mariaK

Administrators
  • Gesamte Inhalte

    842
  • Benutzer seit

  • Letzter Besuch

  • Days Won

    2

Alle erstellten Inhalte von mariaK

  1. Version

    419 Downloads

    Der Meister spricht Wir vermitteln das Wort des Meisters allen Brüdern und Schwestern, deren Seelen von der Liebe berührt sind, deren Verstand vom Wissen erleuchtet ist und deren Geist sich vollkommener Freiheit erfreut. Denn nur derjenige, sagt der Meister, dessen Seele von der Liebe berührt ist, lebt. Nur derjenige, dessen Verstand vom Wissen erleuchtet ist, bringt Licht. Und nur denjenigen, dessen Geist sich der vollkommenen Freiheit erfreut, kann man einen wahren Menschen und Bruder der Menschheit nennen. Bei der Übersetzung dieses Buches haben wir versucht, jene bildhaft-poetische Sprache des Meisters Beinsa Douno ins Deutsche zu übertragen und ihren Wortlaut möglichst genau wiederzugeben, um die Lebendigkeit seiner Worte und deren ursprünglichen Sinn zu erhalten. Alle Bibelzitate stammen aus der Elberfelder Bibel. DAS LEBEN Die Quelle des Lebens ist Liebe. Die Liebe bringt die Fülle des Lebens. Das Leben wird erst wirklich, wenn der Mensch die Liebe erkennt. Wenn der Mensch die Liebe nicht begreift, kann er auch das Leben nicht begreifen. Wenn er das Leben nicht begreift, kann er auch die Zeit, in der es als ein unaufhörlicher Prozess verläuft, nicht begreifen. Und wenn der Mensch die Zeit nicht begreift, verliert er den musikalischen Rhythmus des Lebens und gerät in eine Reihe disharmonischer Zustände, die ihn unglücklich machen. Das Größte außerhalb der Liebe ist das Leben. Das Leben ist die Frucht der Liebe. Aber die Liebe und das Leben sind nicht ein und dasselbe. Im Leben verlaufen ständig zwei Prozesse: Der eine ist der Prozess der Bildung, der andere der Prozess der Zerstörung. In der Liebe existieren diese zwei Prozesse nicht. Sie ist etwas Reines und Einheitliches. Im Leben gibt es aber eine Differenzierung. Das Leben ohne Liebe hat keinerlei Sinn. Ein solches Leben ist eine Reihe von Leiden, Niederlagen und sich Wiederaufrichten. Das Leben kann sich ohne Liebe nicht offenbaren. Ein Leben ohne Liebe gibt es nicht. Der erste Weg, auf den sich das Leben macht, ist die Liebe. Um zu zeigen, dass man lebt, soll man lieben. Der Sinn des Lebens besteht darin, zu lieben und geliebt zu werden. Das Leben stellt die Bemühung des Geistes dar, sich in der äußeren Welt, in der Peripherie zu offenbaren. Wenn der Geist sich in der Peripherie offenbart und mit seiner Arbeit beginnt, dann sagen wir, dass das Leben sich in seinem elementaren Zustand als Leben in der Zeit zeigt. Das Leben in der Zeit ist aber nur ein Schatten des Lebens oder die kleinste Projektion des gesamten Lebens. Das ewige Leben enthält unendliche Möglichkeiten. Es bringt alle Bedingungen zum vernünftigen Wachstum mit sich. Und unter Leben versteht man die allgemeine Weltseele, die sich in der ganzen lebendigen Natur äußert. Unsere Seelen sind Bestandteile dieser großen Seele. Damit sich das große Prinzip des Lebens äußert, soll das Leben irgendeine Form annehmen, die seinem Streben und seiner Bewegung entspricht. Das Streben, das ist der vernünftige innere Drang und die Bewegung sein physischer Ausdruck. Das Leben äußert sich aber nicht nur in einer Form, es äußert sich in unendlich vielen Formen. Wenn sich mehrere Formen verbinden und eine größere Form bilden, sagen wir, dass das Leben vernünftig organisiert ist. Dann sind alle Formen bestrebt, diese höhere Form zum Ausdruck zu bringen. Das Leben hört niemals auf, es dauert ewig. Die äußeren Formen zerfallen, doch das Leben dauert ewig. Nichts ist imstande, es zu zerstören. Das Leben ist stärker als der Tod. Es ist frei, nicht fassbar und unaufhörlich. Es hört nicht auf. Es fließt nach innen und nach außen. Denn der Mensch kann sich mit seinem Umfeld nicht verbinden, wenn das Leben nicht hinein- und herausfließt. Das innere Leben ist vollkommen. Die Vergnügungen, die Leidenschaften, die falschen Gedanken und Gefühle schränken die natürlichen Ausdrücke des Lebens ein. Das Leben kann nur gut sein. Ein schlechtes Leben gibt es nicht. Und wenn man sagt, dass das Leben sich verbessern sollte, ist das eine falsche Idee. Das Leben an sich ist weder gut noch schlecht. Im Leben kann es Beimischungen geben, aber es wird weder besser noch schlechter. Das Leben kommt von Gott und geht zu ihm zurück. Deswegen ist es seinem Wesen nach absolut rein. Die Veränderungen aber, die man im Leben vornimmt, bringen die schlechten Folgen mit sich. Und dann spricht man von weltlichem, geistlichem, zeitlichem und ewigem Leben. Aber das Leben selbst ist weder weltlich noch geistlich. Wenn das Tierische dem Menschen innewohnt, wird das Leben weltlich, und wenn das Vernünftige ihm innewohnt, wird es geistig. Denn das Leben des Menschen unterscheidet sich vom Leben der anderen Lebewesen durch seine Vernunft. Das Wort Leben impliziert Vernunft. Wo es Vernunft gibt, so wenig sie sich äußern mag, dort gibt es auch Leben. Das vernünftige Leben ist das Leben der Unsterblichkeit, das Leben ohne Leiden und Qualen. Genau dieses Leben ist ein Teil der menschlichen Seele. In ihm erscheint alles zur rechten Zeit. In diesem Leben gibt es keine Beklemmungen, sondern ständige Arbeit. Das Leben selbst ist eins. Das physische Leben, das geistige Leben und das göttliche Leben sind drei große Offenbarungen des gesamten, einheitlichen Lebens. Sie unterscheiden sich in ihrem Ursprung, in ihren Objekten und in ihren Zielen. Das physische Leben wandelt und ändert sich ständig. Es ist ein Leben an der Wasseroberfläche auf den Meereswellen. Das geistige Leben ändert sich, ohne sich zu wandeln. Es ist das Leben des Meeresgrundes im Inneren des Meeres. Und das göttliche Leben wandelt sich nicht und ändert sich nicht. Aber all diese Erscheinungen des Lebens sind eng miteinander verbunden. Sie sind Teile eines Ganzen, des gesamten grenzenlosen Lebens. Um das Leben zu begreifen und sich selbst und den anderen nützlich zu sein, soll man mit dem physischen Leben beginnen und allmählich zum geistigen und dann zum göttlichen Leben übergehen. Wer das physische Leben nicht liebt, kann kein Verhältnis zum Licht haben. Denn im physischen Leben ist die Energie des Lichtes in den Pflanzen und Früchten gebunden. Auch die Hygiene des physischen Lebens beginnt mit der richtigen Nutzung des Lichtes, das in den Pflanzen und Früchten gespeichert ist. Anders gesagt, die Hygiene beginnt mit der richtigen Ernährung. Und die Ernährung ist eine Einführung in das physische Leben; genauso wie die Musik in das geistige Leben und das Gebet in das göttliche Leben. Das Leben ist ein Schatz, den man bewahren soll. Bewahre es mithilfe der Weisheit und möge das wahre Wissen, das daraus hervorgeht, sein Schutz sein. Lass es frei aus der großen Quelle, aus der Liebe hervor strömen. Beleuchte es durch die Wahrheit, die Welt der absoluten Vernunft. Beleuchte es durch die Wahrheit, die dem Leben Freiheit in all seinen Richtungen gewährt. Denn auch das Leben hat seinen Tagesanbruch, seinen Sonnenaufgang und seinen Mittag. Der Tagesanbruch des Lebens, das ist die Liebe. Der Sonnenaufgang des Lebens, das ist die Weisheit. Der Mittag des Lebens, das ist die Wahrheit. Brich auf in den Tag des Lebens! Bilde eine Knospe! Steh auf, stell dich auf deine Beine und fühle, dass du mit allen Lebewesen auf der Erde und im Himmel verbunden bist. Gehe im Leben auf! Blühe und trage Früchte! Erreiche den Mittag des Lebens! Reife heran! Wenn du den Mittag deines Lebens erreichst, dann wirst du seinen großen Sinn, seine süßen Früchte kosten.
  2. http://de-petardanov.com/index.php?/files/file/11-das-pentagramm/
  3. Viele begreifen die Wichtigkeit des heutigen Tages nicht, aber für manche wird er denkwürdig bleiben, da heute eine Epoche endet und eine andere, eine neue Epoche beginnt. Manche von euch können fragen: „Warum?“ - Weil, wenn hier ein berühmter Komponist vorbeigehen und ein Konzert geben würde, die Mehrheit bei der Arbeit sein würde. Manche der Anwesenden würden begeistert sein, und für diejenigen, die von der Musikkunst etwas verstehen, würde das ein denkwürdiger Tag sein. Da die eingeladenen Gäste der königlichen Hochzeit der Einladung nicht Folge geleistet haben, so sagte der König seinen Dienern, wo sie und wen auch immer sie auf der Straße finden, sollten sie ihn einladen (die Eingeladenen sind wir) und da die Eingeladenen nicht mit Hochzeitskleidern gekleidet waren, so wird für sie der Herr der Hochzeit welche vorbereiten. Der wichtigste Faktor für eine Seele ist die Auferstehung. Wer den Apfel oder die Birne kostet, erkennt sie; so ist es auch mit der Auferstehung. Alles, was wir denken und fühlen, ist nicht das wahre Leben, da es sich täglich ändert. Im Menschen gibt es drei Dinge, die sich täuschen und uns täuschen – der Geschmack, das Herz und der Intellekt: Mit dem Geschmack verleiten wir uns, unseren Magen zu überfordern und fügen uns Leiden zu; mit dem Herzen lieben wir unsere Verwandten, manche von ihnen fügen uns Unannehmlichkeiten zu; der Intellekt reißt uns in den einen oder anderen Wunsch und bereitet uns schwere Kopfschmerzen und Leiden. Aber der Magen, die Seele und der Geist sind die reellen, unveränderlichen, ewigen Dinge, da der Magen soviel Nahrung aufnimmt, wie es ihm nötig ist, wenn ihn der Geschmack nicht missbraucht; die Seele ist diejenige, die uns zeigt, welche unsere wahren Freunde sind und verurteilt uns, wenn wir auf unser Herz gehört und die Freunde gewählt haben, die uns untreu geworden sind. Der Erklärung dient das folgende Gleichnis. Zwei Freunde gingen durch einen Wald und in diesem Moment traf auf sie einen Bären. Der eine eilte, auf einen Baum zu klettern, der andere, da er es nicht schaffte, legte sich mit dem Blick nach unten gerichtet hin. Als der Bär kam, beschnupperte er ihn und indem der Bär ihn für tot hielt, ging er weiter. Der Erste, als er vom Baum herunterkam, fragte den anderen: „Lieber Freund, was flüsterte dir der Bär zu? – und er antwortete ihm: „Ich darf nicht mit einem solchen Freund losziehen, der mich mitten in der Gefahr allein lässt.“ Ein solcher Freund wurde vom Herzen ohne die Meinung der Seele gewählt. Da die Menschen sich verleiten lassen und ihren Intellekt ohne die Zustimmung des Geistes befriedigen, schaden sie sich selbst. Der Geschmack ist der Agent des Magens, der Intellekt des Geistes, das Herz der Seele. Wir sollen Christus mit dem Magen, mit der Seele und mit dem Geist erkennen. Die Menschen schauen mit dem äußeren und Christus mit dem inneren Sinn. Jede äußere Form soll den inneren Eigenschaften entsprechen. Christus will in uns drei Dinge wiederherstellen: den Magen, der lebensnotwendigen Säfte in uns bildet; die eine kleine Welt darstellende Seele, die die Königin unseres Körpers ist; und den Geist, der in uns die gütigen Gedanken bildet. Je mehr wir uns Gott nähern, desto stärker fühlen wir die Kraft; entfernen wir uns von Ihm, geschieht das Gegenteil. Wenn wir zu Gott gehen, brauchen wir zwei Dinge: Gleichermaßen sollen wir sowohl die Niederlagen als auch die Gewinne, die Freuden und die Trauer tragen; wir sollen mit Glauben fortschreiten und nicht murren, weil wir weder wissen, welchen Gewinn nach diesem Verlust, noch welche Freude uns nach dieser Trauer erwarten. In der heutigen Zeit lehrt die Tochter die Mutter und der Sohn den Vater, aber wie kann jemand einen anderen lehren, wenn er sich selbst nicht zuerst gelehrt hatte? Christus zeigte uns, dass wir mit Freude alles tragen sollen, was uns im Leben ereilt, weil dasjenige, was mit uns geschieht, zum Guten geschieht. Wenn jemand sagt, er könne seine Lage nicht ertragen, täuscht er sich; wenn ihr wollt, werdet ihr können! Im Leben sollen wir uns weder täuschen noch dürfen wir zulassen, getäuscht zu werden – und dann wird Gott uns das Licht geben. Dieser Tag ist ein großer, geistiger Tag. Oben geschieht eine offizielle Versammlung auf dem Fest und alle Freunde grüßen euch von dort. Wenn jemand daran nicht glaubt, dann wird bald der Tag sein, an dem jeder das selbst prüfen wird, um sich von der Wahrheit meiner Worte zu überzeugen. Wer eine kranke Seele hat, fürchtet alles und in allem sieht er eine Gefahr. Christus kam auf die Erde, um uns vor dem Bösen zu retten. Die Menschen sind auf der Erde immer unzufrieden und wenn man im Himmel über den Menschen spricht, sagt man: „Die Unzufriedenen der Erde“. Gott wünscht immer, aus den Unzufriedenen Zufriedene zu machen. Ein reicher Mensch träumte, dass ein anderer reicher Mensch sich entschieden hat, seinen Reichtum zu verteilen, um sich von ihm zu befreien und sich Gott zu widmen. Er lud seinen Reichtum auf Kamele und verteilte ihn von Dorf zu Dorf unter den Armen, einigen in einer Schüssel, anderen in einem Topf. Der betreffende Reiche sagte sich: „Warte, damit ich mir auch etwas hole, so dass ich, so wie ich reich bin, noch reicher werde. Als er jedoch verlangte, antwortete man ihm, dass man ihm geben werde, wenn er sich mit dem Blick nach unten hinlege, damit man eine Kiste über ihn stülpen könne, und man würde soviel hineintun, bis er sage: „Halt!“ Sie begannen, die Kiste nach und nach zu füllen, aber er schwieg und als er Halt sagte, versuchte er sich aufzurichten, aber konnte wegen des Gewichts nicht von der Stelle kommen. Unser Leben besteht nicht im Reichtum, sondern in unserem Umgang mit Gott. Unser jetziger Zustand trägt den Keim der Zukunft. Die göttlichen Angelegenheiten in uns sind mikroskopisch und vermehren sich, wie das Weizenkorn – gesät, vermehrt es sich in einigen Jahren sehr schnell. Ein göttlicher Gedanke in uns, der gesät wurde, wird nach einiger Zeit hervorsprießen und uns großes Glück bringen. Christus wird kommen, aber wie wird er uns vorfinden? Der Frühling und der Sommer werden kommen, aber wie werden sie den Landwirt vorfinden? Wenn er zeitig seine Felder gesät hat, wird er diesen wohltuenden Frühling nutzen, im Sommer ernten und seinen Speicher füllen; wenn er es versäumt hat, zu säen, wird der Frühling vergehen und der Sommer wird kommen, aber der Landwirt hat den Moment verpasst und diese Tatsache wird ihn mit leeren Händen bleiben lassen. Heute beginnt eine neue Epoche in der göttlichen Welt. Wie werden eure Namen in das neue Buch des Lebens geschrieben werden? Wenn wir leiden, wird man kommen, um uns zu helfen. Wehe demjenigen, der niemanden hat, der ihm im Leiden helfen kann. Bis gestern wurde gesagt: „Geht und predigt, damit sie Buße tun“, aber von jetzt an werden die Gläubigen mit Glauben gerettet werden und Gott wird ihnen helfen. Die schwierigste Sache ist, sich selbst zu retten. Ist es möglich, dich selbst zu retten, wenn du dich im Meer nach einem Schiffsbruch befindest? Und jetzt rettet uns Christus, den einen nach dem anderen mit seinem Schiff und nachdem er uns erlöst hat, wird er uns die Gerechtigkeit lehren und wie wir uns lieben sollen. Um das zu lernen, sollten wir unseren Geist erheben, unseren Verstand erneuern und unseren Körper zum Leben erwecken – dann werden wir Inhaber sein, aber bis dahin können wir keine Bürger des Himmels sein. Täglich schlagen wir unsere Körper mit unseren Wünschen und Leiden. Der äußere Körper ist nur ein Gerüst, in dem unser wahrer Körper errichtet wird. Mit diesem Körper erscheinen wir und werden unsichtbar. Gott wird uns erscheinen, wenn wir reine Gefühle und Gedanken haben – in Christus kann weder ein Mann ohne eine Frau noch eine Frau ohne den Mann sein; wenn der eine fällt, zieht er den anderen hinunter und wenn der andere sich erhebt, zieht er den ersten mit hoch. Christus ist der Lehrer, der uns unsere Fehler im Leben zeigen wird, wie der Lehrer dem Schüler seinen Fehler im Heft bei der Klassenarbeit zeigt und sie benotet. Ihr alle sollt darum bemüht sein, dass Christus weniger Fehler in eurem Heft findet und euch eine gute Note gibt, wenn er kommt. Wie die Punkte und die Kommas in den Schülerheften von großer Wichtigkeit sind, so sind sie auch in unserem Leben wichtig, hier und da hält sich Gott bei den Kommas unseres Lebens auf, bei den Punkten hält er sich länger auf, damit wir uns das bis dahin Geschriebene ansehen, damit wir uns ausruhen und weitergehen; und wenn wir das Thema unseres Lebens beenden, sollte es im Geschriebenen einen Sinn geben. Groß ist derjenige Mensch, der liebt. Derjenige liebt, der dient und nicht derjenige, dem gedient wird. Diener zu sein ist der unedelste Dienst. Gott gibt ihn jedoch als den ehrbarsten an. Gott wird euch in die neuen Lehre des Dienens stellen. Ihr sollt eine Saat werden. Fürchtet euch nicht! Fürchtet euch nicht vor dem Teufel, sondern werft ihn aus sich hinaus! Wenn du über das Böse nachdenkst, dann kultivierst du es. Die Frau und der Mann sind nicht böse, aber der Teufel macht sie böse. Deshalb soll die Frau jeden Morgen sehen, dass ihr Mann etwas besser im Vergleich zu gestern geworden ist und der Mann sollte auch dasselbe in seiner Frau sehen. Nun, mit Singen werdet ihr alles aus euch vertreiben. Der Mann ist der Herr im Haus. Der Stein ist nicht auf den Weg gelegt, damit wir stolpern, sondern um aufzupassen, nicht zu stolpern. Wir sind an unseren Leiden schuld. Ein dankbarer Mensch ist derjenige, der nicht zornig wird. Verurteilt euch nicht gegenseitig, denn jede Verurteilung ist ein gegebener Protest, für den man euch als Zeugen aufrufen wird. Und wie angenehm ist es vor einem göttlichen Gericht Zeugnis abzulegen? Es ist dasselbe wie zu verleumden und die Strafe unseres Bruders zu fordern. Erheben und uns das heutige göttliche Bild des Festes im Himmel vorzustellen. Oben vom Himmel werden Geister herabsteigen, um uns mit dem zufrieden zu machen, was wir haben und mit ihnen kommt Christus. Das wird entweder mit einem Segen geschehen, indem sie nur die jetzige Lage verbessern oder wenn sie sich als unverbesserbar erweist, wird eine Katastrophe kommen und alles von Grund auf vernichten, wie Gebäude mit vermoderten Fundamenten und Sein Werk wird neu beginnen. Wir dürfen keine Angst davor haben! Christus ist immer über und unter uns. Wir sollten mit Christus in der Seele heimkehren, unsere Seelen und Herzen öffnen und er wird in uns eintreten, um uns zu segnen. Amen 9 (22) März 1914 г. Ein Vortag des Meisters nach der Niederschrift des Ivan Garvalov
  4. Ewiges Leben „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.“ (Joh 3,16) In diesem Vers wird unter dem Begriff „Welt“ die äußere Seite des Ausdrucks verstanden - dasjenige, das geformt ist, das eine Form , einen Inhalt und eine Bedeutung hat. Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass Er das vernünftige Wort - seinen Sohn - gab, um sich an die Realität der Dinge zu halten, um die innere Harmonie nicht zu stören. Dieser Vers hat einen Bezug zu euch. Ihr seid in euch selbst eine Welt, die Gott liebt, weshalb er sein Wort schickt, damit euer Leben - eure Gedanken, Wünsche und Bestrebungen - nicht aus der Harmonie gebracht und vergeudet werden. Wenn darüber gesprochen wird, dass der Mensch erlöst werden soll, versteht man darunter, dass man dasjenige nicht zerstören darf, was das Licht geschaffen hat. Dieser Vers birgt in sich einen großartigen Gedanken. Ich werde mich einer Analogie bedienen, um meinen Gedanken klarer zu machen. Nehmt an, dass zwei Würmer sich treffen und sich einander berühren – wie angenehm kann ihr Treffen für das Bewusstsein sein, das sie haben? Denkt ihr, dass sie das Leben und die Verhältnisse in ihm so begreifen, wie ihr sie begreift? Nein, diese Würmer stoßen aufeinander, wenn sie sich treffen und bewegen sich aneinder vorbei; dann treffen sie sich wieder und bewegen sich wieder aneinander vorbei. Wenn ihre Interessen aufeinanderstoßen, gehen sie verschiedene Wege und bewegen sich so aneinander vorbei. Wenn ihr mich fragt, wie ihr eure Interessen mit den Interessen der anderen versöhnen möchtet, werde ich euch raten, unterschiedliche Wege in Richtung eurer Löcher einzuschlagen – die einen in die eine Richtung, die anderen in die andere. Unter Loch verstehe ich eure Häuser. In Bezug auf euer Leben sind eure Häuser Löcher. Die Materie, in der ihr begraben seid, die für euch so angenehm ist, ist aus der Sicht der Welt der Engel, der Höheren Wesen betrachtet, eine solche, wie diejenige der Würmer; wie die Lage der Würmer in der Erde ist, so ist auch eure – ein Wühlen. Das Hürde, die euch behindert, entsteht dadurch, dass ihr denkt, dass eure Lage eine höhere als die der Würmer ist, dass ihr kultivierte Menschen seid usw. Begreift ihr ,dass eure Lage wie die der Würmer ist, werdet ihr euch sofort ändern. Ihr seid mit euren Löchern zufrieden und denkt, dass es nichts Besseres in der Welt gebe. Besucht ihr die Protestanten oder die Orthodoxen, werden euch alle sagen, dass es so schöne Löcher und Ansichten wie die ihrigen nicht gebe. Alle sind orthodox: Sowohl derjenige, der nicht an Gott glaubt, stiehlt – auf eine Weise – als auch derjenige stiehlt, der glaubt, jedoch auf eine andere Weise, aber beide stehlen. Ich stelle nur einen kleinen Unterschied in ihren Taten, in der Kultur der Gläubigen als auch der Ungläubigen fest: Der Grobe, der nicht glaubt, wird ein Stück Holz nehmen und es auf euch abladen, wird eure Hand oder euer Bein brechen und euch berauben - derjenige, der glaubt, wird euch nichts brechen aber euch abermals berauben. Das Berauben ist immer ein Berauben, obwohl es nicht auf ein und dieselbe Weise geschieht – in beiden Fällen benötige ich dasjenige, dessen ich beraubt wurde; deshalb, welchen Nutzen habe ich davon, dass mich ein Gläubiger oder ein Ungläubiger beraubt hat? Ihr werdet widersprechen: Es gibt einen Unterschied! Ja, der Eine hat mir den Arm gebrochen, der Andere nicht, beide haben mich jedoch beraubt. Nein, wendet in all euren Überlegungen die Lehre Christi an. Ihr möchtet als orthodox gelten und in Wahrheit seid ihr sogar orthodoxer als die Popen, aber das hindert euch nicht daran, die Menschen auf die ein oder andere Weise zu berauben. Welchen Unterschied wird es dann zwischen euch und denjenigen geben, die nicht orthodox oder ungläubig sind? Es wird einen Unterschied geben, wenn ihr nicht nur niemandem den Arm brecht und ihn nicht beraubt, sondern auch sagt: „Lieber Herr, dieser hat dir den Arm gebrochen und dich beraubt, ich werde dir jedoch nichts wegnehmen, sondern dir 10 Leva geben, damit sie deinen Bedürfnissen dienen. “ Das ist eine wahre Kultur, ein Fortschritt in deiner Kultur. Der eine brach dir den Arm und nahm dir das Geld. Der Andere brach dir nicht den Arm aber nahm dir das Geld und der Dritte sagt: Sieh, ich lasse es durchgehen. Ich gebe dir 10 Leva und werde dir keinen Schaden zufügen. Du bist der Edelste von allen! Ist eure Lage in der Gesellschaft genau eine solche? Viele Damen gehen und sammeln Tausende von Leva für Gott – sie berauben die Reichen und geben den Armen: diesem 10 Leva, jenem 10 Leva usw. Ihr werdet allerdings sagen: Die Reichen raubten den Armen das Geld.“ Ich teile euch mit, wie man oben diese Angelegenheit sieht und nicht ,wie die hiesige Gesellschaft sie betrachtet. Jene wohltätigen Gesellschaften sind Gesellschaften von Räubern, die sagen: „Wir sind keine so schlechten Menschen; hier lassen wir das durchgehen, hier nehmt 10 Leva, damit ihr wisst, dass wir auch kultivierte Menschen sind.“ Aber aus der Sicht des Christentums ist es keine Kultur. Wir sind in unserem Bewusstsein gespalten und daraus gehen alle Bosheiten hervor. Jeder von uns hat seinen Gedanken darauf konzentriert, wie er sich absichern kann und mit dem anderen was auch immer geschehen soll. Und ihr habt auch ein solches Interesse – einige von euch laufen und schauen, auch hier die ersten zu sein und manchmal entstehen deshalb Auseinandersetzungen zwischen euch. Das ist stets dieselbe Lage wie in der Welt. Einer kann bei mir der Erste sein, aber Letzter im Begreifen der Ideen – ein Anderer kann Letzter in der Schlange sein, aber dem Begreifen der Ideen nach Erster. Ich würde bevorzugen, mehr Menschen am Ende der Schlange als am Kopf der Schlange um mich herum zu haben. Diese Andeutung, die ich euch mache, bezieht sich auf euren inneren Zustand - und wenn ihr euch erziehen möchtet, sollt ihr wissen, dass das, was ihr in einem bestimmten Moment denkt und fühlt sich gleichzeitig auf die unsichtbare Welt bezieht. Ihr werdet fragen: Wie können sich Gedanken auf die unsichtbare Welt beziehen? Jeder schlechte Gedanke äußert sich auch in den hohen Feldern der astralen Welt als eine Edeldistel, und die Samen dieser Edeldistel aus der astralen Welt werden hier auf der Erde kultiviert, die als ihr Gewächshaus fungiert. Die unwissenden Bürger der Astralwelt bemühen sich, diese Distel auszurotten und die höheren Wesen sagen, dass sie auf die Erde hinabsteigen, um die Menschen von dieser Distel zu befreien und ihre Herzen zu verwandeln. Warum sollten die höheren Wesen für euren Fortschritt arbeiten? Um euch von dieser Edeldistel zu befreien. Gewisse Krankheiten, schlechte Gedanken und Wünsche, die in euch zum Ausdruck kommen, werden von manchen Säugetieren hervorgerufen – und sie bilden gemäß demselben Gesetz viele Disteln, die gedeihen und euch große Leiden zufügen. Um sich von diesem Leiden zu befreien, sollt ihr euch darum bemühen, euer Verhältnis zu den Tieren zu mäßigen. Oft kann sich der Hass eines Hundes so auswirken, wie der Hass des Menschen. Es gibt Hunde, die jahrelang hassen und sich rächen. Im Dorf Nikolaevka im Bezirk Varna hatte Dragni einen kleinen weißen Hund, der gewöhnlich nie bellte. Eines Tages ging ein Herr an ihm vorbei und trat ihn fest, der Hund blickte nur zu ihm und ging weiter. Aber als dieser Herr nach zwei Jahren wieder zum Haus dieses Hundes kam, erkannte der Hund ihn sofort, näherte sich ihm an und biss ihn ins Bein. Er sagte: Herr, vor zwei Jahren hast du mich getreten, aber du sollst wissen, dass ich nie vergesse! Und so auch ihr, wenn ihr ein Pferd ausnutzt, können in ihm, auch wenn es sich nicht an euch rächt, solche schlechten Wünsche und Gedanken entstehen, mit denen es sich an euch rächen und ein Übel in eurem Haus hervorrufen kann. Glaubt nicht, dass die Gedanken der Tiere schwach sind – nein, sie sind sehr gefährlich für die Welt. Alles, was Gott in der Welt geschaffen hat, ist rein und heilig und wir dürfen nicht die göttliche Ordnung der Dinge stören. Eine Fliege oder ein Biene, die Gott geschaffen hat, steht höher als ein gewöhnlicher Mensch, der vom Menschen geboren wurde. Die Heilige Schrift sagt darüber: Es gibt Menschen, die aus Fleisch geboren wurde und solche aus dem menschlichen Samen, aber in diesem Sinne ist die göttliche Biene viel intelligenter als ein gewöhnlicher Mensch hier auf der Erde. Ich gebe euch eine Regel als Maßstab, die sich sowohl auf die Tiere, als auch auf die Menschen – auf alle – bezieht. Das geringste Übel, das ihr einem Insekt zufügt, das für Gott arbeitet, wird sich eines Tages zu einer großen Form entwickeln. Ein Mensch, der eine Ameise zertreten kann, kann auch einen Menschen zertreten. Und umgekehrt – der Mensch, der der Ameise den Weg frei macht, würde auch dem Menschen den Weg frei machen. Seht ihr, dass ein Mensch auf eine Ameise tritt, und er das bewusst tut, und sagt, er sei kultiviert, dann nehmt 75% seiner Kultiviertheit von ihm und lasst nur 25%, unabhängig davon, was er ist, Philosoph, Gelehrter, Schriftsteller, Priester oder ein anderer. Als Christus sagte: „Liebe Gott mit deinem ganzen Herzen, Verstand und mit deiner ganzen Kraft “, verstand er darunter dieses Gesetz, alles zu lieben: Wenn ihr die kleinsten Insekten und Bäume lieben könnt, könnt ihr auch Gott lieben. Wenn ihr sie nicht lieben könnt, könnt ihr auch Gott nicht lieben. Denn, wenn ihr die kleinsten Lebewesen die ihr seht, nicht liebt, wie könnt ihr dann Gott lieben, den ihr nicht seht? Wenn dasjenige nicht liebt, das euch umgibt, wie werdet ihr das Ferne lieben? Deshalb soll die Anwendung der Lehre der Evangelien mit den kleinsten Regeln beginnen und zu den größeren fortschreiten. Eine große Regel ist, zu allem Liebe zu empfinden, was Gott geschaffen hat. Ich spreche zu euch nicht über die Schatten der Dinge, sondern über die Wirklichkeiten. Eines Tages werden wir einen Ausflug machen, damit ihr seht, dass auch die Pflanzen Lebewesen wie die Menschen sind. Ein Baum kann euch so dankbar sein wie ein Mensch. Ihr könnt das selbst prüfen. Wenn ihr euch in einer waldreichen Gegend befindet, wo die Erde trocken ist und ihr wegen der Trockenheit der Erde einen unfruchtbaren Baum findet, nehmt ein wenig Dünger und düngt den Baum und gießt ihn. Wenn ihr im nächsten Jahr am gleichen Baum vorbeigeht, werdet ihr sehen, dass der Baum Früchte trägt, die für euch bestimmt wurden. Der Baum sagt: Herr, letztes Jahr hast du mir geholfen, jetzt kannst du von meinen Früchten nehmen. Manchmal denken auch die Pflanzen. Ein Baum kann dem Menschen einflössen, nicht auf ihn zu steigen. Ihr begreift, dass der Geist dieses Baumes außerhalb von ihm ist und er euch einflößt, nicht auf ihn zu steigen. Wenn die Pflanzen nicht fühlen, zeigt das, dass ihr Geist außerhalb von ihnen ist, dass er abwesend ist; aber wenn ihr Geist in ihnen ist, dann arbeiten sie, gedeihen, leben und tragen Früchte. Gewöhnlich kommt der Geist der Pflanzen dann, wenn sie blühen und Früchte tragen. Wenn sie verblühen und die Frucht reift, tritt ihre Seele zurück und steigt hinauf in die andere Welt. Der Gegenstand, über den ich zu euch spreche, ist abstrakt. Ich möchte euch nur zeigen, nicht zu denken, dass es in den Pflanzen kein Bewusstsein gibt. Nein, in gewissen Momenten haben sie auch ein Bewusstsein. In Tarnovo hatte ein Herr einen Baum in seinem Garten, der ganze fünf bis sechs Jahre keine Früchte getragen hatte. Eines Tages nahm er die Axt und war bereit, ihn zu fällen. Einer seiner Freunde schaute zu, wie er sich vorbereitete, den Baum zu fällen und er versuchte ihn zu überreden, dies nicht zu tun, aber seine Überrundungen bewirkten nichts und der Baum wurde gefällt. Was geschah aber dann? Kurz nach dem Fällen des Baumes starben beide Männer. Es gibt viele ähnliche Beispiele, aus denen klar wird, dass die Bäume sich für das große Übel, das wir ihnen zugefügt haben, rächen können. Ihr lauft manchmal an einem Baum vorbei und knickt einen Zweig ab. Ihr habt kein Recht, das zu tun. Wenn ihr einen Zweig abknicken möchtet, werdet ihr vor dem Baum anhalten und ihn fragen: Kann ich einen Zweig abknicken? Handelt ihr nicht so, wird ein Tag kommen, an dem euch großes Unheil ereilen wird - es wird sich ein Baum finden, der euch den Arm brechen wird, der den Zweig abgeknickt hat. Unser Bewusstsein ist noch nicht gut entwickelt, den Zweig des Baumes zu meiden und leichtfertig knicken wir einen Zweig ab. Nein, halte kurz an, bete und frage um Erlaubnis, den Zweig abzuknicken. Die Höflichkeit in der Welt verlangt das. Wenn ihr irgendwo hingeht, fragt ihr: Darf ich eintreten? So sollt ihr auch mit den Bäumen handeln. Handelt ihr so, zeigt das, dass ihr begonnen habt, die göttliche Liebe in euch zu entwickeln – Gott mit der ganzen Seele, mit dem ganzen Verstand und dem ganzen Herzen zu lieben. Wenn wir lernen, die Fragen so zu verstehen, werden wir die große Lehre Christi verstehen. Wollt ihr kultivierte Menschen werden, dann solltet ihr mit den Pflanzen, mit den Bäumen beginnen. Wenn ihr an einem Baum vorbeigeht, dann haltet kurz unter seinem Schatten an, streichelt ihn ein wenig und sagt: Wie schön ist es bei dir, unter deinem Schatten.
