Der Meister spricht

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Der Meister spricht

 

 

Wir vermitteln das Wort des Meisters allen Brüdern und Schwestern, deren Seelen von der Liebe berührt sind, deren Verstand vom Wissen erleuchtet ist und deren Geist sich vollkommener Freiheit erfreut. Denn nur derjenige, sagt der Meister, dessen Seele von der Liebe berührt ist, lebt. Nur derjenige, dessen Verstand vom Wissen erleuchtet ist, bringt Licht. Und nur denjenigen, dessen Geist sich der vollkommenen Freiheit erfreut, kann man einen wahren Menschen und Bruder der Menschheit nennen. Bei der Übersetzung dieses Buches haben wir versucht, jene bildhaft-poetische Sprache des Meisters Beinsa Douno ins Deutsche zu übertragen und ihren Wortlaut möglichst genau wiederzugeben, um die Lebendigkeit seiner Worte und deren ursprünglichen Sinn zu erhalten. Alle Bibelzitate stammen aus der Elberfelder Bibel.

 

 

 

DAS LEBEN

 

 

 

Die Quelle des Lebens ist Liebe. Die Liebe bringt die Fülle des Lebens.

 

Das Leben wird erst wirklich, wenn der Mensch die Liebe erkennt.

 

Wenn der Mensch die Liebe nicht begreift, kann er auch das Leben nicht begreifen. Wenn er das Leben nicht begreift, kann er auch die Zeit, in der es als ein unaufhörlicher Prozess verläuft, nicht begreifen. Und wenn der Mensch die Zeit nicht begreift, verliert er den musikalischen Rhythmus des Lebens und gerät in eine Reihe disharmonischer Zustände, die ihn unglücklich machen.

 

Das Größte außerhalb der Liebe ist das Leben. Das Leben ist die Frucht der Liebe. Aber die Liebe und das Leben sind nicht ein und dasselbe.

 

Im Leben verlaufen ständig zwei Prozesse: Der eine ist der Prozess der Bildung, der andere der Prozess der Zerstörung. In der Liebe existieren diese zwei Prozesse nicht. Sie ist etwas Reines und Einheitliches. Im Leben gibt es aber eine Differenzierung.

 

Das Leben ohne Liebe hat keinerlei Sinn. Ein solches Leben ist eine Reihe von Leiden, Niederlagen und sich Wiederaufrichten.

 

Das Leben kann sich ohne Liebe nicht offenbaren. Ein Leben ohne Liebe gibt es nicht. Der erste Weg, auf den sich das Leben macht, ist die Liebe.

 

Um zu zeigen, dass man lebt, soll man lieben. Der Sinn des Lebens besteht darin, zu lieben und geliebt zu werden.

 

Das Leben stellt die Bemühung des Geistes dar, sich in der äußeren Welt, in der Peripherie zu offenbaren. Wenn der Geist sich in der Peripherie offenbart und mit seiner Arbeit beginnt, dann sagen wir, dass das Leben sich in seinem elementaren Zustand als Leben in der Zeit zeigt. Das Leben in der Zeit ist aber nur ein Schatten des Lebens oder die kleinste Projektion des gesamten Lebens. Das ewige Leben enthält unendliche Möglichkeiten. Es bringt alle Bedingungen zum vernünftigen Wachstum mit sich. Und unter Leben versteht man die allgemeine Weltseele, die sich in der ganzen lebendigen Natur äußert. Unsere Seelen sind Bestandteile dieser großen Seele.

 

Damit sich das große Prinzip des Lebens äußert, soll das Leben irgendeine Form annehmen, die seinem Streben und seiner Bewegung entspricht. Das Streben, das ist der vernünftige innere Drang und die Bewegung sein physischer Ausdruck.

 

Das Leben äußert sich aber nicht nur in einer Form, es äußert sich in unendlich vielen Formen. Wenn sich mehrere Formen verbinden und eine größere Form bilden, sagen wir, dass das Leben vernünftig organisiert ist. Dann sind alle Formen bestrebt, diese höhere Form zum Ausdruck zu bringen.

 

Das Leben hört niemals auf, es dauert ewig. Die äußeren Formen zerfallen, doch das Leben dauert ewig. Nichts ist imstande, es zu zerstören. Das Leben ist stärker als der Tod. Es ist frei, nicht fassbar und unaufhörlich. Es hört nicht auf. Es fließt nach innen und nach außen. Denn der Mensch kann sich mit seinem Umfeld nicht verbinden, wenn das Leben nicht hinein- und herausfließt.

