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  1. Früher
  2. Das vernünftige im Menschen
  3. Musik, Arbeit und Fasten Sprechen wir jetzt unsere zweite Formel aus: Es gibt keine Wahrheit wie die göttliche Wahrheit. Nur die göttliche Wahrheit ist Wahrheit. Wenn ihr diese Formel aussprecht, dann bemüht euch, sie mit einer möglichst weichen Stimme auszusprechen; die Vibrationen sollen weich sein. Der Mensch muss in der physischen Welt zuerst essen, nicht wahr? Danach spürt er, dass er satt geworden ist. Dann ruht er sich aus; danach - als dritter Zustand -, nachdem er sich ausgeruht hat, beginnt er nachzudenken. Bei uns ist es genauso: Zuerst haben wir gegessen, nach dem Essen haben wir uns ausgeruht und jetzt denken wir nach, nicht wahr? In der Schule haben wir das folgende Thema gestellt: Was ist die beste Arbeitsmethode? Während des ganzen Jahres macht ihr persönliche Beobachtungen und Versuche: Was ist die beste Methode für eure Arbeit – für euch? Ihr seid jetzt als Schüler manchmal schlecht gelaunt. Nehmt dann die Musik als ein Mittel, um euch einzustimmen. Wir sprechen jetzt den ersten Buchstaben, das A, mit offenem Mund aus. Wenn ihr diesen Buchstaben gewöhnlich aussprecht oder ihn aber in einen Ton kleidet, dann habt ihr zwei unterschiedliche Wirkungen dieses Buchstabens. Zum Beispiel sagt man im Bulgarischen: „Aaa“ -- das bedeutet: „Du bist es?“ Die Dinge, die wir zum ersten Mal erkennen, versetzen uns in Erstaunen. Das bedeutet – das erste Erwachen des Bewusstseins oder das erste Erwachen des vernünftigen Lebens. Das ist da A. Und dann sagen wir: Aaa. Alle singen: Aaa – allmählich wird es stärker, dann schwächer, dann verklingt es. Manchmal bist du nicht gut gestimmt – sprich dann Aaa. Ihr seid jetzt wie manche Aristokraten, die sagen: „Mit kleinen Dingen beschäftigen wir uns nicht, nicht einmal mit einem Napoleon, vielmehr mit tausenden!“ Und dieses A kann vieles bringen. Wenn du schlecht gelaunt bist – dann beginne über das A wie über die erste Manifestation des Bewusstseins nachzudenken. „Woran denkst du?“ fragt man dich. „Mein Bewusstsein ist erwacht, und ich möchte wissen, wozu dieses A benutzt werden kann.“ Wir sprechen jetzt alle zusammen den Buchstaben A aus. Ihr habt gehustet. Wir sehen jetzt, inwieweit euer Bewusstsein erwacht ist. Eine ausgezeichnete Übung! Das sind allgemeine Übungen, versteht ihr? Ihr müsst sie notieren. Das A wird mit den folgenden Bewegungen gesprochen: Der linke Arm zur Seite gestreckt, beide Arme zur Seite gestreckt, die Arme auf der Brust, dann die Arme wieder geöffnet. Beide Arme nach vorne, dann die Hände auf den Kopf, dann auf die Brust, dann auf den Kopf, dann der rechte Arm zur Seite gestreckt, dann beide Hände auf den Kopf. Diese Übung soll mehrmals ausgeführt werden. Merkt euch diese Übungen; es sind okkulte Übungen. Ihr könnt sie oft machen. Also kann dieses A in vielerlei Hinsicht nützlich sein. Viele Dinge können jetzt auf musikalische Weise ausgeführt werden. Wir machen jetzt eine musikalische Übung mit den Buchstaben A, O und U. Wenn wir zum O kommen, legen wir unsere Hände auf die Augen. Wenn wir zum U kommen, legen wir unsere Hände auf die Ohren und zeigen dem physischen Menschen, dass er gerecht sein muss, nichts anderes. Wenn wir zum O kommen, ergreifen wir unsere Augenlider von oben. Wisst ihr, was das bedeutet? Den Vorhang zu lüften, nichts darf vor Gott, der alles weiß, verborgen bleiben. Wir können das O in unterschiedlicher Weise singen. Wir können unsere beiden Finger auf die Augen legen; das bedeutet, unsere Augen für die Außenwelt zu schließen, damit wir in die innere Welt, in uns selbst hineingehen. Alle singen O (mit einem nervösen Ton). Also, ihr seid nicht bereit, eure Augen zu schließen; ihr seid nicht bereit, euch selbst zu verleugnen. Man singt das O mit folgenden Bewegungen: Die Hände auf die Augen, dann die Augenbrauen von oben ergreifen. Ein Lied mit dem Buchstaben U: Beide Finger auf die Ohren, der eine unten. Die Hälfte von euch singt den Buchstaben A, die andere Hälfte O. Hört zu – jetzt singe ich. Der Lehrer singt. Alle singen das Lied auf A, O, U mit den folgenden Bewegungen: A – die Hände auf die Brust, U – die Hände auf die Ohren, O – die Hände auf die Augen bei den Augenbrauen, A – die Hände auf die Brust, U – die Hände auf die Ohren, O – die Hände auf die Augen. Das Lied, das heißt die Übung mit dem A, gelingt am besten – das bedeutet, der Anfang, der Grund, ist am schönsten. Ich habe eine Methode, die ich noch nicht überprüft habe. Es ist eine musikalische Methode. Der Lehrer singt folgende Worte: Fir-für-fen Tao Bi Aumen. Ich gebe euch dieses Liedlein, damit ihr euch einstimmen könnt. Ihr könnt euch mit diesem Lied immer einstimmen. Es gibt kein Seelenleid, bei dem die Seele nicht positiv gestimmt werden könnte. Der letzte Teil des Liedes ist der stärkste Punkt. Wenn jemand Kummer hat, wenn jemand magenkrank ist, und er geheilt werden möchte, dann kann er es mit diesem Lied machen. Diese Vibrationen werden die Ströme in euch reparieren. Jede schlechte Stimmung, jeder schlechte Zustand ist auf die verlorengegangene Harmonie im Körper zurückzuführen, und diese Musik beginnt euch positiv einzustimmen und euch ein wenig zu massieren. Frage: In welcher Sprache ist dieser Satz? Es ist eine alte Sprache; der Satz kann nicht wörtlich übersetzt werden. Ich habe ihn so übersetzt: „Ohne Angst und ohne Dunkelheit.“ Diese Übersetzung ist nicht völlig korrekt, das Original bedeutet wesentlich mehr. Es ist nur eine Teilübersetzung; das Ganze kann nicht übersetzt werden, und es ist nicht erlaubt, es zu übersetzen. Dieses Lied muss aufgeschrieben und auswendig gelernt werden. Es ist eine Melodie, die für alle Seelenstimmungen geeignet ist. Damit kannst du einen solchen Zustand des Verstandes, des Herzens und der Seele erlangen, dass du wieder harmonisiert wirst. Das Wort Aumen bedeutet alle Eigenschaften, die im Göttlichen enthalten sind. Alles, was das Göttliche in sich enthält, soll wachsen und sich in seiner Fülle manifestieren. Tao – bedeutet das Absolute, das Nicht-Manifestierte, das Grenzenlose. Bi – bedeutet dasjenige, was sich manifestiert. Aumen – enthält alles für das Leben. Das ist jedoch keine ihr Wesen betreffende Übersetzung. Es sind rhythmische Worte, ein rhythmischer Satz, dessen Vibrationen stark sind. Du musst hier nur das Bewusstsein haben, um die Vibrationen zu verstehen. Wenn du sie vernimmst, wirst du Nutzen daraus ziehen können. Alle okkulten Übungen beginnen mit Musik. Dieses Lied singt ihr nicht draußen, sondern ihr singt es nur, wenn ihr euch versammelt, für euch selbst, für euch, die ihr es versteht; sonst wird das Lied, wenn es nach draußen getragen wird, profaniert. Jetzt möchte ich, dass ihr in der Schule ein richtiges Verständnis habt, damit ihr manche Dinge nicht wörtlich auffasst. Jeder lernt nach seinen Fähigkeiten. Darin liegt die Lösung. Das Programm ist so geordnet, dass es die Bedürfnisse von allen entsprechend ihrer jeweiligen Entwicklungsstufe stillt. Niemand darf es anders verstehen. Ihr sollt nicht denken, dass allen dieselben Aufgaben gegeben werden, dass jeder auf den Mussala* hinaufsteigen muss. Auf den Mussala steigt nur, wer bereit ist. In der Natur blüht nur diejenige Knospe, die an der Zeit und bereit ist. Wer bereit ist, blüht. Ihr blüht, wenn eure Zeit kommt. Ihr braucht euch nicht zu beeilen. In dieser großen göttlichen Schule muss alles zu seiner Zeit geschehen, und darum darf niemand bemüht sein, es zu korrigieren. Alles geschieht zu seinem genauen Zeitpunkt. Wenn ihr einen Versuch macht, werdet ihr durch euer Bewusstsein eine neue Erfahrung machen, die euren Verstand und euer Bewusstsein stärkt, und ihr gewinnt eine größere Zuversicht. Zunächst dürfen wir die Angst in euch nicht herausbringen, sondern sie zähmen, weil ihr die edelste und erhabenste Idee haben könnt. Wenn dann jedoch die Angst an eure Tür klopft, dann verwerft ihr diese Idee und sagt: „Her mit einer anderen Idee!“ Dann stürzt ihr euch auf eine andere Idee. Es gibt eine okkulte Erzählung: Man erzählt, dass der Hase sich mit einem Revolver und einem Messer ausgerüstet und zu sich selbst gesagt hat: „Wenn mir jemand über den Weg läuft, rede ich Tacheles mit ihm.“ Aber schon beim ersten Geräusch hatte er alles vergessen – auch das Messer! Danach sagte er zu sich: „Jetzt haben sie mich schon wieder erschreckt, doch beim nächsten Mal werd‘ ich‘s ihnen zeigen.“ Doch auch beim zweiten Mal hatte er alles wieder vergessen. Seit Tausenden von Jahren erschrickt der Hase! Warum erschrickt er? Weil es in seiner Seele keine Liebe gibt – er hat keine innere Kraft. Und jetzt entscheiden wir: Wir machen dies und das – wir nehmen das Messer, aber wir werden trotzdem gebeutelt und sagen dann: „Wir sind gescheitert, aber ein zweites Mal werden wir nicht scheitern.“ Warum sind wir gescheitert? Weil wir die Liebe, diese große Kraft, nicht haben. Darin liegt die große Wahrheit. Wir müssen also die Liebe in unser Herz legen und dann können wir alles tun. Jemand von euch könnte sagen: „Er begrenzt mich“. – Nein, in der Liebe gibt es keine Begrenzungen. Jeder, der in die Liebe hineingeht, wird sie folglich erfahren – sie ist grenzenlos. Wenn ihr alle in die Freiheit und in die Liebe hineingeht, werdet ihr eine so große Weite finden, dass ihr alle frei leben werdet. Die einzige Kraft, welche uns Freiheit und Leben geben kann, ist die Liebe. Ich möchte, dass dieser Gedanke, dass mit Liebe alles möglich ist, sich eurem Verstand einprägt. Ihr macht Versuche, und ich sage: „Das nächste Mal, wenn ihr auf den Mussala steigt, schicke ich euch Bären – und ihr sprecht das Wort Liebe aus. Ihr sagt: „Die Angst draußen und die Liebe drinnen.“ – Und der Bär wird vor euren Füßen niederknien und zu euch sagen: „Bitte schön!“ Aber wenn die Angst drinnen ist und die Liebe draußen, wird er euch bespucken. So ist es auch in der Welt. Wer wurde nicht bespuckt? Und gemäß dieser Gewohnheit bespuckt euch jemand und sagt: „Du bist ein ehrloser Mensch.“ Warum? – Weil du ehrlos bist; du möchtest die Menschen belügen. Du hast die Liebe draußen und die Angst drinnen: Pfui – dann spuckt er. So müsst ihr es deuten. Wenn du nach Hause kommst, dann sag‘ zum Herrn: „Herr, ich danke Dir, dass dieser Bruder mir die Wahrheit gesagt hat.“ Selbst wenn du wie der Hase zehn Mal am Tag davonläufst! Die Angst – das ist etwas Konkretes. Die Angst hat auch ihren Platz - jedoch nur in der physischen Welt, für die geistige Welt ist sie nicht nötig. Sie existiert als eine Notwendigkeit, als eine Begrenzung für die physische Welt; dort ist sie nötig. Aber in der geistigen Welt gibt es keinen Platz für die Angst. Die Angst aus der physischen Welt zu tilgen bedeutet, eine Anarchie zu schaffen – die geistige Welt zu zerstören. Wenn wir sie als ein Prinzip in die geistige Welt setzen, zerstören wir die Welt. Nun, wir werden die Angst in die physische Welt setzen und zu ihr sagen: „Hier ist dein Platz.“ Die Liebe werden wir in die geistige Welt setzen. Momentan haben die Menschen die Angst in die geistige Welt gesetzt und die Liebe in die physische – also genau umgekehrt. Wir werden diese Lehre nicht in der Theorie überprüfen, sondern durch Erfahrung. Für diese Versuche haben wir ein reichhaltiges Material. Ihr findet einen Hass in euch, den ihr bereits seit zwanzig Jahren habt, ein fressendes Geschwür. Wenn wir das Wort Liebe aussprechen, sehen wir, welche Ergebnisse dies zeitigt. Ich freue mich, dass ihr solche Fälle habt, damit wir die Kraft der Liebe erkennen können. Wir werden diesen Versuch in der Schule machen und uns freuen, dass es so einen Wundbrand gibt, damit wir die Ergebnisse sehen können. Ich sage euch: „Bringt mir diesen zwanzigjährigen Wundbrand, damit wir sehen, wie sie auf ihn wirken wird. Wenn wir die Worte Tao Bi Aumen aussprechen, kommt alles zu einem guten Ende. Ein solcher Bruder wird aufstehen und sagen: „Danke, einst war ich blind, aber jetzt sehe ich; ich weiß, dass der Hass aufgehoben werden kann.“ Dies ist jetzt der Wunsch derjenigen, die die Schule leiten. Ich sage euch, diese Schule ist sehr ökonomisch. Ich habe es in Sofia gesagt und hier sage ich es erneut: Ich möchte, dass ihr nur eure freie Zeit dafür nutzt. Eine Stunde – die Zeit, in der ihr einen Skandal verursachen oder ein Verbrechen begehen könnt. Diese Zeit möchte ich von euch haben, das heißt, etwas Geringes, und wenn ihr mir mehr gebt, ist es auch gut. Ich sage es zu euch allen – ich möchte die kleinsten Ausgaben haben. Ihr sollt nicht sagen: „Ich bin verheiratet, ich habe Frau und Kinder.“ Die Zeit, während der du dein Kind und deinen Mann beleidigst – diese Zeit möchte ich haben, diese Zeit müsst ihr mit Arbeit füllen. Ihr habt viel zu viele solcher Zeiten! Ich bin sehr schlau, ich bin sehr ehrlich, ich packe euch sehr schlau. Diese Zeit ist nur eine Stunde, aber manchmal streitet ihr drei Stunden lang. Deshalb kann ich manchmal einen Gewinn erzielen. Seht, wenn ihr alle gut werdet, werde ich verlieren. Ich möchte vor euch ehrlich sein, damit ihr nicht denkt, dass ich euch etwas gebe, was in euch folgenden Gedanken hervorrufen könnte: „Woher nehmen wir diese Zeit?“ Eine Stunde Zeit! Manchmal könnt ihr vier fünf Stunden streiten. Das ist viel Zeit. Ich sage euch: „Diese Zeit wird in meinen Geldbeutel fließen. Ihr sollt hinterher nicht sagen, dass ich es euch nicht gesagt habe. Ich hab’s euch gesagt; ich sage euch alles. Wenn ihr alle gut werdet, dann verliere ich. Wenn nicht, dann verliert ihr, und ich gewinne. Jetzt gewinnt ihr oder ich. Oder ich verliere oder ihr. Ich werde also immer in der anderen Partei sein, sowohl beim Verlieren als auch beim Gewinnen. Ihr seid in der Schule, ihr wendet das Gesagte an. Wenn ihr gekränkt seid, kommt zu mir und sagt: „Ich habe eine Arbeit für Euch, für das Leben in der Schule.“ Es gibt gewisse Methoden in der Schule, die nicht so leicht sind. Dann wird es keinen einzigen von euch mehr geben, der, nachdem er diese Methoden angewandt hat, seinen Zustand nicht innerhalb einer Minute transformieren kann, unabhängig davon, wie gekränkt er war. Jedes Gekränktsein wird verschwinden, und ihr werdet euch über eure Veränderungen wundern. Es ist seltsam, wenn ihr sagt: Ich kann nicht. Ich kann und ich kann nicht – das hängt von eurem Bewusstsein ab. Wenn ich einen Nagel in eure Hand schlage, leidet ihr, aber wenn ich ihn herausziehe und eure Hand mit einer Salbe behandle, verschwindet der Schmerz. Augenscheinlich gebiert eine Begrenzung eine Disharmonie, und jede Disharmonie gebiert Krankheiten. Diese befinden sich auf verschiedenen Ebenen. Oft, wenn wir das Leben vergessen haben, drücken wir auf eine Taste und verursachen ein Unglück, eine Begrenzung. Darauf reagiert das göttliche Gesetz. Wenn du dieses Gesetz kennst, wirst du sagen: „Pass auf! Du verstößt gegen das Gesetz.“ Ihr dürft euch nicht begrenzen. Jetzt stehe ich da und sage: „Heute gibt’s kein Brot. Was sollen wir tun?“ Wenn ich den ganzen Tag Angst habe, was soll ich dann tun? Du fastest, einen Tag, zwei Tage, drei Tage – der Mensch stirbt nicht wegen des Fastens. Wir denken, dass der Mensch stirbt, wenn er nicht isst. Diese falsche Vorstellung heben wir auf. In alten Zeiten hat man die Angst durch Fasten getilgt. Du fastest einen Tag, zwei Tage, drei Tage und siehst, dass der Mensch infolge des Fastens nicht stirbt, vielmehr selbstsicherer wird. Die Ursachen, die den Menschen müde machen, sind ganz andere. Der Hunger an sich ist eine Kraft, die Leben gibt und das Leben erneuert. Man sagt: „Du wirst hungern.“ Wenn der Mensch hungrig ist, so ist das ein natürlicher Zustand. Ich wünschte gerne, immer hungrig zu sein; hungrig in der Verstandeswelt, hungrig in der geistigen Welt, hungrig in der physischen Welt – es würde mir einen Ansporn geben. Jetzt sagen die anderen: „Du wirst vor Hunger sterben.“ Wie kannst du vor Hunger sterben? Die Menschen sterben nicht vor Hunger, sie sterben vor etwas anderem. Die Angst auf der physischen Ebene heilt ihr zuerst mit Fasten. Die erste Weise, die Angst zu heilen, ist fasten. Wenn dieses Fasten dich nichts gelehrt hat, dann fastest du weiter und lädst einen armen Menschen zum Essen ein: „Du holst ihn von der Straße, setzt dich mit ihm an den Tisch und gibst ihm dein Essen. Die zweite Weise des Fastens ist: Er isst, und du sprichst. Die dritte Weise des Fastens ist: Diesem Bruder von dir, den du von der Straße geholt hast, um ihm Essen zu geben, spielst du etwas vor, wenn du spielen kannst – du spielst für ihn, gibst ihm von deinem Wissen und dann merkst du, wie du dich fühlst. Ich gebe ich euch als Aufgabe, dass ihr Versuche macht. Und nun, am ersten Tag, wenn du besorgt bist, wenn du dich in einem sehr bekümmerten Zustand befindest, fastest du, ohne jemanden zum Essen einzuladen. Am zweiten Tag fastest du und lädst jemanden ein: Er isst, und du sprichst. Am dritten Tag fastest du wieder und lädst jemanden zum Essen ein – du spielst für ihn und ihr unterhaltet euch freundschaftlich miteinander. Du holst keinen beliebigen Menschen: Du lädst einen armen Menschen ein, eine Seele, die dir gefällt. Ihn bittest du als Gast zu dir und mit ihm machst du den Versuch. Nur ein Meister oder ein Adept kann diese Versuche mit einer beliebigen Person machen. Erst nach einiger Zeit macht ihr den Versuch mit Menschen, die ihr überhaupt nicht liebt, damit ihr euch einstimmen könnt und gut gelaunt seid. Das ist ein anderes Gesetz. Das ist eine Methode, das ist ein Wissen. Es ist nicht leicht, den Menschen zu erziehen. Die Erziehung der heutigen Pädagogen ist keine Erziehung, es ist eine Dressur. Die Erziehung beruht auf ganz anderen, natürlichen Gesetzen. Ich sage zu euch wieder: Die Erfahrung, die ihr habt, tragt ihr mit euch. Ihr werdet jedoch sehen, dass ihr bloß ein Prozent Ausnahmen haben werdet, wenn ihr nach den göttlichen Gesetzen arbeitet. Wir werden diese Gesetze anwenden. Nun gut, jetzt prüfen wir die Kraft eures Hellsehens. Sagt mir, wenn ich die Bibel öffne, auf welchen Vers ich stoßen werde; ob dieser Vers, auf den ich gestoßen bin, sich auf die geistige, die verstandesmäßige oder physische Welt bezieht. Antwort: auf die geistige Welt. Antwort: auf die Verstandeswelt. Antwort: auf die physische Welt. Nun gut, wir haben jetzt drei Meinungen: Die einen sagen, auf die geistige Welt, die anderen auf die Verstandeswelt, die dritten auf die physische Welt. Jetzt sehen wir, wer Recht hat. Der Lehrer öffnet die Bibel und stößt auf Hesekiel 7,4: „Mein Auge zeigt kein Mitleid mit dir, und ich übe keine Schonung, sondern deinen Wandel vergelte ich dir und deine Gräueltaten sollen sich in deiner Mitte auswirken. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.“ In welcher Welt ist das Bewusstsein – in der geistigen; das heißt, die erste Meinung ist richtig. Also, zuerst wird hier jedem vergolten. Jetzt hört, ihr Rechtschaffenen! Dies ist eine Regel. „Mein Auge zeigt kein Mitleid mit dir.“ Warum zeigt es kein Mitleid? Weil du gegen die göttlichen Regeln verstoßen hast. Der Lehrer zeigt kein Mitleid mit dir und zudem wird er alle deine Aufgaben streichen. Wenn der Schüler spielt und die Töne nicht trifft, dann sagt der Lehrer, dass der Schüler unfähig sei, und gibt ihm eine schlechte Note, eine sechs. „Ich vergelte es Dir“ – die Sechs. „Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.“ – Ich bin der Lehrer, der sich nicht täuscht, für den in jeder Hinsicht das Falsche falsch und das Richtige richtig ist. Wir sprechen jetzt vom absoluten Recht, welches ein Recht zu jeder Zeit ist. Und dies ist der große Lehrer, der in der Welt ist, der Geist, der alle Dinge verteilt. Er lässt sich nicht belügen und er spricht keine Lüge aus. Ich verstehe es so, dass dieser Vers die drei Welten betrifft. Ja, er betrifft sie. „Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.