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  1. Früher
  2. Erkennt die Wahrheit und die Wahrheit wird euch frei machen Das Streben eines jeden ist die Freiheit in der Welt. Unter dem Wort Freiheit verstehen wir die Weite unserer Taten, Gedanken, Gefühle, die in uns verborgen liegen und das Aufgeben aller sie begrenzenden Bedingungen. Die Freiheit ist eine Eigenschaft des Geistes. Jemandem die Freiheit zu berauben, das ist der Fall. Beim Verlust der Bedingungen für die Entwicklung wird die Freiheit begrenzt. Der Verlust eines Körperteils – Hand oder das Bein – das ist ein Verringern der Freiheit. Der Verlust des Verstandes, des Denkens, des Sehvermögens und aller anderen Gefühle überhaupt ist die völlige Begrenzung der Freiheit. Die Wahrheit ist die Bedingung zur Wiederherstellung der Freiheit des Geistes. Die Freiheit begreift drei Bedingungen in sich. Erstens, Freiheit des Körpers. Zweitens, Freiheit des Willens und drittens Freiheit des Herzens zur Manifestieren der Gefühle und des Denkens. Christus sagt: „Die Wahrheit wird euch frei machen.“ Die Wahrheit wird uns den Weg zur Freiheit zeigen. Nicht jeder Gedanke, Wunsch und Wille machen uns frei. Jedes Wort ist eine geworfene Granate. Jedes Wort ist eine Zusammensetzung von Gedanken. Ein schlechtes Wort oder einen schlechten Gedanken können uns die Freiheit rauben. Das ausgesprochene beleidigende Wort ruft seinen Effekt hervor. Wir sollen immer das Maß haben, damit wir unsere Gedanken und Wünsche messen können. Dieses Maß, dieser Prüfstein ist Christus. Er soll immer vor uns und in unserem Verstand sein. Wenn wir immer mit Christus sind, entstehen in uns in Fülle Gedanken, Wünsche und ein Streben zu arbeiten und das ist ein gutes Merkmal. Nur haben nicht alle ein und dieselbe Eigenschaft, wir sollten wissen, welche von ihnen wir wählen sollen. Die Gedanken und die Wünsche sind die Steine aus einem Steinbruch, aus dem der künftige menschliche Körper errichtet werden wird, und dieser ist geistig. Diese Wünsche und Gedanken sind aus verschiedenen Richtungen. Wir sollen die Kunst beherrschen, die nötigen Steine für den Bau zu wählen. Für den Bau des Hauses benötigen wir außer Steine auch Eisen, Holz und andere Materialien. Es gibt Geister, die uns alle Materialien teuer oder billig verkaufen; wenn sie sie uns teuer verkaufen, dann haben sie uns betrogen, was sie kosten. Christus möchte uns frei machen. Wir sind an vielen Pflichten gebunden – die ersten von ihnen sind zu unseren Eltern, dann zu unseren Brüdern und Schwestern, danach, nachdem wir die Ehe eingegangen sind, zu unserer Frau und unseren Kinder und schließlich zu unserer Gesellschaft usw. Es ist eine Kunst zu wissen, wie wir zu jedem von ihnen verhalten sollen. Die Freiheit hat sowohl Rechte als auch Pflichten. Die Gesellschaft kann nicht nur mit Rechten oder nur mit Pflichten existieren, sondern es bedarf der beiden Prozesse, die zusammen laufen sollen. Die Rechte werden gemäß der Ansprüche unserer Bedürfnisse begrenzt. Wenn wir mehr wollen, dann wird die umgekehrte Reaktion in Erscheinung treten. Wo es mehr Honig gibt, dort werden sich auch mehr Bienen sammeln, um ihn zu fressen. Wo es mehr Reichtum gibt, dort werden alle bösen Geister zu uns kommen. Der Reichtum ist für die Freiheit nötig, es gibt sowohl Güter als auch Unglücke, der Mensch kann faul, stolz usw. werden In der Lehre Christi hängt der Wert der menschlichen Seele von den inneren Eigenschaften, d. h. mit dem Herrn verbunden und in Wahrheit gekleidet zu sein, und das ist, in Liebe gekleidet zu sein. Die Sonne erkennen wir nach seinem Licht und nach seiner Wärme. Gott erkennen wir gemäß der Wahrheit und der Liebe. Wenn die Wahrheit in unserem Verstand kommt, dann denken wir und wenn die Liebe in uns kommt, dann handeln wir. Die Wahrheit ist der innere Keim der Seele. Wenn wir sie haben, dann werden wir immer ein Stärkerwerden fühlen – es wird kein Alter geben, sondern nur Jügend, wir werden uns ständig munter fühlen. Die Schwierigkeiten im Leben sind ein Segen – sie sind eine Bedingung, damit wir uns erheben können, denn wir werden uns darum bemühen, sie zu beseitigen, um die Güter zu erlangen. Alle unsere Organe, Teile unseres Körpers begrenzen uns, indem sie uns helfen, weshalb wir ihre Funktionen kennen müssen, damit sie richtig arbeiten. Jetzt wird die Erschaffung des mentalen Körpers uns unterworfen sein. Es verlässt uns und wir trennen uns von ihm. Wir müssen uns verschwägern mit allen Geistern, die unseren Körper bilden und in ihm wohnen und uns helfen. Und das ist, sagt Christus, dass wir uns mit dem Himmel verschwägern sollen und dieses Verschwägern ist unsere Pflicht.Christus verschwägerte sich mit allen Geistern. Er opferte sich nicht nur am Kreuz auf. Die Existenz von allem, aufgrund dessen wir jetzt leben, ist von Christus; deshalb lieben wir ihn. Er hierlies uns den Reichtum, damit wir Gebrauch von ihm machen, und nicht, um ihn zu nehmen und zu teilen. Das ist das Reichtum, um derentwillen Christus sich aufgeopfert hat. Wenn wir ihn nicht nutzen, dann wird er ihn wegnehmen. Er gab ihm uns, damit wir uns entwickeln können und damit er uns für das Engel-Leben, nach dieser Welt werden wir in eine andere Welt übergehen müssen – die Welt der Engel. Christus möchte, dass wir Gebrauch vom Prüfstein machen und das ist unsere göttliche Seele und wenn wir sie finden, dann werden wir frei sein. Christus lehrte die Menschen in der Welt, wie sie ihre vergrabene Seele finden können, der verborgen liegende Reichtum. Viele unserer Seelen wurden gepfändet und wir müssen sie finden. Als der Mensch vom Himmel auf die Erde herabstieg, dann verpfändete er seine Seele, deshalb müssen wir sie zurückkaufen. Alle Menschen, die vor uns lebten, arbeiteten auf der Erde, häuften Erde an und wir müssen mit unserer Seele auf dieser Erde arbeiten. Deshalb haben wir die Bedingungen des Maßes – der Prüfstein. Die Umkehr, die Reue usw und hier geschieht der Prozess der Neugeburt. Um den Prüfstein zu erlangen, sollen wir frei sein; um frei zu sein, sollen wir für alles dankbar sein, was uns ereilt – gut und schlecht – das ist, dass Christus in uns lebt. Dann sind alle Dienste für uns gleich wichtig. Uns wird keinen größeren Dienst gegeben, wenn wir den kleineren nicht gut ausgeführt haben. Gott sendet sogar die Engel, damit sie einer sündhaften Seele für ihre Berichtigung dienen. Immer müssen wir mit den kleinen Dingen beginnen und zu den größeren Fortschreiten und nicht zu sagen, dass wir nicht die Pflicht haben, eine gewisse Arbeit zu verrichten, wenn wir frei sind. Der Herr erschuff die Erde und wenn sie ihre Missionen erfüllt, dann werden ihre Teilchen breiter werden und mit der Erde wird es zu Ende gehen. Jeder unser Akt in der Welt ist kollektiv, denn wir sind mit vielen anderen Geister verbunden. Jeder unser Gedanke ist eine Pflicht – eine Tratte und der Geist, der sie hat, führt uns und wir befinden uns in seinen Händen. Deshalb sollen wir keine großen Dinge wünschen, denn sie werden uns gegeben werden, wenn wir sie wünschen, aber danach wird der Geist sagen: „Zahle jetzt!“, und wenn wir unsere Verpflichtung nicht zahlen können, dann können die Leiden, die Entbehrungen die Krankheiten et cetera. Jeder Zornige wurde beraubt, denn ist außerhalb seines Körpers gegangen und die Geister berauben ihn. Deshalb soll jeder auf sein Haus „den Körper“ achten - das ist die Freiheit. Wir sind in fremden Häusern, sind nicht frei, denn immer können sie uns vertreiben. Das erst wichtigste Ding ist jetzt unsere Wünsche und Gedanken zu unterscheiden: welche unserem Nutzen dienen, für diese werden wir wollen, dass sie in Erfüllung gehen. Und dann wird gesagt, Gott hat sie für uns bestimmt.
  3. Das Wesentliche im Leben Feiertagsrede des Meisters Beinsa Duno, gehalten am 15. August 1943 in Sofia, 10.00 Uhr - Izgrev Das Leben hat eine reale Seite, die man als Grundlage nehmen muss. Die ewigen Wünsche beziehen sich auf das reale Leben, und die vorübergehenden - auf das nicht reale. Zum Beispiel: Einer der vorübergehenden Wünsche des Menschen ist es König zu werden, um anderen Befehle zu erteilen. Das wünschen sich nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere. Das ist die Ursache, warum auch Tiere dem stärksten Tier unter ihnen gehorchen wie einem König. Der stärkste Elefant ist König der Elefanten; der stärkste Löwe - König der Löwen, der stärkste Adler - König der Adler; der weiseste Mensch - König der Menschen. Viele wollen Könige sein, können es aber nicht. Im Allgemeinen zeichnet sich der Mensch durch viele Wünsche aus. Viele Wünsche zu haben ist nicht schlecht; das Schlechte liegt in der Unwissenheit wie diese Wünsche zu realisieren sind. Jemand will gut sein und da er nicht weiß, wie er das Gute offenbaren soll, stellt er sich selbst nicht richtig dar. Der Mensch an sich ist gut. Gott hat das Gute von Anfang an in ihm angelegt; es bleibt ihm nichts anderes übrig als sich so zu offenbaren, wie er geboren wurde. Bevor du erkennst, was in dir angelegt ist, musst du deinen Organismus mit den inneren und äußeren Organen erforschen. Der Mensch hat Augen, Ohren, eine Nase, Arme, Beine, einen Magen, eine Brust, aber er erforscht sie nicht und kennt ihre äußere und innere Funktion nicht, und hat demzufolge kein richtiges Verhältnis zu ihnen. Jemand sagt: “Ich muss mich von meinem Magen befreien”. Warum will er sich von seinem Magen befreien? Weil er den Begriff “Wampe” mit “Magen” vermischt. Die Wampe ist der Ort der niederen Wünsche, der Magen aber beschäftigt sich mit gehobener Arbeit. Wenn der Mensch seine niederen Wünsche befriedigt, lebt er in Widersprüchen, von denen er sich schwer befreit. Die Widersprüche und negativen Begebenheiten sind auf Saturn zurückzuführen. Wer sich unter dem Einfluss von Saturn befindet, sagt, dass er nicht an Gott glaubt - er glaubt an nichts. Er redet so, weil er sich selbst nicht kennt. Er glaubt zwar, aber sein Glaube ist eher ein Aberglaube. Wenn er vom Verkauf von Lotterielosen hört, beeilt er sich sofort um mindestens ein Los zu kaufen, um etwas zu gewinnen. Also glaubt er an die Möglichkeiten der Lotterie, aber an Gott glaubt er nicht. Der Glauben birgt in sich alle Möglichkeiten des Lebens. Jemand sagt, dass er an Gott glaubt, aber beschwert sich, dass er dies oder jenes nicht hat. Das ist kein echter Glaube, sondern Gläubigkeit. Warum leidet der Mensch? Weil er sich absichern will. Jemand sichert sich für hundert Jahre ab, ohne zu wissen, ob er so viele Jahre leben wird. Sich abzusichern bedeutet, eine unerträgliche Last auf seinem Rücken zu tragen. Die Natur sichert die Lebewesen nur für einen Tag ab - von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Was hat es für einen Sinn, einen Haufen von Geldscheinen zu horten, die in jedem Moment ihren Wert verlieren können? Verlasst euch auf das wahre Wissen, das seinen Wert nie verliert. Mit diesem Wissen findet ihr versteckten Reichtum in der Erde. Wer über das wahre Wissen verfügt kann aus einem Dekar¹ Erde den Reichtum von 20 Dekar ernten. Wenn er auf seinem Acker Weizen aussät, dann wird er große Kornähren ernten, von denen hundert Gramm ausreichen, um den Hunger eines Hungrigen zu stillen oder einen hoffnungslos Kranken zu heilen. Dieser Weizen ist mit Liebe bearbeitet worden. Wo Liebe ist, da sind auch Fülle und Freude. Der Weizen der heutigen Menschen ist klein und schwach, weil sie nicht in Liebe leben. Sie kritisieren, beleidigen und quälen sich ständig gegenseitig und letztendlich beschwert sich jeder, dass das Leben schlecht ist. Das Leben ist nicht schlecht, sondern die Menschen sind äußerst materiell geworden - sie verlassen sich mehr auf die Materie. Es ist nicht schlecht an die Materie zu glauben, aber gleichzeitig muss der Mensch auch an das Leben als das Wesen Gottes glauben. Oft sagen religiöse Menschen, um ihre Frömmigkeit zu betonen, dass sie kein Geld brauchen. Was brauchen sie? Sie brauchen Leben. Jedem Menschen ist ein Leben gegeben, aber nur wenige nutzen es richtig. In dieser Hinsicht ähneln die Menschen jenem bulgarischen Anwalt, der von Tarnovo nach Sevlievo fuhr und unterwegs von Räubern überfallen wurde. Sie haben ihn ausgeraubt, ihm sein Geld und seine zwei Revolver, die er mittrug, genommen. Der Anführer der Räuber fragte ihn: ”Warum trägst du zwei Revolver mit dir herum?” “Für den Fall der Fälle.” Gibt es einen schlechteren Fall als diesen? Er trug zwei Revolver mit sich, konnte sie aber nicht benutzen. Viele Menschen haben Geld, ohne es nutzen zu können. Einige Menschen haben Wissen, Kraft und Leben, können sie aber nicht gut anwenden. Andere haben eine gute Stimme zum Singen, aber wenn die Zeit kommt sie zu benutzen, können sie nicht - sie haben sich erkältet, wodurch sie heiser geworden sind. Ihr werdet sagen, dass dies von der fehlenden Kultur zwischen den Menschen kommt. So redet man nicht. Das sind Fragen, die bis jetzt keine Rasse beantworten konnte. Auch die weiße Rasse wird sie nicht beantworten. Was hat die weiße Farbe für eine Bedeutung? Befreiung von der Dunkelheit im Leben, von der dichten Materie. Was hat die schwarze Farbe für eine Bedeutung? Leben in der dichten Materie. In der fernen Vergangenheit wollten die schwarzen Menschen Herren der Welt werden und fielen aus diesem Grund so tief nach unten, dass sie sich bis heute immer noch nicht erheben können. Solange der Mensch sich in der Dunkelheit befindet, kann er nichts machen. Die künftige Rasse wird die Ideale der ganzen Menschheit realisieren. Sie ist eine helle Rasse. Die Menschen der künftigen Rasse werden zwei Gesichter haben und in alle Richtungen sehen können. Sie werden von weitem voraussehen, wer etwas Böses beabsichtigt und werden ihm einen Brief schreiben um ihn zu warnen. Sie wissen, dass keiner seinem Bruder gegenüber gewalttätig werden darf, dass keiner Böses denken und in die Tat umsetzen darf. Die gegenwärtigen Menschen sind in ihren Auffassungen begrenzt, deshalb sagt der Vater zum Sohn: “Du musst mir dankbar sein! Ich habe dich ernährt, ich habe dich gerettet...” usw. Niemand hat jemand anderen ernährt. Die Sonne hat gearbeitet und arbeitet weiter an den Lebewesen und Gott hilft ihnen zu wachsen, und unterhält ihr Leben. Trotzdem tritt der Mensch selbstbewusst auf und meint, er hätte jemanden ernährt oder erhoben. Wenn du unter “ich” den Gott in dir verstehst, dann hast du Recht. Aber wenn du denkst, dass du - der Mensch - alles gemacht hast, dann bist du auf dem Holzweg. Was du auch tust - tue es im Namen Gottes. Erkenne an, dass Gott in dir das Gute tut. Er hilft und erhebt die Menschen. Er gewährt den Kredit und du unterschreibst nur die Tratte als Garant. Gibst du jemandem Geld, dann gib es mit Vertrauen. Was er damit macht ist seine Sache. Denke daran, dass bevor sich dieser Mensch dir gegenüber verschuldet, er sich gegenüber Gott verschuldet hat. Vertraue deinem Nächsten und habe keine Angst. Und er wird dir das Vertrauen erwidern. Was sehen wir heute? Die Menschen sind voneinander unzufrieden und verfolgen stets, wem wie viel gegeben wurde. Einer freut sich, dass er viel bekommen hat, der andere beschwert sich, dass er wenig bekommen hat. Dem einen wurde aus zwei Gründen mehr gegeben: entweder weil er das Gegebene vernünftig benutzen kann, oder man prüft ihn, wie er mit dem Reichtum zurechtkommt. Dem anderen wird wenig gegeben damit er arbeitet, um seine Gaben und Fähigkeiten anzuwenden. Wenn ihm großer Reichtum bekäme, würde er die Schule verlassen und aufhören, sich zu entwickeln. Jemand beschwert sich, dass er außer einer Geige nichts weiter von seinem Vater bekommen hat. Freue dich über deine Geige! Stimme sie gut und fange an zu spielen, die Menschen zu erfreuen, sie singen und tanzen zu lassen. “Ich will kein Geiger werden.” Meiner Meinung nach ist es vorzuziehen, zu spielen und zu singen, sein Brot mit der Geige zu verdienen, als zu warten, dass einem die gebratenen Tauben in den Mund fliegen. Was macht die Natur? Auch sie singt und spielt, und lässt die Menschen, Tiere und Pflanzen springen und tanzen. Es genügt ein Windstoß um die Menschen, Tiere und Pflanzen tanzen zu lassen. Die Bäume beugen sich, die Äste singen und spielen ihr Lied. Wenn der Wind die Bäume nicht schütteln würde, die Pflanzen nicht nach unten drücken und aufrichten würde, würden sie sich nicht entwickeln. Das zeigt, dass die Natur Vernunft besitzt. Dank dieser Vernunft ist nichts willkürlich. Viele fürchten die Bomben und laufen weg, verstecken sich, um nicht von ihnen überrascht zu werden. Um sich vor den Bomben zu schützen beginnen sie zu beten. Sie suchen Gott in den schlimmen Momenten ihres Lebens. Und das ist gut so. Sonst würden sie nie an ihn denken. Von einer Bombe überrascht zu werden ist wirklich furchtbar. Auch in der Natur gibt es Bomben, aber die Ergebnisse sind gut. Schnee und Regen fallen in Form von kleinen Bomben, trotzdem erwarten sie alle Lebewesen mit Freude. Sie bringen ihren Segen. Sogar der Hagel, der einige Schäden verursacht, bringt seinen Segen. Wenn es hagelt erfüllt sich die Luft mit Ozon. Nutzt die Güter, die die vernünftige Natur auf die Erde sendet. In jeder Sache steckt etwas Gutes. Sogar im Bösen steckt etwas Gutes. Das sieht nur der vernünftige Mensch, der die Dinge unterscheiden kann. Die gegenwärtigen Menschen neigen dazu, mehr das Böse und das Schlechte in der Welt zu sehen, als das Gute. – Warum? Weil sie nicht wissen, wie man sich schützt. Sie sind von unsichtbaren Wesen umgeben, die sie nicht lieben und ständig daran denken, wie sie ihnen Schaden und Unheil zufügen können. In diesem Zusammenhang ist auch der Tod als einer der unsichtbaren Feinde des Menschen anzusehen. Er beraubt den Menschen wie ein Räuber und bringt ihn ins Jenseits. Wenn ihr Gott nicht liebt, dann werdet ihr ausgeraubt und aufgefressen. Es steht aber in der Bibel: “Du lässt deinen Gleichgesinnten nicht dahinsiechen.” Also lässt Gott die Menschenseele nicht sterben. Heute wird von allen verlangt an sich zu arbeiten, mehr Licht, Wärme und Kraft zu erwerben. Das erlangt man durch bewusste innere Arbeit. Ihr werdet arbeiten, bis ihr die Fähigkeit erlangt, Böses in Gutes zu verwandeln. Nur so werdet ihr begreifen, dass das Böse als Vergeltung über denjenigen kommt, der nicht liebt. Das Gute kommt als Vergeltung über denjenigen, der liebt. Wer liebt ist bereit zu arbeiten, zu lernen, Wissen zu erwerben. Auf diese Weise werdet ihr Gottes Ordnung kennenlernen. Folgt dem Weg der Liebe, die es dem Menschen ermöglicht, Gott, den Nächsten und sich selbst kennenzulernen. Wer dem Weg der Liebe folgt, der kann seine Fehler wiedergutmachen und sein Leben verbessern. Es steht im Buch Genesis: “Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde; die Erde aber war wüst und wirr, Finsternis lag über der Urflut und Gottes Geist schwebte über dem Wasser.” ² /Genesis 1:1/ Gott schuf Himmel und Erde, aber die Erde braucht den Himmel. Gott und die vernünftige Welt gestalten bis heute noch die Erde. Und der Mensch - bewusst oder unbewusst - nimmt über die Haare auf seinem Kopf, wie durch Antennen, Gedanken von den oberen Welten wahr und vervollkommnet sich weiter. Ihr werdet sagen, dass dies euch nicht interessiert, dass es nur die gelehrten Menschen betrifft. Auch ihr wart Gelehrte. Wenn Ihr die Geschichte eurer Vergangenheit verfolgt werdet ihr sehen, wie viele Bände wissenschaftlicher und philosophischer Bücher ihr geschrieben, wie viele Gesetze ihr geschaffen, welche Ordnung und Gesetze ihr in die Welt gebracht habt. Wenn jemand es gewagt hat, euren Willen nicht zu erfüllen, hat er sofort seine Strafe bekommen. Jetzt seid ihr inkognito auf die Erde gekommen, damit euch eure Feinde nicht erkennen. Ihr habt das Kleid der Demut angezogen und seid als Schüler gekommen - um zu lernen, das neue Wissen wahrzunehmen und eure Fehler wiedergutzumachen. Also, wenn ihr euch begegnet, fragt euch nicht gegenseitig woher ihr kommt und was ihr mitbringt, sondern seht, was ihr benötigt. Wenn einer von euch Hunger hat, muss der andere ihm etwas zu essen geben. Nachdem er satt ist, wird er sich besser fühlen, sich öffnen und anfangen, seine Geschichte zu erzählen, wodurch ihr Neues lernt. Viele kommen zu mir und fragen: “Woher kommst du?” “Daher, wo auch du herkommst.” “Ich weiß nichts über mich, ich erinnere mich an nichts.” “Gehe in das Archiv deines Lebens, wo deine ganze Geschichte geschrieben steht und lies. Ich kenne deine Geschichte. Sie datiert aus der Zeit, als der erste Mensch geschaffen wurde. Damals warst du im Paradies, bei guten Bedingungen, aber eines Tages kam ein Adept in der Form einer Schlange in den Garten Eden und führte dich in Versuchung. Bis heute noch trägst du die Folgen dieser Versuchung. Die Schlange ist zu Schaden gekommen, aber auch die Menschen, geboren von Adam und Eva, haben sich von dieser Schlange noch nicht befreit. Der Tag wird kommen, an dem sie das Gesetz der Liebe freiwillig annehmen und sich ihm unterwerfen werden. Wer in der Liebe lebt ist frei.” Die gegenwärtigen Menschen verstehen die Liebe falsch. Sie verwechseln ihre Gefühle und Leidenschaften mit der Liebe. Sie verlieben sich, heiraten und denken, dass dies Liebe sei. Der Bursche liebt ein Mädchen und um ihre Aufmerksamkeit zu erwecken kniet er vor ihr nieder, nennt sie Göttin, nennt sie seine Erlöserin. Er ist bereit sich für sie zu opfern. Das Mädchen betrachtet ihn und denkt sich: “Du wirst schon sehen was für eine Gottheit ich bin! Lass uns heiraten, dann werden wir uns kennenlernen.” Der Bursche kniet zwar, aber auch er denkt, dass dies vorübergehend sei. Es wird der Tag kommen, an dem sie vor ihm niederknien wird. Dann wird er ihr zeigen, wer er ist. Der Bursche und das Mädchen sehen sich in die Augen, aber ihr Blick ist, ohne das Licht Gottes, getrübt. Das Mädchen darf den Burschen nicht vor sich niederknien lassen, auch der Bursche darf das Mädchen nicht vor sich niederknien lassen. Warum gehen sie nicht zu einer reinen Gebirgsquelle um dort niederzuknien? Warum richten sie ihren Blick nicht auf Gott und verlassen sich nicht auf Ihn? Ihr werdet sagen, indem sie niederknien äußern das Mädchen und der Bursche ihre Demut. Das stimmt nicht. Ein demütiger Mensch ist nicht schwach. Vor ihm hat sogar der Tod Angst. Der Demütige ist ein freier Mensch. Er ist von Freunden umgeben, denen er seine Gedanken, Gefühle und Taten mitteilt. Er teilt Ihnen die Bestrebungen seiner Seele und seines Geistes mit. Welche besseren Freunde kann der Mensch haben als seinen Verstand, sein Herz, seine Seele und seinen Geist? Wer diese vier Freunde hat ist reich. Um ihn werden sich jeden Tag mehr und mehr Menschen sammeln, die ihm helfen werden. Freundschaft unterhält man mit Ehrlichkeit und Vernunft. Wenn du nicht ehrlich und vernünftig bist werden dich deine Freunde verlassen. Egal ob du ein Lehrer, Pfarrer oder Händler bist - du musst ehrlich sein. Die Menschheit braucht heute ehrliche, gute, starke und gerechte Menschen. Eine arme Frau erkrankte und bat einen Arzt um Rat. Der Arzt empfahl ihr drei Löffel Olivenöl pro Tag einzunehmen. Aber sie hatte kein Geld, um den Rat des Arztes zu befolgen. Sie dachte nach - was tun, womit das Olivenöl ersetzen? Plötzlich fiel ihr ein das Olivenöl gegen Schweineschmalz einzutauschen. Da sie genug Schweineschmalz hatte, schmolz sie dieses und ließ es durch ein hölzernes Rohr laufen. Also nahm sie anstatt Olivenöl Schweineschmalz zu sich, aber in dem Glauben, dass sie gesund werden würde. Und wirklich, sie wurde bald gesund. Überall erzählte sie, wie sie das Olivenöl mit Schweineschmalz ersetzt habe und dadurch gesund wurde. Eigentlich ist das Schweineschmalz nicht zu empfehlen. Das Schwein ist ein Symbol von höchstem Individualismus. Sollte nur eine Schweinezelle in den menschlichen Körper gelangen, müssen vier bis fünf andere Zellen sie umrunden und dafür sorgen, dass sie keinen Schaden anrichtet. Die Schweinezellen richten mehr Schaden an, als sie eine nützliche Arbeit verrichten. Da Moses das wusste, verbot er den Juden, Schweinfleisch zu essen. Wenn sie das Gesetz Moses angewandt hätten, wären die Juden in einer besseren Lage als heute. Aber sie wandten nur jene Gesetze an, die in ihrem Interesse waren. Die Nachfolger von Moses verstanden viele Sachen wortwörtlich und begegneten deswegen großen Widersprüchen und Missverständnissen. Als sie auf das Gesetz der Opferdarbietung stießen, begannen die Juden Lämmer, Schafe und Hühner zu schlachten um diese zu opfern und um Gottes Gnade zu erhalten. Gott aber antwortete ihnen durch die Propheten. Wer hat euch berechtigt das Leben von den anderen Wesen zu opfern? Heute wird von allen ein reiner Verstand verlangt, Opfern geschieht im menschlichen Verstand und im menschlichen Herzen, damit der Mensch erkennt, wer er ist. Egal was den gegenwärtigen Menschen gesagt wird, die meisten von Ihnen verschließen ihre Augen und Ohren, sie wollen nicht sehen und nicht hören. Aber wenn ihr zu ihnen über Gold und Reichtum redet, sperren sie ihre Augen und Ohren auf. Alle Menschen suchen Gold, alle wollen reich sein. Gold könnt ihr leicht finden. In der Natur gibt es Gold an vielen Stellen. Es genügt euren Geruchssinn zu entwickeln, um es zu finden. Es duftet wie Nelken; richtet eure Nase darauf aus und ihr werdet es finden. Allerdings, genauso wie Blumen nur im Ausnahmefall gepflückt werden dürfen, als Arznei, so darf auch das Gold der Erde nur im Ausnahmefall ausgegraben werden. Dem Menschen ist es nicht erlaubt Blumen zum Vergnügen zu pflücken. Wenn er sie zum Vergnügen pflückt, muss er ihnen das Leben zurückgeben. Junge Mädchen und Frauen schmücken sich mit Blumen, aber sie wissen nicht, dass sie ihnen eines Tages das Leben zurückgeben müssen. So verlangen es die Regeln in der Natur und die Menschen müssen sie einhalten. Da sie die Naturgesetze nicht kennen, pflücken die Menschen Blumen, behandeln sie sorglos und sagen: Das sind nur Blumen, sie haben keine Empfindungen, kein Bewusstsein. Das stimmt nicht. Ein Hellseher sieht hinter jeder Blume ein vernünftiges Wesen. So sorgen sichtbare und unsichtbare Wesen für den Menschen. Der Mensch ist ein vernünftiges Wesen, hat aber trotzdem Ängste. Ein Flugzeug fliegt über seinen Kopf und er beginnt zu zittern, weil das Flugzeug eine Bombe von oben werfen könnte. Wenn das Flugzeug vorbeifliegt und nichts abwirft, sagt sich der Mensch: Diesmal habe ich mich gerettet, aber es wird ein nächstes Mal geben. Der Glaube des Menschen ist schwach. Sowie der religiöse als auch der weltliche Mensch drohen den Piloten, sie wollen sich an ihnen rächen. Warum wünschen sie sich nicht, dass die Piloten einschlafen und zurückkehren, warum müssen sie sie unbedingt töten? Morden ist verboten. Der Mensch verfügt über viele Methoden. Warum verwendet er nicht eine Methode, die ihn und seinen Feind erhebt? Als das Heer von einem der israelischen Könige vom Feind so bedrängt wurde, dass alle ums Leben hätten kommen müssen, erschien der Prophet Elija beim König und sagte ihm: “Mein Herr, kommt und seht, wie das feindliche Heer zerschlagen wird.” Der König antwortete: ”Der Feind ist zahlreicher als wir”. “Kommt mit mir und seht, wie viele mit uns sind”, antwortete der Prophet. Er führte ihn in den Wald und öffnete ihm die Augen um sehend zu werden. Der König wunderte sich über das zahlreiche Heer, was im Wald versteckt war. Danach blendete Elija das feindliche Heer. Der König fragte ihn: “Soll ich sie alle töten?” “Du tötest keinen; lass sie fesseln und sende sie zu ihrem Herrn.” Folglich, wenn ihr Macht bekommt, missbraucht sie nicht. Wünscht dem Menschen kein größeres Übel, als das, was ihn schon befallen hat. Wünscht keinem Böses. Wenn du deinem Nächsten Böses wünschst, wird auch dir das Gleiche passieren. Dann wirst du begreifen, was es bedeutet, dem Menschen Schlechtes zu wünschen. Wenn du gut leben willst wünsche jedem Menschen das, was du dir wünschst. Wenn du das tust, öffnet sich vor dir eine weite, unbegrenzte Welt. Heute fragen sich alle, wer siegen wird. Ich sage: Der Starke, der Kluge und der Gute wird siegen. Wenn es nicht so geschieht, ist der Sieg vorübergehend. Das Neue kommt mit all seiner Kraft in die Welt und wird sich durchsetzen. Die gegenwärtigen Menschen fürchten das Neue, da es die Grundlagen ihres Lebens erschüttern könnte. Fürchtet nicht das Neue. Es verursacht keine Katastrophen, da es das Alte allmählich verdrängt. Behaltet das Alte bei, aber weist das Neue nicht ab. Singt eure alten Lieder, nehmt aber auch die neuen an. Jedes Lied ist an seinem Platz. “Wer singt, denkt nichts Böses” sagt das bulgarische Sprichwort. Singe, sei fröhlich und wolle niemandem etwas Böses. “Wie soll ich singen?” Singe solo, wie ein Held oder Heldin auf der Bühne; singe auch im Chor. Wichtig ist, dass du singst, dass du das Gute in dir offenbarst. Ehrlich, gut und gerecht musst du sein, wenn du schön singen willst. Wenn du singst lernst du zu beten. Das Gebet steht in Beziehung zur Musik. Manche religiösen Menschen glauben, dass, wenn sie zu Gott beten, sich für sie alles zum Guten wendet. Was sie sich wünschen, das wird auch passieren. Das stimmt, aber nur unter der Bedingung, dass ihr den Willen Gottes tut. Wer im Einklang mit Gott ist und seinen Willen tut, erhält eine Antwort auf sein Gebet. Wer nicht im Einklang mit Gott ist, bekommt keine Antwort auf sein Gebet. Wer den Willen Gottes befolgt, passt sich immer dem an, was Gott vorgesehen hat. Er kann sagen, dass sein Gebet erhört wurde. Aber wer den Willen Gottes nicht befolgt, wird sich wundern, warum er keine Antwort auf sein Gebet bekommt. Zum Beispiel erfreuen sich die Bulgaren dieses Jahr an einer großen Fruchtbarkeit. Sie ist das Ergebnis von einer kleinen guten Tat, die sie in der Vergangenheit getan haben. Was für eine gute Tat das ist, bleibt ein Geheimnis. Eines Tages werden sie selbst verstehen, welche diese gute Tat war, wofür sie Gott heute großzügig belohnt. Also, für die kleine gute Tat belohnt Gott großzügig. Ihr werdet sagen, für eine große gute Tat bekommt ihr eine noch größere Belohnung. Das stimmt nicht. Gott belohnt den Menschen für die kleinen guten Taten, die er vollbringt; für die großen guten Taten lässt er andere ihm danken. Natürlich ist das so. Alle sehen die großen guten Taten; alle sprechen darüber und danken. Gott belohnt für die kleinen guten Taten, die kaum sichtbar sind. Ein reicher Amerikaner wurde durch seine großen guten Taten sehr berühmt. Er baute eine Kirche, ein Waisenhaus, eine Schule, wofür er Tausende Dollar opferte. Alle Zeitungen schrieben über ihn, lobten ihn und dankten. Das Ende seines Lebens kam und er zog ins Jenseits ein. Als er sich unter seinen Verwandten sah, wollte er nicht bei ihnen bleiben, sondern begab sich gleich zur Pforte vom Paradies und klopfte an. Der Heilige Petrus kam ihm entgegen und fragte: “Was willst du?” “Ich will ins Paradies, unter die Gerechten.” “Welche guten Taten hast du auf der Erde getan um das Recht zu haben hier zu leben?” “Ich habe eine große Kirche gebaut, ein Waisenhaus, eine Schule, ein Krankenhaus.” “Was hast du dafür bekommen?” “Die Dankbarkeit und das Lob der Menschen. Alle Zeitungen schrieben über mich, über die großen guten Taten, die ich vollbracht habe.” “Also wurdest du für diese guten Taten bezahlt. Erinnere dich an eine Wohltat, von der keiner weiß und für welche du nicht bezahlt wurdest. Der Amerikaner kratzte sich am Kopf und fing an angestrengt nachzudenken, um mindestens eine Wohltat zu finden, über die keiner geschrieben hatte. Endlich erinnerte er sich daran, dass ihn eines Tages auf der Straße eine arme unglückliche Witwe anhielt, die ihn bat, ihr zu helfen. Da er es eilig hatte, beachtete er sie nicht, aber sie folgte ihm und bat ihn beharrlich um Hilfe. Um sie loszuwerden warf er ihr einen Dollar zu und ging weiter. Der Heilige Petrus sagte: “Diese Wohltat verdient eine Anhörung. Gehen wir zu Gott, er wird sich äußern, welche Belohnung du verdient hast.” Gott hörte sich den heiligen Petrus aufmerksam an und sagte: “Gebt ihm zwei Dollar und schickt ihn zurück auf die Erde.” Erst jetzt sah der Amerikaner seinen Fehler ein. Er hätte sich nicht über die arme Witwe empören sollen, sondern hätte anhalten sollen, ihr aufmerksam zuhören und sie zu sich nach Hause einladen müssen. Dort hätte er ihr etwas zu Essen und Kleidung geben sollen, um damit ihre Lage zu verbessern. Christus sagte: “Ich war krank und ihr habt mir nicht geholfen. Ich hatte Durst und ihr habt meinen Durst nicht gestillt. Ich war im Gefängnis und ihr habt mich nicht besucht.” (Matth. 