Schritt für Schritt ein klares Verständnis von etwas auf, das sie nicht sofort begreifen können. Wir gebrauchen in unseren Überlegungen über Gott dieselbe Analogie wie zur Bildung des Verständnisses über ihn. Alle philosophischen Schulen mit ihren dicken Büchern, in denen sie Fragen über Gott abhandeln, tasten mehr oder weniger nah an der Wahrheit herum. Einige haben den kleinen Finger von Gott gespürt und sagen: „Welch kleines Fingerchen hat Gott.“ Jemand hat SEINE Hand gespürt und sagt: „Was für eine große Hand hat Gott!“ Einer hat SEINE Schulter oder SEINEN Kopf gespürt, und nach diesem richtet sich sein Verständnis von IHM. Aber das ist nur die äußerste Seite von Gott — die Natur macht es offenbar. Es wäre verwunderlich, wenn jemand, der sich auf die Dachziegel meines Hauses niederläßt, sagen würde: „Ich verstehe jetzt Herrn Dunov; er ist hart, weil ich die harten Dachziegel spüre.“ Wenn er etwas Weiches spürt, wird er sagen: „Wie weich ist Herr Dunov!“ Ich kann gleichzeitig hart und weich sein. Was versteht ihr unter „hart“? Hart wie ein Stein oder hart in seinen Überzeugungen? Infolgedessen kann man vom äußeren Herumtasten kein wahres Verständnis von etwas haben, sondern nur verworrene Vorstellungen. Wenn ihr nicht genügend Salz habt, werdet ihr schal und sagt: „Das Leben ist nichts, außer Essen und Trinken.“ Ich bin nicht gegen das Essen — denkt das nicht —‚ denn wenn ein Mensch auf die Erde gekommen ist, wird er essen und trinken. Ich empfehle das Hungern, das unnatürliche Fasten nicht. Ich verstehe Fasten in einer anderen Beziehung: jeder ißt soviel, wie für die Erneuerung seines Körpers unerläßlich ist. Jeden Tag brauchen wir eine gewisse Menge Brot, Wasser und Luft, um unseren Körper zu erhalten. Einige denken, daß sie besser werden, wenn sie nichts essen; nein, wenn man nichts ißt, wird man schlechter. Wenn man einen Menschen besser machen will, soll man ihn ernähren, wenn er hungrig ist; man soll ihm zu trinken geben, wenn er durstig ist; und wenn man ihm Brot und Wasser gibt, soll man ihm auch ein wenig von seinem Salz geben, und er wird sich bessern. Wenn man ihn nicht ernährt, begeht man ein Verbrechen. Wenn man jemanden trifft, der verzweifelt ist und sich umbringen will, soll man ihm nicht den Ratschlag geben, daß dies nicht gut ist, daß man nicht den Mut verlieren darf, sondern man soll ihn mit nach Hause nehmen, ihm zu essen geben, seinen Durst löschen, so wie man es selber zu tun pflegt; und nach ein bis zwei Stunden, wenn er die Nahrung verdaut hat, sag zu ihm: „Komm jetzt, wir wollen uns ein wenig unterhalten.“ Veranlasse, daß der Mensch darlegt, warum für ihn das Leben so düster ist. Gib ihm Hinweise und zeige ihm Wege, die er einschlagen kann. Deshalb hat ihn dir der Herr für diesen Tag geschickt. Wir beten oft: „Vater unser, der du bist im Himmel, wie auch auf der Erde, zu uns komme dein Reich, dein Wille geschehe“, aber wenn du seinen Willen nicht erfüllst, so wie er es dir zeigt, bedeutet das, daß du diesen Tag ohne Salz bist. Ihr könnt diesen Versuch machen: Wenn ihr nicht gut gelaunt seid und trefft einen Bekannten, der noch schlechter gelaunt ist, dann ladet ihn in euer Haus ein, gebt ihm zu essen, und ihr merkt nicht, wie Gott euch zwei wieder mit Salz versehen hat. Eine Frau, die mit ihrem Mann unzufrieden ist, trifft eine andere, die noch unglücklicher ist, und während sich die zwei unterhalten, wird Gott ihnen Salz geben. Das ist die positive christliche Philosophie. Oft sagt man: „Man darf nicht viel Bohnen oder Fleisch essen: es bleiben Ablagerungen zurück.“ Aber fragt euch: Warum essen die Menschen so viel? Um sich Salz anzueignen. Wenn sie über ausreichend Salz verfügen, essen sie nicht viel. Wenn ihr normal werdet, dann kann man über eine höhere Lebensphilosophie sprechen. Ihr könnt folgende Erfahrung machen, weil ihr alle von der realen Welt seid. Vielleicht sagt ihr euch: „Dem Dunov fiel es ein, zu uns von Salz zu sprechen; wissen wir denn nicht, von welcher Notwendigkeit es für uns ist? “ Ich spreche über das Salz, damit ihr diese einfache Erfahrung macht. Haltet ein, denkt fünf bis zehn Minuten über das Salz nach, über seinen Einfluß auf den Organismus, auf die Gefühle, die Seele und den Verstand, und seht dann, welche Veränderung bei euch eintritt, was ihr fühlt. Warum ist gerade Salz ein so aktives Element? Oft beklagen sich die Menschen bei mir, daß sie schlecht gelaunt, unglücklich waren, und ich sage ihnen: „Ich kenne das, weil auch ich auf der Erde bin.