“ Jetzt öffnen wir die Bibel zum zweiten Mal. Wird dieser Vers weich sein und von der Liebe oder von der Bestrafung handeln? Antwort: Beides. Der Lehrer hat die Bibel geöffnet: 2 Petrus 3,16: „So wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben.“ Also, in der Schule werden keine dummen Schüler geduldet. „So wie in allen seinen Briefen“ – manche, die die Gesetze nicht verstehen, verdrehen sie. Wovon handelt der dritte Vers: von der Liebe, von der Weisheit, oder von der Wahrheit? Der Lehrer öffnet die Bibel: 2 Petrus 1,6: „In der Erkenntnis aber die Selbstbeherrschung, in der Selbstbeherrschung aber die Geduld, in der Geduld aber die Gottesfurcht.“ Die Liebe – von ihr handelt dieser Vers. Also, die Liebe ist eine Kraft, welche alles ins Gleichgewicht bringt. Wenn ihr eure Intuition entwickeln möchtet, dann lasst nicht den Verstand arbeiten. Wenn der Verstand arbeitet, dann behindert er die Intuition. Lasst euren Verstand frei, in einem reinen Zustand, damit er die göttlichen Gedanken, die an uns gerichtet werden, empfangen kann. In diesem Zustand der Ruhe sollt ihr alles vergessen; ihr sollt die Haltung eines Kindes einnehmen, welches auf seine Mutter wartet, die ihm zu essen gibt – es wird nicht viel Zeit vergehen, und ihr bekommt die Antwort. Aber wenn ihr viel nachdenkt und grübelt, kann ein Tag, eine Woche, ein Monat und ein ganzes Jahr vergehen, und ihr erhaltet keine Antwort. Frage von den Zuhörern: Und wenn der Verstand von der einen zur anderen Seite schwankt, was sollen wir dann tun? Dann nimmst du ihn an die Kandare und sagst zu ihm: „Du hörst nur auf mich.“ Welches sind die vergänglichen Zustände? Wir durchlaufen einen vergänglichen Zustand – Leugnung des alten Lebens und Empfang des neuen Lebens. Alles das muss mit dem Bewusstsein verrichtet werden. Wir müssen daran glauben, dass das neue Leben seine Formen in sich trägt und nichts anderen bedarf. Es hat nur ein Material nötig, und wir sollen zulassen, dass das Leben seine Wohnung selbst errichtet, weil das Leben aus der Liebe hervorgegangen ist, die Liebe aus dem Geist und der Geist aus Gott. Folglich soll das Leben selbst alle Bedingungen mit sich bringen, weil das Göttliche, das in der Materie und im Leben angelegt ist, gedeiht. Ich bemerke, dass unter euch, sowohl in Sofia als auch in den anderen Städten, Schwierigkeiten entstehen. Diese Schwierigkeiten entstehen aus der Tatsache, dass wir selbst unser Leben regeln möchten. Ihr könnt euer Leben nicht selbst regeln. Wir müssen zugeben, dass dieses Leben an sich in seinem Wesen geregelt ist. Ich spreche vom Wesen des Lebens – es ist in uns geregelt. Es gibt kleine Beunruhigungen, die beseitigt werden können. Die Hautschuppen beispielsweise, welche die Poren verstopfen, können beseitigt werden. Wodurch? Durch reines Wasser. Der Hunger kann beseitigt werden. Wodurch? Durch Brot. Der Durst kann beseitigt werden. Wodurch? Durch Wasser. All das dürfen wir nicht beseitigen, sondern befriedigen. Wir haben Aufgaben. Manche sagen, dass wir unvollkommen seien. Die Unvollkommenheit sagt, dass es viel zu arbeiten gibt. Zu pflügen, zu säen, zu ernten - es gibt viel Arbeit. Unter einem vollkommenen Menschen verstehe ich denjenigen, der gepflügt, gesät und geerntet hat – in seiner Scheune ist alles bereit, und er hat seinen Hut ins Genick geschoben, er ist mit seiner Arbeit fertig. Das bedeutet, er ist ein vollkommener Mensch. Wir hingegen sagen: „Ich bin ein unvollkommener Mensch. – Ich habe meine Arbeit noch nicht beendet, nichts weiter. Ich kremple meine Ärmel hoch und verrichte meine Arbeit, wie es nötig ist. Dann werde ich vollkommen sein. Und wenn ich sie nicht beende, werde ich nicht vollkommen sein. „Aber hier gibt es viel Arbeit!“ Nein, du sollst in deinem Herzen, in deinem Verstand, in deiner Seele, in deinem Willen und in deinem Körper vollkommen sein. Vollkommenheit für den Verstand und für das Herz. Die neue Erziehungsmethode unterscheidet sich von der heutigen. Jetzt wird die Arbeit unter uns so verteilt, dass eines Tages diese Welt erneuert und vollkommen sein wird. Frage: Wie sollen unsere Beziehungen sein, wenn wir jetzt das neue Leben begreifen: Müssen wir es in unseren Seelen wahrnehmen? Wie müssen wir praktisch handeln, damit wir die Arbeit nicht zerstören? Ich antworte euch. Es gibt eine okkulte Erzählung, die ich euch in zwei Formen darlege. Eine alte Großmutter wollte heiraten, aber sie war siebzig Jahre alt, mit Falten im Gesicht. Sie hat die Entscheidung getroffen und zu sich selbst gesagt: „Ich werde jetzt einen jungen dreißigjährigen Mann heiraten.“ Sie ging zu einem bekannten Okkultisten, damit er ihr Gesicht verschönert und ihre Falten glättet. Er machte aus ihr eine junge Frau, er reparierte ihr Gesicht, ihre Zähne, und auch das Gehör. Sie wurde schöner, und ein junger dreißigjähriger Mann verliebte sich in sie. Er verliebte sich in sie, und sie heirateten. Sie lud Gäste zum Hochzeitsschmaus ein. Sie war jetzt eine junge Frau, und die Gäste um sie herum waren alle alte Großmütter: „Das ist meine Verwandtschaft.“ Der junge Mann dachte, er habe eine junge Frau gefunden. Nachdem sie geheiratet haben, begann sie allmählich, sich der künstlichen Verbesserungen zu entledigen. Sie zog die Zähne heraus – er sah den leeren Mund und dass sie taub geworden ist; sie lüftete den Schleier – er sah ihre runzlige Haut und die Falten auf ihrem Gesicht. Allmählich sah er das Ungeheuer vor sich – die alte Großmutter! Die andere Erzählung ist umgekehrt. Eine junge schöne Frau wollte sich vor dem Heiraten retten. Sie erschien bei einem Okkultisten, der aus ihr eine alte Großmutter machte. Das neue Leben kommt wie eine alte Großmutter: Es ist fürchterlich; alle fürchten sich vor dieser alten Großmutter, aber das neue Leben ist von innen jung. Das alte Leben wird uns wie eine junge Frau dargestellt, aber es gibt dafür keine Basis mehr, es ist eine alte Großmutter. Das sind die innen verborgen liegenden Formen – wer über Intuition verfügt, versteht, wo die Wahrheit liegt. Dieses neue Leben offenbart sich uns, das heißt, dieses Leben existiert unter den fortgeschrittenen Menschen und unter den fortgeschrittenen Wesen. Es gibt eine Hierarchie in den Welten, wo die fortgeschrittenen Wesen leben: Unter ihnen existiert dieses neue Leben, und wir müssen euch zu ihnen schicken, damit ihr seht, wie sie leben. Ihr sagt: „Es gibt doch wahre Menschen!“ Antwort: Wie lässt sich diese Frage lösen? Mit Sehen oder mit Tasten? Die Frage lässt sich mit Sehen lösen. Ihr alle werdet sehen. Jeder Schüler, der in die Schule kommt, wird sehen. Ihr werdet sehen; ich gebe euch die folgende Regel: Wenn die Liebe in unser Herz kommt, und die Angst hinausgeht, und wenn das Licht in unseren Verstand kommt, und die Dunkelheit hinausgeht, dann werdet ihr alle ohne Ausnahme zu sehen beginnen. Nur dies sind die Bedingungen: Liebe im Herzen und Licht im Verstand. Ihr werdet diese Dinge sehen, und man wird sie euch erzählen. Die wichtigste Bedingung ist, dass ihr die Liebe wahrnehmt und Gott als Liebe erfahrt. Wenn jetzt zu euch ein evangelischer Pastor spräche, dann sagte er zu euch: Ihr seid Sünder und dies und jenes. Ich sage euch: Nehmt den Gott der Liebe an, und alles wird geschehen. Wie? – Öffnet eure Herzen. Ihr haltet inne und sagt: „Wird Er kommen? Ich bin ein großer Sünder.“ – Glaubt absolut! Wenn sich euer Herz öffnet, wird Er kommen. Ihr ruft Gott in seiner Sprache an, ihr sprecht nicht in eurer Sprache. Ihr sprecht in seiner Sprache! Jetzt muss in der Schule die Angst vollkommen verschwinden, weil diese Angst ein großes Hindernis für mich ist. Wenn ich zu euch in den Vorträgen spreche, dann stören mich eure Gedanken und eure Angst sehr. In den Vorträgen prinzipiell erzähle ich nur von den positiven Dingen, vor denen ihr euch absolut nicht fürchten dürft. Wenn ich spreche, fürchten sich manche und sagen: „Was ist, wenn ich dies und jenes nicht erfüllen kann? Was wird mit mir geschehen, wenn ich nicht auf den Mussala hinaufsteigen kann?“ Ein anderer sagt: „Ich bin alt und verheiratet, ich habe Frau und Kinder.“ All das wird sich sofort regeln. Du wirst auf den Mussala hinaufsteigen und jung werden. Dass du Frau und Kinder hast – das sind keine Hindernisse, es ist ein Privileg. Dass du verheiratet bist, dass du Mann oder Frau bist – das ist ein Privileg, der Herr hat dich zum Arbeiten erschaffen. Bis jetzt hast du dich nur mit dir selbst beschäftigt, aber dies ist eine Arbeit, dich mit anderen, mit deiner Frau und deinen Kindern zu beschäftigen. Zu zweit lässt es sich besser leben. Am schwierigsten ist es, wenn der Mensch alleine lebt. Und mit Kindern? – Mit Kindern ist es noch besser. Sind sie zu zweit, ist eine größere Langeweile, aber mit Kindern ist es eine ganze Musik. In Zukunft werdet ihr nicht mehr so heiraten, wie ihr bis jetzt geheiratet habt. Den Schülern aus der Okkulten Schule ist es nicht mehr erlaubt, auf diese Weise zu heiraten. Es ist Gesetzlosigkeit und Verbrechen, ohne Liebe zu heiraten! Wenn du heiratest, rufst du keinen Popen mehr, um dich zu verheiraten. Das ist ein Verbrechen! Es bedeutet, dass du nicht glaubst. Heiraten ist, wenn die Liebe kommt. Wenn die Liebe kommt, dann hat sie die ganze Arbeit verrichtet. Wenn Gott spricht, das ist Liebe. Jetzt ruft man Priester, Bischöfe, man legt Priesterstolen an, man räuchert mit Weihrauch – sie verderben alles. Als Gott die ersten Menschen erschuf und beide zusammenbrachte, vermählte er sie und sagte: „Keine Priester, keine Bischöfe und keine Taufpaten: Ich gebe euch diese Welt mit all ihren Gütern. Geht, arbeitet und macht Gebrauch von diesen Gütern.“ Gott hat Adam in diese Schule eingeführt und zu ihm gesagt: „Höre, das ist eine große Schule. Ihr werdet ernsthaft arbeiten. Ich habe euch alle Bedingungen gegeben, um zu arbeiten und um die Gesetze, die Luft, das Wasser, das Feuer und alle Wesen zu beherrschen. Über all dies werdet ihr herrschen.“ Wenn ihr jetzt in die Schule kommt, dann sagen wir: Das Erste ist, euren Verstand zu beherrschen; das Zweite ist, euer Herz zu beherrschen; das Dritte ist, euren Willen zu beherrschen; das Vierte ist, eure Kräfte zu beherrschen. Das ist das Erste in der Schule. Manch einer mag euch fragen: „Heiratet man unter euch, geht man unter euch die Ehe ein, darf man Kinder haben?“ Wunderlich und seltsam sind diese Fragen! Das Leben entwickelt sich so, wie Gott es geordnet hat. Wir möchten nämlich das Leben zu seiner ursprünglichen Reinheit zurückführen, die ideelle Ordnung der Dinge wiederherstellen, das heißt jenes Leben, wie es vom Himmel vorgesehen ist. Der Himmel hat seinen Plan, und wir möchten diesen Plan verwirklichen. Alle Dinge sind vorhergesehen. Denkt ihr, dass alles in diesem Plan nicht gut geordnet ist? Wenn wir ihn umsetzen, werden wir ein ideales Leben haben, wir werden Kinder, Väter und Mütter haben, aber die Kinder werden hundert Mal besser werden als die heutigen. Wenn es jetzt Zeit zum Heiraten ist, dann kommt ein junger Mann, ein zweiter und ein dritter, und die junge Frau weiß nicht, für wen sie sich entscheiden soll. Ist das jetzt Heiraten? Man beginnt zu fragen: „Ist er reich?“ – Nein, nein, das ist nicht die richtige Art. Das Heiraten in der Welt hat einen ganz anderen Sinn. Hier wird nur die physische Seite des Heiratens verstanden. Unter Heiraten versteht man, dass die Seele mit der physischen, mit der geistigen und mit der göttlichen Welt in Berührung gekommen ist. Du sollst wissen, wie du in diesen drei Welten arbeiten sollst, du sollst wissen, wie du die Energien von der einen in die andere Welt transformieren kannst. Und wir, wenn wir es so verstehen, dass das Heiraten nur ein Wachsen bedeutet – dann sollst du zu wachsen wissen und sonst nichts … Manch einer sagt: „Heiraten wir!“ – Du wirst heiraten und wachsen, das muss so sein. Das Wachsen allein löst jedoch die Frage nicht. Wenn du gewachsen bist, aber keine Frucht getragen hast, hast du nichts getan. Wir weichen von der Frage ab. Ihr als Verheiratete habt diese Frage gelöst; ein zweites Mal werdet ihr nicht heiraten. Ihr sagt: „Was sollen wir als junge Leute machen?“ – Warum weint ihr an einem fremden Grab? Mit dem alten Leben, sage ich, haben wir Schluss gemacht und wir bringen neue Formen. Diese Liebe, welche der Mensch zu jemandem hegt, soll heilig und göttlich sein! Auf dem Grund der Seele soll der Mensch wissen, dass er vor Gott und für Gott lebt, und dass es vor Ihm keinerlei Täuschungen und Lügen gibt. Ihr sollt tief in eurem Bewusstsein und in all euren Gedanken reinen Herzens sein und euch dessen bewusst sein, was richtig und was nicht richtig ist. Seid so tapfer, dass, wenn ihr eine Sünde begeht, sie sofort vor Gott, vor euch selbst und vor den Menschen beichtet. Bei der Liebe sollt ihr genauso tapfer sein. Ihr sollt sie bekennen. Wenn du deine Liebe versteckst, bist du ein Feigling; versteckst du sie nicht, bist du ein Held. Du sollst sie nicht verstecken. Wenn etwas schlecht ist, dann lass es sich so manifestieren, wie es ist. Eines Tages wird Gott zu dir kommen, und du lässt ihn sich manifestieren und sagst: „Herr, heute stehe ich zur Verfügung und lasse Dich so manifestieren, wie du es möchtest. Ich werde Deinen Willen erfüllen.“ Das sagen wir. Das verstehe ich unter einem Schüler. Wenn ich Schüler und Lehrer sage, dann verstehe ich darunter, dass, wenn der Herr kommt, wir ihn sagen lassen, was er sagen möchte, und alle unsere Kräfte darauf verwenden, es zu erfüllen. Wir scheuen keine Mühen und Kosten. – Wir erfüllen alles. Und wenn wir nach Hause kommen, sagen wir: „Herr, wir haben Deinen Willen so erfüllt, wie Du es uns aufgetragen hast.“ Du sollst nicht sagen, dass das Wetter so oder so war und dies und jenes. Nein, du tust es und nichts weiter. Diese Lehre ist richtig, nicht wahr? Ihr müsst tiefes Wissen haben. Ihr sagt: „Wer hilft uns?“ In dieser Schule gibt es Millionen von Arbeitern, die von überall herkommen werden. Sie werden kommen, um zu helfen. Aber zunächst ist es ausreichend, dass ihr beginnt. Wir alle werden so beginnen, daran glaube ich. Ich sage nicht, dass ich daran glaube, sondern ich weiß es – es wird so sein! Zuerst kommt ihr in die Schule als Hörer. Ihr kommt mit absoluter Demut. Ihr sollt nicht sehr demütig sein, sondern vollkommen demütig. In dieser Demut werdet ihr euch verjüngen. Ich wünsche, dass in euch ein Impuls zum Lernen entsteht, wenn ihr die Schule betretet, und dass in euch jenes heilige Feuer zum Wissen brennt, jenes heilige Feuer zur Weisheit, zur Wahrheit und zur Liebe. Dieses Feuer soll so brennen, dass es in ihm nichts anderes gibt, das es beeinträchtigen könnte, und in diesem Feuer soll alles brennen und lodern, was mit euch in Berührung kommt. Solch ein Feuer soll es sein! Wir möchten Schüler, die Menschen sind, die Kerzen zum Brennen bringen können, also Schüler mit brennenden Kerzen. Schüler, die nicht brennen können, möchten wir nicht. Wir möchten Schüler, die Kerzen zum Brennen bringen können: Sie sollen das Heu und die Häuser anzünden – alles soll brennen! Wer diesem Feuer standhalten kann, soll bleiben. Wer dem nicht standhalten kann, soll gehen. Diejenigen, die von den Kommunisten sagen, dass diese das Messer ziehen, haben Recht. Sie haben Recht: Beschneidung braucht es in der Welt. Aber was wird denn gesagt? Die Weinreben dürfen nur vom Weingärtner beschnitten werden. Der Gärtner muss sie schneiden, er muss die Bäume in seinem Garten selbst pflegen, und nur der Gärtner, der davon etwas versteht. Wer darf euer Herz berühren? Nur der Herr darf es berühren. Gebt ihr es jemand anderem, dass er es berührt? Gebt ihr es jemand anderem, dann ist es zu Ende. Niemand ist in der Lage, euer Herz zu berühren. Nur der erfahrene Gärtner darf es berühren, wenn er in euer Herz kommt. Und wenn er in euren Weingarten kommt, dann weiß er, wie er ihn durch Beschneiden pflegt. Deshalb stelle ich mich hin und sage: Ihr müsst notwendig die Liebe empfangen. Es gibt keinen anderen Weg. Alles andere wird sich regeln. Was für eine andere Philosophie? – Keine andere Philosophie, kein anderes Nachdenken. Ihr habt nachgedacht und nachgedacht. Wir wenden es in diesem Jahr an und sehen die Resultate. Kann Gott unsere Herzen in Ordnung bringen und unseren Weingarten beschneiden? – Er kann. Das hat es noch nie gegeben, dass der Herr nicht in der Lage gewesen wäre, unsere Herzen in Ordnung zu bringen, unseren Weingarten zu beschneiden, und das so schön! Nur er kann unsere Herzen in Ordnung bringen. Es gibt keinen zweiten in der Welt wie Er. Er ist der Eine! Ich möchte jetzt die Herzen und den Verstand derjenigen prüfen, die am fähigsten sind, diese Arbeit zu vollbringen. Wenn ihr den Herrn auf eine alte Weise ruft, wird er euch nie empfangen. Wisst ihr, was Elisa gemacht hat, als er den Mantel von Elias genommen hat? Welche Worte er gesprochen hat? Kann jemand diesen Vers zitieren? Er hat seinen Mantel genommen, sich darauf gesetzt und gesagt: „Im Namen des Gottes von Elias.“ Und ihr, wenn ich euch diesen Mantel gebe, wie sollt ihr diese Worte aussprechen? Was sagt ihr, wenn ihr an den Jordan kommt? Antwort: Im Namen des Gottes der Liebe. Jetzt geht es um die Frage nach der Schule. Die Welt, die wir die Schule Christi nennen, ist eine Schule, eine große Schule. Und ich möchte, dass in euch dieses Bewusstsein entsteht, dass ihr euch als Schüler dieser Schule bewusst seid. Dann können jene richtigen Beziehungen entstehen. Ihr werdet euch Sorgen machen: „Werden wir sehen können, ob unser Lehrer uns etwas offenbaren wird, und ob wir etwas erreichen können?“, usw. Das sind leere Fragen. Wenn ich euch in die Schule aufnehme, dann darf sich euer Bewusstsein nicht verlieren. Eines Abends werde ich euch mitnehmen, ihr werdet euer Bewusstsein für diese Welt verlieren, und ich werde euch in die astrale Welt bringen. Dort werdet ihr viele Dinge sehen. Von diesem Moment an werdet ihr gleichzeitig in beiden Welten leben. Ihr sagt: „Wir werden sterben.“ Nichts passiert; alles wird erhalten bleiben. Manchmal streiten sich Mann und Frau; hier können wir euch nicht versöhnen. Wir nehmen euch beide mit ins Jenseits, und wir unterhalten uns mit euch. Danach wird der Mann, nachdem er am Morgen aufgestanden ist, sagen: „Frau, ich habe so einen Traum gehabt, ich vergebe dir.“ Und die Frau sagt: „Ich habe gestern Nacht auch so einen Traum gehabt, und ich vergebe dir.“ Dann ist die Sache erledigt. Ein anderer Fall. Zwei Menschen: der eine hat Schulden und möchte nicht zahlen; er gesteht es nicht zu, doch der andere besteht auf seinem Recht. Sie streiten zehn Jahre lang vor Gericht. Wir nehmen sie ins Jenseits und erzählen ihnen vom Karmagesetz. Sie wachen auf und erzählen einander: „Ich habe geträumt, dass du der Schuldner und ich der Gläubiger bin.“ Der andere: „Ich war auch dabei. Höre, ich möchte nicht, dass du zahlst; ich lasse dir die Schulden nach. Wir wollen das Geld den Armen geben!“ Sie geben das Geld den Armen. Sie reichen sich die Hände, die Frage ist erledigt. Alles geschieht leicht und magisch. Nur dann, wenn die Liebe in euch kommt, wird es keine Mühen geben, welche nicht überwunden werden könnten. Wenn ihr alle das Gesetz anwendet, werdet ihr nach einem Jahr wie junge Stiere, wie die Stiere von Baschan (Psalm 22,13) springen. Jetzt sollt ihr euch, was die Schule angeht, nicht sehr beeilen, noch besonders langsam sein: Ihr sollt euch in die allgemeinen Klassen einschreiben, und das, was in seinen Kräften steht, soll er machen; es werden euch Aufgaben gestellt werden. Und wenn ihr sie nicht vollständig erledigen könnt, könnt ihr wenigstens zuhören, und ihr werdet davon profitieren. Das ist ein Privileg. Und die fortgeschrittenen Schüler, manche von euch sind fortgeschritten, werden wir nicht anhalten – sie werden vorwärts gehen und eine Vorhut bilden. Sie bilden die Vorhut, sie bringen den Weg in Ordnung und reinigen ihn – nach ihnen kommen die Hauptkräfte, dann die Nachhut. Dort, bei einer Quelle schlagen alle ihre Zelte auf – sie essen und treffen sich alle. Dann gehen sie wieder weiter. Beim Anhalten sind sie alle zusammen, beim Gehen gibt es Gruppen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Ja, das ist schön! Wie viele Menschen gibt es aus jeder Stadt? Jetzt gebe ich für die Freunde, die Schüler, weil sie Schüler auf der Schule sein werden, ein Essen. Es wird für die Schule ziemlich wenig sein. Ich habe zwei Flaschen mit ungefähr zehn Litern sechsjährigem Wein, der vom Musalla heruntergebracht wurde, von den Seen oben, vom schönsten Wein, den die Natur zubereitet hat. Ich weiß nicht, wie viel davon jedem zufallen wird. Und dann geben wir euch noch ein kleines Stück Brot als kleines Frühstück, weil ihr Hörer in der Schule seid. Dann geben die anderen Brüder für euch ein kleines Essen, ein bisschen gekocht und warm. Man erzählt von anderen Fragen und Auseinandersetzungen; dankt dafür, dass es zwischen euch Auseinandersetzungen gibt. Ich freue mich. Es gibt keine Kraft wie die göttliche Kraft. Nur die göttliche Kraft ist Kraft. Hoch preise meine Seele den Herrn. Jetzt gehen wir hinunter und bereiten diesen Empfang vor. Wie gehen hinunter in den Speisesaal. Alle ordnen sich. Und jeder soll seine Schale mitbringen! Frage: Wie sollen wir die kleinen Kinder ansprechen, und wie sollen sie sich an uns wenden? Zu ihnen sagt ihr: „Brüderchen, Schwesterchen.“ Und die Kinder sagen zu den Erwachsenen: lieber großer Bruder (бате) und liebe große Schwester (кака).“ 21. August 1922, Montag 9 Uhr, Weliko Tarnowo (Bulgarien) * Höchster Berg des Rilagebirges