25:43; frei übersetzt). Ein Mensch ist krank, er braucht die Hilfe seines Nächsten, aber dieser sagt: “Ich habe keine Zeit mich mit kranken Menschen zu beschäftigen. Ich habe große Aufgaben auf mich genommen, die meine ganze Zeit in Anspruch nehmen.” Sich mit großen Aufgaben zu beschäftigen bedeutet, vorzeitig alt zu werden. Das hohe Alter ist der Winter des Lebens. In dieser Zeit sind die Bäume mit Schnee bedeckt, ohne Blätter und Früchte. Die vernünftigen und guten Menschen begrüßen den Winter mit Freude. Deshalb sagen wir, dass der Winter und schlechtes Wetter für die schlechten Menschen existieren, und das Frühjahr und gutes Wetter für die guten Menschen. Die schlechten Menschen leben am Nordpol, die guten Menschen aber am Äquator und in der gemäßigten Zone. Welcher Mensch gut und welcher schlecht ist, erkennt man an den Energien, die an verschiedenen Stellen des Organismus austreten. Es reicht bei einem Menschen die Hände, die Nase, die Ohren und die Wangenknochen zu berühren, um zu erkennen, inwieweit dieser gut und gesund ist. Wenn du sein Gesicht auf beiden Seiten der Wangenknochen betrachtest, wirst du verstehen, in welchem Zustand sich sein Magen befindet. Wenn sein Gesicht unter den Wangenknochen eingefallen ist, ist sein Magen schwach. Wenn sein Gesicht nicht eingefallen ist, ist sein Magen gesund, stark und arbeitet gut. Über so einen Menschen sagt man, dass sein Gesicht wie ein kleiner Mond ist. Dieser Mensch ist gesund. Ist es besser, wenn er spröde Haut hat, hohlwangig und gelb im Gesicht ist? Man sagt über jemanden, er sei gelb und hohlwangig wie ein Heiliger. Das ist nicht richtig. Der Heilige ist nicht hohlwangig und gelb. Sein Gesicht hat eine besondere Farbe, besondere Züge. Er ist Maler und Bildhauer, er malt selbst seine Gesichtszüge, er meißelt selbst seine Figur. Ihr werdet sagen, dass das Leben eines Heiligen für den einfachen Menschen nicht erreichbar ist. Soll das heißen, ein reines und heiliges Leben zu führen ist nicht erreichbar, aber ein ganzes Leben einer Frau oder einem Mann zu widmen ist möglich? Warum widmen die junge Frau und der junge Mann ihr Leben nicht einer höheren Idee? Warum nicht Gott dienen? Heiraten ist eine gute Sache. Noch besser ist es, wenn sich die Menschen lieben. Aber wenn die junge Frau heiraten will muss sie Gott fragen, ob ihm ihr Auserwählter gefällt. Wenn Gott ihn nicht mag darf sie ihn nicht heiraten. Gott kann auch den zweiten, auch den dritten Auserwählten nicht mögen, sie muss warten. Gott kann erst den zwölften in der Reihe mögen, sie muss sich gedulden und warten. Wenn sie sich beeilt wird sie auf unerwartete Leiden stoßen. Jede Sache muss in der dafür vorhergesehenen Zeit geschehen. Jeder Gedanke, jedes Gefühl, muss in der dafür vorhergesehenen Zeit wahrgenommen und angewendet werden. Oft bereiten sich die Menschen auf Begebenheiten vor, die in weiter Ferne liegen und denken nicht an die nahe Zukunft. Vor Jahren kam eine junge Frau zu mir, die wollte, dass ich sie empfange und ihr sage, wovon ihr Glück abhänge. Da ich sehr beschäftigt war, habe ich abgelehnt. Sie begann zu bitten und darauf zu bestehen, dass ich sie empfange. Von meinem Empfang hinge ihr Glück ab. Letztendlich habe ich sie empfangen. Was wollte sie wissen? Sie interessierte sich, ob sie glücklich sein würde, wenn sie ihren Geliebten heirate. Ich habe sie angesehen und wahrgenommen, was sie erwartete. Ich wollte es ihr nicht sagen, aber ich musste direkt sein, durfte die Wahrheit nicht verschweigen. Ich fragte sie: “Bist du bereit, dass ich dir die Wahrheit sage?” “Ich bin bereit.” “Dann höre zu. Dich erwartet keine Heirat. Du musst dich für das Jenseits vorbereiten. Du wirst nur noch zwei Jahre leben. In dieser Zeit musst du das Evangelium lesen, dich auf das Jenseits vorbereiten. Es besteht eine Möglichkeit, dass du den frühen Tod vermeidest, aber die Wahrscheinlichkeit liegt bei Eins zu Tausend. Bereite dich auf die unsichtbare Welt vor, in der das Leben sinnvoll ist und reich an Möglichkeiten und Gütern. Falls du die Krise überstehen solltest, komme wieder zu mir. Aber bis dahin sei wachsam. Lese das Evangelium und wende es an.” Jetzt sage ich auch euch: Öffnet das Buch der Liebe und lest, was Gott darin geschrieben hat. In diesem Buch liegt das Wissen der ganzen Welt verborgen. Darin steht alles über die Pflanzen, die Tiere, die Steine, die Gewässer usw. geschrieben. Indem ihr die Pflanzen studiert werdet ihr sehen, wie groß ihre Geduld und ihr Fleiß ist. Studiert die Gewässer - wie sie entspringen, fließen und den Erdboden und Pflanzen bewässern, den Durst der Reisenden stillen, und ihr werdet sehen, wie sie ihre Reinheit verlieren ohne sich zu empören. Reinigt sie unbekümmert, weil man euch auch manchmal schmutzig macht. Studiert die Luft, das Licht, die Wärme und geht voran. Lernt den Willen Gottes zu erfüllen wie die Tiere, die Pflanzen, die Steine, die Gewässer, die Luft, das Licht und die Wärme es tun, damit sowohl die Wesen auf der Erde, als auch die im Himmel mit euch zufrieden sind. Gott prüft den Menschen durch die Tiere, die Pflanzen, durch alles, was ihn umgibt. Wenn du ein Tier siehst sagst du: “Das ist ein Tier.” Wenn es ein Pferd ist, sagst du: “Das ist ein Pferd.” So redet nur jener, der den Wert des Göttlichen nicht begreift. Er weiß nicht, dass das Göttliche Prinzip in jedem lebendigen Wesen steckt. In der unsichtbaren Welt haben die Tiere eine ganz andere Gestalt als jene, die sie auf der Erde präsentieren. Hinter jedem Tier steht ein vernünftiges, gehobenes Wesen, das es lenkt. Wer den lebendigen Wesen mit Achtung und Respekt begegnet, schätzt seine Nächsten umso mehr. Wenn er einer armen Witwe begegnet, betrachtet er sie nicht missbilligend, sondern sieht in ihrem Gesicht Gott, der ihn prüft. Er wird sie sofort zu sich nach Hause einladen, wird ihr zu essen geben und ihr materiell helfen, ohne ihr Moralpredigen zu halten und ihr vorzuschreiben, was sie machen und wie sie leben soll. Ein amerikanischer Prediger lud jeden Sonntagmittag je ein armes Kind zu sich nach Hause ein, gab ihm Mittagessen und eine kleine Geldsumme. Vor dem Mittagessen las der Prediger zusammen mit dem Kind das “Vaterunser”. Danach aß das Kind gut zu Mittag und ging. An einem Sonntag lud der Prediger ein armes Kind ein, das ihm eine gute Lektion erteilte. Sie fingen an das “Vaterunser” zu beten. Der Prediger las vor und das Kind wiederholte anschließend die Verse. Als sie zu dem Vers “Wie im Himmel so auf Erden” kamen, wurde das Kind nachdenklich und schwieg. “Sprich mir nach!” sagte der Prediger. Das Kind schwieg. “Wiederhole den Vers, sonst gebe ich dir kein Mittagessen.” Das Kind schwieg weiter. Endlich sprach es: “Ist Gott wirklich unser Vater?” “Ja, Gott ist unser Vater.” bestätigte der Prediger. “Dann bist du mein Bruder.” sagte das Kind und verstummte. Also, seid achtsam zu allen Menschen, Tieren und Pflanzen, zu denen auch Gott achtsam ist. Jede Pflanze, zu der Gott achtsam ist, besitzt Heilkräfte. Indem der Mensch die kleineren Wesen beachtet, erzieht er sich selbst. Er wird zum guten Diener seines Verstandes, seines Herzens, seiner Seele und seines Geistes. Indem er ihnen dient, lernt er von ihnen. Der Mensch entwickelt sich einzig durch seinen Verstand, sein Herz, seine Seele und seinen Geist. Durch sie tritt das Göttliche in Erscheinung. Deshalb glaubt dem ersten Gedanken und dem ersten Gefühl, die durch euren Verstand und euer Herz gehen. Jeder folgende Gedanke oder jedes folgende Gefühl können euch belügen. Indem du dich auf das Göttliche verlässt, wirst du immer froh und gutgelaunt sein. Wer sich auf das Göttliche Prinzip in sich verlässt, gerät nie in Verlegenheit, er verliert nie seinen Glauben. Also, wenn ihr einem Menschen begegnet, der an Gott glaubt, an seinen Nächsten und an sich selbst, werdet ihr wissen, dass in ihm das Göttliche Prinzip wirkt. Arbeitet an eurem Verstand, damit ihr die Angst überwindet. Je furchtloser ihr werdet, desto leichter wird der Rucksack, den ihr zu tragen habt. Arbeitet daran, euren Glauben zu stärken. Warum müsst ihr euch Sorgen machen, was mit Bulgarien passiert? Warum macht ihr euch Sorgen über eure Frau und eure Kinder? Gott, Der die Welt schuf, denkt an alle Völker. Er hat auch an Bulgarien und eure Kinder gedacht. Ihr werdet Leiden und Prüfungen unterzogen, aber ihr werdet damit zurechtkommen. Wenn du Kinder hast, wirst du vor Prüfungen gestellt; wenn du einen Mann hast, wirst du vor Prüfungen gestellt; wenn du eine Frau hast, wirst du vor Prüfungen gestellt. Je mehr Reichtum du besitzt, desto größer werden deine Prüfungen und Leiden sein. Nehmt die Liebe Gottes an und wendet sie an. Freut euch über alles, was ihr seht: über den Himmel, die Sonne und den Mond, über die Sterne, die Bäume, die ganze Natur. Seht in allem eine Erscheinung Gottes. Wo Gott ist, da sind Liebe und Licht. Da sind die Wahrheit und die Freiheit. Wo die Liebe ist, da ist das Paradies. Wer in der Liebe lebt, der hat seine Brüder und Schwestern bereits gefunden, die ihn lieben und deren Liebe über die Jahrhunderte hinweg existiert. Unendliche Schätze sind in der Menschenseele verborgen, aber sie muss sich öffnen, damit das Göttliche Licht, die Göttliche Wärme und die Göttliche Stärke in sie eindringen kann. 1 Dekar: in Bulgarien verwendetes Längenmaß, ein Dekar entspricht einem Zehntel Hektar 2 Das Zitat stammt aus „Der Bibel. Altes und Neues Testament“, Einheitsübersetzung 1980, Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart Aus dem Bulgarischen übersetzt von Sneshina Budurova Lektorate: Sandra Krotzek und Angelika Beate Todorov
  4. BESTÄNDIGE BEZIEHUNGEN \begin{flushright} \textit{Nachdenken} \end{flushright} Wenn den heutigen Menschen die Frage gestellt wird, ob sie mit ihrem Leben zufrieden sind, was würden sie antworten? Alle Menschen möchten gesund, fröhlich, schön und gut angezogen sein und schöne Häuser haben. Denkt ihr, dass das Leben besser wäre, wenn ihr diese Dinge habt? Viele denken nicht über diese Frage nach, sie wollen alles besitzen und sind an nichts anderem interessiert. Was werdet ihr dann über die kleinen Käfer und Grillen sagen, die sich in ihren Löchern verstecken und sich damit zufrieden geben? Was werdet ihr über die Bäume sagen, die jahrelang festgewurzelt so im Boden stehen? Nicht nur das, sondern eines Tages kommt ein Mensch, er holt mit der Axt zum Schlag aus und fällt die Bäume nacheinander. Nach all dem werft ihr sie ins Feuer, damit sie brennen. Ihr werdet sagen, das sei eine göttliche Angelegenheit. Die Bäume zu fällen, die Blumen zu pflücken ist keine Angelegenheit Gottes. Lässt Gott Unzufriedenheit, Zweifel und Argwohn zu? Zwingt Er den Menschen dazu, dass er zornig wird, nicht arbeitet und dass er nicht lernen will? Wenige Menschen tragen ihrem Leben und ihren Äußerungen Rechnung und denken ständig, dass es ihnen zumindest im Jenseits gut gehen wird, wenn es ihnen im Diesseits schon nicht gut geht. Sie stellen sich das Jenseits wie das Diesseits vor. Die alten Bulgaren hatten eine besondere Vorstellung über das Jenseits. Sie dachten: Wenn einer von ihren Verwandten ins Jenseits geht, dann wird er von all seinen Bekannten von der Erde willkommen geheißen. Wenn nun einer von ihren Verwandten, Dorf- oder Stadtmitbewohnern stirbt, werden deshalb alle ihre Bekannten, die verstorbene Verwandte haben -- einer nach dem anderen -- ihrem Verstorbenen viele Grüße ausrichten lassen. Wie er ihre Grüße hinüber tragen wird, das bedenken sie nicht. Vor allem weiß der Verstorbene nicht, wo das Paradies und wo die Hölle ist, er kennt die Sprache jener Welt nicht und soll die Grüße von der Erde tragen. Wie der Mensch auf der Erde geht, sieht, hört, versteht, denkt und fühlt, so soll er auch im Jenseits über diese Fähigkeiten verfügen. Wenn der Mensch nicht gehen kann, in welcher Welt würde er sich dann befinden? Wenn er nicht sehen, hören, denken und fühlen kann, in welcher Welt würde er sich befinden? Ihr werdet sagen, dass das Kleinigkeiten sind. Nein, das sind keine winzigen Dinge. Dabei sollt ihr wissen, Gott beschäftigt sich mit den winzigen Dingen. An das, woran der Mensch nie denkt, daran denkt Gott. Die meisten Menschen denken, dass das Geld das Leben bewegt. Ist das eigentlich so? Könnt ihr das Leben mit Geld kaufen? Keine Millionen sind in der Lage, ein Leben zu kaufen. Kommt der Tod, ist das Geld machtlos. Die Nahrung, das Wasser, die Luft und das Licht geben dem Menschen mehr als das Geld. Sie erheben, erneuern und verjüngen ihn. Das kann mit Geld nicht erreicht werden. Der Wert des Geldes hängt vom Licht ab. Wenn es kein Licht gibt, kann das Geld nicht gesehen werden. Wenn das Geld nicht gesehen werden kann, hat es keinen Wert. Aber wenn das Licht kommt, wird das Geld sichtbar; wenn es sichtbar ist, ist es wertvoll. Das Wertvolle ist dasjenige, das den Menschen äußerlich und innerlich zufrieden macht. Ihr werdet sagen, dass man ohne Geld nicht auskommen kann. Ich bin damit einverstanden: Ohne Geld und Brot kann man nicht existieren, aber was ist dasjenige, ohne das wir keinen einzigen Moment existieren können? Können wir ohne Luft, Licht und Wasser auskommen? Wenn es kein Licht gibt, kann der Mensch sich nicht frei bewegen. Was sagt ihr, wenn der Mensch etwas schlecht sieht oder gar nicht sehen kann? Manche denken, die Augen seien nur auf der Erde nötig und seien nicht für das Jenseits. Dort soll der Mensch auch sehen. Welcher Augen er sich bedienen wird, ist eine andere Frage. Wichtig ist, dass auch dort Licht nötig ist, um sehen zu können, wohin er geht. Und wenn er ins Jenseits geht, ist die erste Angelegenheit zu sehen, wie sich der Mensch bewegt, auf einer geraden oder krummen Linie. Solange der Mensch auf der Erde ist, strebt er danach, auf einer geraden Linie zu gehen. Dennoch veranlasst ihn eine andere Kraft, schief zu gehen, sich auf einer krummen Linie zu bewegen. Nicht nur das, es ist wichtig, wie der Mensch tritt. Richtig ist es auf den Fußspitzen aufzutreten und dann mit der Ferse. Wer sich an dieses Gesetz nicht hält, tritt zuerst mit der Ferse auf und dann mit der Fußspitze. So verursacht er großen Lärm, erschüttert den Boden, überall wo er geht und verbrennt viel Energie. Die Natur liebt keine Menschen, die viel Lärm um sich herum machen und ihre Energie vergeuden. Das Leben besteht nicht nur aus Gewittern und Donnerschlägen. Wenn es nur Donnerschläge gäbe, würden die Menschen erschrecken und sich in Mauselöchern verstecken. Viele Menschen haben Angst vor Donnerschlägen, zünden Kerzen an und beten, ohne zu ahnen, dass Donnerschläge erneuernd wirken. Wenn die Natur weint und böse wird, das erneuert nämlich die Dinge. Der Regen ist das Weinen der Natur, die Gewitter und der Donner ihr Zorn. Warum weint die Natur? -- Weil ihre Kinder sie nicht verstehen. Wenn sie böse wird und sieht, dass sie sie wieder nicht verstehen, weint sie ein bisschen und entfernt sich von ihnen, indem sie zu ihnen sagt: "`Ich werde euch wieder besuchen."' Wenn sie sich entfernt, beginnen die Menschen sie nachzuahmen: "`Sie schreien und kreischen, werden böse und zweifeln aneinander. Aber die Dinge werden nicht durch Kreischen, Unzufriedenheit, Zweifel, Argwohn und Weinen in Ordnung kommen. Vor Jahren haben die Zeitungen über einen interessanten Fall geschrieben, der sich auf dem Markt in Sofia ereignete. Ein Bauer aus den nahen Dörfern brachte ein Gefäß mit frischer Kuhbutter, um sie zu verkaufen. Es näherten sich zwei gut angezogene Bürger und fragten ihn, was er für die Butter verlange. "`So viel"', sagte der Bauer, sie gaben ihm fünfzig Leva und fügten hinzu: "`Wir sind drei Menschen -- Geschäftsleute. Der dritte ist Priester im Dorf. Er ist ein guter Mensch und wird die restliche Summe zahlen. Nimm nun bitte den Briefumschlag, auf dem die Adresse des Priesters steht und du wirst dein Geld bekommen."' Sie legten fünfzig Leva in den Briefumschlag und schrieben dem Priester, er solle den Bauer willkommen heißen, ihm ein Gebet vorlesen, weil er geistig etwas verwirrt sei. Als der Priester den Brief erhalten und gelesen hatte, nahm er das Geld und brachte den Bauern in die Kirche, um zu lesen. Er legte ihm das Epitrachelion\footnote{Das Epitrachelion ist ein liturgisches Kleidungsstück der Priester und Bischöfe Orthodoxer und Unierter Ostkirchen. Es ist das Symbol der Priesterschaft und entspricht der westlichen Stola.} auf dem Kopf und begann zu lesen. Der Bauer beugte seinen Kopf, kniete nieder und hörte, was der Priester las. Das Gebet dauerte zwischen fünfzehn und zwanzig Minuten, bis der Bauer unter dem Epitrachelion sagte: "`Vater, diese Angelegenheit wird durch das Lesen nicht geregelt."' Als der Priester hörte, dass der Bauer zusammenhanglose Dinge sagte, fuhr er fort, Gebete zu lesen. Der Bauer sagte wieder: "`Vater, hier helfen keine Gebete, Geld sollst du mir geben."' Manche Menschen wollen wichtige Fragen mit Gebeten auflösen. Was geschieht dann? -- Sie lesen ein Gebet nach dem anderen, aber letztendlich bleiben die Fragen ungelöst. Das Leben benötigt gute und vernünftige Menschen. Es gibt keinen Grund, ein Gebet für fünfzig oder hundert Leva zu lesen. Das ist Verführung. Gäbe es kein Geld im Briefumschlag, hätte der Priester keine Gebete lesen müssen und hätte sich nicht blamiert. Viele Menschen lesen wie der Priester Gebete über dem Kopf eines Menschen, in der Hoffnung, dass Ordnung in seine Angelegenheiten kommt. Zum Beispiel kauft sich jemand einen Lottoschein und falls er nicht gläubig ist, verlässt er sich auf das Glück, um etwas zu gewinnen; falls er gläubig ist, betet er zu Gott, um zu gewinnen, indem er verspricht, den Armen einen Teil seines Gewinns zu geben. Vor Jahren kam ein Bekannter zu mir, um mich darum zu bitten, ihm zu sagen, welcher Lottoschein ein Gewinnschein sei, um mindestens fünfhunderttausend Leva zu gewinnen. Würde er gewinnen, würde er der Bruderschaft fünfzigtausend Leva spenden. Ich sagte ihm, dass die Bruderschaft, wenn sie Geld benötigen würde, den Gewinnschein nehmen und nicht auf ihn warten würde. "`Ich bin ein armer Mann, ich will meine Lage verbessern."' "`Du bist ein armer Mensch, aber heute geht es dir besser, als wenn du ein reicher Mensch geworden wärest. Der Reichtum wird dich blind machen und du würdest davon ablassen, Gott zu dienen."' Die heutigen Menschen sind seltsam. Sie verfügen über große Reichtümer, aber schätzen sie nicht. Das Gehirn, das Herz, der Körper, die ihnen gegeben worden sind, können mit keinem Geld gekauft werden. Sie kosten Milliarden. Nach all dem sagt jemand: "`Was kostet der Mensch? Er wurde aus Erde gemacht und wird sich in Erde umwandeln."' Dem ist nicht so. Ihr wisst nicht, aus welcher Erde der Mensch gemacht wurde, ihr wisst nicht, welche Elemente in dieser Erde enthalten und wie sie zusammengesetzt sind. Der Mensch hat einen hohen Wert. Sein Organismus ist kompliziert. Manche Menschen sind unzufrieden und möchten schön sein. Es ist gut, dass der Mensch schön ist, aber die Schönheit ist auch gefährlich. Nur der Kluge, der Gütige und der Liebende können schön sein. Wer lernt, wer die Wahrheit liebt, nur der kann schön sein. Verfügt er nicht über diese Eigenschaften, kann der Mensch nicht schön sein. Interessant ist, dass der Mensch mit der Hässlichkeit unzufrieden ist, aber gleichzeitig tut er ihre Arbeit. Er liebt die Wahrheit und die Liebe, aber handelt nicht nach ihren Gesetzen. Jeder möchte geliebt werden und wenn er jemanden findet, der ihn liebt, missbraucht er ihn. Die Liebe ist das Licht. Was nehmt ihr von ihr? Ihr öffnet euch für das Licht und lasst es frei in euch eindringen. Was es euch auch zu geben vermag, seid mit dem Licht zufrieden. Müsst ihr euch dann von demjenigen, der euch liebt, wünschen, dass er euch alles gibt, was er hat? Durch die leuchtenden Sonnenstrahlen besuchen euch vernünftige Wesen, die euch etwas Wertvolles bringen. Jedes Wesen drückt eine besondere Farbe aus: blau, rot, gelb, grün, orange und so weiter. Nehmt ihre Farben auf und dankt dafür. Erwartet nicht, dass die Engel zu euch kommen, um euch die Güter des Lebens zu bringen. Was sie euch auch immer zu bringen vermögen, ob große oder kleine Güter, seid damit zufrieden. Die Engel sind Wesen des Gedankens. Sie können nicht stundenlang bei euch verweilen und euch beschäftigen. Sie kommen und gehen weiter wie das Licht. Sie bewegen sich mit der Geschwindigkeit des Lichts, niemand kann sie erreichen, noch können sie für gewöhnliche Unterhaltungen verweilen. Wer leuchtende und erhabene Gedanken hat, kann die Engel mit seinem Denken verfolgen. Hat jemand von euch die Erfahrung, einen leuchtenden Gedanken in die Welt der Engel geschickt zu haben, der nach einiger Zeit zu ihm zurückgekehrt ist? Viele Gedanken, Gefühle und Handlungen verstümmeln den Menschen. Wer sich von ihnen befreien möchte, soll sich im Spiegel anschauen. Alles steht im Gesicht geschrieben. Nehmt wie der Maler den Pinsel und löscht alles, was euch behindert. Malt danach solche Linien, die euch diejenige Schönheit und Liebe verleihen, nach denen eure Seele strebt. Der wahre Mensch ist Maler, Bildhauer und Musiker. Er arbeitet an sich selbst, um dasjenige ursprüngliche Bild wiederzugeben, über das in der Genesis steht: "`Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bild, nach dem Bild Gottes schuf er ihn."' Der Mensch hat Augen. Warum? Um den erhabenen Gedanken Gottes auszudrücken. Durch sie soll er diesen Gedanken wahrnehmen und von ihnen lernen. Wer diesen Gedanken nicht wahrnehmen kann, stößt ständig auf bittere Dinge und verzweifelt. Die bitteren und die süßen Dinge haben ihren Platz. Die Natur bedient sich auch ihrer. Wenn sie den Menschen heilt, gibt sie ihm bittere Pillen. Die bitteren Pillen regeln seine Angelegenheiten. Wenn jemand die bittere Pille nicht nehmen kann, überzieht die Natur die Pille mit etwas Süßem. So gehen auch die Ärzte mit den Kindern um. Es gibt zwei Arten von Leben: das eine ist von außen süß, von innen allerdings bitter; das andere ist von innen süß und von außen bitter. Ob von innen oder von außen, die Bitterkeit ist notwendig. Das irdische Leben ist von innen süß und von außen bitter. Die Geburt des Kindes stellt die süße Hülle des Lebens dar, der Tod die bittere Hülle des Lebens. Es gibt ein Leben, das sowohl von außen als auch von innen süß ist. Das ist das göttliche Leben, in dem die Liebe herrscht. Was sind die Bedingungen dieses Lebens? -- Die erste Bedingung ist das Licht. Wer im Licht lebt, dessen Leben ist sowohl außen als auch innen süß. Der Mensch ist vom Licht geschaffen worden. Warum sollte der Mensch nicht in der eigenen Umgebung leben? Das Licht führt zum Guten, die Finsternis zum Bösen. Was kam früher in die Welt -- das Gute oder das Böse? Das Gute ist die Manifestation der Realität der Dinge, das Böse ist der Schatten dieser Realität. Also kam das Gute früher. Das Gute stellt die Äste des Baumes, das Böse die Wurzel dar. Sie saugen Nahrungssäfte aus der Erde und schicken sie zum Stamm und zu den Ästen. Die süßen und köstlichen Früchte werden in den Ästen geboren. Zwischen dem Bösen und dem Guten besteht eine ebensolche Verbindung, wie zwischen den Wurzeln und den Ästen. Sie unterstützen sich gegenseitig. Oft verbinden die Menschen die schlechten Handlungen mit dem Bösen. Allerdings sind die schlechten Handlungen und das Böse nicht identisch. Das Böse dringt in die schlechten Handlungen und Verbrechen der Menschen ein, um sie zu manifestieren, aber es unterscheidet sich von den schlechten Handlungen. Das Gute dringt auch in die bösen Handlungen der Menschen ein, um sie zu berichtigen, aber es ist nur eine Bedingung für die bösen Handlungen. Das Böse ist der Sauerstoff der bösen Handlungen und Fehler, es stärkt ihre Manifestationen. Wenn das Gute sie durchdringt, hört das Verbrennen auf. Das Gute widersetzt sich dem Bösen, so wie der Stickstoff die unbändige Wirkung des Sauerstoffs in der Luft reguliert, damit der Mensch frei atmen kann. Was ist besser: mit Feuer oder ohne Feuer zu leben? Das Feuer an sich brennt, verbrennt und zerstört, aber seine Ergebnisse sind gut. Eines wird vom Menschen gefordert -- gerade zu denken. Spannt euren Verstand in die Arbeit ein und geht vorwärts. Ihr werdet sagen, ihr wollt Gott sehen. Wer helle Gedanken, Gefühle und Handlungen hat, kann Ihn immer sehen. Das Leben gründet auf das Gute. Also ist das Gute der Grund des Lebens. Gott sieht das Gute, das getan wird und schreibt ständig. Das künftige Leben des Menschen wird dadurch bestimmt, was in seinem Buch geschrieben steht. Nach dem Geschriebenen wird der Kredit des Menschen bestimmt. Wenn nichts im Buch geschrieben steht, oder wenn das Geschriebene nicht leuchtend ist, wird dem Menschen der Kredit weggenommen. Es kann wenig geschrieben worden sein, aber es ist Licht darin. Dieses Licht bestimmt das menschliche Leben. Du wirst wenig wissen, aber es gut und richtig anwenden. Wie wirst du handeln, wenn du siehst, dass zwei Ameisen um einen Krümel kämpfen? Die eine sagt, sie habe den Krümel als erste gesehen, die andere sagt es auch. Du bist ein Richter. Wie wirst du den Streit auflösen? Welcher der zwei Ameisen wirst du Recht geben? Derjenigen, die als erste den Krümel gesehen hat? -- Nein, die Taschen des Richters sollten voll von Krümeln sein und wo es einen Mangel gibt, dorthin sollte er sie werfen. Sollten die Menschen um einen Krümel streiten und Gott verleumden, Er verteile die Güter ungerecht? Wer ist ein guter Mensch? Kann man denjenigen Menschen einen guten Menschen nennen, nach dessen Besuch eure Rinder eins nach dem anderen zu sterben beginnen? Ist derjenige Mensch gut, nach dessen Ankunft in eurem Haus alle Obstbäume zu vertrocknen beginnen? Dieser Mensch trägt etwas Eigennütziges in sich. Er ist nicht ehrlich zu den Gastgebern, deren Haus er besucht. In dieser Hinsicht ähnelt er dieser jungen Frau, die den Anschein erweckt, nicht heiraten zu wollen und die gleichzeitig heimlich zu dem jungen Mann blickt, der sie interessiert. Was wird ihr dieser Mann geben, wenn er sich selbst nicht nützen kann? Wer sich selbst nicht nützen kann, nützt auch den anderen nicht. Sich selbst und seinen Nächsten nützen zu können, das bedeutet, mit dem Leben zufrieden zu sein. Wenn er mit seinem Leben zufrieden ist, ist er bereit, Gott zu dienen. Gott hat als erster ein Beispiel für das Dienen gegeben. Er dient den Menschen, Er hat sie erhoben, damit sie wachsen und so hat er sie das Dienen gelehrt. Dennoch, wenn man den Menschen zum Dienen zwingt, ist er unzufrieden, hält sich selbst für einen Herrn. Der Unwille des Menschen zu dienen, ist die Ursache seines Leidens. Er will glücklich und reich sein, Gebrauch von der Fülle des Lebens machen, aber andere sollen für ihn arbeiten. Das Schaf hat seine Wolle selbst gemacht, andere haben sie gewaschen, gesponnen, gewoben und er zieht die fertigen Kleider an und putzt sich vor den Menschen heraus. Ihr seht jemanden, der neue Kleider trägt, mit einem Seidenhemd, mit einem weißen Band, mit goldenen und silbernen Knöpfen. Er schreitet dahin und sieht niemanden. Warum trägt er das Band? -- Das Band hat eine Bedeutung, die der Mensch nicht kennt. Auch der Ring an dem Finger der jungen Frau oder des jungen Mannes hat irgendeine Bedeutung. Er ist das Symbol des Verbindens. Es ist gut, dass der Mensch die Bedeutung der Dinge als Symbole versteht, die etwas in sich bergen. Was ist für den Menschen wichtiger, gut angezogen oder gesund zu sein? -- Die Gesundheit steht über allem. Die Gesundheit hängt vom Licht des göttlichen Gedankens ab. Wo Licht ist, dort sind Güter; verschwindet das Licht, verschwinden auch die Güter. Wo die Wärme ist, dort ist Leben; verschwindet die Wärme, kommt der Tod. Wo Kraft ist, dort ist Gesundheit; verschwindet die Kraft, kommt Krankheit. Wenn der Mensch gesund ist, nutzt er alle Güter des Lebens. Licht, Wärme und Kraft sind Mittel und Wege, durch die die höheren Wesen sich manifestieren und den Menschen Geschenke schicken. Manchem geben sie Geld, einem anderen ein Weizenkorn. Der Vernünftige freut sich mehr über das Weizenkorn, als über das Geld. Das Weizenkorn vervielfältigt sich und ernährt die ganze Welt. Ist Weizen da, kannst du mit dem Geld alles kaufen, was du willst; wenn es keinen Weizen gibt, ist das Geld nichts wert. Der Weizen wird gegessen, das Geld wird nicht gegessen. Das Geld gibt nichts von sich, der Weizen gibt alles, deshalb ist das Weizenkorn so klein geworden. Der Weizen weiß, wo seine Kraft liegt. Würde man ihn über zehn Jahre kultivieren, würde man ein reicher Mensch werden können. Das Weizenkorn ist klein, aber es ernährt die ganze Welt. Jeder leuchtende Gedanke, jedes leuchtende Gefühl und jede leuchtende Handlung ist wie die Weizenkörner. Sie sind klein, aber allmächtig. Sie bringen das Wohl für die ganze Welt. Wenn ihr ins Jenseits geht, dann wird man euch fragen: "`Bringt ihr mindestens eine der Früchte des Verstandes, des Herzens und des Willens mit?"' Dort werden auch die kleinsten Früchte geschätzt. Bringt man ihnen große Dinge, werden sie das nicht berücksichtigen: Für sie sind die großen Dinge nicht wichtig. Jemand wird sagen, er möchte ein großer, großartiger Mensch werden. Wer ist groß? -- Wer über große Möglichkeiten verfügt, Gutes zu tun. Es ist bestimmt, wie groß der Mensch sein kann. Als Kind wächst der Mensch allmählich, erreicht ein gewisses Alter und das Wachstum hört auf; danach wird er wieder kleiner. Also beginnt der Mensch mit dem Kleinen, und in der Mitte des Lebens ist er groß und ausgewachsen und am Ende wird er wieder klein. Das sind Phasen ein und desselben Lebens. Worin besteht der Wert des Lebens? -- In dem Vermögen, die Güter an sich zu ziehen. Das ist das wertvolle und nützliche Leben. Was ist der nützliche Verstand? -- Derjenige, der die göttlichen Gedanken anzieht. Was ist das nützliche Herz? -- Dasjenige, das die göttlichen Gefühle anzieht. Was ist der nützliche Wille? -- Derjenige, der die göttlichen Taten anzieht. Würde keine Anziehung im Leben existieren, könnte der Mensch weder etwas erreichen noch könnte er etwas Nützliches tun. Tut das, was die vernünftigen Wesen tun. Ihr möchtet immer fröhlich sein. Das ist nicht nötig. Die Freude beinhaltet in sich den klaren Himmel, den klaren Horizont. Würdet ihr jeden Tag fröhlich und munter sein, würde der Himmel immer klar und hell sein und es würde eine Dürre kommen. Würdet ihr jeden Tag traurig sei, würde der Himmel immer trüb sein und es würde ständig regnen. Der Mensch muss immer wissen, wann sein Himmel klar und wann er trüb sein soll. Strebt nach leuchtenden Gedanken, Gefühlen und Handlungen, um selbst mit dem Leben zufrieden zu sein. Erwartet nicht, dass die Menschen an euch Gefallen finden und mit euch zufrieden sind. Ihr selbst sollt mit euch zufrieden sein. Nur derjenige ist mit sich selbst zufrieden, der Musik in seiner Seele trägt. Er ist mit seinem Singen zufrieden, versteht, welche Töne rein sind und welche nicht. Wenn er die eigenen und die fremden Fehler versteht, dann ist er ein wahrer Musiker. Für ihn ist nicht nur das Singen Musik, sondern auch der Gedanke, das Gefühl und die Sprache. Strebt danach, überall Musik zu sehen und sie anzuwenden. Solange ihr euer Leben nicht in Musik umwandelt, könnt ihr euch nicht mit der Natur verbinden und Gebrauch von ihren Gütern machen. Bevor sich der Mensch mit der Natur verbindet, soll er sich mit seinem Schöpfer verbunden haben und Ihn kennen. Jemand lebt Jahrzehnte auf der Erde und kennt Ihn noch nicht. Als Ausrede sagt er, er habe Ihn nicht gesehen. Das ist unmöglich. Wie kannst du die Luft, das Licht nicht erkennen, in die du eingetaucht bist? Gott ist Geist, Gott ist Licht. Folglich ist Er überall und in allem, es kann nicht sein, dass du Ihn nicht kennst. Die Wissenschaftler suchen nach Ihm im Himmel, bei den Sternen, in den großen Dingen. Sie vermuten nicht, dass Er in den kleinen mikroskopischen Dingen versteckt ist. Und in den großen werdet ihr Ihn finden, aber ihr solltet auch in den kleinen Dingen zu suchen wissen. Manche suchen Ihn in den Schatten der Dinge, aber Er ist nicht dort. Er ist in den realen Dingen und nicht in ihren Schatten. Real ist dasjenige, das für die Bildung eures Verstandes, eures Herzens und eurer Seele arbeitet. Real ist dasjenige, das euren Verstand, euer Herz und eure Seele erweitert. Das Reale macht den Menschen zufrieden und glücklich. Nimm nun immer die göttlichen Gedanken mit guter Laune wahr, um zufrieden zu sein. Sie sind das Wesentliche im Leben des Menschen, weil sie ewig sind. Meide die zeitlichen Dinge und strebe die ewigen an. Zum Beispiel ist das Geld zeitlich, das Licht ewig. Der Mensch benötigt hauptsächlich Brot, Wasser, Luft und Licht und nicht Geld. Das Geld kommt später als Resultat von etwas. Das Geld ist ein Diener der ewigen Dinge. Folglich soll man keine Rücksicht nehmen auf das Geld als Resultat des menschlichen Lebens. Der Mensch benötigt Liebe. Habt ihr Liebe, wird das Geld von alleine kommen. Wer kein Geld hat, bei dem ist seine Liebe klein. Wer Liebe hat, wird immer einen Napoleon in seiner Tasche finden. Die Liebe bringt das Leben und das Leben ist mit dem Gold verbunden. Deshalb ist das Gold wichtig. Strebt nach dem göttlichen Leben, dass es durch euch hindurchgeht und euch das Wertvolle hinterlässt, was es in sich trägt. Arbeitet an euch selbst, um die Eigenschaften des Goldes zu erlangen. Gottes Jauchzen ist das manifestierte Licht. Die Freude der menschlichen Seele ist auch manifestiertes Licht. "`Gott erfreut sich, der Mensch freut sich"', steht in der Heiligen Schrift. \begin{center} \textit{Das ist das ewige Leben, dich zu erkennen, der eine und wahre Gott und Christus, den du gesandt hast.} \end{center} \begin{center} 26. August 1942, 5.00 Uhr -- Sofia-Izgrev\footnote{Aus dem Bulgarischen Mariya Kireva.} \end{center}
  5. DIE STILLE KAMMER Was ist der Unterschied zwischen dem Gesunden und dem Kranken, zwischen dem Klugen und dem Dummen, zwischen dem Starken und dem Schwachen? Es gibt etwas, worin sie sich unterscheiden. Was ist das Unterscheidungsmerkmal des fähigen und begabten Schülers? -- Er lernt gut und wiederholt die Klasse nicht. Es genügt nicht, dass der Schüler von der einen Klasse in die nächste versetzt wird und wenn er die Schule beendet, alles vergisst. Was ist das für ein Schüler, der während des Schuljahres Kenntnisse erwirbt, sie in den Ferien aber vergisst? Was ist das für ein Schüler, der das Wissen und seine Erfahrung, die er in seinen vergangenen Existenzen erworben hat, vergisst? Das ist dasselbe, als würde der Mensch in seinem Verstand den Gedanken tragen, irgendwann gelehrt oder reich gewesen zu sein. Nicht nur der Gedanke nährt den Menschen. Sein Streben nach Reichtum hat einen bestimmten Ort im Gehirn über der Schläfe. Je mehr der Mensch danach strebt, reich zu werden, umso mehr entwickelt sich dieses Zentrum. Die Menschen erkranken oft an Krebs aufgrund ihrer großen Gier nach Geld und nach Bereicherung. Die Zellen in einigen der Organe individualisieren sich, werden größer, selbstständig und hören nicht auf ihren Herrn. Wenn die Menschen erkranken, wenden sie sich an Ärzte, die ihnen helfen. Die Ärzte führen eine Operation durch, schneiden den Krebs weg, schneiden auch den Tumor weg, aber danach geht der Kranke trotzdem ins Jenseits. Warum? Weil sich die Zellen ihrem Herrn nicht unterordnen wollen. Der Mensch benötigt einige wesentliche Dinge: Augen, Ohren, Mund, Hände und Füße, durch die er mit der äußeren Welt in Kontakt treten kann. Um das zu erreichen, muss er sich in einem besonderen Zustand befinden. Andernfalls wird er sehen, hören, riechen, sprechen, essen und sich bewegen, aber mechanisch. Es ist an der Zeit, dass er sich vom mechanischen Leben befreit. Das mechanische Leben beinhaltet eine Bewegung aus Trägheit, an der das Bewusstsein nicht beteiligt ist. Der Zorn, die Unruhe über den Verlust von etwas Wertvollem bringen im Menschen einen Zustand der Trägheit hervor, aus dem er, einmal hineingeraten, schwer in seinen ursprünglichen Zustand zurückkehren kann. Verliert der Mensch etwas Wertvolles, verliert er auch seine Fassung und übergibt sich der Sorge und der Unruhe. Wird er aber zornig, verliert er seinen inneren Frieden, den er lange Zeit nicht wiederherstellen kann. Der Zorn ist als Energie sehr nützlich, wenn er unter dem Einfluss des Verstandes, des Herzens und des Willens steht. Können diese den Zorn nicht regeln, dann wirkt er zerstörerisch. Er ist ein Wasserstrahl, der großes Unheil bringt. Was er auch auf seinem Weg trifft, er reißt es mit sich fort. Wenn jemand diesen Guss kontrollieren kann, dann kann er auch nützliche Dinge tun -- Gärten, Bäume und Blumen bewässern. Eines wird vom Menschen gefordert: wagemutig und entschieden im Guten zu sein. Sowohl dann, wenn er zornig wird als auch dann, wenn er leise und ruhig wird, soll er wagemutig sein. Im ersten Fall soll er so wagemutig sein, den Zorn zu bändigen, im zweiten Fall soll er so wagemutig sein, um das Gute zu äußern. Entwickeln sich die Angelegenheiten des Menschen gut, so ist er wagemutig. Wenn er auf seinem Weg jedoch auf Widersprüche stößt, erschrickt er und weicht zurück. Warum tritt er zurück? -- Gott befindet sich auch in den Widersprüchen. Durch sie prüft er die Menschen. Warum sollen sie nicht wagemutig sein, um die Aufgabe zu lösen, die sich hinter dem Widerspruch verbirgt und warum müssen sie zurückweichen? Angst beinhaltet eine gewisse Schwäche. Wenn der Mensch eine Angst in sich bemerkt, soll er arbeiten, um mit ihr fertig zu werden, sie zu überwinden. Befreit er sich nicht von der Angst, wendet er die Lüge an, die schwarze oder die weiße. Gewöhnlich lügen die Kinder. Wenn sie einen Schaden verursachen, der zu einer Strafe führt, greifen sie auf die Lüge zurück, um die Strafe zu vermeiden. Das Leben von vielen ist auf die weiße Lüge aufgebaut. Wenn sie ihr Versprechen nicht halten können, greifen sie auf die weiße Lüge zurück. Sie erschrecken vor etwas und bedienen sich wieder der weißen Lüge. Wollen sie etwas vorzeitig erreichen, ist die weiße Lüge auch da. Warum sollte der junge Mann der jungen Frau sagen, dass er für sie sterben würde? Würde er tatsächlich für sie sterben? -- Er wird nicht sterben. Ist er vorher gestorben, um zu wissen, was der Tod ist? Warum spricht er dann über Dinge, die nicht geschehen werden? Vermeidet die Lüge, sei sie schwarz oder weiß. Die Japaner haben den Brauch, gegen Neujahr alle Menschen zu besuchen, denen gegenüber sie Pflichten haben, um ihre Schulden zu begleichen. Das neue Jahr soll sie ohne Schulden vorfinden. Ein junger Mann, ein brüderlicher Sohn, hatte große Schulden, die er begleichen musste. Als er zu einem seiner Gläubiger, einem bekannten Bankier, ging, um seine Schulden zu begleichen, sagte er zu ihm: "`Ich schulde Ihnen eine große Summe, aber da ich sie nicht begleichen kann, werde ich nach dem Brauch Harakiri machen, ich werde mich vor Ihnen umbringen. Ich kann nicht in dieser Ehrlosigkeit bleiben, eine so große Summe zu schulden."' Der Bankier reagierte besorgt und sagte zu dem jungen Mann: "`Mache kein Harakiri, ich bin bereit, alle deine Schulden zu erlassen. Bringe dich nicht um."' Als der junge Mann diese Worte hörte, dankte er und wollte nach Hause gehen. "`Halt, warte kurz, dass wir einen Kaffee trinken"', fügte der Bankier hinzu. "`Ich kann nicht, ich habe es eilig: Ich muss noch zu einigen Orten gehen, um Harakiri zu machen."' Der Japaner suchte alle Bankiers auf, um Harakiri zu machen. Oft benutzen die Menschen einen Volksbrauch, um ihre persönlichen Angelegenheiten zu regeln. Sie wenden wieder die weiße Lüge an. Manche bedienen sich ihrer aus Angst, andere aus Schwäche. Der Mächtige erschreckt den Schwachen. Der erste tritt, der zweite tritt zurück. Wenn du dir bewusst bist, stark zu sein, tritt; wenn du dir aber dessen bewusst bist, schwach zu sein, tritt zurück. Mit anderen Worten gesagt: Wenn du mächtig bist, löst du deine Aufgaben selbst; wenn du schwach bist, mache keine Fehler, die schwer zu lösen sind, aber lass die anderen deine Aufgabe lösen. Wer nicht selbst seine Aufgaben lösen kann, soll Hilfe bei einem, zwei oder drei anderen suchen, bis er sie schließlich lösen kann. Eine der großen Aufgaben, die zur Lösung gegeben wurde, ist die Aufgabe Gott zu dienen. Sie ist so einfach, wie sie auch schwer ist. Wenige haben sie richtig gelöst. Der Mensch kann Gott mit Liebe und ohne Liebe dienen, die Ergebnisse sind allerdings unterschiedlich. So dient er sowohl dem Guten als auch dem Bösen -- Kräften, die sich gegenseitig zuarbeiten. Der Mensch ist insofern stark, als er dem Guten und dem Bösen Bedingungen schafft, sich in ihm zu äußern. Will er seine Kraft behalten, soll er sich niemals weigern, Gutes zu tun. Schiebt niemals den Zeitpunkt auf, Gutes zu tun. Wenn ihr entschieden habt, Gutes zu tun, schiebt es nicht auf. Räuber laufen euch hinterher und Wächter verfolgen euch, dann könnt ihr euch zur Seite wenden, um ein wenig Gutes zu tun. Stellt euch vor, dass euch jemand verfolgt, um euch zu töten. Im gleichen Moment seht ihr ein sterbendes Pferd, das vor Schwäche und Durst äußerst erschöpft, gefallen ist. Wenn ihr für einen Augenblick verweilen könnt, um Wasser zu finden und es dem sterbenden Pferd zu reichen, dann seid ihr in jedem Moment bereit, Gutes zu tun, ihr liebt das Gute und seid mit ihm verbunden. Tut Gutes mit Liebe und habt keine Angst. Der Reiche fürchtet sich Gutes zu tun, um nicht zu verarmen. Es gibt keinen Fall im Leben, in dem jemand Gutes tut und verarmt. Es ist nicht möglich, ohne Liebe Gutes zu tun. Jedes Ding, das ohne Liebe getan wurde, ist das Böse. Und umgekehrt: Jedes Ding, das mit Liebe getan wurde, ist gut. Wer in den Bereich des Bösen gerät, soll danach streben, das geringste Böse zu tun. Kommt er in den Bereich des Guten und der Liebe, soll er danach streben, das größtmögliche Gute zu tun. Was ist das größtmögliche Gute, das der Mensch tun kann? -- Wenn er dem Sterbenden ein Stück Brot und ein Glas Wasser geben und ihn zu Kräften kommen lassen kann, ist das das größtmögliche Gute im gegebenen Moment. Dieser Sterbende verbrachte vierzig Tage hungernd; wenn er einen Tag länger hungern würde, würde er sterben. Würdest du ihm in diesem Moment ein bisschen Brot und Wasser geben, dann hättest du ihm das größtmögliche Gute getan. Ihr werdet sagen, das Geld sei das Wichtigste, ohne es könne man nicht leben. Vor dem Tod ist Geld nichts wert. In diesem Fall sind Brot und Wasser zu bevorzugen. Für den Verzweifelten ist das süße Wort mehr wert als jegliches Geld. Für den Entmutigten, für den Kranken, für den Sterbenden und für den barmherzigen Menschen ist das ein Seil, mit dem sie sich retten. Der gute, barmherzige Mensch gibt ihnen etwas von sich. Der Mensch kann den anderen nichts von sich weitergeben, wenn er es nicht in seinem Herzen, in seinem Verstand und in seiner Seele trägt. Der Gläubige kann zum Beispiel den anderen von seinem Glauben geben, ohne über ihn zu sprechen. Aber der Ungläubige, soviel er auch über den Glauben zu predigen vermag, wird nichts erreichen. Seine Worte werden an den Ohren der Menschen vorübereilen, ohne sie zu berühren. Der Glaube nimmt einen besonderen Platz im menschlichen Kopf ein. Es reicht, den Kopf des Menschen anzuschauen, um zu erkennen, ob er gläubig oder ungläubig ist. Der Glaube hat unterschiedliche Manifestationen. Es ist nicht ein und dasselbe, ob der Mensch an Gott glaubt, an seinen Nächsten oder an sich selbst. An was oder an wen er glaubt, das hinterlässt Abdrücke auf seinem Gesicht. Es ist in der Heiligen Schrift gesagt worden: "`Ich habe euch mit meiner Liebe zu mir gezogen."'