“ ‚Ja, aber deine Lage ist vollkommen anders als die, in der wir sind.“ Der Unterschied ist nur der, daß ich mehr Salz habe. Ich werde dir von meinem Salz geben, aber du mußt es gut anwenden, es gut verteilen. Wenn du ein wenig Joghurtferment hast, wirst du davon für das nächste Mal etwas aufbewahren. Wenn ihr Milch zu euch nehmt, läßt ihr das Ferment davon übrig. Ich lehre den heutigen Menschen, nicht alles aufzuessen, weil solche Menschen dadurch Gott bestehlen. In so einem Fall seid ihr jenem Bulgaren ähnlich, dem man Kredit gewährt hat, und der sich auf den Weg gemacht hatte, um damit unnötige Sachen zu kaufen. Der Geldgeber, der das sah, wollte sein Geld zurück; er sagte: „Du bist nicht der Mensch, der mit Geld umgehen kann, und deshalb verdienst du es nicht.“ Wenn Gott sieht, daß ihr mit dem Leben nicht richtig umgeht, nimmt er es sich. Wieviele von euch waren gesund, fröhlich, glücklich, und sind jetzt schwach. Warum? — Weil ihr mit dem Leben nicht umgehen könnt. Wenn ihr Salz in euch habt, werdet ihr gesunde Menschen mit einem gesunden Herzen und Körper sein. Konzentriert euren Verstand auf das Salz, auf dieses Element des Gleichgewichts und des Aufbaus, und bemüht euch, es zu bewahren. Dieses Element nennen die Inder „Prana“, d.h. eine Kraft, die Leben in sich trägt. Es befindet sich in der Luft, in der Nahrung und im Wasser — von da strömt es aus. Jetzt sage ich euch, wie ihr essen sollt. Wir fangen in dieser Welt mit dem Essen an. Wenn ihr mit dem Essen beginnt, ist die erste Bedingung, daß ihr jegliches Unbehagen von euch entfernt. Und wenn man etwas Brot hat, soll man es lieb gewinnen, damit diese Energie, die in ihm enthalten ist, euren Organismus durchdringen kann, so daß ihr ein angenehmes Gefühl verspürt. Aber was passiert jetzt? Die Frau hat ganze vier Stunden gekocht, und sie hat ein wirklich vorzügliches Essen zubereitet; da kommt der Mann von draußen: unzufrieden, finster, die Frau steht ganz geknickt da, und siehe da, jegliches Salz verschwindet. Am zweiten Tag ist aber die Frau über etwas unzufrieden — ihr eßt und eignet euch nichts von diesem Salz an, weil ihr unzufrieden seid. Unzufrieden sind auch der Mann und die Frau. Der Mann sagt: „Frau, was ist mit dir? “ Die Kinder sagen: „Mutter, was hast du? “ Das zweite Mal kauft der Mann Fleisch, Butter und Eier, wieder sind im Haus alle unzufrieden! Um zufrieden zu sein, sollst du ihr sagen: „Alles ist vorzüglich, Frau!“ Wenn man die Nahrung kaut, dann wird man sehen, wie geschmackvoll sie ist, welches angenehme Gefühl, welches Glück und welche Zufriedenheit man verspürt. Jetzt beklagt man sich: „Wie kann man mit einem viertel Kilogramm Brot leben?“ Und unsere Unzufriedenheit schafft unangenehme Gefühle. Ihr sagt euch: „Wenn mein Magen leer ist, verstehe ich nichts von diesem Essen.“ Dein Magen ist nicht leer, nur dein Verstand und Herz. Ich habe einige Erfahrungen mit der Nahrung gemacht, ich habe zwei Äpfel und ein wenig Brot gegessen, und ich war zufrieden. Es wird nicht nur das Viele, sondern manchmal auch das Wenige mit Dankbarkeit gesegnet. Verachtet dieses wenige Salz in der Welt nicht, es ist wie ein kleines Weizenkorn, aus dem etwas Großes wächst. Das erste, was uns bevorsteht, ist, dieses Gefühl der Zufriedenheit zu entwickeln, das in uns existiert. Der Mann brachte ein viertel Kilogramm Fleisch, ein viertel Kilogramm Brot; dafür ist er Gott dankbar. Dann vermehrt es sich, weil im Lebenden der Magnetismus eine Kraft hat, nach der alle Teile, die mit dem zentralen Magnetismus eine gleichartige Vibration haben, sich anziehen. Wenn ihr über die Nahrung, die ihr gebraucht, zufrieden seid, könnt ihr von außen solche Elemente sammeln, die notwendig sind, um euch zufrieden zu stellen. Einige sagen: „Man soll kein Wasser trinken, es ist für die Frösche — für uns ist der Wein da.