  4. Danov Übersetzungen Liste.xlsx
  5. Ostergeschenk – Hygieneregel Was ist die beste Weise, Ostern zu feiern? Alles, was der Mensch hat, soll er in Bewegung setzen. Jetzt können die jungen Leute große Umgestaltungen bei sich durchführen. Wenn ihr euch nicht mit den Gesetzen der Natur verbindet, werdet ihr dieselben Ergebnisse haben wie die Erwachsenen. Ihr sollt mit eurem Körper beginnen. Wisst ihr zum Beispiel, was die Ansammlung von Harnsäure im menschlichen Organismus oder was die schwache Atmung bedeuten? Wisst ihr denn, was die Ursache für die innere Trägheit und Faulheit im Menschen ist? Es gibt eine „heilige“ Faulheit beim Menschen. Die Menschen nennen es heilige Erholung oder heilige Ruhe, wenn sich der Mensch in einem Zustand der Untätigkeit befindet. Zu euch jungen Leuten sage ich: Damit ihr stark und gesund seid, sollt ihr Gebrauch von der Morgenluft und den Sonnenstrahlen machen. Denn wenn der Mensch morgen krank wird, dann kann er 10, 20 Ärzte konsultieren, aber sein Zustand wird sich nicht bessern. Es vergehen ein, zwei, drei Jahre und er wird seine Lernfähigkeit und die Fähigkeit, herzlich zu sein, verlieren. Die Krankheiten zerstören den Organismus. Alle Ärzte haben die Aufgabe, den Menschen vor Krankheiten zu schützen, aber bis jetzt haben sie es nicht geschafft. Das Leben des Menschen muss sich grundlegend ändern. Ich bemerke auf euren Gesichtern und im Aufbau eurer Blutgefäße Hinweise auf eine Störung. Ihr seid junge Menschen, 22 Jahre alt, aber ihr seid vorzeitig gealtert, und dieses vorzeitige Altern wird durch eine gewisse Menge an Harnsäure und Gift im Organismus des Menschen bewirkt. Dazu kommt die Einlagerung von Kalk. Dieser Kalk verhärtet im Organismus, und so entstehen Verkalkungen. Die Arterien und die Venen verhärten, und das Gehirn kann nicht mehr richtig denken. Die Lungen verhärten; schließlich verhärtet der ganze Organismus und der Mensch geht ins Jenseits. Die alten Menschen sagen, der Mensch solle nicht so viel denken. Wenn so ein alter Mensch spricht, gibt es im Ton seiner Stimme bereits Sklerose. Und wir sollen alles, was wir finden, essen, sagen sie. In diesem Fall ist die Nahrung nur ein Beitrag zur Beschleunigung dieser Krankheitszustände. Damit der Mensch richtig isst, soll beim Essen der gesamte Organismus – der Verstand, das Herz, der Wille und jede Zelle – beteiligt sein. Die lebendige Natur hat für den Menschen ein Haus mit vielen Fenstern gemacht. Sie hat Milliarden von Fenstern gesetzt, durch die Prana und lebendige Energie hindurchdringen können, damit der Organismus des Menschen sich ständig erneuern kann. Diese Fenster müssen rein und offen und dürfen nicht verstopft sein. Die Anhäufung von Staub geschieht nicht nur auf der Haut, sondern auch in den inneren Organen durch die die Ansammlung von Säuren und Giften. Wenn ihr nicht mehr nüchtern denken könnt, dann geht eine Verstopfung der Zellen und der Poren vor sich, das sage ich euch. So, als erstes müssen wir die Poren unseres Körpers öffnen; sie lassen sich durch Wasser öffnen. Zuerst müsst ihr die magnetische Eigenschaft des Wassers kennenlernen. Ohne Wasser kann es keine Kultur geben. Junge Leute, wisst ihr, wie viel Wasser ihr erwenden dürft? Das Wasser leitet den Magnetismus durch. Wenn ihr die Temperamente studiert, stellt ihr fest, dass die Haut bei den nervösen Menschen trocken ist. Bei den trockenen Menschen geschieht ein schnelles Verdunsten, so dass die Feuchtigkeit im Organismus verschwindet. Durch das starke Verdunsten entsteht das trockene Temperament. Der Mensch wird nervös, unruhig, er kann nichtruhig schlafen und ruhig denken. Deshalb soll er Gebrauch vom Wasser machen. Zudem muss das Wasser, das in eurem Organismus bleibt, das allerreinste sein. Es gibt gewisse Muskeln, gewisse Teile des Körpers, die absolut rein sein sollen. Der Mensch soll absolut rein sein, damit er dieses Wasser filtern kann. Wenn dieses Filtern nicht richtig verläuft, dann dringen alle Unreinheiten aus der Nahrung in die Blutzellen entweder in einem wasser- oder in einem gasförmigen Zustand ein. Diese Gase durchdringen die Poren des Gewebes und verteilen sich im ganzen Organismus. Dann werden sie dichter und bilden spürbare Verhärtungen. Deshalb ist das Wasser notwendig, damit diese Unreinheiten ausgeschieden werden können. Damit ihr euch von diesen Gedanken, von den Symptomen der Krankheiten befreien könnt, denkt ihr jetzt an die wohltuende Wirkung des Wassers. Ich möchte nämlich nicht ständig von schlechten Einflüssen [auf eure Gesundheit] sprechen, damit sie sich nicht in euer Bewusstsein einprägen und ihr ständig an Krankheiten denkt. Ich sage euch jetzt, dass ihr in dieser Jahreszeit, ab Ostern, jeden Morgen in die Natur gehen und euch mindestens ein zwei Stunden dem tiefen Atmen, dem Wassertrinken und dem Empfangen der allerbesten Gedanken widmen sollt. Wenn ihr gesund und stark sein möchtet, sollt ihr es täglich tun. Wenn ihr nach Hause geht, beginnt mit der ernsten Arbeit und lernt. Ihr sollt es unbedingt so machen. Lernt, richtig zu atmen - breit und tief! Wenn ich euch manchmal betrachte, denke ich, dass ihr an einer Blume riecht, aber tatsächlich atmet ihr. Nicht jeder von euch ist in der Lage, tief zu atmen. Lernt Herr über euch zu sein und beherrscht eure Atmung. Manchmal fühlt es sich für euch so an, als ob sich euch jemand widersetzte. Damit eure Atmung vollkommen ist, müsst ihr alle eure Poren öffnen. Und dies geschieht durch Wasser. Die Atmung darf nicht nur durch die Lunge, sondern auch durch die Haut und durch jede Zelle erfolgen – das ist ein gesunder Mensch. Nach der Irisdiagnostik beginnen alle Krankheiten damit, dass die Poren im Menschen verstopft sind. Gewisse Organe erkranken. Mit diesen Unreinheiten werden alle Kanäle der Wirbelsäule verstopft. Verstopfen diese Kanäle, verliert der Mensch seine Vitalität. Die lebendige Energie, welche den Organismus erfrischen soll, kommt von der Wirbelsäule. Das Rückenmark hat die Eigenschaft, das Prana oder die vitale Energie aus der Luft aufrechtzuerhalten und sie im ganzen Organismus zu verteilen. Ihr wisst, wie das bei den Pflanzen geschieht – durch Osmose und Ansaugen. In der Natur gibt es einen Prozess, einer gibt, ein anderer empfängt. Es gibt gewisse Energien, die zum Zentrum hin streben und andere, die aus dem Zentrum heraus streben. Dort, wo sich diese Energien treffen, entsteht diese Tätigkeit des Lebens. Wenn dieser innere Fluss verstopft ist, entstehen diese krankhaften Zustände – Nervosität, Zweifel, Argwohn. Dann geschieht eine Verstopfung des Blutkreislaufes entweder im Arterien- oder im Venensystem. In den Arterien gibt es nicht genug reines Blut als Nahrung, und die Venen sind ganz verstopft. Die Unreinheiten bleiben im Blut, anstatt dass sie ausgeschieden werden und die jungen Menschen, die 25 Jahre alt sind, haben eine Ansammlung von Unreinheiten in sich. Diese Ansammlung besteht nicht aus organischer Materie, sondern es handelt sich um Fettschichten, unnötige halborganische Stoffe, die unter den geringsten Voraussetzungen unterschiedlichen Mikroben die Möglichkeit geben, ins Blut einzudringen, so dass Krankheiten entstehen können. Fasst euch deshalb an den Ohren. Diese Fettschichten müssen verschwinden. Niemand von euch darf ein Doppelkinn haben. Dieser Knochen hinter den Ohren soll sichtbar sein und sich nicht mit Fett füllen. Ihr alle müsst euch einem spartanischen Regime unterziehen. Ihr sollt an eurem Körper arbeiten, damit ihr gesund und stark werdet. Wenn ihr als okkulte Schüler der Welt nicht als Vorbild dienen könnt, was ist dann die okkulte Wissenschaft wert. Jetzt ist die günstigste Zeit, nicht zu einer anderen Zeit. Jeder Apriltag ist für euch zehn goldene Lewa wert. Was ihr im April nehmen könnt, könnt ihr nirgendwo nehmen und es in keiner Apotheke finden. Ihr lauft im Wasser und seid durstig. Jetzt könnt ihr innerhalb eines Monats soviel Energie von oben sammeln und so frisch, so vital, so fröhlich und so voller Ideen werden, dass ihr, unabhängig davon, wohin ihr geht, etwas Frisches in euch tragt. Und diese magnetische Energie steckt die Menschen an. Ihr alle möchtet frisch, munter und gesund sein. Wenn euch jemand sitzen sieht, könnte er denken, dass ihr Philosophen seid. Was für Philosophen denn? Ihr müsst gesunde Menschen sein! Im Menschen soll der Wunsch entstehen, sich anzustrengen und diese Methoden anzuwenden. Wenn ihr jetzt Ausflüge in der Natur macht, seid ihr schlapp und in einem Zustand der Passivität; und wenn ihr geht, geht ihr schlapp. Das darf nicht sein; ihr müsst lernen, mit wachem Bewusstsein zu laufen. Ihr sollt bewusst an allem beteiligt sein. Jetzt wisst ihr, dass die Natur die schwachen Menschen nicht liebt, denn sie hat eine reiche Tafel vorbereitet, und wenn ein Kind von ihrer Nahrung nicht Gebrauch machen will, so kommt sie zur Meinung, es gehöre nicht zu den sehr klugen Kindern. Wenn ihr euch jetzt versammelt, entsteht ein angespannter Zustand. Der Zustand soll aber ein Zustand der Vitalität, der Gesundheit und der guten Laune sein. Es soll eine Strömung entstehen, ein allgemeiner Impuls unter allen. Und wenn jetzt bei jemandem krankhafte Zustände in Erscheinung treten, dann bekommt er Angst. Aber wir beginnen mit der gesunden Seite. Herzrasen oder Herzflimmern ist ein Indikator für die Ansammlung von Giftgasen, Harnsäure und Milchsäure. Dann sagt die innere Natur des Menschen: „Hör‘ mal, du brauchst Wasser. Du musst diese Gifte, Säuren und Gase herausfiltern.“ Und die Menschen sagen: „Ich habe Herzrasen.“ Ihr seid unruhig und könnt nicht einschlafen. [Falls dieser Fall eintritt,] dann steht auf, macht etwas heißes Wasser und trinkt ein, zwei, drei, vier, fünf Gläser heißes Wasser; wenn ihr zu schwitzen beginnt, nehmt ihr ein trockenes Tuch und reibt mit dem Tuch den ganzen Körper ab: an den Armen nach oben, am Körper nach unten; massiert euch gut. Zieht euch dann an und trinkt noch ein Glas heißes Wasser. Ihr könnt zehn Tropfen Zitrone ins Wasser geben, damit sich die Wärme wiederherstellen kann. Macht diesen Versuch und schaut, wie euer Zustand ist. Ihr sollt es nicht nur ein oder zwei Mal, sondern täglich, mindestens aber zwei Mal in der Woche machen. In dieser Jahreszeit müsst ihr diesen Versuch machen. Ihr möchtet euch reinigen, nicht wahr? So werden sich alle Poren eures Körpers öffnen, euer Kreislauf wird sich verbessern, das Prana kommt zu euch. Setzt euch danach still und ruhig hin und beginnt zu atmen. Konzentriert euer Denken nach oben und beginnt, diese magnetischen Strömungen aus dem Raum zu empfangen. Es kann sein, dass ihr nicht sofort Erfolg habt, aber wenn ihr einen, zwei, drei Monate dabei bleibt, atmet und heißes Wasser trinkt, werdet ihr euch frisch fühlen. Der Mensch muss an die frische Luft; er muss atmen. Und immer, wenn ihr Freizeit habt, und wenn es nur eine halbe Stunde ist, nutzt sie zum Atmen. Ihr könnt von irgendwo das beste Wasser holen – ihr dürft nicht faul sein. Ihr könnt zehn Kilometer weit laufen, aber geht und holt einen Liter des besten Wassers. Ihr geht jetzt auf den Witoscha (ein Berg bei Sofia); warum nimmt nicht jeder von euch eine Wasserflasche mit? In der Welt existieren keine Krankheiten, es gibt lediglich krankhafte Zustände. Die Aufgabe der zeitgenössischen Menschen und der ganzen Menschheit besteht darin, sich von ihren Ansammlungen und Unreinheiten zu befreien. Deshalb haben die Alten Waschen und Reinigen empfohlen. Ihr sollt 4-5 Gläser heißes Wasser trinken, bis ihr schön schwitzt. Dann müsst ihr einen Schwamm und ein Tuch haben, um den Schweiß abwaschen zu können. Jeder kann in seinem Zimmer sich mindestens zwei drei Mal in der Woche mit einem Tuch abreiben, und ihr werdet eine angenehme Frische erlangen. Ihr macht es als eine Art Wache. Danach trocknet ihr die Feuchtigkeit mit einem Tuch gut ab. Das macht ihr zehn Wochen lang, vom 25. April bis zum 4. Juli. Nach zehn Wochen werdet ihr das Ergebnis sehen. Das macht ihr entweder morgens oder abends. Das Schöne mit dem heißen Wasser ist, dass keine Erkältungsgefahr besteht. Die Friktionen macht ihr, wenn ihr Zeit habt. Die Atemübungen macht ihr mindestens anderthalb Stunden lang, damit ihr Energie für den Winter sammeln könnt. Prägt euch folgendes ein: Keine Faulheit. Wenn ihr morgens aufsteht, dürft ihr nicht sagen: „Ich möchte schlafen.“ Das ist Faulheit. Wenn ihr diese Wache macht, wird ein Abnehmen stattfinden. Das ist nämlich das Schöne. Ich möchte, dass ihr schlank werdet. Das soll euch nicht ängstigen. Das ist ein Formen des Körpers. Die geistige Seite der Übung: Während dieser zweieinhalb Monate sollt ihr an keine Krankheiten denken. Ihr sollt an eine Welt denken, in der es keine Krankheiten gibt. Diese Übungen sollen euch zur Gewohnheit werden. Woran erkennt man die Gesundheit? Wenn sich zwei gesunde Menschen treffen, dann freunden sie sich miteinander an. Der Mensch, der liebt, ist gesund. Wenn er in einen Zustand kommt, dass er nicht lieben kann, dann wisst, dass es ein krankhafter Zustand ist, obwohl er organisch noch nicht krank ist. Es muss eine Erweiterung stattfinden; du sollst alles Lebendige lieben, es soll ein Austausch von Liebe gebildet werden. Das ist eine heilige Regel: Niemand darf danach trachten, geliebt zu werden, sondern jeder soll danach trachten zu lieben. Alle Menschen, die du liebst, sind in aufsteigender Lage positiv. Zu lieben, das bedeutet, wie Gott zu sein. Das Gesetz der Liebe ist: Sei wie Gott. Gott ergreift in allem die Initiative. In der Welt werden wir Gott in uns zu Fleisch und Blut werden lassen. Die Dinge werden gut laufen. Dann wendest du dieselben Eigenschaften Gottes an. Ihr sollt danach streben zu lieben und ihr werdet zufrieden sein, dass ihr nach dieser heiligen Regel handelt. Macht jetzt für diesen Vortrag ein Horoskop – 24.04.1927, Sonntag, am Abend. Ihr habt uns ein schönes Geschenk gegeben. Wir danken euch dafür! Ihr sollt es anwenden. Ihr sollt euch, wenn ihr in die Welt geht, [von den anderen] unterscheiden. Ihr sollt jedem helfen. Das wird eine [gute] Erfahrung für euch sein. Ein Vortrag, gehalten vor einer Gruppe von jungen Freunden in Weliko Tarnowo, 24.4.1927.
  6. Ordnung für die Schüler der ersten Okkultklasse der Weißen Bruderschaft Es wird das Lied „Fir für fen“ gesungen. Die Zuhörer müssen an der Schwelle der okkulten Klasse Folgendes wissen: Wer ein Mal versucht, das Absolute, das Große, das Göttliche zu verbessern, wird der Klasse verwiesen. Wer ein Mal seinen Unterricht nicht vorbereitet, wird der Klasse verwiesen. Wer zwei Mal (ohne einen wichtigen, unaufschiebbaren Grund) nicht zum Unterricht kommt, wird der Klasse verwiesen. Wenn sich Schüler gegenseitig drei Mal beleidigen, werden beide Seiten von der Schule verwiesen. Unter den Schülern sind Beleidigungen absolut nicht zulässig. Anmerkung: Tief in seiner Seele, vor seinem Gewissen kennt der Schüler die Gründe, die ihn daran gehindert haben, die Klasse zu besuchen. Die Wichtigkeit der Gründe bleibt absolut dem Gewissen des Schülers überlassen. Ein Schüler darf sich selbst nie belügen. Wenn er sich selbst belügt, dann ist er außerhalb der Klasse. Wer hierher kommt, kommt aus Liebe und ohne Zwang hierher. Der Schüler muss sich selbst treu sein. Er muss ein strenger Richter seiner Taten sein. Die Charaktergröße des Schülers liegt darin, dass er das Versprechen, das er sich selbst gegenüber gegeben hat, immer erfüllt. Der Schüler betritt die Klasse in vollem Glauben, ohne Angst und Zweifel gegenüber den Worten des Lehrers – Zweifel oder Argwohn sind nicht zulässig. Schüler ist nur derjenige, der im Unterricht ordentlich und immer anwesend ist. Er ist absolut pünktlich und verspätet sich nie. Schüler ist nur derjenige, der in Harmonie mit dem Absoluten ist. Die Schüler müssen eines wissen – das Göttliche wird nie korrigiert. Schüler ist nur derjenige, der niemals einen anderen, weder in der Klasse noch außerhalb der Klasse, beleidigt. Der Schüler lässt sich nicht beleidigen, er sucht immer das Gute in den Worten, die zu ihm gesagt werden. Er sucht in allem die Liebe. Der Schüler trägt nichts von dem, was in der Schule gesprochen wurde, nach außen, solange er es nicht verarbeitet hat, und dieses Wissen nicht zu seinem Wissen geworden ist. Der Schüler zeigt keine Neugierde. Er fragt nicht, noch lässt er sich viel von den anderen fragen. Er ist frei zu schweigen. Er gibt sich mit dem zufrieden, was ihm gesagt wird. Die Aufgaben, die dem Schüler gegeben werden, müssen ohne Zweifel und Schwanken erledigt werden. Der geringste Zweifel ist ein Hindernis. Der beste Weg des Schülers ist derjenige, auf dem seine Seele sich von denjenigen Banden befreit, die ihn in der Vergangenheit behindert haben und ihn noch heute behindern. Der Schüler muss absoluten Gehorsam und Respekt gegenüber seinem Lehrer haben. Der Gehorsam muss aus dem Bewusstsein kommen. Der Schüler muss hören und erfüllen. Er muss solche Gefühle und Fähigkeiten besitzen, mit denen er seinen Lehrer erkennen kann. Wer an seinem Lehrer zweifelt, ist kein Schüler. Zweifelt der Schüler an seinem Lehrer, ist mit ihm alles zu Ende. Übertritt der Lehrer auch das kleinste göttliche Gesetz, dann ist mit ihm [ebenfalls] alles zu Ende. Wenn der Schüler nicht mit dem Gesetz der Liebe arbeitet, dann kann er nichts erreichen. Die Hauptaufgabe des Schülers besteht darin, die Liebe zu Gott, das heißt die Liebe zu allen, zu realisieren. Vom Schüler ist ständig ein waches Bewusstsein und Pünktlichkeit erforderlich. Mit diesen beiden Eigenschaften kann er seine Fehler berichtigen. „Steh auf, mach dich auf, tue es zum richtigen Zeitpunkt!“ - das ist das Gesetz der Natur. Dem Schüler ist es nicht erlaubt, leere Worte zu sprechen. Der Schüler heiratet nicht, noch wird er Sklave. Er ist frei. Wer nicht lernen und Gott dienen möchte, soll heiraten, sooft er es will. Wer flirten möchte – raus aus der Klasse! Der Schüler ist rein, ehrlich und aufrichtig. Die Schüler helfen sich gegenseitig; sie dürfen sich gegenseitig nicht ausnutzen. Der Schüler arbeitet bewusst daran, Vollkommenheit zu erlangen; er strebt sie ständig an.