  5. ERBEN DER ERDE "`Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen."' Mt 5,5. Manchmal verliert der Mensch den Sinn des Lebens und kennt nicht den Grund dafür. Während seiner Jugend ist er ein Idealist und verwandelt sich im Alter in einen Materialisten. Wenn wir ständig die Zweige eines Baumes absägen, entwickeln sich seine Wurzeln übermäßig und wachsen tief in die Erde hinein. Also, wenn die Zweige keine Bedingungen für ihre Entwicklung haben, dann entwickeln sich die Wurzeln auf ihre Kosten. Dasselbe Gesetz ist auch für den Menschen von Bedeutung. Wenn der Mensch keine Bedingungen für seine geistige Entwicklung hat, entwickelt er sich in materieller Hinsicht. Seine Wurzeln entwickeln sich dann auf Kosten seiner Zweige. Sowohl der Mensch als auch der Baum müssen sich jedoch richtig entwickeln, sowohl die Zweige als auch die Wurzeln müssen gleichermaßen wachsen, das heißt, der Mensch muss sich sowohl materiell als auch geistig entwickeln. Nun, wir streben deshalb die Wissenschaft an, die unserem Leben einen Sinn verleiht. Wir streben eine solche Wissenschaft an, die gleichzeitig unseren Glauben, unsere Hoffnung und unsere Liebe stärken soll. Viele fragen sich, was der Mensch im Universum darstellt. Wahrlich ist der Mensch im Vergleich zum Universum ein winzig kleines Wesen. Das Universum jedoch stellt die materielle Seite für den Menschen dar. Der Mensch muss das Universum erforschen. Für den Menschen ist das Universum ein Gegenstand der Anschauung. Klein ist der Mensch, aber Milliarden von Zellen, das heißt, Milliarden von winzigen Wesen bilden seinen Körper und leben seinetwegen. Sein Magen wird von zehn Millionen Zellen gebildet. Also ist der menschliche Magen ein großer Betrieb, an dem sich zehn Millionen Mitarbeiter beteiligen. Wer den Sinn ihrer Arbeit nicht versteht und sie nicht schätzt, sagt, das Essen sei eine einfache Angelegenheit. Nein, es ist keine einfache Angelegenheit. Zehn Millionen Arbeiter nehmen am Mittagessen teil, das du zu dir genommen hast. Wenn ihr jedem Mitarbeiter je ein Lev bezahlen würdet, so müsstet ihr insgesamt zehn Millionen Leva für ein Mittagessen bezahlen. Wer kann sich zehn Millionen Leva für ein Mittagessen leisten? Bezahlt ihr nur je eine Stotinka pro Arbeiter, so ist auch das viel, denn das ist ja nur für ein Mittagessen. Und wie viele Male am Tag isst der Mensch? Macht dann eine Hochrechnung, um zu sehen, wie viel jährlich nur die Arbeit des Magens kostet. Errechnet dann, wie viele Mitarbeiter es im Gehirn, in den Lungen gibt und rechnet aus, wie viel ihre Arbeit kostet. Wendet dabei die Mathematik an, um zu sehen, was der Mensch an sich ist und wie viel er die Natur kostet. Nur so werdet ihr verstehen, ob ihr das Recht habt, euch entmutigen zu lassen. Man lässt sich im Leben in zwei Lebenslagen entmutigen -- bei der Armut und beim Überfluss. Im ersten Fall kauft der Mensch Lose, die nichts gewinnen; im zweiten Fall kauft er Lose, die gewinnbringend sind und gerät in so eine Fülle, dass sie ihn entmutigt. Er weiß nicht, wie er damit fertig werden soll, um zufrieden zu werden. Wer nicht gewinnt, ist nicht zufrieden -- er sucht nach Reichtum. Doch auch er kann etwas gewinnen. Wie? Entweder kauft er alle Lotterielose oder er verfügt über großes Wissen, um die Wissenschaft der Glückszahlen zu verstehen und das Los zu ziehen, das gewinnbringend ist. Wer ist wahrhaft reich? -- Reich ist derjenige, dessen Verstand, Herz und Seele sich richtig manifestieren. Ihr werdet euch fragen, ob die Seele wirklich existiert. Für mich ist diese Frage gelöst. Ich sehe die Äußerungen der Seele in jedem Augenblick. Sie manifestiert sich durch den menschlichen Körper und er ist das Instrument, durch den die Seele arbeitet. Ich unterhalte mich mit ihr und merke, dass sie in sich eine große Geschichte birgt. Sie trägt in sich große Kenntnisse, erinnert sich an alles. Nur der Gelehrte gibt die Existenz der Seele zu, weil er in jedem Augenblick mit ihr ins Gespräch kommt. Nun, wer nach der Existenz Gottes und der Seele fragt, und auch danach, ob es in der Welt Liebe gibt, bestimmt damit selbst seinen Platz. Dadurch ordnet er sich selbst der Kategorie der Dummen oder der Kategorie derjenigen Menschen zu, die lernen wollen oder der Kategorie der wahrhaft Gelehrten. Für die Klugen sind diese Fragen vorentschieden. Kann der Mensch die Fragen nach der Seele und nach dem Geist, nach dem Guten und dem Bösen lösen? -- Er kann. Für denjenigen, der mit der Ersten Ursache der Dinge übereinstimmt, ist alles möglich. Für ihn gibt es auch unmögliche Dinge, aber an sie denkt er niemals. Zum Beispiel fragt er sich nie, ob er die Sonne und den Mond an einem Platz zusammenbringen und ihnen ein reichliches Gastmahl geben könne. So sehr es möglich ist, dass die Erde die Sonne und den Mond besuchen kann, ist es ebenso möglich, dass Sonne und Mond sie besuchen können. Es gibt Menschen, Mondtypen, was nicht zu bedeuten hat, dass sie vom Mond kommen. Der Mond hat eine starke Wirkung auf sie und sie stehen nachts aus ihren Betten auf und steigen auf die Dächer; dort bewegen sie sich frei, ohne dabei zu stürzen. Das ist eine Frage, die keinen Bezug zu den unmöglichen Dingen hat. Jemand möchte reich sein, ohne an die Folgen zu denken, die der Reichtum mit sich bringen kann. Wenn der Reichtum dir nur Unglück bringt, wozu brauchst du ihn? Dieser Reichtum ist ein Teil der menschlichen Ordnung der Dinge. Ist es sinnvoll, den Mount Everest zu besteigen und dort zu ersticken? An große Höhen ist der Mensch nicht anpassungsfähig. Um diesen Berg zu besteigen, muss er Flaschen mit reinem Sauerstoff tragen, um das Atmen aufrechtzuerhalten. Einst dachte auch der Mensch, so wie die Fische, dass es außerhalb des Wassers kein Leben gäbe. Im Nachhinein sind einige Fische zu der Schlussfolgerung gekommen, dass man auch außerhalb des Wassers leben kann und sind dann zu Vögeln geworden. In Zukunft wird sich der Mensch vergewissern, dass man auch in großen Höhen leben kann, wo die Luft extrem dünn ist. So wie die Fische den Sauerstoff des Wassers nutzen, so wird auch der Mensch eines Tages jenen Stoff aus der Luft herausholen, der für das Atmen notwendig ist. Der Körper des zukünftigen Menschen wird im Vergleich zum jetzigen feiner sein und er wird im Äther leben. Er wird sich dann zwischen Erde und Mond frei bewegen können, denn der Raum zwischen diesen Planeten ist von Äther erfüllt, an den der Mensch angepasst sein wird. Der jetzige Mensch kann jedoch nicht auf den Mond fahren, er ist dafür nicht geeignet -- seine Lungen können den Äther noch nicht aufnehmen. Wer für sich schon solche dem Äther angepasste Lungen geschaffen hat, der kann frei auf den Mond fliegen. Laut Okkultisten gibt es solche Menschen auf der Erde. Sie fahren nicht nur zum Mond, sondern auch zu anderen Planeten, aber wie das geschieht, kann wissenschaftlich nicht bewiesen werden. Für die Wahrheit ist das unwichtig, denn sie braucht keine Beweise. Nur die materiellen Dinge werden bewiesen. Braucht das Licht Beweise? Wenn ihr die Schwingungszahl des roten, gelben oder blauen Lichts beweisen würdet, würdet ihr damit noch lange nicht das Licht als solches beweisen. Die Schwingungen sind Fahrzeuge des Lichts, aber das Licht an und für sich ist keine Schwingung. Der Mensch bedient sich des Autos als Fahrzeug, aber das Auto selbst ist noch lange kein Mensch. Das Auto ist eine Sache, der Mensch eine andere; die Schwingungen des Lichtes sind etwas, das Licht etwas anderes; die Schwingungen eines Musiktons sind etwas, womit die Musik nichts zu tun hat. Der Klang wird durch die Schwingungen der Luft weitergetragen, aber weder der Klang noch die Schwingungen stellen die eigentliche Musik dar. Wenn wir nun über den Menschen sprechen, so können wir ihn als ein Individuum, als eine Persönlichkeit betrachten. Wir können ihn auch als ein kollektives Wesen betrachten, das aus einer allgemeinen Quelle des Lebens hervorgegangen ist. Er ist auf die Erde gekommen, um für sich, für sein Zuhause, für seine Heimat, für die gesamte Menschheit zu leben. Und schließlich, wenn er all diese Lebensphasen durchlaufen hat, wird er sich dessen bewusst, dass er auf die Erde gekommen ist, um seines Schöpfers willen zu leben. Um deines Schöpfers willen und um des Herrn willen zu leben, heißt, in sich Liebe zu haben. Für das Licht zu leben und es zu nutzen, heißt, Augen zu haben. Wer Augen hat, der sieht das Licht und Gott und erkennt. In diesem Sinne brauchen sie gar keine Beweise. Jemand wird sagen, er fühle Gott. Das Fühlen der Dinge ist ein Mittel, dessen sich der Mensch bedient, es ist jedoch kein Beweis. Es stellt ein Fahrzeug für den Menschen dar, ähnlich wie das Auto für sein physisches Leben. Der Austausch zwischen Gott und einer menschlichen Seele ist ein Beweis für die Existenz Gottes und für Seine Manifestationen als Liebe, Weisheit und Wahrheit. Dass du in Gott lebst und Er in dir, ist der Beweis für Seine Existenz. Es ist gesagt worden, dass Gott Liebe ist. Folglich ist die Liebe (ljubov) die Beziehung Gottes zu uns. Die \textit{Liebe}~(obitsch)\footnote{Vgl. Anmerkung 49.} stellt jedoch die Beziehung des Menschen zu Gott dar. Nur wenige verstehen diese Verhältnisse, weshalb sie jemanden lieben, ohne zu wissen, wen sie genau lieben. Jemand liebt sie und sie wissen nicht, wer das eigentlich ist. Jemand sagt, dass ihn irgendwer liebt -- Petko, Stojan, Dragan. Der Mensch kann nicht lieben. Kann ein Liter Wasser euren Durst das ganze Leben lang stillen? Kann euch ein einzelner Edelstein zieren? Folglich kann ein Mensch das Bedürfnis eurer Seele, geliebt zu werden, nicht befriedigen; noch kann man nur einen einzigen Menschen lieben. Wenn Gott im Menschen nicht lebt, kann ihn einer seinesgleichen nicht lieben. Kann die Katze den Menschen um seinetwillen lieben? -- Sie liebt ihn um des Brotes willen, das er ihr gibt. Hört der Mensch auf, die Katze zu füttern, so hört sie auch auf, ihn zu besuchen -- sie liebt ihn nicht mehr. Alle Menschen sprechen über die Liebe (ljubov), nur einige aber begreifen sie als große Kraft, als große Tugend. Sie begreift das Leben und bringt ihm Harmonie. Ohne Liebe (ljubov) ist das Leben der Tod und ohne \textit{Liebe} (obitsch) die Hölle. Hört der Mensch auf zu lieben (ljubja), so stirbt er; hört der Mensch auf zu lieben (obitscham), so steigt er in die Hölle hinab. Gott sagte zum ersten Menschen: "`An jenem Tag, an dem du von der verbotenen Frucht isst, wirst du sogleich sterben."' Das heißt: An dem Tag, an dem du das Gesetz der Liebe brichst, wirst du sterben. Der Tod beinhaltet die Entfernung des Menschen von der Liebe. Wenn die Menschen über die Liebe sprechen, betrachten sie sie einerseits als Ausdruck des individuellen Lebens des Menschen und andererseits als Ausdruck des kollektiven Lebens. Aus dieser Sicht heraus betrachten die Autoren, die verschiedensten Schriftsteller, die Romanautoren und die Philosophen die Fragen des Lebens. Victor Hugo zum Beispiel löst die inneren Widersprüche im persönlichen Leben des Menschen. Tolstoi dagegen löst eine große soziale Frage -- den Grund für die Kriege, für die großen Streitigkeiten und Missverständnisse zwischen den Völkern. Hinsichtlich ihrer Anschauungen haben die beiden Schriftsteller in ihren Romanen \textit{Die Elenden} und \textit{Krieg und Frieden} Recht. Auch die heutigen Menschen fragen sich, so wie Tolstoi, was der Grund für die Existenz des Bösen in der Welt ist. Was tun die Soldaten, wenn sie eine Brücke überqueren? -- Um sie nicht zu zerstören, laufen sie nicht rhythmisch, bewegen sich allein, zu zweit oder zu dritt und das durcheinander. Aufgrund dieses physischen Gesetzes sage ich: Das Böse existiert aufgrund des rhythmischen Tuns des Bösen. Wenn die Soldaten rhythmisch über die Brücke gehen, dann zerstören sie sie. Wenn sich viele Menschen rhythmisch in die Richtung des Bösen bewegen, verursachen sie große Katastrophen in der Welt: Erdbeben, Überschwemmungen und anderes. Damit das Böse aufhört und den Katastrophen ein Ende gesetzt wird, müssen die Menschen sich vom Rhythmus ihres verdorbenen Verstandes und ihres verdorbenen Herzens sowie der Übereinstimmung mit dem Bösen befreien. Sie müssen, vereint in ihrem Verstand, in ihrem Herzen und ihrem Willen Gutes tun, damit sie die Erde in ein Paradies und ihr Leben in Musik und Gesang verwandeln. Es reicht nicht aus, nur nach dem Grund des Bösen zu suchen, sondern der Mensch soll bereit sein, sich davon loszusagen. Sagt sich der Mensch von seiner Gier nicht los, so kann er nicht in die göttliche Ordnung der Dinge eintreten. Wenn die Bienenarbeiterin die Gesellschaft der Bienen nicht verlassen kann, so wird sie nichts dazugewinnen. Sie wird eine Bienenkönigin haben, die ihr befiehlt und wird für immer eine Arbeiterin im Bienenkorb ihrer Königin bleiben. Auch im Bienenkorb gibt es Ordnung, Disziplin und Sauberkeit, aber diese Ordnung ist nicht ideal. Wenn die Biene nach etwas Erhabenem sucht, muss sie den Bienenkorb verlassen. Im Leben der Bienen ist Vielmännerei zugelassen, was keinesfalls ein Ideal einer erhabenen Welt sein kann. Die Gesellschaftsordnung der Bienen ist längst überholt. Jede vernünftige Biene sucht nach neuen Bedingungen für ein neues, erhabenes Leben. Worin besteht die ideale Ordnung des Lebens? -- In der Anwendung der Liebe (ljubov) und der \textit{Liebe} (obitsch). Außerhalb der Liebe (ljubov) und der \textit{Liebe} (obitsch) kann gar kein Ideal existieren. In Zukunft, wenn die Liebe (ljubov) und die \textit{Liebe} (obitsch) im Leben angewandt werden, werden sich die Menschen vor dem Tode nicht fürchten. Sie werden nicht sterben, sondern von einer Welt in eine andere übergehen. Heute sterben die Menschen aus dem einzigen Grund, weil sie die Liebe (ljubov) und die \textit{Liebe} (obitsch) in sich nicht in Einklang gebracht haben. Wer sie nicht harmonisch aufeinander abgestimmt hat, kann sie auch nicht richtig anwenden. Ich hörte einer jungen Frau zu, die sich über ihre Lage beschwerte. Sie erzählte, sie habe vor zwei Jahren geheiratet und habe sich mit ihrem Mann bereits sieben Jahre vor der Hochzeit geliebt. Und sie wisse nicht, was zwischen den beiden vorgefallen sei, aber ihr Mann habe sich in eine andere Frau verliebt und habe ihr gesagt: "`Verzeihe mir, aber nun liebe ich dich nicht wie früher. Wenn du mich liebst, opfere dich für mich und lass mich frei."' Und weil seine Ehefrau ihn liebte, hat sie ihn, wenn auch schweren Herzens, frei gelassen; sie hat ihn nicht verlassen, aber mischte sich in seine Liebe nicht ein. Diese Frau ist vernünftig. Sie versteht, dass sie sich in Herzenssachen nicht einmischen darf, doch will sie den Grund für ihre neue Lage wissen, in der sie sich befindet. Ganz einfach. Wann liebt der Mensch jemanden? -- Wenn sich derjenige für ihn opfert. Folglich hatte sich diese Frau einst in der Vergangenheit für ihren Mann geopfert und heute bedankt er sich bei ihr mit seiner \textit{Liebe} (obitsch). Während er diese Frau liebt, wird er auch seiner Ehefrau gegenüber eine noch größere Liebe zum Ausdruck bringen, aber nur dann, wenn sie ihn frei lässt. Er wird ihre Opfer, die sie für ihn erbracht hatte, wertschätzen und ihr dafür danken. Dasselbe gilt auch für die Frau. Die Liebe ist das Eine und Unteilbare. In der Liebe gibt es keine Verbrechen, nichts Böses. Die Verbrechen, die die Menschen ihr zuschreiben, verstecken sich an anderer Stelle und nicht in der Liebe. Die Menschen verstehen sie nicht, oder verstehen sie falsch. Die Liebe erhebt den Menschen und lässt ihn auferstehen, aber töten kann sie ihn nicht. Gott manifestiert sich durch die Liebe in jedem Lebewesen. Je mehr Menschen der Mensch liebt, umso mehr hat er sich für Gott geöffnet. Die Liebe ist ein Weg des Erhebens. Wie sich die Liebe manifestiert, ist unwichtig. Sie hat Millionen von Arten sich auszudrücken. Wichtig ist, dass man durch sie etwas Wertvolles dazugewinnt. Indem der Mensch von einer zur nächsten Stufe emporsteigt, kommt er schließlich zu der großen Liebe, in der es keinen Verrat, keine Verbrechen, keinen Tod gibt. Sie bringt Freude und Glück mit sich, sie bringt Freiheit und Unsterblichkeit. Die Aufgabe der vernünftigen Welt besteht in der Befreiung des Menschen von seinen Irrtümern, die er aus der Vergangenheit mit sich trägt; sie soll eine hohe Moral in sein Leben bringen. Warum sollen die Menschen einander misstrauen? Soll der Mann seiner Frau misstrauen und denken, sie suche nach anderen Männern? Soll die Frau ihrem Mann misstrauen? Warum soll der Mann die Frauen nicht als seine Töchter und Schwestern betrachten und sie als solche lieben? Warum soll die Frau die Männer nicht als ihre Söhne und Brüder betrachten und sie als solche lieben? Der Vater liebt seine Töchter, die Mutter ihre Söhne. Enthält diese Liebe etwas Verbrecherisches? Die Familie wurde gerade deswegen geschaffen, um die Beziehungen zwischen dem Mann und der Frau zu regeln und sie auf ein höheres Niveau zu erheben. Denkt aber nicht, dass ein Mann ein Verbrechen begeht, wenn er eine Frau liebt. In der Liebe gibt es keine Verbrechen. Es ist unmöglich, jemanden zu lieben und gleichzeitig ein Verbrechen zu begehen. Wer liebt, begeht keine Verbrechen; wer nicht liebt, der begeht Verbrechen. Das gilt gleichermaßen für den Mann und für die Frau. Freut euch, wenn sich die Menschen lieben. Freut ihr euch denn nicht, wenn der Vater seine Töchter liebt und die Mutter ihre Söhne? Auf der Erde existiert keine erhabenere Liebe als die der Mutter und des Vaters. Heute verstehen die meisten Menschen die Liebe nicht, aber sie sprechen über sie und schreiben ihr Eigenschaften zu, die sie nicht besitzt. Es ist die Liebe der Insekten, die uns nicht beschäftigt. Erst jetzt treten die Menschen in die Liebe des Herzen hinein. Sie lesen Romane, verlieben sich und denken, dass sie diese Liebe kennen. Auch diese Liebe kennen sie nicht. Wenn noch nicht einmal diese Liebe verstanden worden ist, wie viel weniger ist die göttliche Liebe verstanden worden. Da wird jemand sagen, er kenne Gott, Gott sei in unserer Nähe. Manchmal ist Gott bei uns, manchmal ist Er weit von uns entfernt. Wenn wir Gott lieben, ist Er weit von uns entfernt; wenn wir Ihn nicht lieben, ist Er in unserer Nähe, Er belehrt und erzieht uns. Wie? -- Durch Leiden. Wenn sich die Frau über ihren Mann beschwert, sollt ihr wissen, dass er sich in ihrer Nähe befindet; auf Schritt und Tritt passt er auf, damit sie keinen Fehler macht. Wenn er weit weg ist von ihr, ist sie zufrieden und weiß, er liebt sie. Sie vertraut ihm und lässt ihn sich frei ausdrücken. Die Begriffe "`nah"' und "`fern"' sind relativ. Die vernünftigen Wesen, die sich mit der Lichtgeschwindigkeit bewegen, erreichen die Sonne innerhalb von acht Minuten und kehren in acht Minuten wieder zurück. Sie befinden sich in unserer Nähe. Der einfache Mensch benötigt eine, bis zwei Stunden für die Hin- und Rückfahrt in die Stadt. Das heißt, dass die Stadt weit entfernt von euch liegt. In Zukunft werden Mann und Frau weit weg voneinander leben. Wenn sich die Frau auf der Sonne befindet, wird der Mann auf der Erde sein. Dann werden sie ihre Plätze tauschen: Der Mann wird zur Sonne hinaufsteigen und die Frau wird auf die Erde hinabsteigen. Adam beging einen Fehler, als er die Frau zu sich rief, die in der anderen Welt lebte. Er nahm sie zu sich, doch letzten Endes verließen beide das Paradies. Um zu lieben, sollen die Menschen ineinander Platz einnehmen. Unter diesen Bedingungen werden sie sich nicht streiten und aufeinander böse sein. Wenn die Ehefrau auf ihren Mann böse wird, wird er in ihr einen Platz einnehmen; wenn der Mann auf die Frau böse wird, dann nimmt sie in ihm einen Platz ein. Somit werden sie nicht streiten und füreinander verborgen bleiben. Kann man mit sich selbst streiten? Die innere Seite des Lebens ist der Himmel und die äußere die Erde. Wer seine Harmonie bewahren will, muss ständig in sich gehen und dann wieder aus sich herausgehen, das heißt, sich zwischen dem Himmel und der Erde als den Polen des Lebens bewegen. Wer die Liebe versteht, hat keine Angst, der Liebe beraubt zu werden. Die Liebe ist das große Lebensmeer und wer kann es schon des Wassers berauben und es trocken legen? Das Wasser der Liebe ist unerschöpflich. Wer liebt, der bleibt der Liebe immer treu. Wer geliebt werden will, muss wie ein Kind werden. Jeder freut sich über ein Kind, jeder trägt es auf Händen. Schafft ihr es, einen Mann oder eine Frau auf eurem Rücken zu tragen? Folglich, um geliebt zu werden, muss die Frau auf ihren Wunsch verzichten, sich vom Mann tragen zu lassen. Auch der Mann muss auf seinen Wunsch verzichten, von der Frau auf dem Rücken getragen zu werden. Nur so kann er geliebt werden. Christus sagt: "`Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben."'\footnote{Mt 5,5.} Wer ist ein sanftmütiger Mensch? -- Derjenige, der in sich die Liebe (ljubov) und die \textit{Liebe} (obitsch) trägt. Er betrachtet die Menschen als Seelen, zweifelt nicht an ihnen, bereitet ihnen keine Leiden, quält sie nicht. Wenn es um eine Frau geht, so zweifelt sie nie an ihrem Mann, lässt keinen einzigen schlechten Gedanken über ihn zu. Wenn es um einen Mann geht, dann zweifelt auch er nicht an seiner Frau und lässt keinen schlechten Gedanken über sie zu. Der Sanftmütige erkennt die Liebe (ljubov) und die \textit{Liebe} (obitsch) an ihren Manifestationen. Wenn über die Liebe gesprochen wird, verstehen wir darunter nicht die freie Liebe, die die Menschen zulassen. Die Liebe steht höher als die Freiheit. Sie geht aus der Wahrheit hervor und beinhaltet gleichzeitig die Wahrheit und die Weisheit. Ihr werdet sagen, keiner liebe euch. Das ist nicht wahr. Es existiert kein Lebewesen in der Welt, das nicht geliebt wird. Eines wird vom Menschen verlangt: die Liebe durch den Verstand, durch das Herz und durch die Seele wahrzunehmen. Wer die Liebe nicht auf diese Weise wahrnimmt, kann sie nicht erkennen. So wie ihr die Luft erkennt, so müsst ihr auch die Liebe kennenlernen. Und dann werdet ihr nicht sagen, dass euer Mann oder eure Frau euch nicht liebe; ihr werdet wissen, dass Gott, indem Er euch auf die Erde geschickt hat, euch auch geliebt hat. Er hat euch nicht unter Männer und Frauen geschickt, sondern unter Brüder und Schwestern, um ihnen zu zeigen, was Liebe ist. Erwartet nicht, dass man euch liebt, aber liebt selber. Seid Helden, um die Liebe auszudrücken und Träger des Neuen in der Welt zu sein. 9. August 1942, 10.00 Uhr -- Sofia-Izgrev Aus dem Bulgarischen Stanislava Stefanova.
  6. KOSTBARE TUGENDEN Das vernünftige und das glückliche Leben hängen von einfachen Dingen ab. Jeder Mensch möchte glücklich sein, aber worin das Glück besteht, das weiß er nicht. Zu sagen, dass du glücklich sein sollst, kommt dem gleich zu sagen, dass du gehen sollst. Es ist eine Kunst zu wissen, wie man gehen soll. Wenn du richtig gehst, wirst du gesund sein; wenn du nicht richtig gehst, fügst du dir selber dadurch verschiedene schmerzhafte Zustände zu. Am Gang kann man erkennen, ob jemand vernünftig ist, ob jemand mehr oder weniger Licht in seinem Bewusstsein hat; der Gang bestimmt auch die Härte des Menschen. Überhaupt erkennt man am Gang die Charakterzüge des Menschen. Jede bewusste oder unbewusste Bewegung bestimmt den Charakter des Menschen. Der Körper ist ein Ausdruck der menschlichen Seele. Es reicht, den menschlichen Körper zu studieren, um sein inneres Leben und die verborgenen Kräfte in ihm zu erkennen. Manch einer denkt, dass keiner weiß, was er in sich trägt, wenn er schweigt. Er täuscht sich: Man braucht nicht zu sprechen, um erkannt zu werden. Sein Gesicht, sein Kopf, die Hände und die Füße sowie der ganze Körper sprechen über ihn. Für denjenigen, der dies lesen kann, ist alles offensichtlich. Er kann lesen aber auch still sein. Die heutigen Menschen haben Angst voreinander. Wenn einer eine schlechte Meinung über euch hat, dann seid ihr für ihn verschlossen. Wenn man euch fragt, wer ein guter Mensch ist, werdet ihr euch aufgrund seines Verhaltens über seine Güte äußern. Ihr sagt, der Krämer sei ehrlich, weil er ein ehrliches Geschäft betreibe. Wenn er seine Waren wiegt, wiegt er sie genau. Dazu sagt er auch: "`Diese Ware ist erstklassig und jene zweitklassig."' So wie er es sagt, so erweist es sich auch. Der Gelehrte liest vom Gesicht ab, ob derjenige ehrlich ist oder nicht. Er sagt: "`Wenn der Vater und die Mutter eines gewissen Menschen ehrlich waren, wird er auch ehrlich sein; wenn sie klug und gut waren, dann wird er auch klug und gut sein; wenn sie gesund waren, dann wird er auch gesund sein. Im Gesicht und Kopf des Menschen ist nicht nur das Leben seiner Eltern, sondern auch das Leben seiner Vorfahren abgebildet. Alles stammt aus einer weiten Quelle. Ihr seht die Glühbirnen und sagt, dass die Elektrizität vom Wasser stamme. Der wahre Gelehrte weiß aber, dass dieses Licht nicht direkt vom Wasser stammt, sondern von einer noch weiter entfernten Quelle, der Sonne, die nur ein Tank dieser Energie ist. Hinter der Sonne verbirgt sich aber die Erste Ursache der Dinge. Folglich, nach jeder vollbrachten Tat oder Äußerung kommt etwas anderes. Zum Beispiel kommt nach dem Essen das Ausruhen und nach dem Ausruhen die Arbeit. Danach kommen wieder das Essen, das Ausruhen und dann die Arbeit. Was ist der Sinn des Lebens? -- Wenn der Mensch lebt, versucht er etwas zu erlangen. Wenn er nicht jeden Tag etwas Neues erlangt, meint er, er lebe nicht. Der Beamte und der Arbeiter streben nach einer Gehaltserhöhung. Jeder möchte eine Vermehrung seines Brotes, um seinen Hunger zu stillen und etwas als Baustoff seines Körpers hinzufügen zu können. So wie für den Bau eines Hauses eine bestimmte Menge Baumaterial -- Ziegel, Steine, Balken und Sand -- nötig ist, so sind für den Bau des menschlichen Körpers, innerlich und äußerlich, bestimmte Baustoffe nötig. Wenn nicht genug Baumaterial zur Verfügung steht, beklagt sich der Mensch, dass ihm etwas fehle. Jeder Mensch fühlt irgendeinen Mangel in seinem Leben und strebt danach, ihn auszugleichen. Der Mangel, das Defizit an etwas, macht den Menschen unzufrieden. Er weiß, dass es ihm an etwas fehlt, aber was dieser Mangel ist, davon hat er keine Vorstellung. Warum? -- Sobald er etwas erlangt, tritt ein anderes Defizit in Erscheinung. Ein ganzes Leben lang bemüht sich der Mensch, seine Mängel auszugleichen und nie kann er diese ausgleichen -- es fehlt ihm immer an etwas. Christus sagt: "`An einem fehlt es dir."' Was ist dieses Eine? Ihr werdet sagen, dass ihr Liebe möchtet. Was ist die Liebe? Kann man sie essen oder trinken? -- Weder isst man sie noch trinkt man sie, aber sie bringt alles andere hervor, was man isst und trinkt. An und für sich ist die Liebe kein Glück, bringt aber Glück hervor; sie ist nicht stark, macht aber die Menschen stark; sie ist kein Licht und keine Wärme, bringt aber Licht und Wärme hervor. Was ist die Liebe eigentlich? Es erweist sich, dass die Liebe nichts ist, aber alles hervorbringt. Unter dem Wort "`nichts"' verstehen wir, dass die Liebe nicht begrenzt ist, sie schuldet keinem etwas, tut aber alles. Die Liebe schuldet keinem etwas, verpflichtet aber alle. Sobald sie dem Menschen Essen bringt, verpflichtet sie ihn zu essen; wenn sie den Menschen vernünftig macht, veranlasst sie ihn dazu, seine Vernünftigkeit zum Ausdruck zu bringen; wenn sie ihm Licht und Wärme gibt, fordert sie von ihm, sie zum Ausdruck zu bringen, da, wo es nötig ist. Solange die junge Frau bei ihren Eltern ist, ist sie frei von Verpflichtungen. Sobald sie sich in einen jungen Mann verliebt und ihn auch heiratet, hat sie die Pflicht, sich um das Haus, um ihren Geliebten und die Kinder zu kümmern. Das Neugeborene braucht die Pflege seiner Mutter. Es will essen, aber es weiß nicht, woher es das Essen holen kann oder wie man isst. Seine Mutter gibt ihm hochwertiges Essen von sich und ist darum bemüht, das Essen rechtzeitig zu geben. So wie das Kind von seiner Mutter lernt, so soll jeder Mensch, um gut, vernünftig, stark und gesund zu werden, einen Meister haben, der ihm die Methode zur Erlangung dieser Eigenschaften zeigt. Alle Menschen möchten gesund sein, wissen aber nicht, wie sie ihren Wunsch erfüllen können. Wird ihnen gesagt, dass sie tief atmen sollen, um gesund zu sein, werden sie daran nicht glauben und werden beginnen zu philosophieren. Sie wollen, dass Ihnen etwas anderes gesagt wird. Warum? -- Weil sie ja denken, dass das Atmen von alleine geschieht. Wahr ist, dass jeder Mensch atmet, aber er atmet falsch. Alle Krankheiten und alles Unwohlsein liegen am falschen Atmen. Die heutigen Menschen atmen nur mit dem oberen Teil ihrer Lungen, das genügt aber nicht. Am Atmen sollen sich die Vernunft, das Herz und der Wille beteiligen. Wenn sie nicht am Atmen teilnehmen, so kann der Mensch nicht richtig Gebrauch von der Luft machen; er nimmt sie mechanisch auf und gibt sie mechanisch ab. Der Mensch soll bewusst atmen. Die Gesundheit des Menschen hängt von der Menge der Luft, des Lichtes und der Wärme ab, die er von der Außenwelt aufnimmt. Das Licht lässt dem menschlichen Denken freien Lauf. Das Atmen aber lässt seinen Gefühlen freien Lauf, die Wärme jedoch bringt in die Gefühle und Gedanken eine Erweiterung. Was ist das für ein Atmen, wenn es den Menschen nicht von seiner Unzufriedenheit befreien kann? Einer atmet, empfängt Licht und Wärme, ist jedoch unzufrieden. Warum ist er unzufrieden? -- Weil seine Schuhe alt und seine Kleider abgenutzt und ausgebleicht sind. Eines müsst ihr wissen: Es gibt keine neuen, aber auch keine alten Dinge in der Welt. Die Sonne, die auf- und untergeht, ist weder alt noch neu: Sie existiert seit der Erschaffung der Welt. Ist die Sonne dann neu? Gleichzeitig sagen wir aber, dass ein neuer Tag anbricht, wenn die Sonne, mit neuem Licht und neuer Wärme, wieder aufgeht. Also ist die Sonne für manche Menschen neu, für die anderen aber alt. Jedes neugeborene Kind ist ein neuer Mensch. Wie viele Male wurde jedoch dieses Kind bereits geboren und ist gestorben?! Wie viele Male war es ein gelehrter und berühmter Mensch?! In einer kleinen Form ist es gekommen, aber in ihm verbirgt sich ein großer Gelehrter oder ein großer Philosoph. Oft klagen die Menschen über ihr Leben, sie können das Leid nicht ertragen und suchen nach dem Schuldigen außerhalb von sich. In dieser Hinsicht ähneln sie den kleinen Kindern, die sich selbst Leid zufügen; aber wenn sie das nicht verstehen, machen sie die äußeren Umstände dafür verantwortlich. Ein Kind aß eine Wassermelone und als es mit den Kernen spielte, steckte es einen Kern in sein Ohr und konnte ihn danach nicht herausholen. Es begann zu weinen, weil ihm das Ohr wehtat. Der Kern quoll und verursachte große Schmerzen. Die Mutter wunderte sich, woran das lag. Sie rief eine erfahrene Großmutter, um das Kind zu untersuchen. Die Großmutter berührte das Ohr von außen und bemerkte eine Schwellung. Sie fragte das Kind, ob es etwas in sein Ohr gesteckt habe. Erst jetzt erinnerte sich das Kind daran, einen Kern in sein Ohr gesteckt zu haben, den es nicht herausnehmen konnte. Die Großmutter nahm ein Häkchen, steckte es vorsichtig in das Ohr des Kindes und nahm den Kern heraus. So handeln auch die Erwachsenen: Sie tun einen Gedanken, ein Gefühl oder eine Tat dahin, wo sie nicht hingehören und dann wundern sie sich, dass sie darunter leiden. Um nicht zu leiden, soll der Mensch alles an seinen Platz tun. Wenn du Krämer bist, sollst du deine Ware genau wiegen: Wiegst du die Ware leichter, als du sollst, wirst du gefasst werden und das Vertrauen des Menschen verlieren. Du sagst dann, dass du es nicht gemerkt hast oder dass dein Diener diesen Fehler gemacht hat. Verberge die Wahrheit nicht! Sei wachsam in deinen Taten; begehst du bewusst Fehler, gib die Fehler zu und beginne, sie zu berichtigen. Ihr werdet sagen, dass ihr gut lebt. Seid froh darüber, wenn ihr tatsächlich gut lebt; wenn jedoch euer Leben nicht ausreichend rein ist, dankt den Umständen und den Wesen, durch die das Leben hindurchgeht, um sich zu reinigen. Das irdische Leben des Menschen ähnelt dem trüben Wasser, das durch die Schichten der Erde fließt und sich reinigt. Die Schichten, welche dieses Leben durchläuft, sind sein Verstand, sein Herz und seine Seele. Sobald das Leben des Menschen diese Schichten durchquert, reinigt es sich und kommt wieder in Form einer reinen Quelle, von deren Wasser alle Lebewesen -- Pflanzen, Tiere und Menschen -- Gebrauch machen. Je reiner die Quelle ist, desto größer ist die Freude der vernünftigen Wesen. Wenn die Quelle unrein ist, dann sagt man: "`Dieses Leben ist nicht tugendhaft, man soll es reinigen."' Es wird über jemanden gesagt, seine Gedanken seien unrein; über einen anderen wird gesagt, seine Gefühle und Wünsche seien unrein. Das zeigt, dass der Verstand, das Herz und der Wille gewisser Menschen als Filter des Lebens ihrem Dienst nicht gut nachgegangen sind. Wie die Menschen sich von den Früchten der Bäume ernähren, so ernähren sich die viel niederer und viel höher stehenden Wesen von seinen Gedanken und Gefühlen. So wie die Früchte der Bäume als Bestandteile in den menschlichen Organismus gelangen, so gelangen auch die Gedanken, die Gefühle und die Taten des Menschen als Bestandteile in die Organismen anderer Wesen. Also, der Wert des Menschen wird durch die Früchte bestimmt, die er anderen Wesen gibt. Deshalb sagen wir, der Mensch trage Verantwortung für seine Taten. Gott setzte alle Menschen in die Arbeit, als Arbeiter seines Werkes ein. Als der Mensch auf die Erde kam, übernahm er seinen Dienst, dem er genau und gewissenhaft nachgehen sollte. Er ist ein Beamter, der immer geprüft wird. Morgens beim Sonnenaufgang, beginnt sein Dienst, er arbeitet einen ganzen Tag lang und abends kommt ein spezieller Ausschuss, um ihn zu prüfen. Das heißt, er wird jeden Tag, jede Woche, jeden Monat und jedes Jahr geprüft. Und zum Schluss, nachdem er die ganze Arbeit erledigt hat, wird er erneut überprüft. Die letzte Prüfung ist dafür ausschlaggebend, ob er ein guter oder schlechter Beamter ist. Der Kopf und das Gesicht des Menschen zeigen, was für ein Beamter er in seinen früheren Leben war. Sein zukünftiges Porträt wird dann zeigen, was er in seinem jetzigen Leben macht. Welche Arbeit der Mensch auch immer zu unternehmen vermag, er soll sie gut tun. In diesem Sinne soll er wie ein Musiker sein -- jeder Ton soll rein und klar sein, keinen einzigen falschen Ton, keine Unklarheit darf es in ihm geben. Was wird von einem guten Musiker verlangt? -- Er soll reine, klare und genau bestimmte Töne spielen. Jeder Ton soll eine bestimmte Form, Größe und ein bestimmtes Gewicht haben. Gleichzeitig soll der Ton Ordnung, Quantität und Leben in sich tragen. Wenn der Ton des Musikers über diese Qualitäten nicht verfügt, ist seine Musik nicht attraktiv. Welches Mädchen und welcher Bursche ziehen die Menschen an? -- Die schönen. Sind sie nicht schön, interessiert sich keiner für sie. Große Schönheit ist gefährlich, aber große Hässlichkeit ist auch gefährlich. Das, was den Menschen erhebt, ist die Schönheit; das, was ihn fallen lässt, ist die Hässlichkeit. Ihr werdet sagen, dass der Hässliche eines Tages schön, der Schöne aber hässlich werden wird. Dem ist nicht so. Der Hässliche soll schön und der Schöne gut werden. Der Gute soll gerecht und der Gerechte vernünftig werden. Das sind Stufen, die der Mensch in seiner Entwicklung durchläuft. Schönheit breitet die äußeren Bedingungen des Lebens. Wenn du schön bist, sind alle Menschen bereit, dir entgegenzukommen. Die Schönheit ähnelt dem Gold, das nicht oxidiert. Wer die Eigenschaften des Goldes versteht, kann sich seiner wie physischem Gold bedienen, damit er sein materielles Leben verbessert; aber er kann von ihm als organischem Gold Gebrauch machen, um sein inneres Seelenleben zu verbessern. Viele Krankheiten sind durch den Mangel an organischem Gold im Blut verschuldet. Schwäche und die Blutarmut entstehen durch Eisenmangel. Ist das menschliche Denken unbeweglich, zeigt das an, dass der Mensch wenig Phosphor in seinem Blut hat. Das sind abstrakte Dinge, die nicht zu sehen sind. Man spricht über den Gedanken, aber niemand sieht ihn. Man sagt, dass einer gut denke, aber auch dafür gibt es einen Grund. Nur derjenige denkt gut, der geliebt wird. Wenn niemand einen gewissen Menschen liebt, dann kann er nicht gut denken. Die Mutter verpflichtet das Kind mit ihrer Liebe zum Denken. Je mehr sie es liebt, desto besser denkt es. Ursprünglich war das Kind in einem schlafenden Zustand, allmählich aber ist in ihm das Denken erwacht. Sobald der Verstand sich geäußert hat, äußert und erhebt sich auch das Herz. Das Herz gibt dann dem Körper und seiner Kraft die Möglichkeit, sich zu äußern. Das heißt, dass der Verstand, das Herz und der Wille miteinander verbunden sind. Der Verstand ist mit dem Herzen verbunden und das Herz mit dem Körper, das heißt mit der Kraft des Menschen. Die Vernünftigkeit hat einen Bezug zur Mutter. Sie stellt eine Äußerung des göttlichen Geistes im Menschen dar, der den Menschen zum Denken veranlasst. Wenn das Kind die mütterliche Liebe erwidert, erwacht sein Verstand und das Kind beginnt zu denken. Sobald der Verstand, das Herz und die Seele des Menschen erwachen, beginnt er, bewusst zu leben. Das heißt, der Mensch bewegt sich in drei Richtungen – in die Länge, in die Breite und in die Höhe oder Tiefe. Das bewusste Leben beinhaltet die bewusste Ernährung, das bewusste Trinken des Wassers, das bewusste Atmen und die bewusste Lichtaufnahme. Viele essen, trinken und atmen, ohne diesen Prozessen eine besondere Bedeutung zu verleihen. Damit machen sie geringfügigen Gebrauch von den Bedingungen. Das Atmen hat dann eine Bedeutung, wenn das Denken, die Gefühle und der Wille daran teilnehmen. Das Atmen ohne einen konzentrierten Gedanken nützt nichts. Beim Atmen sollst du die Luft langsam ein- und ausatmen. So wie die Luft eindringt, so soll sie auch austreten. Fünf Minuten wirst du atmen, aber dabei wirst du nur an göttliche, erhabene Dinge denken, ohne dich von gewöhnlichen Dingen davon abbringen zu lassen. Wenn der Mensch hungrig ist und mit Liebe und in guter Stimmung isst, dann gewinnt er etwas Wertvolles aus dem Essen. Du wirst wenig, aber mit Liebe essen, das bringt mehr als das viele Essen, das ohne Liebe zu sich genommen wird. Alles, was mit Liebe getan wird, vermehrt sich; alles, was nicht durch Liebe geschieht, verkleinert sich. Seid mit dem Wenigen zufrieden. Wenn ihr ein Weizenkorn und ein Streichholz habt, seid auch damit zufrieden. Ein Weizenkorn kann dreißig, sechzig oder hundert Körner hervorbringen. Mit einem Streichholz könnt ihr ein großes Feuer anzünden, an dem ihr euch erwärmen und Essen für viele Menschen zubereiten könnt. "`Was soll ich mit einem Weizenkorn machen?"' Säe es in die Erde. "`Was soll ich mit einem Streichholz tun?"' Zünde das Feuer an. Wer richtig denkt, tut das Streichholz dahin, wo sich das Feuer leicht