“ Ihr werdet Wasser trinken, und zwar für das durstige Herz hundert bis hundertfünfzig Gramm in Schlucken. Ihr werdet am Tag ein halbes bis zu einem Kilogramm Wasser trinken, aus dem ihr die unerläßliche Nahrung für eure Arterien schöpft. Ihr werdet tief atmen, und zwar durch die Nase, nicht durch den Mund, damit ihr nicht viel Staub auf- nehmt. Wenn die heutigen Menschen lernen, diese Elemente so aufzunehmen — die Nahrung, das Wasser und die Luft —‚ wird das andere von selbst gesegnet werden. Denkt nicht, daß in euch, in eurer Seele erst jetzt etwas geschaffen wird. Nein, in euch sind viele Gefühle verborgen. Die menschliche Seele ist reich und wartet auf Gelegenheiten, sich zu entwickeln. Das erste, das sich bei euch entwickeln muß, ist die Dankbarkeit für alles, was ihr habt. Seid nicht so wie jener Engel, von dem ich euch erzählt habe. Wenn alle dieses große „Gesetz der Dankbarkeit“ sich zugrunde legen, dann vermindert sich mindestens fünfzig Prozent aller Arbeit auf der Erde. Und dann werden auch die Engel, wenn sie sehen, daß wir vom Weg abgekommen sind, kommen und uns helfen. Denkt nicht, daß wir alleine in der Welt sind. Wühlt die Erde durch und seht, wie die Würmer beim Pflügen helfen, wie Mikroben zusammen mit dem Bauern den Boden herrichten, und wie noch andere Elemente das Weizenkom bilden. Bei all dem sind wir Kinder, die mit dem zufrieden sind, was ihnen der Vater bringt. Jedes Kind soll seinem Vater danken dafür, was er seinem KIND schenkt; und küßt es seinen Vater nicht, wenn er ihm etwas mitbringt, dann hat es kein Salz. Manche Eltern sagen: „Mein Engelchen!“, doch ein Engelchen ohne Flügel ist die Tochter, die weder Vater noch Mutter dankt und sie auch nicht küßt. Ihr, die ihr mich hört, werdet mit den anderen auf dieselbe Art und Weise sprechen. Dann werden wir durch Erfahrung feststellen, daß dieses Salz für alle unerläßlich ist. Heute tritt der Herr die Menschen, versieht die Welt, die Engländer, die Deutschen, die Russen, die Franzosen usw. mit Salz. Von jetzt an kommt das Gute. Ich wünsche euch, daß ihr, wenn ihr in euer Haus geht, wenigstens ein Gramm Salz euch aneignet, auf daß ihr gesunde Glieder in eurer Familie, in der Gesellschaft, im Volk werdet, daß ihr für alles dankbar seid; nur dann werdet ihr Segen erhalten. Dann werdet ihr klug, gut, fleißig und arbeitsam sein. Ein Vortrag vom Meister Beinsa Douno, gehalten am 25. März 1917 in Sofia
  23.  Die Krone Des Lebens Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen, welche Gott verheißen hat denen, die ihn liebhaben. Jakobus 1: 12 Ihr werdet euch ein bisschen wundern, wie Gott prüfen kann. Es ist erstaunlich für diejenigen, die keine Schwierigkeiten im Leben überwunden haben und das Gesetz des Leidens nicht wissen. Äußere Begriffe für das Leben sind nicht erforderlich. Eine Frau ist zum Beispiel schön, jung, weiß, rot, aber sie wird das Äußere verlieren. Man fragt, wo diese äußere Schönheit, dieses Wissen usw. ist. Die ursprüngliche Schönheit wird verschwinden. Wenn der Mensch gesund ist und seine Gesundheit dann verliert, wo kann er sie finden? Er wird sie zehn, fünfzehn, zwanzig, fünfzig, sechzig, hundert Jahre bewahren und sie wieder verlieren. Am Anfang wächst er und lernt, und dann beginnt er sich zu verlieren, zu vergessen, bis alles verschwindet. Also, Gesundheit, Kenntnisse, Reichtum – alles wird verschwinden. Ihr Reichtum wird in die Hände der Freunde übergehen und wird verschwinden. Wenn ihr ein Haus habt, wird man auch es nehmen; und andere Güter, welche ihr habt, man wird auch sie nehmen. Ihr wollt reich sein, aber wie; ihr wollt Wissenschaftler werden, aber wie? Wie ich euch predige: Gesundheit, geistige Reinheit, Schönheit der Seele! Sei gelehrt, aber im Gott! Ihr sollt alle Tugenden in eurer Seele haben und infolgedessen reich, gelehrt, schön werden, ihr sollt die Menschen eine gute Lehre lehren, ihnen Frieden predigen, und ihr sollt in euch selbst auch Frieden, Liebe, Gerechtigkeit, Weisheit und Wahrheit haben! Jetzt hat Jakobus eine Versuchung erlebt und sagt: „Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen“. Das bedeutet, dass euer Schiff, wenn ihr es fahren lasst, mit den Wellen des Lebens kämpfen wird, aber wenn es nicht fest ist, wird es sich mit Wasser füllen und sinken. Und wenn es fest ist, wird es mit den Wellen kämpfen, obwohl sie stark sind, und es wird diese Stürme überwinden. Jetzt ist euer Schiff, in dem ihr fahrt, nicht fest, weil, wenn ihr auf einige Stürme, Versuchungen und Unannehmlichkeiten stoßt, hängt ihr nach unten. Das Schiff ist weggefahren, sagt ihr, es ist gesunken. Warum, ich frage, ist es gesunken? Weil die Wörter jenes Feindes schwer waren. Ihr müsst euch ein stabiles Schiff bauen! Wenn der Schüler lernt und hartnäckig ist, wird er Kenntnisse haben. Er muss alles erlernen, gut lernen. Wenn ihr lernt, möchtet ihr äußere Kränze bekommen. Euer Leben ist immer ein und derselbe und wird euch lästig. Worin besteht euer Leben, und warum wird es euch lästig? Ihr steht morgens auf, frühstückt; ihr beendet das Frühstück, dann das Mittagessen, ihr beendet das