 

Das innere Leben ist vollkommen. Die Vergnügungen, die Leidenschaften, die falschen Gedanken und Gefühle schränken die natürlichen Ausdrücke des Lebens ein.

 

Das Leben kann nur gut sein. Ein schlechtes Leben gibt es nicht. Und wenn man sagt, dass das Leben sich verbessern sollte, ist das eine falsche Idee. Das Leben an sich ist weder gut noch schlecht. Im Leben kann es Beimischungen geben, aber es wird weder besser noch schlechter. Das Leben kommt von Gott und geht zu ihm zurück. Deswegen ist es seinem Wesen nach absolut rein. Die Veränderungen aber, die man im Leben vornimmt, bringen die schlechten Folgen mit sich. Und dann spricht man von weltlichem, geistlichem, zeitlichem und ewigem Leben. Aber das Leben selbst ist weder weltlich noch geistlich. Wenn das Tierische dem Menschen innewohnt, wird das Leben weltlich, und wenn das Vernünftige ihm innewohnt, wird es geistig.

 

Denn das Leben des Menschen unterscheidet sich vom Leben der anderen Lebewesen durch seine Vernunft. Das Wort Leben impliziert Vernunft. Wo es Vernunft gibt, so wenig sie sich äußern mag, dort gibt es auch Leben.

 

Das vernünftige Leben ist das Leben der Unsterblichkeit, das Leben ohne Leiden und Qualen. Genau dieses Leben ist ein Teil der menschlichen Seele. In ihm erscheint alles zur rechten Zeit. In diesem Leben gibt es keine Beklemmungen, sondern ständige Arbeit.

 

Das Leben selbst ist eins. Das physische Leben, das geistige Leben und das göttliche Leben sind drei große Offenbarungen des gesamten, einheitlichen Lebens. Sie unterscheiden sich in ihrem Ursprung, in ihren Objekten und in ihren Zielen.

 

Das physische Leben wandelt und ändert sich ständig. Es ist ein Leben an der Wasseroberfläche auf den Meereswellen. Das geistige Leben ändert sich, ohne sich zu wandeln. Es ist das Leben des Meeresgrundes im Inneren des Meeres. Und das göttliche Leben wandelt sich nicht und ändert sich nicht. Aber all diese Erscheinungen des Lebens sind eng miteinander verbunden. Sie sind Teile eines Ganzen, des gesamten grenzenlosen Lebens.

 

Um das Leben zu begreifen und sich selbst und den anderen nützlich zu sein, soll man mit dem physischen Leben beginnen und allmählich zum geistigen und dann zum göttlichen Leben übergehen.

 

Wer das physische Leben nicht liebt, kann kein Verhältnis zum Licht haben. Denn im physischen Leben ist die Energie des Lichtes in den Pflanzen und Früchten gebunden. Auch die Hygiene des physischen Lebens beginnt mit der richtigen Nutzung des Lichtes, das in den Pflanzen und Früchten gespeichert ist. Anders gesagt, die Hygiene beginnt mit der richtigen Ernährung. Und die Ernährung ist eine Einführung in das physische Leben; genauso wie die Musik in das geistige Leben und das Gebet in das göttliche Leben.

 

Das Leben ist ein Schatz, den man bewahren soll. Bewahre es mithilfe der Weisheit und möge das wahre Wissen, das daraus hervorgeht, sein Schutz sein. Lass es frei aus der großen Quelle, aus der Liebe hervor strömen. Beleuchte es durch die Wahrheit, die Welt der absoluten Vernunft. Beleuchte es durch die Wahrheit, die dem Leben Freiheit in all seinen Richtungen gewährt.

 

Denn auch das Leben hat seinen Tagesanbruch, seinen Sonnenaufgang und seinen Mittag.

 

Der Tagesanbruch des Lebens, das ist die Liebe.

 

Der Sonnenaufgang des Lebens, das ist die Weisheit.

 

Der Mittag des Lebens, das ist die Wahrheit.

 

Brich auf in den Tag des Lebens! Bilde eine Knospe! Steh auf, stell dich auf deine Beine und fühle, dass du mit allen Lebewesen auf der Erde und im Himmel verbunden bist.

 

Gehe im Leben auf! Blühe und trage Früchte!

 

Erreiche den Mittag des Lebens! Reife heran!

 

Wenn du den Mittag deines Lebens erreichst, dann wirst du seinen großen Sinn, seine süßen Früchte kosten.


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