  7. http://petardanov.info/DE/DIE_ZWEI_HALBKUGELN.pdf
  8. Vor der neuen Epoche Stilles Gebet Der Weg des Lebens ist schwer. Auf diesem Weg manifestieren sich die göttliche Liebe, die göttliche Weisheit und die göttliche Wahrheit – durch sie erfüllt das Leben seine Bestimmung. Viele streben das persönliche Glück an. Das persönliche Element im Menschen führt nicht zum wahren Glück. In der Liebe liegt das Element dieses Glückes verborgen – sie ist der Stein, aus dem das Leben hervorsprießt. Besucht die Liebe den Menschen, erweitert er sich. Wenn ihr seinen Nacken und Arme ausmesst, werdet ihr eine mikroskopische Erweiterung feststellen. Es wurde gesagt, die Liebe besiege das Böse. Aus diesem Grund kann nur derjenige, der die Waffe der Liebe in sich trägt, mit dem Bösen kämpfen. Kämpfe mit dem Bösen nicht, wenn du keine Liebe hast, das Böse wird siegen. Der Liebende, das heißt der Mensch der Liebe, hat sein Herz für alle geöffnet. Wenn du einem Menschen begegnest, der sein Herz nur für einen geöffnet hat, wisse, dass er dich nicht lieben kann – wenn er dich auch liebt, wird er sich bald ändern. Nur derjenige kann dich lieben, der alle liebt. Wenn dich ein Menschen liebt, durch den sich die göttliche Liebe manifestiert, er wird dich immer lieben, diese Liebe ist unaufhörlich und ewig. Musst du diesen Menschen ständig fragen, ob er dich liebe? Die Liebe, die unterbrochen wird, die entsteht und vergeht, ist keine wahre Liebe. Was lieben wir im Menschen -- den erhabenen, göttlichen Ursprung. Er ist der ewige und unveränderliche Ursprung im Menschen. Der Mensch durchläuft drei Phasen: Kindheit, Erwachsensein und Alter. Wenn ihr den Menschen während der drei Phasen fotografiert, werdet ihr drei unterschiedliche Bilder sehen. Sosehr sie sich voneinander unterscheiden mögen, haben sie ein Wesen: den einen und unveränderlichen Ursprung -- das Göttliche. Das Übrige sind nur Schatten des menschlichen Lebens. Wir befinden uns noch im Schatten des Lebens. Der Mensch soll danach streben, seine Seele zu finden. Wenn er seine Seele findet, wird er die Seele seines Nächsten sehen. Du kannst den Menschen nicht erkennen, solange du nur sein Äußeres siehst. Damit lässt sich erklären, warum du jemanden nicht liebst, und ein anderer ihn liebt -- du siehst nur sein Äußeres und der andre erkennt ihn von innen, er erkennt seine Seele. Du sagst: Ich finde nichts Besonderes an diesem Menschen."' Warum siehst du nichts Besonderes in ihm? Weil du ihn nicht liebst. Frag denjenigen, der ihn liebt, was er in ihm sieht. Er sagt: "`Er ist ein interessanter Mensch."' Du blätterst in einem alten Buch und sagst, es sei interessant. Ein anderer sagt, es sei sehr interessant -- woher weiß er das? Der Mensch hat es gelesen. Wenn ihr die Manifestationen des Menschen in der Liebe studiert, dann seht ihr, dass sie allmählich nachlässt. Das kann augenscheinlich sein, es bezieht sich auf das äußere Bewusstsein des Menschen und nicht auf sein Wesen. Es gibt äußere Hindernisse, Wolken im Bewusstsein, die die Liebe scheinbar unterbrechen. Solange sich die Erde um ihre Achse dreht, wird es immer Tag und Nacht, Gutes und Böses, Fallen und Sich-Aufrichten geben. Wenn du eine bestimmte Höhe über die Erde hinaus erreichst, wird es keinen Tag und keine Nacht mehr geben. In je höhere Bereiche des Bewusstseins du aufsteigst, desto ununterbrochener wird deine Liebe sein. Du sitzt in deinem Zimmer, schaust durch das Fester und in diesem Moment geht dein Nachbar vorbei. Du verfolgst seine Bewegungen und siehst ihn an einem bestimmten Ort und in Kürze ist er aus der Reichweite deines Blickes verschwunden. Das geschieht, weil ihr euch auf derselben Höhe befindet. Wenn du auf eine höhere Stufe aufsteigst, wirst du ihn ständig sehen. Je höher die Stufe ist, auf der du stehst, desto ununterbrochener ist deine Liebe. Eine der Regel der Liebe lautet: "`Bewahre die Freiheit der anderen, wie du deine eigene bewahrst."' Jemand stört die Freiheit der anderen und begrenzt sie -- warum? Er befindet sich außerhalb der Liebe. Du sagst jemandem: "`Er liebt mich nicht."' Lass den Menschen frei, misch dich nicht in seine Liebe ein -- er ist frei, dich zu lieben und dich nicht zu lieben. Wenn dich alle zurückweisen, und auf dich wie auf einen Auswurf herabschauen, dann wisse, dass es den Einen gibt, der dich liebt. Neben dir geht ein Engel und sagt zu dir: "`Fürchte dich nicht, Gott liebt dich! Deine Angelegenheiten werden in Ordnung gehen. Sei nicht wie ein Kind! Ein zehnfacher Vater kaufte all seinen Kindern eine Puppe, lediglich für das letzte konnte er keine kaufen. Es begann zu weinen, weil die anderen Kinder ihm sagten, wie schlecht es sei und, dass der Vater es nicht liebe. Als der Vater es weinen sah, beruhigte er das Kind: "`Weine nicht, morgen werde ich dir auch eine Puppe kaufen."' Ich sage: Alle Menschen weinen ständig um solcher Puppen willen. Neben den physischen gibt es auch geistige Puppen, um derentwillen die Menschen weinen. Wenn sie auf diese Weise leben, werden die Menschen allmählich alt. Das Altwerden ist ein Gesetz der Entfernung. Wenn sich die Menschen voneinander entfernen, werden sie unsichtbar. Die alten Anschauungen lassen den Menschen alt werden; um sich zu verjüngen, soll sich der Mensch von ihnen lossagen. Alle sprechen über die Liebe, ohne sie zu kennen -- warum? Weil sie erstens sich selbst nicht kennen. Du sagst, du liebst jemanden und es ist dir angenehm zumute. Hörst du jedoch, dass er einen anderen liebt, wird es dir unangenehm zumute. Was sind die Merkmale der Liebe, der Weisheit und der Wahrheit? In der Heiligen Schrift wurde gesagt: "`Du liebst die Wahrheit im Menschen."' Also, das, was du im Menschen liebst, ist die Wahrheit. Der Mensch, der Glauben hat, kann Geheimnisse bewahren; welches Geheimnis auch immer du ihm anvertraust, wird er es bewahren. Wenn du demjenigen, der die Wahrheit in sich trägt, eine Arbeit aufträgst, wird er sie erledigen. Die Liebe ist die Mutter, die Weisheit ist der Vater und die Wahrheit ist der Sohn. Ein anderer Vergleich: Die Liebe ist die Base, die Weisheit ist die Säure und die Wahrheit ist das Salz. Der Mensch der Liebe ist eine Feuerstelle, die alle erwärmt, der Mensch der Liebe ist ein Leuchtturm, der alles erleuchtet und Licht verbreitet und der Mensch der Wahrheit ist der Brotbäcker, der Brot gibt. Die Liebe gibt, die Weisheit stattet die Dinge aus, und die Wahrheit platziert sie. Die Gesetze sind ein Resultat der Wahrheit. Die Wahrheit bringt Freiheit und gibt dem Menschen die Möglichkeit, sich zu manifestieren. Man sagt, die Wahrheit sei bitter, aber das ist ein Nichtverstehen der Dinge. Wann fühlt der Mensch Bitterkeit -- wenn er krank ist, oder, wenn er Fehler macht. Also ist die Bitterkeit etwas Unnatürliches für den Menschen. Es ist nicht möglich, Fehler zu machen und die Wahrheit in sich zu tragen. Dem Menschen fühlt Bitterkeit, wenn er lügt -- dann verliert er seine Freiheit. Die Freiheit ist ein Transformator. Sie gibt die Richtung vor und befreit den Menschen von seinen Schwierigkeiten. Die Wahrheit söhnt die Menschen mit ihren Widersprüchen aus und sie tragen freiwillig ihre Bürde. Die Wahrheit verleiht den Dingen ihren Wert, sie möchte ihr Wesen erkennen und die Weisheit dringt tief in sie ein und erleuchtet sie. Die Liebe bringt Wärme und schmilzt alles. Nun, die Liebe setzt das Leben fort, die Weisheit umzäunt das Leben. Der Mensch der Liebe ist gleichzeitig klug, also ist er gleichzeitig weise und wahrheitsliebend. Die Liebe, die Weisheit und die Wahrheit sind unzertrennlich. Die Liebe gibt den Stoff, die Weisheit ordnet ihn und die Wahrheit arbeitet mit ihm. So wie Salomon viele Frauen hatte, so hat der Mensch viele Wünsche. Einen Hauptwunsch benötigt der Mensch: Die Liebe zu erlangen. Er darf nur einen einzigen Hauptgedanken haben: die Weisheit. Wenn er den hat, werden die andere Dinge von allein kommen. Haltet euch an die folgenden drei Regeln in eurem Leben: der Name Gottes soll in uns geheiligt werden, wir sollen nach dem Reich Gottes trachten und für sein Kommen auf Erden arbeiten; wir sollen den Willen Gottes erfüllen. Der Mensch kommt auf die Erde, um erstens seine Fehler zu berichtigen, dann um reich an Tugenden zu werden und schließlich um die Fehler der anderen zu berichtigen und für sie zu bezahlen, wie Christus es tat. So wird Christus das Leben der Menschen in Ordnung bringen und das Reich Gottes auf Erden kommen lassen. Bevor du zu den Menschen gehst, wirst du zu Gott gehen, nur so wirst du reich werden und es wird etwas geben, was du den Menschen geben kannst. Möchtest du dich vom Einfluss Gottes befreien, dann wirst du eine Sünde begehen -- darin liegt der Sündenfall, infolgedessen entstand die schwarze Rasse. Du bist aus Gott hervorgegangen und willst dich von Ihm befreien. Das ist unmöglich! Wie kann sich das Teil vom Ganzen trennen? Danach entstand die rote Rasse, in der das Selbstbewusstsein wirkt, also der Gedanke, dass es ohne Gott kein Leben gibt. Die sechste Rasse, die leuchtende Rasse kommt jetzt. Sie bringt Licht, sie bringt den absoluten Glauben. Ein Volk, das den Glauben an Gott hat, kann nicht vergehen. Der Prophet John verbrachte im Bauch des Wals drei Tage und am dritten Tag spuckte ihn der Wal aus, weil er im ständigen Gebet war. Als er sich entschied, Gott zu dienen, spuckte ihn der Wal am Ufer aus. Folglich soll der Kranke Gott dienen, um gesund zu werden. Einmal kam ein reicher Mensch zu mir, der wollte, dass ich ihn heile. Ich sagte ihm: "`Ich nehme viel für das Heilen. Ich werde dich nur dann heilen, wenn du dein ganzes Vermögen unter den Armen verteilst."' -- Ist nicht die Hälfte möglich? "`Nein, das ist nicht möglich. Du wirst alles verteilen"' Nicht nur das, sondern wenn du dein Vermögen verteilst, wirst du versprechen, Gott zu dienen. Dann werde ich nur ein Wort aussprechen und dich heilen. Durch die Krankheit bezahlst du für die Pflicht, die du jemandem gegenüber hast. Wendest du dich jedoch an Gott mit dem Wunsch, Ihm zu dienen, zahlt Gott um deinetwillen. Nur so kann der Mensch frei und gesund sein."' Wie äußert sich das Dienen? Was auch immer du tust, tue es um Gottes willen. Wer Gott dient, wer sich opfert, der hat als erster einen Nutzen. Zwei Reisende durchquerten einen Wald im Winter auf Pferden. Beide waren religiös. Auf dem Weg sahen sie einen frierenden , halbtoten Menschen. Der erste Reisende sagte sich: "`Wer wird absteigen, um sich mit ihm zu beschäftigen?"' Der andere stieg sofort vom Pferd ab und begann den Frierenden mit Schnee zu reiben. Der Mensch begann allmählich, zu sich zu kommen und der Reisende erwärmte sich durch das Reiben. Der erste, der seinen Weg fortsetzte, begann vor Kälte zu erstarren. Ich ziehe die folgende Schlussfolgerung: Das wahre Gute ist dasjenige, das die ganze Menschheit betrifft; ein Gedanke ist gerade, wenn er die ganze Menschheit betrifft. Wenn du so denkst, fühlst und handelst, segnet dich Gott. Ihr werdet sagen, dass ihr keine Zeit habt, um Gutes zu tun -- nein, alles hat seine Zeit. Es ist jedoch Geduld nötig, um den richtigen Zeitpunkt abzuwarten. Einer kommt, der mich fragt, wie er in einer Situation handeln soll. Ich antworte: "`Wenn jemand zu dir kommt und dich fragt, wie er handeln soll, dann versetze dich in seine Lage und sieh, wie du wollen würdest, dass dich die anderen behandeln."' Also ,du wirst die anderen so behandeln, wie du , von ihnen behandelt werden möchtest. Großartig ist es, Gutes zu tun! Wenn du jemandem eine Wohltat erweist, wie man es soll, wie klein auch das Gute sein mag, wird er es nie vergessen. Es ist wichtig, das Gute zum richtigen Zeitpunkt zu tun, wenn der Mensch dieses Gute benötigt. Du siehst, dass jemand einem Bettler ein Stück trockenes Brot gibt. Verurteile ihn nicht, dass er so handelt, sondern gibt dem Bettler frisches Brot. Die Menschen sind noch nicht zum wahren Guten gekommen, jetzt lernen sie, es zu tun. Wenn du wahres Gutes tust, gibst du mit ihm zusammen auch Licht von dir . Ich werde einen interessanten Fall aus dem Leben von Schlater, einem berühmten amerikanischer Heiler anführen. Er traf auf einen kranken Menschen, der zugleich arm war. Schlater heilte ihn und nahm ihn bei sich zuhause auf , bis er eine Arbeit finden würde. Da Schlater nur zehn Dollar in seiner Tasche hatte, gab er dem armen Menschen fünf Dollar und die anderen fünf Dollar behielt er für sich. In der Nacht stahl der Arme Schlaters Mantel und Hose mit den fünf Dollar und lief davon. Danach musste Schlater einen ganzen Monat arbeiten, um sich neue Kleidung zu kaufen. Nach ein paar Jahren traf er denselben Menschen in San Francisco, der wieder krank war und diesmal heilte er ihn. Ein Bekannter von mir aus Novi Pasar erzählte mir die folgende Eigenerfahrung: "`Einmal war ich so schlecht dran, dass ich nur ein Lev in meiner Tasche hatte, soviel wie für ein Stück Brot. "`Wie werde ich an den anderen Tagen durchkommen?"' An diesem Tag näherte sich mir ein Bettler , der um Hilfe bat. Ich überlegte: "`Wenn ich ihm den Lev gebe, werde ich hungrig bleiben."' Aber innerlich sagte mir etwas: "`Gib ihm den Lev und denke nicht an den morgigen Tag. Wenn du ihn nicht gibst, wird dich etwas Schlimmeres als der Hunger ereilen."' Ich hörte auf diese Stimme und gab dem Bettler den Lev. Von diesem Moment aus begannen sich meine Angelegenheiten zu ordnen ."' Ich sage: Die vernünftige Welt fordert von dem Menschen, dem Gesetz der Liebe gegenüber aufrichtig zu sein und sich von niemandem beeinflussen zu lassen. Viele Male wird der Mensch auf die Erde kommen und gehen, deshalb soll er bereit sein zu geben -- damit es etwas gibt, was ihn empfiehlt und ihm einen Kredit gewährt. Die Vernunftwesen aus der anderen Welt wissen alles, was der Mensch auf der Erde denkt und tut, unser Schicksal liegt in ihren Händen. Gott ist mit uns, solange wir das Gute tun. Wenn wir Fehler begehen, entfernt Er sich von uns und lässt uns frei, das zu tun, was wir wollen. Wir erkennen Gott durch die Tugenden. Wenn wir Fehler machen, erfahren wir Gott als Gnade. Er verurteilt uns nicht, sondern lehrt uns, wie wir handeln sollen. Mit den Fehlern und Verbrechen düngt Gott seine Felder. Du sagst: "`Ich habe niemanden getötet oder beraubt."' Wenn du dem Menschen nur fünf Stotinki wegnimmst, übertrittst du das göttliche Gesetz, und lässt sowohl der Natur als auch deinem Leben Disharmonie entstehen. Es ist nicht wichtig, wie groß die Sünde ist, die du begangen hast; die kleine Sünde hat solche Folgen wie die große -- warum? Weil du mit Millionen von Menschen verbunden bist, die du durch deine Sünde zu Sünden und Verbrechen anstößt. Du bist das erste Streichholz, wenn du dich anzündest, zünden sich auch die anderen an. Die Menschen benötigen eine neue Moral, die jetzige Moral führt zu keinem guten Ende. Den Gedanken so zu wenden , mit dem Ziel, ihn der Wahrheit anzupassen, das ist keine Moral. Eine arme Frau wollte während der Karwoche fasten, aber hatte keine Möglichkeit, sich Holzbutter\footnote{Holzbutter meint Olivenöl.} zu kaufen. Da sie ein wenig Schweinefett hatte, sagte sie sich: "`Sieh, was ich tun werde, ich werde sowohl ein wenig Holzbutter essen als auch mein Fasten nicht brechen."' Sie nahm ein Holzstab, fuhr mit ihm durch das Schweineschmalz und beruhigte sich; das ist ein Sich-Selbst-Belügen, nicht die Wahrheit. Jeder ungerade Gedanke über sich selbst oder über die anderen führt zu Unglück. Sprich nichts Böses über jemanden, denke nichts Böses über die Menschen. Woher weißt du, dass das, was du denkst und sprichst, wahr ist? Die Menschen fragen danach, woher die Leiden kommen -- sie sind die Folge der Abweichung der Menschen von den göttlichen Gesetzen. Wenn der Mensch leidet, begradigt er allmählich seinen Gedanken. Wird der Gedanke gerade, erwacht das Bewusstsein. Wenn der Mensch leidet, erblüht seine Seele. Dann steigen die Engel zu ihm herab, um den Duft seiner Seele wahrzunehmen. (\textit{--- "`Sagen Sie uns bitte etwas über die Demut."'}) Es ist eine dem Stolz entgegengesetzte Eigenschaft. Der Stolze nimmt immer den ersten Platz ein, der Demütige den letzten. Der Stolze möchte, dass ihn alle wertschätzen, der Demütige wertschätzt alle. Der Demütige betrachtet alle Menschen als einen Kanal, durch den sich Gott manifestiert. Du sagst über jemanden: "`Warum hörst du auf ihn? Siehst du nicht, dass er ungebildet ist? Nein, er ist ein chiffriertes Telegramm, Gott spricht durch ihn. Obwohl er nicht versteht, was man ihm sagt, ich verstehe ihn, ich entziffere dieses Telegramm. (--- \textit{Meister, sagen Sie uns bitte, warum der Mensch sich oft reinkarnieren muss? Warum ist es nötig, dass der Mensch viele Male ein und dieselbe Erfahrung machen muss?"'}) Jede Geburt auf der Erde und jedes Dahinscheiden ins Jenseits sind bei den unterschiedlichen Bedingungen unterschiedlich, folglich gibt es in ihnen keine Wiederholung der Erfahrungen. Alles wird von einer großen Vernunft geleitet, die sich mit einer großen Mannigfaltigkeit unterscheidet. Wenn ihr das wisst, dann dankt für alles! Das Geheimnis des Lebens liegt in der Dankbarkeit verborgen .In jedem Moment sollen wir für alles danken, was uns gegeben wird. Dass du leidest, danke dafür, dass du dich freust, danke auch dafür, dass du reich oder arm bist, danke auch dafür. Wenn du etwas bekommst oder etwas gibst, dann danke auch. Ich spreche nicht über die mechanische Dankbarkeit. Tut alles bewusst und nicht mechanisch. Jemand fragt, in welche Richtung er sich wenden muss, wenn er betet. Wenn du betest, dann bist du bereits nach Osten gewendet -- das ist der mystische Osten. Hütet euch vor den mechanischen Ansichten der Menschen. Auch die Wissenschaftler denken mechanisch. Solange sie nicht zugeben, dass es auch in den winzigsten Wesen und Erscheinungen Vernunft gibt, werden sie Sklaven des mechanischen Gedankens sein. Nach Tausenden von Jahren werden die heutigen Wissenschaftler in der Lage der ungebildeten sein, das zeigt an, dass ihnen viel Arbeit bevorsteht. Die Wissenschaftler der Vergangenheit sind auf einem involutionären Weg gegangen, das heißt von Großen zum Kleinen. Die heutigen Wissenschaftler gehen auf dem umgekehrten Weg -- den evolutionären Weg. An der Grenze der beiden Epochen steht Christus. Das Kommen von Christus leitet die Epoche der Evolution ein. Christus ist ein Transformator der Energien, die von Gott zu dem Menschen gelangen. Ohne Christus kann der Mensch nicht unmittelbar zu Gott kommen. -- Warum? Es wurde gesagt, dass Gott ein alles verzehrendes Feuer ist. So verhält es sich auch mit der Sonnenenergie. Wenn Luft und Wasser die Sonnenenergie nicht transformieren würden, würden wir ihr nicht standhalten können. Christus kam auf die Erde, um mit dem Bösen fertig zu werden; er nahm das Gift des Bösen auf sich und machte es weich. Deshalb vergoss Christus sein Blut, es ist der Sauerteig des Lebens. Sein Blut wurde in die Menschen geleitet, damit sie das neue Leben erlangen, das heißt, damit sie sich erneuern. Dieser Prozess ist langsam, aber sicher. Wer sagt, dass ohne Christus die Welt gerettet werden kann, der versteht das Gesetz nicht. Ohne Christus kann das nicht geschehen! Er ist das Licht, dass alle bescheint -- sowohl diejenigen, die glauben, als auch diejenigen, die nicht glauben. Der Unterschied ist nur dieser: Diejenigen, die glauben, haben freiwillig ihre Fenster für dieses Licht geöffnet; diejenigen, die nicht glauben, halten ihre Fenster bis heute geschlossen – doch nur dieses eines ist nötig, dass sie auch dieses Licht wahrnehmen. Christus sagt: "`Betet zum Herrn des Opfers, damit Er mehr Arbeiter sendet."' Es werden Arbeiter aus der unsichtbaren Welt kommen und wenn sie Seelen finden, die zum Arbeiten bereit sind, werden sie sich ihnen einverleiben und durch sie arbeiten. Es kommen die neuen Ideen in die Welt! Sie stoßen mit den alten zusammen -- warum? Weil das Alte sein Reich nicht aufgeben will. Die neuen Ideen kommen jedoch mit ganzer Kraft und setzen sich durch, sie verwandeln das Leben von Grund auf. Die alten Systeme werden durch neue ersetzt. Wer die neuen Ideen empfängt, der wird sich verwandeln -- sein Gesicht wird zu leuchten beginnen, es wird einen neuen Ausdruck gewinnen. Wir befinden uns in einer Übergangsepoche. Alle werden in die neue Epoche übergehen und beginnen, auf eine neue Weise zu leben. Die alten Formen haben ihre Zeit ausgelebt. Es ist an der Zeit, dass alle Menschen ihr Bewusstsein einen Schritt weiter erheben, damit sie die göttlichen Energien in Gang setzen. Die Zukunft bringt gute Bedingungen, in jedem Moment geht man vom Guten zum Besseren über. Alles Alte, alles Negative -- Diebstahl, Lüge -- wird verschwinden. Die sechste Rasse trägt das Positive in sich. Es wurde gesagt: "`Diejenigen, die Gott erwarten, werden sich erneuern."' Das, was mit der Kohle geschieht, damit sie sich in einen Diamanten verwandelt, wird auch mit den Menschen geschehen. Der neue Mensch wird wie ein Diamanten sein, er wird leuchten und allem standhalten. "`Selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land ererben."' Der Sanftmütige unterscheidet sich durch innere Sanftheit. Wenn ihr nach dem Göttlichen trachtet, werdet ihr das weiche Element finden -- es kommt in die Welt. Das weiche Element arbeitet bereits unter den Slawen. Mit anderen Worten: Die Liebe arbeitet, steigt unter den Slawen herab. Der göttliche Geist steigt auf die Erde, hauptsächlich unter die Slawen herab und bringt für alle Menschen das Neue. Er wird sich durch die Slawen manifestieren. Was bedeutet das Wort Slawe? Der Mensch, der Gott lobpreist. Ein Slawe ist derjenige, der einen Bezug zu der Herrlichkeit Gottes hat. Er ist mit der Herrlichkeit Gottes verbunden. 9. Oktober 1938, Musala
  9. Methode der Selbstkontrolle -- Ich würde gerne wissen, was ihr im Verlauf eines Jahres - heute beginnend - tut. -- Auf dass wir für den Herrn arbeiten, uns geistig erheben, und alle unsere Arbeiten mit Weisheit verrichtet werden. -- Das ist schön, aber ich möchte, dass ihr einen klaren Begriff von der Arbeit habt. Wenn ihr einen Schüler fragt, was er tun möchte, dann antwortet er: "`Ich möchte lernen."' Wenn ich euch frage, und ihr antwortet: "`Wir möchten für Gott arbeiten"', dann sollt ihr wie der Schüler handeln, der sagt: „Ich möchte lernen."' Nachdem in ihm dieser Wunsch entstanden ist, sucht er die Schule, um mit der Arbeit zu beginnen. Sagt der Schüler, nachdem er die Schule gefunden und in sie eingetreten ist: "`Ich bete, dass die Schule mir das Bewusstsein gibt zu lernen"'? Nein. Wenn er einmal eingetreten ist, dann soll der Schüler den Willen zu lernen haben. Die Schule kann ihm nur die Schulfächer verordnen und ihm Erklärungen dazu geben. Er aber soll in sich selbst den Willen zu lernen haben. Ich sehe, dass ihr den Wunsch habt, den Willen Gottes zu erfüllen, aber ihr fragt euch, wie. Ich möchte euch zeigen, wie ihr das tun könnt. Wir beginnen mit Geometrie -- ihr werdet zeichnen lernen. Ihr zeichnet ein gleichschenkeliges Dreieck, dessen Seiten nicht länger als 50 cm, aber auch nicht kürzer als 10 cm sind. In dieses Dreieck hinein zeichnet ihr noch zwei kleinere gleichschenkelige Dreiecke. Deren Größe soll den Seiten und der Fläche entsprechen:\\ 10 cm 5 mm 20 cm 10 mm 30 cm 15 mm 40 cm 20 mm 50 cm 25 mm Auf die Schenkel schreibt ihr, wie es hier gezeigt wird: Das Dreieck bewahrt ihr irgendwo im Zimmer auf, oder ihr legt es in euer Notizbuch. Jeden Abend vor dem Einschlafen zeichnet ihr darauf mit den entsprechenden Farben Punkte, indem ihr eure Gedanken, Gefühle und Handlungen beobachtet: Inwiefern ihr das Gleichgewicht behalten habt, wo ihr während des Tages abgewichen seid, wo ihr hinkt – ob ihr auf dem Weg der richtigen Entwicklung geht. Dieses Dreieck ist ein Schema, das zeigt, wo ihr am meisten hinkt: sei es im Verstand, im Herzen oder im Willen; sei es in der Seele, im Geiste oder im Körper; sei es in den Gefühlen, in den Gedanken oder in den Handlungen. Das Gesetz ist das folgende: Wenn ihr einen Fehler macht, dann verändert ihr das Dreieck und in euch entsteht ein Ungleichgewicht. Dann bemüht ihr euch, das Gleichgewicht wiederherzustellen. Ihr sollt nicht mit einer Verstimmung des Geistes zu Bett gehen, sondern zusehen, dass ihr Harmonie in euren Geist bringt. Sonst würdet ihr zerstören, was ihr aufbaut. Was ich euch gebe, ist eine praktische Methode zur Selbsterkenntnis und Besserung. Ich gebe euch eine Anleitung, mit welchen Farben ihr die Punkte in den Dreiecken zeichnen sollt – wie ihr sie malen und schöner machen könnt. Die Punkte setzt ihr dorthin, wo die Tätigkeit und die Wirkung am stärksten ist: die schwarzen außerhalb der Dreiecke; sie bewegen sich von oben nach unten und bei der Hypotenuse von links nach rechts. \\ Die Punkte zeichnet ihr so ein: schwarz Disharmonie der Gefühle der Gedanken der Taten schwarz Schwäche des Herzens des Verstandes des Willens schwarz Verfall des Körpers rot Aufstieg der Gefühle der Gedanken der Handlungen grün Aufstieg des Herzens des Verstandes des Willens blau & Aufstieg & der Seele\\ & & des Geistes\\ & & des Körpers \\ \hline violett & Stärke & des Herzens in der Tugend\\ \hline violett & Unerschütterlichkeit in der Wahrheit und im Glauben und Tapferkeit & violett Sieg & über die Sünde Die unwillkürlichen Fehler in den Gedanken, den Gefühlen und in den Taten befinden sich im Unterbewusstsein; die willkürlichen Fehler des Herzens, des Verstandes und des Willens im Bewusstsein, und diejenigen der Seele, des Geistes und des Körpers im Selbstbewusstsein. Erklärung: Wenn eure Gefühle sich in Disharmonie befinden, zeichnet ihr auf der Seite, wo die Gefühle stehen, einen schwarzen Punkt ein. Wenn sich eure Gedanken in Disharmonie befinden, dann malt auf der Seite, wo das Denken steht, oben einen schwarzen Punkt. Wenn ihr Disharmonie in den Handlungen habt, dann malt einen schwarzen Punkt auf der Seite, wo die Handlungen stehen, indem ihr euch von links nach rechts bewegt. Wenn euer Herz verstimmt ist, und ihr eine Schwäche empfindet, dann setzt ihr einen schwarzen Punkt auf der entsprechenden Seite. Geht es euch schlecht, dann bewegen sich die Punkte von oben nach unten; geht es euch gut, dann von unten nach oben. Wenn ihr den ganzen Tag über mit eurer Arbeit zufrieden gewesen seid, setzt ihr einen roten Punkt von oben nach unten. Wenn ihr euch den ganzen Tag bemüht, gewisse Resultate erzielt und einen Aufschwung in der Entwicklung eures Herzens erlebt habt, malt ihr einen grünen Punkt. Wenn ihr euch bemüht und eure Seele im Glauben und in der Tugend weiter gebracht habt, dann malt ihr einen blauen Punkt. Wenn euer Herz stark in der Tugend war und ihr nicht der Verführung und der Sünde zum Opfer gefallen seid, dann werdet ihr in der entsprechenden Stelle einen violetten Punkt setzen. Dasselbe gilt auch für den Verstand und für die Gedanken. Wenn euer Verstand und eure Gedanken zur Stärkung eures Lebens beigetragen haben, setzt ihr in das Dreieck einen roten Punkt, um euren Verstand zu loben. Wenn der Verstand euch in eurem Leben ein Bein gestellt hat, dann malt ihr einen schwarzen Punkt. Wenn ihr seht, dass euer Verstand eurem Leben die richtige Richtung gegeben hat, dann malt ihr einen grünen Punkt. Wenn euer Verstand die Fragen der Wahrheit und des Glaubens richtig löst, dann malt ihr einen blauen Punkt -- es gibt einen Aufstieg. Wenn ihr tapfer und entschlossen in der Wahrheit wart, dann setzt ihr einen violetten Punkt ins Dreieck. Wenn euer Wille sich für das richtige und gute Leben einsetzt, dann malt ihr an der entsprechenden Stelle von links nach rechts einen roten Punkt. Wenn sich der Wille für eure Selbsterziehung einsetzt, dann malt ihr einen grünen Punkt. Wenn der Wille fest und positiv in der Wahrheit ist -- dann einen blauen Punkt. Wenn er auf dem Weg der Wahrheit unerschütterlich ist, dann einen violetten Punkt. Könnt ihr nach diesem Schema selbst entscheiden, was ihr mit dem Geist, mit der Seele und mit dem Körper machen sollt? Ja -- verfahrt also in dieser Weise. Durch die Arbeit mit diesem Dreieck erkennt ihr, wo ihr abgewichen seid, um euch zu korrigieren. Die schwarzen Punkte addiert ihr gesondert in einem Notizbuch und multipliziert sie mit der Zahl zwei -- der Zahl des Kampfes -- entsprechend der Farbe, wo die schwarzen Punkten gesetzt wurden. Die roten Punkte, mit vier bezeichnet, multipliziert ihr mit 2: 4 x 2 = 8; die grünen -- mit 3 bezeichnet: 3 x 2 = 6; die blauen -- bezeichnet mit 5: 5 x 2 = 10; die violetten -- bezeichnet mit 7: 7 x 2 = 14. Das heißt, den entsprechenden Fehler berichtigt ihr mit soviel guten Taten. Wie ihr seht, werdet ihr mit der Mathematik arbeiten. Ihr werdet die schwarzen Punkte finden, die euer Leben, eure Entwicklung, euren Glauben und eure Kraft behindern, und vor all diesen Zahlen ein Minuszeichen setzen, vor den anderen ein Pluszeichen. Jede Zahl, die ihr verloren habt, multipliziert ihr mit zwei. Habt ihr im Leben beispielsweise vier minus, dann multipliziert ihr: 4 x 2 = 8. Die Zahl 8 ist das Gesetz des Geistes; er wird euch lehren zu arbeiten. Um einen Fehler mit einer mechanischen Genauigkeit berichtigen zu können, müsst ihr notwendig multiplizieren und nicht teilen, weil wir nicht mit Brüchen arbeiten. Ihr habt einen Diener, dem ihr versprochen habt, ihm täglich 10 Leva zu zahlen, aber ihr gebt ihm nur 5 Leva. Wenn ihr diesen Fehler berichtigen wollt, dann müsst ihr ihn mit zwei multiplizieren, nämlich 2 x 5 = 10. Die Zwei zeigt, dass ihr ihm das Doppelte von dem bezahlen sollt, was ihr einbehalten habt, d. h. 10 Leva. Die fünf Leva, die ihr ihm gegeben habt, bilden die Zinsen. Der Herr sagt: "`Ich gebe ihm das Vierfache."' -- d. h. auch die Zinsen. Ihr könnt keinen Fehler berichtigen, wenn ihr ihn nicht multipliziert. Habt ihr jemandem 3 zu geben, dann multipliziert es mit 2, und alles wird seinen Abschluss finden. Durch das Multiplizieren lasst ihr euren Verstand wirken und das in Zusammenarbeit mit dem göttlichen Verstand. Das, was ich euch als Methode gebe, dient nicht der Strafe, sondern der Verbesserung, denn die Strafe bringt nicht immer eine Verbesserung mit sich. In der Schule gibt es festgelegte Strafen zur Verbesserung der Kinder. Ihr aber werdet gemäß dem göttlichen Gesetz denken und handeln - eurer Verstand arbeitet, wie ihr eure Fehler aufheben könnt. In der geistigen Welt gibt es so ein Gesetz: Die letzte Stunde des Tages und der letzte Tag des Jahres, kompensieren und berichtigen alles und umgekehrt. Sie gewähren die Bedingungen zur Beseitigung des Karmas. Dieses Gesetz ist auch im Leben wahr. Ihr könnt 364 Tage im Jahr verloren haben und am letzten Tag gewinnen; er wird alles kompensieren. Und umgekehrt: Ihr könnt 364 Tage gewonnen haben und am letzten verlieren. Der gegenwärtige Tag ist der göttliche; er kompensiert und glättet alles. Er ist der letzte Tag der Arbeit. Es gibt Tage, die nicht die letzten sind. Ihr könnt Tage, jedoch keine Ochsen und keine Werkzeuge haben. Schiebt eure Arbeit deshalb nicht auf den nächsten Tag. Sagt nicht: "`Ich werde morgen dies und jenes tun."' Nein! Ihr sollt denken, dass jeder Abend der letzte Abend eures Lebens sei. Wenn ihr schläfrig seid und eure Arbeit nicht vollendet habt, dann vermerkt ihr in eurem Notizbuch, dass ihr nachlässig wart. Bei dieser Selbstkontrolle darf es keine Selbstverurteilung geben -- ihr sollt keine Sklaven werden. Wenn ihr einen schwarzen Punkt seht, dann multipliziert ihn mit 2 und freut euch, dass euch die Möglichkeit gegeben wird zu arbeiten. Über unsere Taten zu urteilen bedeutet, danach zu streben, uns zu verbessern. Aber man darf nicht sagen: "`Mit meiner Arbeit ist es zu Ende."' Das ist keine Berichtigung, sondern eine Selbstverurteilung. Das darf der Schüler nicht tun. Diese Arbeit beginnt ihr am 9. September. Während des ganzen Jahres malt ihr eure Dreiecke und erstattet euch selbst einen Bericht über alles Gedachte, Gefühlte und Getane.