Mittagessen, dann das Abendessen, dann geht ihr zu Bett, Herde, Lampen, und am Morgen wieder dasselbe. Und das ist ein Kreis, der sich täglich wiederholt, wie ein Pferd, das eingespannt ist, ein Rad zu drehen, Wasser für einen Garten herauszuholen, um ihn zu bewässern. Und es dreht, dreht, holt Wasser zwei, drei, fünf, zehn Jahre heraus, und endlich häutet und begräbt man es irgendwo. Das hat es in diesen Jahren seines Lebens gewonnen – es hat das Rad jeden Tag gedreht, und der Gärtner hat es endlich hingeworfen. Ihr müsst zuerst Gott recht machen! Ich spreche euch nicht über jenen Gott, über den die Wissenschaftler sprechen, dass er im Raum ist. Ich spreche euch über jenen lebendigen Gott, der überall und in euch ist, der euer gutes Wohl will. Diе Welt ist begrenzt. Wenn ihr denkt, dass die Welt euch glücklich machen wird, irrt ihr euch; sie wird euch am Rad anspannen, ihr Wasser zu holen, und nachdem ihr die Arbeit beendet habt und krank geworden seid, wird sie euch häuten. Mit diesem bösen Herrn werdet ihr einen bösen Sohn, bösen Vater, bösen Lehrer haben. Ihr müsst die schwierigen Aufgaben lösen, unabhängig von den Bedingungen, unter denen ihr jetzt seid. Ich werde über die Frage nach den Kindern sprechen. Warum sind die Kinder? Wisst ihr, warum ihr diese Kinder geboren habt? Damit ihr sie gut erzieht. Und wie erzieht ihr sie? Die Mutter beginnt, ihre Tochter zu erziehen: “Du musst darauf stolz sein, dass du eine Tochter von irgendjemandem bist. Weißt du, dass du ein Erbe und eine Ausbildung hast, Klavier spielst und schön bist; du bist besser als sie. Deshalb benimm dich entsprechend deiner Lage. Und der Vater belehrt den Sohn: “Du, Sohn, weißt du, dass ich nicht wie irgendjemanden bin. Du hast einеn guten Besitz, und er ist ein Tölpel. Du sollst darauf stolz sein, dich nicht erniedrigen, aber deinen Wert kennen” Der Vater hat den Sohn Stolz, Aufgeblasenheit gelehrt und dass er grausam zu den schwachen Menschen ist, und die Mutter lehrt ihre Tochter Stolz und Koketterie, und diese ganze Verdorbenheit kommt von den Eltern selbst. Sie geben den Keim der bösen Samen – Stolz, Zweifel und jedes andere Übel. Und David sagt in seinem Psalm: “Sie haben sich von der Gebärmutter ihrer Mutter entfremdet und Dein Gesetz, Gott, vergessen.” Die Mädchen sind jetzt stolz auf ihre äußere Schönheit, die sie mit äußeren Mitteln pflegen. Sie sind wie eine Magd, die mit einem Burschen verlobt war, und der Verlobte kam mit einem Freund, um sie zu prüfen. Nachdem sie die Gäste mit herzlich willkommen begrüßt hatte, nahm sie das Tablett, um sie zu bewirten, aber der Verlobte beschloss, die Magd zu stolpern, um zu sehen, ob sie zornig werden wird. Er stolperte sie mit dem Fuß; sie fiel, und das Tablett wurde verstreut. Aber die Magd stand sofort auf und ging in den Keller, ohne etwas zu sagen. Und der Bursche dachte: “Was für eine gute Magd – sie hat sich nicht geärgert; und wie klug – sie wird weder zornig noch nervös, sondern sie hat einen solchen Vorfall ertragen!“ Und sie gefiel ihm sehr, und er heiratete sie. Aber nachdem sie geheiratet hatten, begann die Braut über die geringfügigsten Dingen zu schelten und sich zu zanken. Und er erinnerte sich an diesen Vorfall – wie gut sie als Mädchen war, und wie sie damals diese Begebenheit ertragen hatte. Und sie sagte: „Ha, ich habe nicht geduldet! Wenn du in den Keller gekommen wärest, hättest du gesehen, wie der Tisch gelitten hat – als ich ihn mit Zähnen gebissen habe, habe ich ihn sogar vor Zorn zerbrochen!“ Nun seid ihr auch sehr gut von außen, aber wenn jemand euren Keller betritt, werdet ihr seine Knochen brechen. Und die gegenwärtigen Christen sind dieser Magd ähnlich – sie sind sehr gut von außen, sie verzeihen, aber wenn ihr sie drinnen im Keller sehen könntet, was sie machen! Und ihr alle wetzt die Zunge täglich mit schlechten Wörtern – warum etwas geschehen ist und sagt: “Dieses Leben und diese Welt haben keinen Sinn.” Ich sage: ihr habt die Lehre, welche ich euch predige, nicht geprüft. Die Menschen prüfen Gott und ärgern Ihn ständig, aber Er benimmt sich sehr gut mit ihnen. Ihr werdet sagen, dass Er es ertragen kann, Er ist stark. Ja, Er kann, weil er weiß, wie Er euch heilen kann – wie jene faule Tochter, die nichts tat, sondern nur befahl “Gib, Mutter, das, gib jenes“, und sie wurde endlich krank vor Faulheit, ging zu Bett und zwang ihre Mutter, den Arzt zu holen. Ihre Mutter holte den Arzt, er kam, begriff ihre Krankheit und sagte, dass sie