\footnote{Vgl. Hos 11,4 Mit menschlichen Tauen zog ich sie, mit Seilen der Liebe.} Also hat die Liebe Fäden, mit denen sie den Menschen anzieht oder verbindet. Die Kraft der Liebe bestimmt den Glauben des Menschen. Äußert sich die Liebe in ihrer Fülle, ist der Glaube beständig und ununterbrochen. Sie wirkt in ruhigen und unruhigen Zeiten und begleitet den Menschen überall hin, das heißt im Diesseits und im Jenseits. Mit dem Glauben und mit der Liebe ist der Mensch sowohl im Diesseits als auch im Jenseits aufgenommen. Er hat überall gute Freunde, die ihn mit Freude willkommen heißen werden. Ohne Glauben und Liebe fühlt sich der Mensch überall einsam, als Fremder, außerhalb seiner Heimat. Er hat Augen mit denen er nicht sieht, er hat Ohren mit denen er nicht hört; er trägt nur ein Bewusstsein in sich, nämlich, dass er allein und von allen verlassen ist. Wenn ihr das wisst, fragt nicht, warum ihr lieben sollt. Ihr werdet die Menschen der Erde lieben, um die äußere Welt zu sehen. Ihr werdet die vernünftigen Wesen in der unsichtbaren Welt lieben, um durch sie die Welt zu sehen, in der sie leben. Wenn jetzt über die \textit{Liebe} (obitsch)\footnote{Vgl. Anmerkung 49.} zwischen den Menschen gesprochen wird, fragen sie sich, ob man den bösen Menschen lieben kann. Können der gute und der böse Mensch befreundet sein? Wie kann man den bösen Menschen besser machen? -- Indem man ihn zwischen zwei Gute stellt. Wird er nicht zwischen zwei Gute gestellt, kann er nie zu einem besseren Menschen werden. Betrachtet man den Buchstaben \foreignlanguage{bulgarian}{Ж}, wird man sehen, dass er nichts anderes, als die Freundschaft zwischen zwei bösen und einem guten, gerechten Menschen ist. So wird die Kraft des Gerechten und des Guten geprüft. Also unterdrücken die bösen Menschen den Guten. Wie wird man sich von ihnen befreien? -- Indem man beginnt, sie zu lieben. Sie haben dem guten Menschen den Rücken gekehrt und schauen nach draußen, nach der äußeren Welt. Deshalb sagt Christus, man solle seinen Feind lieben. Der Buchstabe \foreignlanguage{bulgarian}{Ж} zeigt auch den Zustand des bösen Menschen zwischen zwei Guten. In dem einen Fall zeigt die gerade Linie im Buchstaben \foreignlanguage{bulgarian}{Ж} die Lage des guten Menschen zwischen zwei Bösen. Im anderen Fall zeigt die gerade Linie die Lage des Bösen zwischen zwei Guten. Derart helfen und beeinflussen sie sich gegenseitig. Indem ihr das wisst, lasst die bösen Menschen, sich nicht untereinander verbinden. Stellt zwischen sie auch gute Menschen, um die Kraft des Bösen zu verringern. Söhnt deshalb das Böse nicht mit dem Guten aus, sondern durch das Gute soll die Kraft des Bösen verringert werden. Wird das erreicht, dann werden das Gute und das Böse parallel zueinander verlaufen und den göttlichen Willen tun. Denkt nicht, dass der gute Mensch alles, was er wünscht, allein tun kann. Kann er einem Verstorbenen Leben schenken? Kann er die Menschen reich und glücklich machen? Also, die Aufgabe des guten Menschen besteht darin, seine Pflichten zu erfüllen, in nichts anderem. Würde er das tun, hätte er seine Aufgabe erfüllt, die Schläge des Bösen abzumildern. Kannst du ein fremdes Kind so lieben, wie seine Mutter und sein Vater es lieben? "`Ich will ihm helfen, es erheben."' Wenn du ihm helfen willst, sollst du es mehr als seine Eltern lieben. Würdest du es lieben, wie seine Eltern es lieben, dann bist du ihm nicht von Nutzen. Dabei musst du auch seine Eltern lieben. Liebst du sie nicht, ist deine Liebe eigensüchtig. So liebst du auch das Huhn: Du fütterst es, kümmerst dich um es, um seine Eier zu nehmen. Es ist heute schwierig, dass der Mensch absolut selbstlose Liebe äußert. Wenn das unmöglich ist, kann er zumindest gerecht werden. Um gerecht, gut und liebend zu werden, soll der Mensch ein hohes Bewusstsein davon haben, dass er sich über die gewöhnlichen Bedingungen des Lebens erhoben hat. Hütet euch vor dem gewöhnlichen Bewusstsein, das Sorgen, Unruhen und Widersprüche schafft. Solange der Mensch in diesem Bewusstsein lebt, gerät er oft in Irrtürmer. In einem armen, amerikanischen Dorf stellte man einen Priester ein, über den es sich sofort herumsprach, er trüge in seinem Haar einen Scheitel. Die Bauern mochten es nicht, sich einen Scheitel im Haar zu ziehen und wandten sich sofort gegen den Priester. Sie sagten, dass sie einen solchen Priester nicht wollten. Bis sie ihren Protest schriftlich dargelegt hatten, war der Priester bereits im Dorf angekommen. Wie groß war die Überraschung der Dorfbewohner, als sie sahen, dass der Kopf des Priesters vollkommen kahl war. Er hatte keine Haare, aber sie hatten sich beirren lassen, indem sie falschen Gerüchten glaubten. Was ist das Schlechte daran, wenn jemand einen Scheitel in seinen Haaren zieht? -- Es ist besser mit Scheitel als ohne. So wie in den Haaren Scheitel gezogen werden, so sollen auch die Gedanken einen Scheitel haben. Wie malt man Christus, wie hat er sein Haar gekämmt, mit oder ohne Scheitel? Der Buchstabe \foreignlanguage{bulgarian}{Ж} stellt das Haar des Menschen dar, in dem ein Scheitel gezogen wurde. Auf der linken Seite des Kopfes ist das Böse, auf der rechten das Gute, in der Mitte der Mensch selbst, der von den Kräften des Guten und des Bösen Gebrauch macht. Nun erinnert euch, dass sich der gute, gerechte Mensch zwischen zwei bösen Menschen wie in einem Gefängnis befindet. Was soll er tun? -- Beten. So haben auch die guten Menschen gebetet, als man Apostel Petrus ins Gefängnis steckte. Als Antwort auf ihr Gebet kam ein Engel vom Himmel herab, stieß die Tür des Gefängnisses auf und kam zu Petrus herein. Er berührte die Ketten und sie fielen von seinen Beinen. Dann sagte er zu ihm: "`Komm heraus und kehre nie mehr ins Gefängnis zurück."' Ist das aufrichtig? -- Für den Schwachen ist das aufrichtig: Wenn jemand von außen kommt und ihn befreit, muss er nicht ins Gefängnis zurückkehren. Derjenige, der unter dem Einfluss des Bösen steht, befindet sich in seinem Gefängnis; wer unter dem Einfluss des Guten steht, befindet sich im Gefängnis des Guten. Welches von den beiden Gefängnissen ist besser? -- Im Gefängnis des Bösen wird man dich mehrmals am Tag schlagen und im Gefängnis des Guten wird man dich regelmäßig mit reiner, gesunder Nahrung ernähren, man wird dich zum Spaziergang ausführen und abends wirst du ins Gefängnis zum Ausruhen zurückkehren. Wenn manche das Leben nicht verstehen, machen sie sich viele Sorgen umsonst. Die Mutter macht sich Sorgen um ihre Kinder und um ihren Mann, der Mann um seine Frau und um die Kinder, die Kinder um ihre Eltern. Die Gelehrten machen sich Sorgen darum, dass die Sonne irgendwann erlischt und das Leben aufhört. Seltsam ist das! Warum solltest du Angst haben, dass die Sonne erlischt? Um zu leuchten und zu scheinen, hat sie jemand angezündet. Wer sie angezündet hat, hat die Sorge um sie; er weiß, warum er sie angezündet hat. Wer sie angezündet hat, steht höher als die Sonne. Es ist Gott, der das Licht (\foreignlanguage{bulgarian}{виделина}, videlina) ist, das niemals erlischt und dunkel wird. Wenn ihr das wisst, strebt danach, mit den Sorgen fertig zu werden. "`Wie sollten wir nicht beunruhigt sein, wenn wir einige Tage nichts gegessen haben?"' Was sollte der hungrige und müde Reisende tun? Stellt euch vor, dass ein Reisender ein Dorf durchquert: Er hungert drei, vier Tage, hat kein Brot und kein Geld in seiner Tasche. Wenn er vernünftig ist, wird er leicht mit seiner Lage fertig werden. Es gibt zwei Wege -- einen inneren und einen äußeren. Wenn er nach dem äußeren Weg arbeitet, kommt er in das Haus von jemandem, um sich auszuruhen. Er beginnt, irgendetwas von seinem Leben zu erzählen, womit er den Gastgeber in Laune bringt, damit dieser ihm etwas zu Essen gibt. Wenn er gemäß des inneren Weges arbeitet, wird er eine gute Charaktereigenschaft der Gastgeber suchen, mit denen er ihre Herzen öffnet. Er soll in die stille Kammer ihrer Seelen eindringen, wo Gott lebt, um sich mit ihnen zu verbinden. Denkt er Gutes über sie, werden sie ihn notwendigerweise willkommen heißen und ihn bewirten. Wenn er etwas Böses über sie denkt, wird er das Böse hervorrufen und anstatt, dass sie ihn willkommen heißen, werden sie ihn berauben. In jedem Menschen wohnt sowohl das Böse als auch das Gute -- von euch hängt es ab, welches ihr in ihm erwecken werdet. Das Böse und das Gute sollen geprüft werden, damit ihr wisst, welches in euch stärker ist. Wenn das Böse stärker ist, dann werdet ihr über das Gute arbeiten, damit beide zumindest ins Gleichgewicht kommen. Im Anfang ist das Gute schwach, das Böse allerdings stark; am Ende ist das Böse schwach und das Gute stark. Die Liebe ist jedoch sowohl am Anfang als auch am Ende stark. Je stärker das Gute wird, desto besser sind die Bedingungen zur Manifestierung der Liebe. Wenn das Gute nicht mit seiner schwachen Seite beginnt und nicht allmählich stärker wird, wird sich die Liebe nie äußern. Eines der Hauptgesetze der Liebe ist, dass sie alles gibt und alles nimmt. Das bedeutet weder, dass ihr wünschen sollt, dass die ganze Welt euch gehört, noch dass ihr danach streben sollt, dass alle Güter euch gehören. Gebt euren Nächsten die Möglichkeit, an euren Gütern teilzuhaben, damit sie eure Freunde werden. Gebt euren Nächsten von eurer Liebe, damit ihr geliebt und von ihnen geehrt werden könnt. Wenn ihr euren Nächsten nicht die Möglichkeit gebt, an eurem Wissen, an eurem Wohl, an euren Gütern und an der Liebe, die ihr habt, teilzuhaben, könnt ihr nichts erreichen. Wenn du ein Sänger wärest, singe nicht nur für dich, sondern auch für den Kranken, den Entmutigten, den Verzweifelten. Singe ihnen ein Lied, sage ihnen ein süßes, ermutigendes Wort. Sage dem Kranken und dem Verzweifelten: "`So wie die Sonne aufgeht, so werden sich auch deine Dinge regeln."' Heute fragen alle danach, wer im jetzigen Krieg siegen wird. Eine solche Frage zu stellen, das bedeutet zu fragen, wer siegen wird: der Fluss oder der Fels. Der Fluss muss seinem Weg folgen, um ins Meer zu münden. Der Fels kann den Fluss umleiten, um ihn jedoch dahin zu lenken, wo er benötigt wird. Wenn der Fluss auf keine Hindernisse stößt, soll er seinem Weg folgen und dorthin fließen, wo man ihn benötigt. Würde der Fluss von seinem Weg abweichen, dann würde er sich eine Abbiegung suchen und wieder dorthin fließen, wo man es erwarten würde. Der Mensch kam auf die Erde, um den Willen Gottes zu erfüllen. Die junge Frau und der junge Mann heiraten, um zu lernen, zusammen Gott zu lieben. Wenn sie nicht lernen, Gott zu lieben, ist ihre Heirat gegenstandslos. Hättest du einen Freund, würde deine Aufgabe darin bestehen, ihn zu lehren, Gott zu lieben. Er hat auch dir gegenüber dieselbe Aufgabe. Alle Menschen sollen Gott lieben und wissen, dass er Liebe ist. Wenn die Liebe in den Verstand des Menschen, in sein Herz und seine Seele eindringt, wird die Welt in Ordnung kommen. Wo Liebe ist, dort ist auch Ordnung; dort ist Musik, dort ist die Kunst. Wer mit Liebe spielen kann, der kann die Welt in Ordnung bringen: Herrscht Dürre, wird er Regen bringen; tobt ein Gewitter, wird er das Gewitter bändigen. Wenn er dem Kranken vorspielt, wird er ihn aus dem Bett heben. "`Wie geschieht das?"' Das ist nicht meine Angelegenheit. Das ist eine Kunst aus der göttlichen Welt. Wer diese Kunst erlangt, wird sofort musikalisch -- sein Musikgefühl wird sich manifestieren. Niemand hat das Recht, diese Kunst zu missbrauchen. Die gewöhnliche Liebe gibt nur gewöhnliche Errungenschaften, die göttliche Liebe gibt ungewöhnliche Errungenschaften. Wendet die göttliche Liebe an, lernt von ihr, um ungewöhnliche Ergebnisse zu haben. Wenn alle Menschen gut, schön, stark und liebend werden, wird Ordnung in der Welt herrschen. Es ist an der Zeit, dass die Menschen aus der menschlichen Liebe heraustreten und in die göttliche Liebe eintreten. Manch einer sagt, er könne die Menschen nicht ertragen. Warum kann er sie nicht ertragen? -- Weil seine Liebe begrenzt ist: Diesem gibt er, jenem gibt er nicht; diesem lächelt er zu und heißt ihn willkommen, dem anderen gegenüber ist er streng, empfängt ihn nicht in seinem Haus. Weitet euch, öffnet eure Herzen für die göttliche Liebe, um alle Menschen ertragen und lieben zu können. Lehrt euch gegenseitig, Gott zu lieben, damit Er auch euch liebt. Eine der Eigenschaften der großen Liebe ist ihre Fähigkeit, bittere Früchte in süße Früchte, kranke Menschen in Gesunde, Böse in Gute umzuwandeln. Wer gelernt hat, Gott zu lieben, wird auch sein Umfeld lehren, wie sie lieben sollen. Wenn er selbst diese Kunst nicht gelernt hat, kann er sie auch den anderen nicht weitergeben. Moses gab den Juden einige Gebote, zeigte ihnen, wie sie Gott lieben sollen, aber sie lernten diese Kunst nicht. Gott sandte Seinen Sohn, der sie lehren sollte, aber sie wollten ihm nicht folgen und kreuzigten ihn. Jetzt wird euch auch gesagt: Nehmt die göttliche Liebe als Gerechtigkeit, als Schönheit, als Wissen an, um euch und euren Nächsten nützlich zu sein. Alle Menschen sind als Arbeiter auf dem göttlichen Feld aufgerufen. Indem der Mensch mit Liebe arbeitet, erfüllt er den göttlichen Willen. Er hilft, ohne zu sprechen. Das Feuer zeigt von weitem an, dass es brennt. Das Brot spricht selbst für sich. Wenn es in den Magen kommt, zeigt es sofort seine Kraft. So verhält es sich auch mit der Liebe. Sie benötigt keine Predigten. Es reicht, dass ihr sie wahrnehmt, um zu verstehen, dass sie das Leben mit sich bringt. Sie erneuert, verjüngt und erhebt den Menschen. Strebt nach der Liebe, damit ihr euch verjüngt und aufersteht. Das ist das ewige Leben, dich zu erkennen, den einen und wahren Gott und Christus, den du gesandt hast. 19. August 1942, 5.00 Uhr -- Sofia-Izgrev
  6. BEI TAGESANBRUCH In der Bibel steht geschrieben, dass das Leben des Gerechten der Morgendämmerung gleicht.\footnote{Vgl. Spr 4,18 Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen, das immer heller leuchtet bis zum vollen Tag.} Oft werden folgende Fragen gestellt: Was ist der Grund des Lebens; was ist der Grund der Welt? Bevor man diese Fragen beantwortet, ist die Frage nach dem Leben des Menschen wichtig. Worauf gründet das menschliche Leben? -- Das menschliche Leben lässt sich von drei wichtigen Ursprüngen leiten -- vom Verstand, vom Herzen und vom Willen. Wenn der Mensch zu diesen Ursprüngen gelangt, dann schreitet er fort, er will wissen, was die Seele ist, ob sie existiert oder nicht. Die Seele ist überall; sie ist gleichzeitig so klein und so groß, dass sie mit nichts gemessen werden kann. Was stellt das Leben dar? -- Auch auf diese Frage kann man nicht so leicht antworten. Nur wer die höhere geistige Mathematik kennt, kann das Leben verstehen. Dasselbe gilt auch für die Welt. Sie wurde aus der Gesamtheit einer Menge von Zahlen erschaffen, die harmonisch aufeinander abgestimmt sind. Ihr werdet vielleicht fragen: "`Aus welchen Zahlen wurde die Welt erschaffen -- aus geraden oder ungeraden Zahlen?"' Die Antwort auf diese Frage ist ein Wahrsagen. Was stellt das jetzige Leben der Menschen dar? -- Ein Wahrsagen. Die meisten Menschen leben so, als würden sie auf jemanden warten, der ihnen die Zukunft voraussagt. Sie leben Tag für Tag, stehen morgens aus dem Bett auf und denken sich dabei: "`Mal sehen, was uns heute geschieht."' Auf diese Weise handeln auch die junge Frau und der junge Mann. Sie suchen eine alte Frau -- eine Wahrsagerin -- auf, ihnen Bohnen zu werfen, ihnen Karten zu legen oder aus dem Kaffeesatz zu lesen, was sie in naher oder ferner Zukunft ereilen wird. Wenn man die Wahrsagerinnen fragt, was sie aus den Bohnen und dem Kaffeesatz herauslesen und verstehen, dann wissen sie es nicht einmal selbst; manchmal aber erraten sie etwas. Es gibt Wahrsagerinnen, die den Menschen wahrsagen, aber sich selbst können sie nicht wahrsagen. Wenn zwei Wahrsagerinnen zusammen kommen, so können sie sich zwar gegenseitig wahrsagen, aber nicht für sich selbst. In der Gegend von Varna gab es eine Wahrsagerin, die die Zukunft der Menschen wahrsagen konnte. Zu ihr strömten Menschen aus der ganzen Umgebung und waren mit ihrem Wahrsagen zufrieden. Sie verdiente viel Geld. Das Interessante dabei war, dass sie allen wahrsagen konnte, was mit ihnen geschehen wird. Nur sich selbst konnte sie nichts wahrsagen. Eines Abends wurde sie von Räubern überfallen und ausgeraubt. Alles, was sie verdient hatte, fiel in deren Hände. Nun wurde sie wieder so arm, wie sie vorher war, bevor sie als Wahrsagerin berühmt wurde. Während die Menschen leben, wollen sie sich selbst erziehen, ihren Verstand aufklären und das Herz veredeln. Allerdings wissen sie nicht, was der Gegenstand ihres Begehrens ist. Die erste Aufgabe des Menschen besteht darin, die Möglichkeiten und die Bedingungen zur Äußerung seines Verstandes und Herzens zu nutzen und sich erst danach um die Aufklärung des Verstandes und die Veredelung des Herzens zu kümmern. Wenn diese sich äußern, dann ist es ganz natürlich, dass der Verstand nach Bedingungen für seine Aufklärung und das Herz nach Bedingungen für seine Veredelung suchen werden. Die Aufgabe des Menschen besteht zunächst darin, seinen Bezug zum Göttlichen in sich selbst und zu seiner Seele zu bestimmen und sich auf diesen Bezug zu verlassen. Über was für ein Kapital die Menschen verfügen, wie sie denken -- wie gut und stark sie sind -- darauf sollst du dich nicht verlassen. Verlasse dich nur darauf, worüber du selbst verfügst und was du in deinem Verstand und in deinem Herzen hast. Ihr werdet sagen, man solle sich nur auf Gott verlassen. Das ist eine andere Frage. Um sich auf Gott verlassen zu können, müsst ihr Ihn kennen und Ihn als eine in euch und außerhalb von euch existierende Realität verstehen. Gott ist sowohl im Kleinen als auch im Großen des Menschen. Gott ist gleichzeitig im Kleinen und im Großen außerhalb des Menschen. Folglich, wenn wir sagen, dass wir uns auf das Göttliche in uns verlassen müssen, meinen wir Gott als Realität, die sich niemals verändert. Erst danach kann man sich teilweise auch auf die Menschen verlassen. Das Leben der Menschen braucht einen festen Grund, auf dem alles seinen Platz hat. Nur in diesem Fall wird der Mensch eine klare Vorstellung vom Tod und vom Leben, von der Geburt und von der Wiedergeburt haben. Heutzutage äußern sich viele oberflächlich über den Tod und plötzlich hört ihr jemanden sagen: "`Ich werde bald sterben."' Wie kam dieser Gedanke in seinen Kopf? Warum denkt der junge Mensch nicht an den Tod und spricht nicht darüber? Wenn die Zeit reif ist, dass ein Kind zur Welt kommt, sagen alle: "`Ein Kind wird in diesem Haus geboren werden."' Was bedeutet die Geburt? Im weitesten Sinne hat die Geburt viele Manifestationen. Allein dass der Mensch nur auf die Welt kommt, ist noch keine Geburt. Wenn euch jemand besucht, ist das auch eine Art Geburt. Solange er euer Gast ist und sich unter euren Bedingungen befindet, ist er eingeschränkt. Sobald er euer Haus verlassen hat, ist er für euch tot, für sich selbst erlebt er eine Geburt, er ist aus den Einschränkungen eures Hauses herausgekommen. Daher sind die Begriffe "`Geburt"' und "`Tod"' relativ. Der Mensch wird geboren, wenn er die Einschränkungen verlässt, in denen er ganze neun Monate gelebt hat. Danach tritt er unter andere beschränkende Lebensbedingungen. Nach einiger Zeit verlässt er die Erde -- er stirbt, kommt ins Jenseits, wo er wiedergeboren wird. Also wird der Mensch ständig für bestimmte Bedingungen neu geboren und für andere stirbt er. Das zeigt, dass Tod und Geburt im Leben vielfältige Prozesse sind. Wenn die Rede von freien und von begrenzten Menschen ist, so nennen wir diejenigen frei, die keine Häuser haben, das heißt diejenigen, die außerhalb ihres Körpers leben. Ihr würdet sagen, das seien Tote. Wir nennen die Toten freie Menschen. Dagegen sind diejenigen nicht frei, die in kleinen, verschlossenen Häusern wohnen. Der menschliche Körper ist ein kleines Haus, in dem sich der Geist und die Seele nur zeitweilig aufhalten. Ihr werdet erwidern, dass das einzig Reale im Leben der Menschen in der Gründung einer Familie bestehe -- man solle heiraten, eine Frau und Kinder haben. Wie lange könnt ihr eine Frau oder einen Mann haben? Gibt es so etwas im Leben, dass Mann und Frau ein Leben von hundert Jahren zusammen verbracht haben? Wenn sie mit zwanzig geheiratet und hundert Jahre miteinander gelebt hätten, so würden sie beide mit hundertzwanzig Jahren ins Jenseits kommen müssen. Ein solcher Fall ist mir bis jetzt noch nie im Leben begegnet. Wenn also ein Mann und eine Frau heiraten, leben sie insgesamt höchstens vierzig bis fünfzig Jahre zusammen und dann scheiden sie dahin -- der eine früher als der andere. Ist das, was nur vierzig bis fünfzig Jahre dauert, real? Irgendwo lebten der Mann und die Frau nur ein, zwei Jahre zusammen und trennten sich danach. Die wirklich realen Dinge dagegen sind ewig. Wer den Sinn des Heiratens nicht versteht, möchte so schnell wie möglich heiraten und in ein neues Leben treten. Das lässt sich leicht machen, aber man sollte dabei wissen, dass das Heiraten ein Dienen ist. Jeder kann ein Diener werden. Wenn du irgendwo einen Dienst ausgehandelt hast, ist es jedoch wichtig, dass man dich nicht vorzeitig vertreibt, ohne dich bezahlt zu haben. Wenn dein Lohn gekürzt wird, zeigt das an, dass es etwas gibt, das nicht in der natürlichen Ordnung der Dinge ist. Wenn man dagegen deinen Lohn erhöht, ist das in der Ordnung der Dinge. Wenn ein junger Mann und eine junge Frau heiraten, bezahlen sie einander teuer. Sie geben sich hundert Küsse am Tag. Jeder Kuss ist pures Gold, ein Vermögen. Je länger sie zusammenleben, desto seltener werden auch die Küsse. Im zweiten oder dritten Jahr ihres Zusammenlebens geben sie sich kaum einen Kuss am Tag und im zehnten Jahr nur einen Kuss im Jahr. Das bedeutet, dass ihr Lohn bis auf das Minimum gesunken ist. Wenn der Lohn zwischen den Eheleuten sinkt, verschlechtert sich ihr Leben allmählich; es verliert jegliche Poesie. Viele der heutigen Menschen wissen nicht, wie man sich richtig küsst. Das ist nichts anderes als ein Betrug. Viele Menschen geben sich nicht richtig die Hand. Sie reichen nur einen, zwei oder drei Finger. Du sollst aber die ganze Hand reichen, damit man weiß -- auf dich ist Verlass. Die jetzigen Menschen leugnen die Existenz der Seele, aber ihr Streben, sich zu manifestieren ist eigentlich nichts anderes, als ein Streben der Seele nach Ausdruck. Sie manifestiert sich mit Hilfe des Verstandes, des Herzens und des Willens. Der Verstand manifestiert sich durch die Augen, das Herz durch die Nase und der Wille durch den Mund. Schaut, was ein Löwe tut, wenn er ein Opfer fängt. Er packt es mit den Pranken und steckt es in sein Maul, um es zu zerreißen. Folglich ist der Mund eine Manifestation des Willens. Manche wollen wissen, ob sie einen Willen besitzen oder nicht. Das ist aber unwichtig. Wichtig ist, einen starken Willen zu haben. Je größer der Mund des Menschen, desto stärker der Wille; aber wie groß der Mund sein soll, ist eine Frage, die ihr selbst studieren sollt. Jeder Mensch hat einen Mund, eine Nase, Augen, Augenbrauen und Ohren, aber nur wenige wissen, wie viele Zentimeter diese Körperteile messen. Keiner hat sie genau gemessen, um die Länge seiner Körperteile zu kennen. Wenn man einen Landwirt nach der Größe seines Ackers fragt, sagt er das ganz genau. Fragt man ihn nach der Größe seines Hauses, so weiß er auch das. Fragt man ihn aber nach seinem Kopf, so weiß er es nicht, weder wie lang noch wie breit er ist. Das Leiden der Menschen lässt sich auf die Tatsache zurückführen, dass die Dinge, derer sie sich bedienen, nicht richtig geschaffen wurden; sie entsprechen nicht den genauen Maßen, die die Natur für sie vorgesehen hat. Die gegenwärtigen Häuser sind sehr schön. Schönere und bequemere Häuser kennt die Menschheit nicht und trotzdem sind sie unhygienisch. Das Licht fällt nicht richtig in die Räume, weshalb die meisten Menschen nervös und leicht reizbar sind. Die Lichtstrahlen werden von den Wänden und der Decke nicht harmonisch gebrochen. Nicht nur das, sondern auch die Betten sowie die Decken sind unhygienisch. Dasselbe trifft auch auf die Kleidung zu, mit der sich die Menschen kleiden. Sie ist unhygienisch, weshalb die Menschen Kleider schaffen sollen, die den Anforderungen der Natur entsprechen. Wenn man auf das Essen zu sprechen kommt, gibt es dort auch etwas Unharmonisches. Das Hauptelement der Ernährung -- der Weizen -- wird mit Steinen gemahlen. Das bedeutet, ihm die Nährwerte, die ätherischen Öle, zu entziehen und nur die Kleie zu behalten. In Zukunft wird der Weizen nicht trocken gemahlen werden. Das Überwiegen gerader Linien und spitzer Winkel im Leben der Menschen ist eine der Ursachen für ihre Leiden überhaupt. Wegen der Entstellung seines Lebens entstellte der Mensch seine Körperteile. Selten werdet ihr auf einen wohlgeformten Kopf treffen. Aus diesem Grund wird das Licht von den Menschen nicht gleichermaßen wahrgenommen. Das Licht fällt nicht unter den gleichen Winkeln ein, weshalb die Menschen unterschiedliche Ansichten sowohl über die religiösen als auch über die sozialen Fragen haben. Ihr könnt nicht zwei Menschen treffen, die dasselbe Verständnis von der Liebe haben. Wenn zwei gute Künstler sich vornehmen, ein und denselben Menschen zu malen und seine Hauptzüge wiederzugeben, so werden sie sich in ihren Auffassungen voneinander unterscheiden: Beide werden seine Züge unterschiedlich darstellen. Jeder von den beiden Künstlern wird in seinem Bild das hervorheben, was ihn beeindruckt hat. Schließlich werden wir zwei verschiedene Abbilder ein und desselben Menschen haben. Um genau malen zu können, muss der Künstler dem Weg der Natur folgen: die Charakterzüge des Menschen so wiedergeben, wie die Natur sie geschaffen hat, ohne jegliche Minderung oder Verstärkung. Keiner ist in der Lage, die Natur zu übertreffen. Die Aufgabe des Menschen besteht darin, die Natur nachzuahmen und nicht, mit ihr in Konkurrenz zu treten. Was ist der Mensch an sich? -- Die Summe von Milliarden kleiner Seelchen oder Wesen, die sich im Namen der göttlichen Liebe einverstanden erklärt haben, in den Menschen einzudringen und für ihn zu arbeiten, ihm den Ausdruck eines Menschen zu verleihen. Sie haben ihr Leben für ihn geopfert, sind seine Diener geworden und, weil der Mensch sie nicht versteht, sagt er: "`Was stellt eigentlich der menschliche Körper dar?"' -- Nichts weiter als eine Maschine. Einige Gläubige betrachten den Körper sogar als ein Hindernis für das geistige Leben und sagen: "`Wir brauchen keinen Körper und können uns von ihm befreien. Für uns ist nur die Seele wichtig, die flexibel, beweglich und allgegenwärtig ist."' Wie groß auch immer die Seele sein mag, sie ist gleichzeitig in allen Zellen des menschlichen Körpers anwesend. Je nach Bedarf kann sich die Seele verkleinern und vergrößern. Die kleinen Zellen bauen den großen Körper. Wenn jemand seinen Körper betrachtet, so fragt er sich, mit welchem Körper er in Zukunft auf die Erde kommen wird. Es ist unwichtig, mit welchem Körper der Mensch auf die Erde kommt; wichtig ist es vielmehr, mit wie vielen Seelen er kommen wird, das heißt mit welcher Anzahl. Wenn er mit weniger Seelen kommt, als jenen, die zurzeit Teil seines Körpers sind, so wird er nie ins Paradies kommen. Es ist bewiesen worden, dass den schlechten Menschen und den Kriminellen etwas fehlt. Das bedeutet, dass in jedem weiteren Leben die kleinen Seelen, eine nach der anderen, diese Art von Menschen verlassen. Sie werden dann einem leeren Bienenstock gleichen. Die Bienen sind weg, die Körbe bleiben. Sobald die kleinen Seelchen erfahren, dass jemand den Willen Gottes nicht befolgt hatte, sagen sie: "`Dieser Mensch wird nicht zur Vernunft kommen; verlassen wir ihn, bis er seine Lektion gelernt hat."' Dieser Mensch merkt, dass etwas von ihm verschwindet und er allein bleibt. Dieser Zustand der Einsamkeit beängstigt ihn und er fühlt sich innerlich verlassen und arm. Solange sich die kleinen Seelchen im Menschen befinden, ist er froh und munter. Verlassen sie ihn, überkommt ihn Trauer, er beginnt, über sein Leben zu klagen, bis er eines Tages dahinscheidet. Wenn der Mensch im Leben allein bleibt, beginnt er nach Gott zu suchen und zu beten. Er fragt, wo Gott sei und möchte Ihn außerhalb von sich finden. Ohne Liebe (ljubov) und \textit{Liebe} (obitsch)\footnote{Vgl. Anmerkung 49.} kann man nicht in Kontakt mit Gott kommen. Zu denken, dass der Mensch ohne Liebe (ljubov) und \textit{Liebe} (obitsch)\footnote{Vgl. Anmerkung 49.} im Leben auskommen kann, bedeutet, ein materialistisches Verständnis vom Leben zu haben. Wenn alle Zellen, alle Körperteile eines Menschen nicht einzeln lieben können, so kann auch der ganze Mensch nicht lieben. Die Liebe ist eine Eigenschaft der Seele. Also liebt der Mensch mittels der Zellen seines Verstandes und seines Herzens; der Mensch liebt mittels der Seele und des Geistes. Je mehr Tugenden der Mensch besitzt, desto stärker ist seine Liebe. Je größer sein Verstand, sein Herz, seine Seele und sein Geist sind, desto stärker ist seine Liebe. Ein Haus, in dem die Menschen nicht streiten, ist ein Haus der Liebe. Über dieses Haus kann man sagen, es sei hygienisch. Was sagt ihr über ein Haus, in dem die Menschen ständig streiten? Ihr werdet sagen, dass sie täglich dreimal zu Gott beten. Ich lese die Überschriften und sehe, dass sie sich dreimal täglich streiten und über ihr Leben klagen. Sie beten für Brot, Kleider, Häuser, Geld. Selten sehe ich Überschriften, die mir zu verstehen geben, dass das Haus den Willen Gottes erfüllt und die Menschen in diesem Gott dienen. Es gibt nichts Großartigeres im Leben der Menschen als das Dienen. Wem kann man dienen? -- Dem Vollkommenen. Wem kann der Schüler gehorchen? -- Seinem Lehrer. Damit der Schüler absolut gehorsam ist, muss der Lehrer genial sein. Ein genialer Lehrer zeichnet sich durch seine große Standhaftigkeit und Entschlossenheit aus. Als Mohammed seine Lehre predigte, überkam ihn letztendlich ein großer Zweifel und er beschloss, vor den Menschen die Flucht zu ergreifen. Er konnte den Verleumdungen und Verfolgungen, denen er ausgesetzt war, nicht standhalten. Er kam an einen Ort, um zu rasten und versank in tiefes Nachdenken. Da sah er eine Ameise, die eine für sie viel zu schwere Last trug, sie wollte sie in den Ameisenhaufen bringen. Mohammed zählte, wie viele Male die Ameise ihre Last fallen ließ und wieder vom Boden aufhob. Endlich hob die Ameise die Last auf und schaffte es, sie in den Ameisenhaufen zu bringen. Als Mohammed ihre Beharrlichkeit sah, dachte er: "`Welch seltsame Sache, dass eine Ameise eine solche Hartnäckigkeit und einen solchen Mut ausdrücken kann! Sie konnte ihre Last neunundneunzig Mal fallen lassen und wieder aufheben in der Hoffnung, dass sie es beim hundertsten Mal schafft und ich bin schon bei meinen ersten Versuchen verzweifelt. Ich gehe wieder zu den Menschen zurück und werde die Beharrlichkeit der Ameise anwenden. Beim hundertsten Mal werde auch ich Erfolg haben."' Die Ameise ist klein, aber auch von ihr könnt ihr lernen. Der Mensch will nur eines -- sich absichern. Wenn er diesen Wunsch nicht verwirklicht, überkommt ihn die Verzweiflung. An welche Absicherung kann der Mensch denken, wenn er schon bei seiner Ankunft auf die Erde abgesichert ist? Derjenige, der ihn auf die Erde geschickt hat, hat ihn abgesichert. Glaubt an Denjenigen, der in eurem Verstand und in eurem Herzen lebt. Er bringt eure Angelegenheiten in Ordnung, so wie es sich gehört. Solange ihr Gott liebt, solange sorgt Er auch für euch. Hört ihr auf, Gott zu lieben, so verlässt Er euch auch. Wer auf die Liebe verzichtet, hält sich selbst für eine Gottheit. Er will im Leben eine große Rolle spielen. Um richtig groß zu sein, müsst ihr auch eine große Last tragen. Ein großer Mensch löst große Fragen. Er muss dabei das Wohl der ganzen Menschheit im Sinn haben. Jeder Mensch soll nicht nur für sich, sondern auch für seine Nächsten einen Beitrag leisten. Die Welt braucht lebendiges Brot. Wer auch an seine Mitmenschen denkt, ist ein guter Mensch. Auf diese Weise gibt man dem Göttlichen in sich einen freien Weg und zieht dadurch die Menschen an. Wer nur an sich denkt, stößt die Menschen ab, auf ihn ist kein Verlass. Derjenige, der das Licht Gottes nicht aufnehmen kann, kann auch nichts erreichen. Der Mensch ist auf die Erde gekommen, um sich selbst zu erziehen und drei Dinge zu erreichen: erstens die Kunst zu erlangen, richtig zu gehen und sich zu bewegen; zweitens zu lernen, Wissen und Erfahrung zu sammeln und drittens, arbeiten zu lernen. Arbeiten heißt, alles anzuwenden, was der Mensch bisher gelernt hat. Es reicht, sich im Spiegel zu betrachten, um nachzusehen, ob die Augen klar oder trübe sind. Klare Augen zeigen, dass der Mensch in sich gerade Gedanken, gerade Gefühle und gerade Handlungen hervorgebracht hat. Denkt, fühlt und handelt der Mensch nicht gerade, sind seine Augen trüb und voller Nässe. Einst war die Erde auch feucht, aber als Gott nur ein Wort sagte, verteilte sich die Feuchtigkeit, das heißt das Wasser, in Meere und Ozeane und der Himmel wurde klar. Unsere Gedankenwelt muss sich aufklären, die Wolken müssen wegziehen und der Horizont muss sich klar und rein ausbreiten. Die Sterne am Himmel symbolisieren die Menschen. Sonne und Mond stellen die zwei Systeme dar, derer sich die Menschen bedienen. Die Sonne ist der Vertreter der gelehrten und der Mond der Vertreter der religiösen Menschen. In der Heiligen Schrift steht geschrieben, dass sich Sonne und Mond verfinstern werden. Darunter ist zu verstehen, dass Religion und Wissenschaft von ihrem derzeitigen Stand absteigen werden. Ein neues Leben, neue Wege, neue Bedingungen kommen in die Welt. Heutzutage kämpft die ganze Welt, kämpfen alle Völker, für eine Idee. Ist diese Idee an der richtigen Stelle? Wenn ein Steinhauer Steine bricht, um sie für den Bau eines Hauses zu verwenden, ist das Steinebrechen an seinem Platze. Wenn ein Holzfäller Bäume fällt, um damit ein Haus zu bauen, ist das Holzfällen an seinem Platze. Aber wenn ein Steinhauer und ein Holzfäller eine Arbeit verrichten, ohne ein Wohl im Sinn zu haben, ist ihre Tat nicht an ihrem Platze. Die Wälder wahllos abzuholzen, das bedeutet, großes Unglück zu schaffen. Bearbeitet den Boden und stärkt die Vegetation, um nicht zu leiden. Die Ursache für viele Krankheiten des Menschen ist die schwache Vegetation in seinem Organismus. Die Vegetation in seinem Gehirn, in seinen Lungen und in seinem Magen lässt nach, weshalb diese Organe erkranken und es kommt zu Gehirnstörungen, Magenverstimmungen und Lungenschwächen. Ist die Vegetation des Menschen stark genug, so erfreut er sich eines langen Lebens. Die Pflanzen kennen das Gesetz des langen Lebens besser als der Mensch. Es gibt Bäume, die Jahrhunderte und Jahrtausende leben; dagegen hat kein Mensch jemals tausend Jahre erreicht. Im Alten Testament haben wir das Beispiel nur eines Menschen, der am längsten gelebt haben soll und selbst das nur neunhundert Jahre. "`Das Leben eines Gerechten gleicht dem Tagesanbruch."'