  10. Die Gemeinschaft mit Gott Das Leben hat in seinen Manifestationen eine reale und eine nichtreale Seite. Diese Manifestationen haben ihre praktischen und ihre theoretischen Bedeutungen. Dass der Mensch glaubt, ist eine der theoretischen Seiten des Lebens. Was der Mensch über den Glauben denkt, ist immer noch eine Theorie. In diesem Fall unterscheiden sich alle Menschen in ihren theoretischen Ansichten vom Glauben und vom Leben. Aber im Hinblick auf das Wirkliche im Leben, das heißt im Hinblick auf die wesentliche Seite des Lebens, haben alle Menschen und alle anderen Lebewesen die gleichen Ansichten und die gleichen Erfahrungen. In der Realität der Dinge existiert also eine Einheit. Wenn beispielsweise Freude aufkommt, ruft sie bei allen Lebewesen die gleichen Zustände und die gleichen Veränderungen hervor. Diese Veränderungen lassen sich am besten beim Menschen feststellen. Wenn sie sich freuen, dann steigt ihr Puls, die Blutzufuhr im Herzen nimmt zu, und alle Organe dehnen sich aus. Überhaupt bewirkt Freude eine Erweiterung im Menschen. Eine andere reale Seite des Lebens ist das Gebet. Wer nicht zu beten weiß, theoretisiert nur. Das Theoretisieren über das Gebet kann nicht wahres Gebet genannt werden. Die heutigen Menschen denken, dass das Gebet nur dem einfachen Menschen angemessen sei. Sie halten das Gebet für etwas Niedriges im Hinblick auf den Gelehrten, den genialen Menschen oder den Heiligen. Schauen wir allerdings das Leben eines Genies, eines Gelehrten und eines Heiligen genauer an, sehen wir, dass es vom Anfang bis zum Ende ein Gebet darstellt. Sein Leben beginnt mit dem Gebet und endet mit dem Gebet. Das Gebet des Genies zeigt zum Beispiel, dass er mit einer Idee schwanger ist, mit der er etwas für die Welt tun möchte. Solch ein Leben ist absolut uneigennützig. Deshalb sagen wir, dass sowohl das Genie als auch der Heilige nicht nach ihrem persönlichen Glück im Leben trachten. Alle Menschen, die also bereit sind, das Gebet auf eine innere, intuitive Weise zu begreifen, sind in der Lage, seine tiefe Bedeutung zu verstehen. Unter den zeitgenössischen Sprachen gibt es keine einzige Sprache, die in der Lage ist, die große Idee, die im Begriff "`Gebet"' enthalten ist, auszudrücken. Und weil heute das entsprechende Wort fehlt, benutzen wir in den unterschiedlichen Sprachen Wörter, die nur annähernd den Begriff "`Gebet"' ausdrücken. Beten heißt, deinen Verstand, dein Herz und deinen Geist zu jener Quelle des Lebens zu richten, aus der du hervorgegangen bist. Wird der Mensch grob, liegt das an der Tatsache, dass er sich selten an diese Erste Ursache, d. h. an die erste Quelle des Lebens, erinnert. Folglich hat der Fall, in welchen die heutige Menschheit gekommen ist, eine tiefe Ursache – die Nachlässigkeit gegenüber dem Ersten Prinzip, von dem sie ausgegangen ist. Der heutige Mensch ist in Bezug auf Gott nachlässig, infolgedessen ihr ihn oft sagen hört: Ich bin ein freier Mensch, ich kann auch ohne Gott leben, ich kann auch ohne Gebet leben. So denkt ein Mensch, der sich für frei hält, aber diese Überlegung ist logisch nicht richtig. Sie ist aus dem einzigen Grund nicht richtig, weil sie nicht real ist, das heißt, das Absolute in der Welt kann nicht entzweit werden. Wie Gott, der uns erschuf, uns nicht vergessen kann, so haben auch wir nicht das Recht, Ihn zu vergessen. Wenn er uns vergisst, dann sind wir verloren. Wenn Er uns vergisst, dann sterben wir; aber wenn wir Ihn vergessen, sterben wir ebenfalls. Ihr fragt: "`Warum sterben wir?"' -- Ich werde euch zeigen, warum der Tod kommt. Wenn jemand fragt, ob es sich ohne Gebet leben lasse, so ist das dasselbe wie zu fragen, ob es sich ohne zu atmen leben lasse. Wenn sich der Mensch für frei und unabhängig hält, dann soll er versuchen, seine Atmung nur für eine Stunde anzuhalten. Hält er seine Atmung für eine Stunde an, wird er deren Notwendigkeit begreifen. Wenn die Atmung eine Notwendigkeit für den Menschen darstellt, dann ist der Gedanke an Gott für den Menschen eine tausend Mal größere Notwendigkeit. Je mehr der Mensch sich an Gott erinnert und Ihn in seinem Verstand hält, desto dankbarer ist er. Der Edelmut der menschlichen Seele hängt von seinen Gedanken an Gott ab. Möchten wir also edel sein, sollen wir uns an Gott als an das Wesen, das durch uns fließt, erinnern. In allen Lagen des Lebens, in Freude und in Trauer, sollen wir uns an Gott erinnern. Außerhalb von Gott existiert kein Edelmut, keine Wissenschaft, keine Religion, keine Kunst und kein Handwerk -- es existiert nichts. Jemand sagt: "`Die Kultur kann auch ohne Gott existieren."' Ich sage: Insofern das Leben auf der Erde ohne die Sonne existieren kann, insofern kann auch die Kultur ohne Gott existieren. Insofern die Pflanzen ohne Wasser existieren können, insofern kann auch die Kultur ohne Gott existieren. Insofern die Menschen ohne Luft existieren können, insofern kann auch die Kultur ohne Gott existieren. Das sind Vergleiche, die den großen Bedarf des Gebets zeigen. Der Gedanke der Menschen kann sich ohne das Gebet nicht entwickeln. Wir sprechen nicht von den verdorbenen menschlichen Gedanken, in denen die Idee Gottes in einer karikaturhaften Weise dargestellt wird. Die Idee der zeitgenössischen Menschen von Gott ist eine Idee der gefallenen Menschheit. Das, was sie für die Realität halten, ist keine Realität. Wie oft hat der Mensch zu Gott gebetet, ohne eine Antwort zu bekommen?! Warum hat er auf sein Gebet keine Antwort bekommen? Dass der Mensch betet und keine Antwort auf sein Gebet erhält, ist eine Situation, die dem Durstigen gleicht, der träumt, dass er Wasser trinke, und nachdem er aufgewacht ist, immer noch Durst verspürt. Das Wasser, das er im Traum trinkt, stillt seinen Durst nicht. Also ist dieses Wassertrinken nicht real. Die Wirklichkeit unterscheidet sich dadurch, dass sie in der Lage ist, jedes Gefühl, das den Menschen innerlich quält, zu stillen. In der Realität wächst und gedeiht der Mensch ständig. Dieses Abendtreffen wurde im Hinblick auf die Realität des Gebets veranstaltet, damit ihr versteht, wie ihr beten sollt. Ich möchte von einigen von euch hören, wie ihr betet. Wenn ihr betet, also wenn ihr zu Gott kommt, dann fühlt ihr euch verlegen. Könnt ihr richtig beten, wenn ihr euch verlegen fühlt? Woran liegt diese Verlegenheit? Wenn der Schüler seine Lektion gelernt hat, wie es sich gehört, so steht er von seinem Platz tapfer und entschieden auf und antwortet gut auf jede Frage, die ihm vom Lehrer gestellt wird. Hat er seine Lektion nicht gelernt, gerät der Schüler in Verlegenheit und sagt: "`Der Lehrer wird mich durchfallen lassen."' Wenn ihr zu Gott betet, dann berücksichtigt die folgenden Eigenschaften von Ihm: Er ist äußerst langmütig, aber auch sehr streng. Wenn der Mensch betet, dann soll er für reale, wirkliche Dinge beten. Gott möchte es nicht, wenn wir für leere Dinge beten. Leere Dinge sind diejenigen, deren Erfüllung von uns abhängt. Für diese Dinge können wir nicht auf Gott vertrauen, dass er sie bewirkt. Es wäre beispielsweise lächerlich, zu Gott zu gehen und zu beten: "`Herr, lehre mich essen."' Oder: "`Lehre mich, wie ich Wasser trinken soll, oder wie ich den Menschen die Hand reichen soll, wie ich mich anziehen soll und so weiter."' Viele Gebete der heutigen Menschen sind von diesem Typ. Ich sage: Die heutigen Menschen brauchen das Gebet; es kann ihr Leben in Ordnung bringen und jegliche Habgier aufheben. Die Habgier ist eine Last, ein Geschwür, das die menschliche Seele zersetzt. Wie eine Wolke macht sie das Bewusstsein des Menschen dunkel und sein Herz grob. Der Habsüchtige denkt den ganzen Tag nur an sich: dass er gut gegessen habe, schön angezogen sei, dass seine Wohnung warm und gemütlich sei, dass er gesund sei und so weiter. Was die Leiden der anderen Menschen angeht, sagt er: "`Das interessiert mich nicht."' Dass er nicht an seinem Nächsten interessiert ist, ist ein eigenartiger Zustand, dem sich der Mensch aussetzt. Dieser Zustand ergreift selten den Menschen und er riecht so unangenehm, dass er sich lange Zeit reinigen muss, bis er sich von ihm befreit hat. Und nun denkt an die folgende Wahrheit: Es gibt nichts Edelmütigeres im Leben des Menschen als das Gebet. Was auch immer die Menschen euch anderes sagen, vergesst nicht die Bedeutung und die Notwendigkeit des Gebets, der Gemeinschaft mit Gott. Weder das Wissen noch die Liebe noch die Weisheit der Erde können mit der Gemeinschaft mit der Ersten Ursache verglichen werden, die im Gebet zustande kommt. Die Kraft des Gebets liegt darin, dass der Mensch alle Tugenden in die Arbeit einspannt, wenn er betet. Dasjenige Gebet, in dem der Mensch nicht alle Tugenden in die Arbeit einspannt, kann nicht als wahres Gebet gelten. Das Gebet soll die Eigenschaften der Liebe, der Weisheit, der Wahrheit, der Gerechtigkeit, der Tugend, der Barmherzigkeit und noch eine Reihe von Tugenden enthalten. Tretet ihr mit solch einem Gebet an Gott heran, dann ähnelt ihr einem Baum mit reifen Früchten. Sieht euch Gott so geschmückt, wird es Ihm wohlgefallen, dass vor Ihm ein vernünftiges Kind steht, das solch eine erhabene Engelssprache sprechen kann. Ihr werdet sagen: "`Nicht alle können vernünftige Kinder sein."' -- Macht nichts, Gott duldet auch die dummen Kinder, aber es gibt einen Unterschied zwischen einem vernünftigen und einem dummen Kind. Das dumme Kind kann niemals die Ergebnisse des vernünftigen Kindes haben. Das sehen wir überall im Leben: der Vernünftige lernt, der Dumme schiebt immer auf; der Vernünftige wird belohnt, der Dumme vertröstet. Ich sage: Wenn die heutigen Menschen nicht zu beten wüssten, würden sie auch noch dieses Wenige verlieren, das sie bis heute bewahrt haben. Alles Schöne und alles Große und Schöne, das sie bewahrt haben, liegt an dem Gebetsgeist, der in ihren Seelen arbeitet. Und nun, dank des Gebets, obwohl es nicht ganz richtig ist, so wie es in der heutigen Menschheit gepflegt wird, ist etwas Schönes erhalten geblieben, und etwas Neues wird dazugewonnen. Dank des Gebets können wir die erhabenen Kräfte weiterleiten und wir werden dadurch zu edlen Wesen, durch die das ganze menschliche Geschlecht gestützt wird. Die Seele hat das Bedürfnis nach innerer, geistiger Nahrung, die nur durch das Gebet gegeben werden kann. Wenn ich euch nun betrachte, stelle ich Folgendes fest: Ihr seid mit dem Wissen, das ich euch lehre, reich geworden, aber ihr habt nicht zu beten gelernt. In vieler Hinsicht denkt ihr wie ich, ihr philosophiert wie ich, ihr predigt wie ich, ihr sprecht wie ich, aber eines wisst ihr nicht; ihr wisst nicht, wie ihr wie ich beten könnt. Das einzige, was ich euch nicht lehren kann, ist beten. Ich erlaube es mir nie, jemanden beten zu lehren. Warum? -- Weil nach mir das Gebet der heiligste Akt ist, der nur der Seele bekannt ist. Jemand fragt mich: Wie und wann betest du? -- Wie ich bete, kann ich dir nicht sagen, aber ich bete immer: Ich bete, wenn ich esse und wenn ich Wasser trinke und wenn ich lese und wenn ich arbeite -- ich bete immer und überall. -- Wird es dir nicht schwer von so viel beten? -- Im Gegenteil, es wird mir leichter. Das Leben besteht im Gebet. Hört der Mensch auf zu beten, verschwindet das Leben. Etwas Großes ist das Gebet! Es drückt sich nicht durch Geschwätz, durch Flüstern von Gebeten aus. Wenn ihr zu beten gelernt habt, dann wird euer Leben eine Bedeutung haben. Die Schüler Christi wussten auch nicht, wie sie beten sollten. Deshalb wandten sie sich an Christus mit den Worten: "`Meister, lehre uns beten!"' Christus antwortete ihnen: "`Wenn der Geist der Wahrheit kommt, wird er es euch lehren."' Sie hatten jedoch ein Vorbild für das Wahre Gebet in der Person Christi. Ich sage: Jeder kann beten lernen. Weil das Gebet sich in Abhängigkeit von den Tugenden befindet, soll der Mensch das Gute zum Fundament seines Lebens machen. Erreicht er das, dann wird er nicht merken, wie seine Fähigkeit zu beten als eine natürliche Folge seines Lebens in Erscheinung tritt. Dann wird die Seele des Menschen wie ein Baum mit wohl duftenden Blüten erblühen. Gerät der Mensch in eine Gebetsstimmung, existiert das Böse für ihn nicht. Er ist gegenüber allen gut gelaunt. Er freut sich über alles, er dankt für alles. Wenn er einen Wurm kriechen sieht, hält er vor ihm an und will ihm helfen. Blickt er auf einen Baum, dessen Blätter der Wind schüttelt, fühlt er Zuneigung zu ihm und wünscht, ihm zu helfen. Vor diesem Menschen wird alles lebendig. Er sieht überall den Geist Gottes, der in ihm arbeitet und ihm hilft. In ihm erwacht der Impuls, und er strengt sich an, um sich von den begrenzenden Bedingungen seines Lebens zu befreien. Ihr sagt: Betet nur den Mensch? -- Jedes Lebewesen betet. Auch die Tiere und die Pflanzen beten. Der Wohlgeruch, den die Pflanzen durch die Luft verbreiten, ist ihr Gebet. Wenn die Pflanze ihren Wohlgeruch verliert, dann trocknet sie aus. Während die Pflanze duftet, dann wächst und gedeiht sie. Es gibt Pflanzen, von deren Blättern und Blüten ein Wohlgeruch entweicht. Folglich strömt der Mensch, wenn er betet, einen Wohlgeruch aus, wie es bei den Pflanzen der Fall ist. Je mehr er betet, desto mehr nimmt der Wohlgeruch zu. Hört er auf zu beten, verschwindet allmählich sein Wohlgeruch. Wer niemals gebetet hat oder vergessen hat zu beten, riecht unangenehm. Von der Eigenschaft der Pflanze hängt ihr Wohlgeruch ab. Auf dieselbe Weise werden auch die Tugenden im Menschen bestimmt. Je höher entwickelt die Tugenden im Menschen sind, desto stärker ist auch sein Wohlgeruch. Nun, das Beten ist die wichtigste Arbeit im Leben. Was das angeht, wie ihr beten sollt, das ist eine persönliche Angelegenheit; jeder muss es selbst lernen. Wenn ich euch beten lehrte, würdet ihr nur ein Echo vernehmen, das für euch später lästig werden wird, und ihr werdet auf das Gebet verzichten. Das Gebet hat nur dann einen Sinn, wenn es aus der Tiefe der Seele kommt. Möchtet ihr, dass euch jemand zeigt, wie ihr beten sollt, dann wird er euch sagen: "`Ich bete für euch, und ihr arbeitet für mich."' Das ist das Gesetz. Wenn ihr für einen Menschen arbeitet, dann soll er unbedingt für euch beten. Betet er nicht für euch, sollt ihr auch nicht für ihn arbeiten. Solcherart sind die Beziehungen zwischen den geistigen Menschen. Wenn ihr für jemanden betet, dann wird er für euch arbeiten. Heute Abend möchte ich, dass ihr betet und dass ich arbeite; oder dass ich bete und dass ihr arbeitet. Oder wir können es uns aufteilen: Die eine Hälfte betet, die andere arbeitet. Was auch immer ihr annehmt, eines ist für euch wichtig: Alle sollt ihr euch daran beteiligen, euren Verstand auf Gott auszurichten. Es gibt keinen feierlicheren Moment als diesen, euren Verstand und euer Herz nach oben zu richten, zu demjenigen, der euch alle Güter gegeben hat. Arbeitet ihr auf diese Weise ohne Unterlass im Laufe eines ganzen Jahres, dann werdet ihr die ganze Zeit hindurch fröhlich und froh sein und die Gegenwart Gottes fühlen. Dieses Gebet wird in der Lage sein, euch in allen Fällen eures Lebens zu helfen. Wissenschaft ohne Gebet langweilt den Menschen. Religion ohne Gebet langweilt den Menschen. Liebe ohne Gebet langweilt den Menschen. Essen ohne Gebet langweilt den Menschen. Alles, was ohne Gebet getan wird, ist bedrückend für den Geist. Es gibt Menschen, die in ihren Gebeten sehr streng sind. Ihr Gebet ist streng, gemessen und beherrscht. Aber es gibt Menschen, besonders unter den Armen, deren Gebet unmittelbar und frei ist, so wie die Gefühle in einem gewissen Moment fließen. Nach so einem Gebet leuchten die Gesichter solcher Menschen auf; sie lächeln, und in ihrer Seele geschieht gleichzeitig eine Veränderung. Ihr hört einen Armen beten: "`Herr, es gibt etwas in mir, das zu beten wünscht, aber ich weiß nicht, wie ich beten soll. Ich bedauere es, dass Du dich um mich kümmerst und mir Zeit opferst, aber ich habe noch nicht beten gelernt. Ich bemühe mich, Deinen Willen zu erfüllen, aber ich erreiche es nicht, ich mache ständig Fehler. Wenn du mich schlagen willst, wird mich deine Hand zerdrücken. Erbarme dich, ein zweites Mal werde ich dieselben Fehler nicht wiederholen."' Wenn Gott dieses Gebet hört, sendet er Seinen Segen über diese Seele und sagt: "`Ein kluges Kind ist dieses Kind, es wird sich leicht von alleine bessern."' Ich trage die Dinge in einer menschlichen Weise vor, wie sie unter den Menschen geschehen. Wer traf in seinem Leben nicht einen offenherzigen, aufrichtigen Menschen, der ihm aus der Tiefe seiner Seele spricht? Wenn ihr einen solchen Menschen sprechen hört, spürt ihr, dass er zu allen Gefallen und Opfern bereit ist. Dann spürt ihr Zuneigung zu ihm, und wenn er euch einen Schaden zugefügt hat, seid ihr bereit, ihm sofort zu vergeben. Ich sage: Wenn ihr die Fehler eurer Nächsten nicht vergebt, dann werden auch eure Fehler nicht vergeben werden. Oft wendet ihr euch im Gebet an Gott , dass euch einige Geheimnisse offenbart werden. Ihr werdet viele Dinge lernen, aber nur dann, wenn ihr beten lernt, wie es sich gehört. Nun, wenn ich euch an diesem Abend betrachte, sehe ich, dass es unter euch sowohl Alte als auch Junge gibt. Ihr alle sagt, dass ihr einander liebt, dass ihr brüderliche Beziehungen untereinander habt. Aber wodurch unterscheidet sich der Junge vom Alten? Der alte Bruder unterscheidet sich durch seine Bereitschaft, dem jüngeren Bruder einen Gefallen zu tun, der junge Bruder unterscheidet sich durch seine Bereitschaft zu arbeiten. Also, sowohl der junge als auch der alte Bruder sind bereit, jegliche Arbeit zu verrichten, die ihnen aufgetragen wird. Jeder Mensch soll in seiner Seele eine absolute Bereitschaft haben, Gott zu dienen, wie die Engel und die fortgeschrittenen Brüder die Bereitschaft haben, allen ohne Unterschied ihrer Lage zu helfen. Ihr fragt: In welche Richtung müssen wir uns wenden, wenn wir beten? Eines sollt ihr wissen: Das Gebet duldet keine Regeln und keine Begrenzungen. Wenn der Mensch betet, wie es sich gehört, so ist er immer zu Gott gewandt. Ihr könnt nicht beten, wenn ihr nicht zu Gott gewandt seid. Wenn ihr zu Gott gewandt seid, aber an einen Menschen denkt, sei es an euren Freund, an eure Mutter oder euren Vater, so bedeutet das, dass ihr zu ihnen betet. Betet ihr zu Gott, denkt aber dabei an euer Geld und an euer Haus, dann betet ihr zu diesen. Wenn ihr zu Gott betet, aber an einen Heiligen denkt, dann betet ihr zu diesem Heiligen, aber nicht zu Gott. Wenn ihr also möchtet, dass euer Gebet von Gott angenommen wird, dann sollen eure Gedanken ausschließlich zu Gott gerichtet sein. Während des Betens soll euer Verstand von allen nebensächlichen Gedanken frei sein. Wenn ihr betet, dann soll also das Bild Gottes in eurem Verstand sein. Kein anderes Bild! Ihr werdet sagen: Wir wissen nicht, wie das Bild Gottes aussieht. Nein, ihr kennt dieses Bild, ihr müsst es jetzt lediglich wiederherstellen. Es gibt einen Moment im Leben, wenn alle Wesen, von den großen bis zu den kleinen, ihren Verstand zu Gott richten. In diesem Fall besteht die mystische Seite des Gebets darin, dass der Mensch diesen Moment wahrnimmt und sich am allgemeinen Gebet beteiligt und sagt: "`Ich richte meinen Verstand, mein Herz, meine Seele und meinen Geist zu Demjenigen, zu dem sich in diesem Moment alle richten."' Dabei wird jeder einen Gedanken an Gott richten, der seiner Entwicklung entspricht. Gott wird auf dieses kollektive Gebet antworten, indem Er jedem so viel Licht senden wird, wie er benötigt. Nun wollen wir alle das Gute Gebet sprechen und unseren Verstand zu Demjenigen richten, zu Dem ihn alle an diesen Abend richten. Dieses Gebet ist allgemein, nicht nur für die Menschheit, sondern für das ganze Universum: für alle Engel, Erzengel, Herrschaften, Kräfte, Gewalten. Nur in dieser Weise werden wir Gottes Segen erbitten, so dass wir wachsen und uns gemäß seinem Willen entwickeln können. 23. November 1930, Izgrev