Spaziergänge und Gymnastik im Zimmer machen müsse. Und sie hatte keine Lust, das sogar zu machen, und als sie im Bett war, drehte sie ihre beiden Daumen, um sie ein bisschen zu bewegen. Als der Arzt kam und sah, dass sie in derselben Lage war, fragte er sie, ob sie die Gymnastik gemacht habe, und sie antwortete ihm, sie habe sie gemacht. Auf seine Frage, wie sie es gemacht habe, zeigte sie mit den Daumen. Der Arzt begriff, dass die Magd vor Faulheit krank ist und sagte ihr, dass sie nicht gesund werde, wenn sie das nicht mache, was er ihr verschrieb hätte... So machen die Christen mit den zwei Fingern. Gott will kein solches Benehmen, sondern eine lebhafte, rege Gymnastik der Arme und Beine, damit ihr euch bewegt. Gott will, dass ihr Tugenden, gute Taten vollbringt, euch gut bewegt, um gesund zu werden. Warum seid ihr krank? Weil ihr faul seid. Eure Beine, Herz, Verstand, Augen, Mund sind steif, und ihr könnt, von Gott nur verlangen: „Gib mir, Gott, das und jenes!” Ihr wollt, dass Gott euch dient. Ja, aber eure Hände und Füße werden steif. Warum tun die Beine euch weh? Ihr habt keine Tugend. Warum tun die Hände euch weh? Die Gerechtigkeit fehlt euch; sie sind euch gegeben, dass ihr sie für eine gute Tat benutzt. Wenn ihr etwas Gutes nicht tut – werdet ihr leiden. Warum tun die Ohren euch weh? Die Weisheit fehlt euch. Warum tun die Augen euch weh? Ihr habt keine Helligkeit. Wenn der Mund euch weh tut, habt ihr keine Liebe; wenn die Zähne euch weh tun – auch; wenn der Kopf euch weh tut – habt ihr die Wahrheit verletzt, sie ist nicht in euch. Mit allen diesen Organen müsst ihr etwas Gutes für Gott tun, und ihr macht genau das Gegenteil. Wenn Gott ihnen Gesundheit gibt, sind sie faul, um euch zu dienen; wenn sie gute Taten vollzubringen aufhören, werden sie krank, und ihr holt den Arzt. Und der Arzt verschreibt ihnen Gymnastik. Gott wird einer Mutter, die faul ist, gute Taten für Gott vollzubringen, eine faule Tochter geben, damit die Mutter für sie pflegt und ihre Befehle erfüllt. Wenn eine Magd faul für Gott ist, gibt Er ihr einen Mann, damit sie ihm dient und alles für ihn macht. Wenn Gott sieht, dass der Vater faul ist und nicht gut ist, gibt er ihm einen Sohn Verschwender, damit er das Geld für Spielkarten und Frauen verschwendet. Auf diese Weise versteht Gott von den Kranken und Faulpelzen und heilt sie mit einer Gymnastik. Der Mann kann mit der Frau nicht gut gemeinsam leben, sie können sich nicht leiden. Еs darf nicht, dass die Leute sich auf diese Weise quälen, aber sie müssen kollektiv leben und sich helfen. Wenn ihr gemeinsam arbeitet, werdet ihr vielen Menschen helfen, ihr werdet sie von vielen Nöten befreien. Dasselbe geschieht auch in der Geistigen Welt – ihr müsst einander helfen. Wenn du deinem Nächsten hilfst, wirst du besser auf dem Weg gehen. Die Persönlichkeit muss beseitigt werden, und die Kollektivität muss im Glauben leben. Wie haben die Menschen in alten Zeiten gemeinsam gelebt? Wenn jemand einen Acker zum Ernten hat, ruft man Medzhija1 und wenn man zum Acker geht, erntet man ihn. Man macht dasselbe auch mit der Weinlese, dem Mais – man versammelt sich und zerkleinert den Mais. Unabhängig von der Arbeit wird man sich versammeln und sie erledigen. Macht auch so! Jemand ist in Not – versammelt zwei- drei Schwestern, helft euch, und Gott wird euch helfen. Wenn es mit zwei oder drei nicht geht, versammelt euch zu vier, zu fünf, und so werdet ihr euch erleichtern, unabhängig davon, wer wer ist. Lebt alle einheitlich! Und nun sagt Jakobus: „Selig ist der Mann, der die Anfechtung erduldet; denn nachdem er bewährt ist, wird er die Krone des Lebens empfangen.“ Und verlangt keine Krone der Eitelkeit, sondern die Krone der Unsterblichkeit, in der es kein Leiden, keine Versuchung, Krankheit gibt, aber ein Leben voll Güten existiert. Dieses Leben ist eine Pflanze, und wenn sie zu wachsen beginnt, ändert sie sich, der Boden ändert sich. Der Boden ist verschieden für jede Pflanze. Ihr seid keine gleichen Instrumente, gleichen Saiten. Ihr werdet euch so anpassen, dass ihr einheitlich arbeiten könnt – dass eine wunderschöne Harmonie entsteht. Und wenn ihr zu musizieren beginnt, soll es diesem angenehm sein, der euch hört. Und wenn ihr zu musizieren beginnt, werdet ihr dieses Gesetz lernen – eure Herzen, euer Verstand und Wille werden sich anpassen, und ihr werdet ausgezeichnet musizieren. Wenn der Himmel in euch spricht, könnt ihr ihn nicht annehmen. Warum? Gleichzeitig, einen