\footnote{Vgl. Spr 4,18 Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen.} Verkehrt mit guten und gerechten Menschen, damit auch in euch die Morgendämmerung des neuen Lebens anbricht. Ein bulgarisches Sprichwort besagt: "`Dem, mit wem du verkehrst, dem ähnelst du."'\footnote{Deutsch: Sage mir, mit wem du umgehst und ich sage dir, wer du bist.} Wenn du mit einem Kranken verkehrst, so wirst du selber krank; verkehrst du mit Gesunden, wirst auch du gesund sein; wenn du mit dem Klugen verkehrst, so wirst auch du klug; verkehrst du mit starken Menschen, so wirst du selber stark. Folglich, damit sich die Welt in einem Tag verbessert, sollen die Menschen mit der Liebe, das heißt mit Gott, verkehren. Das Leben auf der Erde ist vergänglich. Der Mensch gleicht einem Mieter -- von ihm hängt es ab, für längere oder kürzere Zeit in dem Haus zu bleiben, das er gemietet hat. Wenn seine Beziehung zum Vermieter gut ist, wird er länger im Haus leben. Verschlechtert sich die Beziehung zu ihm, wird ihn der Letztere rauswerfen. Wenn man sein Leben verlängern will, soll man Liebe zu sich selbst und zu seinen Nächsten haben. Was für eine Liebe? -- Die Liebe, die den Menschen auferstehen lässt. Wenn ein junger Mann leuchtenden Verstandes und guten Herzens einer jungen auf dem Sterbebett liegenden Frau sagt, er liebe sie, so wird sie zu sich kommen, genesen und das Bett verlassen. Sie war bereit zu sterben, weil sie dachte: "`Niemand liebt mich."' Im gleichen Moment, wo die junge Frau sich vergewissert hat, dass jemand sie liebt, erwacht sie für ein neues Leben und wird gesund. Die heutigen Menschen sterben an Lieblosigkeit und erwachen zum Leben, wenn sie geliebt werden. Daraus folgt: Der Mensch lebt, solange es jemanden gibt, der ihn liebt und stirbt, wenn er von niemandem geliebt wird. Ihr müsst davon überzeugt sein, dass es den Einen gibt, der euch liebt. Wer ist Er? Er ist der Eine, der Ewige, der sich von niemandem lossagt, niemanden verurteilt, auf niemanden einen bösen Blick zu werfen vermag, niemandem ein bitteres Wort sagt. Wenn er jemandem, der einen Fehler begangen hat, begegnet, sagt er zu ihm: "`Du bist ein gutes Kind, aus dir wird ein Mensch werden."' Es mag sein, dass die Engel an diesem Menschen keinen Gefallen finden, Gott aber liebt alle. Gott wird lächeln und ihn segnen. Dank des Blickes und des Lächelns, mit denen sich Gott an euch richtet, seid ihr froh und munter. Zweifelt ihr an Gott, so verlässt euch die Freude. Fasst ihr Mut in eurem Leben, besucht euch die Freude wieder. Jeder Mensch soll an sich selbst arbeiten, um das Bild des wahren Menschen zu erschaffen. Als Vorbild des wahren Menschen dient uns Christus. Er sagte: "`Ich bin gekommen, nicht dass ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat."'\footnote{Joh. 6,38.} Mit seinem Leben hat er bewiesen, dass er nicht kam, um seinen Willen zu erfüllen. Wenn Christus seinem eigenen Willen gefolgt wäre, so hätte er bitten können und ihm wären zwölf Legionen Engel zu Hilfe gekommen. Ein Engel ist imstande, mit 150000 Seelen zurechtzukommen. In nur einer Nacht hätten sie es geschafft, mit der ganzen Menschheit zurechtzukommen. Dies war aber nicht das Ziel Christi. Christus kam, um die Liebe der Menschen zu prüfen und die Liebe Gottes anzuwenden. Wie die Liebe der Menschen war, spürt Christus bis heute auf seinem Rücken. In der Heiligen Schrift steht, dass Christus Saulus auf einem Pferd traf und ihn mit seinem Licht blendete. Christus fragte ihn: "`Saul, Saul, was verfolgst du mich?"' "`Wer bist du, Herr?"' "`Ich bin Jesus, den man gekreuzigt hat. Es ist hart für dich, wider den Stachel auszuschlagen."'\footnote{App. 26,14.} Ab diesem Moment bekannte sich Saulus zu Christus und wurde zu seinem eifrigsten Anhänger. Saulus hatte begriffen: Auf das Opfer, das Christus für die ganze Menschheit erbracht hatte, soll man wieder mit einem Opfer antworten. Die heutigen Menschen denken, dass sie ihre Frau, Kinder und Haus verlassen müssen, wenn sie sich für Christus opfern sollen, aber das stimmt nicht. Wenn der Mann Christus erkennt und ihn zu lieben beginnt, dann wird er auch seine Frau und seine Kinder lieben. Wenn die Frau Christus zu lieben beginnt, wird sie ihren Mann und ihre Kinder lieben. Dasselbe gilt auch für die Kinder. Wenn sie Christus lieben, so werden sie auch ihre Eltern lieben. Wenn die Menschen Christus erkennen und lieben, werden sie auch ihre Heimat lieben und wahre Patrioten werden. Das bedeutet Christus zu erkennen! Wenn die Menschen Christus erkennen und ihn lieben, werden sie bereit sein, von ihren Gütern etwas an diejenigen abzugeben, die nichts haben, genauso wie der Briefträger die Briefe an diejenigen verteilt, für die sie bestimmt sind. Ich will, dass ihr heute folgenden Versuch macht: Bleibt fünf bis sechs Stunden in absoluter innerer Ruhe, nachdem ihr den Saal verlassen habt. Was euch tagsüber auch immer geschehen mag, seht keinen Widerspruch, keinerlei Disharmonie darin. Stellt euch vor, ihr würdet in der Welt der Engel leben. Wer auch immer zu euch spricht, hört ihm gut zu und stellt euch vor, ihr würdet irgendeine Musik hören. Wenn euer Mann und eure Kinder zornig und böse sind, hört ihnen zu und sagt euch: "`Wie schön sie reden!"' Seid blind und taub für die Fehler der Menschen. Nur so werdet ihr die Liebe Christi verstehen. Christus lebt in den Seelen der Menschen. In der Bibel steht: "`Ich habe kein Gefallen am Tode des Gottlosen."'\footnote{Hesekiel 33,11; s.o. 18,23.} Warum? -- Weil Gott auch in der Seele des Gottlosen lebt. Gott interessiert sich für das Leben und nicht für den Tod. Folglich hat der Tod einen Sinn, wenn der Mensch stirbt, um zu leben; aber wenn der Mensch lebt, um zu sterben, dann haben weder Leben noch Tod einen Sinn. Das Erste, was vom Menschen verlangt wird, ist Gott für seinen Kopf zu danken, der ihm gegeben wurde. Nachdem er erkannt hat, wer ihm den Kopf gab, muss er ihn aufrecht und nicht gesenkt halten. Wenn der Mensch sich dessen bewusst geworden ist, welches Gut ihm damit gegeben wurde, soll er zu sich selbst sagen: "`Ich danke für das göttliche Licht, das ich mit meinem Kopf wahrnehmen kann. Ich danke für die Liebe, die ich mit meinem Herzen wahrnehmen kann. Ich bin bereit, das Licht und die Liebe, die ich wahrnehme, anzuwenden, nicht nur den Menschen gegenüber, sondern auch gegenüber den kleinsten Wesen. Ich bin bereit, der Ameise den Weg frei zu machen und ihr schnell Hilfe zu leisten."' Eines Tages beobachtete ich, wie sich zwei Ameisen um ein Brotkrümelchen stritten. "`Warum streitet ihr?"' fragte ich. Die eine Ameise antwortete: "`Ich habe als erste das Krümelchen gefunden. Sie will mir die Hälfte davon nehmen, aber ich gebe sie nicht her."' In diesem Moment nahm ich viele Krümelchen aus der Tasche und gab sie ihnen. Der Streit wurde sofort beigelegt. Für beide Ameisen gab es jetzt reichlich zu fressen. Folglich löst die Fülle die Fragen. Ein Liter Wasser kann einen Streit nicht beenden, denn alle Menschen haben Durst, aber eine ausreichende Wassermenge kann jeden Streit beilegen und jeden Widerspruch lösen. Geringe Liebe reicht nicht aus, um Fragen zu lösen, aber große Liebe löst sie. Große Liebe in sich zu tragen, bedeutet, abends, nachdem du den ganzen Tag fleißig gearbeitet hast, trotzdem munter, voller Lebenskraft nach Hause zurückzukehren. Der Bulgare, der seine Wasserkrüge töpfert, macht zwei Öffnungen: Durch die große wird der Krug gefüllt und durch die kleine, etwas abseits liegende, wird das Wasser getrunken. Das heißt, dass der Bulgare viel nimmt und wenig gibt. Die Linie der seitlichen Öffnung ist schön, aber sie müsste doppelt so groß wie die jetzige sein. Bedenkt folgendes Gesetz: Wenn du viel gibst, wirst du auch viel nehmen; wenn du wenig gibst, wirst du wenig nehmen. Wenn du viel denkst, erlangst du viel Wissen; wenn du wenig denkst, erwirbst du wenig Wissen. Arbeitest du viel, verdienst du auch viel; arbeitest du wenig, verdienst du wenig. Das sind Prozesse der Liebe. Du kannst nicht handeln, wie du willst und dennoch einen Gebrauch von der Liebe machen. Junge Männer und junge Frauen, die mit ihrem Vater, ihrer Mutter, ihren Geschwistern streiten, können auch miteinander nicht gut auskommen. Was für Versprechen der junge Mann der jungen Frau auch gibt, er wird sie nicht halten. Es ist unmöglich, böse, streitlustig und zornig mit den Eltern umzugehen und gleichzeitig gut mit seinem Geliebten zu leben. Solche jungen Männer und Frauen können dem Dienst eines Aufsehers nachgehen, aber nicht dem eines Mannes oder einer Frau in der Familie. Wenn Gott heute sieht, was wir tun, wundert er sich über unseren Verstand. Die heutigen Christen denken, das Reich Gottes leichten Weges betreten zu können. Es gibt keinen leichten Weg, der ins Reich Gottes führt. Wer dorthin will, muss bereit sein, den Weg Christi zu gehen. Er ist in die Welt gekommen, brachte die Liebe Gottes mit sich, opferte sich für die Menschheit und wurde dafür gekreuzigt. Eine ganze Nacht verhöhnten ihn die römischen Soldaten, aber er ertrug alles voller Liebe und bewahrte großartige Fassung. Christus wusste, dass die Schläge eines Tages auf ihre Rücken hageln würden. Die römischen Soldaten bestimmten genau die Anzahl der Schläge, die die zukünftige Menschheit erdulden muss. Heutzutage interessieren sich alle dafür, wer den Sieg im jetzigen Krieg erringen wird. Sobald der Krieg zu Ende ist, werdet ihr sehen, wer siegen wird. Ich sage: Selig ist das Volk, welches zuerst die Liebe, die Gerechtigkeit, die Weisheit und die Wahrheit Gottes anwenden wird. Das Alte muss getilgt werden, damit das Neue kommen kann, das die Bedingungen für den Sieg bringen wird. Der wahre Sieg kommt durch die Liebe, die jede Rechtlosigkeit ausschließt. Die Welt braucht eine neue Ordnung, sie braucht Vernunft und Recht. Die Rechtlosigkeit muss aus jedem Haus und jedem Staat verschwinden und durch die Ordnung der Gerechtigkeit und Liebe ersetzt werden. "`Der Gerechten Pfad glänzt wie das Licht am Morgen."'\footnote{Spr 4,18.} In der Bibel steht: "`Gott ist Liebe."'\footnote{1.Joh 4,16.} Sucht deshalb die Lösung aller Fragen in der Liebe und nicht außerhalb von ihr. Wenn die Liebe unter die Menschen kommt, wird sie alle ungeordneten Dinge in Ordnung bringen. Sie bringt das neue Leben mit sich, das sich durch den Verstand, das Herz und die Seele der Menschen offenbart. Öffnet euren Verstand, eure Herzen und eure Seelen für Denjenigen, der durch alle Lebewesen ununterbrochen zu euch spricht. Hört darauf, was Er euch sagt und folgt Seinem Willen. Öffnet euch für die Liebe. Ihr werdet sagen, die Liebe sei nur für die jungen Menschen. Das stimmt nicht. Alle brauchen sie -- Alte und Junge, Verheiratete und Ledige. Nur wer die Liebe in sich trägt, darf heiraten. Ein Liebender ist gesund, klug und gutmütig. Wenn dem so ist, heiratet keine kranken, schlechten und ungebildeten Menschen. Eine liebende Frau setzt ihre Liebe bei jeder Tätigkeit ein. Wenn sie kocht, überträgt sie ihre Liebe in das Essen und wer davon isst, wird genesen, wenn er krank ist; wenn er unzufrieden war, wird er zufrieden sein. Wenn euch jemand sagt, er habe Liebe im Herzen, dann sollte er euch etwas kochen. An dem Essen werdet ihr erkennen, wie seine Liebe ist. Solange der Mensch der Liebe den Weg in sich bereitet, verfügt er über alle ihre Möglichkeiten. Verliert er die Liebe, so verliert er auch die Möglichkeiten, über die sie verfügt. Das Leben ist hauptsächlich der Liebe wegen wertvoll, die es mit sich bringt. Sie ist imstande, alle Ermordeten und Toten auferstehen zu lassen. Sie werden auferstehen, werden wieder auf die Erde kommen als schöne, große und starke Männer und Frauen. Und sie werden dann einstimmig ausrufen: "`Vorwärts mit der Liebe!"' Selig ist, wer in Liebe geboren wurde. Josef wurde von einer liebenden Mutter zur Welt gebracht und wurde von der Liebe gesegnet. Davor musste er aber zwei große Prüfungen bestehen. Er hatte einen Traum, von dem er seinen Brüdern erzählte. Sie lehnten sich gegen ihn auf und beschlossen, ihn zu töten, aber dann änderten sie ihre Entscheidung. Letztendlich verkauften sie Josef an reiche, nach Ägypten reisende Händler. Er wurde von Potifar dem Vorgesetzten der Leibwächter abgekauft. Seine Frau verliebte sich in Josef. Um sich von ihr zu befreien, lief Josef davon, aber hinterließ bei ihr seine Kleidung. Josef wurde von der Frau verleumdet und ins Gefängnis geworfen. Josef nahm Vorlieb mit dem Gefängnis, statt seinem Herrn gegenüber einen Fehler zu begehen. Nachdem er den Traum des Pharao gedeutet hatte, wurde er aus dem Gefängnis freigelassen und nahm einen hohen Posten an der Seite des Pharao ein. Als in Kanaan großer Hunger ausbrach, kamen seine Brüder des Weizens wegen zu Josef und verbeugten sich vor ihm. Damit hatte sich Josefs Traum verwirklicht. Er offenbarte sich ihnen als ihr Bruder und verzieh ihnen ihre Fehler. Das Leben Josefs zeigt den Weg, den alle Menschen gehen. Um den Segen Gottes zu bekommen, muss der Mensch den Weg der Schwierigkeiten und Prüfungen gehen. Er muss die Schwierigkeiten überwinden und mit ihnen zurechtkommen. Dann wird die Liebe kommen. Eine Liebe ohne Prüfungen und Schwierigkeiten ist keine wahre Liebe. Die Liebe Gottes kommt erst nach großen Prüfungen und schweren Leiden. Den Menschen werden große Güter, Möglichkeiten und Bedingungen gegeben, aber sie können sie nicht nutzen. Gott wartet geduldig, bis alle Menschen zu sich finden und sich zu Ihm bekennen. Mühevolle Zeiten stehen bevor. Wer möchte, kann in Liebe leben. Ihr alle habt Erfahrungen, die angewandt werden müssen. Die Natur mag keine Wiederholung der Dinge. Sie erlaubt nicht, dass man einen Fehler zweimal begeht. Wenn man einen Fehler macht, ist das in Ordnung, daraus kann der Mensch etwas lernen. Es ist aber nicht erlaubt, den gleichen Fehler noch einmal zu machen. 16. August 1942, 10.00 Uhr -- Sofia-Izgrev Aus dem Bulgarischen Stanislava Stefanova.
  7. DIE STARKEN \begin{flushright} Nachdenken \end{flushright} Stellt euch vor, dass ihr an die Tafel einen Kreis mit einem bestimmten Durchmesser gemalt habt. Das Zentrum dieses Kreises, das mit einer Eins gekennzeichnet ist, bestimmt die Kraft, mit der die Welt geschaffen wurde. Mit der Zwei kennzeichnen wir den Kreis selbst, der die Grenze der Welt ist. Die drei ist aber der Durchmesser, das heißt die Kraft, die Inhalt in die Welt brachte. Der Mensch durchläuft dieselben Zahlen: die Eins, die seine Welt geschaffen hat; die Zwei, die seine Welt begrenzt hat und die Drei, die in seine Welt Inhalt und Bedeutung gebracht hat. Als Schüler des Lebens wollt ihr lernen, aber gleichzeitig wollt ihr Lehrer werden. Heute lässt es sich nicht leicht Lehrer werden. Früher musste man, um Lehrer zu werden, mindestens vier, fünf Klassen beenden. Mit der erstklassigen Bildung wurde man Lehrer. Jetzt muss man, um Lehrer in der Grundschule zu werden, das Gymnasium abgeschlossen haben. Um Gymnasiallehrer zu werden, muss man die Universität beenden. Jemand will Professor werden. Dafür ist es nicht nur nötig, das Gymnasium und die Universität beendet zu haben, sondern man muss sich in einem Wissenschaftszweig spezialisieren. Jemand möchte ein mächtiger, gelehrter Mann werden, oder sich in einer geistigen Hinsicht ausdrücken. Wie kann man das erreichen? Man muss viel auf einem gewissen Gebiet gearbeitet haben und dann kann man seinen Wunsch realisieren. Um einen gewissen Zustand zu erreichen, muss der Mensch Liebe (ljubov) und \textit{Liebe} (obitsch)\footnote{Vgl. Anmerkung 49.} zu dem empfinden, was er erlangen möchte. Was ist der Unterschied zwischen den Begriffen Liebe (ljubov) und \textit{Liebe} (obitsch)? Unter Liebe (ljubov) verstehen wir das, was ständig gibt und niemals nimmt. Unter \textit{Liebe} (obitsch) verstehen wir das, was immer nimmt und niemals gibt. Gott manifestiert sich im Menschen durch Seine Attribute: Er gibt und nimmt ständig. Für manche ist das unklar. Sie können sich nicht vorstellen, wie Gott ständig gibt und ständig nimmt. Dass manche gewisse Dinge nicht verstehen, das bedeutet nicht, dass diese nicht existieren. Viele Dinge versteht der Mensch nicht, aber dennoch geschehen sie. Wie werdet ihr den Prozess des menschlichen Denkens erklären? Auch die Gelehrtesten können den Prozess des Denkens nicht genau erklären, aber das Denken fließt, legt einen gewissen Weg zurück. Das Verstehen oder Nichtverstehen dieses Prozesses unterbricht den Gedankenfluss nicht. Um zu erklären, wie die Gedanken kommen und vor allem nach welchen Gesetzen sie sich bewegen, muss der Mensch Herr seiner Gedanken werden. Wenn wir zum Gedanken kommen, der aus den Zahlen eins, zwei und drei besteht, sagen wir, dass er dynamisch sei. Jeder Gedanke, der ein Objekt um sich herum erschafft und ihm einen gewissen Inhalt beifügt, ist dynamisch. Jeder Gedanke, der nichts erschafft, nichts begrenzt und dem Menschen keinen Inhalt und keine Bedeutung gibt, ist schwach. Ihr werdet widersprechen und sagen, dass ihr gut denkt. Wer gut denkt, singt gut. Und umgekehrt: Wer nicht gut singt, kann nicht denken. Der Schwache denkt nicht gut. Wer nicht stark und vernünftig ist, kann ebenfalls nicht gut denken. Der Starke hat gute Gedanken, gute Gefühle und gute Taten. Jemand wird sagen, dass er seit Jahren die Lehre Gottes befolgt, aber immer noch nicht stark und gut geworden sei. Woher weiß er das? Seit Jahren wird der Weizen in die Erde gesät und offensichtlich ist er derselbe geblieben; er hat sich nicht verändert, aber verrichtete und verrichtet bis heute seine Arbeit. Der Mensch lebt und existiert dank des Wassers, der Luft und des Lichtes. Wenn der Mensch seinen Mund auf- und zumacht, strömt die Luft in ihn hinein und heraus. So nimmt er auch das Wasser zu sich. Wenn er seine Augen öffnet, empfängt er das Licht und macht Gebrauch von ihm. Folglich, seit der Erschaffung des Menschen bis heute, empfängt er ein und dieselben Elemente zur Erhaltung seines Lebens und offensichtlich ist er derselbe geblieben, aber der Unterschied zwischen dem Urmenschen und dem heutigen Menschen ist groß. Heute suchen alle Menschen nach der richtigen Lösung der sozialen Fragen. Eine der sozialen Fragen ist die des Heiratens. Jeder möchte wissen, welche die richtige Weise zur Lösung dieser Frage ist. Wer soll heiraten? -- Nur derjenige, der klug, gut und gesund ist. Er wird gesunde und gute Nachkommen hervorbringen. Wenn du nicht klug, gut und gesund bist, heirate lieber nicht. Es gibt keinen Grund zu heiraten und schwache Nachkommen in die Welt zu setzen. Die Welt benötigt kluge, gute und gesunde Menschen. Jede junge Frau und jeder junge Mann, die heiraten möchten, sollen diesen Anforderungen entsprechen. In diesem Fall sollen sie heiraten. Was ist der Wille Gottes? -- Der Wille Gottes ist bestimmt: Nur der kluge, der gute und der gesunde Mensch soll heiraten. Gott schuf die ersten Menschen klug, gut und gesund und erlaubte ihnen zu heiraten. Denjenigen, die nicht klug, gesund und gut sind, verbot Er zu heiraten. Der Mensch heiratet in jedem Moment, ohne die Bedeutung des Heiratens zu verstehen. Jeder Bissen Brot, den man in den Mund legt, ist nichts anderes als das Heiraten. Kaut der Mensch das Brot richtig und der Magen verdaut es gut, entwickelt der Mensch Kraft. In diesem Sinne stellt die Kraft, die der Mensch erlangt, das Kind dar, das aus der Heirat zwischen dem Menschen und dem Brot geboren wird. Mit dem Brot heiratet nur der, der klug, gut und gesund ist. Das zeigt, dass das mentale System, das Atmungssystem und das Verdauungssystem in ihm gut entwickelt sind. Wenn eines der Systeme nicht gut arbeitet, wird der Mensch essen, aber das Brot wird nicht richtig verwertet werden und der Mensch kann nicht die nötige Kraft entwickeln. Er wird essen, aber die Verdauung wird nicht richtig funktionieren. Was für einen Sinn hat diese Ernährung? Es liegt ein Sinn darin, dass der Mensch heiratet, das heißt sich mit dem Brot verbindet, aber er soll es gut benutzen. Haltet Folgendes fest: Alles ist dann wertvoll, wenn es zum richtigen Zeitpunkt geschieht. Dann wird es vernünftig benutzt und führt zu guten Resultaten. Wenn ihr heiratet, heiratet zum rechten Zeitpunkt. Wenn ihr gebärt, gebärt zum rechten Zeitpunkt. Was wird aus einem Kind, das nach dem ersten, zweiten, dritten, vierten, fünften, sechsten, siebten und achten Monat nach seiner Empfängnis geboren wird? Was zeichnet eine Frau aus, die der Mutter bei der Geburt beisteht, die das Kind nur einen oder zwei Monate nach seiner Empfängnis trägt? Werdet nicht die Mutter eines solchen Kindes. Steht der Geburt eines solchen Kindes nicht bei. Habt Geduld, bis zum neunten Monat zu warten. Es ist nicht leicht, einer solchen Mutter bei der Geburt beizustehen. Noch schwieriger ist es, ein solches Kind zu gebären. Eine solche Geburt ist die Folge des alten Lebens, wo es Krankheiten, Missverständnisse und Widersprüche gab. Das alte Leben ist ein trüber Niederschlag, der zerfließen soll. Das neue Leben bringt reines, kristallklares Wasser. Das Leben fließt aus der göttlichen Liebe heraus, die ständig gibt. Das Leben fließt auch aus der \textit{Liebe} (obitsch)\footnote{Vgl. Anmerkung 49.} heraus, die alles nimmt. Über Gott wurde gesagt, dass Er alles gibt und alles nimmt, aber nicht über den Menschen. Der Mensch kann weder alles geben noch alles nehmen. Kann der Mensch alles von demjenigen wollen, der ihn liebt? Was gab er ihm, um alles von ihm zu verlangen? Gab er ihm einen Verstand? Gab er ihm ein Herz? Gab er ihm einen Körper? Wenn du ihm nichts gegeben hast, hast du dann das Recht, von ihm alles zu verlangen? Die Mutter und der Vater gebären das Kind, gaben etwas von sich, haben also folglich das Recht, etwas von ihm zu verlangen. Aber welches Recht haben die anderen Menschen in Bezug auf das Kind? Jemand sät ein Weizenkorn und denkt, dass er das Recht auf alles hat, was das Weizenkorn gebiert. Die Erde ist die Mutter und er hält sich für seinen Vater. Wer ist jedoch sein Vater? Auch der Vogel kann das Weizenkorn in die Erde graben, ohne sich für seinen Vater zu halten, ohne ein Recht auf ihn zu beanspruchen. Der Vogel gräbt Weizenkörner in die Erde, ohne sich für ihren Vater zu halten, ohne das Recht auf sie zu haben. Das Schwein, wenn es wühlt, kann ein Korn in die Erde graben, ohne sein Vater zu sein. Es vergräbt auch die Weizenkörner, die Maiskörner und die Kiefernsamen, ohne sich Vater zu nennen. Was versteht man unter den Worten \textit{Vater, Mutter, Sohn}? Der Vater gibt, die Mutter nimmt und bearbeitet die Dinge und der Sohn erfüllt sie. Der Sohn bringt seinem Vater und seiner Mutter Freude. Dieselbe Beziehung sollen wir zu Gott haben. Er ist unser Vater und wir Seine Kinder. Gott freut sich und wir sollen uns auch freuen. Die Fröhlichkeit ist das Recht Gottes, die Freude das Recht des Menschen. Wir sollen uns über die Werke Gottes, über den Verstand und das Herz und über die Freude freuen; uns freuen, dass der Verstand die Dinge studiert und das Herz sie wahrnimmt; uns über alles freuen, was uns gegeben und in uns hineingelegt wurde. "`Sollten wir lieben?"' Ihr werdet lieben, natürlich; dabei ist es umso besser für euch, je mehr Wesen ihr liebt. Wer liebte bis jetzt alle Menschen, die ganze Menschheit? -- Nur Christus. Er kam auf die Erde, liebte alle Menschen und mit seiner Liebe bezahlte er all ihre Schulden. Ihr werdet sagen, dass ihr auch alle Menschen lieben sollt. Um sie zu lieben, sollt ihr für sie sterben und danach für sie auferstehen. Um zu lieben, sollst du von Gott geboren sein, danach für die Menschen sterben und für sie auferstehen. Jeder ist geboren, aber nicht jeder ist bereit, für sie zu sterben. Warum? -- Weil er nicht von Gott geboren wurde. Er ist nicht bereit zu sterben, deshalb kann er nicht auferstehen. Viele Menschen sterben notwendigerweise, deshalb können sie nicht auferstehen, das heißt wachsen. Sie warten auf das neue Licht und die neue Wärme in der Welt, um erst dann aufzuerstehen. Kehren wir zu den Zahlen eins, zwei, drei zurück. Was bedeuten sie? In ihnen verbirgt sich vieles, aber nur für denjenigen, der ihre innere Bedeutung versteht. Für ihn bringen diese Zahlen Vernünftigkeit, Güte und Kraft. Wann wird der Krieg enden? -- Wenn ihr die Zahlen eins, zwei und drei in eurem Leben anwendet. Sie lösen alle Probleme auf. Wenn die Liebe (ljubov) und die \textit{Liebe} (obitsch)\footnote{Vgl. Anmerkung 49.} beginnen, gemeinsam zu arbeiten, wird sich die Welt verbessern. Wann werden wir uns von den Leiden und den Krankheiten befreien? -- Wenn sowohl ihr Gott liebt als auch eure Leiden und eure Krankheiten Gott lieben. Die Liebe birgt den Glauben und die Hoffnung in sich. Lasst die Krankheiten in euch nicht zu, bevor ihr Gott nicht liebt. Ihr erlaubt ihnen, sich in euch zu verlieben und euch zu quälen. Jede Krankheit ist ein nicht eingeladener Gast. Wie werdet ihr den nicht eingeladenen Gast lieben und wie wird er euch lieben? Seid dem Leiden und den Krankheiten gegenüber wachsam und lasst sie nicht in euer Haus, bis sie ihre Beziehung zu der Ersten Ursache nicht geregelt haben. Dasselbe wird vom Menschen gefordert. Niemand hat das Recht zu lieben, solange er nicht Gott liebt. Die Liebe beinhaltet ein inneres Begreifen der Dinge. Wie wirst du eine Frucht essen, wenn dir nicht zuerst dazu das Recht gegeben ist? Wenn ihr keine Liebe in euch habt, habt ihr kein Recht, die Früchte der Bäume zu essen. Die ersten Menschen aßen von der verbotenen Frucht und brachten Unglück über sich und über die ganze Menschheit. Von der verbotenen Frucht zu essen, das bedeutet, ohne Liebe zu essen. Folglich, wenn ihr Gottes Liebe wahrnehmen und anwenden wollt, folgt dem Weg Christi. Er kam auf die Erde und machte den Versuch, alle Menschen zu lieben. Er zahlte teuer für diesen Versuch, aber sein Versuch erwies sich als erfolgreich. Das bedeutet, dass Christus ein zweites Mal auf die Erde kommen wird, um denselben Versuch zu machen. Wenn er ein zweites Mal kommt, erwartet ihn dasselbe Schicksal. Sollt ihr euch das wünschen? Heute soll sich die ganze Menschheit für Christus aufopfern, der sich als Erster opferte und bewies, dass er alle Menschen liebt. Der Mensch kann sich nur für denjenigen opfern, der sich für ihn geopfert hat. Die Mutter, die sich für ihr Kind geopfert hat, hat das Recht, etwas von ihm zu verlangen. Aber sie hat kein Recht, etwas von fremden Kindern zu verlangen. Aus demselben Grund kann der Mensch nur etwas von den Gedanken fordern, die er geboren hat. Aber was wird er von den Gedanken verlangen, die nicht aus seinem Kopf stammen? Sie haben nichts mit ihm gemein. Viele fragen sich, ob Gott existiert oder nicht. Manche glauben an Seine Existenz, andere glauben daran nicht, aber sowohl die einen als auch die anderen haben keine Angst vor Gott. Sie fürchten sich vor den Menschen, vor den Tieren, aber nie vor Gott. Es ist nicht nötig, sich zu fürchten, aber die Menschen sollen Gott achten und mit Seinem Willen in Einklang sein. Hütet euch davor, in den Zustand des Frevlers Teufel zu geraten, der ständig gegen den Namen Gottes frevelte, weshalb man ihn aus dem Paradies vertrieben hat. Wer sich anmaßt, seinem Schöpfer gegenüber einen Frevel zu begehen, der folgt dem Weg jenes Frevlers und unterschreibt selbst sein Urteil. Sprecht nichts Schlimmes über die Menschen, um die sich Gott als Seine eigenen Kinder kümmert. Überhaupt, lasst euch nicht von Frevel, von Kritik und Schmähungen verleiten, um den Platz, der für euch im Himmel bestimmt wurde, nicht zu verlieren. Heute wird von allen Menschen ein waches Bewusstsein gefordert, um zu wissen, wie sie sprechen und was sie tun. Kommt ihr zu den göttlichen Angelegenheiten, lasst sie nicht andere für euch tun. Jeder soll seine Arbeit selbst tun, die ihm zuteilwurde. Führt er sie nicht aus, wird er teuer zahlen. Die göttlichen Arbeiten sollen in die Hände desjenigen gelegt werden, der sie als die seinigen annehmen kann. Mit ihnen treibt man keinen Handel; mit ihnen kann man seinen materiellen Wohlstand nicht sichern. Sie werden freiwillig und mit Liebe getan. Was für eine Arbeit ihr auch immer macht, wendet euch an Gott, um zu sehen, ob Er sie billigt oder nicht. Ob der Mensch auf die Welt kommt, heiratet oder stirbt, er soll zuerst die Billigung Gottes suchen. Hat er nicht Seine Billigung, wird sich sein Leben in eine Hölle verwandeln. Was für einem Dienst ihr auch immer nachgeht, verlangt nach der Billigung Gottes. Nur dann könnt ihr euch auf Erfolg verlassen. Ohne Ihn wird sich das Gute in das Böse verwandeln. Mit Ihm wird sich das Böse in das Gute verwandeln. Beachtet die folgenden Regeln im Leben: Esst reine Nahrung, trinkt reines Wasser, atmet reine Luft, lebt in einem gesunden Haus. Wascht euch die Füße und die Hände, bevor ihr ins Bett geht. Geht nie mit ungewaschenen Händen und Füssen ins Bett. Wenn ihr schlecht gelaunt seid, sucht die Ursache nicht außerhalb von euch, aber tut etwas, um euch zu entlasten. Wascht euer Gesicht, eure Hände und Füße mit warmem Wasser. Wenn eure schlechte Laune nicht verschwindet, badet, geht in der frischen Luft spazieren. Kritisiert euch nicht gegenseitig, dass dieser oder jener nicht gut sei. Unter denjenigen, die nach Gott suchen, gibt es keine bösen Menschen, aber es gibt solche, die sich in einem Reifungsprozess befinden. Bis die Frucht reif wird, durchläuft sie viele Phasen: als Knospe, als Blüte und als angesetzte, noch grüne, saure oder herbe Frucht. Es muss eine gewisse Zeit vergehen, bis sie reif, süß und genießbar wird. Wenn das der Fall ist, freut euch, dass es Bedingungen gibt, dass ihr von der Frucht Gebrauch machen könnt. Freut euch, dass es Bedingungen gibt, klug, gut und stark zu werden. Wer macht den Menschen klug? -- Gott. Wartet dann darauf, dass Gott euch Bedingungen bereitstellt, das zu erlangen, was ihr nötig habt. Öffnet eure Herzen für Gott ohne Angst. "`Wir sind noch nicht bereit."' Von euch hängt es ab, bereit zu sein. Reinigt euer Haus, lüftet es. Er wird kommen und euch Seinen Segen geben. Empfange die Liebe Gottes in deinem Haus, um ihre Güter zu nutzen. Sie bringt die kostbaren Dinge -- Nahrung, Licht, Wärme und Luft. Sie macht den Menschen klug, gut und stark. Sie verleiht dem Leben einen Sinn und nähert die Menschen einander an. Sie hebt die Hindernisse und die Widersprüche zwischen ihnen auf. Ohne Liebe kann nichts erreicht werden. Wie sehr ihr euch auch anzustrengen vermögt, euer Leben wird sich in eine Hölle verwandeln, wenn die Liebe weit weg von euch ist. Öffnet euch für die Liebe, um ins Paradies und in den Bereich der Unsterblichkeit zu kommen. Viele möchten gut sein, ohne den geraden Gedanken erlangt zu haben. Das ist unmöglich. Der Mensch soll an erster Stelle denken. Sein Gedanke soll durch das Gehirn gehen, dann durch das Herz und schließlich durch den Körper. Wenn er den Körper als Kraft erfasst, dann sagen wir, dass der Mensch in seinem Verstand Licht trägt. Empfange die Liebe (ljubov) in deinem Verstand, die \textit{Liebe} (obitsch)\footnote{Vgl. Anmerkung 49.} in deinem Herzen und die Kraft in deiner Seele, um klug, gut und stark zu sein. Wendet die Vernunft, die Güte und die Kraft an, um euch und euren Nächsten zu helfen. Wisst ihr, dass ein Verwandter von euch krank ist, heilt ihn nicht mit Arzneimitteln, sondern zehn Menschen sollen ihn besuchen und jeder von ihnen soll seinen Gedanken auf ihn richten, dass er gesunden wird. Wenn er den Gedanken annimmt und an ihn glaubt, wird er von seinem Bett aufstehen. Der Gedanke ist eine mächtige Kraft, die den Menschen heilt und erhebt. Der Mensch benötigt mehrere Dinge: Schönheit, Güte, Barmherzigkeit; Brot, Wasser, Luft und Licht. Um diese Eigenschaften zu erlangen, soll er denken. Ob er will oder nicht will, soll er denken. Wenn er gerade denkt, wird er gut und stark werden. Das wird von allen Menschen gefordert. Wer nicht klug, gut und stark wird, dessen Kopf wird leiden. Jetzt ist es an der Zeit, dass wir alle klug, gut und stark sind. Bessere Zeiten als die heutigen gibt es nicht. Jeder wird für sich arbeiten, um klug, gut und stark zu werden. Jeder soll seine Arbeit tun, die für ihn bestimmt wurde. Jedem wurde ein Teil des göttlichen Feldes gegeben und jeder wird arbeiten und denken, um seine Arbeit gut zu beenden. Keine Kraft in der Welt ist im Stande, eure Arbeit zu behindern. Wenn ihr bis jetzt auf Hindernisse gestoßen seid, verbirgt sich die Ursache in eurer Schwäche. Keiner kann den Starken behindern. Eines Tages hörten die Spinnen, dass der Elefant durch ihr Reich gehen würde und entschieden sich, ihn aufzuhalten, ihn nicht zu sich hereinzulassen, um sie zu stören. Sie begannen, Netze auf seinen Weg zu spinnen, um ihn zu behindern. Alle Spinnen im Reich sammelten sich und begannen ihre Netze zu spinnen. Sie sponnen ganze Tage und Nächte und als ihre Barrikade fertig war, kam der Elefant. Er lief hürdenlos durch die Spinnenfestung. Als sie ihn fragten, was er dabei spürte, wedelte er ruhig mit dem Schwanz und sagte: "`Ich spürte nichts."' Der Elefant kommt auch in die Welt: Er wird das Reich der Spinnen durchqueren und nichts wird von ihren Netzen übrig bleiben. Alle Spinnen werden ihn fragen, was er gespürt habe, aber er wird ruhig antworten: "`Ich habe nichts gespürt."' Der Elefant stellt die Liebe dar. Die Liebe kommt in die Welt. Sie wird alle Hürden durchlaufen, aber wird nichts spüren. Lege die Liebe (ljubov) in deinen Verstand, die \textit{Liebe} (obitsch)\footnote{Vgl. Anmerkung 49.} in dein Herz und die Kraft in deinen Körper, um Gebrauch von den Gütern des Lebens zu machen. Strebe danach, die Kraft, das Gute und die Vernünftigkeit zu äußern, die Gott in dich gelegt hat. Das bezieht sich auf denjenigen, der bereit ist, der Liebe (ljubov) zu dienen. Wer nicht bereit ist, der Liebe (ljubov) zu dienen, soll sich an das alte Leben halten. Wer die Liebe, die \textit{Liebe} (obitsch) und die Kraft wahrgenommen hat, soll noch jetzt mit der Arbeit beginnen. Niemand darf fragen, wie er arbeiten sollte. Sollt ihr dem Maler sagen, wie er arbeiten soll? Wenn er eine Leinwand, Farben und Pinsel hat, dann weiß er, wie er zu arbeiten hat. Beginne zu malen, ohne zu fragen, wie du malen sollst. Die Zeiten sind verschärft, sie warten nicht, dass man lange theoretisiert. Alle sollen versuchen, eine Melodie mit den folgenden Worten zu bilden: "`Liebe, sei gut! Liebe, sei stark!"' Die Liebe (ljubov) und die \textit{Liebe} (obitsch)\footnote{Vgl. Anmerkung 49.} geben einen Impuls im Leben des Menschen. Singt die Worte: Ich kann lieben, gut werden. Ich kann lieben, stark werden.\footnote{Daraus entstand das Lied "`Az moga da ljubja"'.} Wer die Liebe annehmen will, sollte versuchen, irgendeine Melodie mit dem gegebenen Text zu komponieren, das alte Notizbuch seines Lebens zu schließen und ein neues zu öffnen. Er sollte in das neue Notizbuch die Worte schreiben: "`Ich kann lieben, gut werden. Ich kann lieben, stark werden."' Danach wird jeder zu sich selbst sagen: "`Herr, ich bin bereit, alles um Deinetwillen zu machen, weil Du mich geliebt hast."' \begin{center} \textit{Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.} \end{center} \begin{center} 12. August 1942, 5.00 Uhr -- Sofia-Izgrev \end{center}