  11. Die Berufenen "Aber einer nach dem andern ließ sich entschuldigen." Lk 14, 18-20 Wenn ihr das 14. Kapitel des Evangeliums nach Lukas lest, seht ihr darin nur Auszüge eines langen Vortrages, in dem Christus allgemeine Prinzipien bezüglich der Menschheit erklärt hat. Es steht darin, dass ein Mann ein großes Festmahl vorbereitet und viele Gäste dazu eingeladen hat. Es ist von Eingeladenen zum Festmahl die Rede. Die Wörter Einladung und Kultur haben etwas gemeinsam. Unter Kultur versteht man die materielle und geistige Entwicklung eines Volkes; jede Einführung von Neuerungen ist auch Kultur; jede Wandlung von einem Zustand zum anderen ist auch Kultur. Unter dem Wort “eingeladen” versteht man, dass der Mensch seinen üblichen Zustand verlässt, um in einen außergewöhnlichen Zustand einzutreten. In der Tat, wenn man zu einem großen Festmahl eingeladen wird, muss man seinen alltäglichen Zustand verlassen und in einen neuen, festlichen Zustand eintreten. Was für ein Verhältnis besteht nun zwischen den dreien, die sich entschuldigt haben? Der Erste entschuldigt sich unter dem Vorwand, dass er seinen Acker besichtigen müsse. Der Zweite entschuldigt sich unter dem Vorwand, dass er sich die fünf Ochsengespanne, die er gekauft hat, ansehen müsse. Und der Dritte entschuldigt sich unter dem Vorwand, dass er geheiratet habe. Die drei, die die Einladung abgelehnt und sich entschuldigt haben, stehen für drei Kategorien von Menschen, die alle die neue Kultur nicht akzeptieren: Die erste Kategorie von Menschen entschuldigt sich, weil sie zu ihrem Acker gehen, die zweite Kategorie von Menschen entschuldigt sich, weil sie zum Ausprobieren ihrer Ochsengespanne gehen, und die dritte Kategorie von Menschen entschuldigt sich, weil sie zum Heiraten gehen. Diese drei Kategorien von Menschen, die die von Christus kommende Kultur ablehnen, können als Samen, die auf ungünstige Bodenverhältnisse gefallen sind, angesehen werden. Die erste Kategorie von Menschen ist der Samen, der auf den Weg gefallen ist; die zweite Kategorie ist der Samen, der in die Dornenhecke gefallen ist, und die dritte Kategorie -- der Samen, der auf Felsen gefallen ist. Vielen hat Christus einen neuen Weg, eine neue Kultur geboten und hat sie zu einem neuen Leben eingeladen, aber alle haben sich entschuldigt. Sie haben es vorgezogen, sich mit ihren Äckern zu beschäftigen, neue Ländereien zu erobern, ihre Grenzen zu erweitern. Die Juden waren die erste Kategorie von Menschen, die sich entschuldigt haben unter dem Vorwand, dass sie ihre Äcker bearbeiten müssten. Sie sagten zu Christus: “Wir sind mit deiner häretischen Lehre nicht einverstanden.” Danach haben sie ihn gekreuzigt. Christus zeigte den neuen Weg auch der lateinischen Rasse, die sich mit den fünf Ochsengespannen beschäftigte, aber auch sie entschuldigte sich. Letztendlich schuf sie die Inquisition im Namen Christi. Die Geschichte sagt [die Historiker meinen], dass fünfzig Millionen Menschen der Inquisition zum Opfer gefallen seien. Die dritte Kategorie von Menschen sind die gegenwärtigen Menschen, die heiraten und die neue Kultur ablehnen. Sie sagen: “Was brauchen wir eine neue Kultur, ein neues Leben? Solange wir etwas zu essen und zu trinken haben, essen wir, trinken wir und amüsieren uns mit unseren Frauen und Kindern.” Das ist keine besondere Philosophie. So hat schon Salomon, der dreihundert Frauen und sechshundert Nebenfrauen hatte, gesprochen. Nachdem er alle Güter des irdischen Lebens ausgekostet hatte, sagte Salomon: “Eitelkeit der Eitelkeiten, alles dies ist Eitelkeit.” Heute zitieren sowohl Gläubige als auch Nichtgläubige diesen Gedanken, den Salomon einst ausgesprochen hat, wobei sie sowohl das physische als auch das geistige Leben meinen. Das stimmt nicht. Salomon ist zu dieser Schlussfolgerung erst gekommen, nachdem er alle vergänglichen Güter der Erde ausgekostet hatte. Du, der du zur selben Schlussfolgerung kommst, hast du ebenfalls die Eitelkeit aller Güter ausgekostet? Wenn du sie nicht ausgekostet hast, hast du kein Recht, so zu sprechen. Und wenn du diese Schlussfolgerung aus deinem eigenen Leben ziehst, aus den Dummheiten, die du begangen hast, dann können diese nicht auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden; du kannst daraus keine Lebensphilosophie ableiten. Was stellt der Acker dar, den die Menschen bearbeiten? Das ist der menschliche Körper. Die junge Frau sieht sich ein paar Mal am Tag im Spiegel an; sie ist mit sich zufrieden, will nicht heiraten. Warum? Sie will nicht Mutter werden, sie will nicht Kinder gebären, sie schützt ihren Acker. Der junge Mann geht frei und ungebunden auf den Straßen spazieren, hebt und senkt seinen Spazierstock; er will nicht heiraten, er will nicht Vater werden und sich begrenzen. So handeln jene, die nur ihrem eigenen Acker dienen, egal ob jung oder alt. Und die alte Großmutter sagt, dass die Jungen Dummheiten tun. Was die Jungen tun, ist nicht dumm. Nicht alle Jungen sind dumm, und nicht alle Alten sind klug. Sind die kleinen Flüsse, die aus der großen Quelle fließen, trübe? Am Anfang sind alle Flüsse rein, aber da sie lange Zeit fließen und durch die irdischen Schichten gehen, sammeln sich in ihnen Bodensätze an, die sie trübe machen. Also, alle jungen Menschen sind wie die kleinen Flüsse klar und rein. Wenn sie den langen Weg ihres Lebens gehen, werden sie alt, das heißt, sie werden trübe. Das hohe Alter ist keine schlechte Sache; es bedeutet eine Vorwärtsbewegung. Aber was kann man von jenen jungen Menschen erwarten, die sich ein paar Mal am Tag umziehen; ein Paar Schuhe anziehen, sie ausziehen und danach wieder andere, neuere und modernere, anziehen? Man kann von Ihnen nichts erwarten. Sie stehen vor dem Spiegel, sehen sich nur an, und wenn ihr sie zu einem großen Festmahl einladet, entschuldigen sie sich. Warum entschuldigen sie sich? Sie beschäftigen sich mit ihrem Acker. Später geben sich diese Menschen als Nationalisten, Patrioten und Vorkämpfer für ihr Vaterland aus. Glaubt ihnen nicht! Sie denken nur an ihre neuen Kleider und Schuhe, an ihre Häuser und ihren Besitz. Solche Patrioten gibt es heute auf der ganzen Welt, in allen Staaten. Sie sprechen vom Ruhm ihres Vaterlandes, aber eigentlich arbeiten sie nur für ihren eigenen Ruhm. Die zweite Kategorie von Menschen sind diejenigen, die sich vom Festmahl entschuldigt haben, um die fünf Ochsengespanne auszuprobieren. Die fünf Ochsengespanne sind die fünf Sinne des Menschen. Das sind Menschen des Vergnügens. Das Leben ist für sie ein Geschäft. Sie stellen das Geld an die erste Stelle. Ihre Devise im Leben ist das Geld. Auch sie sagen wie Petko Slawejkow (Петко Рачов Славейков; Petko Račov Slavejkov, 1827-1895; bulgarischer Dichter) in einer seiner Oden: “Du, Münze, allmächtige Königin, ohne dich bin ich in der Hölle, mit dir bin ich im Paradies.” Sie handeln so, wie es ihnen angenehm ist. Egal wo ihr hingeht – in ein Restaurant, ein Theater, ein Konzert – sie sind überall die Ersten. Da, wo es Vergnügungen und Feste gibt, sind sie die Ersten. Sie probieren ihre fünf Ochsengespanne aus, das heißt alles, was sie mit ihren fünf Sinnen wahrnehmen. Wenn ihr ihnen etwas von der Lehre Christi erzählt, von der neuen Kultur, antworten sie euch: “Das ist jetzt nicht wichtig. In der heutigen Welt sind die fünf Ochsengespanne wichtig.” Nach ihrer Meinung ist jeder, der den Rahmen der fünf Sinne verlässt und an etwas anderes glaubt, ein dummer, verrückter Mensch ohne Kultur. Diesen Menschen werdet ihr in allen Kaffeehäusern und Bierstuben begegnen, mit vollen Gläsern vor sich, mit übereinandergeschlagenen Beinen, und sie reden über den Sinn des Lebens. Was ist der Sinn des Lebens? Auf dem Acker, bei den fünf Ochsengespannen, um auszuprobieren, wie sie arbeiten. Ich habe nichts gegen diejenigen, die dem Acker dienen; ich habe auch nichts gegen die, die mit ihren fünf Ochsengespannen Handel treiben. Aber ich sage, dass derjenige, der das Erhabene für das Niedere opfert, den Sinn des Lebens nicht versteht. Jeder muss sich die Frage stellen, was der Sinn seines Lebens ist. Wenn das Kind heranwächst, zeigt es Interesse für sein Wachstum. Es misst sich ständig, vergleicht sich mit dem einen oder anderen Kind, um zu sehen, wie viel es gewachsen ist. Das Mädchen will so groß wie seine Mutter werden und lange schwarze Haare, schwarze Augenbrauen, die wie ein Regenbogen aussehen, und rote, volle Lippen haben. Und das ist erreichbar. Aus ihr wird eine schöne, schlanke junge Frau; sie freut sich über ihre Schönheit, und es freuen sich über sie auch die Mitmenschen. Der Junge seinerseits will wie sein Vater werden, will, dass ihm Schnurbart und Bart wachsen, und dass er stark wird. Wenn er heranwächst, wird er ein schöner starker Mann, schenkt den jungen Frauen Aufmerksamkeit. Doch es kommt der Tag, an dem die junge Frau und der junge Mann ihre Jugend verlieren. Ihre Haare beginnen, grau zu werden, bis letztendlich das hohe Alter kommt, sie gebückt gehen und zu den jungen Menschen sagen: “Mein Sohn, unser Leben ist schon zu Ende. Eitelkeit der Eitelkeiten, all dies ist Eitelkeit.” Das sind die Menschen, die ihre fünf Ochsengespanne geprüft haben. Sie haben sich nur um ihre fünf Sinne herum bewegt. Ich frage diese Menschen: “Habt ihr geprüft, wie man mit den fünf Ochsengespannen pflügt?” “Wir haben es geprüft, wir haben mit ihnen geackert.” “Wenn ihr geackert habt, wisst ihr jetzt, dass es etwas Höheres als Pflügen und Ackern gibt. Danach müsst ihr streben.” Jetzt komme ich zur dritten Kategorie von Menschen – jenen, die nur an sich denken, die eine hohe Stellung in der Gesellschaft einnehmen wollen. Wenn ihr ihnen von der Lehre Christi erzählt, fragen sie euch sofort, was diese Lehre mit ihrer Stellung in der Gesellschaft zu tun hat? Sie sind schon verheiratet. Welches Verhältnis hat die Lehre Christi zur Familie? “Betrachtet uns als entschuldigt.” Seit zweitausend Jahren lädt Christus alle Menschen, alle Völker zu einem großen Festmahl ein, um ihnen die Prinzipien des großen Lebens zu erklären, aber sie entschuldigen sich bis heute. Was erwartet sie, wenn sie sich entschuldigen? Wo ist das jüdische Volk geblieben? Wo ist das große Römische Reich geblieben? Auch die gegenwärtigen Völker gehen durch eine große Krise. Erst jetzt erscheint der Gedanke, dass die Rettung der Menschheit in der Vereinigung aller Völker liegt, die brüderlich zu leben beginnen sollen. Erst jetzt nimmt man allmählich die Idee an, dass der Mensch nicht nur auf der Erde lebt. Also beginnen die Menschen, auch ihr Leben wie das Leben der Pflanzen zu betrachten: ein Leben der Wurzeln, das heißt niederes, irdisches, materielles Leben, und ein Leben der Äste – erhabenes, geistiges Leben. Das irdische Leben geht zum Zentrum der Erde, und das geistige – zum Zentrum der Sonne. Die Einwohner der Erde, die in den Wurzeln des Lebens leben, haben eine Auffassung vom Leben. Die Einwohner der geistigen Welt, die in den Ästen leben, haben eine völlig gegensätzliche Auffassung vom Leben. Allerdings ist das Leben nicht nur auf die Wurzeln und Äste begrenzt. Es gibt auch ein anderes Leben: das der Blüten und der Früchte. Wenn ihr zum Leben der Frucht kommt, kann man schon vom Vorgang der Reifung sprechen. Christus spricht zu seinen Jüngern in Gleichnissen, um ihnen die Gründe zu erklären, warum die Menschen noch nicht in das Reich Gottes eingehen können. Die Gründe liegen darin, dass die Aufmerksamkeit der Menschen von den Äckern, von den Ochsengespannen und von den Stellungen, in welchen sie sich befinden, angezogen wird. Acker ist Acker, Ochsen sind Ochsen, Stellung ist Stellung. Allerdings können sich die Menschen nicht vorstellen, wie sie in das Reich Gottes mit ihrem Acker, ihren Ochsen und mit ihrer Stellung eingehen werden. Wie werdet ihr als Gast zu eurem Freund gehen, der einige Kilometer von euch entfernt wohnt? Ihr spannt euren Wagen an und fahrt los. Wenn ihr das Haus eures Freundes erreicht, haltet ihr an. Man wird herauskommen, um euch zu begrüßen. Ihr fahrt in den Hof hinein, spannt das Pferd aus, damit es in den Stall gebracht werden kann, und steigt die Treppe hinauf. Ihr zieht draußen eure Oberbekleidung aus und geht in das Zimmer hinein zu eurem Freund. Der Wagen, das Pferd und das Gepäck sind der Acker und die Ochsen, die euch daran hindern, in das Reich Gottes hineinzugehen. Die Oberbekleidung ist die Stellung, die ihr vorübergehend einnehmt. Ihr gebt die Stellung auf und lasst sie draußen und geht so in das Haus eures Freundes, das heißt in das Reich Gottes. Macht der Richter nicht das Gleiche? Wenn er eine Gerichtsverhandlung führt, legt er eine Richterrobe an. Nachdem das Urteil verkündet ist, zieht er seine Robe wieder aus und bleibt in seiner gewöhnlichen Kleidung wie ein gewöhnlicher Mensch. Solange der Soldat auf dem Schlachtfeld ist, wirkt er auf seinen Feind abschreckend. Sobald er sein Gewehr und sein Bajonett niederlegt, wird er zum gewöhnlichen Menschen. Ist das Kultur? Wenn der Mensch stirbt, lässt er den Acker, die Ochsen, seine Frau und seine Kinder zurück und geht allein ins Jenseits. Wo bleibt die Kultur des Menschen? Alles, was aus ihm einen besonderen und kulturellen Menschen gemacht hat, bleibt auf der Erde, und er geht nur mit dem weg, womit er einst gekommen ist. Was für eine Kultur hatten die Juden, als sie ihr Land verloren haben und zu Sklaven der Ägypter geworden sind? Ihr sagt, dass die Ägypter grausam waren, als sie die jüdischen Säuglinge getötet haben. Machen die heutigen Völker nicht das Gleiche? Macht nicht jeder Mensch das Gleiche? Ihr tötet das Edle und das Erhabene in euch und ihr werdet als kulturell entwickelt angesehen. Das Göttliche in sich zu töten bedeutet, die Kinder Gottes zu töten. Was werdet ihr über jene sagen, die sich entschuldigt haben und beim reichen Festmahl nicht dabei waren? Sind sie für die neue Kultur bereit? Sie sind nicht bereit. Da wurde der Herr zornig und sagte zu seinem Diener: “Geh schnell auf die Straßen und Gassen der Stadt und hol die Armen und die Krüppel, die Lahmen und die Blinden herbei.” Diese Menschen haben die Einladung angenommen. Sie sind die Träger der künftigen Kultur. Wer sind die Krüppel? Jene, die nicht stehlen und fremdes Gut nicht berühren. Wer sind die Lahmen? Jene, die keine Verbrechen begehen. Wer sind die Blinden? Jene, die nicht gierig sind. Der Gierige blickt begehrlich auf das Geld, er betrachtet es als ein notwendiges Tauschmittel und sieht nicht das Reich Gottes, das den echten Reichtum bringt. Für die Gierigen haben das Geld und die Kohle den gleichen Preis. Ja, es ist wirklich nur wertvoll, wenn es für einen vernünftigen Zweck genutzt wird. Demjenigen, dem die Hände gegenüber dem Bösen gebunden sind, ist das Herz für die Liebe zugänglich und geöffnet. Er zählt zu den Krüppeln. Wer nicht neidisch ist und kein Unrecht tut, ist lahm. Der Herr sagte zu seinem Diener: “Keiner von denen, die eingeladen waren, wird an meinem Festmahl teilnehmen.” Wer sind die wirklich Geladenen? Die Armen, die Krüppel, die Lahmen, die Blinden. Sie haben die Einladung angenommen. Äußerlich sind sie hässlich und grob, aber es wird ein Tag kommen, an dem sie ihre Schönheit in guten Handlungen und großen Heldentaten offenbaren werden. Die Menschen werden sie für ihre Taten lieben, so wie die Reichen für deren Geld. Es ist besser, dass dich die Menschen für deine Taten lieben, als für dein Geld und deine äußere Schönheit. Was ist besser: Dass du äußerlich schön bist wie das Sonnenlicht, das tagsüber über allem scheint und abends untergeht, oder dass du innerlich schön bist, vom Gotteslicht beschienen? Die erste Schönheit nennen wir physische, und die zweite – geistige. Die erste offenbart sich tagsüber, wenn es auch ohne sie überall hell ist; die zweite offenbart sich nachts und beleuchtet Leidenden und Gequälten, Unterdrückten und Irregeführten den Weg. Deshalb steht geschrieben, dass die schönen Dinge in der Dunkelheit wachsen. König David sagt: “Nimm mich unter deine Fittiche.” Die Bulgaren, die an schwarze Magie glauben, erlauben den jungen und schönen Frauen tagsüber nicht auszugehen, damit sie nicht verzaubert werden. Was ist schwarze Magie? Die schlechten menschlichen Gedanken und Wünsche! Was für eine vernichtende Kraft liegt in ihnen verborgen. In manchen Fällen sind sie schrecklicher als Kanonen und Waffen. Das Buch eines Schriftstellers, voller deformierter Gedanken und Gefühle, flößt Gift in die Köpfe und Herzen von Generationen von Menschen ein, während Kanonen nur vorübergehend gefährlich sind, nur solange der Krieg dauert. Das Christentum ist gekommen, um die Menschheit von schlechten und deformierten Gedanken und Wünschen zu retten, die sich im Verstand der Menschen seit Jahrtausenden angehäuft haben. Ihr werdet sagen, dass das Christentum eine neue Lehre sei, seit zweitausend Jahren in der Welt. Doch ist diese Lehre nicht neu. Sie ist durch drei Epochen gegangen: Die erste betrifft die Zeit der Erschaffung des ersten Menschen nach dem Abbild und Gleichnis Gottes. Er lebt bis heute noch im Paradies. Die zweite Epoche betrifft die Zeit des zweiten Menschen, gemacht aus Erde und aus dem Paradies vertrieben wegen Ungehorsams. Die dritte Epoche ist die Zeit der heutigen Menschheit, in der sich der Mensch außerhalb des Paradieses befindet. Er wurde in Haut gekleidet. Das ist der heutige Mensch, der sich zum Christentum bekennt. Der gegenwärtige Mensch hat ein spezifisches Verständnis vom Christentum. Das Verhältnis mancher Religiösen zum Christentum ähnelt dem Verhältnis des Analphabeten zu einem teuren, gut eingebundenen Buch. Er sieht sich das Buch an, untersucht den Einband, aus welchem Leder er ist, wo er hergestellt worden ist, wie der Buchdrucker heißt, der es gedruckt hat. Nachdem er diese Untersuchungen angestellt hat, erzählt er seinen Bekannten, dass er ein schönes Buch mit teurem Einband gesehen habe. Das ist auch wichtig, aber vor allem muss er den Inhalt des Buchs kennen und das Buch benutzen. Das Christentum ist ein wertvolles Buch mit schönem Einband, welches für den Menschen nur dann nützlich ist, wenn er es aufmacht und liest. Da findet jeder Methoden und Gesetze, nach denen er richtig leben kann. Bleibt das Buch geschlossen, ist es zwecklos. Das gleicht der Situation, wenn ein Arzt über eine wertvolle Arznei verfügt, die den Menschen Leben gibt, aber diese Arznei nicht angewendet werden kann. Alle sehen sich die Flasche mit der Arznei von außen an, drehen sie hin und her, aber keiner kann sie öffnen. Wenn sie die Flasche zerbrechen, zerfließt die Medizin. Was für einen Sinn haben das Buch und die Flasche, wenn sie nicht benutzt werden können? Egal wie sehr ihr ihre äußeren Qualitäten bewundert, sie bringen keinen Nutzen. Es gibt ein anderes Buch, wertvoller als dieses, dessen Qualitäten ihr beschreibt -- es ist die Menschenseele. In ihr stehen die Geheimnisse geschrieben, im Da-Sein verborgen seit der Schaffung der Welt bis zum Ende des Jahrhunderts. Wenn von der Seele gesprochen wird, fragen sich manche, ob sie existiere oder nicht. Nur wenige öffnen und lesen dieses Buch. Ein griechischer Philosoph sagte: “Erkenne dich selbst.” Dieser Gedanke birgt die Lehre von der Seele in sich. Dass sich der Mensch selbst erkennt, bedeutet, das Buch seiner Seele zu öffnen und darin zu lesen. Da findet er die Geheimnisse vom Da-Sein. Die Bibel enthält weniger Geheimnisse als das, was Gott in die Menschenseele hinein geschrieben hat. Lest das in eure Seele Geschriebene, um zu erfahren, wie alle lebendigen Wesen, alle Engel, gelebt haben. Nur so lebt die Welt auf und öffnet sich vor euch. Kann der Mensch in Kontakt mit den Engeln kommen? Er kann es. Ich tue das jeden Tag. Ihr werdet sagen, dass dies nicht möglich sei. Probiert es und überzeugt euch, dass es möglich ist, mit den Engeln zu sprechen. Wie viele Engel klopfen an die Menschenherzen! Aber anstatt ihre Herzen für sie zu öffnen, sagen sie: “Betrachte mich als entschuldigt.” Einige lehnen es ab, die Engel zu empfangen unter dem Vorwand, dass sie zu ihrem Acker gehen müssen; andere, dass sie ihre fünf Ochsengespanne ausprobieren, und wieder andere, dass sie heiraten gehen müssen. Salomon hatte in seinem Schloss sogar neunhundert Frauen untergebracht, aber das versteht man unter Heiraten nicht. Der gegenwärtige Mann trennt sich von seiner Frau und heiratet eine geschiedene Frau. Das Gleiche macht auch die Frau. Und hinterher zählen sie sich zu den kulturell entwickelten Menschen. Was für eine Kultur gibt es im Leben von geschiedenen Männern und Frauen? Dich von einem Menschen, mit dem dich Gott vereinigt hat, scheiden zu lassen, und dich mit einem fremden Mann oder mit einer fremden Frau zu verbinden -- das ist keine echte Kultur. Wenn sie auf Schwierigkeiten stoßen, sagen die Menschen, dass das Leben ein Kampf sei, also müssten sie kämpfen. Darin, dass das Lamm mit dem Wolf kämpft, gibt es einen Sinn. Aber welcher Sinn liegt darin, dass zwei Schwestern oder zwei Brüder in einem Haus untereinander kämpfen? Dass sich die Menschen, die verschiedenen Göttern dienen, untereinander schlagen, ergibt auch einen Sinn. Aber müssen sie sich schlagen, wenn sie ein und demselben Gott dienen? Der Herr des Hauses, über den Christus spricht, hat viele Menschen zum Festmahl eingeladen, aber sie haben sich entschuldigt. Man sagt, dass diese Menschen für die neue Kultur nicht bereit sind. Sie beschäftigen sich mit vergänglichen, vorübergehenden Dingen, die ihre Aufmerksamkeit von der echten Vorbestimmung des Menschen ablenken. Der Raupe ist es nur vierzig Tage lang erlaubt, sich mit ihrem Körper zu beschäftigen. Danach gibt sie ihn auf und verwandelt sich in einen Kokon. Danach gibt sie auch den Kokon auf und verwandelt sich in einen Schmetterling. Der