anzünden lässt. Um das Brennen zu unterstützen, pustet man: So bringt man mehr Luft hinein und verstärkt das Brennen. Das Pusten des Feuers bedeutet, den Gedanken dahin zu richten, wo er etwas Wertvolles erlangen kann. Was für Übungen ihr auch immer zu tun vermögt, setzt eure Gedanken und Gefühle ein, damit ihr deren Güter nützen könnt. Jede Übung birgt in sich ein gewisses Gut. Macht im Laufe einer Woche die gymnastischen Übungen und die Atemübungen mit Glauben und mit Liebe, damit ihr das Ergebnis seht. Bei der Arbeit mit Liebe und Glauben ist das Ergebnis groß. Stellt die Zweifel weit weg von euch und arbeitet. Jeder Zweifel im Denken, in den Gefühlen oder im Willen führt zu Unglück. Die Auswirkung des Zweifels auf den Menschen gleicht der Luft, die durch ein Versehen des Arztes bei der Blutinfusion in den Kranken gelangt. Kommt Luft in das Blut, leidet der Kranke sehr. Deswegen sage ich: Kommt der Zweifel in den Menschen, ist er vielen Leiden und Schwierigkeiten ausgesetzt. Der Zweifel ist einer der gefährlichen Parasiten, die sich schnell vermehren. In vierundzwanzig Stunden ist er in der Lage, das Blut des Menschen zu vergiften. Der Mensch muss sich dann sehr bemühen, um sein Blut abermals zu reinigen. So muss man jede Übung bewusst durchführen. Hebst du den einen Arm, bedeutet es, dass du etwas empfängst, sobald du ihn senkst, gibst du etwas. Der eine Arm hilft dem Verstand, der andere dem Herzen. Mittels der Finger empfängt man die göttlichen Güter. Der Daumen ist mit dem Willen und mit der göttlichen Welt verbunden. Wenn die zwei Daumen der zwei Hände abgetrennt werden, wird der Mensch willenlos. In früheren Zeiten, wenn man einen sehr sturen Menschen bestrafen wollte, trennte man ihm seine Daumen ab und so wurde er willenlos. Die restlichen vier Finger sind mit der Engelswelt verbunden. Der Zeigefinger ist mit den persönlichen Gefühlen, der Mittelfinger mit der Gerechtigkeit, der Ringfinger mit dem Gefühl für das Schöne und dem Anmutigen und der kleine Finger mit der Ehrlichkeit verbunden. Der kleine Finger ist der Kaufmann im Menschen. Mittels seiner Finger schöpft der Mensch das notwendige Arbeitsmaterial. Hat man dieses Material nicht, kann man nichts tun. Damit der Mensch vernünftig arbeitet, setzt er sich mit den Kräften, die in seinem Körper wirken, und dann auch mit den Kräften, die in der vernünftigen Natur arbeiten, in Verbindung. Wenn ihr eure Füße anseht, seid darüber froh, dass ihr die Gelegenheit habt, das Gute zu studieren. Wenn ihr von einem Ort zum anderen Ort zieht, werdet ihr auf gute Menschen treffen und euch mit ihnen verbinden. Freut euch auch über eure Hände. Sagt nicht, sie seien nicht schön, achtet aber darauf, dass die Finger nicht krumm werden: Sie sollen parallel zu einander sein. Jede Verkrümmung der Finger, zeigt, dass ihr irgendwo euer Leben verdorben habt – strebt danach, es in Ordnung zu bringen. Der menschliche Körper ist eine Wohnung, in der die Seele weilt. Diese Wohnung ist schön; in Zukunft wird dem Menschen eine noch schönere zur Verfügung stehen. Damit der Mensch etwas Schönes hervorbringt, soll er vernünftig und bewusst arbeiten. Dass der Mensch an sich selbst bewusst arbeitet, heißt, dass er nach den schönen Dingen strebt. Das Schöne verbirgt sich im göttlichen und das Hässliche im menschlichen Ursprung. Beschäftigt euch nicht mit dem Menschlichen, mit den Fehlern der Menschen. Jeder soll selbst seine Fehler berichtigen. Sie sind eine vorübergehende Hülle der Dinge. Du triffst einen bösen Menschen. Sage nicht, dass er böse sei, sondern suche nach den Ursachen, die ihn nötigen, sich so zu äußern. Seine Rolle ist diese: Er hat die Aufgabe, die Menschen zu erschrecken. Wenn er seine Aufgabe erfüllt hat, wird er nicht mehr böse sein. Betet für euch und betet für die anderen. Wie sollen wir beten? -- Nachdem du in der Frühe aufgestanden bist, streiche über deine Stirn und sage: "`Gott, segne meine Stirn und die Vermögen, die sie in sich birgt."' Denkst du nicht gut, streiche über deine Nase und richte deinen Gedanken an Gott. Falls deine Augen schief auf die Dinge schauen, streiche auch über sie. Wenn du nicht richtig isst und nicht richtig sprichst, bete für deinen Mund und streiche über ihn. Wenn du die Töne nicht klar vernehmen kannst, streiche über deine Ohren und bete für sie. Danach werdet ihr über eure Hände und Füße streichen, die euch gut dienen. Seid dankbar für die Gliedmaßen, die euch zum Dienen gegeben wurden. Sie sind eure Diener und ihr ihre Herren. Ihr seid von ihnen abhängig. Was wird mit euch geschehen, wenn die Augen, die Ohren, der Mund, die Nase, die Arme und die Beine sich weigern würden, euch zu dienen? -- Dann werdet ihr euch in der Lage eines vollkommen behinderten Menschen befinden. Um euch gut zu entwickeln, braucht ihr einen guten Umgang mit euch selbst, das heißt mit allen euren Gliedmaßen. Dem Menschen ist es nicht erlaubt, grob mit sich selbst zu sein. Wenn eure Nase juckt, fasst sie nicht grob an, sondern streicht mit der Hand über sie und wascht sie dann mit warmem Wasser. Ist der Mensch grob zu sich selbst, dann ist er zu den anderen Menschen noch gröber. Man soll eine hohe Moral haben, die man an sich und danach am Nächsten anwenden soll. An euch selbst werdet ihr lernen und am Nächsten werdet ihr das Gelernte anwenden. Was tun die weltlichen Menschen? -- Wenn sie unter Schmerzen in Armen und Beinen leiden, besuchen sie unterschiedliche Thermen, wo sie sich auskurieren, indem sie eine halbe Stunde im Wasser bleiben. Das heißt, sie kümmern sich um ihre Beine, um ihre Arme und um ihren ganzen Körper. Sollte der Mensch bis zu dem Moment warten, dass seine Beine krank geworden sind, damit er sich um sie kümmert? Seid achtsam mit euren Gliedmaßen, bevor sie krank werden. Habt einen guten Umgang mit eurem Verstand und mit eurem Herzen, damit ihr die Bedingungen nutzen könnt, die in ihnen angelegt sind. Für jeden Menschen ist bestimmt worden, wie viel und was er mit seinem Verstand und seinem Herzen erreichen soll. Arbeitet an euch mit Liebe, damit ihr ihre Kräfte nützen könnt. Die Liebe ist die einzige Kraft, die gibt, ohne etwas zu nehmen. Sie verlässt sich auf niemanden. Solange die Liebe in euch arbeitet, nützt sie, aber hütet euch davor, sie zu verlieren. Sie verlässt den Menschen, sobald er versucht, sie nur für sich selbst zu behalten. Sie ist das Wasser, das nicht aufgehalten werden kann. Wird es aufgehalten, wird es die Staudämme zerstören, euch überfluten und auf seinem Weg weiter fließen. Freut euch über die Liebe, die allen Leben und Licht gibt. Dankt, dass sie alle besucht und jedem Lebewesen etwas gemäß seiner Bedürfnisse gibt. Das Licht und die Wärme kommen dank der Liebe auf die Erde. Alle Güter kommen dank der Liebe auf die Erde. Es wurde gesagt, dass Gott Liebe sei. Dankt demzufolge Gott für alles, was Er euch gibt. Und möchtet ihr gesund sein und gut leben, arbeitet mit Liebe. Möge sie ein Maß in eurem Leben sein. Meidet alle Beziehungen zu Menschen, die nicht der Liebe dienen. Befreundet euch nicht mit Menschen, die nichts mit der Liebe zu tun haben. Knüpft keine Bande mit lieblosen Menschen. Was erreichte Eva mit ihrer Bindung an den schwarzen Adepten? -- Sie hatte nicht nur nichts gewonnen, sondern hatte ihr Glück und ihre Freiheit für Tausende von Jahren verloren. Wer in eine Beziehung mit der Lieblosigkeit tritt, tritt in den Bereich des Todes ein; wer in Beziehung mit der Liebe tritt, tritt in den Bereich des ewigen Lebens ein. Das ewige Leben zu erlangen, das bedeutet, günstige Bedingungen zum Wachstum für den eigenen Verstand, das Herz und die Seele zu schaffen. Dafür wird Dankbarkeit für alles verlangt, was euch gegeben wurde. Wenn ihr etwas Ungerades in euch habt, sucht nicht nach dem Schuldigen irgendwo draußen, aber richtet euch selbst. Die Schuld liegt in eurer Vergangenheit verborgen, in einem Großvater oder Urgroßvater von euch, der nicht gut lebte. Berichtigt eure Fehler, damit ihr auch eurem Großvater oder Urgroßvater helft. Viele lassen sich von ihrem Leben entmutigen, sie sagen, sie seien alt geworden und hätten nichts erreichen können. Hört auf, über das Alter nachzudenken. Ist der Sechzig-, Siebzigjährige oder noch Ältere alt? Das Alter des Menschen wird durch die Zeit bestimmt, die er im Dienst der Liebe gelebt hat. Wenn einer siebzig Jahre alt geworden ist und sich zwanzig Jahre dem Dienst der Liebe hingegeben hat, ist er eigentlich zwanzig Jahre alt. Hat er sich aber erst seit zwei Jahren an Gott gewandt, dann ist er nur ein zwei Jahre altes Kind. Warum soll er sich dann nicht wie ein Kind fühlen und warum soll er dann nicht bereit sein, von den Erwachsenen zu lernen? -- Jeder freut sich über die Kinder, jeder liebt sie. Das Kind bringt etwas Neues, wovon jeder ein Teilchen nehmen möchte. Jeder liebt den guten Menschen, weil er etwas von seinen Früchten nehmen kann. Der Mensch ist kein trockener, sondern ein lebendiger Baum, der Früchte trägt. Jeder Baum, der keine Früchte trägt, wird gefällt und ins Feuer geworfen. Arbeitet an euch selbst, damit ihr nicht nur Früchte tragt, sondern die Früchte edel sind. Wer von euren Früchten kostet, möge dafür danken und sich wünschen, ein zweites Mal von den Früchten zu pflücken. Strebt danach, Obstbäume mit guten Gedanken und guten Gefühlen zu sein, damit jeder nach euch und euren Früchte sucht. Die religiösen Menschen erwarten das Kommen des Heiligen Geistes. Was wird der Heilige Geist bei ihnen finden? -- Er besucht nur die Menschen, die Früchte tragen. Als Moses die Juden aus Ägypten hinausführte, hat Gott ihnen die Gesetze gegeben, die sie erfüllen sollten. Sie mussten das Gesetz des Opferns lernen, um von den göttlichen Gütern Gebrauch zu machen. Ohne das Opfern kann der Mensch nichts Wertvolles erreichen. Die Juden haben dieses Gesetz nicht erkannt. Sie waren zu keiner Opfergabe bereit, weshalb sie mit dem Opfern des Materiellen beginnen sollen. Jemand steht morgens auf und denkt darüber nach, was er tun soll. Wenn er keine Arbeit hat, soll er die Blumen und die Bäume gießen. "`Ich habe keine Bäume und Blumen in meinem Garten."' Dann wirst du zu einem anderen Garten, zum Garten deines Bekannten gehen und dort den Garten gießen. Danach wirst du den Vögeln Wasser geben und ihnen auch Krümel hinwerfen, besonders im Winter, wenn die Erde mit Schnee bedeckt ist. Wenn ihr das Opfern nicht gelernt habt, werdet ihr zu den Gelehrten kommen, um Wissen zu erwerben und dann wird das Opfern verlangt. Die wahren Gelehrten sind Menschen des Opferns und der Liebe. Helft den kleineren und schwachen Wesen, damit ihr auch von ihren Diensten Gebrauch machen könnt. Wenn ihr die Bäume von Raupen befreit, werden sie euch danken und euch von ihren Früchten geben. Ihr werdet sagen, dass dies nicht eure Aufgabe sei. Alles Ungerade, das der Mensch sieht, soll er begradigen, besonders wenn es in seiner Möglichkeit liegt. Wenn ihr morgens aufsteht, singt. "`Wer singt, denkt an nichts Böses"', sagt ein bulgarisches Sprichwort. Heute möchten alle Menschen jünger werden, sie wissen aber nicht, was sie tun sollen und wie sie jung werden könnten. Die Liebe verjüngt den Menschen. Sie erschafft, errichtet und erneuert das Leben und bringt überall Harmonie. Nehmt Rücksicht auf die kleinen Dinge. So handelt auch die Liebe. Sie missachtet niemanden. Wenn du einen Menschen, der einen Buckel bekommen hat, triffst, kritisiere ihn nicht, lache nicht über ihn, sieh aber nach der Ursache, warum er krumm geworden ist. Wenn seine Last physischer Natur ist, nimm ihm einen Teil davon ab und verschaffe ihm Erleichterung; wenn seine Last psychischer Natur ist, sage ihm ein paar gute und aufmunternde Worte, um ihn zu ermutigen. Wenn seine Last geistiger Natur ist, schicke ihm ein paar leuchtende Gedanken, um ihn zu erheben. Sendet euren Verwandten gute Gedanken, damit sie auch euch gute Gedanken senden. Die guten und erhabenen Wesen -- Menschen und Engel -- arbeiten in der Welt mit den eigenen Gedanken und Gefühlen und erheben die ganze Menschheit. Seid Träger des Guten und des Schönen für die Welt, damit ihr von den göttlichen Gütern Gebrauch machen könnt. Darin besteht die Verjüngung und Veredelung des Menschen.
  7. DAS HAUS DER SELIGKEIT Joh 3 Nachdenken "`Wenn jemand nicht von neuem geboren wird, kann er das Reich Gottes nicht sehen."' Joh 3,3. Der von neuem Geborene ist der von der Liebe geborene, in der Weisheit zum Leben erwachte und in der Wahrheit auferstandene Mensch. Das ist der Mensch, der jetzt aus Gott hervorgeht und auf die Welt kommt, um die Macht Gottes, die Kraft des Guten, der Gerechtigkeit und der Vernünftigkeit auszudrücken. Das ist der Mensch, der das Wissen von der Liebe und die Kraft der Barmherzigkeit mit sich bringt. Das ist der Mensch, der das Licht der Weisheit mit sich bringt. Er öffnet die Augen der Blinden. Das ist der Mensch, der Wahrheit und Freiheit mit sich bringt. Das ist der Mensch, der das Leben der Unsterblichkeit mit sich bringt. Errichte dein Haus aus den Fäden der Liebe, stricke es aus den Fäden der Weisheit, schmücke es mit den Fäden der Wahrheit. Decke dann den Tisch in deinem Haus und lade die Liebe, die Weisheit und die Wahrheit ein. Steh auf und bediene sie, damit du lernst, wie du leben sollst. Hör auf, dir Sorgen um Kleinigkeiten zu machen -- aus ihnen werden Edelsteine geschaffen. Hör auf, dich um das trübe Wasser zu sorgen -- es düngt das Leben. Hör auf, dich von der Dunkelheit stören zu lassen, die das Leben begrenzt. Die Finsternis und das Licht sind Freunde der Liebe. Das Wissen und die Unwissenheit sind Freunde der Weisheit. Das Joch und die Freiheit sind Freunde der Wahrheit. Die Finsternis ist das Alte Testament, das Licht ist das Neue Testament. Der vom Fleisch Geborene ist der Mensch des Alten Testaments; der vom Geist Geborene der neue Mensch -- der Mensch der Liebe. Jeder Mensch, der sich von den beißenden Fliegen stören lässt, kann die Welt nicht verstehen. Wer die beißenden Fliegen zur Arbeit -- die Erde zu beackern -- einspannt, der versteht das Leben. Erschaffe aus den beißenden Fliegen Rinder, Kühe, Pferde und sattle sie: Mögen sie auch arbeiten und dem Leben helfen. Denke nicht darüber nach, was mit ihnen geschehen wird und wie ihr Schicksal ist. Lass sie arbeiten. Es ist besser sie arbeiten als beißen zu lassen; es ist besser sie essen als treten zu lassen; es ist besser sie sprechen als lästern zu lassen. Lass die beißenden Fliegen singen. Lass die beißenden Fliegen Horo\footnote{Horo ist ein bulgarischer Reigentanz.} tanzen, wie die jungen Frauen und Männer. Mögen die beißenden Fliegen Schüler der guten Menschen werden. Mögen die beißenden Fliegen Schüler des Lebens werden. Mögen die beißenden Fliegen ihre vergangene Unzufriedenheit vergessen und nicht mehr stolz darauf sein, dass sie die Ochsen vor sich haben fliehen lassen. Denn jagt der Schwache den Starken, macht er sich lächerlich; wenn der Schwache den Starken tritt, verstaucht er sich seine Beine; wenn der Schwache mit dem Starken kämpft, verkrüppeln seine Arme; wenn der Schwache mit dem Starken streitet, wird er schwachsinnig. Versuche nicht, den Allmächtigen zu besiegen. Versuche nicht, den Vernünftigen zu überlisten. Versuche nicht, den Freien zu begrenzen. Werde Diener der Liebe! Werde Schüler der Weisheit! Werde Hofbegleiter der Wahrheit! Besser Liebe als Hass; besser Wissen als Unwissenheit; besser Freiheit als Sklaverei. Die beißenden Fliegen haben die Lieblosigkeit, die Unwissenheit und die Sklaverei geschaffen. Was kostet es dich, auf eine beißende Fliege zu verzichten? -- Es gibt kein schwächeres Wesen als die beißende Fliege. Was hindert dich daran, sie zu besiegen? -- Irre dich nicht zu glauben, die beißende Fliege sei stark. Gott wird beginnen zu spielen und alle beißenden Fliegen werden beginnen, Horo zu tanzen. Gott wird beginnen zu spielen und alle beißenden Fliegen werden beginnen, im Chor zu singen. Gott wird beginnen zu spielen und alle beißenden Fliegen werden die Fahne der Freiheit aufziehen und sie in der ganzen Welt verbreiten. Werde Anführer der beißenden Fliegen und führe sie vorwärts wie ein Fahnenträger: dass sie singen, tanzen, springen und sagen, dass dies das neue Leben in der Welt ist. Wir danken Dir, Gott, für die Liebe, die Du der Welt geschickt hast! Wir danken Dir, Gott, für die Weisheit, die Du der Welt geschickt hast! Wir danken Dir, Gott, für die Wahrheit, die Du der Welt geschickt hast! Sie werden uns ins Haus der Seligkeit führen. 3. Juli 1942, 5.00 Uhr -- Die Sieben Rila-Seen. Aus dem Bulgarischen Lidia Lindrova.
  8. DIE NEUE KULTUR Die Zeiten, in denen wir heute leben, stellen die Belagerung der ganzen christlichen Welt dar. "`Und wenn jene Tage nicht verkürzt würden, so würde kein Fleisch gerettet werden; aber um der Auserwählten willen werden jene Tage verkürzt werden."'\footnote{Mt 24,22.} Die Worte, die Christus sagte, charakterisieren die heutigen Zeiten. Heutzutage quälen die Menschen einander, ihre Verkehrsmittel wie Schiffe und Dampfer versinken. Der jetzige Krieg ist der furchtbarste Krieg für die Menschheit. Niemals geschah ein solcher Krieg. Niemals wurden so viele Soldaten mobilisiert. Die kämpfenden Staaten mobilisierten Zehntausend Millionen von Soldaten und alle kämpfen erbittert. Alle Kriege, alle Missverständnisse unter den Menschen beruhen auf dem Ungehorsam der ersten Menschen. Wenn Adam und Eva dem Gebot Gottes gehorcht und es erfüllt hätten, würden diese Dinge heute nicht passieren. Die Welt entstellte sich zuerst wegen Evas, dann wegen Adams Ungehorsam. Beide sind Zeugen des Unglücks und der Leiden der Menschheit. Sie sehen die Folgen des Ungehorsams. So nämlich lernte Eva folgende Wahrheit: Wenn der Wasserhahn im oberen Stockwerk des Gebäudes aufgemacht wird, füllt sich das ganze Gebäude mit Wasser. Es ist schon an der Zeit, dass das Alte vergeht und dass die neuen Menschen kommen -- die Menschen der Verbrüderung, die an das Wohl ihrer Nächsten so denken, wie an ihr eigenes Wohl. Was wird mit den bösen Menschen passieren? -- Sie werden durch gute ersetzt. Was wird mit den schwachen Menschen geschehen? -- Ihnen werden solche Bedingungen bereitgestellt, damit sie stark werden. Sie müssen stark werden, um die Liebe zu manifestieren. Bis jetzt manifestierten nur die schwachen Menschen die Liebe und deshalb waren alle unglücklich. Indem die schwachen Menschen die Liebe in sich tragen, fürchten sie, dass sie ihre ganze Wärme und ihr Licht verlieren, sodass nicht nur sie, sondern auch die Welt verbrennt. Die starken Menschen lassen die gesamte Wärme und das Licht der Liebe frei, um die ganze Menschheit aufzuklären. Was ist das Schlimme daran, dass die Welt über mehr Licht und Wärme verfügen wird? -- Es ist besser, dass es eine Flamme und ein Licht gibt, als Qualm und Rauch. Heutzutage raucht und qualmt die Welt eher und leuchtet nicht. Die Liebe kommt in die Welt. Ihr Licht und ihre Wärme sind nicht mechanisch, sondern organisch und sie reinigen alles. Durch das Licht und die Wärme der Liebe zu gehen, bedeutet für den Menschen, durch Leiden zu gehen, die reinigen und erneuern. Die Liebe trägt das Leben in sich. Heutzutage kämpfen das Gute, die Vernunft und die Gerechtigkeit als Elemente der großen Liebe, der Weisheit und der Wahrheit. Gott legte Seine Macht in ihre Hände. Wer diese Elemente anwendet, wird vom Licht, vom Wissen und von der Freiheit Gebrauch machen und lernen. Derjenige, der sie nicht anwendet, hält das Buch geschlossen, ohne von seinem Licht Gebrauch zu machen. Er wird gezwungen sein, auf das Feld zu gehen, um es zu beackern und umzugraben. Viele fragen sich, warum Adam und Eva die Sünde begingen. Aus zwei Gründen: Einerseits wollten sie wie Gott werden, andererseits wollten sie die verbotene Frucht kosten, um ihren Hunger zu stillen. Sie dachten, dass sie so stark wie Gott sein würden und trennten sich von Ihm. Der Mensch ist stark, solange er mit der Ersten Ursache, mit dem Ganzen verbunden ist. Der Arm ist stark, solange er mit dem Körper verbunden ist. Trennt er sich von dem Körper, kann er nichts machen. Die Stärke des Menschen besteht in seiner Verbindung mit der Liebe. Nur der Liebende, Weise und Wahrheitsliebende verwirklicht seine Wünsche und wird ein Bürger in Gottes Reich. Die Menschen von heute, insbesondere die religiösen, sprechen vom Jenseits, von den Engeln, aber wissen nicht, dass keiner dort ohne Liebe, ohne Wissen und ohne Freiheit eintreten kann. Ihr werdet sagen, dass ihr sowohl Liebe als auch Wissen und Freiheit besitzt. Das sind immer noch menschliche Dinge. Mit menschlichen Dingen nimmt man keinen im Jenseits auf. Dort wird nichts Unreines zugelassen. Ihr werdet sagen, dass Christus für euch mit seinem Blut büßte. Das Blut Christi ist nichts anderes als das Wort, das durch die Liebe, die Weisheit und die Wahrheit in seiner Fülle offenbart wurde. In ihnen gibt es kein Leiden und keine Schwierigkeiten, keine Verluste und Entbehrungen. Der Mensch leidet, wenn er sich von der Liebe entfernt. Dann verliert er seine Gesundheit, seine Gefühle, seine Gedanken und seinen Reichtum. Der Mensch leidet, weil er das Gesetz der Liebe nicht einhält. Die ersten Menschen hielten dieses Gesetz nicht ein und aus diesem Grunde leiden die Menschen bis heute. Sie wurden durch die verbotene Frucht geprüft, damit sie begreifen, wie hoch sie die Freiheit schätzen und wie sie die Liebe verstehen. Auch die heutigen Menschen schätzen den äußeren Reichtum mehr als den inneren. Der Mensch erhebt sich eigentlich durch seinen Verstand, durch sein Herz, durch seine Seele und durch seinen Geist und nicht durch die verbotenen Gedanken, Gefühle und Wünsche. Im Gehorsam und in der Erfüllung der Gebote Gottes steckt die Kraft des Menschen. Die Erbsünde ist also auf den Ungehorsam der ersten Menschen zurückzuführen. Eva beging eine Sünde mit ihrem Herzen und Adam mit seinem Verstand; und auf diese Weise brachten sie ein fremdes Element in das Leben hinein. Dieses Element wird durch das Leiden hinausgeworfen werden. In der Heiligen Schrift steht: "`Die Füße der Frau werden den Kopf der Schlange zertreten."'\footnote{Vgl. 1 Mos 3,15.} Die Ferse, die Sohle des Fußes stellt das Gute dar. Das Gute wird also den Verstand der Schlange zertreten. Der Fuß der Frau wird sich stärker als der Kopf der Schlange erweisen. Freut euch, dass die Zeit gekommen ist, dass die Menschheit sich zum Guten wendet, damit sie das Licht und die Wärme der Liebe aufnimmt. Es ist an der Zeit, die alte Ordnung aufzuheben. Die neue Ordnung bedeutet die Erschaffung einer neuen Welt, in der die Liebe herrscht. Der alten Ordnung wohnt sie nur als Trost der Leidenden bei. Die Liebe sagt zu ihnen: "`Seid Helden, um die Leiden zu ertragen, die euch gegeben werden."' Sie sagt zu dem Schwachen und Kranken: "`Steh auf von deinem Bett und geh vorwärts!"' Der Kranke braucht keinen Trost und keine Ablenkung, sondern Kraft und Impuls. Warum ist Christus vor 2000 Jahren auf die Erde gekommen? -- Um die Bedingungen für das kommende Reich Gottes und das der Menschen der Liebe auf Erden vorzubereiten. Die neue Ordnung wird Tausende Gottesjahre und nicht Menschenjahre dauern. Deswegen sagte man: "`Ihr Reichtum ist auf immer und ewig."' Die Gerechten werden zum Leben erwachen, sie werden Kraft und Macht erhalten und auferstehen. Sie werden den Tod besiegen. Selig seien die Gerechten und die Heiligen. Was stellt der Heilige dar? -- Er bringt Licht für die ganze Menschheit. Er ist rein und leuchtend geboren worden, er ist nicht den Weg des einfachen Menschen gegangen, er ist nicht gefallen und aufgestanden. Er ist stark, weil er mit Gott verbunden ist. Selig sind diejenigen, die die Auferstehung erwarten. Sie bereiten sich darauf vor, sich aus ihren Kokons zu lösen. Der Auferstandene ist ein starker Mensch. In Zukunft erfahren auch die Wildtiere, dass eine neue Epoche in der Welt begonnen hat. Alle Pflanzen, Tiere und Menschen werden sich über die neue Ordnung auf der Welt freuen. Alle werden befreundet sein. Die Erde wird sich transformieren und in ein Paradies verwandeln. Viele fragen, wie lange es noch dauert, bis man an das Ufer gelangt. Das Ufer erblickt man schon. Der Frühling ist nah. Die Zugvögel kommen und kündigen den Frühling an. Heutzutage durchlebt die Menschheit die letzten Tage des Winters. Arbeitet für das baldige Kommen des Frühlings. Sagen wir alle einmütig: "`Das Reich Gottes auf Erden naht schon."' \textit{Und das ewige Leben besteht darin, dich zu erkennen, den einzig wahren Gott, und den, den du gesandt hast, Jesus Christus.\footnote{Joh 17,23.}} \begin{center} 1. Juli 1942, 7.00 Uhr -- Die Sieben Rila-Seen\footnote{Aus dem Bulgarischen Angela Angelova.} \end{center}
  9. SCHÖNHEIT UND SANFTMUT "`Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis gebe. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört meine Stimme."'\footnote{Joh 18,37.} \end{quote} Schön und sanftmütig ist die Liebe. Schön und sanftmütig ist die Weisheit. Schön und sanftmütig ist die Wahrheit. Durch sie offenbart sich Gott der Welt. \begin{quote} "`Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten."'\footnote{Joh 4,24} \end{quote} \begin{center} 1. Juli 1942, 5.00 Uhr -- Die Sieben Rila-Seen\footnote{Aus dem Bulgarischen Angela Angelova.} \end{center}
  10. DIE KOSMISCHE LIEBE
  11. DER NEUE WEG \chapter[Der neue Weg]{DER NEUE WEG} \rightline{Nachdenken} \vspace*{0.3cm} Alle fragen nach dem guten Weg zur Verwirklichung der guten Wünsche. Der einzig wahre Weg ist der Weg der Liebe. Jemand möchte Maler werden. Er kann sofort Maler werden, aber er sollte in den Bereich der Malerei eintreten, wo der Verstand aller Maler vereinigt ist. Wenn er in diesen Bereich nicht eintritt und sich mit dem Verstande der Maler verbindet, wird er weiterhin malen, aber kein einziges wertvolles Gemälde hervorbringen. Wenn du Musiker werden willst, wirst du den Bereich der Musik betreten; wenn du Poet werden willst, musst du den Bereich der Poesie betreten; willst du Philosoph werden, wirst du den der Philosophie betreten. Solange der Mensch nicht die Umgebung betritt, die seinen Wünschen entspricht, wird er spielen, schreiben, philosophieren, aber weder Poet noch Philosoph werden können. Kommt der Mensch in eine harmonische Umgebung, erreicht er seine Wünsche leicht, mit geringen Anstrengungen. Jede harmonische Umgebung führt zur Liebe. Deshalb sagen wir, dass der einzige gerade Weg zum Erreichen der menschlichen Wünsche der Weg der Liebe ist. Dieser Weg ist weder neu noch alt; er ist weder leicht noch schwer. Schön ist der Weg der Liebe. Vom Menschen hängt es ab, ob er leicht oder schwer ist. Wie äußern die meisten Menschen ihre Liebe? -- Wenn sie jemanden lieben, legen sie ihm ein Halfter an, legen ihm einen Sattel auf und sagen: "`Hopp!"' Das ist der schwierige Weg der Liebe, da sie unterjocht. Es gibt aber Menschen, die, wenn sie jemanden lieben, ihn befreien. Sie nehmen die Ziemen ab und lassen ihn in Freiheit. Das ist der leichte Weg der Liebe. Also die einen Menschen lieben und mit der Liebe unterwerfen sie, die anderen lieben und befreien die Unterworfenen. Wie ist der Zustand der heutigen Menschen? -- Sie befreien sich ständig; sie sind in der Welt der Liebe getränkt und von Vernunftwesen umgeben, die sie lieben und sie ununterbrochen befreien. Kommst du aus einer Schwierigkeit heraus, ist das ein Zeichen, dass man dich befreit hat. Das Unterjochen ist zweifach: Der Mensch unterjocht sich selbst oder wird von anderen unterjocht. Es reicht, jemanden zu lieben und zu wünschen, sich seiner zu bemächtigen, das heißt, ihn für sich zu behalten, um sich selbst zu unterwerfen. In dieser Hinsicht gleicht der Mensch dem Meeresvogel, der sich von Weitem in das Wasser stürzt, um nach seiner Beute zu greifen, aber anstatt den Fisch herauszuholen, fällt er ins Wasser und ertrinkt. Was geschieht da? -- Es zeigt sich, dass der Fisch sehr groß ist und der Vogel ihn nicht mit sich forttragen kann. Bis der Mensch zu der Liebe gelangt, die befreit, durchläuft er die große Schule. Eine junge, schöne Frau kam zu Gott mit der Bitte, ihr etwas zu geben, das sie berühmt mache. Gott erhörte ihre Bitte und verwandelte sie in einen Stock aus der Kornelkirsche. Ein Lehrer sah diesen Stock und nahm ihn mit dem Ziel, die ungehorsamen Schüler zu bestrafen. Als er den Stock erhob und den Rücken der ungehorsamen Schüler schlug, blieb die junge Frau mit ihrem Dienst, in den sie eingespannt wurde, unzufrieden und ging zu Gott, um sich zu beschweren. Gott sagte ihr: "`Jetzt werde ich dich in einen Stock aus Haselnussholz verwandeln. Der Stock wurde von einem guten Kapellmeister gefunden, der ihn nahm, damit er ihm beim Dirigieren helfe. In kürzester Zeit wurde der Kapellmeister auf der ganzen Welt berühmt und alle sprachen über seine Erfolge. Das befriedigte die junge Frau, die Gott dankte, dass Er sie in einen Stock aus Haselnussholz verwandelt hatte. Folglich, solange die Menschen den Dienst als Stock aus der Kornelkirsche erfüllen und die ungehorsamen Schüler schlagen, werden sie immer mit dem Leben unzufrieden sein. Werden die Menschen zu Stöcken aus Haselnussholz und kommen sie in die Hände von guten Kapellmeistern, werden sie berühmt werden und mit dem Leben zufrieden sein. Zuerst wird der Mensch ein Stock aus der Kornelkirsche sein und wird in die Hände des Lehrers kommen, der die ungehorsamen Schüler erzieht; danach wird er ein Stock aus Haselnussholz werden und in die Hand des guten Kapellmeisters kommen, durch den er berühmt werden wird. Diejenigen Schüler, die der Lehrer mit dem Stock aus der Kornelkirsche geschlagen und erzogen hat, sind gehorsam geworden, und gut erzogen, kommen sie ins Orchester des guten Kapellmeisters, der sie mit dem Stock aus Haselnussholz dirigiert. So gewinnt der durchlaufene Weg einen großen Sinn. Die vernünftige Natur erzieht ihre Kinder mit unterschiedlichen Methoden, entsprechend ihrer Entwicklungsstufe, bis sie sie endlich auf den Weg der Wahrheit, der Freiheit, der Weisheit und des Lichts bringt. Eines Tages, wenn ihr diesen Weg durchlaufen habt, werdet ihr euch freuen und sagen: "`Wie unvernünftig waren wir, unter solchen reichen Bedingungen gelebt zu haben und zu murren."' Schlägt die Seele den Weg der Liebe ein, erfreut sie sich an reichen Bedingungen und Möglichkeiten. Die Liebe ist der Weg der ewigen Erneuerung und des ewigen Verjüngens, ein Weg des ewigen Erhebens. Was werdet ihr über eine Sängerin sagen, der alle Beifall zollen, die von Blumen und Geschenken überschüttet wird? -- Sie ist auf dem Weg ihres Aufstiegs. Wenn aber eine andere bessere, jüngere, schönere kommt, verdrängt sie die erste. Sie ist mit ihrem Zustand unzufrieden, da sie von der Spitze, die sie bestiegen hat, hinabsteigt. Das ist die menschliche Sicht der Dinge. Unumgänglich ist der Weg des Aufstiegs und des Abstiegs, aber damit der Mensch von beiden Gebrauch machen kann, soll er sie verstehen. Der Aufstieg erfreut den Menschen, bringt in ihm Freude und Erweiterung. Beim Abstieg hat der Mensch Leiden, die in ihm die Tiefe entwickeln -- sie entspricht der Höhe, die er erreicht hat. Wenn es keinen Abstieg gibt, wird sich der Mensch nur freuen, aber bei seiner Entwicklung immer am selben Platz bleiben: Er wird nicht hinabsteigen, aber auch nicht höher hinaufsteigen. Die erste Sängerin soll sich an den Erfolgen der jüngeren erfreuen, um nicht die Quellen ihres Talents trocken zu legen. Nur so wird sie die Bedingungen für ihren Aufstieg und für die Blütezeit ihrer Talente und Fähigkeiten vorbereiten. Der Mensch kann nicht glücklich sein, bis er nicht das Glück aller Menschen wünscht. Die gegenwärtige Menschheit ist zu einem neuen Weg gekommen -- erst jetzt tritt sie mit der göttlichen Liebe in Verbindung. Vernünftigkeit wird von den heutigen Menschen verlangt. Warum? -- Weil nur der Vernünftige, der Gute und der Gerechte Träger der Liebe genannt werden können. Was bedeutet es, Träger der Liebe zu sein? -- Zu lieben und geliebt zu werden. Vernünftigkeit verlangt man von demjenigen, der liebt, sowie von demjenigen, der geliebt wird. Man sagt, dass die Liebe die Fehler der Menschen nicht sieht. So wird es sich herausstellen, dass die Liebe blind ist. Nein, die Liebe hat viele Augen, sie sieht alles, aber sie verurteilt nie. Wie soll sie nicht sehen können, dass ein Mensch klein, ein anderer groß ist? Soll man denken, dass die kleine Flasche genau so viel Wasser fassen kann, wie die große? -- Wenn man in die kleine Flasche einen Liter Wasser füllt, wird sie sich sofort füllen; wird man noch mehr Wasser in sie füllen, so wird sie überlaufen. Jeder Mensch soll sich kennen, wie viel Reichtum er in sich sammeln kann. Es ist wichtig, den Reichtum, der euch gegeben wurde, vernünftig zu nutzen und nicht den Gewinn großer Reichtümer anzustreben. Die Liebe ist ein Reichtum, den die menschliche Seele anstrebt. Folglich ist es nicht so wichtig, wie viel Reichtum du haben wirst; wichtiger ist es, ihn sowohl für dein Wohl als auch für das Wohl deines Nächsten zu nutzen. Was tun die Menschen mit der Liebe, wie gehen sie mit ihr um? -- Wie mit den Früchten der Bäume. Jemand pflückt einen Apfel vom Baum, und wenn der Apfel ihm nicht gefällt, spuckt er ihn sofort aus. Das ist nicht richtig: Bevor er den Apfel pflückt, soll er bei ihm verweilen, ihn betrachten und erkennen, ob er ihm gefallen oder missfallen wird. Erst nachdem er an ihm Gefallen gefunden hat, darf er den Apfel pflücken. Viele gehen mit der Liebe so um. Sie nähern sich diesem oder jenem Menschen an, nehmen sich etwas von ihm, und wenn ihnen das nicht gefällt, was sie genommen haben, spucken sie es aus. Das ist der Grund dafür, warum die Menschen mit der Liebe unzufrieden sind. Das sind die Wege der menschlichen Liebe. Ein neuer Weg eröffnet sich der Menschheit -- das ist der Weg der göttlichen Liebe. Wer diesen Weg einschlägt, der wird gesund, klug und gut werden. Die Eigenschaft, die diese Liebe auszeichnet, ist, dass sie die Bedingungen des ständigen Wachstums mit sich bringt. \begin{center} 27. Juni 1942, 5.00 Uhr -- Die Sieben Rila-Seen\footnote{Aus dem Bulgarischen Mariya Kireva.} \end{center}
  12. ANWENDUNG DER LEBENDIGEN ZAHLEN \chapter[Anwendung der lebendigen Zahlen]{ANWENDUNG DER LEBENDIGEN ZAHLEN} \begin{flushright} Nachdenken \end{flushright} Studiert ihr die lebendigen Zahlen, werdet ihr sehen, dass jede Zahl eine Anwendung im Leben hat. Jeder Zahl liegt ein Wort zugrunde, das einen Inhalt und eine Bedeutung hat, die der Zahl selbst entsprechen. Also hat jede Zahl einen Bezug zu etwas. Der Zahl eins liegt das positive Teilchen \textit{Ja} zugrunde. In der Zahl zwei nimmt das Wort \textit{Nein} teil. Das Wort Eintracht liegt der Zahl drei zugrunde. Der Zahl vier liegt das Wort Arbeit zugrunde. Der Zahl fünf liegen die Worte \textit{vorwärts mit Liebe} zugrunde. Wenn ihr zu den Dingen kommt, die eine Beziehung zu euch haben, sollt ihr denken und die Richtung eurer Bewegung bestimmen. Wenn euer Gedanke mit dem göttlichen Gedanken im Einklang ist, werdet ihr die richtige Richtung einschlagen und \textit{Ja} sagen. Bei dem Gegenteil werdet ihr \textit{Nein} sagen. Das negative Teilchen zeigt, dass der Mensch von dem Weg, den er geht, nicht abweichen darf. Wenn du versprochen hast, Gott zu dienen, wirst du dein Versprechen mit dem Teilchen \textit{Ja} bestätigen. Kommt aber in diesem Moment ein anderer Wunsch, der dich vom Dienen abbringt, wirst du ihn mit dem Teilchen \textit{Nein} verneinen. Wie immer man dich auch von deinem Versprechen, Gott zu dienen, abbringen wird, du sollst unabhängig und unerschütterlich bleiben. Solange der Mensch in seinem Versprechen der Ersten Ursache gegenüber standhaft bleibt, gibt er dem göttlichen Ursprung in sich einen Vorzug. Wird der Mensch von den Menschen abhängig, befindet er sich auf dem Gebiet des Menschlichen. Wer im Göttlichen lebt, ist stark wie ein Felsen: Niemand ist imstande, ihn von dem Posten, den er eingenommen hat, zu verdrängen. Nur Derjenige kann dich verdrängen, der dich auf diesen Posten gesetzt hatte. Also nur Gott kann dich von diesem Posten verdrängen. Kommt ein anderer, um dich abzulösen, wirst du sagen: "`Ich bewege mich nicht von der Stelle."' Beim Dienen Gottes wirst du positiv sein und \textit{Ja} sagen. Kommt das Menschliche, was dich abbringen möchte, wirst du \textit{Nein} sagen. Nach dem positiven Teilchen kommt das Einverständnis des Menschen, das zu tun, was Gott bestimmt hat. Also, der im Positiven bestätigte Mensch ist mit allem einverstanden, was Gott bestimmt hat. Wenn er sein Einverständnis erklärt, dann beginnt der Mensch, für Gott zu arbeiten. Letztendlich lässt er sich in seiner Arbeit von dem Gedanken inspirieren, dass er durch die Liebe vorwärtsschreitet. Alle Menschen streben nach der Liebe, aber letztendlich bleiben sie enttäuscht. Warum? -- Weil sie auf die menschliche Liebe stoßen, die mehr zerstört und weniger errichtet. Die göttliche Liebe ist positiv und aufbauend. Wenn der Mensch in sie eintritt, sieht er, dass der Einzige, der ihn liebt und die Bedingungen für sein Wachstum gewährleistet, Gott ist. Er sendet das Sonnenlicht und die Sonnenwärme zu allen lebendigen Wesen. Er schickt das Brot für den Menschen. Christus sagt: "`Ich bin das lebendige Brot, das aus dem Himmel herabgekommen ist."'\footnote{Joh 6,51} Also kommt das Brot von oben, vom Licht und von der Wärme der Sonne. Sagt ihr in eurer Seele zu etwas ja, so weicht von euren Worten nicht ab. Gott sagte Adam, nicht von den Früchten des verbotenen Baumes zu essen und er sagte ja, er versprach, das göttliche Gebot zu erfüllen. Als der Verführer kam und ihn veranlasste zu essen, wiederholte er nicht die Worte, die er vor Gott aussprach und leugnete. Jona hatte den Wunsch, nach Westen, nach Spanien zu gehen, aber Gott sagte zu ihm, er solle nicht dorthin, sondern nach Ninive gehen, um den dortigen Bewohnern zu predigen, dass sie Reue zeigen sollen. Jona hörte nicht auf Gott und reiste nach Spanien, wo man ihn zur Strafe ins Meer warf. Hier wurde er vom Fisch verschlungen und musste drei Tage in dessen Bauch verbringen; nach einem langen Gebet spuckte ihn der Fisch am Ufer aus. Nun, wenn dir Gott sagt, vorwärtszugehen, gehe und denke nicht nach. Auch wenn es Schwierigkeiten gibt, gehe vorwärts! Kehrst du um, werden die Schwierigkeiten und die Gefahren größer sein, als wenn du nach dem Gebot Gottes vorwärtsgehst. Was für Schwierigkeiten auch immer vor dir liegen, du wirst sie überwinden. Kehrst du um, werden die Schwierigkeiten größer und unüberwindbar werden. Jona kam aus dem Wal heraus, nachdem er sich selbst versprochen hatte, das Gebot Gottes zu erfüllen. Er hatte die Bereitschaft zu gehorchen. Wenn du nicht gehorchst, wird dich der Tod verschlingen; gehorchst du, wird dich der Tod aus sich hinauswerfen, so wie Jona vom Fisch ans Ufer hinausgeworfen wurde. Gott schuf den Menschen am sechsten Tag -- ein Tag der starken Tätigkeit, ein Tag der Erschaffung eines neuen Menschen. Die Aufgabe des heutigen Menschen besteht darin, zu hören und zu sehen, was Gott im Menschen selbst schafft. Ein neuer Mensch wird erschaffen. Er ist der Mensch, der nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurde -- der Mensch des neuen Lebens. \begin{center} \textit{Das ist das neue Leben, Dich zu erkennen, den Einen wahren Gott und Jesus Christus, den Du gesandt hast.} \end{center} \begin{center} 26. Juni 1942, 5.00 Uhr 1942 -- Die Sieben Rila-Seen\footnote{Aus dem Bulgarischen Mariya Kireva.} \end{center}