Mund habend, esst ihr eine gute Nahrung, und eine gute Nahrung wird euch gegeben, und die faule wird weggeworfen und ist nicht für Leute. Was geschieht euch eigentlich? Gott sagt: “Ihr habt schlechte Gedanken in eurem Verstand, schlechte Wünsche in euren Herzen, und schlechte Wörter kommen aus eurem Mund; und euer Mund wird von schlechten Wörtern gestört werden. Wenn ihr ein Spülwasser nehmt und euren Bruder beschpritzt, was wird geschehen? Ist das gut? Wird eure Mutter euch loben? Das ist kein Christentum, es ist nicht gut; dass du deinen Bruder bespuckst, ist nicht gut. Aber du wirst sagen, man kann urteilen. Ich sage: geh, versöhne dich mit deinem Bruder; geh zu ihm und sag ihm: “Bruder, entschuldige mich!“ Wenn er dich nicht entschuldigt, geh wieder mit jemandem und sag ihm: „Schwester, entschuldige mich!“ Wenn er wieder nicht will, geh mit der Kirche und wenn er wieder nicht will, soll er als Heide und Zöllner für dich sein. Geh und sage ihm die Wahrheit, und wenn er einen Fehler gemacht hat, verbessere ihn. Wenn seine Wunde gangranös ist, geh, zeig sie ihm und heile ihn; wenn er krank ist, sag ihm, wie er heilen kann. Ich sehe, dass die Welt krank ist. Kranke Frauen rufen, ärgern sich über ihre Männer und wollen sich scheiden lassen. Kranke Männer suchen nach verschiedenen Vergnügungen, unvereinbar mit dem Gottesgesetz, möchten unmögliche Dinge und verlassen ihre Frauen. Ich sehe kranke Geister, kranke Herzen, kranke Seelen. Mit solchen ist es klar, wie man leben wird... Ich fuhr einmal mit dem Zug und sah einen Herrn, überworfen mit einer Pelerine. Ein anderer Herr ging frei, fuchteltе mit den Händen, ohne jemandem ein Übel zufügen wollen, und sang vor sich hin. Plötzlich rief der Herr mit der Pelerine: “Bist du blind, dass du an mich stößt; siehst du nicht, dass mein Arm mir weh tut!” Und wirklich, sein rechter Arm war verbunden. Offensichtlich tat er ihm weh, aber der andere Herr wusste nicht, dass sein Arm krank ist. Trotzdem rief jener weiter; er rief, weil sein Arm krank ist… Ihr müsst in einer Entfernung von fünfzehn Zentimetern von jedem Menschen sein, weil es kranke Menschen gibt, und ihr haltet das nicht ein. Die Frau strebt danach, dass sie in der Nähe von ihrem Mann ist, und lässt ihn nicht, dass er sich von ihr trennt, er hat es satt und beginnt, in die Kneipe zu gehen und zu trinken, weil die Seele ihm weh tut. Und weil ihr fünfzehn Zentimeter von eurem Mann nicht entfernt seid und ständig seine kranke Seele berühren wollt, beginnt er von euch zu fliehen. Es ist in der Schrift gesagt, dass Gott die Frau aus einer Rippe gemacht hat, und wisst ihr, was eine Rippe ist? Der Buchstabe “r”, der ursprünglich das Wohl der Welt bringen musste, bedeutet eine Arbeit, und er machte die Welt dann unruhig, und Gott strafte ihn. Also, Gott hat die Frau aus der Rippe des Manns, aus der Rippe der Weisheit gemacht, damit sie vernünftig ist, die Welt vereinigt, ihr eine Süße gibt, damit alle einen Trost in ihr finden. Und jetzt gebärt die Frau unvernünftige Kinder. Sie zieht sie auf, und sie beginnen über ihren Vater zu lästern, und der Vater sagt, dass der Sohn böse sei, dass er Säufer sei und ihm nicht ähnlich sei. Von dummen Eltern – dumme Kinder, von einer unvernünftigen Mutter – ein Sohn Gauner; das ist ein Gesetz. Wenn euer Sohn stirbt, ist das infolgedessen, dass ihr nicht sauber seid, dass ihr verschmutzt seid, ihr habt das Gottesgesetz verschmutzt und bezahlt dafür. Heute spreche ich eine Wahrheit, und wenn ihr auf mich hört, werdet ihr gut tun, und wenn ihr auf mich nicht hört, werdet ihr selbst sehen und eure Lektion lernen. Endlich wird der Herr euch zwingen, ihm Wasser mit dem Rad zu holen, und wenn ihr eure Lektion lernt, wird er euch häuten. Ich möchte das nicht. Deshalb wendet sich Gott an seine Töchter. Wer leidet, er ist im Kessel. Ihr seid nun gut, weil jemand, der im Kessel gekocht wird, gut ist. Eine Seele, die große Leiden ertragen hat, wird gereinigt. Ihr alle habt gelitten, und die Sauberkeit ist notwendig zum Glück im Leben. Wenn ihr rein seid, geht es gut. Ihr steht morgens auf – alles geht schief. Warum? Weil es keine Reinheit gibt. Nun, nehmt diese Magd zum Vorbild. Gott gibt Gesundheit dem Menschen, und der Mensch ist faul und arbeitet nicht. Dann gibt Gott ihm Leiden. Wenn er kein Leiden will, wird ihm eine Qual gegeben. Wenn er die Qual annimmt, die Leiden erträgt und sich mit ihnen abfindet, sagt Gott dann: “Er hat sich an Leiden gewöhnt, nehmt