  8. DIE SELBSTERZIEHUNG Mt 2 Im zweiten Kapitel des Evangeliums von Matthäus ist das Wort Geburt wichtig. Als Prozess stellt die Geburt einen großen Akt in der Natur dar, weil er große Folgen mit sich bringt. Die Geburt des Menschen, der Gedanken, der Gefühle und der Taten ist mit gewissen Ereignissen verbunden. Denn die Geburt hat nur dann einen Sinn, wenn sie gewisse Folgen mit sich bringt und wenn sie mit gewissen Ereignissen verbunden ist. Außerhalb dessen stellt sie einen gewöhnlichen Prozess dar, wir beschäftigen uns jedoch nicht mit gewöhnlichen Dingen. Die gewöhnlichen Dinge sind die Kleie im Leben. Folglich ist es unwichtig, ob der Mensch in das Paradies oder in die Hölle gehen wird, ob er reich oder arm war. Wichtig ist es, dass er ein guter, kluger und gerechter Mensch ist. Wenn er diese Eigenschaften besitzt, kann der Mensch auch die Hölle auch in ein Paradies umwandeln. Was ist das Ziel der Selbsterziehung? -- Den Menschen äußerlich und innerlich darauf vorzubereiten, ein Paradies in sich zu schaffen. Wer die äußeren und die inneren Bedingungen seines Leben verbessert hat, der hat sich von der Hölle befreit, oder wie man sagt, von der unterirdischen Welt. Die Hölle ist nicht so, wie die Menschen sie sich vorstellen. Dort leben die unterschiedlichsten Menschen: gelehrte und einfache Menschen, Professoren, Doktoren, Musiker und andere. Auch dort wird geheiratet und werden Kinder geboren und so weiter. Und ihr werdet sagen, dass die Hölle ein Ort des ewigen Feuers ist. Das Feuer ist nichts Böses. Das Feuer spielte eine wichtige Rolle bei der Erschaffung der Welt. Und bis heute hat es seine Bedeutung nicht verloren. Beängstigend ist es, wenn die Menschen nicht wissen, wie sie das Feuer nutzen können und sich selbst durch das Feuer ins Unglück bringen. Furchtbar ist es, wenn die Menschen nicht wissen, wie sie die Nahrung, das Wasser, die Luft und das Licht anwenden sollen, die ihnen die Natur in Fülle gibt. Arbeitet der Mensch bewusst an seiner Selbsterziehung, kommt er in den Zustand, mit allen Gütern, die ihm gegeben wurden, zurechtzukommen. Alle Menschen sprechen über die Selbsterziehung, aber erst jetzt beginnen sie zu verstehen, was Selbsterziehung ist. Was bedeutet das Wort Selbsterziehung? -- Es ist aus den Worten "`selbst"' und "`hegen"', bzw. "`ernähren"'\footnote{samo (selbst) vazpitanie = Erziehung (pitaja = hegen und ernähren; pitam = fragen)} gebildet. Also soll der Mensch den Zustand erlangen, sich selbst zu ernähren, einen Gedanken, ein Gefühl oder eine Tat zu ernähren. Der Mensch kann sich nicht richtig ernähren, wenn er keine Liebe (obitsch) zur Nahrung hat, die er in der physischen, geistigen oder in der Verstandeswelt verwendet. Mit dem Verb "`hegen"', "`ernähren"' (pitaja) ist auch das Verb "`fragen"' (pitam) verbunden. Wenn sich der Mensch ernährt, soll er fragen, was für eine Nahrung er verwendet und in welcher Menge. So sollt ihr wissen, dass die Liebe (ljubov) und \textit{die Liebe} (obitsch)\footnote{Im Bulgarischen existieren zwei Begriffe für Liebe: \foreignlanguage{bulgarian}{любов}, lubov und \foreignlanguage{bulgarian}{обич} obitsch. In diesem Vortrag und in anderen wird der Unterschied der zwei Begriffe erklärt. Das Wort \foreignlanguage{bulgarian}{обич}, obitsch hat keinen slawischen Ursprung, sondern stammt aus der Sprache der alten Bulgaren. Der Begriff \foreignlanguage{bulgarian}{любов}, lubov ist allgemein und bezeichnet die Liebe überhaupt. \foreignlanguage{bulgarian}{Oбич}, obitsch bezeichnet sehr oft die Mutterliebe als Verb ist das \foreignlanguage{bulgarian}{обичам}, obitscham und nicht \foreignlanguage{bulgarian}{любя}, lubja gebräuchlicher. Um die zwei Begriffe auseinanderzuhalten, wird der Begriff \foreignlanguage{bulgarian}{обич}, obitsch kursiv gesetzt.} das Band der Dinge in sich beinhaltet. Die richtigen Bande sind Bande mit den Vernunftwesen. In diesem Sinne existieren die Liebe (ljubov) und \textit{die Liebe} (obitsch)\footnote{Vgl. Anmerkung 49.} nur in der vernünftigen Welt. Außerhalb dieser Welt äußern sie sich nicht. Dort wirken mechanische Gesetze. Wenn die Menschen nicht erzogen sind, leben sie in der unvernünftigen Welt. Es ist nicht leicht, den Menschen zu erziehen. Er lebt gleichzeitig in den drei Welten: Er lebt in der physischen Welt, wo die Taten geboren werden; er lebt in der Verstandeswelt, wo die Gedanken und die Ideen geboren werden und auch in der geistigen Welt, wo die Gefühle geboren werden. Wenn der Mensch das weiß, soll er sich gleichzeitig in den drei Welten selbst erziehen. Ihr werdet sagen, dass Hellsichtigkeit bei der Selbsterziehung hilft. Wer ist hellsichtig? -- Wer in der Weite klar sieht. Wie erkennen wir, dass ein Mensch hellsichtig ist? -- Wenn wir ihn einer Prüfung unterziehen, um zu sehen, wie und wie weit er sieht. Jeder Mensch soll eine Autorität für sich selbst sein und die Dinge selbst prüfen. Für mich ist nicht derjenige ein Musiker, den mir die Menschen empfehlen, sondern derjenige, den ich selbst gehört habe. Höre ich, wie er spielt, äußere ich mich sofort darüber, ob er ein guter Musiker ist. Wenn er spielt, werde ich ihn sofort einer Kategorie zuordnen -- der der guten oder schwachen Musiker. Wer selbst die Dinge prüft, hat seine eigene Meinung. Er benötigt den Beweis der anderen Menschen nicht. Warum sieht der Hellsichtige die Dinge klar und von der Weite? -- Weil er ein größeres Licht hat. Beim starken Licht sieht der Mensch die Dinge klar. Beim schwachen Licht sieht er sie unklar. Beim Mondlicht sieht der Mensch die Dinge undeutlich. Aber wenn die Sonne aufgeht, sieht er die Dinge deutlich. Wer ein starkes Licht in seinem Verstand hat, sieht in die Weite; wer ein schwaches Licht hat, sieht all das Nahe. Man sagt, dass der Mensch hellsichtig geboren wurde. Wenn du Augen hast, kannst du ein Hellseher sein; wenn du Ohren hast, dann kannst du gut hören; wenn du eine Nase hast, dann kannst du alle Gerüche wahrnehmen. Und der Mensch, so wie die Blumen, verbreitet seinen Geruch von Weitem -- einen angenehmen und einen unangenehmen. Von einem Menschen wird ein Duft freigesetzt, der angenehmer ist als der der Nelke oder der Rose. Manch einer riecht aber unangenehm. Aus den boshaften Menschen kommt ein schlechter, unangenehmer Geruch. Aus dem Materialisten entweicht ein materialistischer Geruch, aus dem geistigen Menschen entweicht ein geistiger Hauch und aus dem intelligenten ein intelligenter und so weiter. Wie wird das bewiesen? -- Durch die Sinne. Entwickelt gut das Seh-, das Hör- und das Geruchsvermögen, um selbst die Dinge prüfen zu können. Die Dinge werden klar, wenn sie gesehen, gehört, gerochen, getastet und geschmeckt werden. Wendet ihr die Sinne nicht als Methoden bei der wissenschaftlichen Erforschung der Fakten an, könnt ihr nichts verstehen. So sehr ihr auch zu dem Blinden über das Licht zu sprechen vermögt, so sehr ihr es ihm auch erklärt, er wird euch letztendlich sagen, dass diese Angelegenheit dunkel sei, dass er sie nicht verstehe. Viele lehnen die Selbsterziehung als Arbeit an sich selbst ab und verlassen sich nur auf diejenigen Eigenschaften und Fähigkeiten, die sie geerbt haben. Sie wissen nicht, dass die vererbten Dinge aus der Selbsterziehung hervorgehen. Das, was die Mutter und der Vater durch Selbsterziehung gewonnen haben, geben sie ihren Kindern weiter. Das, was die Tochter und der Sohn durch die Selbsterziehung gewonnen haben, geben sie der nächsten Generation weiter und so fort. Die Menschen beeinflussen sich gegenseitig und geben etwas von sich weiter. Der Geistige gibt seiner Umgebung etwas von seiner Geistigkeit weiter, der Gelehrte von seinem Wissen. Befreundest du dich mit einem gelehrten Menschen, wird er dich dazu veranlassen, Wissen zu erwerben. Deshalb ist gesagt worden, dass du so werden wirst, wie der, mit dem du auch befreundet bist. Einer ist Kaufmann und strebt an, ein Heiliger zu werden. Das ist unmöglich. So unmöglich es ist, dass ein Kaufmann ein Heiliger ist, so unmöglich ist es auch, dass aus dem Heiligen ein Kaufmann wird. Es ist unmöglich für den Heiligen, seinen Reichtum zu verlassen und grasen zu gehen. Es ist an der Zeit, dass sich das Leben der Menschen wandelt. Das kann durch keine andere Methode erreicht werden, als durch Selbsterziehung. Wenn sich das Leben der Menschen nicht wandelt, kann der Mensch nicht die Liebe erlangen. Wie erkennt ihr, dass ein Mensch sich wandelt und die Liebe erlangt hat? -- Wenn man ihn Prüfungen unterzieht. Solange ihr das Weizenkorn nicht in die Erde sät, manifestiert es sich nicht. Wie werdet ihr erkennen, was für eine Birne, was für ein Apfel oder was für eine Pflaume aus ihren Kernen hervorgehen wird, wenn ihr sie nicht sät?~--~Wenn ihr sie sät, wird aus ihnen ein Baum wachsen -- ein Apfelbaum, ein Birnbaum oder ein Pflaumenbaum, die nach gewisser Zeit Früchte tragen werden und die ihr an ihren Früchten erkennt. Um die Frucht zu erkennen, sollt ihr sie lieben. Deshalb spielen bei der Erziehung und der Selbsterziehung die Liebe (ljubov) und \textit{die Liebe} (obitsch) eine wichtige Rolle. Wenn du nicht lieben und \textit{lieben} kannst, kannst du dich nicht selbst erziehen. Die Liebe (ljubov) hat einen Bezug zu den Gedanken und \textit{die Liebe} (obitsch) zu den Gefühlen. Der Mensch liebt (ljubi) mit dem Verstand und \textit{liebt} (obitscha) mit dem Herzen. Alle Menschen liebten (ljubili) und \textit{liebten} (obitschali), aber ihre Liebe (ljubov) und \textit{Liebe} (obitsch) ist schwächer geworden, sie haben etwas von ihr verloren. Aus ihrer Liebe (ljubov) sind nur einige Gedanken und aus \textit{der Liebe} (obitsch) nur einige Gefühle zurückgeblieben. Ihre Rudimente kann man als trockene Knochen bezeichnen, die von den Verstorbenen übrig geblieben sind. Ihr legt die Knochen in einen Stoffsack und sagt, das seien die heiligen Knochen eurer Nächsten. Jeder, der nicht mit Liebe (ljubov) und \textit{Liebe} (obitsch) erzogen wurde, dessen Knochen liegen in einem Stoffsack. Über ihn wird gesagt, dass er gestorben ist. Über jeden, der in der \textit{Liebe} (obitsch) und in der Liebe (ljubov) erzogen wird, sagen wir, dass er vom Tod in die Liebe übergegangen ist, dass er in den Bereich der Unsterblichkeit eingetreten ist. Jeder will glücklich sein, aber er soll wissen, dass dort, wo es den Tod gibt, es kein Glück gibt. Folglich, um glücklich zu sein, vermeidet alles, was zum Tode führt. Manchmal behindern die kleinen Wünsche den Menschen und führen ihn in den Bereich des Todes. Eines Tages spazierte ich in die Stadt und sah, dass einige Jungen auf einer Wiese einen Erpel herumtanzen ließen. Sie sprangen und spielten und er drehte sich um sie herum. Ich wollte verstehen, warum der Erpel nicht floh, sondern sich da rumtrieb. Ich näherte mich an und was sah ich: Die Jungen hatten an einem dünnen Bindfaden Maiskörner aufgefädelt, die der Erpel gierig schluckte, aber das Ende des Bindfadens blieb in den Händen eines der Jungen. Sie hielten den Erpel dadurch fest. Dieser Scherz erschien mir grausam und ich wünschte, den Erpel aus den Händen der ungestümen Jungen zu befreien. Ich fragte sie: "`Was verlangt ihr für diesen Erpel? Ich will ihn euch abkaufen."' "`Wenn du uns Zucker kaufst, werden wir ihn dir geben."' Ich dachte, sie verkaufen ihn sehr billig. Ich gab ihnen das Geld, sich Zucker zu kaufen und schnitt den Bindfaden ab, an dem die Jungen den Erpel gebunden hielten. Als er sich von den Jungen befreit hatte, schluckte der Erpel das Ende des Bindfadens und lief weg. Ich leitete ihm den Gedanken weiter: "`Pass auf, dass du kein zweites Mal einen mit Maiskörnern aufgefädelten Bindfaden schluckst, damit dich die Jungen nicht herumtanzen lassen"' So berichtigte ich ihren Fehler und befreite den Erpel. Wie kann der Mensch das Gute vom Bösen in der Welt unterscheiden? Das wesentlich Gute und das wesentlich Böse sind unsichtbar. Sichtbar sind nur die Schatten des Guten und des Bösen. Man merkt, dass die Schatten des Bösen positiv sind, wenn das Böse negativ ist. Wenn der Mensch sich beispielsweise vor einem Tresor befindet, denkt er: "`Warum sollte ich nicht ein paar tausend Leva aus diesem Tresor nehmen? Ich werde ins Ausland gehen, werde die Sprache lernen und werde meine Familie absichern, ich werde sogar den Armen helfen. Allerdings gehört das Geld Gott, es ist das Eigentum desjenigen, dem der Tresor gehört."' Denkt der Mensch so, gerät er in die Schatten des Bösen, die positiv sind. Begeht er einen Diebstahl, begibt er sich in das Böse selbst hinein, was negativ ist. Er wird sofort gefasst, man steckt ihn ins Gefängnis und man verurteilt ihn zu zehn bis fünfzehn Jahren Zuchthaus. Die Schatten des Guten sind allerdings negativ, das Gute an sich ist positiv. Wenn der Mensch darüber nachdenkt, aus einem Tresor etwas zu stehlen, kommen sofort die Schatten des Guten, die positiv sind und beginnen ihn zu erschrecken: "`Stehle nicht, sie werden dich fassen, und ins Gefängnis stecken, wo du krank werden und den Segen Gottes verlieren kannst"', und so weiter. Wer sich an diese Warnung hält, der wird sich retten und in den Bereich des Guten kommen, wo alles positiv ist. Schützt euch vor denjenigen, die euch große Versprechen machen. Dort verbirgt sich das Böse. In den kleinen Versprechungen birgt sich das Gute. Es sagt dem Menschen: "`Ziehe die Armut und den Tod dem Reichtum und dem üppigen Leben vor; so wirst du von dem Segen Gottes Gebrauch machen."' Das Böse sagt: "`Der Ruhm, der Reichtum und die Größe sind der Armut und der Ruhmlosigkeit vorzuziehen. Warum sollte der Mensch sein ganzes Leben in Armut und in Qualen verbringen?"' Im vorigen Jahrhundert hielt einer der berühmten amerikanischen Priester, Dwight Lyman Moody, belebende Versammlungen im Freien ab. Eines Tages fuhr eine vornehme, reiche Dame mit der Kutsche an der Versammlung vorbei und entschied sich, für einen Moment anzuhalten und zuzuhören, was dieser hohlköpfige Priester sagte. Als Moody sie sah, unterbrach er seine Predigt und wandte sich an die Versammlung mit den folgenden Worten: "`In diesem Moment verkaufe ich die Seele dieser Dame. Was für einen Preis möchte die Welt für sie zahlen? Und was gab Christus für sie?"' Nachdem er aufzuzählen begann, was die Welt und was Christus für ihre Seele geben würden, stieg sie sofort aus der Kutsche, näherte sich dem Priester und sagte: "`Von heute an werde ich eine Christin sein."' Heute verkaufen alle Menschen ihre Seelen und jeder will wissen, wer für seine Seele mehr bezahlen wird -- die Welt oder Christus. Warum sollt ihr mit geneigten Köpfen gehen? -- Ihr werdet sagen, das Böse tritt euch. Womit? -- Mit Krankheiten, Armut. Was ist das Böse in der Krankheit und was in der Armut? -- Erhebt euer Haupt und freut euch, wenn ihr krank oder arm seid. Was fehlt dem Menschen? -- Jeder trägt in sich unzählige Reichtümer. Er hat Augen, Ohren, eine Nase, ein Herz, eine Lunge, einen Magen und so weiter. All diese Dinge kosten Milliarden und er gilt als arm. Er hat einen Geist und eine Seele, die Milliarden kosten. Sollte der Mensch bei diesem Reichtum als arm gelten? Sollte der Mensch bei den Heilmethoden, die in ihm angelegt sind, denken, er sei krank und könne nicht gesund werden? Vor Jahren kam ein reicher Sofioter zu mir und bat mich, ihn zu heilen, da er an einer unheilbaren Krankheit litt. "`Wenn du mich heilen könntest"', sagte er, "`würde ich dir viel Geld geben."' "`Wie viel Geld wirst du mir geben? Wenn du denkst, dass du mir fünftausend bis zehntausend Leva geben kannst, ist das nichts."' Wenn jemand geheilt wird, soll er seinen ganzen Reichtum loswerden, nichts soll er für sich übrig lassen. Wenn er sich dabei davon überzeugt, dass er vollkommen geheilt ist, soll er sein Leben Gott weihen. Wenn er mit diesen Bedingungen einverstanden ist, bin ich einverstanden, ihn zu heilen. Warum sollte der Mensch Demjenigen nicht alles geben, der ihm alles gegeben hat? Aber dieser Herr überlegte es sich damals und bis heute überlegt er es sich, er ist nicht erschienen, um mir zu antworten. Wenn er einen anderen Arzt als Gott findet, der ihn physisch und geistig heilen kann, soll er zu ihm gehen. Gott heilt alle Krankheiten und Gebrechen der Menschen. Mit anderen Worten: Die Liebe heilt alle äußeren und inneren Krankheiten und Gebrechen. Sie heilt, erhebt und lässt den Menschen zum Leben erwachen. Wenn die Menschen die Kraft der Liebe nicht verstehen, fragen sich manche, warum sie lieben sollen oder warum sie an die Liebe denken sollen. Du wirst an die Liebe denken, die Menschen lieben, weil man ohne die Menschen nicht leben kann. Die Liebe (ljubov) und die \textit{Liebe} (obitsch) wecken einen Impuls, einen Antrieb im Menschen. Du interessierst dich für jemanden, weil du ihn liebst. Du interessierst dich für ein Buch, liest es und machst Gebrauch von seinem Inhalt, weil du es liebst. Du interessierst dich für das Brot, für die Obstbäume, weil du sie liebst. Verschwindet die Liebe, verschwindet auch euer Interesse an all dem und damit auch die Bedingungen für euer Wachstum und euer Sich-Erheben. Ihr werdet sagen, dass ihr keinen Bezug zu den Pflanzen hättet. Dem ist nicht so. Die Pflanzen und die Obstbäume stellen die Energien von hohen Vernunftwesen dar, zu denen ihr eine natürliche Verbindung habt. Ihr könnt nicht ohne sie sein. Sie erwecken in euch den Impuls zum Guten; sie erwecken in eurem Verstand schöne und erhabene Gedanken und in eurem Herzen edelmütige Gefühle und Wünsche. Als Eva von der verbotenen Frucht aß, die in sich die niederen Energien birgt, erwachten in ihr die entsprechenden Triebe -- Eitelkeit und Stolz. Sie dachte, sie könne das Leben umwandeln und wie Gott werden. Als sie von der verbotenen Frucht aß, bildete sie sich ein, sie würde auf der ganzen Welt berühmt, alle Generationen würden über sie sprechen. Dem war nicht so. Sie wurde zur Ursache für den Fall der Menschheit und von da an für die Kreuzigung Christi. In der Zeit Christi war sie auf der Erde und weinte bitterlich. Sie begriff ihren Fehler und bereute es, so gehandelt zu haben. Eva begriff, dass sie sich in ihren Wünschen und Gedanken bitter getäuscht hatte. Ihr Fehler lag in ihrer Lieblosigkeit. Sie aß von der verbotenen Frucht ohne Liebe. Sie liebte zwei Dinge und dies mit unterschiedlicher Kraft. Die Liebe ist die Eine und die Unteilbare. Wenn eure Liebe zu zwei unterschiedlichen Menschen unterschiedlich ist, seid ihr auf dem falschen Weg. In der Liebe gibt es keinen Unterschied. Sowohl zum Menschen als auch zum Tier ist die Liebe dieselbe. Der Unterschied besteht darin, dass der Mensch die Liebe mehr zu schätzen weiß, das Tier weniger oder gar nicht. Die Nahrung ist für den Menschen eine, für das Tier eine andere. Wenn man den Menschen mit einer guten Nahrung nährt, beginnt er Poet, Maler, Musiker, Philosoph oder Wissenschaftler zu werden. Welche Nahrung man dem Tier auch geben mag, gute oder schlechte, es wird ein Tier bleiben; es wird dir für die gute Nahrung danken, aber dir sagen: "`Verzeih, dass ich die Nahrung, die du mir gibst, nicht so verwenden kann, wie ich sollte."' Nun denkt nicht, dass die Pflanzen und die Tiere Unwissende sind, dass sie nichts verstehen und nichts wissen, sondern dankt, dass sie ihre Energien nutzen. In der göttlichen Welt sind sie Vernunftwesen, so wie die Menschen, aber auf der Erde erfüllen sie eine niedere Aufgabe. Sie leben hier kollektiv. Auf der Erde sind die Lebewesen der Schatten einer Wirklichkeit, die in einer anderen Welt existiert. Auch der Mensch ist der Schatten des wahren Menschen, der sich noch nicht auf der Erde manifestiert hat. Bis der Schatten des Menschen Wirklichkeit wird, wird sich seine Form ständig verändern. Wenn sein Schatten klein wird, zeigt das an, dass er der Realität am nächsten ist. Je größer der Schatten des Menschen ist, desto ferner ist er der Realität. Wenn die Leiden des Menschen sich vergrößern, vergrößern sich auch seine Güter. Wenn sich seine Leiden und seine Güter vergrößern, befindet er sich nah an der Realität. Wenn ihr das wisst, nutzt euer Leiden und die Güter im selben Moment, wenn sie kommen. Was macht der Schüler in der Schule? -- Er lernt, arbeitet, löst Aufgaben. Vier, fünf Stunden pro Tag beschäftigt er sich, lernt seine Lektionen; die Mühen, die Anstrengungen, die Arbeit werden mit Erfolg gekrönt. Also kommen die Güter nach dem Leiden, nach den Mühen, nach den Anstrengungen, nach der Arbeit. Es ist nicht leicht, dass der Mensch Gelehrter, Musiker, Maler oder Bildhauer wird. Viele Jahre muss er in den Bibliotheken stöbern, den Bogen über die Saiten bewegen, die Pinsel auf der Leinwand oder mit dem Hammer auf den Stein hämmern. Nur der kann ein guter Geiger werden, der neben der sichtbaren Geige eine unsichtbare schafft, die die sichtbare durchdringt. Und dann, wenn er seine Finger auf der Geige platziert, werden sie den richtigen Platz treffen. Folglich, solange der Mensch nicht den göttlichen Ursprung in sich in Gang setzt, sodass dieser seinen physischen Körper durchdringt, kann er nicht gut leben. Außerhalb von Gott gibt es kein gutes Leben. Solange manche das nicht verstehen, betrachten sie Gott als ein Ungeheuer, sie fürchten sich vor Ihm. Einer der hebräischen Propheten, sagte: "`Herr, warum hast du dich auf meinen Weg wie ein Bär gestellt?"' Das ist ein Nichtverstehen der Dinge. Derjenige, der dich geschaffen hat, kann sich nicht wie ein Bär auf deinen Weg stellen und dich verfolgen. So dachte nämlich der Prophet Jeremias, der ein großer Patriot war und sein Volk liebte. Er stellte fest, dass das jüdische Volk großes Leiden ereilte. Viele Fehler beging das jüdische Volk, für die gebüßt werden muss. Gehorsam wird von diesem Volk verlangt. Die vernünftige Welt wünscht, ihm zu helfen und richtet ihre Aufmerksamkeit auf die Vernünftigkeit, auf das Gute und auf die Gerechtigkeit. So sollen die Juden, wie alle Menschen, gut, vernünftig und gerecht sein. Einer der alten Meister der Weisheit schickte einen seiner Schüler in die Welt, damit er lerne. Der Schüler wollte in kürzester Zeit berühmt werden und entschied sich nun, Kranke zu heilen. Den Blinden öffnete er die Augen, den Tauben die Ohren, die Behinderten begannen zu gehen. Und wahrlich, in kürzester Zeit wurde er berühmt, stieß aber auf große Überraschungen. All diejenigen, die er heilte, begannen ihn zu schlagen, zu verfolgen, damit er ihr Königreich verlasse. Sie sagten: "`Dieser Mensch will Geld dafür, dass er uns heilt. Um uns von ihm zu befreien, müssen wir ihn vertreiben."' Der Schüler musste fliehen und kehrte zu seinem Meister zurück, um sich darüber zu beschweren, dass ihm alle statt mit Dankbarkeit mit einer schwarzen Undankbarkeit begegneten. Was ist die Ursache für den Widerspruch, auf den er gestoßen war? -- Der Meister hörte ihn an und antwortete ihm: "`Der Fehler war in dir. Bevor du den Blinden die Augen öffnest, sollst du sie lehren, das Licht zu lieben. Bevor du die Ohren der Tauben öffnest, sollst du sie lehren, den Klang zu lieben; bevor du die Füße der Menschen heilst, sollst du sie lehren, die Bewegung zu lieben und zu wissen, wie man geht."' Sollt ihr demjenigen Licht und Wissen geben, der seine Verbrechen noch nicht aufgegeben hat? Sollt ihr den Menschen, der nicht für eine höhere Kultur bereit ist, aufklären? Was tun die heutigen Menschen mit ihren technischen Erfindungen? Heute dienen die Luftschiffe, die Schiffe, die U-Boote mehr der Zerstörung, statt etwas Gutes in die Kultur einzubringen. Ist das eine Kultur? Heute streben die meisten Menschen große Dinge, große Errungenschaften an. Jeder möchte große Häuser, Schlösser und Paläste. Warum braucht ihr solch große Häuser? Irgendwann werden die Häuser klein und einfach sein und dünne Wände wie Spinnennetze haben. Wenn es um die Frage nach großen Häusern geht, so ist die Erde das größte Haus, mit dem größten Dach -- dem Firmament. Was möchtet ihr mehr als das? Ist es nicht besser, dir da, wo du dich niederlässt, ein magnetisches Haus zu errichten, das nur hundert Gramm wiegt? Stehst du auf, wirst du dein Haus abbauen und mit dir mitnehmen. Möchtest du zwei Zimmer, wirst du sie irgendwo aufstellen und sofort Unterkunft haben. Ein Zimmer wird hundert Gramm wiegen, zwei Zimmer werden zweihundert Gramm wiegen und so weiter. Wichtig ist es, die Kunst zu beherrschen, magnetische Zimmer zu erbauen. Beherrscht du diese Kunst, kannst du Zimmer vermieten. Arbeitet ihr an der Selbsterziehung, so berücksichtigt die erste Hauptaufgabe, die Liebe zu Gott zu entwickeln. Solange ihr die Liebe zu Gott nicht entwickelt habt, werdet ihr großen Leiden und Prüfungen ausgesetzt sein. Warum sollte der Mensch, während er das Brot isst, nicht an die Quelle denken, aus der das Brot stammt? Wenn der Mensch darüber nachdenkt, verbindet er sich mit der Kategorie von Lichtwesen, die ihre Energie für die Zubereitung des Brotes schicken. Unterschiedliche Wesen schicken ein unterschiedliches Licht von der Sonne an unterschiedliche Orte. Es gibt Wesen auf der Sonne, die sich speziell für Bulgarien interessieren. Sie planen für es ein spezielles Budget: wie viel Weizen, wie viele Früchte sie schicken sollen. Sie bestimmen, wie viele Kinder pro Jahr geboren werden, wie viele Menschen heiraten und wie viele sterben sollen. Gleichzeitig interessieren sie sich für die Art und Weise, wie die Menschen die Güter, die sie von ihnen erhalten haben, benutzen. Ihr werdet sagen, dass die Sonne ein Feuerkörper ist und nichts mehr. Außer einem Feuerkörper ist die Sonne die Summe von leuchtenden Vernunftwesen. Woher wissen die Menschen, dass die Sonne ein Feuerkörper ist? -- Von den Wissenschaftlern, die sie als Autoritäten betrachten. Die Religiösen betrachten Moses, Buddha, Mohammed und Christus als Autoritäten. Wenn man über die Erschaffung der Welt spricht, sagt man, Moses habe über diese Frage geschrieben. Nach Mose schuf Gott die Welt in sechs Tagen. Die Theologen streiten über diese Frage, wie es möglich ist, die Welt in sechs Tagen zu erschaffen. Manche sagen, das seien göttliche Tage, andere sagen, es seien vierundzwanzig Stunden wie unsere Tage und Nächte. Wenn der Mensch in Zukunft Herr seines Verstandes, seines Herzens und seines Willens wird, wird er eine klare Vorstellung von der Erschaffung der Welt haben. Bis dahin wird er die Dinge als Hypothesen annehmen. Eines Tages, wenn der Mensch gelernt hat, seinem Verstand, seinem Herzen und seiner Seele zu dienen, dann wird er selbst zur Sonne fahren und wird selbst prüfen, wie die Erschaffung der Welt geschah. Heute bewohnt der Mensch einen relativ kleinen Planeten, die Erde, und kann sie nicht erfassen; in welcher Lage wäre er dann, wenn er auf der Sonne hätte wohnen können, die eine Million und fünfhundert Tausend Mal größer als die Erde ist? -- Es wird die Zeit kommen, dass die Sonne wie die Erde bewohnt sein wird und von einer anderen Sonne, die größer als diese ist, beschienen werden wird. Wie die Ameisen die Idee, was die Erde, die sie bewohnen, ist, nicht begreifen können, so können wir uns auch nicht vorstellen, was die Sonne ist und wie man auf ihr leben kann. Für die Ameisen ist die Erde der größte Planet auf der Welt. Für sie ist die Erde etwas Göttliches. In den Sprüchen wurde gesagt: "`Ich kam ins gelobte Land; und trat dort mit den Söhnen Gottes hinein."' Unter dem "`gelobten Land"' versteht man die Erde, auf der es keinen Mangel gibt. Wenn der Mensch da eintritt, wird er sich von der Angst und allen Leiden befreien. Das "`gelobte Land"' gilt als günstigste Bedingung im Leben. Wovor fürchtet sich der Mensch? -- Vor der Finsternis. Es gibt eine dunkle Zone um die Erde herum, in der alle negativen Gedanken, Gefühle und Taten der Menschen schweben. Berührt der Mensch sie, schaudert er. Wenn die erhabenen Wesen durch diese Zone gehen, erheben sie wie Moses ihren Stock und die Zone wird geteilt; die erhabenen Wesen legen den Weg frei. Wer Wissen hat, kommt leicht durch diese Zone hindurch; wer kein Wissen hat, ertrinkt in ihr. Die Brücke, die diese dunkle Zone mit dem Licht verbindet, ist so schmal wie ein Faden. Der Gerechte durchdringt sie leicht. In dieser Hinsicht gleicht er einem Akrobaten. Der Sünder aber zweifelt, wenn er sich ihr annähert, es wird ihm schwindlig und er stürzt in den Abgrund. Deshalb ist gesagt worden, dass der Mensch sich von allem Irdischen, von allem Menschlichen lossagen muss, nichts darf er mit sich tragen, wenn er in die andere Welt hinübergeht. Nur so kann er erfolgreich die dunkle Zone durchlaufen. Als Gott die menschliche Natur erkannt hatte, setzte Er die dunkle Zone als Grenze zwischen dem Diesseits und dem Jenseits, damit keine Diebstähle passieren. Auf der Erde kann man stehlen, wie man will, aber im Gelobten Land sind keine Diebstähle und Verbrechen erlaubt. Dorthin kannst du nur deine leuchtenden Gedanken und Gefühle bringen. Dort ist alles unsterblich. Denkst du an deine sterblichen Gedanken und Gefühlen, wirst du sie auf der Erde lassen müssen. Der Mensch muss neu geboren werden. Das bedeutet, den Gedanken Christi vernehmen, in sich dem Göttlichen Platz machen. Christus ist das göttliche Prinzip, das alle Seelen verbindet. Er kann kein zweites Mal auf die Erde kommen. Warum? -- Weil er eine Erfahrung mit der Liebe der Menschen gemacht hat. Christus manifestiert sich überall in der Welt. Ihr werdet ihn in jedem reinen Herzen, in jedem reinen Verstand und in jeder erhabenen Seele treffen. Ist das möglich? -- Wie die Sonne sich in Tausenden Spiegeln widerspiegelt, so manifestiert sich Christus in Tausenden von Seelen. Er manifestiert sich durch die Gedanken, Gefühle und Taten der Menschen. Wie das Sonnenlicht durch die Augen dringt, so dringt auch das göttliche Licht in die menschlichen Seelen. Manche religiösen Menschen zitieren die Bibelverse, sie zitieren, was Moses und was die Propheten und die Apostel sagten. Richtig ist, dass wir von ihnen lernen, aber sie lernen heute auch von den heutigen Christen. Wir lernen das, was Gott ihnen offenbarte, aber sie lernen auch das, was Gott uns offenbarte. Christus brachte die Liebe in die Welt, dennoch wurde ihm Leid zugefügt. So lernte er, was göttliche Liebe ist. Er begriff, dass es in der göttlichen Liebe keine Veränderung gibt -- sie ist ewig und unendlich. Christus vertraute auf Gott, deshalb ist er am dritten Tag auferstanden. Wenn er etwas hatte, was ihn mächtig machen konnte, dann war das seine Liebe zu Gott. Er zweifelte nicht einen einzigen Moment an ihr. Folglich wird der, der auf die göttliche Liebe vertraut, auferstehen. Wer nicht auf sie vertraut, wird in den Abgrund fallen. Lebt auf der Erde, nutzt die Güter des Lebens, aber macht euch nicht zum Ziel, diese Güter ins Jenseits zu bringen. Bis die Zeit eures Hinscheidens von dieser Welt kommt, sollt ihr euch von allem Irdischen losgesagt haben. Im Jenseits gibt es mehr und wertvollere Güter als die irdischen. Bringt auch nicht Dinge mit euch, die faul werden und verdorren, sondern bringt eure guten, leuchtenden und erhabenen Gedanken, Gefühle und Taten und dankt Gott dafür. Dankt allen für alles, was Er gegeben hat. Dankt auch für die Leiden und für die Freuden, die ihr auf der Erde hattet. Alles wird sich in das Gute umwandeln. Kommen wir auf die Frage nach der Selbsterziehung zurück. Damit der Mensch erzogen wird, soll er von überall Wissen schöpfen. In was für eine Umgebung ihr auch immer kommen werdet, ihr werdet etwas lernen. Wenn ihr unter die Armen, die Leidenden kommt, werdet ihr eine Sache lernen. Wenn ihr unter gesunde und frohe Menschen kommt, werdet ihr etwas anderes lernen. Wenn ihr unter die Musiker, Wissenschaftler und Philosophen kommt, werdet ihr auch von ihnen etwas lernen. Der Mensch lernt sowohl von den Freuden als auch von den Leiden. Das Leiden ist eine Methode zur Reinigung des menschlichen Herzens. Wenn das Wasser in der Natur mittels Aussieben und Verdampfen gereinigt wird, so unterstellt auch das Leiden das menschliche Herz einem Aussieben und Verdampfen, bis es gereinigt ist. Das Herz wird durch die Freude und durch das Leiden gereinigt. Freust du dich, wirst du deine Freude mit deinem Nächsten teilen. Wenn du leidest, wirst du das Leiden nur für dich behalten. Handelst du so, wirst du in beiden Fällen gewinnen. Handelst du anders, die Freude nur für dich zu behalten und das Leiden und die Trauer mit deinem Nächsten zu teilen, wirst du in beiden Fällen verlieren. Wer dieses Gesetz nicht versteht, sucht nach einer Möglichkeit, sein Leiden den Anderen aufzubürden. Das ist nicht richtig. Das Leiden gibst du Gott, die Freude deinem Nächsten. Deshalb steht in der Heiligen Schrift: "`Wirf auf den Herrn deine Last."'\footnote{Ps 55,23.} Gott ist in der Lage, das Leiden des Menschen wertzuschätzen und ihm das Seine zu geben. Dein Leiden mit Gott zu teilen und die Freude mit den Menschen, bedeutet dich auf eine neue Weise zu erziehen. Nun, solange ihr auf der Erde seid, nutzt die Bedingungen, die sie euch gibt. Wenn ihr zum Himmel hinaufsteigt, werdet ihr die himmlischen Bedingungen nützen. Nützt ihr die irdischen Bedingungen nicht vernünftig, könnt ihr auch die himmlischen nicht nützen. Seid zufrieden mit dem, was ihr jetzt habt. Alle Menschen leiden aufgrund von Fülle und nicht aufgrund von Mangel. Verteilt alles Überflüssige, um euch zu erleichtern. Ihr seid Passagiere, Wanderer auf der Erde. Jeder trägt einen schwereren Rucksack, als seine Kräfte erlauben. Entledigt euch der überflüssigen Last auf eurem Rücken und belasst dort nur so viel, wie ihr mit Freude und in guter Stimmung tragen könnt. \begin{center} 2. August 1942, 10.00 Uhr -- Sofia-Izgrev\footnote{Aus dem Bulgarischen Mariya Kireva.} \end{center}
  9. DIE SCHÖNHEIT DES LEBENS Mt 12 Nachdenken "`Denn wer den Willen meines Vaters tut, der in den Himmeln ist, der ist mein Bruder und meine Schwester und meine Mutter." Mt 12,50. Im guten und vernünftigen Leben ist die Liebe das Schöne. Im guten und reinen Leben ist die Weisheit das Schöne. Im guten und lichtvollen Leben ist die Wahrheit das Schöne. Erhalte die Schönheit der Liebe aufrecht. Erhalte die Reinheit der Weisheit aufrecht. Erhalte das Licht der Wahrheit aufrecht und du wirst immer froh und selig sein, denn Gott ist in ihnen auf ewig. Die Liebe erfüllt mit ihrer Schönheit die ganze göttliche Welt. Die Weisheit durchdringt mit ihrer Reinheit das ganze Sein. Die Wahrheit lässt mit ihrem Licht alle Wesen in der göttlichen Welt in Freiheit sein. Liebe die Liebe, liebe die Weisheit, liebe die Wahrheit! Lasse sie Leuchter deiner Seele sein, denn durch sie äußert sich Gott in denjenigen, die Ihn suchen. Ruft Gott in der Liebe an, ruft Ihn in der Weisheit an. Ruft Ihn in der Wahrheit an! Nur so werdet ihr die leise Stimme Seines Geistes zu eurem Geist, eurer Seele, eurem Verstand, zu eurem Herzen sprechen hören. Die Sanftmütigkeit Gottes ist auf immer in Seiner Liebe, in Seiner Weisheit, in Seiner Wahrheit. Durch sie äußert sich Seine grenzenlose Sanftmütigkeit. Dient Gott mit Liebe, dient Ihm mit Weisheit, dient Ihm mit Wahrheit und ihr werdet Leben, Licht und Freiheit haben. Mögen die Schönheit der Liebe, die Reinheit der Weisheit und das Licht der Wahrheit auf ewig in euch sein! Seid in ihnen auf ewig, damit sie auch in euch auf ewig sind. Sie sind das neue Leben, das Gott in die Welt sendet. Der Geist Gottes will Barmherzigkeit und nicht Opfer. 02. Juli 1942, 5.00 Uhr -- Die Sieben Rila-Seen Aus dem Bulgarischen Lidia Lindrova.