  13. LEBENDIGE ZAHLEN \begin{flushright} \textit{Nachdenken} \end{flushright} Oft spricht man über die Zahlen im Sinne von Zahlenwerten als auch im Sinne von lebendigen Größen. Die lebendigen Zahlen teilen sich in Kategorien: von 1 bis 10 -- das sind die Zahlen aus der göttlichen Welt, die Zahlen von 10 bis 100 sind aus der Welt der Engel, von 100 bis 1000 aus der menschlichen Welt, von 1000 bis 10 000 aus der Tierwelt, von 10 000 bis 100 000 aus der Pflanzenwelt und von 100 000 bis 1 000 000 aus der Welt der Mineralien. Denkt nach über die lebendigen Zahlen und über ihre Bedeutung im Leben. Unter den Worten lebendige Zahlen verstehen wir solche Zahlen, die in einem jeden Moment dem Menschen dienlich sein können. Die Zahlen haben nicht nur eine Bedeutung, wenn sie einen Zahlenwert bestimmen, sondern auch, wenn sie die Richtung der Dinge vorgeben. Es ist nicht gleich, ob sich die eins links, rechts, oben oder unten vom Menschen befindet. Ist sie rechts vom Menschen, dann bedeutet sie Sonnenaufgang, ist sie links von ihm, dann bedeutet sie Sonnenuntergang, ist sie oben -- Zenit und unten -- Mitternacht. Die vier Richtungen der physischen Welt -- Aufgang, Untergang, Zenit und Mitternacht, sind nicht nur mechanische Punkte oder Lagen, sondern stellen auch vier Prozesse, vier Phasen oder Zustände dar, die das Bewusstsein durchläuft. Unter diesem Gesichtspunkt meinen wir den Sonnenuntergang, wenn wir sagen, dass ein Mensch nach links gegangen ist. Ich werde das erste Kapitel aus dem Buch Genesis vorlesen. "`Im Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde."'\footnote{Gen 1,1.} Bei der Zahl eins schuf Gott Himmel und Erde -- das ist der erste Schritt nach rechts. "`Und die Erde war wüst und leer, und Finsternis war über der Tiefe; und der Geist Gottes schwebte über dem Wasser."'\footnote{Gen 1,2.} Bei der Zahl zwei war die Erde wüst und leer, der erste Schritt nach links. "`Und Gott sprach: Es werde Licht! Und es wurde Licht."'\footnote{Gen 1,3.} Bei der Zahl drei erscheint das Licht, der erste Schritt nach oben, der Zenit der Sonne. Bei diesem Zustand blitzt im Bewusstsein des Menschen die Idee auf, dass er nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurde. "`Und Gott sah das Licht, dass es gut war; und Gott schied das Licht von der Finsternis."'\footnote{Gen 1,4.} Bei der Zahl vier wird sich der Mensch bewusst, dass das Licht etwas Gutes ist. Diese Zahl ist der Dienst, dem der Mensch nachgehen muss. Das ist die Zahl des Dienens. "`Und Gott nannte das Licht Tag, und die Finsternis nannte er Nacht. Und es wurde Abend, und es wurde Morgen: ein Tag."'\footnote{Gen 1,5.} Im Bewusstsein des Menschen gibt es Licht und Finsternis -- Tag und Nacht. Der Tag bedeutet -- Jungfrau, Jugend, die Nacht -- Ruhe und Alter. In der Zahl fünf wurde erst die Jungfrau, die Jugend geboren. Der Tag gibt die Bedingungen für die Äußerung der Tätigkeit, der Energie; die Nacht gibt Bedingungen für die Ruhe, sie bringt Ruhe und Dunkelheit. Die Nacht bedeutet auch Alter, das heißt die Versöhnung des Menschen mit den Widersprüchen. Das Alter ist die äußerste Grenze der Widersprüche. Folglich, um sich mit den Widersprüchen des Lebens zu versöhnen, muss der Mensch alt werden. Zwischen der Jugend und dem Alter gibt es eine gewisse Zeitperiode. Nun, damit sich der Mensch mit den Widersprüchen versöhnen kann, muss eine kürzere oder längere Periode vergehen. Die Versöhnung, das Fertigwerden mit den Widersprüchen und deren Auflösung geschieht nicht sofort. Was bedeuten für euch die vorgelesenen Verse? Welche Beziehung haben sie zu eurem gegenwärtigen Leben? -- Wenn ihr wisst, wie Gott den Himmel geschaffen und geordnet hat, werdet ihr wissen, wie ihr eure innere und äußere Welt bilden könnt. Dieses Wissen verbirgt sich in den lebendigen Zahlen. Pythagoras eröffnete seinen Schülern nur die Bedeutung der lebendigen Zahlen von 1 bis 4 und euch wurde die Bedeutung der Zahl 5 eröffnet, da die Zeiten sich beschleunigt haben. Seid damit zufrieden, was euch bis jetzt offenbart wurde und was bevorsteht, in Zukunft eröffnet zu werden. Das, was euch heute eröffnet wurde, stellt den Weg dar, auf dem wir auf die göttlichen Segnungen treffen. Ihr sollt diesen Weg studieren und ihn befolgen. Tag und Nacht, Licht und Dunkelheit. Die Dunkelheit ist mit furchtbaren Dingen verbunden: mit Schlangen, Tigern, Löwen, Erdbeben, mit dem Tod. Das Licht und die Dunkelheit sind Prozesse, die im Bewusstsein vor sich gehen. Betrachtet man sie als äußere, mechanische Prozesse, verlieren sie ihre Bedeutung. Die Prozesse Tod und Leben sind ebenfalls nicht nur äußerliche, mechanische, sondern innere bewusste Prozesse. Man sagt über jemanden, dass er gestorben sei. Das ist kein mechanischer Prozess, sondern ein organischer. Dieser Mensch ist in die Erde gesät worden und nach gewisser Zeit wird er wachsen, das heißt auferstehen. Wenn der Mensch nicht stirbt, kann er nicht auferstehen. Tod und Auferstehung sind zwei Prozesse, die im menschlichen Bewusstsein stattfinden. Nur wer gestorben ist, nur der hat die Möglichkeit, aufzuerstehen; wer nicht gestorben ist, der kann nicht auferstehen. Zu sterben, das bedeutet, die furchtbarsten Widersprüche zu durchlaufen und dann aufzuerstehen. Jona verbrachte drei Tage im Bauch des Fisches und dann ist er auferstanden. Als ihn Gott zum Predigen nach Ninive schickte, weigerte er sich, das sah für ihn gefährlich aus. Aber als er drei Tage im Bauch des Fisches verbracht hatte, sah er, dass es etwas Gefährlicheres als die Aufgabe gab, die Gott ihm erteilt hatte. Dass Jona vom Fisch verschlungen wurde, ist kein gewöhnlicher Tod, sondern der Übergang vom Licht in die Finsternis. Das ist dasselbe, wie von der Höhe in einen Abgrund zu fallen. Der umgekehrte Prozess ist das Aufsteigen, das Hinausgehen ins Licht oder die Auferstehung. In der Heiligen Schrift steht: "`An dem Tag, an dem Du von den Früchten des verbotenen Baumes isst, wirst du sterben."'\footnote{Vgl. 1. Mos, 2,17.} Gott befahl Adam, nicht von den Früchten des verbotenen Baumes zu essen, aber er gehorchte nicht und übertrat das Gebot Gottes. Gott befahl Jona, nach Ninive zu gehen und zu predigen, er hielt sich jedoch nicht an das Gebot. Beide verloren die guten Bedingungen des Lebens und gerieten in den Tod: Adam verlies das Paradies, Jona kam in den Bauch des Fisches. Beide kamen vom Licht in die Finsternis, vom Leben in den Tod. Wegen eines Apfels haben Adam und Eva das Paradies verloren. Der Apfel hätte schön sein können, aber er barg in sich Gift. Wer von den Früchten dieses Apfels essen wird, wird sterben. Um sich zu retten, soll er sich ergeben. Adam übertrat das Gebot Gottes und versteckte sich. Lange Zeit suchte Gott im Paradies nach ihm, Adam schwieg jedoch -- zum ersten Mal wendete Adam das Schweigen an. Schließlich fand ihn Gott und fragte ihn: "`Adam, warum versteckst du dich?"' "`Ich habe mich, Herr, vor deinem Antlitz gefürchtet."' Das Gespräch zwischen Gott und Adam ist das zwischen der Seele und ihrem Schöpfer. Adams Verlassen des Paradieses stellt den Anfang des menschlichen Lebens, die Rückkehr in das Paradies, das Ende dieses Lebens dar. Tritt der Mensch erneut ins Paradies ein, werden für ihn die Leiden aufhören und er tritt in das neue Leben, in das Leben der Freude und Fröhlichkeit ein. Das irdische Paradies befindet sich an den Polen -- am Südpol und Nordpol. Der Mann lebt am Südpol, die Frau am Nordpol. Also befindet sich Adams Paradies am Nordpol und Evas Paradies am Südpol. Der Nordpol stellt außerdem die Verstandeswelt, der Südpol die geistige Welt dar. Das sind Symbole, derer wir uns bedienen können, um gewisse Ideen zu klären. Spricht man über das Paradies, kommen im Bewusstsein des Menschen als Kontrast die Begriffe Hölle und Sünde hervor. Über diese Begriffe darf man nicht viel nachdenken und sprechen. Warum? -- Weil das reine Tuch leicht schmutzig wird. Es reicht, es ein paar Mal mit den Händen zu wenden und es wird unrein. Danach soll es gewaschen werden. Die Sünde lässt sich nicht leicht reinigen. Das ist ein Schlamm, der seinen Ursprung in der fernen Vergangenheit hat. Nur die Offenbarung ist in der Lage, ihn zu beseitigen, nur sie ist in der Lage, etwas Wertvolles aus ihm zu machen. Über großes Wissen muss der Mensch verfügen, um sein Bewusstsein von den Flecken des sündhaften Schlamms zu befreien. Sagst du jemandem ein beleidigendes Wort oder richtest du einen schiefen Blick auf ihn, wirst du dir große Mühe machen müssen, bis du dein Bewusstsein von der Finsternis befreien kannst, die das Bewusstsein überschattet hat. Um mit der Sünde fertig zu werden, soll der Mensch sein Bewusstsein erheben und in das neue Leben eintreten. Es ist an der Zeit, dass sich die Menschen aus dem jetzigen Zustand herausbegeben und die alten Ansichten, die Kritik, die sie mehr behindert, als aufklärt, ablegen. Studiert die Welt, die Gott geschaffen hat, ohne sie zu kritisieren. Die Aufgabe des Menschen ist zu lernen und das Gelernte anzuwenden, um den Sinn des Lebens und seine Bestimmung als Mensch zu verstehen. \begin{center} \textit{Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.} \end{center} \begin{center} 25. Juni 1942, 5.00 Uhr -- Die Sieben Rila-Seen\footnote{Aus dem Bulgarischen Mariya Kireva.} \end{center}
  14. Das Eine und das Unteilbare "`Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden."'\footnote{Mt 5,4.} Wen tröstet man? -- Den Trauernden. Wer niemals traurig war, den kann man nicht trösten. "`Glückselig die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben."'\footnote{Mt 5,5.} Warum werden die Sanftmütigen das Land erben? -- Nur dem Sanftmütigen kannst du etwas geben, das er sich nicht aneignet, nicht zerbricht und nicht verdirbt. "`Glückselig, die nach der Gerechtigkeit hungern und dürsten, denn sie werden gesättigt werden."'\footnote{Mt 5,6.} Wer nicht nach der Gerechtigkeit hungert und dürstet, der kann nicht gesund sein. "`Glückselig die Barmherzigen, denn ihnen wird Barmherzigkeit widerfahren."'\footnote{Mt 5,7.} Wollt ihr die Barmherzigkeit erfahren, dann seid barmherzig. Wer nicht barmherzig ist, dem wird die Barmherzigkeit nicht widerfahren. "`Glückselig, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen."'\footnote{Mt 5,8.} Mit anderen Worten gesagt: Glückselig sind diejenigen, die reinen Herzens sind, denn sie werden die Liebe in ihrer Herrlichkeit und Größe sehen. Wer nicht reinen Herzens ist, kann die Liebe nicht sehen. Wenn er die Liebe nicht sieht, dann geht er in der Dunkelheit und stolpert immer. Die heutigen Menschen stolpern, da sie die Liebe nicht sehen. "`Glückselig die Friedensstifter, denn sie werden Söhne Gottes heißen.\footnote{Mt 5,9.} Wie soll der Friedensstifter sein? -- Stark. Der Schwache kann kein Friedensstifter sein. Er will Frieden, aber fürchtet sich davor, genötigt zu werden. Der Starke bringt aber Frieden, deshalb wird er Sohn Gottes genannt. "`Glückselig die um Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich der Himmel."'\footnote{Mt 5,10.} Was für ein Reich du auch immer zu wünschen vermagst, würdest du seinetwegen verfolgt werden. Um das Weizenkorn von der Ähre zu trennen, werdet ihr die Pferde auf die Tenne jagen müssen. Die Pferde, die auf den Weizen treten, stellen die Widersprüche in der Verstandeswelt und in der Welt des Herzens dar. Der Weizen muss viele Widersprüche überwinden, damit aus ihm ein hochwertiges Korn wird. "`Glückselig die Armen im Geist, denn ihrer ist das Reich der Himmel."'\footnote{Mt 5,3.} Wer ist arm im Geist? -- Derjenige, der seinen Geist nicht auf die irdischen Dinge richtet. Spannt euren Geist nicht in die irdischen Dinge ein, wie der Landwirt, der seinen Ochsen in den Wagen einspannt und ihn zum Pflügen treibt. So wie der Ochse in dieser Lage nicht frei sein kann, so kann der Geist nicht Herr im himmlischen Reich werden. Seid folglich arm im Geiste, um außerhalb der irdischen Einschränkungen zu sein. Der Arme im Geiste will nichts aus der materiellen Welt und kann deshalb frei von ihren Banden sein. Kann der Mensch ohne materielle Güter leben? -- Wenn der Mensch auf der Erde lebt, benötigt er materielle Güter, aber er soll sich dennoch nicht mit ihnen verbinden. Wer hat ein materielles Gut mit sich ins Jenseits genommen? -- Niemand hat etwas dorthin mitgenommen. Nicht einmal ein einziges Haar könnt ihr ins Jenseits mitnehmen. Ein junger Mann heiratete eine junge Frau, die sich ständig mit Goldmünzen schmückte. Als er die Goldmünzen sah, dachte er, dass sie aus reinem Gold bestehen und freute sich sehr darüber, sich abgesichert zu haben. Was wurde letztendlich daraus? -- Die Goldmünzen waren nicht echt. Das irdische Leben ist voll mit solchen unechten Goldmünzen. Heiratet keine solche Braut, die sich mit unechten Goldmünzen schmückt, so schön sie auch sein mag. Haltet den folgenden Gedanken in eurem Verstand fest: "`Wirklich ist nur dasjenige, das euch folgt. Wenn das Geld euch folgt, ist es lebendig, eine wirkliche Größe; folgt es euch aber nicht, ist es falsch, nicht wirklich und man kann sich darauf nicht verlassen. Nicht nur die junge Frau darf die Goldmünzen tragen, sondern auch der junge Mann. Und wenn er seine Geliebte trifft, soll er ihren Hals mit drei Goldmünzen schmücken; die eine soll aus der Liebe hervorgehen, die andere aus der Weisheit, die dritte aus der Wahrheit. Wenn er sie mit diesen drei Goldmünzen nicht schmückt, dann wird ihre Beziehung keinen Erfolg haben. Wenn ihr jemandem predigt, dann sollt ihr seinen Hals auch mit diesen drei Goldmünzen schmücken. Was bedeuten die drei Goldmünzen? -- Die drei Tugenden: Liebe, Weisheit und Wahrheit. Dank ihnen haben die Vernunftwesen die Augen, die Ohren und den Mund des Menschen geschaffen. Weil sie uns lieben, hat die Liebe den Mund, die Weisheit die Ohren und die Wahrheit die Augen geschaffen. Wer hat unsere Nase geschaffen? -- Gott. Er hat sie geschaffen, damit wir den Duft der Blumen wahrnehmen können. Die Söhne der Weisheit haben unsere Hände und Beine geschaffen. Diejenigen von euch, die hier auf den Berg gekommen sind, denken, dass sie allein sind, dass sie von niemandem umgeben sind. Sie irren sich -- viele Wesen umgeben sie: die Sonne, die Luft, die Gewässer, die Steine. Ihr werdet sagen, sie seien nicht lebendig und verstünden nichts. Wer so denkt, befindet sich in den Illusionen des Lebens. Alles, was euch umgibt, ist lebendig. Damit ihr euch aber davon überzeugt, müsst ihr die Illusionen durchleben, um sehen zu können, dass sie nicht diesen Inhalt haben, den ihr ihnen verleiht. Bis das Kind zur Weisheit seines Lebens, also zum wahren Licht kommt, soll es einige Schulen durchlaufen. Zunächst kommt es in die Grundschule, in der die Lehrer ihm das Alphabet beibringen; dann bringen sie ihm das Buchstabieren bei und ganze Wörter und Sätze zu bilden. Wenn das Kind das Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt hat, kommt es in die Mittelstufe, dann ins Gymnasium und schließlich in die Universität. Nachdem der Mensch die Wissenschaft auf der Erde abgeschlossen hatte, wurde die Natur für ihn lebendig und er betrachtete sie als etwas Lebendiges und Vernünftiges. Erst jetzt kann er sein Wissen den anderen Menschen weitergeben. Wer das Alphabet nicht beherrscht, der kann nicht schreiben; wer die Wörter nicht beherrscht, der kann nicht sprechen; wer die Gesetze des Lebens nicht versteht, der hat keinen richtigen Bezug zu den Dingen und kann die Aufgaben nicht lösen. Da viele die Gesetze des Lebens nicht kennen und nicht wissen, welche Verbindungen zwischen den Seelen bestehen, bedauern sie es, dass niemand sie liebt. Sie vermuten nicht, dass alle Vernunftwesen sie lieben. Es gibt kein vernünftiges Wesen in der Welt, das euch nicht liebt. In jedem Moment bringen sie euch irgendein Geschenk, stellen es leise vor euch hin und gehen unbemerkt weg. Der Mensch soll wach sein, um die Geschenke der Liebe im rechten Moment anzunehmen. Lenkt er sich ab, werden die nicht fortgeschrittenen Wesen sofort kommen, die die Geschenke für sich nehmen werden. Wenn ihr das wisst, seid wach, um euch von den unvernünftigen Wesen, die euch umgeben, zu befreien, um die Geschenke der Liebe zu bekommen und diese Geschenke richtig anzuwenden. Wie werdet ihr euch von diesen Wesen befreien? -- Indem ihr sie einschläfert. Schlafen sie ein, werdet ihr frei sein und leicht mit den Gaben zurechtkommen, die euch gegeben werden. Wenn sie wach werden, könnt ihr ihnen das geben, was ihr möchtet. Was ist die Ursache dafür, dass der Mensch sein Herz manchmal leer fühlt, als ob nichts in ihm wäre? -- Die Ameisen, die alles fressen und die Mäuse, die alles zernagen. Sie sind an äußeren Dingen interessiert und greifen sie an. Wenn ihr wissen möchtet, ob ein gewisser Mensch solche Wesen in sich birgt, betrachtet, wohin er sieht, wenn ihr mit ihm sprecht. Schaut er nach links oder nach rechts, dann sucht er nach etwas Essbarem sowie nach dem Weg, wie er leicht an das kommen kann, was ihn verführt. Ihr sollt wissen, dass diese Wesen den Menschen angegriffen haben. Er spricht, aber unterbricht von Zeit zu Zeit seinen Gedanken. Aber was auch immer ihr in eurem Gesprächspartner seht, sollt ihr schweigen, wie die Steine schweigen, die zusammen mit euch hier sind. Sie hören zu, aber schweigen. Um euch herum gibt es viele Zuhörer -- die Steine, den Wind, die Sonne und andere. Mindestens zwölftausend Zuhörer gibt es hier. So viele Zuhörer zu haben, das bedeutet, bei der größten Versammlung in der Welt anwesend zu sein. Sie können allerdings in einer Haselnuss versammelt sein, sie können auch den ganzen Raum erfüllen. Dasselbe können wir über den Menschen sagen: Er ist klein und groß. Als Geist kann er einen großen Raum einnehmen; als Mensch, der auf der Erde zu Fleisch geworden ist, kann er klein werden. Wenn der Mensch fotografiert wird, dann wird er klein und man kann ihn gerade noch sehen. Nun, der Mensch lebt im Raum als Geist und auf der Erde als Fleisch. In beiden Fällen ist er in die Liebe der leuchtenden Vernunftwesen getaucht. Der Äther und die höheren Welten werden von Wesen bewohnt, die eine gewisse Beziehung zu uns haben. Wie sich die Luft zum Wasser der Dichte nach verhält, so verhält sich auch der Äther zur Luft. Es gibt Bereiche, die dünner als der Äther sind. In Bezug auf sie ist der Äther eine dichte, kompakte Masse. Das Licht gleitet über seine Oberfläche wie über eine Ebene. Was ist die Ursache, dass das Licht auf die Erde kommt? -- Eine Spannung oder ein Impuls? -- Wie die dichte Luft danach strebt, sich auszubreiten, einen größeren Raum einzunehmen, so strebt auch der leuchtende, engelhafte Gedanke danach, sich auszubreiten, um ein größeres Volumen einzunehmen und um eine gewisse Arbeit zu verrichten. Wir vernehmen diesen Gedanken als Licht und benutzen ihn. Das Licht, das wir erhalten, ist nichts anderes als ein Geschenk der Liebe. Also der Mensch stützt sich und lebt dank der Liebe der vernünftigen Welt. Wer die Äußerungen der Liebe nicht versteht, der gerät in große Widersprüche. Er sucht einen Menschen, der ihn liebt und wenn er einen solchen findet, beginnt er, ihn zu begrenzen und will ihn nur für sich behalten. So verstrickt er sich und verliert die Liebe. Denkt nicht, dass ihr die Liebe eines Menschen verlieren werdet, wenn er euch und andere liebt. Je mehr Menschen ihr liebt, desto mehr erweitert sich eure Liebe. Wenn zwei Häuser nach Osten ausgerichtet sind und die gleiche Anzahl von großen Fenstern haben, werden sie in gleichem Maße von der Sonne beschienen, d.h. sie werden dieselbe Menge Licht empfangen. So verhält es sich auch mit der Liebe. Erinnert euch: Die Liebe Gottes ist zu allen Wesen dieselbe, seien sie vollkommen oder unvollkommen. Die Liebe Gottes ist ewig und unveränderlich. Der Eine wird mehr geliebt, da er sich mehr für das Licht und für die Liebe geöffnet hat und mehr empfängt. Der andere hat sich verschlossen, deshalb empfängt er weniger -- von ihm hängt es ab, mehr zu bekommen. Wenn er sich öffnet, wird er mehr Licht und mehr Wärme erhalten. Allerdings liebt Gott beide gleich: Öffnen sie sich gleich, werden sie gleich empfangen. Befreit euch von dem Irrtum zu denken, dass Gott, indem er alle Wesen liebt, seine Liebe zu euch verringert. Die Liebe Gottes oder eines jeden Wesens zu euch ist besonders. Wen Gott auch neben euch liebt und wie sehr Gott ihn liebt, Seine Liebe zu euch kann von niemandem genommen werden -- sie gehört euch und ist besonders. Richtig ist es, euch zu freuen, wenn ihr liebt und geliebt werdet. Freut euch über die Äußerungen der Liebe zu einem oder zu allen. Die Liebe ist das Eine und Unteilbare. Das Einzige, das sich nicht teilen lässt, ist die Liebe. Die Liebe jedes Menschen, jedes lebendigen Wesens, ist auch deine Liebe. Die Liebe hat dieselbe Beziehung sowohl zu dem einzelnen Menschen als auch zu allen. Wer den Ochsen liebt, liebt auch den Menschen. Wenn sich der junge Mann verliebt, dann wird er weich und sanft auch zu den Tieren. Wenn er davor den Ochsen mit dem Ziemer geschlagen hat, hört er, nachdem er sich verliebt hat, auf, ihn zu schlagen. Er weiß, dass der Ochse ein lebendiges Wesen ist, das Liebe benötigt, wie seine Geliebte. Warum schlägt man den Menschen? -- Aus zwei Gründen: entweder wegen seiner Lieblosigkeit oder wegen seiner Liebe zu den anderen Menschen. Ein Vater schickte seinen eigenwilligen Sohn in die Schule und sagte dem Lehrer: "`Mein Sohn ist sehr hartnäckig und eigenwillig. Wenn er sich etwas zuschulden kommen lassen sollte, schlagen Sie ihn nicht, sondern schreiben Sie sich auf, wie viele Fehler er gemacht hat und wie viel Schläge ihm erteilt werden sollen, sodass, wenn ich zu Ihnen komme, ich die Schläge bekomme."' Danach wandte er sich an seinen Sohn mit den Worten: "`Mein Sohn, pass auf, damit man mir weniger Schläge erteilt."' Hier erträgt der Vater die Prügel aus Liebe zu seinem Sohn; da er ihn liebt, will er nicht, dass er geschlagen wird. Wenn man den Sohn schlägt, würde der Vater mehr leiden, deshalb bevorzugt er, anstelle seines Sohnes geschlagen zu werden; er nimmt freiwillig die Leiden und die Strafen auf sich. Es gibt Fälle, in denen die Liebe zu jemandem euch Leiden zufügt, ohne dass derjenige das wünscht. Ein junger Mann hat sich in eine schöne junge Frau verliebt, die allerdings seine Liebe nicht erwiderte. Um die Kraft seiner Liebe auf den Prüfstand zu stellen, sagte die junge Frau: "`Ich werde dich lieben, wenn du das Herz deiner Mutter herausreißt und es mir in einer Schachtel bringst."' Der junge Mann erfüllte den Wunsch der jungen Frau. Er riss das Herz seiner Mutter heraus, legte es in eine Schachtel und ging mit Freude, dass er bereits ihre Liebe hat, zu seiner Geliebten. In der Eile stolperte er und verletzte sich stark am Bein. In diesem Moment fragte ihn das Herz besorgt: "`Mein Sohn, hast du dir wehgetan?"' Was ist der Grund für die Leiden im Leben des Menschen? -- Der Wunsch des Menschen, die Liebe zu teilen. So sehr ihr euch auch bemüht, die Liebe bleibt die Eine und Unteilbare. Wer versucht, sie zu teilen, setzt sich selbst Leiden und Widersprüchen aus. Folglich verursacht die Liebe bei denjenigen Leiden, die sie teilen wollen und nicht verstehen, dass sie unteilbar ist. Die Liebe bringt denjenigen Freude, die sie verstehen und wissen, dass sie die Eine und Unteilbare ist. Wer die Liebe nicht versteht, fügt ihr Eigenschaften hinzu, die vollkommen verschieden von ihrem Wesen sind. Sie haben die Rolle von Ablagerungen, welche die Liebe zur Arbeit einspannt und letztendlich kommt aus ihnen etwas Wertvolles heraus. Die Liebe trägt die Lieblosigkeit in sich und spannt sie zur Arbeit ein. Wenn man über das Nichtverstehen der Liebe spricht, kommen wir zu den Propheten und sehen, dass sie die Liebe auch nicht vollkommen verstanden haben. Sie wandten sich an die Hebräer mit den Worten: "`Gott wird euch für immer aus seinem Antlitz vertreiben."' Aber es geschah nicht so. Es war ausreichend, dass sie es bereut haben, damit ihnen Gott vergebe. Das zeigt, dass die Propheten nicht immer die Liebe Gottes verstanden haben. Viele fragen sich, warum sie leiden, wenn Gott sie liebt. Das ist sehr natürlich! Solange der Mensch gegen die Liebe Gottes ist, ist er Leiden ausgesetzt. Danach schreibt er der Liebe Eigenschaften zu, die ihr nicht eigen sind. Viele Eigenschaften hat die Liebe, aber in allen ihren Äußerungen bleibt sie die Eine und Unteilbare. Unzählig sind die Äußerungen der Liebe, mannigfaltig sind ihre Formen, durch die sie sich äußert, aber hinter allem steht die eine und unteilbare Liebe Gottes. Der Landwirt kann das Weizenkorn in unterschiedlicher Weise säen, aber das Resultat wird ein und dasselbe sein -- das Weizenkorn wird wachsen und Früchte tragen. Was die Äußerungen der Liebe auch sein mögen, sie sind gleich wertvoll. Manche von ihnen tragen sofort Früchte, die anderen nach kürzerer oder längerer Zeit. \begin{center} \textit{Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.}\footnote{Joh 17,3.} \end{center} \begin{center} 22. Juni 1942, 5.00 Uhr -- Die Sieben Rila-Seen\footnote{Aus dem Bulgarischen Mariya Kireva.} \end{center}
  15. Abschlussarbeit von Petar Danov (englisch und bulgarisch)
  16. PANEURHYTHMIE Versucht man eine beliebige Melodie, ein Lied, in Bewegung umzu­setzen, so wird einem bewusst, was das für eine ungeheure Wirkung erzeugt. Töne und Worte erhalten Leben — ein anderes, könnte man sagen, ein bislang verborgenes. So wird die verborgene Energie von Musik und Wort erst recht vernehmbar.Bei den mystischen Schulen im Altertum war Gesang stets mit Bewegung verbunden. Man wusste wohl, welch mächtige Kräfte aus der Verbindung von Wort und Musik in Erscheinung treten und freigesetzt werden. So war in den mystischen Schulen des Altertums die .Paneurhythmie’ das Übliche, das Verbindliche für sämtliche Zöglinge. Die Erziehung erfolgte mittels rhythmischer Bewegun­gen, die mit bestimmten Ideen verbunden waren, und der Musik.Alles in der Natur ist ähnlich, übereinstimmend, aufgrund eines gemeinsamen Bausteines, aus dem alles aufgebaut ist. Vom geisti­gen Bereich kann man sich etwas Ähnliches vorstellen wie einen geistigen Baustein, wir könnten vielleicht an kondensierten Äther denken, der in alles eindringt und alles beherrscht. Und so ist zwischen Ton und Bewegung ebenfalls eine Beziehung zueinander, eine Ein­heitlichkeit. Vom Licht können wir dasselbe denken. Die Licht­fortpflanzung ist Paneurhythmie, in der es Bewegung, Rhythmus, Musik gibt. Die .Paneurhythmie’ ist somit eine Lehre, die die Kunst zur .vernünftigen’ Bewegung in der Natur vermittelt. Die ,Pan­eurhythmie’ weckt im Menschen das Empfinden für das Göttliche im Menschen und im All. Den Sinn des Wortes .Paneurhythmie’ hat der Meister durch einen einzigen Satz, sozusagen saftig, formu­liert: Die Paneurhythmie ist ein vernünftiger Austausch mit den Kräften der lebenden Natur. Pan bedeutet All, eu ist wohl oder gut, Rhythmus schließlich die richtige Bewegung. So verstehen wir unter Pan­eurhythmie einen erhabenen kosmischen Rhythmus.”Die Gesetze der paneurhythmischen Bewegungen gelten im gesam­ten Weltall. Sie gründen sich auf die tiefste Kenntnis jener Kräfte, die im menschlichen Organismus, sowie in der Natur zur Wirkung kommen. Die Paneurhythmie ruht auf den Gesetzen der Harmonie zwischen Ideen, Worten, Musik und Bewegung. Deshalb ist die Paneurhythmie ein Wissen, das die physischen, geistigen und intel­lektuellen Prozesse regelt. Man könnte sie ebenso als das Wissen, die Wissenschaft über harmonische Bewegungen, verbunden mit den Gefühlen und Gedanken des Menschen, bezeichnen. Bei der Paneurhythmie muss der Mensch gleichzeitig fühlen, empfinden, denken und sich bewegen. Dabei sind dreierlei Bewegungsstufen zu unterscheiden: mechanische, organische, psychische.Bei der Erstgenannten wirkt die Vernunft von außen, nicht von innen her. Bei der organischen Bewegung ist das Innenleben mit­beteiligt, allerdings nicht als klarer, bewusster Gedanke. Die psychi­schen Bewegungen sind schließlich jene, welche mit einem be­stimmten Gedanken zusammenhängen.Wenn die menschlichen Bewegungen in keinem Zusammenhang mit konkreten Gedanken bzw. Gefühlen in Verbindung stehen, dann sind sie nur mechanisch, sozusagen unbewusst und entbehren jener mächtigen, erneuernden Wirkung auf Leib und Herz, auf Seele, Geist und Verstand des Menschen.Bei der Paneurhythmie fehlen jegliche überflüssigen Bewegungen, die eines Sinnes und positiver Wirkung entbehren. Sie sind somit die zweckmäßigsten Bewegungen, mit denen ein bestmögliches Ergebnis erzielt werden kann. In der Paneurhythmie entspricht jede Bewegungslinie genau gewissen Kräften im Organismus des Menschen wie in seinem Bewusstsein und erweckt beides zum Leben. Auf diese Weise erscheint die Paneurhythmie als anregende Kraft, die den geistigen und physischen Kräften neues Leben ver­leiht.So ist beispielsweise der Herzrhythmus kein Zufall. Er steht in engem Zusammenhang mit dem Rhythmus, in dem das Leben, das wir durch die Sonne erhalten, pulsiert. Es besteht eine Beziehung zwischen dem Sonnen- und dem Herzrhythmus. Und wenn der Mensch mit der Gesamtheit harmoniert, mit dem Puls des kosmi­schen Organismus, dann geht auch in seinem, des Menschen Orga­nismus, alles gut, weil der kosmische Rhythmus auch in seinem Herzen sich fortpflanzt, in seinem Kreislauf, in seinem Atem, in dem Wirken sämtlicher Organe und somit funktionieren auch sie nach dieser Regel. Dann ist der Mensch heil, eingespannt im großen Pulsieren des Lebens des Universums.Alle achtundzwanzig Paneurhythmieübungen, die der lebendi­gen Natur entnommen sind, entsprechen Aufwärtszuständen des Menschen. Sie sind einfach, ruhig, mit der Einfachheit der Gesetze des Weltalls in Einklang und frei von äußerlicher Effekthascherei. Das Rad der Paneurhythmie ist sozusagen eine winzige Wieder­holung des unendlich riesigen Weltrades, nach welchem die makro­kosmischen Lebenskräfte verlaufen. In seiner Idee beinhaltet es die Idee des ,Göttlichen Lebenserwachens’.Jede Übung, von hoher choreographischer Kunst erfüllt, ist gleich­zeitig der Ausdruck eines Gedankens. So kann man schön geschmeidig-paneurhythmische Bewegungen vollführen, wobei gleichzeitig wohl empfunden und gedacht wird. Die Paneurhythmie hebt den menschlichen Tonus, organisiert und harmonisiert seinen inneren Drang zu einem vernünftigen Leben. Folgerichtig könnte gesagt werden, die Paneurhythmie ist ein Gesetz zur Selbst­erziehung, zur Erziehung vernünftiger Geschöpfe. Sie stellt jenes erhabene Gesetz dar, welches sowohl bei der Selbsterziehung des Individuums schlechthin als auch der Gesellschaft mitwirkt. Durch das sogenannte Spiel der Spiele — der Paneurhythmie — kann jeder Mensch in Einklang mit den wohltuenden Kräften der lebenden Natur gelangen.Die Vollführung der Paneurhythmie sollte bei den Teilnehmern ein heiliges Gefühl hervorrufen. Das Bewusstsein muss dabei gänzlich konzentriert sein, damit der lebenserfüllte Kreis der Paneurhyth­mie — einem Wellenempfänger ähnlich — erhabenen kosmischen Mächten völlig offen bleibt. Die dabei in Frage kommenden Bewe­gungen können als sogenannte „kräftige”, „weiche” oder „helle” benannt werden. Die kräftigen Bewegungen sind vorwiegend gerad­linig. Die weichen bestehen aus vornehmlich gekrümmten Linien, während die hellen Bewegungen aus beiden kombiniert sind.Bei diesen paneurhythmischen Bewegungen sind Arme und Beine beteiligt; der gesamte Körper wird in Bewegung versetzt und in Stellungen, welche mit den Worten und Tönen in Einklang stehen. Dabei vollführt man alle Arten von Linien — gerade, gekrümmte, wellenartige und gemischte, als Kombination aller genannten.Bei derartig harmonischen Bewegungen wird eine Verbindung mit sozusagen erhabener Intelligenz hеrgestellt.Die Paneurhythmie weckt die Kräfte, Veranlagungen, Begabungen, welche in einem Menschen schlummern. Die Ideen, die Musik, die Bewegungen der Paneurhythmie dringen in den Organismus ein und man wird so für die lebensweckenden und das All durchdrin­genden, erfüllenden Kräfte empfänglich.Bei derartigen Bewegungen gewinnt der Mensch Einfühlungsmacht für jenen Rhythmus, der das Weltall erfüllt, für die ewige Musik, die bei all den Naturprozessen mitwirkt. Die Paneurhythmie ist gleichsam Aussage einer umfassenden Lebenswirklichkeit.Es naht ein neues Zeitalter, das den kosmischen Frühling darstellt. Eine neue Sonnenkultur ist im Kommen. Nachdem wir heute in­mitten der Entstehung der sechsten Rasse stehen, wird auch der Grundstein einer neuen Paneurhythmie gelegt. Sie ist der Aus­druck der neuen, kommenden Kultur, die Ideen der sechsten Rasse sind in ihrer Musik und ihren Bewegungen enthalten. Die kommende, sechste Rasse wird die Trägerin der Paneurhythmie sein.Die sechste Rasse ist die Rasse der Liebe. Deren Mächte, deren Ideen sind der Paneurhythmie inneliegend und werden die Lebens­wirklichkeit der sechsten Rasse sein.Die Paneurhythmie erneuert des Menschen göttliche Natur. Der Mensch wird empfänglich für die lebenserschaffenden Kräfte, welche das All durchdringen. Sie ist der musikalische Ausdruck dieser aufgehenden Kräfte: des Guten, der Gerechtigkeit, der Har­monie, der Vernunft, der Brüderlichkeit, der Freiheit, der kosmi­schen Liebe. Die kosmische Liebe trägt all diese Tugenden in sich; sie ist ihr Ausdruck. Diese kosmische Liebe entsteht heute im menschlichen Bewusstsein als eine neue Erkenntnis für den Sinn des Lebens. Sie ist es, die sämtliche Gegensätze befriedet, die alle Schranken sprengt.Sie ist Auferstehung!Aus dem Vorwort über die PaneurhythmieMusik und Bewegungen von dem Meister.Der Meister Beinsa Duno hat seinen Schülern die ,Paneurhythmie’ gegeben mit dem Auftrag, sie an alle Menschen weiterzugeben.Das gesamte Leben der Weißen Bruderschaft, die Ausflüge ins Gebirge, die esoterische Schulung, die der Meister auf dem Rila-Gebirge wie auch in der esoterischen Gemeinde ,Der Sonnenauf­gang’ hielt, oder überall, wo eine Gemeinde der Weißen Bruder­schaft bestand, oder auch einer allein, waren begleitet von Pan­eurhythmie. Wie ist die Paneurhythmie aus der höheren Ebene auf unsere Ebene gekommen? Der Meister Beinsa Duno schuf die Musik und die Bewegungen dazu; schlicht und einfach, gleichsam unbemerkt und zufällig.An einem warmen Sommerabend vor dreißig Jahren hatten wir uns auf der "Wiese des Sonnenaufgangs" unserer Ansiedlung um den Lehrer versammelt. Vor kurzem hatte es geregnet. Die Luft war frisch und feucht, gesättigt vom Duft der Kräuter, mit dem Ge­schmack von Waldhonig. In den Gräsern zirpten schon die Grillen. Die Sonne ging hinter den Bergen unter.Wir sprachen über die bulgarische Volksmusik und über die Volks­tänze, die unser Volk reichlich besitzt. Der Meister erklärte einige Schritte aus den Volkstänzen, erläuterte ihre Bedeutung und spiel­te dann einige Melodien auf der Geige, wobei er uns darauf hin­wies, welche von ihnen primäre, reine Motive waren und welche erst später hinzugekommen waren.Viele der hier anwesenden Schwestern und Brüder waren Musiker. Der Meister spielte einige Motive, die er wiederhergestellt hatte und forderte einige von den Schwestern und Brüdern auf, sie mit passenden Bewegungen zu begleiten. Jeder von ihnen drückte daraufhin den Rhythmus der Musik nach seinem inneren Emp­finden aus. Es entstand dabei eine bunte Vielfalt. Der Meister spielte auf der Geige und beobachtete, ohne zu korrigieren. Danach führte er selbst die einfachsten und natürlichsten Bewegun­gen vor, die eine Melodie begleiten können. Einige wiederholten sie. — Es begann ein schöpferischer Vorgang, natürlich, wie zu­fällig. Das war der sichtbare Anfang der Paneurhythmie.Unsere Ansiedlung „Der Sonnenaufgang” war erfüllt mit Musik, mit Bewegungen, mit neuem Leben.Die Musiker waren von morgens bis abends um den Meister ver­sammelt. Manchmal saßen sie mit ihm am Piano in dem Salon, in dem er mit seinen Schülern Gespräche führte und wo man seine Vorlesungen in der allgemeinen okkulten Klasse und in der okkul­ten Klasse des geschlossenen, inneren Kreises hören konnte. Es entstanden Gruppen, die die Bewegungen ausführten und Musikan­tengruppen, die sie mit Musik begleiteten.Die Klänge der Geigen und Gitarren waren von früh bis spät zu hören. Diese schöne Arbeit fesselte und begeisterte uns alle. Auch der Meister selbst lebte ununterbrochen in dieser schöpferischen Arbeit. Seine Geige war bis spät nachts in seinem kleinen Zimmer über dem Salon zu hören. Am anderen Tag spielte er uns neue Lieder vor und zeigte uns neue Übungen. So wurde im Laufe von einigen Monaten die Paneurhythmie geschaffen. Sie wurde von uns allen unter der Anleitung des Meisters erlernt. Von da an wurde sie von allen, paarweise im Kreis aufgestellt, ausgeführt. In der Mitte des Kreises stand der Meister und führte uns die Übungen vor. Ein kleines Orchester begleitete sie mit Musik.Alle 28 Übungen der Paneurhythmie sind der Ausdruck entspre­chender Grund-Situationen des Menschen. Sie sind ruhig, friedlich, erfüllt von der gewaltigen Einfachheit der Gesetze des Universums.Sie werden in den frühen Morgenstunden, zur Zeit des erwachen­den Lebens, ausgeführt. Der Ablauf der Bewegungen der Pan­eurhythmie ist ein Abbild des gewaltigen Kreislaufs der Kräfte des Lebens im Makrokosmos. Durch die Paneurhythmie gerät der Mensch in Gleichklang zu den wohltuenden Kräften, die in der lebendigen Natur herrschen. Je konzentrierter die Übungen der Paneurhythmie ausgeführt werden, um so wirksamer wecken sie die höheren Kräfte in der menschlichen Seele.Die Paneurhythmie gründet auf den Gesetzen der gegenseitigen Entsprechung von Idee, Wort, Musik und Bewegung.Der Mensch ist ein Teil des Ganzen, und wenn er sich in Harmonie dazu befindet, überträgt sich auch der Rhythmus der kosmischen „Paneurhythmie” auf den Menschen.Bei den harmonischen Bewegungen der Paneurhythmie bekommt der Mensch eine Ahnung von dem Rhythmus und von der ewigen Musik, die das Weltall erfüllen und die die unaufhörliche Erneue­rung der Natur bewirken.Durch die Paneurhythmie bekommt man Zugang zu einer über­natürlichen Wirklichkeit.Jene, die am lebendigen Kreislauf der Paneurhythmie teilnehmen, erwecken die Kräfte in sich selbst und geben ihrerseits diese Kräfte und Ideen an die Welt weiter. Die Paneurhythmie, das ist das Neue, das in das Leben eingebracht werden müsste. Die Pan­eurhythmie, das ist ein höherer, kosmischer Rhythmus.