Körper, dem der Mensch eine große Beachtung schenkt, ist weder das Wesentlichste noch das Erhabenste im Leben. Er muss sich umgestalten, sich vervollkommnen. Paulus sagt: “Es gibt einen natürlichen Körper, es gibt auch einen geistigen Körper.” Der natürliche Körper ist jener, der die Krankheiten nicht aushält. Er wird auch physischer Körper genannt. Die spanische Grippe zeigt, wie widerstandsfähig er ist. Nachdem ihm einige Spritzen gegeben worden sind, hält er es entweder aus oder nicht. Es ist besser, wenn der Mensch wachsam ist, wenn er den Mikroben nicht nachgibt. Dann werden sie nur das Unnütze im Organismus fressen, und danach wird der Mensch ihre Wirkung mit seinen Gedanken und seinem Willen lähmen. Es gibt etwas viel Gefährlicheres als die Mikroben - das ist der menschliche Hass. Christus lädt heute alle Menschen zu einem großen Festmahl ein. Das ist das neue Leben, zu dem ihr berufen seid. Probiert es aus, um zu sehen, was für einen Segen es für die Menschenseelen bringt. Wer seine Einladung annimmt und ihm offenherzig entgegenkommt, dem werden sich die Augen öffnen, und er wird sehend werden. Er wird die Engel sehen, die herunterkommen und hinaufsteigen, er wird mit ihnen in Verbindung treten und anfangen, das neue Wissen zu erlernen. Was er lernt, wird er an seine kleineren Brüder weitergeben. Das ist das wahre Wissen. Wer es erlangt, wird sowohl für sich als auch für seine Nächsten von Nutzen sein. Er verfügt über dieses Wissen unter allen Bedingungen. Es wird zu seinem Fleisch und Blut. Was für ein Wissen bringt es dem Pferd oder dem Esel, wenn ihr ihn mit den heiligen Büchern der ganzen Menschheit beladet? Ist dieser Esel dann gelehrt? Er schreit iah in passenden und unpassenden Momenten, ahnt nicht, was für Bücher er auf seinem Rücken trägt. Strebt nach jenem Wissen, das ihr auch ins Jenseits mitnehmen könnt, und nicht nach dem, das euch den Rücken bricht. Die dritte Kategorie von Menschen, die sich entschuldigt haben, um am Festmahl nicht teilnehmen zu müssen, sind diejenigen, die heiraten gehen. Sie ähneln den Patrioten, die ihr Vaterland lieben, aber zusehen, dass sie es ausnutzen, um hohe Posten einzunehmen. Ein wahrer Patriot ist jener, der sein ganzes Hab und Gut für sein Vaterland opfert. Er muss ein Vorbild sein, ein nachahmungswürdiges Beispiel. Wer sich für seinen Nächsten, für sein Vaterland, für eine hohe Idee opfert, der stirbt nicht. In seinem Namen stehen alle Menschen, alle Völker auf. Die großen Menschen sind die Seele der Völker. Eines Tages werden alle Völker auferstehen und zusammen mit ihnen – die ganze weiße Rasse. Dann wird Christus kommen. Also wird die Wiederkunft Jesu dadurch gefeiert, dass die Völker die Freiheit erwerben werden. Jedes Volk, das ein anderes Volk zu begrenzen sucht, indem es seine Freiheit wegnimmt, verzichtet auf den Segen Gottes. Denkt nicht, dass ihr Ausnahmen vom Ganzen seid. Wenn ihr die Einladung ablehnt und sagt, dass ihr zu eurem Acker oder zu den Ochsengespannen oder zum Heiraten geht, wird euch das nicht im Geringsten retten. Das befreit euch nicht von der Verpflichtung zum Ganzen. Das Leben eines jeden Menschen muss in das Leben des Ganzen einfließen, und ihr alle zusammen müsst das künftige große Gebäude bilden. Ich wünsche, dass alle Bulgaren zu den Blinden gehören, die von Christus zum Festmahl berufen wurden. Von welchen Blinden spricht Christus? Von jenen, deren Augen vor dem Bösen verschlossen sind, aber für das Gute und Erhabene geöffnet sind. Der Bulgare liebt seinen Acker; aber jedem Menschen ist so viel gegeben, wie er braucht. Nimmt er mehr als das Vorherbestimmte, wird er es leicht verlieren. Jeder hat das Recht, die Erde zu bearbeiten, aber nicht, sie zu beherrschen. Das verlangt auch Gott von uns. Das verlangt die Liebe. Was ist die Liebe? Einige benutzen das Wort Liebe anstelle von Zuneigung, aber sie unterscheiden sich voneinander. Die Liebe ist eine schöpferische Kraft, die Leben gibt. Und die Zuneigung baut auf das auf, was die Liebe geschaffen hat. Im Allgemeinen ist es so: Die Liebe gibt, die Zuneigung nimmt. Ein Schüler kam zu einem indischen Lehrer, um zu fragen, was Liebe sei. Der Lehrer schwieg und antwortete nicht. Der Schüler besuchte ihn fünf Tage lang in Folge und stellte dieselbe Frage, aber der Lehrer schwieg weiter. Am sechsten Tag bestand der Schüler vor dem Lehrer darauf, dass dieser ihm etwas zur gestellten Frage sage. Anstatt eine Antwort zu geben, nahm ihn der Lehrer bei der Hand und führte ihn in Richtung Ganges. Danach tauchte er ihn ins Wasser und hielt ihn fünf Minuten unter Wasser. Der Schüler kämpfte, wollte sich von der festen Hand seines Lehrers befreien, konnte es aber nicht. Letztendlich zog ihn der Lehrer aus dem Wasser und fragte ihn: “Was hast du gefühlt, als du im Wasser warst?” “Eine große innere Spannung und das Bedürfnis nach Luft.” Der Lehrer antwortete ihm: “Wenn du ein genau so großes inneres Bedürfnis nach Liebe spürst, wirst du verstehen, was sie ist. So wie du beim Öffnen des Mundes atmest, so wirst du beim Öffnen der Seele lieben. ” Die heutige christliche Kultur hat wie der indische Lehrer die europäischen Völker fest gepackt und ins Wasser getaucht. Es sind schon fünf Jahre her, seit sie im Wasser kämpfen und sich befreien wollen. Christus fragt sie: „Was spürt ihr? Wie fühlt ihr euch?“ „Wir brauchen Freiheit.“ Alle Völker werden frei sein, wenn sie sich an Gott wenden, wenn sie einander zu lieben beginnen. Die Liebe macht den Menschen frei. Verzichtet auf euren Egoismus, auf den Gedanken, was mit euch passiert. Erfüllt den Willen dessen, der in euch lebt. Christus sagt: “Ich suche keine Anerkennung von den Menschen, aber von Gott.” Der Mensch ist ein Teil des göttlichen Organismus. Wenn der ganze Organismus gesund ist, werden auch seine Teile gesund sein. Was passiert mit Bulgarien? Von euch hängt es ab, ob es Bulgarien gut oder schlecht geht. Wenn alle Bulgaren in Harmonie mit dem Ganzen leben, wird ihr Leben harmonisch sein. Schon bei der Erschaffung der Welt hat Gott die Grenzen von Bulgarien festgelegt und die Regierungsform vorgesehen. Eines Tages wird dieser Plan zur Ausführung kommen. Das ist sowohl für Bulgarien, als auch für alle Völker, für jeden einzelnen Menschen, vorgesehen. Wenn ihr nach Hause kommt, gehe jeder von euch in sein Zimmer, mache den Bücherschrank auf und sehe nach, was für euch geschrieben steht, was das Programm ist, was ihr erfüllen müsst. Das Schreckliche ist schon vorbei, ihr seid schon am Ende. Jetzt kommen gesegnete Tage der Auferstehung und Verjüngung. Ihr werdet alle jung sein, mit dreiunddreißig Jahren. Ihr werdet auf der Erde leben, solange ihr wollt; ihr werdet weggehen, wenn ihr eure Arbeit beendet habt. Ihr werdet eure Nächsten und Freunde herbeirufen und werdet ihnen sagen, dass ihr ins Jenseits verreist. Ihr werdet euch von ihnen verabschieden und werdet zum Vaterland aufbrechen. Wenn ihr weggeht, wird man nicht um euch weinen, weil man weiß, wohin ihr geht. Damit ihr frei ins Jenseits verreist und frei zurückkommt, müsst ihr auf den Hass, auf die Eifersucht, auf den Neid, auf alle Kleinigkeiten verzichten. Dass jemand euch beraubt hat -- das darf euch nicht stören. Was euch gehört, gehört euch für immer, und keiner kann es wegnehmen. Sogar wenn es einer wegnimmt, werdet ihr es zurückbekommen. Ich wünsche, dass ihr alle Christus persönlich kennenlernt. Wie Christus auf die Erde kommt, wo ihr Ihm begegnet, ist nicht wichtig. Denkt, wie ihr wollt. Erwartet Ihn, wie ihr das versteht. Wenn ihr orthodox seid, werdet ihr Ihn vom Himmel herabsteigend erwarten, begleitet von Engeln, die der ganzen Welt mit Posaunen kundtun werden, dass Christus kommt. Wenn ihr Theosophen seid, wartet ihr darauf, dass Christus irgendwo geboren wird und aufwächst, sich entwickelt, bis er unter die Völker geht und predigt. Wenn ihr Okkultisten seid, glaubt ihr, dass Christus hier und da, letztlich aber unter allen Völkern, auftauchen wird. Sein Erscheinen wird an den großen Erschütterungen, die in der ganzen Welt passieren werden, erkennbar sein. Christus klopft an jede Tür und lädt die Menschen zum großen Festmahl ein. An wessen Tür wird geklopft? An die Tür eines jeden, der den Willen hat und bereit ist, die Einladung anzunehmen. Seid froh, dass ihr zu den Berufenen zählt. Zweifelt nicht an der Wahrheit. Woher sie auch kommt, sie ist ein und dieselbe, unveränderlich. Um sie wahrzunehmen, müsst ihr euch von der äußeren Betrachtungsweise der Dinge befreien. Die materielle Welt hat ein Verhältnis zu den Formen der Dinge, und die geistige und göttliche Welt betrachten ihren Inhalt und Sinn. Deshalb haltet euch nicht nur bei den Formen auf, sondern fahrt auch mit ihrem Inhalt fort. Was sagte der Teufel zu Christus, als er Ihn auf den Berg geführt hatte? “Wenn du dich vor mir verbeugst, gebe ich dir alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht.” Christus antwortete ihm: “Weg mit dir, Satan! Denn es steht geschrieben: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.” Christus hat keine Verträge mit dem Teufel geschlossen. Er wusste, dass alle Teufelsverträge und -versprechen scheitern. Der Mensch ist nicht auf die Erde gekommen, um König zu werden, sondern um Gott mit Liebe zu dienen. Er muss mit dem, was er ist, zufrieden sein und nicht nach Reichtum und Ruhm streben; diese stürzen ihn. Ihr begegnet vielleicht jemandem, der euch fragt, ob ihr orthodox, evangelisch oder katholisch seid. Das soll euch nicht beschäftigen. Jeder muss in seinem Inneren sagen: “Ich kenne einen Gott, der alle liebt, alle heilt und allen Leben, Nahrung und Wasser gibt.” Er ist überall, und überall hören wir seine Stimme. Einige hören seine Stimme und zweifeln nicht an Ihm, andere hören Ihn und zweifeln. Das ist der Unterschied zwischen Gläubigen und Nichtgläubigen. Ihr sagt, dass sich jemand für Christus halte. Wenn dieser Mensch nach den Gesetzen der Liebe, der Weisheit, der Gerechtigkeit, der Tugend lebt, ist er Christus. So können alle Menschen wie Christus sein. Gibt es etwas Unmögliches darin? Auch Christus sagt über sich: “Ich und Mein Vater sind eins.” Wer wie Gott lebt, ist eins mit Ihm. In dieser Situation lebt der Geist Christi in allen Menschen: Einer in Vielen, und Viele in Einem. Ihr sagt, dass es im menschlichen Leben Geheimnisse gebe, versteckte Dinge. Es gibt Geheimnisse im Leben, aber das bedeutet nicht, dass sie unrein sind. Das Leben im Himmel und unter dem Himmel ist voll von Geheimnissen. Die Natur ist voll von Geheimnissen. Der Mensch selbst und sein Körper sind ein großes Geheimnis. Wer Gott und seinen Nächsten liebt, wer lernt und arbeitet, der gelangt langsam zu den Geheimnissen der Natur und zu jenen seines eigenen Organismus. In diesem Sinne ist der menschliche Körper ein Heiligtum. Behandelt ihn mit Ehrfurcht und Heiligkeit. Die Kräfte, die für die Entwicklung des Menschen nötig sind, liegen in ihm selbst verborgen, und die Bedingungen für deren Offenbarung sind außerhalb von ihm. In der Feuchte, im Wasser verbirgt sich das göttliche Leben, in der Wärme die Liebe und im Licht die Wahrheit. Benutzt diese Bedingungen, um zu wachsen und euch zu entwickeln. “Wir wollen froh und fröhlich sein.” Auch das ist möglich. Wie? Indem ihr eure Herzen für das Licht und für die Wärme der Gottesliebe öffnet. Ein Fakir in Indien verbrachte dreißig Jahre in unbewegtem Zustand mit dem Wunsch, eine Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens zu finden. Ganze Tage saß er unbeweglich wie ein Baum da. Sogar die Vögel bauten Nester auf seinem Kopf. Eines Tages näherte sich eine arme Witwe und hängte am nahen Baum eine kleine Wiege auf, in der sie ihr Kind liegen ließ. Ruhig in dem Glauben, dass sich ihr Kind unter der wachsamen Aufsicht des Fakirs befinde, ging sie arbeiten. Kurz danach kam eine Kobra an die kleine Wiege heran und machte sich bereit, das Kind zu beißen. Der Fakir stellte sich die Frage, ob er dem Kind helfen oder es der Obhut Gottes überlassen solle. Er sagte zu sich: “Gott hat sowohl das Kind als auch die Kobra geschaffen. Er denkt selbst an das Kind. In dieser Lage weiß ich nicht, was zu tun ist, um den Willen Gottes zu erfüllen.” Indem er so dachte, bewegte er sich nicht und ließ Gott selbst die Frage lösen. Die Kobra biss das Kind, und es starb. Der Fakir sagte sich: “Das war der Wille Gottes.” Vergebens verbrachte er dreißig Jahre mit Nachdenken - er fand den Sinn des Lebens nicht. Als er ins Jenseits kam, ließ Gott ihn zu sich kommen und fragte ihn, warum er das Kind der Witwe nicht gerettet hat. “Ich habe nicht gewusst, was Dein Wille ist – das Kind zu retten, indem ich die Kobra töte, oder die Kobra am Leben zu lassen, so dass Du selbst das Kind beschützt.” Gott antwortete ihm: “Mein Wille war es, dass das Kind am Leben bleibt, und du dich bewegst und die Kobra tötest. Warum hast du so viele Jahre nachgedacht, wenn du diese Frage nicht beantworten kannst? Zur Strafe sende ich dich wieder auf die Erde, wo du noch tausend Jahre in Schwierigkeiten verbringen, meinen Willen erkennen und ihn erfüllen wirst.” Viele Menschen sitzen bis heute wie dieser Fakir da, regungslos und über den Zweck und den Sinn des Lebens nachdenkend, haben aber immer noch nichts begriffen. Ihre Freunde, die von Kobras verfolgt werden, wenden sich an sie, aber sie bewegen sich nicht, wollen ihre Hand nicht heben, um die Kobra zu töten. Sie sagen sich: “Gott hat sowohl den Menschen als auch die Kobra geschaffen; wenn es sein muss, wird er selbst den Menschen retten.” Die Kobra stellt das falsche Menschenleben dar, das Ergebnis eines deformierten Verstandes und Herzens. Die Kobra hält den Verstand und das Herz des Menschen in Lähmung. Ihr sagt, dass die Welt so sei. Die Welt ist nicht so. Im Gegenteil, die Welt ist vernünftig, sie gründet auf Ordnung. Um zu sehen, was eigentlich die Welt ist, müsst ihr einen Freifahrtschein haben, um sie zu bereisen. Nur so werdet ihr eine klare Auffassung von ihr haben. Aber nur derjenige, der bereit ist, mit Liebe zu lernen und zu arbeiten, kann so einen Freifahrtschein benutzen. Die Welt braucht große Menschen, Helden, die nicht beim Rückzug auf dem Rücken verwundet werden, sondern auf der Brust - beim Vormarsch. Der Geist Gottes kommt in die Welt, um zu arbeiten und alle Menschen arbeiten zu lassen. Die Zeiten der Ruhe und Erholung sind vorbei. Heute wird von allen Arbeit verlangt. Alle Menschen sind aufgefordert. Denkt der Mensch nur an Schlaf und Erholung, so ist das Faulheit, ein Ergebnis seiner Trägheit. Ein Mensch litt an großer Faulheit und wusste sich nicht zu helfen. Er wandte sich an einen erfahrenen amerikanischen Arzt, damit er ihm auf irgendeine Art und Weise helfe. Der Arzt führte ihn in sein Labor und setzte ihn unter die Wirkung von elektrischen Strömen. Der Kranke fing an zu schreien, zu stampfen und mit den Händen zu zappeln. “Das ist nicht gefährlich” antwortete der Arzt ruhig “Das sind nur gymnastische Übungen, die Ihnen helfen werden, gesund zu werden.” Das menschliche Leben braucht eine feste Grundlage, welche Gott ursprünglich gelegt hat. Wendet die Wahrheit und die Liebe in eurem Leben an. Wenn ihr seht, dass euer Bruder und eure Schwester unrein und beschmutzt sind -- kritisiert sie nicht, sondern helft ihnen, sich zu säubern; wenn sie Hunger haben -- gebt ihnen etwas zu essen; wenn sie krank sind – heilt sie. “Warum gehen einige Menschen nicht zur Kirche?” Darin liegt eure Täuschung. Ich finde, dass sie mehr Zeit in der Kirche verbringen als nötig. Die Kirche stellt das persönliche Leben des Menschen dar. Jeder hat so eine Kirche. Geht aus eurer Kirche hinaus und geht in die Gotteskirche der Liebe, der Gerechtigkeit, der Wahrheit und der Tugend hinein. Mit anderen Worten: Hört auf, nur an euch selbst zu denken. Denkt auch an eure Nächsten. Nur so wird sich die Lage der Familien, der Gesellschaften, der Völker verbessern. Nur so wird sich die politische Lage Bulgariens verbessern. Alle Menschen - Pfarrer, Lehrer, Richter, Politiker, Mütter und Väter -- müssen für den Sieg des Guten über das Böse beten. -- “Auf welcher Seite müssen wir stehen?” Auf der Seite von Gott und Christus. Ich bin schon an der Front. Ich habe mein Schwert gezogen und kämpfe. Wenn alle Menschen gegen das Böse kämpfen, zuerst in sich selbst, und dann außerhalb ihrer selbst, wird die Welt leicht in Ordnung gebracht. Die Zukunft der Menschheit ist groß. “Was passiert mit Bulgarien?” Denkt nicht daran. Die Angelegenheiten Bulgariens sind in Ordnung gebracht worden, eure aber nicht. Ich wünsche, dass eure Angelegenheiten in Ordnung gebracht werden nach allen Regeln Gottes. Ich wünsche, dass ihr alle gesund, munter und fröhlich seid, und dass ihr, wo immer ihr euch auch begegnet, euch erkennt. Es gibt keine größere Sache als diejenige, dass wir uns als Brüder erkennen. Das predigt Christus. Ich wünsche euch allen, dass ihr Arme, Krüppel, Lahme und Blinde seid, damit ihr zu den Berufenen zählt. Christus wird seinen Diener senden, um euch zum großen Festmahl einzuladen. Gott segne euch und sei mit euch, jetzt und immerdar und in alle Ewigkeit! Sonntagsvorträge, 03.11.1918 Sofia Übersetzt von Snezhina Budurova
  12. Die zwei Hemisphären Die Nördliche und die Südliche Hemisphäre 5 Uhr am Morgen Das Gute Gebet Gotteslob Das Gebet des Königreiches Ich lese Kapitel eins vom Evangelium nach Johannes Das Lied “Im Anfang war das Wort” Worauf sollte man sich freuen? Und wonach sollte der Mensch streben? Das Angestrebte kann nicht immer ein und dasselbe sein. Die Kinder streben nach diesem, die Erwachsenen streben nach jenem. Das zeigt, dass in den angestrebten Zielen keine Eintönigkeit sein darf. Ein Mensch darf nie innehalten, um zu schauen, was die anderen Menschen anstreben. Er muss sein inneres Bestreben beachten, welches ihn antreibt. Und jedes Wesen, egal welches, muss sein Bestreben so äußern, wie es das selbst versteht. Was sollte das Angestrebte sein? Am 9. oder 22. März wandert die Sonne über die nördliche Hemisphäre, und jetzt wandert die Sonne in die südliche Hemisphäre. Das ist ein Symbol. Es gibt also zwei Enegrieströme. Der Energiestrom in der nördlichen Hemisphäre hat einen äußeren Charakter, er ist der Strom der Männer. Unter dem Wort Mann versteht sich ein Strom für Arbeit. Das bedeutet, dass Voraussetzungen für Arbeit von außen bereitet werden. Wenn der Sonnenstand beim 22. September ankommt, wie jetzt, ist das ein Energiestrom für die Frauen. Also bringt er eine Weichheit mit sich und dann kann sich der Mensch zurückziehen, in sich selbst versinken. Ab dem 9. März werden die Tage länger und die Nächte kürzer. Dann gibt es mehr Licht, weil sich die Wahrheit von außen offenbart. Unter diesen Lichtverhältnissen siehst du alles. Da besteht die Gefahr, dass du unzufrieden wirst mit dem, was du hast. In dir erwacht eine Unzufriedenheit, dass du dies oder jenes nicht hast, und die Leute dies und jenes - (scheinbar) alles - haben. Ab dem 22. September werden die Nächte länger und die Tage kürzer. Das ist wieder ein Symbol des Guten. Dann wächst die Wärme innen und nicht außen. Das äußeren Licht und die Wärme nehmen ab und die inneren nehmen zu. Das bezieht sich auf jene, die in der Nördlichen Hemisphäre leben. Für jene, die in der Südlichen Hemisphäre leben, ist das umgekehrt. Für sie werden die Tage länger, das Licht und die Wärme nehmen zu. Aber für jene im Norden ist das nicht so. Ihr fragt manchmal: “Warum ist das so?” Wie ich bereits gesagt habe: Wenn das Licht des Mannes zunimmt, nimmt die Dunkelheit der Frau ab. Und wenn der Tag des Mannes sich verkürzt, verlängert sich die Dunkelheit der Frau. Welche Schlussfolgerung werdet ihr daraus ziehen? Für die Frau muss es sehr dunkel werden, damit es ihr von innen warm wird und sie ihren Edelmut offenbart. Ihre Gutmütigkeit erscheint bei großer Dunkelheit, wenn die Nächte länger werden und die Frau zum Leben erwacht. Die Frau - das bedeutet ein “Wesen”. Denkt also nicht, dass ich über die Frau in dieser Form spreche, in der ihr sie heute seht. Ich spreche über den Menschen als ein Wesen, das etwas gebären kann. Ich spreche über den Menschen in derselben Art und Weise wie über die Erde, auf die man etwas säen und danach ernten kann. Ich spreche über den Menschen in derselben Art und Weise wie über einen Baum, der Früchte tragen kann. Ich spreche nicht über jene Dinge, die ihr habt. Wenn ich “ihr” sage, meine ich nicht ausschließlich euch, sondern eine umfassende Mehrzahl. Wer sind diese “ihr”? Alle - sowohl die Guten, als auch die Schlechten, alle zusammen seid “ihr”. Oft erwarten wir eine Wohltat von den Mitmenschen. Welche Wohltat kannst du von einem Baum erwarten? Die Wohltat vom Baum wird von seinen Früchten kommen. Und wie äußert sich die Wohltat, die vom Menschen stammt? Durch seine sanften Worte, mehr nicht. Die