  10. DIE NEUE WELT \begin{flushright} \textit{Joh 17} \textit{Nachdenken} \end{flushright} Die Seele ist der Tempel der Wahrheit, der Verstand ist der Tempel der Weisheit, das Herz ist der Altar der Liebe. Gott schuf die Welt des Lichts für die Augen, die Welt des Gehörs für die Ohren, die Welt des Geruchs für die Nase, die Welt des Wortes für den Mund, die Arbeit für die Hände, die Bewegung für die Füße, den Körper als Haus der Seele. Der alte Mensch wurde für das Leben und für die Bewegung geschaffen. Der neue Mensch für die Liebe und das Wissen. Folglich, vom Leben zu der Liebe! Von der Liebe zu Gott! Nur so erkennt der Mensch, dass Gott alles in der Welt ist. Wir sprechen nicht über die Welt der Finsternis, in der die Menschen herumtappen, sondern über die Welt des Lichts, das die Augen der Menschen für die neue Erkenntnis Gottes öffnet. Wir sprechen über die Welt des Lichts, in dem die Menschen auferstehen. Gott ist die ewige Schönheit des Lebens. Gott ist das ewige Erreichen der Liebe. Gott ist das ewige Erscheinen der Schönheit -- der Grund des Guten. In der neuen Welt, in der Gott erschafft, vereinigen sich alle Menschen in einem Ganzen, um in der Liebe zu leben. Wahrhaftig sind die Worte des Apostels Paulus, der sagt: "`Was kein Auge gesehen und kein Ohr gehört hat und in keines Menschen Herz gekommen ist, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben."'\footnote{1 Kor 2,9.} Gott schuf das Universum für die Seelen, damit sie in ihm leben und sich über die Herrlichkeit Gottes freuen, in die Er sie gekleidet hat. Christus sagt: "`Und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, dass sie eins seien, wie wir eins sind."' \footnote{Joh 17,22.} Indem manche religiösen Menschen das Evangelium lesen, wollen sie, dass ihnen die großen Wahrheiten des Lebens eröffnet werden. Wie werdet ihr dem Menschen etwas eröffnen, wenn er seine Augen geschlossen hält? -- Solange seine Augen geschlossen sind, sieht er nichts. Wenn sich ihm die Augen öffnen, wird er all das sehen, was ihm eröffnet wird. Was wird derjenige über das Licht erfahren, dessen Augen geschlossen waren? -- Was man auch zu ihm spricht, er wird nichts verstehen. Um zu lernen und Wissen zu erlangen, soll der Mensch seine Ohren und Augen für das Licht öffnen. Das Licht hat auch einen Klang, der durch die Ohren wahrgenommen werden kann. Der Klang, die Klangwellen bringen das Wort. Was könnt ihr zu dem Menschen sprechen, dessen Ohren geschlossen sind? -- Wer Augen und Ohren hat und sie nicht öffnet, ist zum Leiden verurteilt. Was sind die Leiden für die menschliche Seele? -- Eine Wachstums- und Entwicklungsbedingung. Leidet der Mensch, wächst und entwickelt sich die Seele. Ihre Gedanken, Gefühle und Fähigkeiten blühen. Sie verwandelt sich in eine Blüte, die ihren Duft weit verbreitet, die Frucht vorbereitet, die bald reif wird. Die Seele, die nicht leidet, bleibt für immer eine geschlossene Knospe. Nähre deine Seele mit den reifen Früchten deines Lebens, damit sie wächst, sich entwickelt und sich ständig befreit. Die Früchte der Seele sind paradiesische Früchte, die jeder anstrebt. Erst jetzt werden die Menschen darauf vorbereitet, in das neue Leben einzutreten, das mit Schönheit und innerer Süße erfüllt ist. Das wirkliche Leben nennen wir auch das göttliche Leben. Ein Leben ohne Süße ist Bitterkeit. Das Leben ohne Duft ist Gestank. Das Leben ohne Schönheit ist Hässlichkeit. Heute wird die neue Welt erschaffen, die neue Bedingungen, neue Zustände benötigt, die dem Menschen in Fleisch und Blut übergehen werden. Das nennen wir die Wirklichkeit im Leben. In dieser Wirklichkeit wird sich die menschliche Seele in ihrer Schönheit und Herrlichkeit äußern. Dürfen wir weinen, wenn wir ein schmutziges Hemd waschen? Darf man weinen, wenn man das Weizenkorn in die Erde pflanzt? Darf man weinen, wenn man den Weizen erntet? Darf der Stein weinen, wenn man ihn meißelt, um aus ihm eine schöne Statue zu machen? -- "`Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, womit du mich geliebt hast, in ihnen sei und ich in ihnen."'\footnote{Joh 17,26.} Der alte Mensch studiert das Leben, der neue die Liebe. Seid also auch ihr neue Menschen, um die Liebe zu studieren. 28. Juni 1942, 5.00 Uhr -- Die Sieben Rila-Seen Aus dem Bulgarischen Angela Angelova
  11. Anhaltspunkte des Lebens Joh 10 Nachdenken Heute streben die meisten Menschen große Dinge an. Sie wissen, dass in der mechanischen Welt die großen Dinge kleiner werden und in der organischen größer; dennoch erstreben sie immer wieder das Große. Das Große soll kleiner werden, um zugänglich zu sein; das Kleine soll wachsen und sich vergrößern, um erkannt und studiert zu werden. Der Mensch wird klein geboren und wächst allmählich, wird groß, um sich zu erkennen. Der Samen, der in die Erde gesät wird, ist klein, aber nach kurzer Zeit wächst er und aus ihm entsteht ein großer Baum. Im Sommer werden die Schauer kleiner, die Samen wachsen und werden groß. Bildet sich der Mensch ein, dass er größer ist als in Wirklichkeit, beginnt er kleiner zu werden. Dieser Prozess geht unbemerkt vor sich. Damit das schmerzfrei geschieht, soll der Mensch bewusst kleiner werden. Als sich Christus an das jüdische Volk wendete, sagte er: "`Fürchte dich nicht, du kleine Herde! Denn es hat eurem Vater wohl gefallen, euch das Reich zu geben."'\footnote{Lk 12,32 Alle Bibelzitate stammen aus der Elberfelder Bibel. www.bibelserver.de.} Er sagt nicht, fürchte dich nicht, du große Herde, sondern sagt, fürchte dich nicht, du kleine Herde. Wenn der Mensch das Gesetz des Sich-Verkleinerns und des Sich-Vergrößerns kennt, dann soll er nicht danach streben, groß zu werden. Das Große anzustreben, das bedeutet, in jedem Moment auf Widersprüche zu stoßen. Alle Auseinandersetzungen und Missverständnisse im Leben entstehen immer zwischen den großen Menschen wegen großer Dinge. Hören die Auseinandersetzungen und die Missverständnisse auf, wird die Liebe kommen. Deshalb sagt man, dass die Liebe zuletzt kommt. Das Leben, das nicht von der Liebe beschienen wird, bleibt für immer in der Dunkelheit. Man weiß dabei, dass in der Dunkelheit nichts wächst. Wollt ihr folglich die Lebensbedingungen nutzen, strebt nach der Liebe, in der alles beschienen wird und sich erhebt. "`Wer nicht durch die Tür in den Hof der Schafe hineingeht, sondern anderswo hinübersteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber."'\footnote{Joh 10,1.} Wem gleicht der Dieb? -- Dem Großtun im Menschen. Es macht den Menschen innerlich unzufrieden und veranlasst ihn, zu stehlen. Im Menschen gibt es ein großes Wesen, das ständig murrt und kritisiert: Es bleibt ständig unzufrieden, unabhängig davon, wer ihm was gibt. Es sieht überall die Fehler und sagt: "`Das ist nicht gut gemacht, das soll nicht so sein."' Es bleibt bei den negativen Manifestationen des Lebens stehen und kritisiert sie. Sollte es seine Meinung über die Welt sagen, wird es sagen, Gott habe sie weder gut geschaffen noch alles vorgesehen. Das Große hat einen Plan für die Erschaffung der Welt, aber zwingt man es dazu, seinen Plan anzuwenden, gerät es in eine schwierige Lage -- es weiß weder, was sein Plan ist, noch kann es ihn anwenden. Die heutigen Menschen beschäftigen sich mit großen und mit kleinen Dingen: Die ersteren bevorzugen sie, die letzteren missachten sie. Ihre Augen werden von den großen Dingen angezogen. Versammeln sie sich irgendwo, so wollen sie viele sein. In diesem Bestreben bedienen sie sich des Sprichworts: "`Aus dem Vielen entsteht kein Kopfschmerz."' Dennoch sind nur wenige hier auf den Berg gekommen, die meisten sind im Tal geblieben. Was ist der Grund dafür? -- Die schlechten Lebensbedingungen: der Krieg, die unzureichende Nahrung, der Mangel an Verkehrsmitteln. Der Mensch ist kein Vogel, um seine Flügel auszubreiten und hierher zu fliegen, um zu hören, was gesprochen wird und zurückzukehren. Auf der physischen Welt braucht man physische Bedingungen. Es reicht nicht aus, dass der Mensch nur einen Impuls hat, man benötigt auch materielle Bedingungen. Was ist der stärkste Impuls im Leben? -- Der Impuls der Liebe. Dieser Impuls bringt Licht in den menschlichen Verstand, Wärme in das menschliche Herz und Kraft in die menschliche Seele. Wenn der Impuls der Liebe im Menschen wirkt, dann werden alle großen und schönen Dinge geschaffen. Dringt die Liebe in euch ein, gebt ihr den ersten Platz. Vor der Liebe tritt jede Auseinandersetzung zurück. Warum sollt ihr mit der Liebe streiten, ob sie wahrhaft sei oder nicht? Was ist wahrhafte Liebe?~--~Diejenige, die Leben und Licht bringt. Wie lange dauert dieses Leben? -- Solange die Liebe im Menschen ist. Um das Leben fortzusetzen, soll der Mensch sein Leben wie die Pupille seines Auges schützen. Schützt er sie nicht und verhält sich ihr gegenüber nachlässig, wird sie ihn verlassen. Furchtbar ist der Zustand des Menschen, wenn ihn die Liebe verlässt: Wenn sie ihn verlässt, hört sein Leben auf. Das zeigt an, dass zwischen der Liebe und dem Leben eine enge Beziehung besteht. Bewahrt die Liebe in euch, damit ihr nicht in Lebenswidersprüche geratet, um euren inneren Frieden und eure Zufriedenheit nicht zu verlieren. Wo ist die Liebe? -- Überall. Es gibt keinen Ort in der Welt, wo die Liebe nicht anwesend ist. Es gibt kein Wesen in der Welt, das von der Liebe nicht besucht worden ist. Der Irrtum im Menschen besteht darin, dass er die Liebe an einem besonderen Ort und unter besonderen Bedingungen sucht. Die Liebe ist überall und in allem. Viele klagen über ihr Leben und sagen, die Liebe habe sie nicht besucht. Die Ursache dafür ist in ihnen selbst. Sie erwarten, dass die Liebe sie besucht, dass sie zu ihnen zu Besuch kommt. Das ist unmöglich. Die Liebe ist bereits in die Welt gekommen. Wer sie sucht, soll selbst zu ihr gehen. Wenn ihr anders darüber denkt, dann schafft ihr selbst Widersprüche. Zu erwarten, dass die Liebe euch besucht, das ist dasselbe wie zu erwarten, dass euch die Sonne besucht. Steht früh auf und begrüßt sie, öffnet eure Fenster und sie wird euch bescheinen. Heute seid ihr auch hinausgegangen, um die Sonne zu begrüßen, aber habt sie nicht gesehen. Eine kleine Wolke hat sie beschattet. Das ist kein Widerspruch, da die Sonne über den Wolken aufgegangen ist. Die Wolken sind nicht gefährlich, es ist gefährlich, wenn die Sonne vom Horizont verschwindet und aufhört aufzugehen. Wenn ihr sie heute nicht gesehen habt, werdet ihr sie morgen sehen. Ihr seid an diesem Morgen alle Sieben zusammengekommen. Die Zahl sieben stellt die Zahl der Wochentage dar. Gott schuf die Welt in sieben Tagen. Also drückt jeder von euch einen Wochentag von den Tagen der Schöpfung der Welt aus. Wie wenige auch immer ihr heute sein mögt, dennoch drückt sich die Liebe aus. Sie drückt sich in den kleinen Dingen aus, sie verbirgt sich in den kleinen Dingen. Der kleine Fluss ist die Äußerung einer großen Quelle. Aus den kleinen Quellen fließen kleine Bäche und Flüsse. Die kleinen Äußerungen der Liebe bergen dieselbe Kraft in sich wie die großen. Es ist vorzuziehen, dass das Quellwasser nach und nach aber dafür ständig fließt, als in großen Mengen und plötzlich. Fließt die Quelle auf einmal hervor, so trocknet sie aus. Die Menschen wollen die großen Äußerungen der Liebe sehen. Das ist unmöglich. Die Liebe drückt sich überall nach und nach aus. Wer Augen hat, um zu sehen, wird alle kleinen Äußerungen der Liebe in einem erfassen und vor sich die Äußerungen der großen Liebe haben. Sie äußert sich in allen Wesen gleichzeitig. Sammelt all ihre Äußerungen an einem Ort, um eine klare Vorstellung über die Liebe zu haben. Wer die Beziehung aller Wesen zu sich selbst nicht als eine Beziehung eines Ganzen begreift, lehnt die Möglichkeiten der Liebe ab und fragt sich: "`Was kann die Liebe in mir und ich in ihr verrichten?"' Er ahnt nicht, dass die Äußerungen der Liebe in den Teilen die Äußerungen des Ganzen sind. Christus sagt: "`Denn wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen."'\footnote{Mt 18,20.} Es sammeln sich Tiere an einem Platz, es sammeln sich Menschen, Engel und Erzengel -- immer im Namen der Liebe. In der Folge dieser Versammlungen wird etwas Großes geschaffen, das in Zukunft gesehen wird. In der Arbeit der Liebe erscheinen kleine und große Wolken, die zum Ziel haben, sie zu behindern. Eine kleine Wolke bedeckte heute die Sonne und wir konnten sie nicht sehen. Was stellt die Wolke dar? -- Den gegenwärtigen Krieg, in dem die christlichen Völker gegeneinander kämpfen. Ihr werdet sagen, der Krieg sei ein Widerspruch im Leben. So wie die Wolke einen Widerspruch für die Sonne darstellt, so ist der Krieg ein Widerspruch für die Menschen. Die Natur lässt den Krieg als eine natürliche Folge des schlechten und verdorbenen Lebens der Menschen zu. Durch ihn wird das Böse kanalisiert, das sich in den menschlichen Herzen seit Jahrhunderten angehäuft hat. Das Böse wird zerfließen, die Sonne wird über den Wolken aufgehen, wieder scheinen und ihre Wärme und ihr Licht in der ganzen Welt verbreiten. Dann werden die Widersprüche verschwinden und die Menschen werden verstehen, dass es auch ohne Krieg geht. Das Leben der Lieblosigkeit schafft den Krieg. Das Leben der Harmonie und der Liebe schließt den Krieg aus. Heute kämpfen die Menschen für materielle Dinge: Wer wird über mehr Boden herrschen, wer wird die Weltherrschaft erobern? -- Eines Tages, wenn sich die Liebe in ihrer Ganzheit äußert, werden alle Wesen, Menschen, Tiere und Pflanzen Gebrauch von ihrer Fülle machen. Diejenigen, die sich unterhalb des Niveaus des Menschen befinden, werden sich seine Liebe zunutze machen. Der Mensch wird sich die Liebe derjenigen zunutze machen, die über ihm stehen. Die Liebe ist eine unerschöpfliche Quelle der Kräfte und der Güter. Christus sagt: "`Ich und der Vater sind eins."'\footnote{Joh 10,30.} Also ich, das Kleine und der Vater, das Große, sind eins. Die Welt ist der kleine Anfang, der Vater der große Anfang. Das Kleine soll wachsen und in Beziehung mit dem großen Anfang, mit dem Vater stehen. Darin besteht die Kraft des Menschen. Wie die Sonne sich im Kreis bewegt, so bewegt sich die Liebe auch im Kreis und umkreist uns. Wenn sie einen Kreis um uns herum beschreibt, verbindet sie uns mit ihren Bändern und bewahrt uns auf diese Weise vor dem Bösen. Wenn wir im Kreis der Sonne sind, so sind wir auch im Kreis der Liebe. Folglich, solange die Sonne uns umgibt und ihr in ihr seid, fürchtet euch vor nichts. Wisst, dass die Liebe euch umgibt und schützt, wie die Erde die in sie hineingelegten Samen schützt. Wer sich entmutigen lässt und denkt, dass er nichts erreichen kann, der ist aus dem Kreis der Sonne und aus dem Kreis der Liebe herausgetreten. Das ist unmöglich: Der Mensch kann nicht aus dem Umlauf der Sonne heraustreten, noch weniger ist es möglich, den Umlauf der Liebe zu verlassen. Ein Leben mit einem Anhaltspunkt im Guten, ein Leben mit einem Anhaltspunkt in der Gerechtigkeit, ein Leben mit einem Anhaltspunkt in der Vernünftigkeit ist das Leben der Liebe. Dies aber ist das ewige Leben, dass sie dich, den allein wahren Gott, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.\footnote{Joh 17,3.} \end{center} 21. Juni 1942, 5.00 Uhr -- Die Sieben Rila-Seen
  12. http://petardanov.info/DE/Das_Hohe_Ideal.pdf
  13. http://petardanov.info/DE/Die_Erweckung_des_gemeinschaftlichen_Bewusstseins.pdf
  14. Der Vortrag aus einem Buch http://petardanov.info/DE/Die_Hoffnung.pdf
  15. Nochmal der Vortrag aus einem Buch http://petardanov.info/DE/Der_Glaube.pdf
  16. Der Vortrag aus einem Buch http://petardanov.info/DE/Die_Liebe.pdf
  17. http://petardanov.info/DE/DIE_ZWEI_HALBKUGELN.pdf
  18. http://petardanov.info/DE/ZUR_VERHERRLICHUNG_GOTTES.pdf
  19. http://petardanov.info/DE/WEGE_DER_LIEBE.pdf
  20. http://petardanov.info/DE/DER_GEAUSSERTE_UND_DER_NICHTGEAUSSERTE.pdf
  21. http://petardanov.info/DE/MENSCHLICHES_UND_GOTTLICHES.pdf
  22. http://petardanov.info/DE/EINDRINGEN.pdf
  23. http://petardanov.info/DE/HAUPTZUGE_DES_NEUEN.pdf
  24. http://petardanov.info/DE/INNERER_ZUSAMMENHANG.pdf
  25. DIESE LEHRE „Wer übertritt und bleibet nicht in der Lehre Christi, der hat keinen GOtt; wer in der Lehre Christi bleibet, der hat beide, den Vater und den Sohn. So jemand zu euch kommt und bringet diese Lehre nicht, den nehmet nicht zu Hause und grüßet ihn auch nicht.“ 2.Johannes Brief 9:10 Die gelesenen Verse sind der Kern des Apostelbriefes. Das Wort Übertreten hat eine Doppelbedeutung. Zum Beispiel, das Kind beginnt zu schreiten, und was für eine Freude empfindet die Mutter dann – sie geht und teilt ihren Nachbarn mit, dass ihr Kind schreitet. Versteht ihr, warum die Mutter sich freut? Ihr Kind, das wie ein Tier auf vier Beinen gegangen ist, beginnt sich aufzurichten, d.h. es tritt, und das freut die Mutter. Der Apostel sagt: „Wer übertritt und bleibet nicht in der Lehre Christi, der hat keinen Gott; wer in der Lehre Christi bleibet, der hat beide, den Vater und den Sohn.“ Ich glaube, dass viele zu übertreten wagen, aber es gibt ein doppeltes Verbrechen. Wenn man vom Zorn gepackt wird, tritt der Hass in seine Seele ein, und man übertritt. Wenn der Mensch auf diese Weise übertritt, kann er in der Lehre von Christus nicht mehr ewig bleiben. Die Lehre von Christus ist eine Göttliche Lehre, sie ist eine Lehre des Ewigen Lebens, und nicht des menschlichen, vorläufigen Lebens.Das Leben kann man in drei Kategorien teilen: tierisch, menschlich und Göttlich. Das tierische Leben ist ein Leben der ständigen Qualen, der menschliche Leben – der ständigen Arbeit, und das Göttliche Leben ist ein Leben der ständigen Liebe oder der Seligkeiten. Das menschliche und das Göttliche Prinzipien tauschen in jeder Seele. Zum Beispiel, ihr liebt jemanden – eine von ihren Freundinnen, ihr gebt ihr Geschenke, ladet sie zu Besuch ein, empfangt sie gut, aber eines Tages sagt ihr: „Ich habe sie schon gehasst.“ Wie ist es möglich, dass die Liebe sich in Hass verwandelt? Diese Liebe ist menschlich, eine Liebe der Erwägungen. Heute leiden alle Familien, alle Gesellschaften immer an einer solchen Liebe. Wenn ihr reich oder Wissenschaftler seid und zu einer Gesellschaft kommt, empfangen alle euch gut, weil sie etwas nehmen können. Wenn sie euch das nehmen, was ihr habt, zeigen sie euch die Tür, durch die ihr gekommen seid. Obwohl ihr soviel Male eingetreten und ausgegangen seid, habt ihr noch nicht eure Lehre gelernt. Wenn man über diese Lehre spricht, sagt ihr zu euch selbst: „Sie bezieht sich nicht auf mich.“ Sowohl die gute, als auch die schlechte Seite einer Lehre haben eine Beziehung zu euch, weil wenn du leidest, leidest für dich selbst, oder wenn du dich freust, machst du das wieder für dich. Niemand kann in deine Freude oder in dein Leiden eintreten. Also, in dieser Beziehung trägt jeder sein Kreuz.Viele möchten, dass jemand ihnen das Leiden entnimmt, deshalb erzählt ihr es einem, zweitem, drittem usw. und sagt, dass die Leute euch nicht verstehen. Nehmen wir an, dass euer Bein verrenkt ist, und ihr geht zu einer von euren Nachbarinnen, damit sie euch es einrenkt, aber weil sie diese Kunst nicht begreift, dreht es, dreht es und verursacht euch auf diese Weise einen größeren Schmerz. Ihr geht zu einer zweiten von euren Nachbarinnen, aber sie kann auch es nicht einrenken, und euer Schmerz verstärkt sich. Wer ist schuldig daran? Ihr oder diese Frau, die von diesem Kunst nicht versteht? Ihr seid daran schuldig, weil ihr euer Bein einem Menschen gebt, der von dieser Arbeit nicht versteht. Ihr müsst euch in den Händen eines erfahrenen Menschen lassen. In der Schrift steht: „Bekenne einer dem andern seine Sünden.“ Nun gebe ich euch ein anderes Gebot:“Versteckt eure Sünden einander.“ Wenn ihr eure Sünden beichtet, so wie ihr euer Bein euren Nachbarn gebt, die nicht verstehen, werden sie diese drehen, und dabei kommt nichts heraus. Deshalb sagt über eure Schmerzen diesem, der versteht. Die Lehre von Christus herstellt die Göttliche Harmonie oder die verlorenen Tugenden in der menschlichen Seele wieder. Zuerst muss sie euch rein dem Herzen nach machen. Ihr werdet sagen: „Kann der Mensch in dieser Welt leben und ein reines Herz haben?“ Man kann. Wenn der Mensch im Wasser steht, kann er immer sauber sein. Das zweite Ding, das die Lehre von Christus machen kann, ist, dass eure Seele keusch ist. Worin besteht diese Keuschheit? Der Landwirt nennt diesen Boden keusch, der reich an Säften ist, und der arme an Säften Boden ist nicht keusch. Also, wenn eure Seele etwas Gutes, Erhabenes gebären kann, ist sie keusch. Wenn sie solche Dinge nicht gebären kann, ist sie nicht keusch. Johannes sagt: „Bleiben wir in dieser Lehre.“ Das ewige Fortdauern ist so, wie wenn man in reiner Luft weilt, in ihr lebt und sie atmet. Wenn wir in die Lehre von Christus eintreten, wenn sie sich in unseren Seelen einzieht, wird sie unbedingt eine Erleichterung hervorrufen, wir werden eine Reinheit spüren. Also, die Reinigung wird von der Lehre selbst kommen. Die gegenwärtigen fortgeschrittenen Physiker haben große Scheiben, mit denen sie sich reinigen. Wenn jemand von ihnen Versuche macht und sich nicht leicht reinigen kann, tritt er drinnen in diese Scheibe ein,lässt die Elektrizität und ist gereinigt für fünf Minuten. In der Lehre von Christus ist dieser Göttliche Strom, und wenn ihr ihn in eurer Seele anlasst, wird er diese Reinheit erzeugen. Man sagt: „Wer in ihm bleibet...“ Wenn viele von euch keinen Erfolg haben und nicht vorankommen können, übertreten sie etwas, aber nicht wie die kleinen Kinder. Wenn wir einen Göttlichen Befehl verletzen, verlieren wir gleich unser Gleichgewicht und unsere Ruhe. Damit man in dieser Welt ruhig leben kann, soll diese Lehre existieren, weil sie eine Nahrung für die Seele ist. Wie wir jeden Tag Nahrung annehmen müssen und diese in Kraft verwandeln, so soll auch die Christus Lehre zu einer ständigen Kraft verwandelt werden. Ich merke, dass viele von euch, statt still, sanft zu werden, werden nervös, empfindsam – das ist ein schmerzhafter Zustand. Und sie machen einen anderen Fehler: ihr denkt, dass ihr viel wisst, und deshalb verurteilt jede von euch ohne Einschränkung die anderen. Viele von euch warten, dass sie eine Kraft von irgendwo bekommen,irgendeine Offenbarung, damit sie der Welt zeigen, dass Gott mit ihnen ist. Gott ist von tausend Jahren drinnen in euren Seelen, deshalb sollt ihr nicht zeigen, dass Gott mit euch ist. Die Welt braucht eine Sonne, wie unsere ist, damit diese der Welt eine Nahrung gibt. Ihr denkt, dass wenn ihr eine Kerze anzündet, werdet ihr die Welt aufklären. Nein, andere werden eine größere Kerze anzünden, und eure wird im Hintergrund bleiben. Ihr sollt die Christus Lehre zum Wohl eurer Seelen anwenden. Wenn ich euch eine Wahrheit sage, beobachte ich euch, ihr schaut die anderen und denkt, dass diese Wörter auf sie beziehen. Ich schließe niemanden aus und spreche über alle. Das Böses ist wieder Böses,auch wenn jemand sich goldene Kleider anzieht. Wenn sein Körper aussätzig ist, kann er nicht geliebt werden. Die Seele ist diese, die einen Ton dem Körper angibt. Wenn eure Seele rein ist, wenn die Lehre von Christus in ihr ist, wird euer Körper gesund sein, und ihr werdet alle Dinge leicht ertragen, ihr werdet die größten Leiden mit der größten Freude ertragen. Vergesst nicht, dass das irdische Leben kein Leben der Vergnügen ist. Beobachtet, wie die kleinen Kinder Fische im Fluß fangen: sie nehmen eine kleine Angel, stellen ein kleines Würmchen am Ende und werfen sie ins Wasser, und der Fisch verschluckt das Würmchen und hängt sich an die Angel an. Oft verschluckt ihr auch die Angel, und der Teufel zieht euch heraus. Indem ihr die Angel veschluckt haben, denkt ihr, dass ihr im Weg geht.Die erste Sache, das euch bevorsteht, ist, das Seil zu zerschneiden, und dann einen Arzt zu rufen, der die Angel aus eurem Hals herauszieht. Ich sehe viele solche Angeln in euch, die aus eurer Vergangenheit geblieben sind. Wieviel Kugeln sind in den Soldaten geblieben? Die Ärzte sagen, dass sie allmählich hinausgehen werden, aber wenn das Wetter sich verschlechtert, entstehen die Schmerzen. Die Christus Lehre ist eine Lehre der Göttlichen und ewigen Liebe. Also,wenn ein Mensch euch zehn Male am Tag lieben und zehn Male täglich hassen kann, glaubt an seine Lehre nicht und empfangt keinen solchen Menschen zu Hause. Die Liebe ist diese, die das Ewige Leben bringt. Habt ihr dieses Leben in euch, werdet ihr die Göttlichen Geheimnisse verstehen. Ich möchte, dass ihr diese zwei Prinzipien in eurem Leben anwendet, weil sie gleich arbeiten: wer verletzt und wer nicht bringt. Eine Frau, die nicht weben kann, stellt sie nicht an euren Webstuhl – sie wird das Leinen zerstören. Ein Dienstmädchen, das nicht kochen kann, gestattet ihm nicht, das zu machen. Ein Mensch, der nicht gelernt hat, nehmt ihn nicht zum Lehrer eurer Kinder. Empfangt die aussätzigen Leute nicht, weil dieser Aussatz in euren Seelen kommen wird. In den Himmel soll nichts Unsauberes eintreten, und der Himmel ist eure Seele. Jetzt herrscht dieses Prinzip in euch – wie die faulen Schüler zu sein und von eurem Lehrer zu wollen, dass er nachsichtig ist. Das kann nicht sein. Zum Beispiel ein Architekt hat seine Bildung abgeschlossen, aber sein Lehrer war immer nachsichtig zu ihm. Welcher Nutzen daraus? Dieser Architekt kommt, und ihr beauftragt ihn, dass er euch einen Plan macht. Er wird wie den Plan jenes sein, der vor zehn Jahren ein Gebäude in Varna gebaut hat, welches Wand bald eingestürzt ist.Was würde mit den Angestellten geschehen, wenn sie drinnen wären? Also, jeder Mensch, der mit Nachsicht seine Bildung abgeschlossen hat, wird eine falsche Lehre schaffen, und seine Gedanken und Wünsche werden überschüttet werden. Ich will nicht sagen, dass ihr nicht am Weg seid, dass ihr nun nach der Wahrheit sucht. Weil der Schüler weiß, wenn er eine Aufgabe löst, ob sie richtig ist oder nicht. Oft haben die Aufgaben eine markierte Antwort, nach der sie geprüft werden können. Dieser Schüler, der seine Arbeit nicht begreift, will, dass seine Antwort genau wie im Buch ist, aber der fähige Schüler sagt: „Die Antwort dieser Aufgabe im Buch ist nicht richtig.“ Also ihr sollt die Antworten in den Büchern korrigieren und sie nach allen Regeln der Mathematik lösen. Dieser Prozeß, durch den ihr gehen werdet, wird nützlich für euch. Die Lehre von Christus ist lebendig und Apostel Paulus sagt: „Christus ist in das Fleisch gekommen.“ Wie stellt ihr euch Christus vor? Apostel Paulus sagt: „Wir kennen Christus nicht, wie Er war.“ Dann, wie kennen wir Ihn? Also, es gibt Weisen, auf die man Christus erkennen, fühlen kann. Wenn wir sagen, dass wir Christus kennen können, verstehe ich, dass wir das Licht nur mit unserem Auge erkennen können, aber nicht mit dem Tasten, weder mit dem Geruch, noch mit unserem Ohr. Wie erkennen wir die Weisheit? Durch unseres Ohr. Also, das Hören ist ein Gedanke. Wie werden wir die Liebe erkennen? Durch die Zunge. Koste sie, und du wirst die Liebe erkennen. Die Zunge enthält zwei Elemente in sich: sie gibt das größte Wohl in der Welt, und von ihr kommt die vernünftige Rede heraus. Die süßen und die schönen Wörter sind Früchte der Liebe. Also, wenn ihr die Liebe verstanden habt, werden ihre Wörter Früchte sein. In der Liebe ist jedes ausgesprochenes Wort mächtig. Manchmal sind eure Wörter schwach – warum? Weil ihr keine Liebe drinnen in euch habt. Manchmal sagt ihr: „Lieben wir uns!“ Das ist gleichbedeutend, wenn wir sagen, dass wir essen müssen und über Hühner und Lämmer sprechen, und nichts ist serviert – das sind leere Worte. Nehmen wir an, dass ich gemalte oder vom Gips gemachte Hühner und Truthennen auf den Tisch gestellt habe, aber begossen mit einer schönen Soße. Werdet ihr Nutzen daraus ziehen? Ist das eine Lehre? Das ist keine Lehre. Und ihr, die auf mich hört, seid gegangen und geht auf diesem Weg. Ihr sagt: „Lieben wir uns!“ Bis jetzt habe ich keine Liebe unter euch gesehen. Seit vielen Jahren arbeite ich mit euch und konnte aus eurer Liebe sogar ein Seil nicht machen, um jemanden herauszuziehen. Und Gott sagt: „Ich habe euch mit den Fäden meiner Liebe angezogen.“ Das, was wir eine Anziehung nennen,ist ein sehr dünner Faden. Die ganze Erde hält sich an einem solchen Faden, jede Seele hält sich an einem solchen Faden. Wenn dieser Faden zerreißt, werdet ihr fern von Gott fallen. Wenn ihr euch an Gott haltet, werdet ihr mit diesem Faden verbunden sein und in einem Zentrum sein, um welches ihr euch bewegen könnt. Das meint die Lehre der Göttlichen Liebe. Ich kann prüfen, wieviel von euch diese Liebe haben. Manche sagen:“Ich bin äußerst gekränkt.“ Warum? „Weil man mich nicht gut empfangen hat.“ Ich frage euch, habt ihr den Gott, Christus, drinnen in euch empfangen, wie es sein muss? Das ist kein Vorwurf, sondern eine Frage der menschlichen Entwicklung. Weil die Nahrung, die wir in uns annehmen, damit sie unseren neuen Körper bildet, muss ununterbrochen sein. Die Göttliche Liebe ist auch ununterbrochen, und wenn sie austrocknet, trocknet auch dieser Fluss in uns aus. Die Göttliche Liebe trocknet nie aus, und die menschliche trocknet jede sechs Monate aus. Trocknet diese Liebe aus, trocknet das Flussbett auch aus, aber manchmal gibt es große Überschwemmungen, und die Wässer werden trübe. Wenn eure Seele trübe wird, zeigt eurer Geist-Leiter, dass ihr euch in der menschlichen Liebe befindet, und nicht in der Göttlichen. Wenn du niemanden liebst, zeigt das, dass der Teufel in dir lebt. Der Teufel hat auch eine Liebe. Wenn die Liebe in euch mit Hass getäuscht wird, das ist eine Imitation der Liebe und solche Liebe nennt man eine Liebe des Todes, von der alle heute sterben. Ich werde euch ein Beispiel über eine solche Liebe geben: in Varna wollte ein junger Herr, reicher Krämer, heiraten. Er fand ein Mädchen, das ihm gefiehl, und heiratete sie. Kurz nach der Heirat wurde er sehr krank. Wovon? Von seiner Frau. Er ging nach Europa zur Kur,und nach vier-fünf Jahren konnte er seine Haut retten. Deshalb, wenn eine Lehre, mit der ihr euch verbindet, einen solchen Zustand in euch verursacht, sollt ihr sie ablehnen. Stellt Christus oder den sichtbaren Gott drinnen in euch und sagt: „Es gibt keine Änderung der Göttlichen Liebe!“ Wenn ihr so denkt, werdet ihr nicht sagen, dass ihr sündig seid, weil es kein Lebewesen gibt, welches in die Göttlichen Liebe eingetreten ist und eine Absage bekommen hat. Ihr könnt in die Göttliche Liebe nicht eintreten und euch freuen, ohne sie zu kennen. Indem ihr in die Göttliche Liebe eintretet, werdet ihr schwimmen und jeder, der nicht schwimmen kann, wird ertrinken. Jemand sagt: „Wenn ich in die Göttliche Liebe eintrete, werde ich nur ein halbes Kilo Wasser trinken, um nicht zu ertrinken.“ Ja, aber dort gibt es Millionen, Millionen Kilos Wasser. Deshalb wird jeder an der Göttlichen Liebe halten, um in ihr schwimmen zu können. Was ist Schwimmen? Indem ihr auf der Erde geht, behauptet ihr, dass ihr mit dem Gott in Berührung kommen wollen, aber was geht davon? Ihr schleppt euch. Wenn ihr im Wasser seid, werdet ihr in es gehen – solches ist das Gesetz des Schwimmens. Dasselbe ist das Gesetz auch in der Göttlichen Liebe, aber ihr werdet bei ihr an der Oberfläche bleiben. Wenn jemand von Blitz geschlagen ist, man stellt ihn mit dem Gesicht zur Erde, damit sie die Elektrizität aussaugt, welche in ihn eingetreten ist. So auch ihr, wenn ihr von Bosheit erfasst seid, fallt schnell auf eures Gesicht. Das bedeutet, dass du in dieser Göttlichen Liebe ertrinkst, damit sie dich erfassen kann, damit sie die Materie berührt und in dich eindringt. Johannes sagt: „Vater und Sohn“. Vater ist dieser, aus dem wir hervorgegangen sind, und der Sohn ist die sichtbare Liebe. Diese Liebe, über die ich euch spreche, ist nicht etwas Vorläufiges, ist keine angenehme Stimmung, sondern eine ständige Wärme. Ihr könnt das prüfen. Wenn ihr nach einer halben Stunde eine entgegengesetzte Änderung fühlt, das ist eine menschliche Liebe. Manchmal ist euer Gesicht hell, und ihr sagt: „Ich bin in der Nähe von Christus!“ Aber am nächsten Tag habt ihr eine andere Stimmung. Das sind Phasen der menschlichen Liebe, die einerseits warm, andererseits kalt ist. Wenn ihr in die tierische Liebe eingeht, werdet ihr dort einen Durst zur Rache fühlen. Also, die Liebe des Teufels besteht darin, dass er sich auf die Rachen freut. Die Göttliche Liebe harmonisiert die beiden Zustände der tierischen und menschlichen Liebe, zieht ihre Säfte heraus und bringt sie in Übereinstimmung. Diese Lehre ist notwendig für euer persönliches Leben. Ihr glaubt an Christus, geht zur Kirche, zündet Kerzen an, trefft euch mit diesem-jenem und immer nach Christus sucht.Ihr sagt zu euch: „Wenn wir sterben, werden wir Christus sehen.