  17. DIE VERWANDTEN SEELEN (nach stenographischen Niederschriften) „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“* Auf den ersten Blick scheint Vers 39 ganz klar, nicht wahr? „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ In der christlichen Welt von heute glaubt man, dass man dieses Gebot versteht und es anwendet. Ich habe gar nichts gegen diese Auffassung. Woran erkennt man, ob ein handgewebtes Tuch, das eine Frau gefertigt hat, gut ist oder nicht? Doch an dem Gewebe selbst, nicht wahr? Wenn der Kettfaden dieses Tuches nicht fest genug ist, dann reißt es. Das Tuch selbst mag auch ganz gut gewebt sein. Sein Kettfaden jedoch könnte nicht fest genug sein. Diejenigen unter euch, die sich mit der hohen Mathematik beschäftigen, können nach dem Gesetz der Wahrscheinlichkeit ausrechnen, wie oft das Wort „Liebe“ seit der Schöpfung der Welt bis heute von Männern und Frauen, von Brüdern und Schwestern, von Kindern und Freunden ausgesprochen worden ist. Lasst uns das ausrechnen! Das ist eine Philosophie. Es gibt ein Gesetz: All die Dinge, die evoluieren, entwickeln sich und wachsen, und diese, die involuieren, steigen ab, d.h., sie werden kleiner und zerfallen. Am Anfang, als der Mensch von Gott geschaffen wurde, verwendete er das Wort „Liebe“ ganz richtig. Während sich jedoch der Ursprungsmensch oder der kosmische Mensch, wie man ihn nennt, von Gott entfernte, begann sich der Inhalt dieses Wortes allmählich zu vermindern, sich unbemerkt zu vermindern, und als der Mensch bis zum tiefsten Punkt des Seins herabgestiegen war, blieb fast nichts mehr von diesem Wort übrig – es zerfiel. Dieses Herabsteigen geschah so unmerklich, so langsam, dass sich sogar dieser große Mensch geirrt hat. Auch ihr befindet euch jetzt in der Lage dieses kosmischen Menschen in Bezug auf die Liebe eures Vaters. Wisst ihr, womit man diese Liebe vergleichen kann? Sie ist einem Teil oder einem Stück ähnlich, das von einem großen zerschellten Schiff übrig geblieben ist und das auf den Wellen des aufgewühlten Ozeans hin und her schaukelt. Dieses Stück schaukelt hin und her und sagt: “Ach, Liebe, Liebe!” Wenn es aber das Ufer einer Insel erreicht, dann sagt es: “Gott sei Dank, ich bin gerettet!” Ihr, die ihr hier versammelt seid, sowie alle Christen, seid also Teile dieses großen Schiffes, die ans Ufer einer Insel angeschwemmt sind. (Matthäus, 22:39) Die Lage der heutigen Menschen ähnelt jener Lage, in der sich ein englischer Lord befand, der mit seiner Tochter und seinem Diener aus England in die weite Welt zog. Es kam aber nun so, dass der Dampfer, mit dem er reiste, Schiffbruch erlitt und sank. Dem Engländer, seiner Tochter und dem Diener gelang es gerade noch, sich in einem Boot auf eine nahegelegene Insel zu retten. In England hatte der Lord nur Befehle geben können, und sein Diener wusste sich nur zu unterwerfen. Als sie jedoch auf die Insel kamen, wurde nun der Diener zum Herren, denn er hatte etwas Samen dabei und wusste ihn zu säen und anzubauen. So fing er an, dem Lord und seiner Tochter beizubringen, wie man sich ernähren kann. So lebten sie etwa zehn Jahre auf dieser Insel. Nun sind wir auch keine Herren mehr, sondern unsere Diener sind unsere Herren. Wer sind unsere Herren? Das sind unsere Leidenschaften, denen wir dienen. Sie sagen uns jetzt: „Herr, einst warst du unser Herr, aber jetzt, auf dieser Insel, verstehen wir mehr von dieser Sache und du sollst uns gehorchen!“ Wie oft wurde also das Wort „Liebe“ bislang ausgesprochen? Es ist doch das stärkste Wort! Als der Herr das Wort „Liebe“ zum ersten Mal in der Welt aussprach, schuf er damit den ganzen Kosmos – er schuf alle Sonnen, die sich voneinander trennten und ihre Umlaufbahnen antraten. Als er das Wort „Liebe“ zum zweiten Mal aussprach, erwachten alle großen Wesen und alle Götter aus ihrem tiefen Schlaf. Als der Herr das Wort „Liebe“ zum zehnten Mal aussprach, wurde der Mensch geboren. Ich werde nicht erzählen, was beim Aussprechen des Wortes „Liebe“ beim dritten, vierten Mal usw. geschah. Der Herr hat also das Wort „Liebe“ bislang nur zehn Mal ausgesprochen. Und auf diesen zehn Worten beruht die ganze Philosophie der Kabalisten mit ihren Sephirot. Nach der Auffassung der Theosophen ist dies eine Differenzierung des Wortes „Liebe“ in all ihren Manifestationen auf den verschiedenen Ebenen, denn es gibt nichts Wirklicheres auf der Welt als die Liebe. Die Kohäsion der Materie hängt nur von der Liebe ab, die zwischen ihren Teilchen besteht und sie zu gegenseitiger Anziehung bringt. Die Harmonie der Welten hängt von der Liebe ab, die die Welten anzieht und durch die sie sich bewegen und drehen. Bei eurem Aufstieg werdet ihr diese Liebe studieren! Heute beginnt ihr mit der Zahl eins, d.h., ihr werdet studieren, was für einen Teil vom großen Schiff, welches den Schiffbruch erlitten hat, dieses Stück darstellt, auf dem ihr euch gerettet habt. Nun werden nach Gottes Plan all die Teile des zerschellten Schiffes gesammelt und davon wird ein noch prachtvolleres Schiff als das erstere gebaut werden. Ein großer Geigenvirtuose ging zu einem Geigenbauer, um seine Geige reparieren zu lassen. Er konnte damit nicht spielen, denn sie hatte irgendeinen kleinen Defekt. Der Geigenbauer nahm die Geige, schlug sie kräftig auf den Boden und sie zerfiel in etwa zehn Stücke. Als der Virtuose das sah, raufte er sich die Haare vor Schreck und Trauer, dass seine Geige, sein teuerster Schatz hin war. „Ängstige dich nicht!“, sagte ihm der Geigenbauer, der ein echter Meister war. Er sammelte alle Stücke auf und machte daraus eine Geige, zehn Mal schöner als die erste. Sollte etwas mit eurer Geige passieren, sollte sie jener Meister auf die Erde werfen, habt keine Angst um diese Geige! Der Meist er wird etwas viel Besseres als die erste Geige daraus schaffen. Ist doch unser Körper nicht aus vielen kleinen, ganz winzigen Teilchen gebaut worden? Macht euch keine Illusionen und denkt nicht, dass es ein Unglück sei, wenn es in der Welt Zerstörung gibt. Jede Zerstörung stellt eine Gelegenheit dar, bei der Gott seine Macht, seine Weisheit, sein Wissen und seine Liebe denjenigen zeigt, die sich auf ihn verlassen. Wenn der Herr sagt, er werde die Welt zerstören, sollen wir darunter verstehen, dass er eine viel schönere Welt als die erste schaffen wird. Wenn wir sagen, mit dieser Welt wird es eines Tages vorbei sein, meinen wir damit, dass eine andere Welt kommen wird – eine schönere als die erste. Wenn wir von einem Menschen sagen, dass er hinübergehen wird, meinen wir damit, dass er wiedergeboren wird, und zwar wird er besser sein als vorher. Das ist die richtige Philosophie. Nun kommen wir auf die Liebe zurück. Ihr sagt: „Unsere Haare sind uns über die Liebe grau geworden!“ Und in der Tat sind euch die Haare immer über die Liebe grau geworden. Dass wir essen – das ist aus Liebe, dass wir uns anziehen – das ist auch aus Liebe, dass wir lernen, dass wir einander verurteilen – auch das geschieht immer aus Liebe. Die Liebe schafft Freude und Leid, sie ist die Ursache von allem. Wer die Liebe versteht, der freut sich, und wer sie nicht versteht, der trauert. Wer die Liebe versteht, der arbeitet, und wer sie nicht versteht, der ruht sich aus. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ Unter dem Wort „selbst“ verstehe ich die göttliche Seele des Menschen. Alle Seelen, die anfangs aus dem Nichtsein herausgetreten und und in das Sein hineingekommen sind, stellten immer Paare dar. Es waren zwei Seelen und diese Seelen suchen sich jetzt. Alle Bestrebungen der Menschen – dass sie sich lieben, dass sie heiraten, dass sie Kinder gebären – all das zeigt, dass jeder seine verwandte Seele sucht. Als jenes Schiff zerschellte, verloren diese Seelen einander und verstrickten sich in die Materie. Deshalb suchen sie sich heute. Vielleicht wendet ihr ein: „Wieso?! Wir können doch sehen, die Menschen können doch sehen!“ Nein, die geistige Sehkraft ist in euch noch nicht entwickelt. Ein Mädchen findet einen Jungen, heiratet ihn und sagt: „Das ist er – mein Geliebter!“ Der Pope kommt und traut sie in Gottes Namen. Doch kaum ist ein Monat nach der Hochzeit vergangen und sie sagt: „Er ist es doch nicht.“ Oder ein Mann findet eine Frau, heiratet sie, sagt aber danach: „Sie ist es doch nicht.“ Jeder befindet sich ein bisschen in der Lage des englischen Reformators John Wesley, der sich in ein Mädchen verliebte, es heiratete, je aber drei Tage nach der Hochzeit zu seinen Freunden sagte: „Es lohnt sich nicht zu heiraten.“ – Warum? – „Sie ist es doch nicht, sie ist nicht meine Seele, die ich gesucht habe.“ Christus sagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben“, d.h., du sollst deine nächste, deine verwandte Seele lieben. Ihr sollt berücksichtigen, wenn ich das Wort „Seele“ verwende, gebrauche ich es als Maßstab. Wenn du deine nächste Seele nicht lieben kannst, die Seele, mit der du von Gott ausgegangen bist, dann kannst du niemanden lieben. „Wie dich selbst“, sagt Christus, und nicht außerhalb von dir. Mit den Worten „wie dich selbst“, mit jenem Menschen, der fähig ist zu lieben, beginnt das Schöpferische auf Erden. Ihr würdet einwenden: „Wieso?! Weißt du, wie mein Herz gebrannt hat? Ganze Nächte lang habe ich nicht geschlafen!“ Wenn du ganze Nächte lang nicht geschlafen hast, ist das noch kein Beweis, dass du geliebt hast. Wenn jemand dich verprügelt und dir das Bein bricht, schläfst du dann? Ganze Nächte lang schläfst du nicht, kannst dich nicht umdrehen. Wenn du dein Bein brichst, ist das aus Liebe? Ich muss mich über die Menschen wundern, wenn sie sagen: „Aus lauter Liebe kann ich nicht schlafen!“ Was ist denn das für eine Liebe, die brennt? „Beinahe hätte ich meinen Verstand verloren!“ Was ist denn das für eine Liebe, die den Leuten den Kopf verdreht? Wir haben auch zur Zeit viele Schriftsteller, Romanautoren, die schreiben, dass der Held oder die Heldin in Ohnmacht fielen. Sie schreiben etwas, was nicht wahr ist. Ich könnte doch, wenn ich will, jeden von euch ohnmächtig werden lassen! Nicht nur ich, sondern auch jeder von euch kann das tun. Wenn du jemandem eins auf den Kopf gibst, wird er sicher ohnmächtig. Und dann sagen die Leute: „Er ist in Ohnmacht gefallen.“ Nein, nein, das ist keine philosophische Auffassung vom Wort „Liebe“. „Du sollst deinen Nächsten liebgewinnen wie dich selbst!“ Nicht ihn lieben, sondern ihn liebgewinnen, heißt es. Wir sagen auf Bulgarisch „wasljubwam“** und „ljubja“***. Das erste Wort ist stärker als das zweite. Ihr liebt, jedoch ihr gewinnt einander nicht lieb. Liebt und gewinnt einander lieb! Das Verlieben schließt das Aufhören der Liebe ein, und im Liebgewinnen ist kein Aufhören. Darin ist ein Reifungsprozess enthalten. Die zwei verwandten Seelen sind die zwei Pole, zwischen denen das Leben geboren wird. Nur wenn du die Seele findest, die mit deiner verwandt ist und die den Gegenpol deines Lebens darstellt, nur dann wird es Reifung geben und die echte Evolution wird beginnen. Wenn Christus sagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben“, meint er damit, dass in den Geheimlehren, im tiefsten Sinne des Wortes, ein anderes Wissen steckt, wovon die sogenannten fortgeschrittenen Menschen kaum eine Ahnung haben. Erst nachdem du das echte Wissen erworben hast, wirst du den anderen Pol deines Lebens oder den Weg deines Aufsteigens finden. Das, was „Einweihung“ heißt, geschieht, wenn du deinen Lehrer findest, und er – seine Schüler. Das ganze Geheimnis besteht darin – dass du deine geliebte, deine verwandte Seele findest. Solange du sie nicht findest, wird dir kein Lehrer jenes tiefe, geheime Wissen und den Weg deines Aufsteigens zeigen. Von dem Moment an, wo du diese verwandte Seele gefunden hast, wirst du Fortschritte machen. Wenn es einen Anhaltspunkt gibt, ist alles möglich. Wie hat es Archimedes formuliert? „Gebt mir einen Anhaltspunkt, wo ich meinen Hebel ansetzen kann, und ich werde die Erde hochheben.“ Folglich muss dieser Nächste, den du wie dich selbst lieben solltest, deinen Anhaltspunkt darstellen, an dem du deinen Hebel ansetzen kannst. Welchen Hebel? – Die Liebe. Und dann werden alle Handlungen richtig sein. Die Liebe ist kein vergängliches Gefühl. Vergängliche Dinge sind nur die materiellen Dinge. Sie sind wie Schatten. Die Schatten gehen vorüber, denn die Erde bewegt sich, sie dreht sich und in ihrer Bewegung ändern sich stets auch die Schatten. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ Das heißt nicht, du sollst mit deinem Nächsten verschmelzen. Hier gibt es kein Verschmelzen. Du sollst ihm nicht sagen, wie manche sich bekennen: „Ich bin bereit, dein Sklave zu werden!“ Das ist keine Liebe. Jemand sagt: „Ich bin bereit, alles für dich zu opfern!“ Aber sogar in diesem Opfer ist keine Liebe. Diese Liebe kauft man mit keinem Opfer los. Ihr sollt den ersten Brief des Paulus an die Korinther, 13.Kapitel lesen. Dort heißt es: „Wenn ich auch alles opfern würde, jedoch keine Liebe hätte, würde das nichts nützen.“ Das ist keine Liebe. Du kannst viele Opfer darbringen – diese Opfer sind für dich selbst, du willst dich opfern. Was nützt mir dein Opfer? Nein, die Liebe erfordert etwas mehr als Opfer. Das Opfer ist nur ein Gesetz der Sühne unserer Sünden. Wenn der Mensch seine Reinheit verloren hat, kann er sie nur durch das Gesetz des Opfers wiederherstellen. Die Selbstaufopferung ist nur ein Gesetz, mit dem wir unsere ursprüngliche Reinheit wiedererlangen können. Damit würden wir den Grundstein gelegt haben, um Gott zu erblicken. Und nachdem wir Gott gesehen haben, werden wir das echte Bewusstsein über unsere Entwicklung erwerben. Das wird der erste Tag unserer Evolution sein, der Tag des Aufgehens der Sonne. Diese Sonne, nachdem sie Tausende von Jahren in uns geschienen haben wird, wird die Seele bis zu jener Höhe erheben, auf der sie war, bevor unser Schiff zerschellte. Also, mit dem Opfer wird Reinheit erlangt, mit der Reinheit wird der Grundstein gelegt, damit wir Gott erblicken können, und mit dem Erblicken Gottes fängt das echte Bewusstsein an, die echte Entwicklung, die Evolution der Seele, ihr Leben. Folglich, wenn gesagt wird, dass wir lieben sollen, verstehe ich darunter, dass wir zu leben anfangen sollen. Im ersten Gebot – „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von deiner ganzen Seele, mit all deinem Verstand und mit all deiner Kraft“ – gibt Christus Regeln und Methoden, die wir begreifen. Das Herz – das ist das bewusste Leben. Der Verstand – das ist das selbstbewusste Leben. Die Seele – das ist das unterbewusste Leben, und die Kraft des Geistes – das ist das überbewusste Leben. Also ihr, die ihr die Mathematik versteht, könnt diese Permutationen anstellen: Ihr müsst beide Pole des Geistes bilden und das Herz auf den Gegenpol stellen, denn das Leben ist nicht im Selbstbewusstsein und im Bewusstsein – das sind nur Übergangsetappen, durch die die Seele gehen soll. Es ist eine Bewegung. Du erwartest dein zukünftiges Wohl. Du kannst dich über Dinge freuen, die du in der Vergangenheit erlebt hast, oder wiederum auf Dinge, die du in Zukunft erleben wirst, aber du kannst dich nie über Dinge freuen, die du momentan erlebst. Unser ganzes Leben liegt entweder in der Zukunft oder in der Vergangenheit. Folglich, wer sein Glück im jetzigen Moment seines Bewusstseins erwartet, der täuscht sich. Im Bewusstsein ist immer ein Stachel aus Bitternis. Sie ist ein Prozess der Reinigung. Zum Bewusstsein und Selbstbewusstsein gehört das Gesetz des Opfers, denn darin fangen wir an, unsere Fehler, die Handlungen der Vergangenheit zu sehen. Und erst dann fängt die göttliche Liebe an, sich zwischen den zwei Polen zu offenbaren – im Unterbewusstsein unserer Seele, die alles von ihrer Vergangenhet trägt, und im Überbewusstsein des Geistes, der jetzt zur Erde kommt und schöpferisch arbeitet, der das zukünftige Wissen bringt, d.h. das, was Gott jetzt in der Welt schafft. Nun sehe ich, dass es in euren Häusern oft irgendwelche Überreste gibt. Jemand ist zum Beispiel ins Kloster auf den Berg Athos gegangen, hat sich etwas von dort mitgebracht und stellt es in sein Haus wie ein Heiligtum. Ein anderer ist zum Heiligen Grab gegangen, hat eine Reliquie vom Kreuz Christi mitgebracht und es auch in sein Haus hingestellt. Ein dritter hat einige Haare von einem Freund genommen und bewahrt sie bei sich auf als Talisman. Wiederum ein anderer hält einen halbverbrannten Brief von einem Freund bei sich versteckt. Euer ganzes Leben besteht aus lauter Überbleibseln eurer vorigen Leben. Ihr habt sie in den Schränken liegen lassen und schaut sie ab und zu an, indem ihr ständig seufzt: „Ach!“ Nein, hört doch endlich mit diesem Seufzen auf, denn es seufzen nur Leute, die zu viel gegessen haben. In der Liebe gibt es kein Seufzen, keine Schwierigkeiten, keinen Wahnsinn, kein Schwachwerden, keinen Tod. Es gibt nur ein großes inneres Leben. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ Eine Regel ist, dass sich der Mensch selbst liebt, denn sich selbst kennt er einigermaßen. Jener andere, den du liebgewinnen wirst, der wird dir ganz ähnlich sein, der wird weder höher noch tiefer stehen als du. Nach dem Gesetz der Liebe bist du es also nicht, wenn du jemanden lieben willst und dich höher stellst als ihn. Wenn du wiederum demütig bist und dich tiefer stellst, dann bist du es auch nicht – du stehst weder höher noch tiefer. Versteht mich! Ich will, dass ihr besser nachdenkt, nicht aus der Perspektive eures heutigen Lebens, eurer heutigen Gefühle. Es ist ein großes Opfer notwendig, damit ihr eure Gefühle reinigt. Es sind große Ablagerungen und ihr müsst sie reinigen, um die Liebe zu verstehen. Wenn der Mensch die Liebe studiert, wird echte Tapferkeit erfordert. Wenn wir auf die Liebe kommen und anfangen sie zu studieren, sagen wir: „Was soll mit mir geschehen, was soll mit meiner gesellschaftlichen Stellung, mit meinen Kindern, mit meinem Glauben geschehen?“ Du findest nie die Wahrheit, wenn du so denkst. Du musst die Kühnheit jenes Amerikaners haben ….. wessen Kühnheit? Ich werde euch ein Beispiel anführen. Amerikaner spannen ein dickes Seil über die Niagarafälle und fragen, ob sich jemand trauen würde, mit einer Stange auf dem Seil zu balancieren, beim Tosen dieser großen Wasserfälle. Unter allen Amerikanern tritt einer vor, der die Stange nimmt und auf das Seil geht. Das erste Mal geht er mit einer Stange, das zweite Mal – ohne Stange. Das dritte Mal nimmt er einen anderen auf seinen Rücken mit und geht mit ihm auf das Seil. Sowohl dieser, der auf dem Seil geht, als auch jener, der auf seinem Rücken ist, sind Helden. Das sind die zwei Seelen, die von Gott ausgegangen sind. Sie müssen über die tosenden Wasserfälle gehen. Bei der kleinsten Schwankung, bei der kleinsten Störung des Gleichgewichts ist alles verloren. Damit meine ich nicht, dass ihr jetzt schon diesen Versuch machen sollt. Ich möchte euch dazu nur ermutigen. Vorläufig könnt ihr auf dem Seil über einem kleineren, engeren Wasserfall balancieren, um bei diesem Versuch nicht zu ertrinken. Dann könnt ihr über einem breiteren Wasserfall und schließlich – auf dem Seil über jenem großen Wasserfall balancieren. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ Nachdem du deine verwandte Seele gefunden hast, hast du die Hälfte deiner Aufgabe gelöst und den richtigen Weg gefunden. Dann findet dich dein Lehrer und Christus beginnt zu dir zu sprechen. Nur dann haben die Worte Christi einen Sinn. Und das ist das große Gesetz: „Wo zwei versammelt sind, in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ Diese zwei, das sind die zwei verwandten Seelen. Nur bei diesen zwei verwandten Seelen wird Christus der dritte sein. Das ist kein gewöhnliches Gesetz. Macht euch keine Illusionen, täuscht euch nicht! Ihr zitiert oft diesen Vers: „Wo zwei oder drei versammelt sind, in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen.“ Zwei oder drei, versammelt in wessen Namen? Im Namen der Liebe. Diejenigen, die diese Lehre begriffen haben, sind bis zum göttlichen Wesen gekommen, von wo aus das Wachstum beginnt. Dann muss unsere Liebe zu den großen und zu den kleinen Dingen gleich sein. Wenn ihr einen Apfelkern und einen kleinen Apfel habt, wie soll dann eure Liebe zum einen und zum anderen sein? Ihr würdet sagen:“Ich liebe den Apfel mehr als den Kern.“ Die Liebe zum Kern ist jedoch uneigennütziger als die Liebe zum Apfel. Du liebst den Apfel mehr, denn er ist zum Essen, man kann etwas davon nehmen. Wenn du jedoch einen Kern lieben könntest, wäre die Liebe zu ihm uneigennütziger. Folglich, wenn du diesen Kern lieben könntest, würdest du auf die gleiche Weise das Kleine im Großen wie auch das Große im Kleinen sehen können. So sollten wir uns durch das Äußere nicht täuschen lassen. Manchmal sind unsere Gesichtszüge ebenmäßiger, unsere Nase – symmetrischer, wir sind schlanker und wenn uns die Menschen anschauen, sagen sie:“In ihm ist etwas Schönes!“ – und sie gewinnen uns lieb. Wenn du ein schwaches, mageres, krankes Kind siehst, dann sagst du: „Aus diesem Kind wird nichts!“ In dieses kleine Kind ist genauso viel hineingelegt wie auch in den Erwachsenen, denn der Geist dieses kleinen Kindes arbeitet an einer anderen Stelle. Dieser Geist stellt in der göttlichen Welt dasselbe dar, was der Geist des Erwachsenen hier darstellt. Dort ist die Liebe zwischen allen Wesen gleich. Was versteht ihr darunter, wenn ich „gleich“ sage? Nicht gleich in ihrer Intensität, sondern gleich in ihren Äußerungen. Auch in ihren großen Äußerungen bleibt die Liebe immer gleich. Wenn ihr jemandem im Himmel auch nur den kleinsten, den winzigsten Gefallen tun würdet, wäre er so zufrieden, als wenn ihr ihm die ganze Welt gegeben hättet – für ihn wäre es egal. Auf der Erde ist es jedoch nicht so. Wenn dich die Menschen auf der Erde gut bewirten, in ein weiches Bett legen, dir einen schönen Anzug machen, fängst du an, gute Sachen über sie für die Zeitungen zu schreiben. Du sagst: „Diese Menschen sind edel.“ – Warum? – „Sie haben mich mit Hähnchen und Banitza* bewirtet, mir einen weichen Sessel, gefüllt mit Daunen, angeboten.“ Wenn dich jedoch diese Menschen nur mit ein wenig Maisbrei bewirtet hätten oder wenn sie dir ein hartes Lager angeboten hätten, dann würdest du, nachdem du aus ihrem Haus gegangen bist, sagen: „Alles war doch zu simpel!“ Das ist ein Vergleich in Bezug auf die Liebe bei den heutigen Menschen. Sie ist dem erwähnten Beispiel ähnlich. Wo es mehr geschlachtete Enten und Hühner gibt, da gibt es auch mehr Liebe. Wo es nicht so viele Enten, Hühner und Banitzi** gibt, da ist weniger Liebe. Im Himmel ist es allerdings nicht so. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ Erwartest du etwas von dir selbst? Opferst du etwas für dich selbst? Wenn du Hunger hast, schneidest du dir ein Stück von deinem eigenen Fleisch ab? Das tust du nicht, sondern du erwartest immer ein Hähnchen. Doch Christus sagt: „Von deinem Nächsten sollst du kein einziges Haar, keinen einzigen Muskel für dein eigenes Wohl opfern..“ Das, wie ihr es versteht, ist nicht für das gemeine Volk. Wenn ihr diese Frage innerlich löst, so habt ihr alle anderen sozialen Fragen in der Welt gelöst. Ich führe euch ein kleines Beispiel an. Vor 5000 oder 6000 Jahren kam eine der Königstöchter zum ersten Mal als Schülerin an die Schule der Weißen Bruderschaft in Ägypten. Der oberste Lehrer dieser Schule musste folgenden Versuch mit ihr machen, um zu prüfen, ob sie für jene Lehre, die ihr anvertraut werden sollte, bereit ist. Eines Tages verwandelte sich der Lehrer in eine kleine Taube (die großen Lehrer haben diese Eigenschaft). Er ging ins Haus seiner Schülerin als Taube, aber in der gleichen Zeit rief er in ihr einen krankhaften Zustand hervor. Das Dienstmädchen kam und sagte ihr, dass ein Opfer gemacht werden soll, damit sie gesund wird. Damit wollte man prüfen, ob sie die Taube für ihre Gesundheit opfern würde. Die Taube wurde gefangen und in einen Käfig gebracht. Auf diese Weise konnte der Lehrer erfahren, was für eine Absicht die Schülerin hat und wie weit sie in ihrer Entwicklung gekommen ist. Die Entscheidung wurde getroffen und die Taube wurde geopfert, damit die Königstochter gesund wird. Deswegen wurde ihr Eintreten in die Schule aufgeschoben. Und bis heute noch gibt es keine Frauen in der Weißen Bruderschaft. Solange ihr Frauen seid, werdet ihr nie als Mitglieder, als Seelen in die Weiße Bruderschaft eintreten. Solange der Mensch leben will, ist er eine Frau und keine Seele. Solange der Mensch leben will, ist er ein Mann und keine Seele. Jeder, der leben will, lebt wie die anderen. Wenn er sich aber für die anderen opfert, so hat er sich schon um eine Stufe höher erhoben. Deshalb, wenn ich sage, dass es bis heute noch keine Frauen in der Schule der Weißen Bruderschaft gibt, sollt ihr darunter nicht Frauen nach der Form verstehen. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ Ich will euch eine richtige Philosophie, eine richtige Auffassung geben, damit ihr lernt. Über dieses Problem wurde an mehreren Stellen geschrieben worden. Sogar in der heutigen Literatur würdet ihr etwas darüber finden, aber das sind nur Schatten. Ein solches Problem ist bislang noch nicht behandelt worden. Ihr sollt euch wie Seelen fühlen. Nehmt niemals und von keinem ein Opfer für euch selbst an! Kein Lehrer, wer auch immer er sein mag, verlangt ein Opfer von seinem Schüler für sich selbst. Wenn sich der Schüler selbst für seine eigene Vervollkommnung opfern und seine ursprüngliche Reinheit erwerben will, dann ist es erlaubt, aber der Lehrer braucht sein Opfer nicht. Wir müssen also alles opfern, um unsere Reinheit zurückzugewinnen. Wenn ihr euch opfert, sollt ihr nicht sagen, dass ihr euch für den Herrn opfert. Ihr opfert euch nicht für den Herrn, sondern für euch selbst. Und für wen opfert sich denn der Herr? Für sich selbst. Ihr würdet sagen: „Das ist eine falsche Auffassung!“ Ja, für sich selbst! Wir haben ihn befleckt und er musste sich aufopfern, um sich von unseren Lastern, von unseren Sünden zu reinigen und seine ursprüngliche Reinheit zu erwerben. In menschlicher Sprache heißt das: Der Herr hat sich für sich selbst geopfert, um nicht nur sich, sondern auch uns zu reinigen, denn auch wir sind in ihm. Er hat sich für sich selbst geopfert, um die Urharmonie wiederherzustellen. Daher stammen Paulus Worte: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst.“* Um sie also zu versöhnen, musste er diese ursprüngliche Harmonie in sich bringen, d.h., seinen Sohn – die Liebe, das Leben – zum Opfer bringen. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.“ Dann würde ich euch fragen: Habt ihr eure verwandte Seele gefunden? Nun würdet ihr mir die Frage stellen: „Und was machen wir denn mit unseren Frauen, mit unseren Männern?“ Diese Frage berühre ich nicht. Es ist dasselbe, wie wenn ihr mich fragen würdet: „Was machen wir denn mit unserem Anzug?“ Der Anzug bleibt Anzug, die Frau – Frau, das Heiraten – Heiraten. Diese große Frage steht nicht in Verbindung damit. Die Heirat ist ein Gesetz der Selbstaufopferung. Was geschieht, nachdem du geheiratet hast? Du erwirbst deine Reinheit. Wenn du rein bist, solltest du nicht mehr heiraten. Wenn du unrein bist, dann heirate, soviel du willst! Die Heirat ist ein Gesetz der Selbstaufopferung, mit dem du deine Reinheit erwirbst oder dein Karma büßt, wie die Inder sagen. Wenn du aber in die Epoche der echten Entwicklung eintrittst, wenn du die Reinheit hast, dann wird sich das Gesetz des Heiratens und des Gebärens ändern. Die Menschen werden nicht mehr auf die gleiche Weise heiraten, gebären und sich verkörpern wie bislang. Dass es nicht auf die gleiche Weise sein wird, dafür zeugen die Worte des Herrn: „Mein Geist wird in sie eingeflößt und ich werde in ihnen wohnen.“ Und wir alle werden anfangen durch Einflößen zu inkarnieren, und nicht durch Gebären und physisches Verkörpern. Heute, wenn die Frau gebärt, ruft sie die alten Hebammen. Und wie sehr soll sie stöhnen, wie oft beschließt sie das Kind abzutreiben! Die Frage besteht jedoch nicht darin. Das ist ein Opfer. Wenn das Gesetz des Einflößens kommt, werden wir schon in Gottes Reich sein. Daher wird das echte Begreifen kommen und wir werden Gott erkennen. Ich spreche nicht von der heutigen Epoche, sondern von der echten. Das bedeutet allerdings nicht, dass wir auf unser Leben verzichten sollen – nicht im geringsten! Wir müssen unsere Arbeit bis zu Ende führen. Die Arbeit, die wir in unserem heutigen Leben verrichten, hat eine Beziehung zu unserem nächsten Leben. Wer meisterhaft zu stehlen weiß, wird auch in anderen Angelegenheiten ein solcher Meister sein. Wer stark hasst, kann auch stark lieben. Wenn ich einen schlechten Menschen sehe, freue ich mich über ihn, denn dieser Mensch wird im Guten sein genauso eifrig wie er im Bösen gewesen ist, wenn er die Wahrheit erkennt. Ich spreche nicht von dem einfachen Guten, nein. Ich bringe die heutigen guten und bösen Menschen immer auf einen gemeinsamen Nenner. Alle sind gut.(2.Korinther, 5:19) Wann? Auch der schlechteste Löwe oder Tiger ist gut, wenn du ihm zu essen gibst, aber lass ihn 24 Stunden hungrig und versuche ihn anzurühren! Auch die schlechteste Schlange ist gut, wenn sie satt ist. Würdest du es jedoch wagen dich ihr zu nähern, wenn sie hungrig ist? So sagen wir oft: „Er ist ein edler Mensch.“ Ich sage: „Er ist ein satter Mensch.“ Damit ihr erfahrt, ob er ein edler Mensch ist, lasst ihn 12-24 Stunden hungrig und versucht ihn anzufassen. Im guten Menschen gibt es keine Veränderung, er ist immer derselbe – egal ob er satt oder hungrig ist. Unser Bewusstsein darf sich nicht ändern! Folglich, wenn Christus sagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben“, heißt das, dass wir imstande werden unseren Nächsten zu erkennen. Ihr sagt: „Ich habe meine Meinung geändert.“ Ja, er ist veränderlich wie du selbst. Wenn er dir 1000 Lewa gibt, ist er gut. Wenn er sie zurücknimmt, ist er schlecht. Also, du wirst jeden Moment deine Meinung von seinem Charakter ändern. Der gute Mensch bleibt immer still und ruhig. Er weiß, dass niemand seinen Reichtum wegnehmen kann. „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ Unter diesem „selbst“ – die Theosophen nennen es das hohe „Ich“ – wird verstanden, dass du aufwachen und diese nächste Seele lieben sollst. Wenn ihr dieses Gesetz anwendet, fängt die Harmonie an unter euch zu herrschen. Ich habe bereits beschlossen – in Zukunft spreche ich nicht mehr über Versöhnen. Das ist sehr banal: „Wollen wir uns versöhnen!“ Ich kann euch alle sehr leicht versöhnen. Ich bin ein Meister des Versöhnens, ich beherrsche diese Kunst. Nehmen wir an, jemand hat euch betrogen. Er hat von euch 1000 Lewa genommen und gibt sie nicht zurück. Ich bezahle sie an seiner Stelle. Bist du ihm nun böse? Nein. Die Frau ist dem Mann böse, weil sie kein Kostüm hat. Kauft ihr ein Kostüm! Ist sie nun zufrieden? Wenn du den Menschen das gibst, was sie wollen, sind sie in 12-24 Stunden zufrieden, versöhnt. Wenn du ihre Kinder ins Ausland schickst, ihre Gehälter erhöhst, ihnen Braten, dies und jenes besorgst, sagen sie: „Na, ein guter Mensch ist auf die Welt gekommen, er ist Christus! Die Welt entwickelt sich gut, wir könnten ihm folgen.“ Dieser Christus kann nur 12 Stunden herrschen. Christus konnte die auf diese Weise gestellte Frage lösen, er hat sich doch nicht vorgenommen sie auf diese Weise zu lösen. Wir werden die Frage auf eine andere Weise lösen, ihrem Wesen nach. So wie die jetzige Evolution vor sich geht, ist sie Evolution des Karma – ich nenne sie „Buße des Karma“. Wir gehen einen richtigen Weg. Es dauert nicht lange und wir werden den Weg der göttlichen Evolution betreten. Deshalb fordere ich euch auf, dass ihr dieses Gesetz erfüllt, d.h., ihr sollt euren Nächsten finden. Findet ihr eure nächste, eure verwandte Seele und liebt ihr sie wie euch selbst, seid ihr auf dem göttlichen Weg. Nachdem ihr diese Seele gefunden habt, dürft ihr sie nicht küssen, nicht anrühren und anfassen, sondern sie euch nur von weitem anschauen. Ihr könntet sagen: „Ja, aber ich will sie ein bisschen an mich drücken!“ In dem Moment, wo du dir vornimmst, sie ein bisschen zu drücken, wird alles verdorben. Das, was man streicheln, anfassen, küssen kann, wird verdorben. Die Küsse, das Drücken bedeuten, dass du es aufgegeben hast. Wenn wir jemanden lieben, nehmen wir mehr als wir geben. Wir drücken ihn an uns: „Ach, ich liebe dich!“ Aber dadurch nehmen wir. Ich habe manchmal beobachtet, wie jemand ein Bläschen, voller Luft, nimmt, es hebt, drückt -–und es entleert sich. Ein anderer nimmt ein Fläschchen. Er schluckt und schluckt davon und steckt es danach in die Tasche. Dann sagt er: „Wie sehr ich es liebe!“ Wenn das Fläschchen leer wird, dann wird es nicht mehr geliebt. Das ist eine falsche Vorstellung von Liebe. Es gibt etwas Schöneres als die Umarmungen, es gibt etwas Schöneres als die Küsse, es gibt etwas Schöneres als das Streicheln, als die heutige Vorstellung. Versteht ihr? Und wenn ich sage, dass ein kurzes Erleben, ein augenblickliches Erblicken Gottes teurer ist als Tausende von Leben, meine ich das auch so. Und wenn du die Seele siehst und erkennst, von der Christus sagt, dass du sie erkennen und lieben sollst, wirst du eine große Kraft in dir spüren, und zwar nicht nur in deinem Körper. Du wirst eine solche Kraft spüren, die du nie gespürt hast. Du wirst eine solche Erläuterung des Verstandes spüren, dass du auf einmal anfangen wirst sehr weit zu sehen, jenseits der Milchstraße. Gott zu sehen, das ist viel! Was denkt ihr, wie werdet ihr ihn sehen? Jetzt seufzt ihr ständig. Nein, nein, hört zu! So handeln nur die Kinder, die es gewohnt sind, durchs Loch zu gucken. Und nun, wenn sie kommen, sagen sie: „Lasst uns doch durch das Loch gucken!