ihm es weg und gebt ihm Arbeit!” Was tut ihr jetzt für Gott? Oder ihr werdet sagen, dass Gott gut ist. Gott ist gut, aber er wird euch Noten schreiben. Ihr habt eine Zwei, eine Drei, Vier, Fünf, Zehn - für alles positive Noten: für eine Heuchelei – eine Sechs, für eine Lüge - Fünf, für Zorn – eine Sieben, für Unmäßigkeit - eine Fünf ein halb. Ihr könnt ohne Prüfungen nicht gehen. In diesem Leben, indem es so geht, werden eure Noten schlecht sein. Ich möchte, dass ihr diese Aufgabe erlernt, euch selbst zu entwickeln. Ihr müsst beten und euch selbst fragen, worum ihr beten müsst. Damit ihr Geduld habt. Und wenn ihr wieder betet, wird alles progressiv vorangehen. Wenn das Kind sich etwas vornimmt, geht es und will Äpfel von seiner Mutter. Es hat sich Äpfel, Nüsse und andere Sachen zur Aufgabe gestellt, geht und bittet darum. Seine Mutter gibt ihm Äpfel, es möchte auch Nüsse. Sie gibt ihm Nüsse – es möchte eine Konfitüre. Aber seine Mutter sagt: “Man darf alles nicht gleichzeitig bekommen, morgen anderes.“ Und es behält das Vesprechen im Gedächtnis, dass es morgen wieder bekommen wird. Und ihr müsst euch eine solche Aufgabe stellen, und wenn ihr etwas vorhabt, geht, wollt, und Gott wird euch alle euren Bedürfnisse decken. Seid gut. Gut zu sein, bedeutet nicht, dass du wie ein Schaf bist. Gott will keine Schafe, sondern gute und vernünftige Leute. Die guten Menschen sind diese, die nicht sauer werden. Wenn du sauer wirst, bist du nicht gut. Ihr sollt einen guten Boden haben, diese Stoffe reinigen, die den Menschen sauer machen. Euer Boden ist faul, deshalb sagt Gott, dass der Samen, der in in die Dornen gefallen ist, erstickt und nicht gewachsen ist. Ein anderer ist auf einen Stein gefallen, die Sonne hat ihn erhitzt, und er hat vertrocknet. Er ist nicht gewachsen, weil er im Stein keine Wurzeln treiben kann. Irrt euch nicht! Wenn ihr jetzt euch einen Boden nicht vorbereitet, werdet ihr ihn nie vorbereiten. Ohne Aufschub! Schiebt das Gute nicht auf! Ein guter Gedanke wird alle guten Gedanken anziehen, die helfen werden, dass die gute Tat gemacht wird. Manchmal werdet ihr kühl jemandem gegenüber und wollt nicht, irgendwo gehen. Wisst ihr, warum es so geschieht? Weil es dort ein Geruch, ein Gestank gibt, deshalb wollt ihr nicht gehen; der Boden ist dort verfault, man hat ein Schaf geschlachtet, und es stinkt. Natürlich wird es stinken, als man es geschlachtet hat. Werft das Schaf weg, macht den Boden oder das Haus sauber, und der Geruch wird verschwinden! Das ist das Gesetz der Wahrheit. Wenn das Wasser schmutzig wird, isoliert man den Behälter, das Wasser wird gereinigt, indem man es seiht, dann lässt man es wieder ab. Sonst, wenn man diesen Schmutz nicht reinigt, der dort sich angehäuft hat, werdet ihr ihn trinken und krank werden... Also, wenn man eine Sünde macht, schließt man sie, sie wird versteckt und beginnt zu stinken. Nein, öffne das Zimmer und sag: „Ich habe ein Schaf oder еin Rind geschlachtet, ich habe gesündigt, na ja ich habe sie weggeworfen!“ Bezahlt sie dem, von dem ihr sie genommen habt, und die Sünde wird so weggeworfen und wird nicht stinken. In unserem Leben gibt es auch Misthäufen. Es gibt keine Bedeutung, dass das Übel kommt, es kann kommen, aber ihr sollt es nicht annehmen, mit ihm nicht einig werden und die Sünde wie den verlorenen Sohn nicht machen. Ich sage nicht, dass einige Krähen oder Adler um euch nicht umkreisen werden, um euer Nest zu beschmutzen. Sie können es von außen beschmutzen, aber es muss drinnen sauber, heilig sein. Ihr putzt jeden Tag euer physisches Haus – reicht es euch nicht einmal im Jahr? Ihr werdet sowohl geistig als auch physisch täglich sauber machen. Täglich müsst ihr sauber machen! Freunde werden euch zu Besuch kommen, lasst nicht zu, dass sie euch lästig werden! Gott möchte keine solchen Leute. Jemand sagt: „Aber, ich kann mich nicht beugen.” Du wirst dich beugen, du wirst dich beugen! Wenn du einen Balken oder Stein bist, wirst du dich nicht beugen, aber wenn du ein Mensch bist, wirst du dich beugen. Und was ist die Beugung? Dass du sowohl an dich selbst, als auch an deine Nächsten gleich denkst. Du bist zornig, geh nirgendwo, bleib zu Hause! Du bist mit einer Last geladen – geh nirgendwo, um deine Last abzuladen, weil das nicht nach dem Gottesgesetz ist. Ein solches Leben ist nicht gut. Jemand wird mir sagen, dass auch die religiösen Menschen ihre Last abladen – Männer, auch Frauen, Dichter, Schriftsteller, auch Lehrer – immer entspannen