“ Aber ihr könnt auch nun sterben und wieder weiterleben. Ein Tod ist, wenn man für die Bosheit stirbt, sondern nicht vom physischen Körper befreit. Einige sagen: „Der Tod ist ein Gefängnis“. Nein, ein Gefängnis sind unsere Mängel. Wenn ihr viele Schulden habt, verkauft man euer Haus, aber ihr tragt wieder Verantwortung, und man zieht euch etwas vom Gehalt ab. Also, wenn ihr aus eurem Körper geht, werdet die Kreditgeber euch am zweiten und am dritten Gehalt fangen, bis ihr eure Schulden bezahlt. Was sollt ihr machen? Die einzige Rettung ist die Lehre von Christus – ihr sollt in die Göttliche Liebe eingehen, und alle, die den Gott lieben, werden euch helfen. In jeder Schule werden Aufgaben gegeben, und solche Aufgaben stellt Gott in jedem Haus. Aufgaben können eure Männer und Frauen sein, eure Kinder, eure Freunde usw. Ich löse auch oft Aufgaben, und solche seid ihr für mich. Vielmals überlege ich, warum ihr euch streitet. Mit diesen Streiten verderbt ihr das, was ich schaffe, ihr reißt die Blumen ab, die ich pflanze. Wie werden die fortgeschrittenen Seelen euch empfangen, wenn ihr zu ihnen am Himmel geht? Stellt euch vor, dass ihr unter Schülern seid, die spielen können, und ihr könnt nicht – wie werden solche Schüler euch empfangen? Sie werden euch wie Hörer empfangen.Und wenn ihr spielen könnt, werden sie euch zu ihnen empfangen.Dasselbe ist das Prinzip im Christlichen Leben. Manche möchten, dass ich sie vollkommen mache, ihnen Kenntnisse von selbst gebe, sie vernünmftig mache. Nein, solche Lehre existiert nicht. Die Lehre, welche ich predige, ist Lehre der Liebe, der Beständigkeit,Selbstleugnung usw. Ihr werdet selbst alle Fächer lernen, ihr werdet bulgarische Literatur und anderes lernen. Ihr sagt, dass die bulgarischen Schriftsteller dumm sind. Wenn ich euch erkläre, wass zum Beispiel Pentscho Slaveikov geschrieben hat, werdet ihr verstehen, dass er höher als euch steht, aber wenn er hierher kommt, würdet ihr ihn draußen lassen. Ihr lest nicht und denkt, dass wenn ihr einen von meinen Vorträgen nehmt und ihn lest, werdet ihr euch einen Gedanken merken, den ihr oft wiederholt. Nein, das ist nicht eures, das ist eine Wiedergabe mit einem Plattenspieler. Ihr sollt singen und spielen, d.h. das, was ich euch gebe, soll in eure Gehirne eingehen, zu einem Gedanken und einem Gefühl verwnadeln, damit es in die Göttliche Welt geht und ein Ergebnis gibt. Das ist die Lehre, die Christus gepredigt hat. Er hilft auch jetzt in dieser Schule. Manchmal kämpft ihr, leidet, aber plötzlich fällt euch ein heller Gedanke ein, und ihr löst eure Frage. Das zeigt, dass man euch hilft. Vor einigen Tagen kam ein Herr zu mir, der mir sagte: „Ein Mensch hat mich gekränkt, aber denn ich bin auf dem Weg, wollte ich ihm nicht auf dieselbe Weise erwidern und versuchte zwei solche Wörter zu finden, die von außen glatt, aber so gehaltvoll sind, dass er nie vergißt.Und ich habe beschlossen, ihm nichts zu sagen, ihm keine bittere Pillen zu geben...“ Ihr alle gebt solche Pillen in der Sofioter Gesellschaft, aber ich möchte, dass dieser Herr euch als Vorbild dient. Auf diese Weise sollt ihr die Lehre von Christus anwenden. Die Liebe besteht darin, dass wir die Kränkungen erleiden. Zwei Kränkungen machen eine Tugend nicht. Wenn Gott uns vergibt, will Er, dass wir selbst zugeben, dass wir Ihn gekränkt haben. Aber wenn wir zur Lage kommen, das zu begreifen und beginnen zu weinen und zu trauern, schickt Gott uns Engels, die uns helfen. Weil Auferstehung von Christus bald eintreten wird, verzichtet auf diese zwei Wörter, die von außen glatt sind, und von innen keinen Frieden bringen, sondern benutzt die Wörter Vater und Sohn in euch. Wenn du etwas Böses tun möchtest, sag dich selbst: „Was wird Vater sagen, der oben ist, wenn er mich so sieht?“ oder „Was wird mein älterer Bruder – der Sohn sagen?“ Der böse Wunsch wird gleich gelähmt werden, und die entgegengesetzte Wirkung wird kommen. Diese ist die Weise, auf die wir uns erneuern können. Nun kommen große Prüfungen an der Welt, welche sie reinigen. Ihr werdet sagen: „Was denkt Gott über uns, was denkt Christus?“ Nachdem wir wissen, was Gott denkt, werden wir erfahren, was Christus über uns denkt. Weil, wenn wir nicht verstehen, was Gott über uns denkt, werden wir nicht verstehen, was die anderen Menschen denken. Die Liebe wird nur dann zu uns kommen, wenn wir drei-vier Tage hungrig waren. Ihr kommt müde, erschöpft von Arbeit, und ich beginne euch zu predigen, dass Gott Liebe ist. Was werdet ihr von dieser Liebe verstehen, wenn ihr hungrig seid? Indem ich euch wasche und Essen gebe, werdet ihr die Liebe fühlen – das ist die Lehre von Christus. Jemand hat euch beleidigt – ihr habt den Fall, zu Gott zu gehen und zu sagen: „Ich bete, Gott, verwandle diese Kränkung in Liebe!“ Manchmal nach einer Kränkung, die ihr bekommen habt, empfindet ihr Frieden in eurer Seele und sagt: „Man hat mich gekränkt, aber ich habe vergeben.“ Aber ihr fühlt diese Kränkung wieder unerwartet nach einem oder zwei Jahren. Wenn ihr drei Jahren nach der Kränkung nicht in Sorgen geratet, das heißt, dass das Fieber vergangen ist.Wenn die Göttliche Lehre kommt, seid sicher, dass es keine Kränkungen in der Welt gibt. Deshalb waren die alten Christen froh, wenn man sie verfolgt hat. Dieser Mensch, der in der Göttlichen Liebe geht, nimmt die Kränkungen als einen Kranz an. Seid vorsichtig dazu, dass ihr euren Vater nicht begrenzt und lenkt keine Aufmerksamkeit darauf, was ich über euch denke, sondern was Gott über euch denkt. Er sagt, dass eure Fenster geschlossen sind, das Licht ist ungenügend, und obwohl Er euch soviel Nahrung schickt, seid ihr hungrig und krank. Nun versucht zu lernen, wie die kleinen Kinder zu treten, sondern nicht die Lehre von Christus zu übertreten. Wenn ihr eine schwierige Frage habt, ruft euren Vater und sagt: „Vater, denn du hast Christus zur Erde geschickt, so seien deine Worte so, wie du sie gesagt hast!“ Die Devise, die ihr haben sollt, ist: „Wir werden Deinen Willen so erfüllen, wie Du willst!“ Ihr werdet sagen: „Wir versprechen nicht, weil es schwierig ist, den Göttlichen Willen zu erfüllen.“ Wenn ihr einmal so zweifelt, das ist vom Teufel. Der Gottes Willen muss erfüllt werden, wegen des Gottes, nicht wegen der Welt. Was will Gott? Das zu erfüllen, was du versprechen hast. Das möchte auch Christus. Christus, der die Welt ist, ist auch im Fleisch, das nicht stirbt. Das was stirbt, ist menschlich. Ihr könnt eure Freunde auf zwei Weisen begreifen. Ein Freund, der euch nur lobt oder nur eure Fehler zeigt, er ist kein wahrer Freund von euch. Jener, der euch gleichzeitig lobt und eure Fehler zeigt, er ist euer wahrer Freund. Der letzte, wenn er sieht, dass ihr einen Fleck habt, nimmt die Bürste und reinigt euch, und ihr dankt ihm. Mit dieser Bürste zeigt er euch die Fehler. Mit der Bürste reinigt ihr nur den Staub, aber wenn ihr die Bürste auf eurem Gesicht benutzt, sie ist nicht am rechten Platz. Ich bin nicht gegen die Pudern, sowie ich bin nicht dagegen, dass ihr eure Haüser bestreicht, aber ich sage, dass ihr nie die Bürste auf das Gesicht stellt, obwohl die Puder prima ist. Es gibt keine schönere Puder als Christus Lehre, ich habe keine bessere Bürste als diese Lehre gefunden. Deshalb empfehle ich sie euch! Also, wenn ihr die Christus Bürste und Puder benutzt, werdet ihr ein ganz anderes Aussehen haben. Wenn ihr so lebt, wird die Christus Lehre euch in Übereinstimmung mit der Natur bringen, und ihr werdet können, aus seiner Energie schöpfen. Wenn ihr jeden Morgen die Wörter Vater und Sohn aussprecht, werdet ihr eine große Energie erhalten. Wenn ihr zweifelt, werdet ihr kaum eure Unkosten bestreiten. Also, wenn wir diese zwei Wörter begreifen, werden wir in die ganze Natur eindringen und in Harmonie mit ihr sein. Es entsteht die Frage – was beginnt zuerst – das Lernen oder die Geburt? Die Geburt. Also, wenn jemand aus Gottes Geist nicht geboren ist, was wird er lernen? Jemand sagt: „Ich kann das nicht verstehen, ich habe keinen Antrieb.“ Wie wirst du es verstehen, wenn du zuerst geboren sein sollst – das Göttliche soll in dir kommen, und dann wirst du die elementaren Sachen begreifen. Das elementarste ist, dass ihr euren Zustand ändern können. Wenn ihr für fünf, zehn oder fünfzehn Minuten euren Zustand ändern könnt, nachdem einer euch beleidigt hat, habt ihr diese Wissenschaft in euch. Zum Beispiel hat ein Hund euch gebissen, die Kunst besteht darin, dass ihr die Wunde so heiligt, dass keine Narbe bleibt. Die Lehre von Christus hat Heilmittel für alle Gebrechen. Nun werde ich euch etwas über die Stunden sagen. Jemand fragt, ob er genau um 5 Uhr stehen soll. Wenn ihr einen großen Wunsch zu beten spürt, dann ist 5 Uhr, d.h. die Uhr eueres Verstandes. Wenn ihr eine große Mühe spürt, dann ist 4 Uhr; wenn ihr alle Arbeiten falsch gemacht haben, ist 6 Uhr; wenn große Unglücke zu euch kommen, ist 7 Uhr. „Wann soll ich das machen?“, fragt jemand. Wenn du einen Antrieb hast! Jemand sagt: „Dieser Antrieb wird das nächste Mal kommen.“ Nein, verpasst du ihn, wird er nicht kommen. Manchmal sagt der Geist dir:“Steh auf, damit du betest!“ Du sagst: „Es ist nicht 5 Uhr.“ Nein, steh auf, weil der Geist dir sagt, dass es 5 Uhr ist. Also, wenn ihr aus eurer Zeit zwei Stunden abzieht, es bleiben 5 Stunden. Ihr werdet sagen, dass es zu früh ist. Warum? Weil ihr spät zu Bett gegangen seid. Geht zu Bett früh mit den Vögeln. Ihr sagt: „Ich kann nicht früh am Morgen herausgehen, weil ich meine Arbeit nicht erledigt habe.“ Ohne dass du deine Arbeit erledigt hast, geh hinaus! Wenn ein Erdbeben geschieht, und du beschäftigt dich mit deiner Toilette, wirst du warten, diese zu beenden und dann zu fliehen? Wenn Gott euch ruft, müsst ihr eure Toilette nicht beenden – sie wird an einer anderen Stelle beendet werden. Heute werden alle unsere Außentoiletten zerstört, und von drinnen wird jene wahre Toilette kommen, die gut zu eurer Seele passen wird. Gott sagt: „Ich werde euch neue Kleider geben.“ Diese neue Kleider werden hygienisch, warm, angenehm sein, und ihr werdet zufrieden und fähig zu jeder Arbeit sein. Diese Kleidung nennt man im Okkultismus magnetische Kleidung. Heute sind alle Krankheiten nichts anderes als Zerreißen dieser Göttlichen Kleidung. Dein Ohr tut dir weh, dort ist die Kleidung zerissen; das Bein tut dir weh – dort ist die Kleidung zerrissen und so weiter. Diese Kleidung soll nicht geflickt werden, sondern ihr wendet euch an Gott, dass er Meister schickt, welche sie erneuern sollen, weil sie diese Kunst können. Nun bemerke ich eine Verwirrung in euch. Ihr sollt nicht verwirrt sein, sondern die Dinge objektiv behandeln. Ihr habt eine Aufgabe falsch gelöst – ihr werdet beginnen, sie wieder zu lösen. Aber ihr werdet sagen, dass ihr keine Fehler macht. Man macht Fehler, man macht – die gelehrten Menschen machen sie auch. Indem du zurückkommst, die Aufgabe zu verbessern, wirst du verstehen, was du falsch gemacht hast. Euer ganzes Leben ist nicht schlimm, aber ihr habt Fehler. Die kleinen Fehler sind gefährlicher als die großen, weil man sie nicht sieht. Es ist notwendig, dass eine Harmonie unter euch, unter den Temperamenten entsteht, und ich habe beschlossen, euch in Klassen, nach den Temperamenten zu teilen. Zwei nervöse Menschen können sich nicht verstehen, wenn sie an einer Stelle sind,deshalb muss einer kalter sein, der andere heißer, damit es eine Umfüllung gibt. Zwei mit spitzen Köpfen können nicht zusammen leben – zwischen ihnen gibt es Wegstoßen wie bei den Pferden. Alle, die sich beißen, die bereden, sind mit spitzen Köpfen. Deshalb, wenn ihr euch trefft, fragt euch:“Ist dein Kopf spitz?“ „Ja.“ Dann sucht nach einem anderen. Ein Mensch, der nicht barmherzig ist, hat einen Kopf wie ein Dach. In der Zukunft muss die Erziehung in den Schulen entsprechend der Phrenologie sein. Nun, wenn ich euch spreche, stoßt ihr euch mit den Füßen, weil ihr nicht gut angeordnet sind, eure Strömungen sind nicht gleich. Ihr sollt ein Meter voneinander entfernt sein, und nun steht ihr notwendigerweise wie im Gefängnis und sagt euch: „Komm, Böses, weil ohne dich schlimmer ist.“ Wenn jemand euch die Hand gibt und eure Hand drückt, ärgert ihr euch, aber wenn ihr ihn liebt, ärgert ihr ihm nicht. Das zeigt, dass eure Gedanken unterschiedlich sind. Ich bin nicht gegen das Händeschütteln, aber auch vieles Händeschütteln ist schädlich. Aber wenn ihr beschliesst, die Hand nicht zu geben, das ist noch schlimmer. Der arme Mann soll Arbeit haben, um reich zu werden. Jemand sagt für sich, dass er dumm ist, aber er spricht die Wahrheit nicht, weil wenn ein anderer ihm das sagt, wird er ärgerlich. Ihr habt kein Recht zu sagen, dass Gott euch dumm gemacht hat. Gott hat euch alle klug gemacht, aber danach, als ihr beim Teufel gelernt habt, wurdet ihr dumm. Ich möchte, dass ihr dem Guten nachahmt. Einige von euch haben sehr gute Züge, aber es geht nicht um diese, die künstlich sind, sondern um diese, die euch von Gott gegeben sind. Manche kommen mit großen Haarknoten, mit weißeren Gesichtern, aber all dies ist künstlich, und es wird weggenommen. Die Kunst ist nötig, aber nicht wesentlich. Also, die Tugenden können nicht künstlich sein, deshalb seht in jeder Schwester nur das Gute. Das Gesetz von Christus ist folgendes: denkt nie, dass eure Schwester heuchlerisch oder böse ist. Seht das Mineralkönigreich an, nehmt einen Kristall und schaut ihn an; geht dann zum Pflanzenkönigreich und schaut ein Weizenkorn an; dann geht zum Königreich der Tiere, und wenn ihr zum Menschen kommt, werdet ihr sehen, dass er solche Tugenden hat, die weder die Minerale, noch die Tiere und die Pflanzen haben. Das zeigt, dass Gott im Menschen lebt. Diese ist die Ursache, wegen der viele von euch stolpern. Wenn ihr denkt, dass eine oder andere von euch noch grün ist, könnt ihr euch nicht entwickeln. Wenn ihr einen Fehler in euch bringt, hindert ihr euch so, wie ein kleines Staubkorn, eingetreten in eurem Auge. Nun, wenn ich eine von euch rufe, dass sie fünf-sechs Minuten spricht, könnt ihr sie nicht ausstehen. Ihr werdet sagen:“Hat nur sie eine Erfahrung, wir haben auch solche!“ Wisst, dass keine zwei Menschen existieren, welche dieselbe Erfahrung haben. Manche übertreiben etwas in ihrer Erfahrung. Zum Beispiel hat eine einen Greis mit weißen Kleidern und weißer Pelzmütze gesehen, und sagt: „Ich habe Gott gesehen!“ Hat dieser Greis dir gesagt, dass er Gott ist? „Er hat mir nicht gesagt, aber ich vermute, dass Er ist.“ Du siehst einen Burschen, magst ihn und sagst: „Er ist für mich.“ Aber der Bursche geht und kommt wieder nicht. Das bedeutet, dass wir die Wahrheit verstehen sollen, welche man uns predigt, dass wir lernen, die Wahrheit zu sprechen, ohne zu übertreiben. Jemand, damit er zeigt, dass er zu bescheiden ist, gibt sich Sünden bei, welche er nicht besitzt, und ein anderer leugnet Sünden, die er hat. Die beiden Methoden sind falsch. In der Lehre von Christus soll alles exakt übergeben werden. Je näher bist du am Wesen des Gegenstands, desto näher bist du an dieser Lehre. Ich spreche euch über die Weisen, durch die ihr eure Herzen, Verstände und Seelen verbessert. Ich spreche euch, dass ihr als Diener eure Dienste nicht rechtzeitig erfüllt, ihr verspätet euch ein bißchen, und dann ihr gebt lügnerische Entschuldigungen. Sprecht die Wahrheit so, wie sie ist! Nur so wird Gott euch alles lehren, und die anderen Leute werden euch in euren Gedanken und Wünschen unterstützen. Jedes Buch, das ihr lest, wird einen Sinn für euch haben. Jemand sagt: „Lesen wir nur die Bibel.“ Gut, sagen wir, dass du die Bibel untersucht hast und ein anderes Buch möchtest – les es und denk nicht, dass es vom Teufel ist. Jedes Buch, aus dem ihr eine Lehre ziehen könnt, lest es. Das bedeutet, in der Göttlichen Liebe ewig zu sein, die ewig ist und alle Güter bringt. Sie bringt Säfte für den Nasen, für den Mund, für die Augen und für das Herz. Wenn ihr diese Säfte habt, werdet ihr unsterblich sein. Die Unsterblichkeit ist nötig, damit wir ein ewiges Glück finden. Wir können auch an der Erde glücklich sein. Ihr denkt, dass ihr unglücklich seid, weil Gott euch nicht liebt. Wenn ihr so sagt, das sind eure schicksalhafte Sünden. Deshalb geht aus euren Kellern und stellt die Wörter Vater und Sohn in euer Herz. Der Mensch, der Ideen hat, braucht Kampf, aber wir die Christen sind kleinmütige Leute. Jetzt, wenn man euch ein bißchen jagt, werdet ihr zweifeln, ob diese Lehre richtig ist oder nicht. Aber welche Lehre ist richtig? Ihr werdet euch fragen, ob diese Nahrung real ist oder nicht. Wenn ihr aus dieser Nahrung esst oder nicht esst, werdet ihr wieder sterben – mit diesem Unterschied, dass wer mehr gegessen hat, wird mehr Erfahrung und Kenntnisse haben. Es ist wichtig, dass ihr kein Übel anderen denkt – das will ich von euch. Eure schlechten Gedanken kränken mich sehr. Zwingt mich, nicht zu erbrechen, weil ich werde alle bespritzen. Wenn ich über die Lehre von Christus spreche und wenn ich sage, dass sie euch retten wird, berücksichtige ich alle eure Schwierigkeiten, und will nicht, dass ihr Heilige werdet. Ich gebe einer von euch die einfachste Aufgabe – eins und zwei zu addieren, einer anderen – drei und sechs. Indem ihr eins und zwei addiert, werdet ihr drei bekommen. Die Zahl drei zeigt, dass ihr als eine Eins sterben werdet, und eure Kinder werden bleiben, auf eure Kosten zu leben. Die Mutter stirbt, und die Kinder verjüngen sich, d.h. die Säfte der Zahl 3 werden in eure Kinder eintreten. Ihr sagt: „Dann werden wir sterben.“ Ja, aber wenn ihr zum zweiten Mal kommt, werden die Kinder sterben, und ihr werdet leben. Der Tod bedeutet eine Aufopferung. Ihr alle sollt euch so behandeln, wie die Mütter ihre Kinder. Christus Lehre ist eine Methode, dass ihr euch nicht beschmutzt. Ich werde euch etwas Anderes empfehlen: wenn eine Schwester einen Schmerz, eine Unruhe empfindet, fünf-sechs bis zwölf Schwester sollen zu ihr gehen und zur Verbesserung der Arbeit beten. Wenn jemand krank ist, werdet ihr zu ihm gehen und beten, obwohl er mit einigen von euch in Streit ist. Ihr werdet sagen:“Gott, wir haben beschlossen, so zu arbeiten, wie Du willst, deshalb haben wir uns versammelt, damit du uns lehrst, wie wir leben sollen!“ Ich möchte, dass ihr so Ostern feiert. Habt weite Herzen, seid nicht engstirnig – die Grenzen der Göttlichen Liebe sind endlos. Wenn ihr für jemanden sagt, dass er böse ist, versteht, dass er die Tür ist, durch die das Übel gehen wird, und alle Schumtze gehen werden. Wenn ihr seht, dass euer Mann unwohl ist, sollt ihr wissen, dass er den Müll hinauswirft. Am anderen Tag, wenn ihr den Müll hinauswerft, soll ihr Mann dem Gott danken. Heute seid ihr zufrieden, wenn ihr den Müll nicht hinauswerft und eure Hände sauber seid, aber eure Häuser sind unsauber. Ich spreche euch heute, damit jede Bosheit stirbt, jedes Übel, jeder Zweifel. Benutzt diese praktischen Regeln und erzählt die Ergebnisse nicht, sondern nur stärkt euch, bis ihr die Früchte seht. Und die gegenwärtigen Christen geben nur Reklamen... Jetzt werdet ihr den 9-ten und 10-ten Vers aus diesem Kapitel und die Wörter Vater und Sohn überlegen. 17 April 1919, Großer Donnerstag, Sofia
  26. Der Einfluss der Harmonie im Leben Man braucht Anweisungen über all das, was ich euch gesagt habe. Ihr sollt verstehen, dass die Gesetze in der Natur wegen eurer Auffassungen nicht geändert werden. Alle sollen das berücksichtigen, dass die Natur keine speziellen Gesetze für euch schaffen wird, um euch zu entschuldigen. Wenn wir über Harmonie sprechen, meinen wir eine Anwesenheit des Bewußtseins im Leben des Menschen, wir meinen das Leben, in dem die Seele das menschliche Ich entwickelt hat, sie hat das Bewußtsein des Menschen entwickelt, dass er etwas Einzelnes in der Welt ist, dass er sich geäußert hat. Der Mensch erkennt, dass er ein selbständiges Lebewesen ist. Nun stellt euch vor, dass ihr eine Note in der Musik habt: sie kann eine Halbnote, Viertelnote, ein Achtel oder Sechzehnstel sein. Diese Note ist nur ein Symbol, ein Kennzeichen und hat keinen Sinn für sich selbst. Aber wenn man diese Note in die fünf Notenlinien stellt, und wenn am Anfang der Notenschlüssel steht, mit dem man bestimmt, was für einen Charakter diese haben wird, sie hat einen Sinn. Und dann jede von den Noten, angeordnet an den fünf Notenlinien, kann keine eigene Meinung haben und sagen: „Ich meine so.“ Sie wird so denken, wie der Schlüssel gesagt hat, und der Ton einer Note in diesem Schlüssel kann nicht geändert werden. Wenn ihr ins Göttlichen Leben eintretet, gibt es einen Schlüssel, und nach diesem Schlüssel der Göttlichen Harmonie seid ihr an diesen fünf Notenlinien gestellt. Ihr steigt diese ein und sagt: „Wisst ihr, dass ich eine eigene Meinung habe.“ “Ich” bedeutet, dass ihr die Vibrationen bekommt, die diesem Gesetz entsprechen. Wenn ihr euch dem Gesetz der Harmonie, dem Göttlichen nicht unterordnen wollt, sollt ihr aus den fünf Notenlinien aussteigen, d.h. aus diesem Schlüssel.Außer ihm könnt ihr allerlei Verwirrungen schaffen, aber in ihm werdet ihr das machen, was der Geist euch sagt, d.h. der Kapelmeister. Er wird euch woandershin stellen, er wird euch bald oben, bald unten stellen, und wenn ihr auf ihn hört, werdet ihr durch alle Lagen dieses harmonischen Gesetzes gehen. Ich nenne das ein bewußtes Leben auf musikalische Sprache, was bedeutet, dass wir, in dieser Kurve geleitet gehen, wir steigen aus und ein, aber alles bewegt sich harmonisch. Ihr sollt so denken – das ist eine Philosophie, und wer sie nicht begreift, man fasst ihn am Ohr. Wenn, zum Beispiel eine Note an den fünf Notenlinien als eine Viertelnote gestellt ist, und sie möchte eine Hälfte werden, wird der Kapellmeister sie fangen und sagen: „Du wirst keine Halbnote, sondern eine Viertelnote sein!“ „Aber ich möchte größer sein, mehr Zeit haben!“ Nein, genau so viel, wie dir bestimmt ist, wirst du sein, weder größer, noch kleiner – wie es dir bestimmt ist! Auch jetzt möchten einige von euch größer sein. Das sind falsche religiöse Auffassungen. Das Leben besteht in der Erfüllung dessen, was Gott nach Gesetz und Ordnung geschaffen hat. Diese Harmonie ist notwendig sowohl in eurem individuellen Leben, als auch in eurem Familien- und öffentlichen Leben. Sie ist notwendig auch für euren Verstand und Herzen.Eure Verstand und Herz können sich ohne Harmonie nicht entwickeln. Nun brauche ich euch nichts zu sprechen, ihr habt gesehen, was für ein Zusammenbruch in euren Herzen entsteht, wenn ihr diese Harmonie verletzt – jede Disharmonie wird mit Tränen 1dargestellt. Wenn Harmonie existiert, gibt es Freude im Herzen, wenn Harmonie existiert, gibt es Freude im Kopf. Der erste Schlüssel der Harmonie im Leben ist die Liebe im ersten Grad. Wie nennt ihr den ersten Schlüssel in der Musik? Das ist der Schlüssel G. Und wirklich, die Menschen brauchen Salz. Das ist eine Übereinstimmung – der Schlüssel G und Salz zum Essen1. Bemerkt, wenn man die Noten C, E, G und B betrachtet, ist G die dritte von diesen vier Grundnoten. Im Moment sind wir an diesem Schlüssel gestellt – wir wollen alle in diesem Schlüssel G stellen,und der Takt wird drei Viertel sein.In der Musik nennt man einen Musiker nicht nur diesen, der die Zeichen versteht und zum Beispiel weiß, was der Schlüssel G ist. Ein Musiker ist dieser, der die Noten weiß, jede von ihnen spielen kann und die Beziehungen der Töne von G bis G vesteht. Ich will, dass ihr so den Schlüssel G begreift – ihr sollt diese Noten richtig, sehr harmonisch verstehen. Ihr sollt im Kopf die Idee haben, dass nur eine Meinung existiert, wenn es um Schlüssel G geht, und ihr könnt keine besondere Meinung haben. In der Liebe gibt es keine besondere Meinung, es gibt keine speziellen Meinungen, weil das ein Unverständnis des großen Gesetzes ist. Wenn alle große Meister der Musik, die sie richtig vestehen, zum Schlüssel kommen, gut arbeiten, sie verstehen ihre Arbeit und korrigieren nur manchmal eine Note, ob diese am Platz so gestellt ist, wie das Gesetz der Musik verlangt. Das nenne ich eine Lehre, das nenne ich einen Fortschritt, eine Entwicklung des Bewußtseins usw. Nun, werdet ihr nach den Fehlern über alle Unpäßlichkeiten, über jede Disharmonie suchen, die unter euch entsteht. Ihr werdet vom Schlüssel G beginnen. Ich möchte sehen, ob ihr, die Frauen, imstande seid, euer Leben nach dem Schlüssel G zu verbessern. Ich spreche nun nicht über ein Korrigieren eures Lebens, aber die Reihe eurer Gedanken, eurer Gefühle und Willensakte sind nicht nach diesem Schlüssel.Man braucht ein Transformieren des Gedankens – alles soll nach diesem Schlüssel der Liebe geordnet werden. Oder ihr werdet sagen: „Wieviel kennen wir diese Liebe!“ Ihr seid mit dem Schlüssel G noch nicht gestimmt. Wisst ihr, was für schöne Harmonie dieser besitzt, der einmal mit dem Schlüssel G geordnet ist, das ist das Erhabenste, das Edelste im Menschen.Wenn er sich an diesem Schlüssel G aufstellt, fängt ein Aufschwung des Gedankens, der Gefühle, des Bewußtseins in ihm an. Er leidet nicht mehr an Neurasthenie, er leidet an keinerlei Krankheiten – das ist der Schlüssel G. Wenn einige von euch all diese Eigenschaften in sich selbst besitzen, sage ich: ihr seid für den Schlüssel G gestimmt. Wenn ihr nicht seid, gebt euch der Illusion für einen anderen Schlüssel nicht hin. Nun, die Frauen brauchen überhaupt eine Harmonie – harmonische Gedanken, Gefühle und Taten. Das ist das Erhabenste im Leben, was der Mensch erlernen kann. Das einzige Ding, das der Mensch schafft, das ist die Harmonie – ihr könnt dieses Gesetz prüfen. Wenn ihr eine Harmonie im Kopf, in eurem Herzen, Willen habt, habt ihr Erfolg in der Arbeit, die Zwiebel ist für eine halbe Stunde gebraten, ihr schafft alles und sagt: „Heute läuft die Arbeit sehr gut bei mir!“ Das ist nur eine kleine Harmonie, und was kann sie machen! Sie kürzt die ganze Arbeit – sie kann manchmal die Arbeit kürzen, manchmal die Zeit.Wenn wir manchmal eine Erscheinung durch unseren objektiven Verstand verlieren, brauchen wir Jahre, bis wir diese wieder erlernen, und die menschliche Intuition braucht nur eine Minute, um das zu lernen, was man sonst ganze zwei Jahre lernen soll. Nun, verwischt dieses große Gesetz der Liebe alles. Wenn ihr einige Zeit braucht, um einen von euren Fehlern zu verbessern, verwischt die Liebe alles sofort, für fünf Minuten, wenn sie mit ihrem Pinsel kommt. Und nun singt! Das ist die schnelle Methode zum Heilen. Als eine schnelle Methode zum Heilen meine ich die Einführung der Harmonie im Leben. Weil die Sprache der Schrift sehr allegorisch ist, hat ein Prophet dort gesagt: „Ich habe euch mit dem Gesetz der Liebe angezogen“, d.h. mit dem Schlüssel G. Wenn die Leute beginnen, sich zu verständigen, kann man alles mit Harmonie erledigen. Nun sagt ihr zum Beispiel, dass die orthodoxen, die Evangelisten keine solchen Kenntnisse haben, wie ihr habt. Es ist nicht nur die Frage, dass ihr dadurch verschieden seid, sondern ihr sollt wissen, wie mit dem Schlüssel G zu singen, ihr sollt einen wesentlichen Unterschied haben – eine Harmonie unter euch haben. Wenn die Harmonie überwiegt, wenn ihr mit dem Schlüssel G operieren könnt, werdet ihr einen wesentlichen Unterschied haben, ihr werdet sagen können, dass ihr das Leben versteht und sich von den anderen unterscheidet. Nun sind einige von euch wie jene Sänger, die man in der Musikschule oder in einem Chor einlädt, sie singen ein, zwei Tage, dann verlassen sie den Chor und sagen: „Wir haben keine Stimme.“ Warum habt ihr keine Stimme? Weil ihr keine Harmonie habt. Zuerst muss die Harmonie geschaffen werden, und dann wird die Stimme kommen.Wenn die Harmonie entsteht, werden die Gefühle entstehen; wenn die Harmonie kommt, werden die wahren Bewegungen kommen. All das hängt von dieser Göttlichen Harmonie ab. Wenn sie geschaffen wird, wird alles erledigt werden, wie ein Winken mit einer magischen Rute. Wenn es keine Harmonie gibt, könnt ihr jahrelang arbeiten, aber nichts machen. Nun denkt ihr in eurem Leben nur über euch, d.h. ihr sagt: „Ich denke darüber, ich überlege das.“ Aber soweit ich die Leute verstehe, welche meinen, dass sie sehr geistig sind, diese denken nur an sich selbst. Die gegenwärtigen Menschen denken an die anderen nur, wenn sie ein großes Gepäck haben, es auf dem Rücken nicht tragen können und sagen: „Machen wir dir einen Gefallen, geben wir dir aus unserem Gepäck.“ Diese, die sagen, dass sie bereit sind, sich zu opfern, denken nur so, aber zeigt mir Menschen, die sich wirklich bereit sind, sich zu opfern. Das ist eine große Seltenheit. Man soll freiwillig, auf diese Göttliche Weise an Gott denken. Manchmal wir, sogar die entwickeltsten von uns,stürzen auf jemanden,der uns kränkt,dann begreifen wir das und sagen: „Ich habe nicht gut gemacht.“ Das ist nicht einmal, sondern zwei, dreimal am Tag, und dann fragt ihr, warum Gott nicht kommt.Und wie wird er kommen?! Die Liebe ist ein Gesetz der Harmonie – wenn ihr Harmonie habt, Er wird kommen; wenn ihr keine Harmonie habt, wird Er nicht kommen. Nun, ich will, dass eine Kraft in eurem Bewußtsein entsteht, dass ihr die Harmonie bewahrt, ohne zu denken, was für eine die Welt ist. Ich möchte, dass du etwas machst, mit dem du deinen Gott überzeugst, weil wenn du Ihn kränkst, störst du deine ganze Arbeit. Sag dir: „Ich warte darauf, das Rad zu drehen!“ Es dreht sich nur, wenn du am Schlüssel G bist. Nun entschuldigen sich die jungen, dass sie unerfahren sind, und die alten, dass sie nervös sind. Gott entschuldigt niemanden – weder die jungen, noch die alten. Wer zur Schule geht, muss lernen. Wenn du alt bist und das Bewußtsein hast, dass du alt bist, das ist eine Disharmonie; wenn du meinst, dass du jung bist, das ist auch eine Disharmonie.Wenn du denkst, dass du alt bist, das bedeutet, dass du eines Tages jünger wirst; wenn du denkst, dass du jung bist, das bedeutet, dass du eines Tages alt wirst. Und das bedeutet, einen Ball zuzuwerfen und zu spielen: Jugend – Alter, jung – alt ... Und was bedeutet jung und alt in der Musik? Der Anfang der Musik ist die Jugend, und das Ende – das Alter. Der junge ist am Anfang. Wie verstehen wir die Musik? Wenn der Musiker alt wird, gibt es kein Klatschen, aber wenn die Musik kommt, sind alle entzückt, und das Publikum applaudiert: „Zur Wiederholung!“, dann beginnt der Musiker von Anfang an zu spielen. Also, man kann mehr Mal alt und jung werden. Das ist die Auffassung in Hinsicht auf die Musik: es gibt kein Alter, wie ihr denkt.Und in diesem Sinne versteht man unter jung in der Musik einen Menschen, der die Blütezeit seines Alters erreicht hat, und wenn er seine Gefühle und Fähigkeiten bis zum höchsten Grad entwickelt, das ist ein Alter – dann ist er am stärksten, am kräftigsten. Außer der Musik verstehen wir das Stärkste, das Kräftigste als Älteste, Unfähigste und sagen: „Alter Mensch.“ Also, wenn ihr in die Harmonie eintretet, werdet ihr eure Auffassungen ändern. Indem ich sage jung, meine ich, dass ihr jetzt beginnt. Und die alten werdet im höchsten Grad der Harmonie sein, den ihre Seele erreichen kann. Nun, ich sage nicht, dass ihr keine Anstrengungen macht – ihr macht viele Anstrengungen, ihr strebt danach, und alle diese Dinge sind gut, aber das Streben, eure Wünsche sollen vernünftig im großen Streben der Liebe gelenkt werden. Ihr könnt ein Streben haben, aber wenn ihr jene Zeit nicht wählt, die die Harmonie verlangt, wenn ihr die Gesetze nicht berücksichtigt, die gültig sind, werden alle eure Anstrengungen fruchtlos. Nun werdet ihr fragen: „Warum wachse ich zur Zeit nicht, warum habe ich keine solche Auffassung, warum sind meine Gedanken verwirrt?“ Harmonie, Harmonie braucht man! Ihr sollt die Harmonie auf jederlei Art erreichen, mit irgendwelchen Opfern! Wenn ihr die Harmonie wiederherstellt, unabhängig davon, mit welchen Opfern, ist nichts verloren. Ihr braucht, sie in euren Seelen wiederherzustellen. Dann, wenn ihr das Leben nicht begreift, denkt ihr, dass die Gesellschaft euch viel geben wird. Die Gesellschaft kann euch nur verderben. Ihr seid Freunde in Gruppen, und wenn ihr das Gesetz und die Gesellschaft nicht versteht, wird das Leben euch verderben. Ihr stimmt einen, und sie verstimmen euch.Ihr sagt: „Stimmen wir uns ein!“ Du stimmst ihn, er verstimmt dich und den ganzen Tag verläuft so: „Tin-tin-tin“. Morgen beginnt ihr wieder, ihr spannt die Saite, und manchmal spannt ihr sie mehr, und sie zerreißt. Und diese vier Saiten, die ihr spielen sollt, sind eure vier Temperamente, die gestimmt werden müssen. Das erste ist das sanguinische Temperament, das sogenannte lebendige, gasförmige Temperament. Menschen mit diesem Temperament haben kugelförmige Gesichter, blonde Haare, blaue Augen, sie sind wie Schmetterlinge – sie springen von Blüte zu Blüte, versprechen allen, aber sie können nur ein Hundertstel von dem erfüllen, was sie versprochen haben; sie sind sehr großzügig, geben alles. Die andere Saite ist das sogenannte cholerische Temperament. Solche Menschen haben gut entwickelte Leber, Muskeln, Nervensystem. Sie sind energisch – wohin sie gehen, machen Feuer überall. Sie sind Menschen mit schwarzen Haaren, längliche Gesichter,dichte Augenbrauen, breite Nasen, muskolöse Arme, und wenn man sich ihnen nicht unterordnet, argumentieren sie sich immer mit Faust. Die dritte Saite ist das phlegmatische Temperament. Sie sind Leute des Bauches, ihr Gesicht ist kugelförmig und ähnelt einem Mond, nur die Augen werden gesehen. Ihre Arme sind kurz, wenn sie gehen, halten sie sich kaum auf den Beinen. Diese Menschen haben ein englisches Temperament – sie setzen sich schwer, aber wenn sie sich setzen, stehen schwierig auf. Sie beunruhigen sich nie. Das vierte Temperament ist das melancholische Temperament oder das Nerventemperament. In ihm überwiegt das Gehirnnervensystem. Menschen, mit solchem Temperament haben einen zarten Körperbau, zu feine Augenbrauen, manchmal braune Augen; sie sind Menschen des Gedankens, sie haben schnelle Wahrnehmungen, sie sind sensibel, schnell, nervös, sie denken gut; sie sind diese, die den Gedanken, die Philosophie tragen. Das sind die vier Temperamente, die sich anpassen sollen, damit es eine Harmonie und Beziehung unter ihnen gibt. Wenn diese Temperamente, diese Saiten angepasst werden, dann beginnen die Noten nach ihnen geordnet zu werden, aber wenn der Geiger den Bogen nimmt, beginnen alle zu springen, und wenn sie nicht angeordnet sind, wie es sein muss, entsteht eine Disharmonie.Die Fälle, in denen ihr nicht angepasst seid, zeigen, dass zwei scharfe Steine gesammelt sind, zum Beispiel zwei Sanguiniker oder Phlegmatiker. Ein Kreuzen ist notwendig, damit man sich verständigt. Zum Beispiel, wenn ich euch, immer so trocken, an einer Stelle anordne, es wird ein Geschiebe unter euch entstehen, ihr könnt euch nicht dulden.Zum Beispiel sagt ihr manchmal: „Ich war an einer Stelle, aber ich fühle mich dort sehr schlecht.