“ Nein, nun bist du auf dem breiten Weg, du brauchst nicht durch das Loch zu gucken. Jemand strengt seine Augen an, um mich genauer zu betrachten. Ich sage: Es hat keinen Sinn, dass du mich so anschaust. Was wirst du denn erkennen? Hast du deine nächste, deine verwandte Seele gefunden, um mich erkennen zu können? Um dich zu erkennen, muss ich meine nächste, meine verwandte Seele finden. Zwischen diesen zwei Polen fängt das göttliche Prinzip an zu wirken und Gott fängt an sich zu offenbaren. Das ist der große Anfang, den ihr als Grundstein legen müsst. Ihr dürft euch nicht täuschen! Manchmal seid ihr voller Begeisterung und ihr denkt, dass ihr im Paradies seid. Eine halbe Stunde später vergeht jedoch eure Stimmung und ihr denkt, dass ihr in der Hölle seid. Manchmal sagt ihr: „Es lohnt sich zu sterben“ und eine halbe Stunde später denkt ihr: „Es lohnt sich nicht zu sterben“. Das wäre wie bei Peter! In der Liebe ist etwas Beständiges. Ich sage nicht, dass es von uns stammt. Wir sind wie ein Stützpunkt in einem Kinematograph des Weltalls. Alles, was in eurem Verstand vor sich geht, alle Gedanken, die ihr in einem bestimmten Moment habt, stammen nicht von euch. Ihr lebt also mit der Illusion, dass die Gedanken, die ihr habt und die euch weggenommen werden, eure eigenen Gedanken sind und trauert um sie. Sie sind fremd und ihr braucht euch nicht über das Fremde zu freuen oder darum zu trauern. Christus sagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ Zuerst müsst ihr Methoden in eurem Bewusstsein, Unterbewusstsein, Selbstbewusstsein und Überbewusstsein finden und nur nachdem ihr diese Methoden in eurem Leben angewendet habt, werdet ihr eure verwandte Seele finden. Nachdem ihr sie gefunden habt, werdet ihr beide anfangen im stillen zu arbeiten und ihr werdet keinen großen Lärm in der Welt machen. Wenn ich Milliardär wäre, bräuchte ich das nicht zu sagen. Wenn ich das ganze Universum kennen würde, bräuchte ich keine Werbung in den Zeitungen. Ich würde den bulgarischen Journalisten nicht erzählen, dass ich das wissen würde. Was würde ich denn davon gewinnen? Mit ihnen würde ich mich über dies und jenes, über Mazedonien und Thrakien, über England und Deutschland unterhalten, aber über das Wesentliche – niemals! Wenn ein ehrenwürdiger Mensch eines Tages stirbt, sagt man: „Dieser Heilige hat das und das gemacht.“ Nichts hat er gemacht. Diesen Heiligen, über den ihr schreibt, den kennt ihr nicht. Es sind schon 2000 Jahre vergangen, und die Juden haben Christus noch nicht erkannt. Die Christen haben ihn in den siebten Himmel erhoben. Die Juden sagen: „Was für Schafsköpfe sind diese Christen!“ Ich frage: Wer ist klüger, die Christen oder die Juden? Die Juden könnten uns verurteilen und sagen: „Ihr glaubt an Christus, aber wir sind ehrlicher. Wir glauben nicht, aber wenigstens lügen wir nicht. Wir sind schlechte Menschen, aber wenigstens lügen wir nicht. Wir gestehen es – wir glauben nicht an Christus und wollen seine Lehre nicht anwenden.“ Und wir, die Christen? Christus hätte dies, hätte jenes gesagt, aber wir wenden seine Lehre nicht an. Wir lügen, dass wir sie anwenden. Dann frage ich: Was für eine Anwendung der Lüge ist das? Es stimmt nicht, es stimmt nicht, dass wir Christen sind! Hier sind evangelische Prediger, orthodoxe Priester, Bischöfe u.a. Sie sind wohl von Christus eingesetzt worden?! Aber versucht nur, sie etwas über mich zu fragen und hört zu, was sie euch sagen werden. Sie werden euch sagen, dass ich ein Dämon, Satan, Lügner bin. Warum? Ich weiß, woher das stammt. Wäre ich an ihrer Stelle, würde ich genauso sprechen. Ich danke Gott, dass ich nicht an ihrer Stelle bin und all ihre Versuchungen habe. Ich sage: Ich bin ihnen dankbar, dass sie meine Last tragen. Wir müssen also in unserem Glauben konsequent sein. Ihr würdet sagen: „Ich glaube an Gott.“ Nein, seid ehrlich! Wenn ihr glaubt, dann sollt ihr wenigstens etwas anwenden! „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!“ Nun, nachdem ihr von hier weggegangen seid, werdet ihr anfangen, nach euren alten Methoden zu handeln: „Eine Schwester wendet diese Lehre nicht an.“ Ich sage nicht, dass ihr schlecht seid. Ihr seid besser als ich. Diese Lehre wende ich erst jetzt an. Ihr habt sie fast wie Christen angewendet, und ich wende sie wie die Juden an. Nein, jeder von euch muss seine verwandte Seele finden und wenn ihr zu mir kommt, werde ich sagen: Ich freue mich, dass Gottes Geist in euch eingeflossen ist! Danach werdet ihr mit Freude in Gottes Tempel eintreten. Nur dann werdet ihr Gott lobpreisen können. – Wie werden wir ihn lobpreisen? – Nur durch das Gesetz dieser großen Liebe, die in euren Seelen aufleuchten kann. Mancher könnte sagen: „Wir sind sehr große Sünder.“ Ihr seid keine großen Sünder. Ich halte euch nicht für solche. Allerdings besteht euer Fehler darin, dass ihr sehr leben wollt, doch nicht wisst, wie ihr leben sollt. Ihr könnt mir die Frage stellen: „Was ist mit unserem Glauben an Christus, seit so vielen Jahren, mit den Gebeten, die wir aufsagen, mit unserem regelmäßigen Kirchgang – was ist mit all dem?“ Habt ihr dabei Christus gefunden? Ich sage nicht, dass ihr ihn nicht gefunden habt. Gott ließ die Menschen sich zu ihm vorzutasten – hoffentlich tasten sie sich zu ihm durch. Vor 2000 Jahren hat er durch Christus gesprochen. Habt ihr diesen Christus einmal getroffen und euch mit ihm über seine Lehre unterhalten? Könnt ihr euch mindestens an einen klaren Traum erinnern, in dem euch Christus etwas von seiner Lehre erzählt hat? Der Mensch soll eine positive Philosophie haben, um Christus zu sehen. Dieses Gefühl möchte ich in euch erwachen sehen, aber vorher sollt ihr unbedingt eure verwandte Seele vom Himmel sehen. Paulus spricht diesen Gedanken aus, jedoch etwas anders. Er sagt: „Doch in dem Herrn ist weder die Frau etwas ohne den Mann noch der Mann etwas ohne die Frau.“* Damit meint er, dass sich die beiden Prinzipien von heute – Mann und Frau – zu einer Seele vereinigen müssen und dass diese Seele die andere, ihre verwandte Seele finden muss. Nur dann wird Christus der Dritte unter ihnen sein. Nun würden manche den Mut verlieren. Ich will nicht, dass ihr den Mut verliert. Das bezieht sich auf die Weisheit. Wenn wir alle in diesem Zustand wären, so würden wir ganz Sofia heben können, wenn die große Liebe kommt. Hätte ich nur einen Anhaltspunkt in euch, würde ich ganz Sofia auf meinen Hebel heben. Doch wie oft habt ihr Zweifel! Es wird ein noch größerer Zweifel kommen. Als Christus in den Himmel auffuhr, begannen die Anwesenden an ihm zu zweifeln. Auch ihr werdet wie diese Gläubigen zweifeln – ob ihr es gesehen habt oder nicht. Nur wenn jenes große Gesetz kommt – „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst“ – nur dann werdet ihr auf dem Weg der echten Erkenntnis sein. Also, denkt nicht, dass das Opfer Liebe bedeutet. Das Opfer ist nur Versöhnung. Die Reinheit darin stellt die Grundlage dar. Das Unterbewusstsein – das ist die Seele, das Bewusstsein – das ist das Herz, das Selbstbewusstsein – das ist der Verstand, das Überbewusstsein – das ist der menschliche Geist. Das, was die alten Griechen gesagt haben – „Erkenne dich selbst!“ – zeigt, dass auch sie keine große Philosophie hatten. Sie haben sich nur mit dem Bewusstsein und dem Selbstbewusstsein beschäftigt, und (* 1.Korinther, 11:11) jetzt beschäftigt sich die christliche Philosophie mit der großen Lehre des Unterbewusstseins und des Überbewusstseins. Also, der menschliche Geist und die menschliche Seele müssen sich vereinigen, um den echten Weg ihrer Entwicklung zu finden. Dann werden die heutigen Männer und Frauen frei sein und sich verstehen. Auch eure Kinder werden euch vestehen, auch ihr werdet sie verstehen. Heute sagen die Kinder : „Die Mutter soll sich opfern.“ Manchmal sagt die Mutter: „Die Kinder sollen sich opfern.“ Der Staat sagt: „Meine Bürger sollen sich opfern.“ Alle wollen Opfer. Nein, die neue Kultur wird ohne Opfer beginnen. Auch David sagt in einem seiner Psalmen: „Denn Schlachtopfer willst du nicht, ich wollte sie dir sonst geben… Die Opfer, die Gott gefallen, sind ein geängsteter Geist, ein geängstetes, zerschlagenes Herz wirst du, Gott, nicht verachten.“* Folglich, nachdem du dein Bewusstsein und Selbstbewusstsein verstanden hast, wirst du einsehen, dass weder das Herz noch der Verstand dich retten würden. David sagt: „Nur in meiner Seele und in meinem Geist, die von dir ausgegangen sind, nur dort werde ich dich suchen.“ Nun kommen wir zurück, um diesen Christus der Liebe zu suchen. Heute, weil es Neujahr ist, werden wir ihn auf die neue und auf die alte Weise suchen. Wir werden wie David handeln, der zu Saul ging. Saul gab ihm neue Waffen. Nachdem David jedoch eine Zeitlang mit ihnen, mit diesen neuen wissenschaftlichen Instrumenten gegangen war, sagte er: „Das ist nicht für mich!“ Er legte sie nieder und nahm seine Schleuder. Wir fangen mit dem und jenem an, mit der Wissenschaft, doch das, was wir haben, ist noch keine Wissenschaft. Die echte Wissenschaft soll uns solche Methoden geben, die wir anwenden und mit denen wir arbeiten können. Und wenn jener echt gelehrter Mensch kommt, wirst du von seinem Schweigen viel mehr lernen können als von seinem Reden. Auch in den alten Zeiten war es so. Wenn ein Schüler zu seinem Lehrer ging, blieb er etwa eine Woche bei ihm, sprach nichts, aber nachdem er weggegangen war, hatte er schon viel gelernt. Er nahm die Aura seines Lehrers auf und so hatte er seine Gedanken, Gefühle und Wünsche. Wenn du in ein Café gehst, würdest du dessen Geruch aufnehmen. Es ist wie mit der Wirkung der Feuchtigkeit und des Sonnenscheins auf die Pflanzen. So eine unmerkliche Wirkung üben sie aus. Sodass ihr dieses Wissen nirgendwo finden und in keinem Buch lesen würdet, sondern ihr werdet es im größten Schweigen eurer Seele erwerben. Nachdem ihr es erworben habt, sollt ihr nicht wie Archimedes handeln, der aus dem Bad kam und rief: „Eureka!“ Und was hat er entdeckt? Wie viel die Goldkrone kostet, wie viel sie wiegt! Ihr dürft nicht Archimedes ähnlich sein, sondern ihr sollt das finden, was euer ganzes Leben umwandeln wird. Dann werden die Leute sagen: „Dieser Mensch hat sein Leben umgestaltet.“ ______________________________________________________________ * So in der bulgarischen Bibelübersetzung ** Unübersetzbares Verb, das ungefähr die Bedeutung von „liebgewinnen“ hat *** lieben * Blätterteiggebäck mit einer Füllung aus Eiern und Schafskäse ** Plural von Banitza * Ps. 51, 18-19 Legt nun diesen Grundstein, um euch selbst zu verändern. Es kommt die Zeit, von der Apostel Paulus sagte, dass nicht alle sterben, jedoch alle verwandelt werden /1.Korinther, 15:51/. Nun möchte ich euch ein zweites Mal begegnen, aber nicht alleine, sondern zu zweit – euch und eurer verwandten Seele, eurem Nächsten. Sie zu finden wünsche ich euch! Vortrag, der am 1.1.1922 in Sofia gehalten worden ist
  18. Der gewünschte Frieden Heute, mehr denn je zuvor, hat die gegenwärtige Welt den Frieden nötig.Warum? Weil der Frieden die größten Errungenschaften der Kultur sichert.Die weiße Rasse ist auf dem Weg den Frieden zu sichern. Heute, mehr denn je zuvor, gibt es vernünftige Menschen, die sich darüber im Klaren sind, dass die erste Bedingung fur die normale Menschheitsentwicklung der Frieden ist. Deswegen arbeiten heutzutage alle bewussten und vernünftigen Menschen um den Frieden zu erlangen. In den vergangenen Zeiten und Rassen haben die Anführer der Menschheit gedacht, dass die Welt nur durch den Krieg in Ordnung zu bringen ist. Danach erst haben sich jedoch alle Anführer der Menschheit der Falschheit dieser Auffassung vergewissert. Die weiße Rasse kämpft für den Frieden, um als dessen Trägerin Mutter der sechsten Rasse zu werden, welche die Rasse der Bruderschaft zwischen den Völkern ist. Die sechste Rasse trägt die Liebe nicht nur zu allen Menschen, sondern auch zu allen Völkern. Dann werden alle Völker füreinander leben: die großen Völker werden die großen Brüder in der Familie sein,und die kleinen Volker - die kleinen Brüder. Sowohl die Einen, als auch die Anderen werden im Frieden und Einverständnis miteinander leben. Das ist der Wille Gottes, des Schöpfers der Welt. Wann wird diese Zeit kommen? In der nahen Zukunft. Die heutige Menschheit befindet sich in der Vorhalle der neuen Epoche, da das Sonnensystem bereits in das Gebiet der Göttlichen Morgendämmerung eingetreten ist.Ist diese Zeit gekommen, dann gibt es für die schlechten Menschen keine Lebensbedingungen mehr. Ein nach dem anderen werden sie aussterben und die Erde wird von ihnen befreit werden. Die kommenden neuen Bedingungen dulden das Böse nicht und werden es selbst zerstören. Die Dunkelheit wird ihren Schleier lüften und woanders hinziehen. Das Böse wird seine Kapitalien wegräumen und an einem anderen Ort seine Banken und seine Büros gründen. Es genügt die Heiligen Bücher zu lesen, um Gewissheit zu erlangen, dass die Zukunftsepoche nicht weit von euch ist. Von allen Menschen wird heute ein vernünftiger, bewusster Glaube verlangt. Woran werdet ihr das Kommen der Neuen Epoche erkennen? So wie ihr die Sonne an ihrem Aufgehen erkennt. Muss man dem Menschen denn beweisen, dass nach der Morgendämmerung die Sonne aufgeht? Wenn das Neue Leben anbricht, wird sich die Sonne allmählich verdunkeln und der Mond seinen Schein verlieren. Dann wird der Menschensohn sein Wissen der Erde übergeben. Unter den Worten "die Sonne wird sich verdunkeln" verstehen wir die Zeit, in der die Menschen aufhören zu denken, dass ein Volk sich mit seiner Kraft gegenüber einem anderen durchsetzen kann. Unten den Worten "der Mond wird seinen Schein verlieren" meinen wir die Zeit , in der die Religionen und die Religionssysteme aufhören zu denken , dass sie die Welt in Ordnung bringen können. Und wenn alle Völker, alle Religionen , alle Staaten damit aufhören zu denken, sie hatten die Kraft die Welt in Ordnung zu bringen, dann wird der Menschensohn mit Seinem Wissen auf der Erde erscheinen. Der Mensch wird es selbst sehen, ohne es beweisen zu müssen. Wie wolt ihr dem Menschen beweisen, dass die Sonne aufgeht? Den Sonnenaufgang braucht man nicht zu beweisen. Es genügt, dass der Mensch aus dem Fenster schaut um zu sehen und sich selbst zu vergewissern, dass die Sonne tatsächlich aufgeht. Man soll dem neuen Herzen in sich den Weg freimachen, welches aus weichem Stoff gewebt ist, und nicht wie das jetzige - aus Stein. Das weiche Herz ist aus dem Barmherzigkeitsmaterial gewebt worden. Folglich, derjenige, der ein mitleidiges Herz hat, ist Kandidat fur die Neue Rasse. Die Weichheit des Herzens ist ein Zeichen für die Menschen aus der Sechsten Rasse.Es heißt in der Heiligen Schrift: "Ich werde ihnen das steinerne Herz wegnehmen und ein neues geben." Die harten, steinernen Herzen der Menschen werden für den Straßenpflaster benutzt, und die weichen werden weiter schlagen ,welche das Große und Schöne im Gottlichen Leben vor die Welt hinaustragen werden. Über diesen Tag wurde übrigens in der Heiligen Schrift gesagt, dass Gott Seinen Geist in den weichen Menschenherzen hineinlegen wird und dass gross und klein Ihn erkennen wird. Das Menschenbewusstsein erwacht allmählich, wie die Blumenknospen im Frühling aufspringen um zu blühen und Frucht anzusetzen. Das Große im Leben der Menschen besteht im Bewusstseinerwachen und im deren Befreien von Unglück und Schwierigkeiten, in denen sie sich befinden. Im Leben der Menschen existieren tausend Dinge, die den Menschen stören können, aber auch tausend Dinge, die ihm Freude bereiten können. Derjenige, der die großen Gottesgesetze versteht, soll sich darüber freuen, dass er einem guten, klugen, belehrten Menschen begegnet ist; er soll sich freuen, dass er einem Poeten, Schriftsteller, Musikanten, Maler, Landwirten, Steinbrucharbeiter u.a. begegnet ist.Freut euch, wenn ihr einem Menschen begegnet, der für den Aufstieg der Menschheit arbeitet. Indem ihr nicht versteht, was der Mensch darstellt, missachtet ihr ihn und sagt: "Ein Landwirt, ein Steinbrucharbeiter ist dieser Mensch". Welcher den Boden veredelt, ist ein Landwirt, der die Steine veredelt, ist ein Steinbrucharbeiter, der die Menschengesichter veredelt, ist ein Maler; der die Fehler der Menschen verbessert, ist ein Bildhauer. Und überhaupt jeder Mensch, der etwas Wertvolles schafft, wodurch er die Menschen veredelt, entfaltet und freut, ist am rechten Platz. Gewaltige Kraft verbirgt sich im Wort aller Schriftsteller, Dichter, Wissenschaftler, Philosophen. Eine mächtige Sache ist das Wort! Ein junger Mann war vom Leben verzweifelt und wollte sich das Leben nehmen. Er steckte einen Revolver in seine Tasche und ging in den Wald um seine Entscheidung zu erfüllen. Ohne davon etwas zu wissen, ist ihm ein junges Mädel gefolgt.Im Moment ,wo er beinahe am Selbstmord war, näherte sich das Mädel und flusterte ihm ein Wort ins Ohr.Sobald er das Wort hörte, warf er den Revolver weg und sagte: " Ich werde mich nicht erschießen . Ich werde für mich, für meine Nächsten, für die ganze Menschheit leben. Das Leben ist sinnvoll, es lohnt sich zu leben!" Welches ist das Wort, das das Mädchen dem Jungen gesagt hat? Ihr wisst es, ich brauche es euch nicht zu sagen. Es gibt Fälle, indem ein Wort nur genügt, damit sich der Mensch befreit vom schweren Zustand,in dem er sich befindet.Viel braucht man dem Menschen nicht zu erzählen; ein Wort genügt, aber es muss ein Göttliches sein.Und was gesagt wird, soll auch werden. Gott sagte: " Licht soll aufstrahlen!" Und es wurde Licht. In den sechs Tagen, während Gott die Welt geschaffen hat, hat Er je ein Wort gesagt, aber diese Worte sind gewaltig gewesen, weil sie Wörter der Göttlichen Sprache sind. Am siebenten Tag hat Er nichts gesagt; da hat Er sich erholt.Es ist schon Zeit, dass alle Menschen sich nach Verstand, Herzen und Willen vereinigen und zusammen für die Friedensstiftung arbeiten. Alle gläubigen und weltlichen Menschen sollen von dieser Idee durchdrungen werden. Es heißt: " Wer bis zum Schluss erleidet, wird gerettet". Mit anderen Worten gesagt: "Wer den Krieg für den Frieden gewinnt, wird gerettet." Die Gläubigen der Gegenwart sprechen von der Liebe, aber sie wenden sie nicht an. Wer die Liebe in sich hat, soll seine Körpertemperatur erhöhen und senken soviel er will und zu jederzeit. Wer kann sich einem Menschen mit 10 000 Grad widersetzen? Egal welchem Hindernis er auf dem Weg begegnet; er wird es im Nu beseitigen. Auf diese Weise wird er den Menschen zeigen, was die Göttliche Liebe bedeutet. Überall, wo er hingeht, wird sein Weg offen sein. Der Mensch der Liebe kann nicht nur seine Wärme erhöhen, sondern auch sein Licht, dass es 1 000 mal stärker als das Sonnenlicht wird. Dieses Licht ist imstande die unzähligste und stärkste Armee zu blenden. Man kann sich das Licht nicht vorstellen, welches 1 000 mal stärker als das Sonnenlicht ist. Mit diesem Licht kann man alles erreichen. Jeder, der Warme von 10 000 Grad und Licht 1 000 mal stärker als das Sonnenlicht hat, kann die Kassen aller Bankier schmelzen. Er kann alle eingefrorenen Herzen erwärmen und alle Hindernisse, die der menschliche Egoismus auf seinem Weg aufgestellt hat, wegräumen. Große Wärme und großes Licht kommen in die Welt. Sie sind eine Göttliche Kraft, welche die menschlichen Herzen und Verstand schmelzen und aufklären wird. Wenn das Licht und die Wärme der Liebe in die Welt kommen, werden sie alle schlechten, verbre-cherischen Menschen schmelzen und verbrennen und nur die gerechten und die guten werden weiterleben, damit man versteht, dass mit der Liebe nicht zu spielen ist.Der Mensch darf mit der Liebe nicht spielen. Heutzutage erschrecken die Menschen bei dem Gedanken, einer Temperatur von 10 000 Grad ausgesetzt werden zu können. Und was wäre ihre Lage, wenn Christus auf die Erde käme? Dann wird die Temperatur viel höher als 10 000 Grad sein. Christus sagt: " Meinen Frieden lasse ich euch."Also, Christus ist auch fur den Frieden. Er ist fur jenen Frieden, der die Liebe und Brüderschaft als Grundlage zwischen allen Völkern, Gesellschaften und Menschen am Angesicht der Erde hat. Die Bruder- und Schwesternliebe sind nichts anderes als Zweige der Zukunftskultur. Diese Liebe steht auf einem höheren Niveau als die Mutterliebe. Egal wie groß die Mutterliebe ist; es steckt immer noch in ihr ein Stückchen Egoismus. Zum Beispiel: Guckt euch an die Liebe der Tigermutter zu ihren Kleinen; wegen ihrer Liebe zu denen ist sie jeden Moment bereit das Leben jedes Lebewesens zu nehmen, was sich in ihren Weg stellt. In diesem Sinne stellt die Mutterliebe die Wurzeln des Lebens, und die Bruder- und Schwesternliebe - die Zweige. Die Göttliche Liebe stellt die Früchte des Lebenbaums dar. Aus den Wurzeln der Mutterliebe, aus den Zweigen der Bruder - und Schwesternliebe kommen die Früchte der Göttlichen Liebe heraus. Gerade mit diesen Früchten werden sich die Zukunftsmenschen ernähren und dabei Unsterblichkeit erringen. Diese Früchte werden das Neue Leben mit sich bringen. Überall, wohin ihr geht, werdet ihr den Menschen des Neuen Lebens begegnen.Diese Menschen zeichnen sich durch das weiche und angenehme Licht, was aus ihren Augen strahlt.Wir nennen die neuen Menschen "Brüder und Schwestern der Menschheit", welche den Göttlichen Anfang in sich tragen. Christus ist von den neuen Menschen. Er sagt: " Ich kam nicht meinen Willen zu erfüllen, sondern den Willen des Jenen, Der mich geschickt hat. Ich kam der Welt Frieden zu bringen. " Bis zum Kommen Christi hat sich das jüdische Volk am toten Buchstaben des Gesetzes von Moses gehalten. Bis an dem Zeitpunkt schlachteten die Juden Lämmer, Schafe, Ochsen und brachten Gott Opfer dar. Mit dem Kommen von Christus hat sich ihr Leben aber grundsätzlich geändert. Mit einem Schlag hat Christus das alte Leben vernichtet. Sie sind zur Erkenntnis gekommen, dass das wahre Opfer in guten Gedanken, Gefühlen und Taten besteht. Worin besteht die neue Religion? Der erste Artikel der neuen Religion besagt: Ich glaube daran, dass die Liebe meiner Mutter und meines Vaters Wurzel vom Baum des großen Lebens ist - das Leben der Liebe. Der zweite Artikel besagt: Ich glaube daran, dass die Liebe meiner Schwester und meines Bruders Zweige vom Baum des großen Lebens ist - das Leben der Liebe. Der dritte Artikel besagt: Ich glaube daran, dass die Göttliche Liebe eine Frucht vom Baum des großen Lebens ist. Alles, was aus meinem Verstand und aus meinem Herzen rauskommt, wird zu Früchten der Liebe. Wer von diesen Früchten isst, wird unsterblich. Christus sagt: " Wer von meinem Fleisch isst und von meinem Blut trinkt, hat Leben in sich." Also, wer vom Baum des Lebens isst, d.h. von der Mutter- und Vaterliebe, sowie auch von der Bruder- und Schwesternliebe, hat Leben in sich. Jetzt, nachdem ihr wisst, worin das neue Glaubensbekenntnis besteht, seid kühn und entschlossen und wendet es an. Viele erwarten etwas Neues. Das Neue besteht in der Versöhnung der Menschen. Das Neue bringt alle Widersprüche in Einklang. Wie wird die Versöhnung zwischen den Menschen geschehen? Ganz leicht. Wer zu nehmen hat, soll seinem Bruder die Schuld erlassen. Wer zu geben hat , soll bereit sein, seine Schuld zu begleichen. Sobald er zu seinem Kreditgeber geht um zu bezahlen, soll ihm der letzte sagen, im Namen der Brüderschaft erlasse er ihm die Schuld und erkenne ihn für seinen Bruder. Wenn sich zwei Menschen als Brüder erkennen, fallen ihre Schulden von alleine weg , die Streite hören auf und die Missverständnisse verschwinden. Ich hätte es gern, dass die Menschen sich nur um eins streiten würden: Wer würde mehr geben und wer würde seinem Bruder helfen. Sobald jemand merkt , dass sein Bruder müde ist und die Hacke nicht mehr heben kann, soll er sie aus seiner Hand nehmen und statt ihm die Arbeit tun. Sobald er sieht, dass sein Bruder unter der schweren Last seiner Bürde zusammenbricht, soll er ihm die Last abnehmen und seine Bürde auf sich nehmen. Die beiden sollten ihren Weg fortsetzen und dabei sich brüderlich unterhalten. Und wenn er seinem Bruder auf der Straße begegnet und merkt, er habe seit 3 Tagen nichts gegessen, soll er ihn in sein Haus einladen und gut bewirten.Er sollte ihm zum Schluss noch sagen, er könne ihn wieder besuchen, wann er wolle. Das sind brüderliche Beziehungen. Heutzutage erwarten die Menschen, dass Christus ein zweites Mal auf die Erde kommt um in der Ordnung zu schaffen. Nein, von außen kann die Welt nicht in Ordnung gebracht werden. Christus soll in jeden Menschen reinkommen. Nur auf diese Weise wird die Welt ins Lot gebracht. Falls ihr Millionen Eisenspane nebeneinander zusammenstellt, werden sie sich doch nicht vereinigen, um ein Ganzes zu bilden. Stellt ihr sie aber bei einer bestimmten Temperatur , so werden sie miteinander zusammenschmelzen und eine flüssige Masse bilden. In diesem Falle stellt das Feuer jene innere Kraft dar, die die Eisenspane verbindet und sie in ein Ganzes verwandelt. Folglich soll Christus als innere Kraft in die Herzen und den Verstand der Menschen kommen, die in ein Ganzes vereinigt wird. Diese innere Kraft ist die Liebe, welche Leben für die menschlichen Seelen trägt. Nur durch die Liebe können die Menschen in Übereinstimmung arbeiten . Welche die Liebe nicht verstehen, sind bereit sie zu kritisieren. Indem ich jetzt über die Liebe spreche, weiß ich, was ihr anwenden könnt. Überhaupt, ich weiß, welche Dinge für den heutigen Menschen anwendbar und welche nicht anwendbar sind. Zum Beispiel, egal wie lange man dem heutigen Menschen von der Sonne und seinen Besuchsmöglichkeiten dort erzählt, er kann es nicht verwirklichen. Warum? Die Bedingungen auf der Sonne unterscheiden sich ganz und gar von diesen auf der Erde. Der Mensch kann unmöglicherweise mit seinem jetzigen Korper die Sonne erreichen. Falls ein Mensch auf der Erde 60 kg schwer ist, so wird sein Körper auf der Sonne Millionen von Kilos wiegen. Wie kann er sich dort mit solcher riesengroßen Masse bewegen? Schön ist das Leben auf der Sonne, aber den Menschen aus der Erde ist es noch nicht zugänglich. Gedanklich kann der Mensch die Sonne errreichen, aber doch nicht in Wrklichkeit. Wisst ihr wie die Lebewesen auf der Sonne leben? Kennt ihr ihre Sprache? Für uns ist es ausreichend, dass wir die Gelegenheit haben, die Sonnenstrahlen zu genießen. Wenn ihr euch heilen wollt, so setzt euren Rücken den frühen Sonnenstrahlen aus. Wollt ihr inneren Frieden gewinnen, so setzt euren Rücken der untergehenden Sonne aus , mit Gesicht nach Osten. In dieser Stellung werdet ihr einen großen inneren Frieden empfinden und verstehen, dass ihr euch fur nichts und wieder nichts aufregen sollt. Die Bewohner der Sonne leben im großen Überfluss und folgedessen regen sie sich über nichts auf. Ihre Aufgabe ist, Güter in das ganze Sonnensystem zu schicken. Sie bestimmen das Kredit aller Wesen,aller Menschen, aller Staaten und Völker, der ganzen Menschheit, aller Planeten. Ich will nicht, dass ihr mir unbedingt glaubt, während ich euch von der Sonne erzähle. Ob ihr mir glaubt oder nicht, geht mich nicht an. Mich interessiert nur eins: stimmt das, was ich erzähle, oder nicht. Glaubt daran, was Gott geschaffen hat. Wenn ihr daran glaubt, dass Gott den Himmel und die Erde samt allen Himmelskörpern und allen Lebewesen geschaffen hat, so glaubt auch an ihren Schöpfer. Wenn man an diese Dinge glaubt, soll man sowohl den Himmel, als auch die Erde studieren; man soll auch die Sonne und den Mond und alle Sterne am Himmel studieren, wie die Astronomen und die Wissenschaftler das tun. Um das Leben auf der Sonne zu verstehen, soll man zuerst seine eigene finden. Jeder Mensch hat in sich eine kleine Sonne , die sich im Zentrum des Gehirns befindet. Die Größe dieser Sonne ist für jeden Menschen unterschiedlich, abhängig von der Größe seiner Planeten. Gerade durch diese Sonne erwirbt die Seele Wissen. Es gibt etwas Gemeinsames zwischen der äußeren Sonne und den Planeten am Himmel und der inneren Sonne und den Planeten im Menschen: im deren Auf- und Untergehen usw. Hört auf die innere Sonne des Menschen aufzugehen, so verliert auch die äußere Sonne für ihn an Bedeutung . Also, zwischen der äußeren und der inneren Sonne des Menschen besteht einen gewissen Zusammenhang. Falls dieser Zusammenhang unterbrochen wird, bekommt man kein inneres Licht mehr. Und scheinen die innere und die äußere Sonnen gleichzeitig, hat man Bedingungen zum Hellsehen. Erlöscht die innere Sonne, erblindet der Mensch. Die Möglichkeit zu sehen und das Göttliche Wissen aufzunehmen wird ihm entzogen. Folglich hat das Göttliche Wissen, welches viele anstreben, folgendes als Ziel : die Menschen sollen lernen, die innere Sonne zu schätzen, durch welche ihre Seele lernt und sich entwickelt. Falls jemand sagt, es sei in seiner Seele dunkel, zeigt das, dass die innere Sonne in diesem Menschen aufgehört hat zu scheinen. Während die innere Sonne im Menschen scheint, dann denkt und fühllt er richtig. Hört auf diese Sonne zu scheinen, im Zusammenhang damit werden sein Verstand und Herz umnebelt. Und damit dies nicht passiert ,sollte man gut leben. Das schlechte Leben, sich in schlechten Gedanken, Gefühlen und Taten widerspiegelnd, ruft große Prüfungen hervor, die den Himmel vernebeln, am welchen die innere Sonne des Menschen scheint. Viele, Wissende und Unwissende, verstehen nicht, welche kolossale Wirkung die Gefühle und die Gedanken auf das innere Leben des Menschen und von dort aus auf ihre Gesundheit hat; infolge dessen suchen sie ihr Glück auf unnatürliche Weise. Sie wollen reich werden, eine schöne Frau heiraten, viel Wissen gewinnen, ohne dabei zu vermuten,dass sie auf diese Weise ihr eigenes Unglück verursachen. Es ist nicht schlecht, dass man Wissen, Kraft, Schönheit und Reichtum besitzt , aber man soll wissen, wie damit umzugehen ist. Die Türken sagen: " Es ist ein wahrer Segen für den Menschen schöne Sachen zu sehen." Es ist selbstverständlich, dass man nach Schönheit strebt, sich von ihr begeistern lässt, aber sie doch nicht beherrschen dürfen. In der Natur haben sowohl die Schönheit als auch die Hässlichkeit ihren Platz, sowie auch das Licht und die Dunkelheit. Das Licht regiert, solange die Sonne scheint. Sobald die Sonne untergeht, kommt die Dunkelheit. Aber ohne Dunkelheit hätten die Sterne nicht geleuchtet. Im menschlichen Leben ist also die Dunkelheit notwendig, damit die Tugende, die Sterne zutage treten. Jetzt, indem ich vom Göttlichen in der Welt spreche, lassen einige ihren Kopf hängen und denken , sie könnten es nicht schaffen. Damit sie den Mut nicht verlieren, hat ihnen Gott versprochen in sie reinzukommen. Das zukünftige Reich wird von innen und nicht von außen geschaffen. Durch die Liebe der ganzen Menschheit werden sich alle Pläne Gottes verwirklichen. Um das zu errreichen, werden Arbeiter gebraucht. Heute sollen alle Menschen in diese Richtung arbeiten, in sich die Göttlichen Ideen tragen so wenn Gott in ihre Sonne reinkommt, dann nach außen zum Vorschein zu kommen. Jedem Menschen ist eine spezielle Mission gegeben; er soll in sich die Göttliche Liebe, die Göttliche Weisheit und Licht, die Göttliche Wahrheit und Freiheit auf seine spezifische Weise tragen. Nur unter diesen Umständen kann der Mensch alle seine Wünsche erreichen. Alle Hindernisse, alle Schwierigkeiten und Leiden, die man heutzutage durchmacht, werden Bedingung zum Erkennen von Gott, von Großem in der Welt sein. Gott wird mit euch auf allen euren Wegen sein! Dann werdet ihr sagen: " Wir freuen uns, in der Epoche zu leben, wo wir die Gottes Liebe probieren und erkennen können und Arbeiter auf Seinem Acker zu werden!" Seid freudig und fröhlich, um die Ideale eurer Seele zu erreichen! Wann werdet ihr die Ideale erreichen - das hängt von euch ab.Heute noch könnt ihr sie erreichen. Ein Göttlicher Tag gleicht 1000 Jahren. In 1000 Jahren also könnt ihr das erreichen, was ihr euch heute wünscht. Eine bewusste Arbeit wird vom Menschen verlangt! Das Göttliche ist schon vor der Tür eures Hauses. Öffnet die Türen eurer Herzen und eures Verstands, damit in sie das Göttliche Licht und Wärme reinkommt. Ein Vortrag, gehalten vom Lehrer am 28. August 1938, 10.00 Uhr vormittags, Sofia - Izgrev