Wohltat des Menschen liegt in seiner Sprache. Sprichst du eine wohlwollende Sprache, bist du sanft. Sprichst du keine wohlwollende Sprache, bist du nicht sanft. Welche Sanftmut könnt ihr in einem Menschen entdecken? Keine Sanftmut könnt ihr im Menschen entdecken. Im Menschen könnt ihr nicht jene Sanftmut entdecken, wie sie in den Pflanzen vorhanden ist. Wenn jedoch die Blätter der Pflanzen ausfallen, könnt ihr nichts mehr finden. Das ist ein äußeres Gesetz. Die Pflanze selbst weiß die Dinge zu verwandeln. Wie ich bereits gesagt habe, muss der Mensch die Gesetze des Lichtes und die Gesetze der Wärme studieren. Das ist ein und dasselbe Gesetz. Das Gesetz des Lichtes offenbart sich im menschlichen Verstand, und das Gesetz der Wärme - im menschlichen Herzen. Das ist die Liebe. Ich frage: Warum fürchtet der Mensch sich manchmal, wenn er in sich eine Offenbarung der Liebe spürt? Warum fürchtet der Mensch sich vor der Liebe? Heute ist die Liebe so verdreht, dass wenn jemand zu dir von Liebe spricht, du gleich annimst, dass hier etwas nicht stimmt. Wer zu dir über Liebe spricht, will was nehmen. Nehmt zum Beispiel die Lage der jungen Frau. Bevor sie denjenigen kennenlernt, der sie liebt, ist sie noch frei, spricht mit allen. Sobald er ihr sagt, dass er sie liebt, wird sie schon still, nachdenklich und sagt: “Diese Sache ist sehr ernst.” Ich frage: Warum mag die junge Frau nicht hören, dass man sie liebt? Sobald ein junger Mann zu einer jungen Frau sagt, dass er sie liebt, ist die Liebe schon beendet. Das bedeutet “Ich liebe dich.” Er wird ihr danach sagen, dass sie ihn nicht richtig verstanden hat. Deswegen schweigt die junge Frau. Die Liebe besteht solange du nicht gesagt hast, dass du jemanden liebst und solange er frei vor dir ist. Sobald du sagst, dass du ihn liebst, wird er ernst und beginnt dich zu meiden und zu zweifeln, ob es wirklich Liebe ist. So ist das heutige Verständnis der Liebe. Die Liebe offenbart sich im Schweigen. Wenn du schweigst, liebst du. Und wenn du viel sprichst, ist das das Ende der Liebe. Jemand sagt: “Weißt du nicht, dass ich dich einmal geliebt habe?” – Einmal! Danach sagt er: “Ich werde dich lieben.” Und am Ende sagt er: “Ich liebe dich.” Wenn du liebst, was musst du machen? Auf welche Art und Weise musst du beweisen, dass du liebst? Was ist der erste Ausdruck der Liebe? Die Liebe hat zwei Ausdrücke. Wenn du einen Mann kennenlernst, wie wirst du deine erste Liebe ausdrücken? Du wirst ihm Licht und Wissen geben, das ist der erste Ausdruck. Und wenn du in die südliche Hemisphäre kommst, um dich vor einer Frau darzustellen - unter dem Wort Frau verstehe ich einen Mensch, der gebiert – diesem Menschen wirst du Wärme geben; Speise, Nahrung muss es für ihn geben. Wenn du ihm sagst, dass du ihn liebst, musst du ihn zu Gast einladen, du wirst ihm ein gut gekochtes Huhn anbieten, Suppe. Wisst ihr, wie man Suppen zubereitet? Ihr habt solche Suppen noch nicht bereitet. Einige von euch können Hühnersuppen zubereiten. Diesem Menschen wirst du eine Unterkunft geben und jeden Gefallen tun. Das ist das innere Leben. Also, die Liebe des sanften Gefühls in uns offenbart sich nur dann, wenn die große Dunkelheit von außen kommt, und das Licht nach innen, in das menschliche Herz kommt. Das geschieht in der Winterzeit, wenn wir nichts anderes erwarten, außer Schneestürme, Stürme und den Schnee. Dann gehen wir ins Haus, machen die Lampen an, zünden den Ofen an, öffnen das Buch und beginnen zu lesen. Wenn irgendein Nachbar kommt, empfangen wir ihn zu Hause und beginnen mit ihm ein nettes Gespräch. Jetzt will ich das Leben der Gegensätze erklären. Manchmal wollt ihr die männliche Seite des Menschen studieren - das Wissen. Dann seid ihr draußen, die Bedingungen sind anders. Und wenn ihr das zweite Prinzip studieren wollt – das weibliche Prinzip der Liebe, dann werden draußen sehr ungünstige Bedingungen sein. Das zeigt, dass sich die Liebe bei sehr ungünstigen Außenbedingungen offenbart. Wenn du nach günstigen Bedingungen im Außen suchst, dann wird das Wissen kommen, die Weisheit auch, aber die Liebe gibt es nicht. Nicht, dass es sie nicht gibt, aber sie offenbart sich nicht. Solltest du spüren wollen, was die Liebe ist, dann müssen die größten Leiden, die Stürme und das Unglück kommen. Dies zeigt jedoch, dass du einen starken Rücken haben musst. Also ist der Mann stark von außen und die Frau ist stark von innen. Es ist so, dass wir oft von der Liebe dasjenige verlangen, womit sie sich nicht beschäftigt. Die Liebe bringt Wärme und kein Licht. Und das Wissen bringt keine Wärme, es bringt Licht. Und aus diesem Grund nämlich suchen sich die Menschen gegenseitig. Wenn du das Licht findest, wirst du auch nach der Wärme suchen. Anders gesagt: Sobald du das Wissen findest, wirst du auch nach der Liebe suchen. Und sobald du die Wärme findest, dann musst du auch das Licht finden. Denn die Wärme kann nur bei Licht wahrgenommen werden. Wie ich gesagt habe, wollt ihr gleichzeitig von außen und von innen glücklich sein. Könnt ihr das sein? Die Erde muss gleichzeitig von beiden Seiten beleuchtet werden. Kann sie gleichzeitig von beiden Seiten beleuchtet werden? Das kann sie nicht. Warum kann sie nicht gleichzeitig von beiden Seiten beleuchtet werden? Ihre Form ist so, dass egal unter welchen Bedingungen, nur die Hälfte beleuchtet werden kann. Ihr seid als Frau geboren, aber ihr wollt das Wohl vom Mann haben. Und der Mann ist als Mann geboren worden, aber will das Wohl der Frau haben. Und der Mann sucht nicht nach seinem Wohl, er sucht die Frau. Ihr sagt über einen Mann: “Er sucht eine Frau.” Er sucht das, was er nicht hat. Er sucht das auf eine unverstandene Art und Weise. Die Frau muss warten und sich gedulden, die Erde wird sich drehen und dann kommt das, wonach sie sucht, von alleine. Auch der Mann muss warten und sich gedulden, und dann kommt das, wonach er sucht, von alleine. Und dann, wenn ein Mann eine Frau sucht, meine ich nicht die Art und Weise, auf die ihr eine Frau oder einen Mann sucht, weil sie die verdrehteste ist. Es ist nicht schlecht mit einem Flugzeug oder mit einem Hubschrauber zu starten. Eines Tages wird das auch passieren, das kann durchaus sein, aber bei den jetzigen Bedingungen, weil ihr nicht fliegen könnt, müsst ihr eine gewisse Zeit warten, bis sich die Erde dreht. Sobald sich die Erde dreht wird die Sonne kommen. Die Frau muss zu dem Mann kommen – das ist ihr Weg, und zu der Frau muss der Mann gehen. Was werdet ihr dann sagen, wenn zu euch der Mann kommt? Was sind die Bedingungen in der Natur? Wohin geht die Sonne? Nach Norden. Dann werden die Tage lang und die Nächte kurz. Dann muss man arbeiten, man muss säen. Und was sind die Bedingungen wenn der Mann zu der Frau geht? Oder ich kann es euch mit anderen Worten sagen: Wenn sich euer Verstand entwickelt, werdet ihr in einem Zustand sein und wenn sich euer Herz entwickelt, werdet ihr in einem anderen Zustand sein. Jetzt muss das im Leben angewandt werden. Denn so, wie der Mensch das Leben versteht, ist es sinnlos. Und wenn ich euch sage, dass der Mensch alle lieben muss, spreche ich über die Einheit in der Natur. Und deshalb sage ich nämlich, dass es in der Natur nur eine Frau gibt und nur einen Mann. Die Frau hat unzählige Formen und auch der Mann hat unzählige Formen. Ihr seht viele Männer und viele Frauen, aber eigentlich gibt es nur eine Frau und einen Mann. Ich sage, mit dieser Auffassung, kann in der Welt kein Verbrechen passieren. Ein Verbrechen kann nur dann passieren, wenn sich dieser Mann an ein kleines Ästchen, an ein kleines Blättchen von dieser Einheit bindet und zu sehen beginnt, dass es viele Frauen gäbe. Darin liegt die Täuschung. Die Realität ist, dass der Mensch beim Anblick seiner Gestalt im Spiegel denkt, dass dies jemand anderes wäre. Nein, das bist du selbst. Er täuscht sich und sagt: “Es gibt noch einen anderen wie ich.” Wo zeigt sich jetzt die Täuschung? Wo zeigt sich die Eifersucht? Er denkt, dass er seine Frau nicht mehr liebt, oder dass sie ihn nicht mehr liebt. Der Mann beschwert sich, dass seine Frau ihn nicht mehr liebt, und die Frau beschwert sich, dass ihr Mann sie nicht mehr liebt. Das ist eine Täuschung, das kann nicht passieren. Es kann alles passieren, aber dass dich jemand nicht mehr liebt, kann nicht passieren. Dass dich jemand nicht mehr liebt bedeutet, dass das ganze Dasein ruiniert wird. Dass dich jemand nicht mehr liebt bedeutet, dass du deinen Finger nicht mehr liebst. Kann der Mensch seinen Finger zu lieben aufhören und ihn zu schneiden beginnen? Das ist nicht möglich, weil er auch so sein muss wie du. Ich spreche jetzt über die tiefgreifenderen Ansichten, damit ihr all die Lehren verlasst, die von den gefallenen Geistern in die Welt gebracht wurden. Als sie auf die Erde kamen, lehrten sie die Menschen dieses Leben, das die Menschen heute leben. Und jetzt seid ihr alle immer noch unter ihrem Einfluss. Das ist nicht so. Der Mann hütet seine Frau, dass sie nicht zu einem anderen Mann geht. Der Vater hütet seine Tochter, seinen Sohn. Kann er sie behüten? Und wenn du schläfst – wie wirst du sie beschützen? Nein, übergebe deinen Mann in die Hände Gottes und sag: “Gott beschütze ihn.” Und wenn du es so sagst: “Gott beschütze ihn und Sein Wille geschehe”, übergebe ihn in die Hände Gottes. Denn wir haben nur einen Gott. Manchmal strebt ihr nach dem ersten Platz in der Welt. Warum strebt ihr danach? Einen ersten Platz kann es nicht geben. Es gibt nur einen ersten Platz und der ist für Gott. Für dich ist der zweite Platz. Strebt nicht danach, den ersten Platz einzunehmen, denn ihr werdet in Schwierigkeiten geraten. Ihr seid nicht für den ersten Platz vorbestimmt. Kein Wesen in der Welt ist für den ersten Platz vorbestimmt. Ihr müsst das verstehen. Ihr sagt: “Er gehört mir.” Unter diesem Gesichtspunkt darfst du niemanden kritisieren, niemanden beurteilen, denn dieser Mensch hat einige Dinge gesehen, die er nicht verstanden hat. Wenn du jemandem sagst, dass du den ersten Platz bestrebst, habt ihr euch beide geirrt. Dann kommt ein Dritter, und er will auch den ersten Platz. Ihr habt euch alle geirrt. Keiner kann den ersten Platz haben, weil er eine große Verantwortung mit sich bringt. In diesem Sinne sagt ihr: “Wieviele Mütter gibt es in der Welt.” Indem ihr auf diese Art und Weise denkt, stoßt ihr auf Widersprüche. Nein, in der Welt gibt es nur eine Mutter, die alles gebiert. Wenn du den ersten Platz einnehmen willst, wirst du die ganze Verantwortung tragen. Und dann fragt ihr: “Wie sollen wir jetzt leben?” – Darin besteht der große Widerspruch – wie man leben soll. Von jetzt an müsst ihr das lernen. Denjenigen, mit dem du lebst, darfst du nicht als einen Fremden betrachten. Warum könnt ihr die Dinge nicht so betrachten, dass ihr alles als gut wahrnehmt, was jemand anderes tut? Was hindert euch daran zu denken, dass alles gut ist, was euer Nächster, mit dem ihr lebt, tut? Dieser Nächste kann euer Mann sein, der Licht bringt. Wenn die Frau denkt, dass ihr Mann sie erobern kann, irrt sie sich. Wenn der Mann Licht in seine Frau einbringt, beginnt sie alle seine Fehler zu sehen. Er ist aufgeklärt, aber sie kann nicht richtig sehen und dann beginnt er allmählich die Schlüssel zu drehen und sie bleibt in Dunkelheit. Und wenn sie nicht mehr sieht, beginnt sie zu suchen, wo ihr Stoyan geblieben ist. Und wenn sie ihn zu suchen beginnt, zeigt das ihr Verhältnis zu ihm. Sobald sie sagt, dass sie ihn nicht mehr will, zeigt das, dass das Licht gekommen ist und sie seine Fehler sieht. “Ich liebe ihn nicht.” - Das Licht ist von deinem Mann gekommen, du siehst seine Fehler. Das ist eine falsche Auffassung. Nach der neuen Kultur darfst du nichts Schlechtes in dem jenigen sehen, den du aus Liebe gewählt hast und mit dem du lebst. Du wirst deinen Mann nicht kritisieren, nicht wegen eurem Verhältnis oder wegen irgendetwas anderem. Was macht die Frau? Wenn sie sieht, dass ihr Mann ausgeht, beginnt sie ihn zu kritisieren: Bring deine Kleidung in Ordnung, deine Krawatte, mache deine Schuhe sauber, spreche nicht zu viel und so weiter. Er, der Arme, steckt in Schwierigkeiten. Er sieht irgendwohin, und sie sagt gleich zu ihm: “Hier darfst du nicht hinschauen”. Er geht irgendwo rein und sie sagt “Das darfst du nicht machen.” Nein, sie darf ihn nicht kritisieren, egal wie er angezogen ist und was er spricht. Nehmt an, dass alles richtig an seinem Platz ist. Egal wer was spricht, sagt ihm: “Wie gut du sprichst!” Wenn der Mann von einer Frau laut spricht, darf sie ihm nicht sagen, dass er grob spricht. Wie ich gesagt habe, bezieht sich das auf die Auffassungen des Menschen. Manchmal spreche ich über die Geduld. Ihr könnt nie geduldig sein, wenn ihr das nicht versteht. Das ist eine andere Sache. Willst du Geduld haben, musst du unbedingt diese tiefgreifende Auffassung haben. Also, damit ihr zu dieser Auffassung kommt, müsst ihr Gott überall sehen. Er hat sich irgendwo versteckt und ihr müsst ihn finden. Gott prüft mein Wissen, wie weit ich gekommen bin. Der Mann kann geprüft werden, und die Frau kann geprüft werden. Wenn eine Schwester kommt, beginnt ihr sie zu kritisieren. Ihr beginnt zu prüfen was ihr Glauben ist. Ihr braucht nach ihrem Glauben gar nicht fragen. Ich weiß, dass aus ihrer Sicht ihr Glauben richtig ist. “Aber er hat sich noch nicht zu Ende entwickelt.” Sprecht nicht über Entwicklung. Denn, wenn ihr die kleinen Kindern bei ihrem Aufwachsen betrachtet, seht ihr, dass es Seelen sind, die sich im Prozess ihrer Entwicklung befinden. Eines Tages wird sie Gott erheben. Wenn ihr ihnen zuschaut, seht ihr das Gute in euch. Gestern hatte ich ein Beispiel für eine ausgezeichnete Diskussion. Die schönste Diskussion, die ich bisher im Izgev gehört habe, das war die Gestrige. (Im Sinne von großen Auseinandersetzungen). Diese Diskussion dauerte fast eine ganze Stunde und war so angenehm, so süß, fast engelhaft. Die ganze Zeit habe ich geschwiegen. Und danach, als sie zu Ende waren, habe ich zu ihnen in musikalischer Sprache gesprochen. Ich sagte ihnen: “Sehr gut habt ihr das gemacht.” Ich sagte, es ist eine Kunst, im Bösen in der Welt das Gute zu sehen. Es ist eine Kunst in der Dunkelheit das Licht sehen zu können. Es ist eine Kunst in der Armut gut zu leben. Es ist eine Kunst im Unwissen den Sinn des Lebens zu finden. Es ist eine Kunst im Tod das Leben zu sehen. Das ist etwas, das jeder erreichen kann. Wie kann das sein? Das ist auch für gewöhnliche Menschen möglich. Das ist die neue Kultur, die jetzt in die Welt kommt. Das bringt sie jetzt. Und wenn ihr nicht im Stande seid, die Dinge so zu verstehen, bleibt ihr in eurem jetzigen Zustand. Momentan existieren Kriege, Morde, Streit und Unzufriedenheit. Egal in welches Haus ihr hineingeht, findet ihr überall Streit und Zwietracht. Irgendwo gibt es Scheidungen und irgendwo Trauungen. Die Menschen suchen nach Glück, aber dieses Glück dauert nur anderthalb Tage. Viele beschweren sich und sagen: “Die vergangene Zeit kommt nicht mehr zurück, die glückliche Zeit.” Eine Frau beschwert sich über ihren Mann und sagt: “Mein Mann kommt nicht zurück.” Sei froh, dass er nicht zurückkommt. Jetzt kann er nicht zurückkommen. Aber in fünf bis sechs Monaten wird er zurückkommen. So wie die Sonne von der südlichen Hemisphäre zurückkommt, so wird auch er in sechs Monaten zurückkommen. Der Mann sagt: “Meine Frau kommt nicht zurück.” In sechs Monaten wird auch sie zurückkommen. Du wirst sie in der südlichen Hemisphäre suchen, und nicht in der nördlichen. Die Frau regiert die südliche Hemisphäre und der Mann - die nördliche. Dann kommt Gott zu ihnen zu Besuch. Gott besucht sowohl den einen,als auch den anderen. Jeder empfängt Gottes Wohl, wenn die Sonne in seine Welt tritt. Manchmal beginnt auch ihr Kriege, indem ihr euren Mann erobern wollt. Kann die südliche Hemisphäre die nördliche erobern? Manchmal beginnt der Mann einen Krieg, er will seine Frau erobern. Kann die nördliche Hemisphäre die südliche erobern? Weder kann die nördliche Hemisphäre die südliche erobern, noch kann die südliche die nördliche erobern. Strebt nicht nach Eroberungen. Das Wohl kommt von Gott. Jeder muss an seinem Platz sein. Oder anders gesagt: Der Mann kann Gott nur durch die Frau sehen. Der Mann kann Gott nur durch die Frau lieben. Auch die Frau kann Gott nur durch den Mann lieben. Die Mutter kann Gott nur durch ihr Kind lieben, und das Kind kann Gott nur durch seine Mutter lieben. Die Schüler können Gott nur durch ihren Meister lieben. Und der Meister kann Gott nur durch seine Schüler lieben. Das sind Verhältnisse, Gesetze in der Welt, die ihr nicht ändern könnt. Wenn ihr diese tiefgreifende Auffassung über das Leben nicht habt, können euch eure pädagogischen Regeln, egal welcher Natur sie sind, nichts geben. Wie werdet ihr ein Kind erziehen? Wie lasst ihr das Kind Gott lieben? Wenn es durch seine Mutter Gott nicht lieben kann, könnt ihr es nicht erziehen. Wenn ein Kind durch seine Mutter Gott sehen und lieben kann, könnt ihr es in jeder Hinsicht erziehen. Dieses Kind kann genial werden, es kann ein Musiker werden. Aus einem Kind, das seine Mutter nicht liebt, kann nichts werden. Und euch habe ich auch gesagt – wenn ihr einander nicht liebt, kann aus euch auch nichts werden. Darin liegt die Essenz der großen Erziehung. Jetzt spreche ich von der Perspektive wie Gott die Welt geschaffen hat. Wenn ich die Menschen nicht liebe, kann ich Gott nicht erkennen und aus mir wird nichts. Wenn ich die Menschen und alle Wesen liebe, werde ich Gott lieben und sie werden mich lieben und ich werde eine Beziehung mit ihnen haben. Jetzt wünsche ich, dass jeder an seinem Platz ist. Und das Wohl, das ihr hier erwartet, wird zu euch kommen. Es besteht ein Gesetz auf der Erde. Dieses Wohl wird kommen. Also bereitet euch vor, sodass wenn dieses Wohl kommt, ihr es wahrnehmen und im Einklang mit dem Gesetz des Lichtes und dem Gesetz der Wärme leben könnt . Das ist die Liebe. Ich wünsche euch, so wie ich gestern diese Diskussion gehört habe, dass ihr alle zueinander so sprecht mit sanften Worten, und anderen zuhört, die mit sich so sanft sprechen. Das ist meine Auffassung. So gehe auch ich vor. Im Anschluss sehe ich, dass diese Beiden sich mit einigen anderen unterhalten. Sie haben noch alte Auffasungen. Der eine von beiden war eine Schwester und der andere – ein Bruder. Der Bruder sagte, dass die Schwester etwas schweigen und nicht so viele reden solle. Aus welchem Grund mussten sie sich streiten? Es war ein kleiner Anlass. Es wird sowieso es im Topf gekocht und gegessen. Ich sitze hier im Anschluss und denke: Die Menschen können selbst beim größten Wohl, das Gott gegeben hat, unglücklich sein. Selbst bei der größten Fülle an Gütern können sie unglücklich sein. Das ist schon ein mangelndes Verständnis für die Natur der Dinge. Es ist schwer für den Menschen zu verstehen, aber die schwierigsten Sachen sind die Schönsten. Jetzt bleibt euch die neue Sicht der Dinge. Etwas anderes, was ihr wissen sollt, ist, dass die Sprache des Lichtes euch aufgesucht hat. Alle werden die Sprache des Lichtes ausgezeichnet sprechen. So, wie dieses Jahr die Birnen schön und in Fülle geerntet wurden, so mögt auch ihr das schätzen, was vom Menschen geerntet werden kann. Jeder von euch muss danach streben Früchte zu tragen und dann folgt nämlich das, was ihr euch wünscht. Sobald der Mensch Wissen hat, ist er bei allen willkommen. Und wenn der Mensch die Liebe hat, ist er auch willkommen. Möge die Liebe in euch alle Schwierigkeiten überwinden. Möge das Wissen, was ihr habt, alle Hindernisse beseitigen. Das ist das Wichtigste. Und was jetzt in der Welt passiert - Streit, Auseinandersetzungen - das passiert, weil sich jetzt der Mann in der Welt offenbart. Deshalb gibt es Kämpfe, Missverständnisse und Unruhen. Die Sonne wandert zur nördlichen Hemisphäre und diese Begebenheiten werden geklärt. Man sagt: “Unten gibt es Kriege.” Und wie soll es diese nicht geben! Wenn das Frühjahr kommt, spannt der Mann den Pflug und bearbeitet die ganze Erde. Alle Würmer, alle Käfer in der Erde treibt er weg von ihren Plätzen, es wird ein totaler Krieg. Weil die Menschen in der Welt jetzt nach der Freiheit suchen, offenbaren sich diese Begebenheiten. Jetzt zeigt sich das männliche Prinzip in der Welt und wird sechs Monate, sechs Wochen, sechs Tage, sechs Stunden, sechs Minuten lang dauern. Habt Geduld bis zum Ende zu warten. Alles wird sechs Minuten dauern. Ihr sagt: “In einem Augenblick wird das passieren.” Wenn ihr Geduld habt, wird es in einem Augenblick passieren. Wenn ihr keine Geduld habt, wird es in sechs Monaten passieren. Vater unser Formel: In der Liebe Gottes liegt das Wohl des Menschen. (dreimal) Vortrag vom Meister, gehalten am 22. September 1936 Sofia, Izgrev (Der Erdbebentag)
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