“ Natürlich, wenn drei Menschen mit gleichem Temperament an einer Stelle gesammelt sind, werden sie sich schlecht fühlen. Ein Kreuzen bei den Temperamenten ist nötig, damit sie harmonisch sind. Zum Beispiel hilft das sanguinische Temperament zur Entwicklung des Atmungssystems – die Brüste erweitern sich, der Blutkreislauf wird richtig, das Atmen ist gut, und ein solcher Mensch leidet an einer Blutarmut nicht. Wenn du deine Muskeln und Sehnen verbessern willst, wirst du das cholerische Temperament rufen. Wenn du deine Verdauung entwickeln möchtest, wirst du das phlegmatische Temperament rufen, und wenn du dein Gehirn entwickeln möchtest, wirst du das Nerventemperament rufen. Auf diesen vier Saiten müssen eure Gefühle, Gedanken und Handlungen gestellt werden, damit die Musik des Lebens beginnt. Also, aus Standpunkt der Harmonie, wenn ihr sehr aktiv seid, werdet ihr das phlegmatische Temperament rufen, damit es mehr Lebenskraft dem Magen gibt, ein Gleichgewicht soll entstehen.Wenn ihr mehr Feuer habt, werdet ihr das sanguinische Temperament rufen, damit es ein bißchen bläst, um das Feuer zu löschen. Wisst ihr, was für ein das Gesetz ist? Wenn im Zimmer zu warm ist, ihr öffnet sofort die Fenster, die Luft kommt hinein und lüftet. Also, das sanguinische Temperament ist Luft, die lüftet, woher sie geht. Wenn es kalt wird, ruft das cholerische Temperament – er wird das Zimmer wärmen. Dieses Gesetz der Harmonie erfordert lange Zeit, bis ihr es erlernt. Man spricht leicht, man wendet es schwierig an. Zuerst sollt ihr denken, dass die Harmonie für eure Entwicklung nötig ist. Alle Hindernisse in eurem Leben sind auf das Fehlen dieser Göttlichen Harmonie zurückzuführen. Und die Harmonie, ihr sollt wissen, ist immer ein Ergebnis des Vernüftigen im Menschen, des Göttlichen Geistes, der arbeitet, eures Geistes, der euch in allen Taten leitet.Immer gibt es ein Geschöpf in euch, das euch sagt: „Warte, denke bevor du eine Arbeit beginnst!“ Ihr kämpft, und wenn es um eure Arbeiten gut geht, sagt er: „Ihr könnt vorwärts gehen!“ Manchmal seid ihr wie ungehorsame Kinder: obwohl die Mutter euch sagt, dass ihr nicht hinausgeht, ihr öffnet die Tür und geht draußen. Ihr kommt abends beschmutzt, zerrissen, die Mütter verprügeln euch, und dann sagt ihr: „Wenn ich morgen aufstehe, wird die Arbeit erfolgreich sein.“ So ist euer Leben bis jetzt. Es gibt keinen, der bisher nicht geschlagen ist – ihr alle seid geschlagen. Das Gesetz der Harmonie erfordert, dass ihr keine Aufmerksamkeit auf diese lenkt, die falsch singen, sondern darauf achtet, wie die besten Sänger singen – von ihnen werdet ihr lernen, die richtigen Töne zu spielen. Also, im okkulten Sinne, wenn wir sagen, dass wir uns nicht mit den Fehlern der Menschen beschäftigen müssen, das bedeutet, dass wir uns mit diesen nicht beschäftigen, die falsch singen. Wir sollen auf sie nicht hören, sondern wir werden auf diese hören, die richtig singen, und ihr werdet die Harmonie lernen. Ihr alle könnt Musikers sein, und niemand hat Recht zu sagen, dass er das nicht machen kann. Ihr sollt das machen! Die Harmonie schließt das Wort „Ich kann nicht“ aus. Wer möchte leben, wer möchte sich entwickeln, er soll sagen: „Ich kann“, und wer das nicht möchte, er soll auf dem Friedhof gehen. Wer nicht kann, schickt man ihn außer der Schule, und dann beginnt das Rückleben. Die Harmonie existiert nur dann, wenn ihr sagt: „Wir können“. Nun, es geht nicht um Eilen, man soll sich nicht beeilen, sondern ihr werdet von Anfang bis Ende gehen. Jemand sagt: „Wenn ich das Ende erreiche, werde ich sehen, was es dort gibt!“ Ich sage: der Anfang ist wie das Ende – am Ende steht das, was am Anfang steht.Ihr irrt euch, indem ihr sagt: „Warte, bis ich am Himmel gehe, um zu sehen, was es dort gibt.“ Der Himmel, das ist das Ende dieser Musik. Wenn ihr Virtuosen seid, werdet ihr am Himmel bis zum Ende der Musik kommen, und dort wird es einen Beifall geben. Wenn ihr keine Virtuosen seid, geht ihr zum Himmel und sagt: „Unten, unten auf der Erde!“ Das bedeutet ein Himmelsleben – von der Erde bis zum Himmel ist diese Musik dieselbe, und wenn ihr euch umdreht, wird es oben einen Beifall geben, und dann wird man euch einladen, nach unten zu gehen. Jemand sagt: „Ich kann schlecht beginnen, aber gut beenden.“ Wenn ihr gut beginnt, endet ihr gut, wenn ihr schlecht beginnt, endet ihr schlecht – das ist das Gesetz der Kräfte. Also, die Musik ist die einzige Bedingung auf der Erde, die dem Menschen hilft, dass er sich entwickelt. Deshalb wendet die Musik an. Ihr fühlt euch unwohl – beginnt zu singen! Singt und habt keine Angst, singt irgendwelches Lied, um in euch eine Harmonie zu schaffen. So werdet ihr euren Gedanken helfen, euren Gefühlen und Taten.Wenn ihr selbst nicht singen könnt, geht in Garten, setzt euch unter einen Baum, und wenn es Wind gibt, werdet ihr im Schwingen der Blätter solche Musik finden, dass ihr langsam beginnt euch zu beruhigen und in diesem Rauschen versinkt, das ich Musik nenne. Diese Vibrationen, die vom Rauschen der Blätter entstehen, wirken auf euren Verstand. Ihr werdet die Musik als einen Faktor in eurem Leben haben, damit diese Mißverständnisse beseitigt werden, die nun unter euch existieren. Oft sagt ihr: „Irgendwer singt nicht gut, er singt falsch.“ Ja, aber du singst auch nicht gut. Ein anderer soll kommen und sagen: „Warte, ich werde die Töne richtig singen, und wir alle werden uns mit einer Bemühung anpassen.“ Die Philosophie besteht nicht darin, dass irgendwer falsch singt – die Philosophie besteht darin, dass wir alle an der richtigen Stelle sind. Wenn es einen Kammerton gibt, werden wir alle beginnen, richtig zu singen. Natürlich beabsichtige ich nicht, die Schlüssel aller zu korrigieren, aber ich spreche euch allgemein über die Fehler. Wenn ihr nach Hause geht, werdet ihr sehen, wo der Schlüssel G ist und eure Fehler korrigieren. Manchmal korrigiert der Lehrer die Fehler an schwarzen Tafel und die Schüler korrigieren dann ihre Fehler. So ist besser, auch ihr sollt euch korrigieren. Ihr sagt oft: „Ich bin nicht begeistert, ich fühle mich unwohl.“ Aber ihr sollt wissen, dass die Göttliche Liebe eine Harmonie ist, sie erträgt keine Disharmonie. Nun spreche ich euch über die Harmonie wie eine Verbindung, weil sie euch dazu helfen wird, dass ihr beginnt, euch bewußt zu organisieren. Wisst ihr, was das Organisieren ist? Alle Zellen organisieren sich bewußt in diesem Göttlichen Organismus, und alle arbeiten richtig. In diesem Leben sind wir Göttliche Zellen, und jeder von uns soll seine Mission, seinе gegenwärtige Bestimmung gut verstehen und erfüllen und weder mehr noch weniger als die für ihn bestimmte Arbeit verlangen. Niemand soll sich vom Göttlichen Plan entfernen. Die anderen Menschen können über euch sprechen, aber strebt danach, das zu realisieren, was ihr tief in eurer Seele empfindet, und ihr werdet nicht weit von der Wahrheit entfernt sein. Geht nach eurem Plan, nichts wird euch hindern! Ihr habt gesehen, wie die Soldaten gehen, nicht wahr? Alle gehen im Takt. So auch ihr, wenn ihr allein seid, könnt ihr gehen, wie ihr wollt – langsamer oder schneller, aber wenn ihr mit Gesellschaft geht, die ihren eigenen Gang hat, werdet ihr nach ihren Regeln gehen. Wenn ihr sie nicht berücksichtigt, werdet zurückbleiben. Und wenn ihr in die Göttliche Harmonie eintretet, sollt den Takt eures Gangs ändern – ihr werdet harmonisch, richtig gehen. Und wisst ihr, was die Übersetzung bedeutet, dass ihr eure Beine anpasst, um richtig zu gehen? Das bedeutet, dass eure Tugenden sich richtig entwickeln sollen.Die Beine der menschlichen Seele – das ist die Tugend, die Arme der menschlichen Seele – das ist eure Gerechtigkeit, die Ohren der menschlichen Seele – das sind die klugen Gedanken der Weisheit, und der Mund der menschlichen Seele – das ist die Liebe, durch die er sprechen kann. Dieser Mund ist die äußere Seite der Liebe, durch die die Göttliche Liebe herauskommen wird. Diese Liebe wird als Dienst der anderen Liebe kommen, die von außen durch sie kommen wird. Deshalb sollt ihr die Ohren eurer Seele formieren, um klug zu sein; ihr sollt den Mund eurer Seele formieren, um in der Liebe zu sein; um gut, tugendhaft zu sein, sollt ihr die Beine eurer Seele formieren, und um gerecht zu sein, sollt ihr die Hände eurer Seele formieren. Wenn ihr zu jener Welt geht, werdet sehen, dass einige zum Beispiel keine Ohren haben.Alle Tugenden, die wir in dieser Welt nun haben, dienen uns, damit wir einige Organe bilden. Warum muss der Mensch tugendhaft sein? Damit seine Seele Beine hat. Warum muss der Mensch gerecht sein? Damit seine Seele Hände hat. Warum muss er klug sein? Damit seine Seele Ohren hat. All das in der Welt, was die Göttliche Harmonie macht, hat eine direkte Beziehung zu unserer Seele. Also, alle Anstrengungen, die wir machen, sind ein Wohl für uns, für eure Nächsten und für die Göttlichen Prinzipien. Das bedeutet, dass Gott in euren Taten auftritt. Zum Beispiel alle, die hier gesammelt sind, haben eine Arbeit zu erledigen. Wie würdet ihr diese Arbeit beginnen? Zum Beispiel habt ihr rund hundert Waisen, und ihr sollt euch helfen – was werdet ihr machen, wie werdet ihr diese eure Arbeit organisieren? Ihr werdet beginnen, eine Kommission von fünf, sechs, sieben Frauen zu wählen und werdet diese bevollmächtigen, die Arbeit zu erledigen. Unter ihnen wird ein Streit ausbrechen, welche die Vorsitzende zu sein, welche Sekretärin, welche Kassiererin, und der ganzen Tag wird in diesen Streiten vergehen. Danach soll man Geld sammeln, und ihr werdet warten. Dann wird wieder ein Streit entstehen, wer dieses Geld trägt. Wieder die gewählten sieben Menschen aus der Kommission.Und ihr, die anderen, was werdet ihr machen? Wie werdet ihr diese Arbeit am praktischstens erledigen? Alle werden die Kinder untereinander aufteilen. Dann wird ein Streit entstehen, welches Kind wem zu gehören, wo sind die intelligentesten Kinder. Auf Glück – wer, wo verteilt ist! Wenn der Mensch seine Lehre zieht, hat er immer Glück; wer alle Lehren nicht weiß, dann kommt etwas, was nicht zufällig ist. Ihr werdet die Frage nach dem Gesetz der Harmonie lösen. Nehmen wir an, dass ihr alle geheiratet seid und Kinder habt. Jede Mutter löst diese Aufgabe, und stellt euch vor, dass sie einige Waisenkinder hat, um diese aufzuziehen. Zu Hause gibt es eine ausgewählte Kommission zu diesem Ziel – es gibt ein Vorsitzender, eine Vorsitzende, und das Aufziehen dieser Kinder beginnt.In der Unsichtbaren Welt ist so. Dann die anderen, die nicht geheiratet sind, sagen: „Künftig werden wir Kinder haben.“ Diese, die ledig sind, können eine andere Arbeit finden. Alle in der Welt sollen arbeiten! Niemand soll frei stehen. Nun, nämlich bei gegenwärtigen, und nicht bei künftigen Bedingungen, sollen wir dieses bewußtes Leben benutzen, das Gesetz der Harmonie. Die klugen Menschen nutzen die gegenwärtigen Bedingungen, und die faulen – die künftigen Bedingungen. Die klugen Menschen lernen von ihrer Vergangenheit, und die dummen – von ihrer Zukunft. Jetzt möchte ich, dass jede Disharmonie, die unter euch existiert, nach Möglichkeit verschwindet. Ich möchte, dass ihr jede Disharmonie, die ihr geschaffen habt, nur für einen Tag beilegt. Ich gebe euch einen Tag zu Verfügung, nicht länger. Den Frauen gebe ich nur einen Tag Frist zum Beilegen aller Mißverständniße und Disharmonien. Also, ihr sollt in einem Tag im Notenschlüssel G sein und jede Disharmonie beilegen.Jeder soll das in sich selbst beilegen – gesagt – getan! Stellt euch einen solchen Fall vor: nehmen wir an, dass ihr in einem Haus in Disharmonie mit vier euren Schwestern und drei Brüdern gelebt habt – sie haben euch geschlagen, und ihr habt sie geschlagen. Ihr sagt eines Tages: „Ich werde zu einem anderen Haus gehen!“ Wenn ihr im Notenschlüssel G nicht seid und zu einer anderen Stelle geht, meint ihr, dass es euch dort nicht wärmer wird? Weil jener Sänger, der auf der Bühne nicht gut singt,wird von dort entlassen, und alle möchten, dass der gute Sänger singt, ein, auch zweimal. Das gute Leben – das ist die Göttliche Harmonie, was bedeutet, dass wir die Harmonie im wahren Leben anwenden. Deshalb ist diese Harmonie nötig, und nur durch sie könnt ihr die verlorene Harmonie einholen. Und die Harmonie ist diese, die das Neue Leben bringt. Nun entsteht in euren Köpfen die Frage, wie diese Disharmonie verbessert werden kann. Man kann – ihr werdet euren Verstand auf Gott richten, ihr werdet wissen, dass Er die Große Harmonie ist, und werdet nur an Ihn denken. Ihr werdet nicht an Gott als einen weißbärtigen Alten denken, sondern als eine Große Harmonie, in der alles, was lebt, Aufmerksamkeit auf Ihn lenkt. Deshalb streben wir alle nach Ihn, und jeder möchte Ihn begreifen.Denk an die Große Harmonie im Leben, und es wird dir sofort leicht zumute! Bemühe dich nicht zu begreifen, was für einer Gott ist, welche Form Er hat, sondern denk an Ihn als eine Große Harmonie, und es wird dir gleich leicht zumute. Weil wenn du das Gesicht, die Haare und den Bart des Sängers betrachtest, wirst du dich sofort von der Harmonie entfernen, aber wenn dein Gehör konzentriert ist, wirst du verstehen, was sie ist.Wenn wir zum Gesicht kommen, es ist eine besondere Harmonie für die Augen. Wenn ihr Hellsehern seid, werdet ihr sehen, dass das Gesicht nicht ruhig an einem Platz bleibt, sonern es ist beweglich, in ihm gibt es sehr schnelle Bewegungen. Aber weil diese Bewegungen so fern von uns sind, es scheint uns, dass es ruhig ist. In der Unsichtbaren Welt ist alles in Bewegung. Zuerst werdet ihr eure Herz, Verstand und Seele an Gott der Harmonie wenden, d.h. an Gott des Schlüssels G, auf den alles Lebendiges sein Ohr gerichtet hat. Ihr werdet euch an die Gesetze der Harmonie wenden. Ihr werdet ein von ihnen hören, und wenn ihr es begreift, werdet ihr mit diesem großen Chor singen. Ich gebe euch einen Tag dazu! Um euch auf den Schlüssel G einzustimmen, gibt es nur einen Tag! Ich zeige euch einen euren Fehler: wenn ihr draußen geht, sagt, ohne das zu probieren, was ich euch spreche: „Das hat der Meister gesagt.“ Sagt neimandem nichts, bis ihr es nicht prüft. Erzählt jede Sache nicht, die ich euch gesagt habe, bis ihr das nicht prüft. Wenn ihr das probiert, erzählt es – so hat es eine Doppelkraft. Erzählt das, was ich gesagt habe und was ihr gesagt und geprüft habt. Macht einen Versuch, und wenn er richtig ist, sagt einem anderen über ihn, damit er ihn prüft. Wenn er einen Versuch macht, und dieser erfplgreich ist, wird das Ergebnis dreifach stärker. Wenn dieser Dritte seinem Freund erzählt, und der Letzte einen erfolgreichen Versuch macht, wird die Kraft vierfach größer.Der Vierte sagt dem Fünften,der letzte – dem Sechsten usw. Wenn ihr auf diese Weise handelt, entsteht eine allmähliche Verstärkung wie eine große Welle. Und was macht ihr jetzt? Eine von euch hat etwas von einer anderen gehört, aber weder eine noch andere haben das geprüft, und sie fragen sich: „Wie war das, kehren wir zurück.“ Die beiden haben das vergessen. Sie beginnen wieder anzuscheren. Ihr habt keine Zeit zum Anscheren – unsere Leinwand ist angeschert, die fünf Notenlinien sind angeschert, man braucht, nur zu weben. Das Weben bedeutet eine Harmonie – dass man einen Stoff von einer Stelle bis zur anderen webt. Zu singen, zu weben, zu leben – das sind Synonyme. Ihr sagt: „Was soll ich machen?“ – Sing! – „Ist das Leben ein Lied?“ Wenn du das nicht machen kannst, webe; wenn du nicht weben kannst, iß – das bedeutet Weben der fünf Notenlinien. Wenn die Leinwand fertig ist, man nimmt sie vom Weberbaum und verkauft sie. Dann entsteht eine andere Musik. Die Musik ändert sich in vielen Schlüsseln. Die erste Regel, damit ihr euch in diesem Schlüssel seid, ist folgende: alle eure Mißverständnisse, alle Streiten sollen beigelegt werden, und ihr sollt euch in Harmonie befinden. Oder auf musikalische Sprache gesagt, dort, wo ihr nicht richtig die verschiedenen Töne nehmt und die Zeit nicht einhaltet, dort, wo ein schneller singt, und anderer langsamer, wo ihr euch miteinander nicht trefft, sollt ihr euch in einem Schlüssel stellen. Und wenn ihr in einem Schlüssel seid, werdet ihr wissen, dass Gott Große Harmonie ist. Wir werden wie Ihn sein, werden singen, werden zusammen mit Gott froh sein! Gestern habe ich den Männern gesagt, dass ich die Frauen lasse, diese zu stimmen. Ich habe nichts Anderes ihnen gesagt. Nun sehen wir, könnt ihr diese stimmen. Aber macht nicht wie jenen Diener Stoyan, wenn der Pope, sein Herr, ihn zum Weinberg geschickt hat, dass er ihn umgräbt und die Triebe schneidet. Stoyan ist zum Weinberg gegangen, nahm die Schere und schnitt, schnitt überall, weil er von dieser Arbeit nicht verstand. Er kam nach Hause zurück, und der Pope fragte ihn: „Stoyan, weint der Weinberg?“ „Wenn du ihn siehst, Opa Pope, wirst du auch weinen...“ Ihr werdet Frau Doinova fragen, wenn sie ihren Weinberg schneidet, bis welcher Stelle sie die Triebe schneidet – sie versteht das. So sollt ihr auch wissen, an welcher Stelle von den fünf Notenlinien ihr stehen sollt. Bis jetzt habt ihr die Triebe voll geschnitten, aber mehr nicht – ihr werdet nur diese Triebe schneiden, die nicht gebären sollen. Alle brauchen eine Harmonie, nur dann können wir uns verständigen. Wenn wir alle in Harmonie mit Gott sind, dann werden wir Ihn begreifen, ihr werdet mich begreifen, und ich - euch. Ohne Harmonie ist das Leben unvereinbar – so ist in der Gesellschaft, Wissenschaft, im Handel und überall. Damit die Arbeit erfolgreich ist, soll eine Harmonie überall existieren. Wenn ihr euch anzieht, kocht, schlaft – überall und alles soll mit einer Harmonie sein. Wenn ihr mit Harmonie nicht schlaft, werdet ihr verkatert sein. Wenn das Leben mit einer Harmonie ist, ist es groß in den kleinsten Anzeichen; gibt es keine Harmonie, ist es sinnlos. Nun werdet ihr alle, alt und jung, die Harmonie anwenden: die jungen – vom Anfang, die alten – vom Ende. Die jungen werden die ersten Noten im Musikstück sein, diese mittleren Alters – die Noten in der Mitte, und die ältesten – die letzten Noten. Wenn das ganze Stück gespielt wird, gibt es großer Lärm, Klatschen. Das Stück endet mit den alten. Wenn es Pfeifen gibt, so ist es schlimm. Manchmal gibt es Klatschen, andersmal – Pfeifen. Ich möchte, dass es Klatschen gibt, sondern kein Pfeifen, weil wenn es Pfeifen gibt, werdet ihr aus der Szene hinuntergehen und wieder geboren. Nun werdet ihr euch sammeln und die Arbeit zu eurem Organisieren überlegen, damit wir sehen, was die Frauen machen können. Man soll in der äußeren Welt arbeiten. Zum Beispiel ihr habt einen Acker zum Umgraben, einen Weinberg zum Schneiden, einen Garten zum Bearbeiten, Obstbäume zum Anbauen – wie werdet ihr diese Arbeit verteilen? Die stärkeren werden den Weinberg graben, die schwächeren werden den Acker ernten, die schwächsten werden Raupen reinigen, und ihr werdet diese, die müden, schicken, das Obst zu kosten, zu pflücken und euch zu holen, und dann werdet ihr eine reiche Tafel haben. So werdet ihr eure Arbeit verteilen. Es ist nötig, vernünftig zu arbeiten, mit Harmonie. Wenn ihr keine Harmonie habt, werden eure Arbeiten erfolglos sein, der Zweifel, die Enttäuschung, Hin- und Hergehen entsteht, und euer Leben wird sinnlos sein. Von euch, Frauen, die die Harmonie lernt, verlangt man Arbeit. Nun, nehmen wir an, dass ihr eine Frauenversammlung habt – wie werdet ihr diese organisieren? Wenn ihr über eine Spitzenposition spricht, werdet ihr an erster Stelle die jungen stellen – in der Musik sind die jungen an erster Stelle. Gut, ihr organisiert eine Versammlung, stellt die jungen an erster Stelle, und sie werden erst. Nehmen wir an, dass fünfhundert Säcke getragen werden sollen – dann werden an erster Stelle die alten kommen, und die jungen werden zurückbleiben. Wenn es um die Spitzenposition geht, ist es leicht zu prüfen, wer an erster Stelle ist. Dieser ist an erster Stelle, der bei allen Bedingungen des Lebens an erster Stelle ist, und dieser, der nicht arbeiten kann, wird zurückbleiben. Wenn jemand für Essen erst ist und für Arbeit – Letzter, er ist nicht Erster. Jemand sagt: „Ich bin an erster Stelle.“ Ich freue mich, dass er Erster ist – er soll den Sack auf seinen Rücken nehmen und irgendweren Ton des Schlüssels G spielen. Wenn er alle Töne richtig vom Anfang bis Ende spielt, also, er ist an erster Stelle.Wenn er die Hälfte von ihnen richtig spielt, und die andere Hälfte – falsch, das bedeutet, dass er bis zur Hälfte an erster Stelle ist. Wenn er nur ein Viertel der Töne richtig spielt, er hat eine Zwei; wenn er nur einen Ton richtig spielt, er hat eine Null. Das bedeuten die Wörter von Christus: „Die Еrsten werden Letzte und die Letzten – Erste.“ Was möchte Christus mit diesen Wörtern sagen? Diese, die Erste waren, als sie zu den Säcken kamen, wurden Letze; dann, wenn es um Essen ging, wurden sie von Letzten Erste. Für die Säcke Letzte, und beim Essen Erste. Also, die Wörter von Christus „Die letzten werden Erste und die Ersten Letzte“ sind nur Lagen, Prinzipien, die gesagt sind. Das ist nicht zum Lachen, sondern es zeigt unsere Schwäche. Manchmal schätzen wir unsere Kräfte nicht, aber wenn wir Arbeit haben, sagen wir: „Ich meinte, dass ich Erster bin, aber nun werde ich ein bißchen zurückbleiben. Wenn das Essen kommt, sagt ihr: „Ich bin Erster, denkt an mich, berücksichtigt mich!“ Wenn es um den Sack geht, ihr sagt: „Ich bin schwach, ich gebe meine Schwäche zu.“ Das ist auch gut, dass ihr eure Schwäche zugebt. Ihr sagt: „Mein Rücken trägt wenig.“ Also, du bist nicht an erster Stelle. Ihr werdet nach dem Gesetz der Harmonie arbeiten. Wenn ihr in den Weg eintretet, gibt es keine Ansprüche, Privilegien. Privilegien hat nur dieser, der lernt, der fähig ist; lernt er nicht, ist er unfähig, er hat keine Privilegien. Wer schön singt, wer lernt, er ist würdig, für ihn gibt es Privilegien; wer nicht lernt, er ist nicht würdig, für ihn gibt es keine Privilegien. Wenn ihr in dieser Schule seid, werdet ihr nach Lernen streben; wenn ihr nicht lernt, können die anderen Menschen euch nichts geben. Wenn die anderen essen, das hat keinen Nutzen für uns, wenn wir essen, wir haben Nutzen. Die anderen können an euren Stelle nicht lernen, du wirst lernen. Das ist eine Notwendigkeit. Wisst, dass Kenntnisse auf leichte Weise nicht erworben werden können. Ihr werdet hart lernen – nach dem Gesetz der Harmonie. Ihr werdet nach dem Gesetz der Harmonie lernen, und das hängt von euch ab, ein Anderer kann euch nicht harmonisieren. Jemand sagt: „Harmonisieren wir uns!“ Jeder harmonisiert sich selbst. Wenn ihr euch selbst harmonisiert, gibt es eine Harmonie; wenn ihr euch nicht harmonisiert, gibt es keine Harmonie. Alle Menschen in der Welt haben ihre eigenen persönlichen Sorgen. Jeder hat einen Teufel – Rentner in sich selbst und gibt ihm zu Hause zu essen.Er ist euer Mitter, und wenn er kommt, ihr gebt ihm zum Essen.Wenn ihr in einer schwierigen Lage seid, ihr sagt ihm: „Komm heraus, um meine Arbeiten zu erledigen!“ Er kommt und sagt: „Was suchst du, Gauner!“ Er erledigt deine Arbeiten. Und manchmal, wenn du Probleme hast, sagst du deinem guten Geist: „Kannst du mir nicht helfen? Ich habe diese Arbeit schlecht gemacht, ich kann nichts machen, komm mir zur Hilfe!“ Und der gute Geist, wenn er dir spricht, sagt: „Gut, ich werde den Wechsel aufschieben.“ Also, es kommt darauf an, welcher Mieter ihr zur Hilfe rufen werdet. Nun nach dem Gesetz der Harmonie werdet ihr den guten Mieter rufen – er wird euch einen Ton angeben und wird euch zeigen, wie ihr beginnen sollt. Das ist nötig für euch. Im Himmel nimmt man Menschen nicht an,die sich nicht harmonisieren – solches ist das Gesetz und in ihm gibt es keine Ausnahme. Wenn ihr euch nun auf der Erde nicht harmonisiert, wenn ihr nach oben geht, werdet ihr nicht aufgenommen. Wenn ihr euch harmonisiert, werdet ihr euer Haus mit Lied verlassen, ihr werdet nicht weinen, und man nimmt euch dort mit Liedern auf.Wenn ihr von der Erde ohne Lied geht, wenn ihr zum Paradies kommt, wird man sagen: „Wir nehmen keine Menschen auf, die nicht singen können.“ Der Himmel ist eine Stelle der Lieder und Harmonie, dort gibt es kein Weinen, keine Trauern, überall hört man Lieder aus allen Arten, von den stillsten bis zu den stürmischen Liedern – jemand kann sich wählen und hören. Jetzt werden wir auf der Erde auch unsere Arbeit mit Liedern erledigen, aber ihr werdet die Harmonie anwenden. Wer die Harmonie nicht anwendet, ich werde ihm nichts predigen – er hat nichts Gemeinsames mit meiner Schule. Wen ich fange, dass er nicht gestimmt ist, werde ich ihn nach allen Regeln der Göttlichen Lehre hinauswerfen. Wenn er die Harmonie lernt, werde ich ihn wieder aufnehmen, aber bis er sie lernt, wird er draußen stehen. Wisst ihr das, ausnahmslos für alle. So schreibt Gott in seiner Schule. Seine Gesetze sind unveränderlich für niemanden, und niemand kann sie verletzen. Alle Schulen sollen absolut dem Gesetz der Harmonie unterwerfen – so ist geschrieben. Macht jemand einen Fehler – raus! Wieviel mal am Tage werdet ihr Hörer; dann singt ihr und wieder zur Schule. Macht ihr Fehler – wieder draußen; und wenn du draußen gehst, spürst du deine Lage. Deshalb wird das Gesetz im Inneren angewendet. Euer Geist, der euch leitet, er wird euch draußen führen. Indem ich sage, dass ich euch fortjage, meine ich das Gesetz, der im Geistigen Welt arbeitet – er ist gleich für alle.Der Lehrer handelt auf dieselbe Weise: macht der Schüler einen Fehler, wird Zugeständnis niemandem gemacht – weder dem Lehrer noch dem Schüler wird ein Zugeständnis gemacht. Macht er einen Fehler – raus, verbessert er sich – wieder drinnen. Weil der ganze Himmel von der Disharmonie schüttelt. Es wird deshalb gesagt, dass einer, der unsauber ist, dorthin nicht eintreten kann. Das ist wie eine Regel für euch, das ist ein bewußtes Gesetz. Von euch hängt ab, dass ihr in Harmonie seid oder außer dieser – ihr seid diese, die bestimmen, außerhalb oder in der Harmonie zu sein. Ich sage euch, dass ihr dieses großes Gesetz des Lebens anwendet. Es ist nötig auf der Erde, es ist ein praktisches Gesetz. Denkt nicht, dass es streng ist, es ist ein großes Gesetz, der uns auf Ordnung lernt. Adam war glücklich im Paradies, aber wenn er von der Frucht der Disharmonie aß, man nahm ihn sofort ans Ohr und los draußen. Natürlich, das ist eine große Strafe, weil er die Harmonie sehr verletzt hat. Verwechselst du eine Note, man wird dich einen Tag außerhalb der Schule lassen, verwechselst du zwei Noten, man wird dich zwei Tage außerhalb der Schule lassen, drei Noten – drei Tage usw., je mehr Noten du verwechselst, desto länger wird man dich außerhalb der Schule lassen. Wenn du dich dann verbesserst, das ist der Segen. Das Gesetz ist absolut: Disharmonie wird absolut nicht ertragen. Wenn du mich nicht liebst, wirst du mir sagen: „Sei geduldig.“ Wenn du mich liebst, wirst du mir nicht sagen, dass ich dulden soll, und und wenn du die Menschen liebst, lasse sie deine Dummheiten nicht ertragen. In dieser Hinsicht werdet ihr danach streben, dass diese Harmonie unter euch entsteht, sie ist euch nötig. Wenn sie nicht entsteht, könnt ihr euch anders nicht helfen. Ihr könnt hier beten, aber wenn ihr außerhalb der Vesammlung seid, ist die Harmonie zerstört. Ihr sollt in eurem Kopf den Gedanken haben, dass Gott eine ewige Harmonie ist. Dieser Gedanke soll in euch Fleisch und Blut werden, ihr sollt ihn überall hören. Dann werdet ihr stark sein, um mit den äußeren Versuchungen der Welt zu kämpfen. Nun deute ich euch die Liebe im Schlüssel G – im ersten Grad. Ihr sagt: „Lieben wir uns!“ Damit du liebst, sollst du den Schlüssel G haben und nach ihm dich stimmen.Dann wirst du eine Harmonie haben und mit der Liebe beginnen. Wenn ich über die Liebe spreche, meine ich, dass sie der Harmonie vorausgeht, und die Harmonie schafft Bedingungen, damit diese Große Göttliche Kraft sich zeigt, wenn diese kommt, bringt Gesundheit, und die Gesundheit bringt innere Harmonie in uns. So wird die Harmonie von außen im Inneren formiert. Ich möchte, dass ihr diese Lehre, über die ich heute spreche, anwendet. Ich prüfe euch und werde eine Kommission einstellen, damit sie euch für alle Noten prüft, und es gibt Prüfungen von Anfang bis Ende. Eine Kommission vom Himmel wird hierher kommen, um euch zu prüfen. Sie wird eure Häuser besuchen, und ihr werdet Prüfungen in Harmonie ablegen, ihr werdet singen. Strebt danach, wenn die Prüfungskommission kommt, dass in eurem Haus eine Harmonie gibt, damit der Gottes Segen in ihm bleibt.Wenn sie kommt und euch nicht bereit findet, wird sie keinen Segen geben. Tut es euch nicht leid danach. Eine Kommission wird vom Himmel kommen – wie würdet ihr diesen Gedanken prüfen? Diese Kommission ist ein bißchen unverständlich – sie bedeutet Beamter aus der Gemeinde, die drei, vier, fünf oder zehn Menschen von allgemeiner Harmonie sein können. Sie werden euch in Harmonie prüfen – wie ihr singt, lebt, fühlt, denkt, wie ihr handelt. Dieses Jahr ist das dreizehnte. Wenn ihr kein Ergebnis habt, werdet ihr nicht weiter gehen. Wenn ihr von einem Ende des Singens bis zum anderen geht, was entsteht, Klatschen oder Pfeifen? Ab dem anderen Jahr beginnt ein neuer Kurs, ein neuer Schlüssel. Wenn ihr diesen Schlüssel nicht stellt, wie es sein soll, werdet ihr keinen neuen Schlüssel haben, ihr werdet wieder in demselben bleiben. Wenn ihr die Prüfung besteht, werdet ihr mit dem neuen Schlüssel beginnen. Ich möchte euch das sagen. Diese Dinge, über die ich euch spreche, sind verständlich, ihr habt Erfahrung, ihr habt gelebt, ihr kennt diese Dinge und nun errinert euch daran. Ihr werdet an manche Dinge erinnern, die ihr vergessen habt, wenn ihr in der Klemme seid. Jener Wolf, der Schafe ißt, sagt, dass man keine Wurzeln ißt, aber wenn er fünf-sechs Tage hungert, er erinnert sich an die süße Wurzeln und findet sie. Also wenn ihr in der Klemme seid, erinnert euch daran, was ihr erfahren habt. Ihr wisst diese Dinge, aber ich werde euch an eine alte Wahrheit erinnern, die ihr vergessen habt. Christus sagt: „Wenn dieser Geist der Wahrheit kommt, wird er euch daran erinnern, was ich am Anfang gesagt habe.“ Das ist in der Seele geschrieben, in eurem Gehirn, und ihr wisst es. Beunruhigt euch nicht und sagt nicht: „Ich kann diesen Ton nicht richtig spielen, das weiß ich nicht.“ Ihr wisst es, ihr werdet euch an es erinnern! Ihr werdet das Buch auf irgendeine Seite öffnen, und wenn ihr das Jahr, den Monat, den Tag, die Zeit, alles nacheinander seht, wie es war, werdet ihr euch sagen: „Ich erinnere mich daran, ich verstehe nun klar.“ Ihr werdet eine kleine Auskunft machen. Es ist gut, wenn jeder in sich selbst eintritt und arbeitet. Denkt nicht, dass ihr keine Fähigkeiten besitzt. Alle von euch haben Fähigkeiten und Gefühle, aber ihr sollt nach dem Gesetz der Harmonie arbeiten. Wenn ihr laut des Gesetzes der Harmonie arbeitet, verzehnfacht sich alles, und wenn ihr ohne das Gesetz der Harmonie arbeitet, ist das Leben schwierig, unerträglich. Du ißt ohne Harmonie, schläfst ohne Harmonie, du lebst mit den Menschen in Disharmonie – so ist das Leben schwierig, traurig, und ihr beginnt die Lieder „Neun Jahre war Deutschin krank“ oder „Jahre, Jahre, anstrengende Jahre“ singen. Das ist das Leben ohne Harmonie. Also, ich habe euch einen Schlüssel gegeben, eine sehr einfache, aber sehr natürliche Methode, und ihr werdet sie anwenden. Ihr werdet außerhalb dieses Gedanken über Harmonie nicht überlegen, was Gott ist. Ihr werdet Gott als eine Große vernünftige Harmonie begreifen, die sich überall im Universum verbreitet, in der ganzen Natur und in allem Lebendigen. Abends werdet ihr euch auf einen Ton von dieser Harmonie konzentrieren. Wenn ihr einen Ton versteht, das ist viel.Jeden Tag – einen Ton! Du streitest dich mit deinem Mann, mit deiner Tochter und sagst: „Mein Mann spielt die Töne nicht richtig.“ Nein, du sollst sagen: „Ich werde den richtigen Ton des Schlüssels G spielen und ihm zeigen, wie man singt!“ Sondern du beginnst: „Was plapperst du!“ Er plappert, sie plappert und was für ein ist das Ergebnis, wenn zwei Menschen plappern? – Zwei Geplapper. Du wirst ruhig sein und zu sich selbst sagen: „Die Liebe, das ist der Schlüssel G – ich muss den Kammerton nehmen!“ Du nimmst den Kammerton, stimmst dich und sagst zu deinem Mann: „Liebe und Übereinstimmung, Liebe und Übereinstimmung!“ Du wirst singen, du wirst singen, du wirst deinen Ton heben, und wenn du ihn anblickst, er hat gelacht, er beginnt auch zu singen: „Liebe und Einverständnis, versöhnen wir uns!“ Das ist Göttlich – wenn du hörst, was Gott von oben sagt. Wenn man so lebt, wird das Leben vernünftig und leicht. Und nun geht ihr von Haus zu Haus den ganzen Tag und erzählt, was ihr erlebt habt – du gehst den ganzen Tag, erzählst an zehn Stellen, und es ist dir wieder schwierig zumute. Wenn du in Harmonie lebst, wirst du nichts niemandem erzählen, und es wird dir wieder leicht zumute. Jetzt werde ich euch eine Übung sagen – wir werden sehen, ob ihr sie anwenden könnt. Könnt ihr die erste Übung machen? Ihr werdet zwei Minuten an die Wörter Liebe und Übereinstimmung denken. Zwei Minuten sind alle im Schweigen und machen die Übung. Ihr werdet diese Übung zehn Tage am Tag machen für zwei Minuten und die Ergebnisse sehen. Ihr werdet danach streben, dass ihr die Harmonie jeden Moment im Kopf habt – ihr Verstand soll sich daran gewöhnen. Der Gedanke schweift ab, aber wenn ihr euch eine, zwei Minuten auf die Harmonie konzentriert, werdet ihr die Gewohnheit bekommen, euch zu konzentrieren, anzupassen. Wenn ihr diese Übungen macht, beginnen eure Zellen, eure Nerven zu kräftigen, und wenn der Kopf euch weh tut, und ihr irgendwelche Mißstimmung habt, wird diese vergehen, und ihr werdet euch gesünder fühlen. Wenn ihr diese Übungen öfter macht, werdet ihr beginnen euch zu heilen – sie sind eine gute Methode zur Genesung. Jede Heilung ist eine Reinigung, und die Reinigung ist Gesundheit. Wenn ihr das ganze Leben so lebt und die Übungen für Harmonie macht, wird alles in euch sich reinigen, und eure Seele wird weiß wie Schnee werden. Wenn ihr ein paar solche Versuche macht und das Ergebnis seht, werdet ihr mir mitteilen. Und wenn ihr euch über die gute Ergebnisse vergewissert, könnt ihr euren Nächsten helfen. 20 Juni 1921, Montag, Heiliger Geist, Sofia 1 Auf Bulgarisch sind der Schlüssel G und das Salz Homonyme.
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