  19. Das große Gesetz "Du sollst den Herrn,deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst.” Lukas, 10;27 Die heutige Menschheit löst viele wichtige Fragen, hat sich aber mit der wichtigsten Frage, mit der wichtigsten Aufgabe noch nicht befasst. Es gibt einen Streit darüber, welche sie ist. Zur Zeit lösen die Menschen die wirtschaftliche Frage, die Frage nach dem Brot, indem sie denken, diese Frage sei die wichtigste. Es ist so, aber ich frage: Wurde die Frage nach dem Brot, die seit Tausenden Jahren gelöst wird, bisher völlig gelöst? Sie wird nur zeitweilig, nur teilweise gelöst und daraufhin bleibt sie wieder ungelöst. Andere sagen, die wichtigste Frage, die gelöst werden sollte, sei die Frage nach der Aufklärung. Und tatsächlich klären sich die Menschen seit Tausenden Jahren immer auf, aber ist diese Frage gelöst? Auch sie ist nicht gelöst. Andere lösen wiederum eine andere Frage: Sie sagen, jeder Staat sollte kräftig, mächtig sein, eine starke Armee haben, um seinen Feinden entgegentreten zu können. Es ist so, aber welcher Staat hat die Frage nach seiner Existenz durch seine Kraft gelöst? Nennt mir einen Staat, der wenigstens zwei-drei Tausend Jahre stark und gewaltig gewesen ist! Alle bisher existierenden Staaten haben ihre Glanzzeit erreicht und dann sind sie vom Erdboden verschwunden. Also, es gibt eine wichtige Frage in der Welt, die bisher noch nicht gelöst worden ist. Diese Frage ist weder vom Volk noch von der Gesellschaft, noch von den Gelehrten zu lösen. Die Völker haben etwas, womit sie sich beschäftigen, die Vertreter des öffentlichen Lebens haben auch eine Reihe von Fragen, womit sie sich beschäftigen, sowie auch die Gelehrten. Die wichtigste Aufgabe aber, womit sich die Menschen beschäftigen müssen, ist die Frage nach der menschlichen Seele oder, wenn ihr es wollt, die Frage nach dem menschlichen Geist, doch nicht nach dem menschlichen Verstand, denn der Mensch ist etwas mehr als sein Verstand. Der menschliche Verstand ist nur ein Diener des menschlichen Geistes. Das menschliche Herz und der menschliche Wille sind auch Diener des menschlichen Geistes. Seinem Ursprung nach, seiner Natur nach ist der Mensch etwas Grobes! Wenn ihr den Menschen verstehen würdet, wenn ihr an ihn glauben würdet, doch nicht daran, was sich von außen zeigt, dann würdet ihr sehen, wie grob der Mensch ist! Würdet ihr denn jenen Händler Menschen nennen, der euch Stoff verkauft? Würdet ihr denn jenen Professor Menschen nennen, der an der Uni unterrichtet und euch beleidgt? Würdet ihr denn jene Mutter Menschen nennen, die die Leibestrucht abtreibt und ihr Kind irgendwohin wegwirft? Würdet ihr denn jenen Vater Menschen nennen, der seinen Sohn ausnutzt? Würdet ihr denn jenen Staatsmann Menschen nennen, der unvernünftige Gesetze erlässt? Es muss bestimmt werden, was der Mensch ist. Man sagt, der Mensch sei ein Lebewesen, das denkt. Nein, er ist etwas mehr als das, was er denkt. Folglich kann das Grobe in der Welt nicht völlig bestimmt werden. Die wichtigste Frage, die die Gelehrten beschäftigt, ist die Frage nach dem hohen, nach dem bewussten Leben. Ihr würdet sagen, dieses Leben werde mit der Hilfe des Lichtes, der Wärme, der Nahrung, der Kleidung usw. geboren. Ein Leben, das mit der Hilfe der Wärme geboren wird, ist kein Leben. Das ist eine bestimmte Energie, die Unterstützung braucht. Das Leben selbst gebärt alle diese Dinge. Wenn wir das Leben annehmen, trägt es das Licht in sich selbst, trägt es die Wärme in sich selbst, es selbst trägt die Nahrung, es selbst trägt seine Kleidung. Das Leben ist etwas Mächtiges, wenn ihr es versteht. Nun fragt ihr: Was sagen denn die Gelehrten vom Leben? Ich bitte die Gelehrten um Verzeihung, aber sie verstehen nicht, was das Leben ist. Ich würde ihnen sagen: Kommt her und erweckt diesen Toten! Wie heilen sie die kranken Leute? Was wissen sie von den Kranken? Nichts wissen sie. Heute sterben die Kranken sowohl mit Ärzten als auch ohne Ärzte. Wozu brauchen wir dann die Ärzte? Die Menschen sterben sowohl mit Lehrern als auch ohne Lehrer. Auch mit Lehrern stehlen die Menschen. Sowohl mit Lehrern als auch ohne Lehrer verleumden sie die anderen. Sie stehlen sowohl mit Pfarrern als auch ohne Pfarrer. Sie stehlen sowohl mit Staatsmännern als auch ohne Staatsmänner. Wo ist dann das Verdienst der Menschheit? Manche würden sagen, dass es Ordnung in der Welt geben muss. Worin besteht die Ordnung? Sogar die schlechtesten Menschen schaffen Ordnung, wenn sie gemeinsame Sache miteinander machen. Unter den Ameisen gibt es auch Ordnung. Unter den Bienen - auch. Wenn ihr in der Nähe eines Bienenkorbs gesetzt würdet, würdet ihr sofort weglaufen. Warum? Ordnung gibt es bei den Bienen. Ein Maschinengewehr gibt es bei ihnen! Ihr würdet mir sagen: Lösen wir die wichtige Frage, die Frage nach dem Leben. Letztens sagt ihr: Der Mensch stirbt und alles ist zu Ende. Ja, ich bin einverstanden, die Menschen sterben, aber habt ihr die Frage nach dem Tod gelöst? Eben der Tod zeigt, dass die Menschen die echte Frage, die Frage nach dem Leben, nicht gelöst haben, dass sie das Leben noch nicht gefunden haben. Wir gehen auf den Vers ein: “Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst." Warum? Denn die Quelle von diesem groben Leben, worum es geht, ist die Liebe. Manche fragen, was die Liebe ist. Die Liebe ist die Quelle von diesem Leben, das Licht, Wärme, Nahrung, Kleidung, Kraft.... bringt – alles trägt es in sich. So kann man es auch aus Erfahrung erkennen. Von all denjenigen, die die Frage auf diese Weise gelöst haben, wurde in der Schrift gesagt: "Das ist aber das ewige Leben, dass sie Dich, der Du allein wahrer Gott bist, erkennen." Wir verstehen unter dem Wort “Gott” kein Lebewesen von außen, vor dem sich die Leute verbeugen können, sondern wir verstehen darunter das Grenzenlose, die Quelle des Lebens, das sich in uns äußern kann. Das zeigt, dass sich das Grenzenlose als Begrenztes äußern kann. Also, wir, die Menschen auf dieser Welt, die wir eine Äußerung von diesem Grenzenlosen sind, lösen eine große Aufgabe – dass sich das Ewige Leben drinnen im Begrenzten äußert. Damit sich dieses Leben äußert, müssen wir unbedingt Kenntnisse, Weisheit haben, die harmonische Beziehungen unter allen Menschen schaffen werden. Jeder Mensch sollte wissen, warum er auf die Erde gekommen ist. Wenn man euch fragen würde, warum ihr auf die Erde gekommen seid, würdet ihr den Kopf aufheben und sagen: Das ist keine wichtige Frage! Komisch seid ihr! Würdet ihr mich fragen, warum ich auf die Erde gekommen bin, dann würde ich euch sagen, warum ich gekommen bin. Würdet ihr das kleine Kind aus der ersten Klasse fragen, warum es zur Schule geht, würde es euch sagen: Ich gehe um zu lernen. Dieses Kind würde sofort seine Fibel rausnehmen. Wer ist denn dein Lehrer? Auch das weiß es. Wer sind denn dein Vater und deine Mutter? Es weiß. Alles weiß dieses Kind.Und wenn man euch fragen würde, wer euer Vater, wer eure Mutter ist, würdet ihr sagen: Ich weiß nicht. Und wohin geht ihr? - Ich weiß nicht. Ihr seid hierher, auf die Erde gekommen, was werdet ihr lernen? - Ich weiß nicht. Wohin geht ihr, wenn euer irdisches Leben zu Ende ist? - Ins Jenseits. So ist die Lage ist nicht nur bei euch, sondern auch bei den Philosophen. Seit Tausenden Jahren lösen die Philosophen in ihren Traktaten die Frage, ob es Gott gibt oder nicht, ob es Seele gibt oder nicht. Schließlich sagen einige von ihnen: “Es gibt keinen Gott, es gibt keine Seele.” Alle Fragen werden sehr leicht gelöst. So machen auch die Säufer. Nachdem sie sich betrunken haben, verprügeln sie sich tüchtig und alles ist zu Ende. Nein, damit ist nicht alles zu Ende. Am nächsten Abend wieder dasselbe - sie saufen sich voll, verprügeln sich und es ist aus damit. Am dritten Abend wieder dasselbe. Ich sage: Ja, es ist aus damit nur für diesen Abend, doch nicht für den nächsten. Ihr sagt von jemandem: Dieser Mensch ist verschieden, ist gestorben. Ja, er ist nur zeitweilig verschieden, aber nicht für ewig. In der Natur verliert sich nichts. Ihr fragt: Wohin ist denn dieser Mensch gegangen? Ich frage: Woher ist er gekommen? Von woher er gekommen ist, dorthin ist er auch gegangen. Wohin geht dieser Mensch? Das Gesetz lautet Folgendes: Die Dinge gehen immer dorthin, von woher sie gekommen sind. Und alle Dinge, vernünftig oder welche auch immer sie sind, kehren zum Gott zurück. Diesen vernünftigen Anfang, der ohne Ende ist, nennen wir Gesetz der Liebe. Nun gestehen alle Menschen, dass es einen Streit über die Frage gibt, was das Leben ist. Wir sagen, dass es keinen Streit gibt. Warum? Denn die Eigenschaften des Lebens sind Klugheit, Licht, Wärme u.a. Könnte es einen Streit über das Leben unter diesen Umständen geben? Gibt es einen Streit, so ist das Leben nicht vernünftig. Alle Menschen haben gleiche Lebensauffassungen und alle begehren es. Alle erkennen die Liebe an und begehren sie, aber wann? Solange sie jung sind, erkennen sie die Liebe an. Wenn sie alt werden, verneinen sie sie. Die Liebe hat folgende Eigenschaft: Wenn du einen Gegenstand oder eine Person liebgewinnst, bekommen sie einen Wert. Warum? Denn du kannst nur diese Objekte lieben, die Leben in sich tragen. Und jedes Ding, das Leben in sich trägt, bekommt einen Wert. Nachdem du es lieb gewonnen hast, fängst du an dich darum zu kümmern, es zu hüten. Nachdem du einen Freund lieb gewonnen hast, fängst du an ihm Briefe zu schreiben, zu ihm nur Schönes zu reden. Nachdem du aufgehört hast ihn zu lieben, vergisst du ihn. Was ist die Liebe? Die Liebe ist eine Kraft, die den Menschen ausdehnt, ihm eine Anregung gibt. Manche sagen, wenn sich der Mensch verliebt, lernt er nicht mehr. Das ist nicht wahr. Die Liebe bringt eine Anregung zum Wissen. Jener Mensch, dessen Herz sich anfeuert, der lernt, arbeitet. Einige sagen, dass die Liebe die Menschen zerstreut macht. Das, was die Menschen zerstreut macht, ist keine Liebe. Wenn ein Wolf ein Schaf auffressen will, ist das keine Liebe. Wenn sich einer ins Geld eines anderen verliebt und es stehlen will, ist das keine Liebe. Wenn sich einer in den Acker eines anderen verliebt und ihn wegnehmen will, ist das keine Liebe. Die Liebe besitzt folgende Eigenschaft: Wenn sich der Mensch verliebt, fängt er nicht nur an die Dinge zu würdigen, sondern sein Herz dehnt sich aus und er wird freigebig. Der Beutel jenes Menschen, der liebt, ist immer geöffnet und er ähnelt einer Quelle, die fortwährend fließt. Er ist nicht wie jene Weinfässer, wo ständig gemessen wird, wie viel daraus fileßt und wie viel bleibt. Er ist einem Brunnen ähnlich, der fortwährend fließt und nicht ausfließt. Also, wenn du wie eine Quelle fließen kannst, ist die Liebe in dich eingegangen. Wenn du das Gute in allen Menschen sehen kannst, wenn du den Sinn der Dinge sehen kannst, indem du nach oben, zum Himmel hinschaust, dann bist du vor dem Tor dieses groben Göttlichen Lebens und die Liebe ist in dich eingegangen. Ich spreche euch von einer groben Wissenschaft, die eine Grundlage in euch hat. Ihr habt Lebenserfahrungen und ich glaube, dass es so ist. Оb ihr das gesteht oder nicht, ist eine andere Frage. Ihr seid mehrmals in verschiedenen Formen auf die Erde gekommen. Egal,ob ihr euch daran erinnert oder nicht, ob ihr das gesteht oder nicht – es ist in den Annalen der Natur geschrieben. Woran ihr glaubt, ist nicht wichtig. Wichtig ist das, was die Natur geschrieben hat. Ihr könntet einwenden: Wir erinnern es uns nicht. Auch jener, der getrunken hat, erinnert sich an nichts, doch der Schankwirt erinnert sich an alles, er hat alles in die Bücher eingetragen. Dort steht: An diesem und diesem Datum haben Sie mit dem Herrn so und so so viel und so viel Wein und Schnaps ausgetrunken. - Ich erinnere mich an nichts. Er verklagt dich beim Gericht und das Gericht sagt: "Du sollst ihm das Geld bezahlen!" - Aber ich erinnere mich an nichts! Egal, ob du es dich erinnerst oder nicht erinnerst – du sollst bezahlen! Auch die Natur hat ein grobes Buch, worin sie alles einträgt. Warum gesteht ihr nichts? Warum erinnert ihr euch an nichts? Denn ihr habt dem Schankwirt zu bezahlen. Diese, die es sich erinnern, sind jene Kreditoren, die zu nehmen haben, und diese, die es nicht gestehen und sich nicht erinnern, sind jene, die zu geben haben. Der Mensch ist ein Wesen, das mehrmals aus dem Gott ausgegangen und zurückgekehrt ist. So steht es geschrieben. Was euer Kredo ist und woran ihr glaubt, ist eine persönliche Frage, denn alle Lebewesen haben ein Kredo. Es ist nicht wichtig, dass wir an etwas glauben. Die echte Frage ist für uns die Frage nach der Liebe. Wir beschäftigen uns mit der wichtigsten Frage. Wir beschäftigen uns nicht mit der Frage, wer in Bulgarien an die Macht kommt. Wir beschäftigen uns auch nicht damit, wer der reichste Mensch in der Welt oder wer der gelehrteste Mensch ist. Warum? Weil das Fragen sind, die auch die Kinder lösen können. Wir lösen eine der wichtigsten Fragen - das Leben, die Grundgesetze des Lebens. Möchtet ihr leben, möchtet ihr eurem Leben einen Sinn geben, möchtet ihr, dass sich euer Leben verbessert, so würden wir euch eine Methode zeigen. Wir würden euch sagen: Nehmt die Liebe an! Ihr würdet fragen: Welche Liebe? Die Liebe der Jungen? - Nein. Die Liebe der Alten? - Nein. Warum? Denn sowohl die Jungen als auch die Alten sind untreu. Die Jungen werden untreu, wenn sie andere heiraten, und die Alten werden untreu, wenn sie ihre Schuld nicht bezahlen und hinfahren. Wir sagen von jemandem: Gott vergebe ihm seine Sünden! Er war alt, er hat einer Magd versprochen sie zu heiraten, aber ist gestorben. Dann sollte er nicht sterben Ein Mensch, der etwas verspricht, sollte nicht sterben. Zuerst soll er sein Versprechen erfüllen und danach kann er sterben. Wenn er etwas verspricht und stirbt, hat er Hintergedanken. Ihr könntet ihn entschuldigen, aber wir entschuldigen ihn nicht. Im Gesetz der Liebe soll jeder edle Gedanke, jedes edle Gefühl, jeder edle Wunsch erfüllt werden, unabhängig davon, ob es sich auf die Mutter, auf den Vater, auf die Kinder bezieht - das Gesetz ist für alle ein und dasselbe. Wir sollten der Welt zeigen, dass wir das grobe Leben vom Gott in uns tragen, dass Er in uns lebt, und wir sollten leben wie Er. Warum wird Gott verneint? Die Menschen verneinen Gott, denn sie haben Ihm zu geben. Warum glauben sie an Gott und nehmen sie Ihn an? Denn sie möchten Geld von Ihm borgen. Also, meiner Meinung nach sind sowohl die einen, die an Gott glauben, als auch die anderen, die Ihn verneinen, immer interessierte Menschen. Wir haben aber eine andere Meinung über Gott. Wir möchten Ihm dienen, denn wir glauben, dass wir alles von Ihm genommen haben. Wir gehen zum Gott nicht von Ihm Geld borgen, wir geben unsere Schulden nicht auf, sondern wir wissen, dass es eine grobe Weisheit in der Welt gibt, die uns in Zukunft erwartet. Was weiß die heutige Wissenschaft? Vieles weiß sie, aber das, was heute die gelehrtesten Menschen und die größten Philosophen wissen, werden auch die Kinder in 2000 Jahren wissen. Die Kinder werden gelehrter sein als die heutigen Philosophen. Ich frage dann: Wo ist unsere Wissenschaft? Das ist kein Vorwurf. Ich sage nur, dass der Mensch noch nicht aufgekommen ist. Wie denkt ihr, seid ihr ein Mensch, wenn ich in euer Haus komme und euer Herz vor Unzufriedenheit zuckt, dass ich gekommen bin? Ihr geht raus und fragt mich: "Was suchen Sie?" - "Ich bitte Sie, gibt es einen Platz für mich in Ihrem Haus?" - "Es gibt keinen Platz." Oder eine andere Ursache: "Die Frau und die Kinder sind da." Ihr werdet mir sagen, dass es keinen Platz für mich gibt, dass es Hotels gibt, wohin ich gehen kann usw. Ich frage euch, ist das ein Mensch? Aber wenn ich sage, dass ich euch 100000 klingende Münzen bringe, werdet ihr sofort einen Platz für mich finden. Die Frau und die Kinder werden sich sofort irgendwo verstauen und für mich wird ein Platz frei sein. Auch ein ganzes Lamm werdet ihr sogar schlachten. Warum? Wegen der 100000. Worin besteht dann eure Menschlichkeit, euer Edelmut? Nun guckt ihr mich und denkt euch: Spricht dieser Mensch die Wahrheit oder nicht? Ich frage euch: Wer von euch hat so gehandelt, wie es Gott will? Diese Frage müssen wir zuallererst lösen. Ihr aus Russe, habt ihr diese Frage gelöst? Ihr, die edlen hier, habt ihr diese Frage gelöst?Und wenn alle Menschen, in allen Städten und Dörfern so leben, wie Gott will, dann wird es keine Galgen geben, wird es keine Gefängnisse geben und jeder wird an seinem Platz sein. Dann werden die Türen aller Menschen geöffnet sein und wenn dir jemand begegnet, wird er sagen: Bruder, besuche mich, ich warte seit langem auf dich. Ich bin sehr zufrieden, dass ich dir begegnet habe. Und ihr werdet anfangen euch zu unterhalten. Ihr würdet sagen: Wo soll denn das hinkommen?! Ihr seid wunderliche Leute!. Wenn ich in dieses Haus reinkomme, werde ich nicht alles aufessen. Ich werde meinen Segen mitbringen. Einer der groben Adepten im Altertum (ein hebräischer Prophet) wohnte irgendwo in Palästina. Lange Zeit reiste er umher. Eines Abends hält er vor dem Haus eines armen Menschen und bittet ihn: :"Mann Gottes, darf ich in dieser Nacht bei dir übernachten?" "Von Herzen gern, mein Haus ist geöffnet, aber ich habe kein einziges Krümchen Brot." "Such irgendwo in den Еcken. Vielleicht ist wenigstens ein Brocken geblieben?" Der Mann findet endlich einen kleinen Brocken. Der Prophet nimmt ihn, segnet ihn und sofort erscheint auf dem Tisch ein grobes Brot. "Wecke auch die Kinder! Mögen alle kommen und essen!" Wenn ein Mensch, der nach Gottes Gesetzen lebt, ein Haus betritt, bringt er auch seinen Segen mit. Ihr könntet etwas dagegen einwenden, aber es ist die reine Wahrheit. Wenn dieser Adept in die Welt kommen und ein Weizenkorn mitbringen würde, würde er sagen: “Nehmt dieses Weizenkorn, es wird die wirtschaftliche Frage des Brotes lösen." In wie vielen Jahren? In zwölf Jahren. Esst es nicht, sondern sät es in den Boden und in zwölf Jahren wird es so reichlich Früchte tragen, dass sowohl ihr als auch eure Verwandten als auch eure Freunde essen könnten. Wisst ihr, wie schwer dieses Weizenkorn sein wird? Wie die ganze Erde. Folglich enthält jedes kleine Teilchen vom Leben eine ungeheuere Energie und wenn wir nach Gottes Gesetz, nach dem Gesetz der Liebe leben würden, könnte diese Kraft entwickelt werden. Und jetzt sagen die heutigen Menschen, die das Leben nicht verstehen: Wir brauchen Geld! Tatsächlich hat sich das Geld vermehrt, aber die Nahrung ist weniger geworden und infolge dieser Gier hat sich unser Organismus verdorben. Jetzt haben wir viel, aber wir können nicht essen. Der größte Milliardär in Amerika, Rockfeller, der über Wälder, Grundbesitze, Häuser verfügt, leidet an Magenschmerzen, kann nichts essen und die Ärzte empfehlen ihm nur Hafersuppe. Er sagt: "Bei einem so groben materiellen Reichtum bin ich wegen meines kranken Magens gezwungen nur Hafer zu essen wie ein Pferd." Ich frage: Was für einen Sinn hat das Leben unter diesen Umständen? Ihr sagt, der Mensch sollte Reichtum haben. Sehr gut! Tatsächlich besteht der Sinn des Lebens im Suchen des Reichtums, aber wir suchen ihn falsch. Die Liebe, das ist das grobe Leben, das ist der Sinn des Lebens, das ist der Reichtum der menschlichen Seele. Nachdem wir Gott gefunden haben, oder anders gesagt, nachdem Gott angefangen hat in uns zu wohnen, wird sich jene echte Verbindung bilden, die dem Leben eine Anregung geben wird. Dann werden sich die Menschen nicht fragen, ob es Gott gibt oder nicht. Wenn mich jemand fragt, ob es Gott gibt, sage ich ihm: Komm morgen Abend zu mir! Wenn er kommt, gebe ich ihm zu essen, unterhalte ich mich freundlich mit ihm und verabschiede ich mich von ihm. “Du hast mir doch nichts über Gott gesagt!” Ich sage ihm, morgen Abend wieder zu mir zu kommen. Er kommt, ich gebe ihm wieder zu essen, unterhalte mich mit ihm und danach geht er weg. Ich löse nie die Frage nach Gott. Wunderlich sind die Leute, die mich fragen, ob es Gott gibt oder nicht. Das ist doch die wichtigste Frage! - Was ist die Liebe? - Komm morgen Abend zu mir. Ich löse die Frage der Liebe auch nicht. Wenn ich ein Mensch der Liebe bin, wenn ich nach Gottes Gesetz lebe, wirst du mich erkennen. Wenn meine Auffassungen von dir unveränderlich sind, werde ich dich in mein Haus einladen und dir sagen: Probiere mich aus! Nicht was ich denke, sondern wie ich lebe - das ist das Wichtige. Damit eine Frage gelöst wird, müssen sich drei wichtige Faktoren in Einem vereinigen: euer Gedanke, euer Gefühl und eure Handlung. Außerdem müsst ihr in allen Momenten konsequent sein. Du kannst fragen, ob es Gott gibt oder nicht, aber du wirst Ihn daran erkennen, dass wenn du 1000 Lewa borgen möchtest, du "Bitte schön!" hörst. Danach möchtest du noch 2000 Lewa borgen und du hörst wieder "Bitte schön!". Du wirst dich wie vor einem Brunnen befinden, zu dem du mit einem groben Eimer gehen kannst und ihn füllen kannst, wie viel du willst, aber unter der Bedingung, dass du ihn alleine tragen wirst. Fülle brauchen die Menschen! Eine solche Fülle, dass sie sich ermüden und sagen: Das wäre genug! Christus sagt: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst." Also, der ganze Mensch muss sich mit der Gottes Liebe erfüllen. Manche sagen, wenn sie sich verlieben, können sie nicht arbeiten. Nein, nämlich dann wird die echte Arbeit in die Welt kommen. Zur Zeit gibt es nur Mühe, doch keine Arbeit. Die Arbeit wird eine grobe Aufgabe der zukünftigen Generation sein, jener groben Seelen, die darüber nicht streiten werden, ob es ein jenseitiges Leben gibt oder nicht. Sie werden die Seelen sein, die die Frage des Lebens lösen werden. Wenn du einen solchen Menschen fragst, ob er dich kennt, wird er dir sagen: “Komm morgen Abend in mein Haus!” - "Woher kommst du denn?" - "Komm morgen Abend zu mir!" Du wirst zu ihm gehen, er wird dich gut bewirten, sich mit dir unterhalten und am Ende, wenn ihr euch verabschiedet, wird er dir sagen: "Komm zu mir, wenn du etwas brauchst." Das ist eine Anregung in der Welt. Das, was du hast, musst du auf den gemeinsamen Opferalter legen. Heutzutage haben die Menschen eine falsche Vorstellung vom Opfer. Sie denken, dass das, was sie opfern, verloren gehen wird. Nehmen wir das Weizenkorn. Wenn es sich nicht opfert, wenn es auf den Boden nicht fällt und stirbt, wie wäre dann die Lage des Ackerbauers? Jener, der stirbt, legt seine Kraft ein und diese Kraft vergröbert sich. Das ist eine der Eigenschaften des Opfers. Einige gelehrte Menschen sagen, man brauche kein Opfer zu machen, man brauche keinem etwas zu geben. Das bedeutet, dass niemand säen wird, dass niemand pflügen wird. Nein, wir werden säen, wir werden pflügen, aber vernünftig. Folglich müssen wir eine solide Grundlage in unserem Leben haben. Das, dass du Bulgare bist, ist keine Grundlage. Das, dass du ein gelehrter Mensch bist, ist keine Grundlage. Das, dass du neue Lebensauffassungen hast, ist keine Grundlage. Die echte Grundlage ist die Liebe, und das ist das Leben. Dieses Leben haben wir, aber wir haben es noch nicht geäußert. Die heutigen wissenschaftlichen Theorien von dem Leben halte ich für Pfützen, die vom Regen gebildet wurden. Da die Menschen keine andere Wahl haben, gehen sie Wasser daraus trinken, aber drin quaken die Frösche. Meiner Meinung nach stellen die Frösche jenen Materialismus dar, der in den Menschen lebt und sie dazu zwingt immer mehr und mehr für sich zu wünschen. Wisst ihr, wie die Menschen das Materielle in der Welt verstehen? Ich führe euch ein Beispiel an: Im Reich der zehnten Dynastie in Ägypten, während der Zeit vom Pharao Synobi wurde ein Gesetz erlassen, nach dem alle Verbrecher mit Тodesstrafe bestraft wurden. Zwei Ägypter versündigten sich an etwas, schändeten den Apis und wurden mit Todesstrafe bestraft. Der Pharao befahl, dass sie zu lebenslänglichem Gefängnis verurteilt werden, aber das Gericht fällte folgendes Urteil: Einem der Verbrecher wurde bestimmt, dass er einen Sack mit Weizen, 100 Kilo schwer, auf seinem Rücken trägt, und dem anderen, dass er eine Laus auf seinem Kopf trägt. Dabei sollten sie ihre Strafe so lange tragen, bis jemand verlangt von ihrer Last zu nehmen und sie zu erleichtern. Das Gericht stellte beiden die Wahl der Strafe frei - wer was will. Der eine, der klügere, sagte sich: :"Wer wird denn diesen Sack auf dem Rücken tragen? Kann man so eine Last tragen?" Und er verlangte die Laus. Dem anderen blieb keine andere Wahl und er sollte den Sack mit Weizen nehmen. So geschah es auch. Sie sollten unaufhörlich reisen. Nach dem Urteil darfen sie ihre Last auf den Boden solange nicht abladen, bis jemand sie anhält und davon verlangt, was sie tragen. Beide gingen los. Derjenige, der die Laus auf seinem Kopf trug, fragte den anderen: "Wie ist deine Last?" Die Laus wog natürlich nichts. Derjenige, der den Sack mit dem Weizen trug und auf dem es sehr lastete, wandte sich häufig an Gott und bat Ihn: "Herr, ich bitte Dich, erleichtere ein wenig meine Last!” Sie gingen eine Weile und ein Wanderer hielt sie an: “Was trägst du in diesem Sack?” “Weizen.” “Gib mir ein bisschen davon!” Der Mann griff mit seinem Löffel, zog ein bisschen Weizen und ging weiter. “Und was trägst du?” “Eine Laus.” “Ich brauche keine Laus”, sagte der Wanderer und ging weiter. Diese Laus fing an sich zu vermehren und im Laufe von einem Jahr vermehrte sie sich bis 200-300 Läuse. Der Sack mit Weizen des anderen Verbrechers wurde in einem Jahr doppelt so leicht. Sie gingen in verschiedene Dörfer und alle, die hörten, dass ein Mensch einen Sack mit Weizen trägt, hielten ihn an und verlangten ein bisschen davon, so dass ihm in zwei-drei Jahren nur ein Weizenkörnchen blieb. Der andere Verbrecher, mit den Läusen auf dem Kopf, fand nirgends eine Aufnahme. In welches Dorf auch immer er eintrat, wenn die Leute sahen, dass er so viele Läuse hat, nahmen sie ihn nicht auf. Er wusste nicht wo aus noch ein. Auch wir, die heutigen Menschen, lösen die Frage auf diese Weise. Die Laus, das ist der Materialismus. Diese Laus wird alle Säfte des Lebens im Menschen auffressen. Wenn die Laus in den Menschen eingeht, vermehrt und vermehrt sie sich, bis der Mensch jedes edle Gefühl in sich verliert. Verlieren wir alles Erhabene und Edle in uns, verlieren wir unsere erhabensten Ideen, Gefühle und Gedanken, so verlieren wir das Göttliche in uns. Dann frage ich: Wozu leben wir auf dieser Welt? Christus sagt: "Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften und von ganzem Gemüt, und deinen Nächsten wie dich selbst." In der heutigen Religion wurde diese Lehre verdreht und man sagt: "Du sollst an Gott glauben." Es wurde nicht gesagt, dass du an Gott glauben sollst, sondern das Große Gesetz, das die Fragen löst, sagt, dass du den Herrn lieben sollst. Und heute haben die Menschen den Vers "Du sollst den Herrn lieben" genommen und ihn als "Du sollst an den Herrn glauben" gedeutet. Wenn es sich auf das Dienen dem Herrn bezieht, dann kann man wirklich nicht ohne Glaube, aber wenn wir die wichtigste Frage lösen, ist ein anderes Kredo nötig, womit wir sie lösen können werden. Und es ist: "Wir sollen den Herrn lieben." Manche fragen mich: Woran glaubst du? - An nichts glaube ich. - Wieso? Das Nichts ist nichts. Man fragt mich: Glaubst du nicht an Gott? Zeigt mir, wer euer Herr ist, an den ihr glaubt! Zeigt mir den Weg, den ihr geht! Ihr sagt: Wir galuben an diesen Herrn, an den unsere Mutter, unser Vater, unser Grobvater.... geglaubt haben. Na gut, haben deine Mutter und dein Vater das Gesetz von diesem Herrn erfüllt, an den sie geglaubt haben? Macht die Bücher auf, damit ich sehe, was ihr für diesen Herrn gemacht habt, an den ihr glaubt. Es gibt eine interessante Geschichte mit solchen Büchern, die irgendwo in Bulgarien passiert ist. Ein reicher Händler erkrankte ernst und versetzte sich zeitweilig ins Jenseits. Als er erwachte, war seine erste Arbeit seine Söhne zu rufen und ihnen zu sagen: "Holt mir beide Bücher, wo ich meine Rechnungen führe." Sie holten ihm die Bücher. Er verbrannte sie, verteilte an seine Söhne alles, was ihnen zufiel, und sagte ihnen: "Nehmt das, was euch gehört, damit ich nach meinem Tode mit euch in die Gerichte nicht hin und her gehe. Ich war in jener Welt und habe gesehen, was das Wesentliche für uns ist. Ich möchte so leben, wie es Gott will." Ich frage: Wo sind eure Bücher? Ihr sagt: Wir haben keine Bücher. Ich hole eure Bücher heraus, damit ihr seht, was ihr darin aufgeschrieben habt. Eure Nachbarin habe etwas über euch gesagt. Gleich holt ihr euer Buch heraus und schreibt auf. Irgendwer sagt euch etwas Beleidigendes. Gleich schreibt ihr das auf. Der Händler holt sein Buch genauso heraus und schreibt auf, wer wie viel Oliven genommen habe, wer wie viel Zucker genommen habe usw. Ich frage: Was für einen Unterschied gibt es zwischen dieser Frau, diesem Menschen und dem Händler, die alles in ihre Bücher aufschreiben? Der Pfarrer hat doch auch sein Buch. Er sagt, dieser Mensch glaube nicht an Gott, und schreibt es sich auf. Ja, aber nachdem er jemandem die Totenmesse gelesen hat, will er Geld. Die Verwandten sagen ihm: "Wir haben kein Geld!" - "Nein, ohne Geld lese ich keine Totenmesse!"; und er notiert es in sein Buch. Dann mögen wir in dem groben Leben, in der groben Liebe konsequent sein, die die Fragen grundsätzlich löst, die die Brüderschaft als Grundstein des Lebens legt. Nicht diese Brüderschaft, die nur anderthalb Tage existiert, sondern die Brüderschaft, die allen Prüfungen standhält. Ein Pfarrer sagt mir: "Ihre Lehre ist nicht richtig." Es ist nicht wichtig, ob sie richtig ist oder nicht, aber ich gebe dir eine Regel: Wenn du die Totenmesse liest, darfst du nicht nur kein Geld nehmen, sondern du musst jeder armen Witwe etwas aus deiner Tasche geben. Außerdem, wenn du ins Gericht gegen jemanden aussagen gehst, darfst du das nicht nur nicht machen, sondern du musst deine Tasche füllen und jenen geben, die einen Prozess miteinander führen, damit sie nicht voll Hass gegeneinander werden. Dann würdet ihr sagen: Wo soll denn das hinkommen? Wo? Ihr müsst glauben, dass euch Gott auf die Erde nicht deswegen geschickt hat, dass ihr solche Sachen macht, sondern damit ihr Seinen Wille so erfüllt, wie es sein soll. Diese Lügen sollen aus der Welt verschwinden! Jener, den Gott in einen gewissen Dienst auf die Erde gestellt hat, muss anders handeln. Man würde mir den Vers zitieren, dass es keine Macht außer von Gott ist. Nein, etwas fehlt in diesem Vers: “Es ist keine gerechte Macht außer von Gott.