sie sich einander. Die Propheten sind in den Wald gegangen, um ihre Last zu entladen. Wenn ein Acker nicht geerntet wird, wird er nie von sich selbst geerntet werden; dieses Jahr wird er ein bisschen hervorbringen, das nächste Jahr noch weniger und so wird er aufhören, Weizen hervorzubringen. Es ist besser, dass wir einen kleinen geernteten Acker als einen großen nicht geernteten besitzen. Denn das kleine Gute vermehrt sich, wenn es gezüchtet wird. So ist auch in der Seele. Wenn Gott eine Frucht in deiner Seele gibt, bringst du sie durch ein Loch heraus, um Mäuse zu füttern. Die Löcher müssen geschlossen werden! Man näht mit einer Nadel nicht. Einige stopfen ihre Herzen, ihren Verstand; das ist nicht gut. Ihr sollt gut verstehen, wenn Gott euch etwas gibt. Ihr sollt auf Ihn hören und gut verstehen, wenn er euch spricht, was Er von euch will. Ihr sollt auf ihn auch da hören, wenn ihr von ihm über euer Leben die wichtigsten Dinge verlangt. Seht, wenn ihr zwiespältig seid, ist das kein Gottesgedanke, kein Gotteswunsch. Wenn ihr betet, ohne das euch notwendig ist, ob Gott auf euch hören wird? Er wird auf euch nicht hören, weil ihr mit derselben Lektion nicht gegangen seid, die für heute bestimmt worden ist. Aber Gott wird uns verzeihen. Er wird euch verzeihen, aber der Schüler muss lernen. Der Lehrer hat ein bestimmtes Programm: die erste Stunde – Geschichte, die zweite Stunde – Lesen, dritte Stunde – Rechnen, die fünfte – Musik und die sechste – Gymnastik. Aber zu Hause lernt man anderes. Da bleib zu Hause, komm in die Schule nicht. Das Kind will immer von seiner Mutter saugen, aber wenn sie sieht, dass es Zähne hat, stillt sie es nicht mehr. Ein Kind möchte, dass das Essen ihm zerkaut wird; das Essen wird ihm ein, zwei, drei, vier, fünf Jahre zerkaut, aber dass das Essen ihm bis zu zwanzig Jahren zerkaut wird – das geht nicht. Auch das Huhn, wenn seine Kücken groß werden, beginnt sie zu picken – sie sollen selbst nach ihrem Essen suchen. Und Gott will uns lehren, dass wir selbst essen und ein gutes Essen wählen. Das verlangt Gott von uns: tue keinen Zorn, das ist unvernünftig! Stelle Gottesgerechtigkeit immer vor den Menschen dar! Die Hände sind nicht zum Übel, sondern zum Gute. Ihr tut Gerechtigkeit nicht – eure Hände werden euch weh tun; ihr tut eine Tugend nicht – eure Beine werden euch weh tun, ihr werdet nicht gesund sein; ihr habt keine Liebe – ihr Mund, ihre Zähne werden euch weh tun; ihr habt keine Wahrheit – der Kopf wird euch weh tun; ihr habt keine guten Gedanken – ihr werdet dumm sein; ihr seid nicht weise – die Ohren werden euch weh tun. Denn ihr seid nicht einig mit dem Gottesgesetz, ihr werdet immer krank, unwohl sein. Und jetzt werdet ihr zum Gott gehen und sagen: „Gott, ich möchte Geduld! Gib mir Deine Kraft, damit ich jede Prüfung ertrage, die mir bevorsteht und sie mit einer Bereitschaft ertrage! Ich will Demut!” Zum Beispiel, ihr habt eine schlechte Gewohnheit; wenn diese schlechte Gewohnheit kommt, beginnt ihr zu zählen: eins, zwei, drei, vier – bis dreißig, vierzig, fünfzig; während ihr zählt, wird diese schlechte Laune vergehen. Wenn ihr zählt, werdet ihr euch sagen: „Na, ich habe heute ein bisschen ertragen, ich bin nicht so zornig geworden; morgen werde ich mich zweimal zurückhalten, nicht zu lügen; übermorgen werde ich mich dreimal zurückhalten, nicht zu bereden”. Und so werden die Zeichen jedes Lasters allmählich weniger, bis es verschwindet. Wenn ich etwas Gutes für die Leute nicht sprechen kann, werde ich heute mir Gedanken machen, dass ich Gutes sprechen werde. Morgen werdet ihr etwas Gutes für jemanden tun, den anderen Tag werdet ihr ihn vom Übel befreien, und das Gute erhöht sich so ständig in euch. Eine Frau, die tausend gute Wörter hat, wird eine gute Frau für den Staat sein, sie wird gute Mutter sein, sie wird gute Söhne, kluge Töchter haben, und dieser Staat wird Erfolg haben. Und ich will, dass ihr Gutes denkt, Gutes tun, gut seht! Macht euch keine Sorgen; das Kind, wenn es zu gehen beginnt, hat keine Angst davor, dass es fällt. Ihr werdet fallen, aufstehen, aber habt keine Angst – ihr werdet lernen! In euch allen entstehen starke Wünsche, dass ihr Wohltaten erweist! Der Apostel sagt, dass der Gerechte sieben Male fällt. Ihr werdet große Schwierigkeiten im Leben haben, aber ihr werdet eine neue Erfahrung und neue Lebensweise bekommen. Amen! (1.) Medzhija (türkisch) – Form der kollektiven Arbeit zu Hilfe jemandem, ähnlich dem Spinnstubenabend