“ Die Bolschewiken in Russland haben doch auch Macht! Ihr würdet sagen, eure Macht sei von Gott, und ihre - nicht. Nein, wir haben folgendes Gesetz: Es ist keine gerechte Macht außer von Gott. In jeder gerechten Macht ist das Gesetz der Liebe. Die Frage ist nicht darin, dass der Richter den Verbrecher unbedingt verurteilt. Bei den Türken gab es ein gutes Gesetz. Der Angeklagte kommt und der Richter fragt ihn: Hast du diesem Menschen etwas zu geben? - Ich habe. - Gib ihm zurück, was du ihm schuldest. Einе solche Lösung der Streite nach dem türkischen Gesetz ist sehr gut. Und jetzt wird der Termin vertagt, es vergehen ein, zwei Jahre, bis man endlich sagt: Wo ist das Recht? Es gibt kein Recht. So vergeht die Zeit nur, und wir sind hierher, auf die Erde gekommen, um eine der wichtigen Fragen zu lösen. Nun, wenn ich euch so rede, würdet ihr sagen: Schwer ist diese Lehre! Sie ist schwer, denn ihr habt schwere Bücher. Verbrennt eure Bücher! Ihr würdet sagen: Wir glauben nicht an solchen Ammenmärchen! Ihr werdet anfangen zu glauben, denn wenn ihr morgen ins Grab eingeschlossen werdet, wird man euch fragen, ob ihr die Bücher verbrannt habt. Dort werdet ihr vermodern und die Würme werden euch fressen. Ihr werdet sagen: Schicke mich, Herr, auf die Erde zurück, damit ich meine Bücher verbrenne! Nein, andere weden sie verbrennen. Euch allen - Müttern, Vätern, Kindern – brennt es auf die Nähte. Warum? Denn ihr habt viele Bücher. Der Herr hat zwei Bücher. Das eine ist das Buch des Lebens, und das andere – das Buch des Guten und des Bösen. Der Herr hat das Recht diese Bücher zu halten. Er zieht alles in Rechnung. Gott wünscht uns das Beste. Er fragt uns nicht, warum wir Verbrechen begehen, sondern Er lehrt uns. Das, dass es ein Schicksal, ein Gottes Gericht gibt, zeigt, dass Er uns durch diese Erfahrung lehren will Seinen Wille zu erfüllen. Gott tilgt die Sünden auch des größten Sünders in dem Moment, wenn er beschließt nach dem Gott zu leben. Gott sagt: Hier ist ein Mensch, eins meiner Kinder, das beschlossen hat nach meinem Gesetz zu leben! Gott ist reich, Er kann für alle bezahlen. Für diesen, der nach dem Gott leben will, gibt es ein Buch des Lebens, das geöffnet wird, und der Herr schreibt über diesen Menschen alles, was nötig ist. Heute sind nicht nur die Bulgaren unglücklich, sondern auch alle Menschen. Alle Völker sind unglücklich. Warum? Weil die wichtigste Frage nicht gelöst ist. Diese Frage sollten alle Priester, Bischöfe, Prediger lösen, nicht nur in Bulgarien, sondern auch in der ganzen Welt. Sie haben sie nicht gelöst. Auch die Staatsmänner haben sie nicht gelöst. Es gibt noch zwei Faktoren, die sie lösen sollten. Einerseits sind das die Mütter und die Väter, und andererseits - die Lehrer; aber auch sie haben sie nicht gelöst. Jene Mädchen und Jungen, die heiraten, die diese Frage lösen wollen, müssen sich fragen, warum sie heiraten. Man sagt: Verheiraten wir dieses Mädchen! Warum? Nein, die Heirat, die heute in der Welt existiert, ist ein Handel. Noch keine vier-fünf Jahre sind vergangen und du siehst, dass dieser Mann vor seiner Frau flieht, sich scheiden lässt und eine andere heiratet. Danach flieht er auch vor ihr und sagt: Meine Haare sind mir über diese Frauen grau geworden! Schreckliche Schlangen sind sie! Na gut, die Frauen sind schreckliche Schlangen, und auch die Männer sind schreckliche Schlangen. Wo sind dann die Menschen? Wenn alle Männer schlecht sind und wenn alle Frauen schlecht sind, wo ist dann die Menschheit? Das ist keine Lösung der Frage. Das Wort “Schlange” zeigt, dass die Männer und die Frauen klug, doch nicht gut sind. Das ist das Wichtige. Güte muss in eure Verhältnise eingelegt werden. Diese Frage ist schwer zu lösen. Sie ist so schwer, wie auch einige Musikstücke schwer zu verstehen sind. Sie ist so schwer, wie zum Beispiel einige Stücke von Paganini schwer zu verstehen sind. Es gibt auch Klavierstücke, die schwer zu verstehen und zu spielen sind. Jemand spielt ganze Tage und erst in zehn Jahren kann er etwas Schönes spielen. Denkt ihr, dass wir die Frage des Lebens und der Liebe ohne Anstrengung lösen können? Diese Frage ist die schönste. Wenn ihr bis zur Frage kommt Gott zu verstehen, wird euer Herz zucken, weicher werden und so ein Licht wird in euerem Verstand erstrahlen, dass ihr solche Dinge in der Welt sehen werdet, welche ihr nie gesehen habt. Ihr würdet sagen: Wenn wir so leben würden, wie würden wir dann unseren Lebensunterhalt verdienen? Lebt ihr nach dem Gott, wird ein Grober Lehrer zu euch kommen und euch einen kleinen Stab geben, der zauberische Eigenschaften haben wird. Wenn ihr in bedrängter Lage seid und nichts zu essen habt, werdet ihr mit diesem Stab schlagen und sofort wird ein mit Speisen überschütteter Tisch vor euch gedeckt. Ihr werdet euch satt essen und wieder mit dem Stab schlagen. Alldas wird weggeräumt und ihr werdet euren Weg weitergehen. Ich frage: Werden die Fragen nicht leicht gelöst? Ihr würdet sagen: So ist es nur in den Büchern, in den Märchen geschrieben. Ist doch unser jetziges Leben kein Märchen? Gibt es etwas Reales drin? Es ist nicht wichtig, ob ihr ans Jenseits glaubt oder nicht, aber wenn ihr eines Tages dorthin geht, werdet ihr über euer jetziges Leben lachen. Ein Bulgare hat mir einen seiner Träume erzählt. Er hatte viele Schulden und bat häufig zu Gott, dass Er ihm hilft sie abzuzahlen. Eine Nacht träumt er, dass jemand kommt und ihm einen groben Beutel voller Gold bringt. Auf einmal springt ein Nachbar von ihm irgendwoher heraus und sagt: "Das ist mein Beitel!" Beide fangen an sich zu zanken, zu kämpfen und in diesem Kampf stößt er mit dem Fuß, aber auf dem Tisch, nahe an seinem Bett, gab es eine Karaffe mit Wasser. Die Karaffe fällt auf den Boden, zerbricht, das Wasser fließt über und nachdem er erwacht ist, sieht er all das - dass er die Tischdecke hält, aber der Beutel mit dem Gold nicht da ist. So werdet auch ihr nach eurem Tod sehen, wenn ihr in jener Welt erwacht und euch umschaut, dass ihr kein Geld von diesem habt, das ihr auf der Erde hattet, und dass ihr nur die Tischdecke in eurer Hand haltet, und auf dem Boden überflossenes Wasser ist. Lächerlich ist die Lage, in der ihr euch befinden werdet. Es ist schon Zeit, dass die heutigen Menschen zu sich finden. Eine Umnachtung ist jetzt in ihnen. Ihr Streben, sich zu versichern, ist richtig, aber sie gehen bei seinem Erreichen einen falschen Weg und deshalb wird es sich niemals verwirklichen. Dass wir reich sein müssen, damit bin ich mit euch einverstanden. Dass wir uns versichern müssen, damit bin ich auch einverstanden. Ich bin nicht für die Armut. Wenn die Frage ist, dass wir reich sind, dann sollten wir die reichsten sein. Der reichste ist meiner Meinung nach dieser, der Leben in sich trägt. Der reichste ist dieser, der Licht in sich trägt. Der reichste ist dieser, der Wärme in sich trägt. Der reichste ist dieser, der Nahrung und Kleidung in sich trägt. Der reichste ist dieser, der die Liebe in sich trägt. Das ist der gröbte Reichtum. Das predigen wir. Habt ihr diesen Reichtum, könntet ihr alles andere auf der Erde leicht erreichen. Jener Mensch, der das Leben in sich erworben hat, wird ein Segen sein sowohl für sich selbst als auch für alle seine Mitmenschen und Freunde. Also, ihr alle braucht Glaube! Ihr fragt: Stimmt alldas, was geredet wird, oder nicht? Ich frage euch: Stimmt das, woran ihr glaubt oder nicht? Wir werden mit allem einen Versuch anstellen. Wenn ihr wissen wollt, was mein Kredo ist, werde ich euch sagen: Kommt heute Abend in meinHaus. Nicht nur heute Abend, sondern auch das ganze Jahr. Wir lösen die Fragen so. Auch ihr müsst sie auf diese Weise lösen. Mit allem muss ein Versuch gemacht werden! Die Frage ist nicht mit Geld zu lösen. Wenn ich euch einen Wechsel von 2000-3000 Lewa, sogar von 25000 Lewa gebe, ist das keine richtige Lösung der Frage. Das Geld wird einen Streit hervorrufen. Ich kann euch nur eine Idee geben, ich kann euch nur ein Weizenkörnchen geben, aber dieses Weizenkörnchen wird ein grober Segen für euch sein, wenn ihr wüsstet, wie ihr ihm Bedingungen zur Entwicklung schaffen könntet. Ich werde euch noch ein Beispiel aus der Zeit von Synobi, dem ägyptischen Pharao, anführen. Einer der fortgeschrittenen Schüler der Weiben Brüderschaft, Eschua-Bentam genannt, wurde nach Ägypten geschickt, um dort seine Prüfung zu bestehen. Er sollte folgende Aufgabe lösen - irgendwelche vernünftige Weise finden, auf die er die Lage von jenen Leuten erleichtert, die auch für den kleinsten Fehler mit Todesstrafe bestraft wurden. Nachdem er seine Augabe gelöst hatte, sollte er wieder in die Schule der Weiben Brüderschaft zurückkehren und sagen, wie er sie gelöst hat. Plötzlich erkrankte die Tochter des Pharaos an einer unheilbaren Krankheit. Eschua-Bentam ging zu ihm und sagte ihm: “Ich werde deine Tochter heilen, aber ich möchte einen Gefallen von dir.” Synobi antwortete ihm: “Ich bin auf alles bereit!” “Befehle, dass man all jene Verbrecher zu mir holt, die nach dem Gesetz durch Abschneiden der Arme, der Beine oder durch Ausstechen der Augen usw. zum Tode verurteilt werden. Holt sie zu mir in diesem Zustand.” Eschua-Bentam heilte die Tochter des Pharaos. Dann erließ der Pharao einen Befehl: “Alle Verbrecher, die zum Tode verurteilt werden, sollen zu Eschua-Bentam gebracht werden, nachdem ihr Urteil vollzogen worden ist!” Und man fing an, sie einen nach dem anderen in sein Zimmer zu bringen. Eschua-Bentam wusste die Gesetze, nach denen sie geheilt werden konnten, und fing an sie zu heilen: Dem einen gab er die Augen zurück, dem anderen – die Beine, dem dritten - die Arme und nachdem er ihre Gesundheit völlig wiederhergestellt hatte, veränderte er ihre Gesichter und befreite sie, indem er ihnen sagte, sie sollten niemandem erzählen, wie sich ihre Heilung vollzogen habe. Alle diese Menschen wurden seine Schüler und folgten ihm. Man fragte sie: “Wie hat euch dieser Mensch herangezogen?” Sie antworteten: “Ist dir der Kopf einmal von den Schultern abgestiegen?” “Nein.”. “Wenn dein Kopf von den Schultern absteigt, dann wirst du verstehen, wer Eschua-Bentam ist.” Einem anderen antworteten sie: “Waren dir die Arme einmal abgeschnitten?” “Nein.” “Wenn deine Arme abgeschnitten werden, wirst du verstehen, wer Eschua-Bentam ist. Und sind dir die Beine einmal abgeschnitten worden?” “Nein.” “Wenn sie abgeschnitten werden, wirst du verstehen, wer Eschua-Bentam ist. Und sind dir die Augen, das Herz einmal ausgestochen worden?” “Nein.” “Wenn deine Augen, wenn dein Herz ausgestochen wird, wirst du verstehen, wer Eshua-Bentam ist.” Derjenige, der die Liebe in sich trägt, muss die Köpfe der Menschen einrenken. Er muss ihre Beine und Arme einrenken. Er muss ihre Augen und Herzen auf ihren Platz stellen. Unsere Gedanken und unsere Gefühle müssen eingerenkt werden! Unser Verstand und unser Herz müssen eingerenkt werden! Folglich soll der Zweifel, der in den heutigen Menschen existiert, verschwinden und wenn sie sich begegnen, sollen sie Vertrauen zueinander haben. Wenn ihr mir in ein-zwei Jahren begegnet, solltet ihr keinen Widerspruch zwischen meinen Gedanken, Gefühlen und Handlungen finden und bereit sein, alles für den Gott zu opfern. Gott ist das bekannteste, das erhabenste Wesen in der Welt. All das, was uns dazu anregt, von dem Schönen in der Welt begeistert zu sein, all das, was uns zum Erhabenen, zum Edlen antreibt, istGott, das Göttliche in uns. Das Leise, das in uns spricht, das ist Gott. Diese leise Stimme spricht in allen. Wie oft bereut ihr, dass ihr auf Sie nicht gehört haben und einen Fehler gemacht haben! Das Göttliche in uns spricht nicht wie ein Donner, sondern leise und wenn wir manchmal einen Fehler begehen, sagt es: “Macht nichts, es gibt Weisen, auf die man diesen Fehler berichtigen kann.” Jemand möchte jemandem nicht nachgeben. Die leise Stimme von innen sagt: “Gib ihm nach!" Wenn ich, der kluge Mensch, eine Ameise auf meinem Weg sehe, soll ich zur Seite treten. Ich soll sie nicht zertreten, sondern sie umgehen. Sie hat überhaupt keine Ahnung, das sich ein riesengroßes Wesen zu ihr bewegt, aber ich, der ich sehe, muss zur Seite treten. Also, Gott, Der alle unsere Bedürfnisse und Schwächen sieht, hat sich daran gemacht die Welt ins Lot zu bringen. Die Welt wird ins Lot gebracht werden, sie wird nicht so bleiben, ihr aber müsst diese Lehre auf die Praxis anwenden und sie annehmen. Erlebt die Freude und ihr werdet eine der wichtigsten Fragen lösen, die euch beschäftigt - den Herrn von ganzem Herzen liebzugewinnen. Ich frage euch: Habt ihr Gott bis jetzt geliebt? Ihr sagt: Ich habe Ihn geliebt. Du hast geliebt, aber was? Das Eis hast du geliebt. Du hast geliebt, aber was? Die Birne hast du geliebt. Das Eis ist geschmolzen, du hast nichts zu lieben. Die Birne ist verfault, du hast nichts zu lieben. Wenn ihr Gott, das Grenzenlose, liebgewinnt, werdet ihr niemals verlieren. Er wird immer zu sprechen und euer Gesicht wird vor einem besonderen Licht erglänzen. Also, ich sage: Wir alle sollen Gott liebgewinnen! Nur dann wird unser Leben einen Sinn erwerben. Dann wird uns Gott lehren, wie wir lieben sollten und du wirst deinen Nächsten liebgewinnen wie dich selbst. Das ist die gröbte Kunst. Damit wir lieben lernen, muss Gott in uns eintreten und anfangen in uns zu leben, denn wir sind keine Liebe, Gott ist Liebe. Wir sind kein Leben, Gott ist Leben. Er wird uns wie ein Lehrer lehren, wie wir lieben, wie wir leben sollten. Von uns wird jetzt verlangt, dass wir den Herrn, unseren Gott, von ganzem Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften, mit ganzem Verstand lieben. Das ist die leichteste Kunst, die jeder von euch erwerben kann. Ihr könntet einwenden: Ich werde ein bisschen warten, ich werde irgendwelche Philosophen lesen und erst dann. Tausende Philosophen könntet ihr lesen, aber auch sie haben diese Frage nicht gelöst. Sie ist gelöst: Gewinne den Herrn lieb! Das heißt, du sollst alles in der Welt liebgewinnen, verstehen, dass alles in der Welt in seiner Äußerung vernünftig ist. Und wenn du drauben gehst und nach den Sternen guckst, wird dein Herz zucken. Wenn du drauben gehst und nach der Sonne guckst, wird dein Herz und dein ganzes Wesen zucken. Und wie seht ihr die Sonne an? Einige sagen, die Sonne sei ein feuriger Körper. Ich sehe jeden Morgen, wie Gott die Sonne wie eine grobe leuchtende Kerze nimmt und überall damit herumläuft. Er geht vom Osten aus. So sehe ich die Sonne. Hinter dieser Sonne gibt es etwas anderes, etwas Gröberes. Auf dieselbe Weise steckt etwas Großes auch hinter unserem Leben. Hinter dieser gewöhnlichen Äußerung des Lebens gibt es etwas anderes, wessen sich jeder von euch bewusst wird. Es ist das Göttliche im Menschen. Manche fragen mich: An welchen Herrn glaubst du? Wir glauben an jenen Herrn, Der Liebe ist, Der Leben ist, Der Licht ist, Der Wärme ist, Der Nahrung, Wasser, Kleidung ist und alles, was in uns ist. Wir galuben an jenen Herrn, Der es nicht nötig hat, dass wir Ihm auf eine äubere Weise dienen, sondern dieser Herr bedarf dessen, dass wir Seine Liebe nach auben äußern. Er möchte, dass Seine Liebe durch uns so geht, wie das Wasser durch die Erdschichten durchgeht und durchgeseiht wird, um auf die Oberfläche rein zu gehen. Er möchte, dass wir alle Leiter der Gottes Liebe sind. Wenn wir der Gottes Liebe erlauben durch uns zu gehen, werden wir den Gottes Segen, seinen Kredit haben und wir alle werden uns Gottes Söhne nennen. Gibt es etwas Schöneres als das, dass wir Gottes Söhne sind? Gibt es etwas Schöneres als das, dass wir nach dem Gott leben? Das ist eine der wichtigsten Fragen, die gelöst werden soll. Jeder von euch kann sie augenblicklich lösen. Nachdem ihr diese Frage gelöst haben, werdet ihr in die Welt eingehen und lernen. Vor euch steht eine grobe, tiefe Wissenschaft. Zuallererst solltet ihr die ewige Liebe, das ewige Leben erwerben, Gott erkennen, die ewige Wahrheit in ihrer Gesamtheit erkennen. Vortrag des Meisters, der am 11.10.1925 in Russe gehalten worden ist
  20. Die neue Welt Johannesevangelium, 17. Kapitel Nachdenken
  21. Die Geburt 25.12.1915 Denn euch ist heute ein Retter geboren, der ist Christus, der Herr, in Davids Stadt. „Ist geboren“ – das ist das erfrischendste Word im Leben auf der Erde. Was beinhaltet dieses Wort? Die Geburt enthält in sich das Erhabene, das Mächtige und das Kräftige, das die ganze Menschheit zur Vollkommenheit anregt. Oft fragt man: Wie können wir in das Reich Gottes eintreten?“ „Wie können wir uns von den Beschränkungen der Gesetze und der Natur befreien und können wir sie beherrschen?“ Ich antworte: Wenn ihr geboren seid. Ich spreche über das Wort „Geburt“, und nicht über das Wort „Wiedergeburt“. Der Mensch wurde Tausenden und Millionen Male wiedergeboren. Er begann sein Leben als Mikrobe, vergrößerte sich, veränderte sich, um als Mensch im vollen Sinne des Wortes geboren zu werden. Die Wiedergeburt ist ein Prozess, die Geburt ist der vollendete Zyklus dieses Prozesses. Wie im Evangelium steht: „Heute ist geboren“, – dass derjenige, der seit Millionen von Jahren empfangen wurde, endlich geboren worden ist. Wer ist geboren? Jesus Christus – er ist geboren. Das Wort „Geburt“ enthält in sich eine großartige Idee, die Gott im Geist angelegt hat. Wenn jeder von euch spürt, dass er geboren ist, dann werdet ihr euch erlösen und den Sinn des Lebens verstehen. Die heutigen Menschen sagen: „Er wurde in Jerusalem geboren“ und pilgern dorthin, aber verstehen vor allem den Sinn dieser Geburt nicht: In ihnen ist das Bestreben, wie Christus zu leben. Er wurde unter den Hebräern geboren, die das auserwählte Volk waren, aber auch sie haben den tieferen Sinn seiner Geburt nicht verstanden und dasjenige, was er mit sich für die ganze Menschheit brachte: die göttliche Liebe. Jede Geburt wird von Leiden begleitet. Um folglich in einer menschlichen Seele geboren zu werden, musste Christus notwenig dieses Leiden durchlaufen. Es ist dasselbe, wie wenn die Mutter gebärt – sie muss gewisse Leiden durchstehen und sich um das Kind kümmern. Nach demselben Gesetz muss jedes Volk oder jede Menschheit, in der Christus geboren werden muss, alle Sorgen auf sich nehmen, den Boden vorbereiten, damit das Kind geboren werden und wachsen kann. Diese Idee ist für euch vielleicht ein bisschen undeutlich, aber das soll euch nicht besorgen: Das hängt damit zusammen, wie fern oder wie nah sich die Dinge von euch befinden und mit welchem Licht ihr sie betrachtet. Jeder kann die Dinge insofern verstehen, inwiefern er Licht hat. Wenn heute die Engel verkünden: „Heute ist ein Retter geboren“, bestimmen sie, welche Freude er der Menschheit bringt: Frieden – die höchste Offenbarung Gottes. Gott offenbart sich als Frieden. Der Frieden ist das Gesetz der Harmonie, der Einheit des Verstandes, des erhabenen Charakters, der Liebe, der Weisheit, der Wahrheit, der Tugend, der Gerechtigkeit – das ist der Frieden. Nur derjenige kann geboren werden, der Frieden bringt – ihr könnt nicht geboren werden, bis ihr nicht die tiefen Wahrheiten versteht, bis ihr nicht den Frieden erlangt. Jetzt sollen wir das Wort „Geburt“ in einer psychologischen Hinsicht betrachten. Dieses Wort hat einen Bezug zum Mystizismus. Ein Christ, der Mystiker werden möchte, der die göttliche Natur studieren und mit dem Namen Mensch ausgezeichnet werden möchte, soll das Wort Geburt gut verstehen. Habt ihr die Genesis gelesen, wie Gott den Menschen aus Erde schuf, in ihm hauchte und er eine lebendige Seele wurde; damals herrschte der Prozess des Hauchens und jetzt der Prozess des Gebärens. Ich würde euch das Wort „Hauchen“ erklären, aber meine Erklärung wird unbegreiflich bleiben, da dieses Wort etwas Unerklärliches für die heutigen Menschen hat. Aber eines Tages werdet ihr sie verstehen. Gehen wir jetzt zu den Gegensätzen, die das Gesetz des Gebärens verlangt, das ein Gesetz der ewigen Entwicklung ist. Durch dieses Gesetz offenbart sich Gott vollkommen unserer Seele und durch es arbeitet der Geist positiv. All eure Bestrebungen unterliegen dem Gesetz der Geburt; durch es äußert sich und vervollkommnet sich das erhabene, göttliche Bewusstsein im Menschen. Es gibt unterschiedliche Ansichten über die Geburt. Fragt man euch nach dem Wort, werdet ihr sagen: „Die Geburt also – ein Kind empfangen und gebären. Die Geburt wird nicht hinsichtlich des Körpers, sondern hinsichtlich der menschlichen Seele verstanden, d. h. die Empfängnis des göttlichen Keims, über den ich euch gesprochen habe und seine Geburt. Und wenn wir sagen: „Der Mensch wurde geboren“, verstehen wir darunter außer dem Prozess des Knospens und Wachsens auch den Prozess des Wissens und der Weisheit. Solange es kein Wissen gibt, kann der Mensch nicht sagen, dass er geboren wurde. Auch die Tiere und die Fische und die Mikroben werden wiedergeboren und streben daran, diesen Zyklus der Wiedergeburt zu beenden. In der bulgarischen Sprache versteht das Wort „Wiedergeburt“ die Verarbeitung der Dinge. Das Wiederkäuen des Ochsen ist nichts anderes als zu verarbeiten. Also tun wir hier auf der Erde nichts anderes als eine gewisse Erfahrung zu verarbeiten, die wir seit Millionen von Jahren gewonnen haben. Manche fragen: „Woher kommen wir“ – Aus dem großen Meer. Ihr könntet fragen: „Wie viel Jahre haben wir dort verbracht und wie geschah unser Ausgang? Als die Sonne des Lebens Tausende von Jahren euch gebrannt hat, hat sie euch erhoben. Nach dem Gesetz der Abkühlung der Körper seid ihr nach unten herabgestiegen; also hat euch der Geist erhoben, wie die Sonne die Wasserdämpfe nach oben aufsteigen lässt, und schickte euch auf die Erde. Denkt nicht, dass für euch hier ein großes Unglück ist. Die höchste Äußerung der Liebe ist das Leiden. Wer den Sinn des Leidens nicht verstanden hat, ist noch ein Tier, eine Mikrobe, die oft wiedergeboren wird. Und umgekehrt, derjenige, der den Sinn des Leidens verstanden hat, der ist geboren worden, er ist ein Mensch. Das Leiden ist nur ein Teil des Menschen. Die Tiere leiden nicht wie die Menschen: Die Schläge sind für sie nur eine Massage. Der Hund bellt von dem Stock, mit dem er geschlagen wird. Wenn der Stock verschwindet, wird auch das Leiden verschwinden. Im Leiden ist der große Sinn des Lebens, die sogenannte „universelle Trauer“. Das Geheimnis des Lebens ist im Leiden versteckt. Wenn ihr euch die göttliche Weisheit, das Geheimnis der Natur aneignen wollt, dann sage ich euch, dass es keinen anderen Weg als den Weg des Leidens gibt. Wenn der Mensch von Gott verlangt, auf der Erde geschickt zu werden, fragt ihn Gott: „Willst du durch das Gesetz der Trauer hindurchgehen? Wenn du willst, werde ich dich dorthinschicken.“ Wenn er sagt: „Ich will nicht“, dann wird er sagen: „Bleibe bei Mir, im großen Meer, denn wenn du das Meer verlässt, dann bist du bereits ein Arbeiter, der auf der Erde arbeiten und leiden muss.“ Was ist die Erde? Sie ist die große Frau, eure Mutter, die gebärt und die Menschen aufzieht. Wenn sie euch einmal aufgenommen hat, wird sie euch Millionen von Jahren behalten, um euch zu verarbeiten, bis sie euch endlich herausholt und sagt: „Das ist mein Kind, das jetzt zu euch in einer göttlichen Sprache über die Dinge sprechen kann.“ Ich werde eine kleine Abweichung machen. Die Geburt birgt in sich die große Kraft der Bewegung und ist der kräftigste Impuls, der dem Menschen gegeben werden kann. Wenn ihr euch mit dem Auge eines Hellsichtigen auf die Sonne versetzen könntet, dann würdet ihr verstehen, mit welcher riesigen Energie sie ihre Strahlen losschickt. Ihr sagt, dass die Kanone sehr stark wäre, da sie eine Granate mit einer solchen Kraft hinauswerfen kann, sodass sie die Granate in einer Entfernung von 120 Kilometern wirft. Stellt euch vor, mit welcher Kraft und Geschwindigkeit die Sonne jede Welle von ihren Strahlen hinauswirft und wie viele Kilometer sie zurücklegen, bis sie an einer Stelle haltmachen! Nach den Physikern sind das 300000 kmh/s. Könnt ihr euch diese Kraft vorstellen? Diese Strahlen nehmen allmählich ab und verringern ihr Licht, denn das Licht hängt von der Kraft der Bewegung ab. Je stärker die Bewegung ist, desto stärker ist das Licht, bis dieser Schuss seine äußerste Grenze trifft, stoppt und sich in Finsternis umwandelt. Wisst ihr, was die Finsternis ist? Das ist der umgekehrte Prozess; der Schuss des Lichtes ist von unten nach oben und die Bewegung der Finsternis, die ihre Grenze erreicht hat, ist eine Bewegung von oben nach unten, d. h. von der Peripherie zum Zentrum hin. Es ist die schwächste Bewegung. Nun die Finsternis ist oben, das Licht unten. Ihr werdet sagen: „Wir wissen doch, dass der finstere Ort die Hölle ist.“ Was ist die Hölle? Manche denken, dass die Hölle ein spezieller Ort der Qualen ist. Was bedeutet ein Ort der Qualen? Eine Frau, die gebären möchte, hat Qualen. Die Erde hat auch empfangen und Millionen und Milliarden Wesen in ihr sind bemüht zu gebären. Das ist die Hölle. Manche wollen gar nicht dort, sondern im Himmel sein: „Ich will keine solche Hölle“. Solange ihr nicht durch die Hölle geht, wird aus euch keine Menschen werden. Deshalb beinhaltet die Geburt diese Hölle. Sie ist nicht so fürchterlich. Der Mensch, der geboren worden ist und gesündigt hat, hat vom Gesetz abgewichen. Ihm steht der Fall, der furchtbare Fall bevor. Wieder wird er in die Kanone der Sonne gesteckt werden; er wird mit einem starken Schuss geworfen, Millionen von Jahren reisen und irgendwo haltmachen – das wird davon abhängen, mit welcher Kraft er geworfen wurde. Und wenn er mit einer großen Kraft geworfen wird und 100 Millionen Jahre reist, so viele Jahre wird er brauchen, um zurückzukommen. Je schneller er sich im Raum bewegt, desto langsamer wird er sich zu Gott zurückbewegen. Und wenn er sich Ihm annähert, wird ihn Gott mit einer größeren Geschwindigkeit anziehen. Also geboren zu sein, bedeutet, dass der Mensch die äußerste Grenze erreicht hat, zu der seine Seele im Raum geworfen worden ist, wo er haltmachen und seine Evolution wieder beginnen wird. Und wenn er derart seine Wiedergeburten beendet, so wird er geboren. Die Menschheit verlor mit dem Sündefall Adams die Hoffnung. Ihnen wurden zwei Kinder geboren, aber der Tod hat sie erobert; es gab niemanden, der sie beruhigen konnte und sie beschwerten sich wie mancher Reichen, die keine Kinder haben: „Wir haben kein Nachkommen und alles das wird für die fremden Menschen bleiben.“ Und sie sind verzweifelt. Die Menschheit befand sich in einem solchen Zustand, aber Gott hat ihr das unsterbliche Kind gegeben, um sie zu retten und das ist Christus. In eurem Verstand entstehen oft neue Gedanken. Ich hörte einst ein berühmter Prediger sagen: „Ich habe so viele Ideen, dass sie in 10-20 Jahren nicht ausgesprochen werden können.” Aber nur nach zehn Predigten gab er zu, dass er sein ganzes Material weggeworfen hat. Wenn ihr denkt, dass ihr viele Ideen habt, befindet ihr euch im Gesetz der Wiedergeburt. Erstens wurden die niederen Tiere geschaffen – die Käfer, die Fliegen usw. Eure unzähligen Gedanken kosten so viel, dass ihr sie sogar nicht einspannen könnt, eine gescheite Arbeit zu verrichten; sie können euer Leben nicht vervollkommnen. Aber wenn ihr zu jenem grundlegenden göttlichen Gedanken kommt, wird er lebendig und eins mit euch sein. Er wird sich als einen Neugeborenen entwickeln. Dasjenige, das das Christentum „das Kommen des Geistes“ nennt, das ist dieser göttliche Gedanke, den die einen "Unterbewusstsein", die anderen Bewusstsein, die dritten „Überbewusstsein“ nennen. Die Theosophen nennen es „das Erwachen des höheren Ichs“; die Okkultisten – „Äußerung des Sublimen” usw. Wenn ihr in diesem Zustand geratet, dann werdet ihr den Frieden und die ständige Freude, die sich nicht ändert, fühlen. Manche werden sagen: „Ich habe diese Freude“, es vergeht aber nicht einmal eine halbe Stunde und du siehst, dass seine Freude schal geworden ist“ Diese Freude ist vergänglich und entspricht nicht dem Gesetz. Wie kann ein Edelstein verschwinden? Du irrst: Das ist keine Freude, das ist eine Eintagsfliege, die stirbt und du beginnst zu weinen. Jemand sagt: „Ich habe Frieden und bin ruhig“; morgen kommt eine Unruhe, dann beginnt er die Augenmuskeln zu runzeln; wo bleibt dann der Frieden? Er verlässt ihn nicht, aber er war nicht wirklich ein Frieden. „Ich bin Christ, zehn Jahre tue ich mich hervor, ich habe diese Schriftsteller gelesen – Spencer, Spugey, Apostel Paulus. Alle sprechen schön, aber was sagst du selbst? Denn, wenn du zu Gott gehst, wird er dich nicht fragen, weder was Apostel Paulus noch was Spencer gesagt haben: Sie selbst werden zu Gott gehen. Mit wem wirst du aber zu Gott gehen? Und so, das ist die Grundidee, über die wir heute denken sollen. Ich weiß, dass manche von euch falsche Vorstellungen vom Geist haben: Manche denken, dass der Heilige Geist und der böse Geist ein und dasselbe seien. Der Gute und der böse Geist sind zwei diametral entgegengesetzte Dinge. Es gibt kein Gesetz, dass aus der einen und derselben Quelle süßes und bitteres Wasser fließt: Sowie das bittere Wasser immer bitter und das süße Wasser immer süß ist, so ist das Gute immer gut und das Böse immer böse. Was sind das Gute und das Böse, das ist eine sehr tiefe Frage, und wenn ihr denkt, sie in 5-10-100 Jahren studieren zu können, so täuscht ihr euch; Christus soll euch mindestens 1000 Jahre unterrichten, dann werdet ihr einen Begriff des einen und des anderen haben. Damit möchte ich euch nicht im geringsten entmutigen, sonder möchte euch sagen, welche die Gesetze sind, die unser Leben steuern, damit ihr euch von manchen Illusionen befreit. Jeden Tag, jede Stunde im Leben hat sein Programm; wir sollen diese Grundaufgabe des Tages beenden, von der unser Fortschritt abhängt. Dabei sollt ihr euch keine Gedanken darüber machen, ob ihr euch entwickeln werdet: Ihr werdet euch entwickeln, das sage ich euch positiv. Mache fragen: „Werde ich mich entwickeln?“ – Wenn man dich in der Erde wirft, wirst du dich nicht nur entwickeln, sondern auch darüber hinaus fortschreiten. „Wie viel Zeit benötigt man?“ – Tausenden von Jahren. – „Das ist viel“. Aber 1000 ist eine menschliche Zahl, sie ist nicht sehr groß. 100 Jahre ist viele Male größer als 1000; 10 Jahre ist noch mehr. In diesem Prozess ist das Umgekehrte: 1000 Jahre sind die kleinste Zahl, 100 Jahre ist die größere Zahl. Ihr seid durcheinander. Die Zahl 1000 hat drei Nullen, die die drei Bedingungen anzeigen, die drei Etappen, die ihr durchlaufen werdet. In 1000 Jahren sollt ihr drei Körper herausbilden – in der äußersten Null werdet ihr euren physischen Körper formieren, indem ihr zu der zweiten Null hinübergeht, werdet ihr euer Herz formieren, und wenn ihr in die dritte Null hineinkommt, werdet ihr euren Verstand formieren. Wenn ihr zu der Eins kommt, werdet ihr geboren, aufsteigen und zu Gott sagen: „Hier sind wir vor Dir, Vater – jetzt können wir für Dich arbeiten.” Das ist die Geburt. Und mit der Geburt Christi wird eine große Epoche in der Welt verzeichnet – die Erscheinung des Sohn Gottes. Deshalb sollen wir alle jubeln. Die zeitlichen Leiden, die ihr habt, sind der größte Segen für euch. Es gibt nichts Schöneres als das Leiden, denn nur durch es wird euch Gott Segen bringen. Wenn jemand sich bei mir über sein Leiden beschwert, dann sage ich ihm: „Gib mir von deinen Leiden, ich gebe dir von meiner Freude.“ Und füge ich hinzu: „Jetzt fühle ich das Angenehme im Leben.“ Er sagt sich: „Dieser Mensch ist sehr gut“, aber ich sage in mir selbst: „Ich danke, da du mir mehr gegeben als genommen hast. Und Gott hat bevorzugt, seine Herrlichkeit und Ruhm zu verlassen und auf die Erde herabzusteigen und zu leiden. Dafür gibt es Gründe und das ist die größte Liebe, die Gott geäußert hat. Wenn wir beginnen das innere Leiden zu verstehen und zu begreifen, werden wir zum wahren Prozess kommen, den die Christen Rettung nennen. Wir können nicht gerettet werden, wenn wir nicht zugeben, dass die Leiden ein Segen sind. Halte und sage: „Du, Leid, ich benötige dich, um geboren zu werden.“ Wenn du mehr leidest, das zeigt, dass du näher an Gott bist. Wenn das Leiden zu der äußersten Grenze kommt, dann entsteht sofort die Freude. Die Mutter empfindet die größten Leiden, wenn sie gebärt; in diesem äußersten Moment verschwinden alle oder verstecken sich, aber wenn das Kind geboren ist, dann freuen sich alle. Ja, damit das Kind geboren wird, sollen alle schreien – die Frau und der Mann. Mir hat man eine Begebenheit aus dem Dorf Nikolaevka erzählt, die sich vor 50-60 Jahre ereignet hat. Die Frau eines berühmten Türken hatte Zahnschmerzen. Im Dorf gab es einen Bulgaren, der Zähne zog. Der Türke brachte sie zu ihm, um den Zahn ziehen zu lassen, die Türkin stieg hinauf – das Haus hatte zwei Etagen, und der Türke blieb unten warten. Irgendwann begann die Frau zu schreien und ihr Mann begann auch zu schreien. Der Zahnarzt begann sich zu wundern: „Warum schreit der eine, wenn ich dem anderen den Zahn ziehe?“ So sind wir auch verbunden, und wenn die fremden Zähne gezogen werden, so sollen wir schreien. Ich spreche darüber, da wir uns in einer Epoche großer Leiden befinden. Ihr sollt die Dinge als Mystiker betrachten und nicht als gewöhnliche untätige Zuschauer; zu wissen, dass die Leiden der größte Segen sind, das uns Gott gibt. Eines Tages werdet ihr das überprüfen. Es werden Menschen getötet, es werden Hunger, Seuchen entstehen, Väter und Mütter werden ihre Kinder verlieren, ehrenlose Schwester, schmachbedeckte Familien – aus all diesen Leiden sollt ihr einen Nutzen ziehen, den Leidenden eine Freude zu schicken und zu sagen: „Gebt uns von euren Leiden.“ Ihr sitzt und sagt: „Gut, dass wir nicht auf dem Kampffeld sind und nicht hungern.” Welche Erfahrung werdet ihr daraus gewinnen? Im Gegenteil, versetzt euch in den Zustand der Seelen, die leiden, geht und helft ihnen; dann werdet ihr gesegnet. „Wie können wir ihnen helfen?“ Das ist die einfachste Sache: Wenn ihr ihnen nicht unmittelbar helfen könnt, dann könnt ihr den Menschen geistig helfen. Jeder Mensch hat die Pflicht, die Hälfte der Leiden seines Freundes auf sich zu nehmen und mit ihm seine Freude zu teilen. Ihr sagt ihm: „Gott segne dich!“ Gott segnet die Menschen durch euch. Ihr sagt: „Es soll ein anderer finden, nicht durch mich.” Wenn der elektrische Strom durch den Stab fließt, dann magnetisiert er ihn. Wie denkt ihr euch zu erheben, wenn der göttliche Strom nicht durch euch hindurchfließt? Und jetzt denken alle, dass eure Ideale zerbrochen und zerstört sind. Sie sind nicht zerstört. Bei euch haben sich viele Fliegen, Fische, Vögel und Säugetiere fortgepflanzt. Wenn ihr euch von ihnen reinigt, werdet ihr klug werden. Wenn ihr allmählich euren Tempel errichtet, dann wird Gott kommen und in euch geboren werden. Dass Christus vor 2000 Jahren geboren wurde, das wird euch nicht im geringsten nutzen. Ihr könnt dieses Lied noch 4000 Jahre singen, aber das wird euch nicht im geringsten nutzen. Ihr werdet euch erheben, wenn die Engel in eurer Seele einziehen und sagen: „Heute wurde im Haus Davids der Retter geboren.” Und wenn Christus geboren wird, dort werden auch Herodes, Pilatus und der Hohepriester Kajaphas sein. Jetzt werdet ihr sagen: „Dieses Kind – das ist ein Missgeschick, komm, wir befreien uns von ihm“, und ihr könnt es Pilatus geben, es zu kreuzigen und es wird zu anderen gehen. Wie Christus die Juden verlies und zu den Heiden ging, so wird euer Kind zu anderen gehen, also bei denen, die ihm Obhut geben. Und ihr werdet ein auserwähltes, aber verlassenes Volk sein! Und wenn man euch fragt: „Warum leidet ihr?“ dann werdet ihr sagen: „Weil wir unser Kind Herodes und Pilatus hingaben, um es zu kreuzigen.” Deshalb sage ich, dass ihr euch für euren Gott einsetzen und sagen sollt: „Ich lebe mit Gott; lebt er, lebe ich auch; stirbt er, sterbe ich auch.“ Und wie Christus nach den Leiden auferstanden ist, so werdet ihr auch auferstehen und das Gesetz der Unsterblichkeit lernen. Es gibt Menschen, die nah an der Auferstehung sind; die Apostel sind auferstanden und arbeiten auf die Erde. Ihr werdet sagen: „Warum sehen wir sie nicht?“ Der Auferstandene kann den Auferstandenen sehen, wie der Musiker den Musiker versteht und wie der Arzt den Arzt versteht usw. Ihr sollt diese Fähigkeit haben zu verstehen und deshalb verweilt ihr auf die Erde. Nun, Christus ist erschienen. Er lebt heute, er ist unter euch, er arbeitet in allen von euch. Und dasjenige, was die Menschen „Auferstehung“ nennen, das ist Geburt, so nennen die Christen die Auferstehung, aus dem Grab herauszugehen. Für mich seid ihr alle Gräber – manche größere andere kleinere. Ich sehe gewisse Überschriften auf eure Grabsteine: dieser Ivan, der soviel Jahre lebte; diese Elena, die soviel lebte; ein anderer als er starb wurde in demselben Grab begraben. Wie oft verstarb diese Elena und trug ihren Grabstein mit den Inschriften all ihrer Verwandten. Ihr fragt: „Wann werden wir auferstehen?“ Heute können wir auferstehen, aber eure Grabsteine sind sehr schwer. Ein Engel soll herabsteigen und die Grabsteine wegmachen. Wenn für Christus einen Engel herabsteigen musste, um den Stein wegzumachen, um wie viel mehr muss für eich einen Engel herabsteigen. Christus lebte 33 Jahre und erlitt eine große Verwandlung, die an ihrem Ende „Auferstehung“ genannt wurde. Unter dem Wort „Auferstehung“ verstehe ich der Kampf und der Sieg eines Kindes über den Tod. Deshalb wird der Mensch geboren, um mit dem Tod zu kämpfen und über ihn zu siegen. Wenn ihr den Tod besiegt, dann wird der Tag der Auferstehung kommen. Manche sagen: Als Christus geboren wurde und die Engel von oben den Frieden verkündet haben, warum haben sich die Menschen dann nicht verbessert?“ – Weil sie die Lehre Christi nicht studiert haben, wie es sollte. Christus wird wieder in dieser Welt predigen; ihr werdet ihn sehen, das sage ich euch mit Zuversicht. Manche von euch werden ihn nicht sehen. Warum? Selbstverständlich, weil sie blind sind. Und lange werden sie als dieser Blinder schreien: „Oh Sohn Davids, erbarme dich, berühre meine Augen mit der Hand!“ Wenn er eure Augen berührt, dann wird er euch fragen: „Seht ihr?“ – „Die Menschen bewegen sich.“ Was bedeutet das? Das eure Gedanken und Wünsche erstens, wie die Bäume unbeweglich sind, und wenn ihr beginnen werdet zu sehen, werden die Dinge lebendig wie die Menschen. Dann werdet ihr verstehen, was die Tugend ist. Christus kam, um uns zu zeigen, dass wir uns mit dem Tod kämpfen, ihn besiegen und auferstehen müssen. Das bedeutet die Geburt.
  22. Kleine Möglichkeiten