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  1. Früher
  2. Musik und Singen – Mittel zum Erreichen des Göttlichen Stilles Gebet Nun, lesen wir einige von den Themen (Es wurden einige von den Themen „Der Unterschied zwischen Willen und Eigenwillen“ vorgelesen.) Habt ihr ein anderes Thema? – Nein. Das werden wir für das nächste Mal lassen. Der Meister spielt mit der Geige und acht junge Brüder singen leise das Lied vor: „Duhat Bojii, –„Der Geist Gottes, Duhat Wechnii, – der ewige Geist, Duhat Svjatii, – der heilige Geist, Duhat Blagii, der gütige Geist, Koj pulni sarza ni s Ljubov.“ Wer erfüllt unsere Herzen mit Liebe, wer erfüllt (3) Wer erfüllt unsere Herzen mit Liebe, (2) mit Liebe (3 Mal) Wer erfüllt unsere Herzen mit Liebe. (2) Das zweite Mal sangen sie das Lied mit dem Meister ohne Geige. Das dritte Mal sangen sie es wieder mit dem Meister, aber sehr leise. Jetzt singen wir alle gemeinsam „Duhat Bojii“. (2 Mal) „Duhat Bojii“ ist als Berührungspunkt in der Okkulten Musik ein okkulter Übergang. Ich werde euch jetzt sagen, wo sich die okkulten Berührungspunkte befinden und wo die zeitgenössische Musik in Okkultmusik übergeht und warum es beim Singen einen Sinn gibt. (Der Meister singt allein.) „Duhat Bojii, Duhat Wechnii, Duhat Svjatii, Duhat Blagii, Koj pulni surza ni s Ljubov.“ Diese Worte sind ein okkulter Übergang, sie sind ein Übergang im okkulten Sinne. Singt jetzt mit Bewegungen und betätigt währenddessen den Willen. Beim okkulten Singen sollt ihr aufmerksam sein. Verlasst jetzt all eure Traditionen. Ich möchte, dass ihr als Schüler beim Singen frei seid. Damit der Wille sich am Singen beteiligen kann, müsst ihr die Hände bewegen. Die zeitgenössische Oper ist sich dessen bewusst. (Der Meister singt allein und vollzieht Bewegungen). „Duhat Bojii“ (Er erhebt seine Arme langsam und machtvoll nach oben.) „Duhat Vechnii“ (Er senkt die Arme vor seinem Gesicht, vollzieht einen Kreis und bringt sie in eine waagerechte Lage.) „Duhat Svjati“ (Die Hände werden zum Kreis vor dem Gesicht geformt, nach oben und dann fast senkrecht.) „Duhat Svjati“ (Dasselbe, nur die Hände bleiben waagerecht.) „Koj palni“ (Die Hände sind vor der Brust.) Surza ni s Ljubov (Die Arme werden seitlich weit gestreckt. Von dort vollziehen sie leichte Bewegungen wie beim Fliegen. Sie befinden sich in der waagerechten Lage. Bei „surtsa ni“ werden die Arme nach außen gestreckt.) Das Erfüllen ist ein Prozess der Erweiterung. „Koj palni“ (Die Hände vor der Brust.) „Surza ni s Ljubov“ (Die Arme werden nach außen gestreckt, das Herz weitet sich. Bei den anderen Worten werden Bewegungen des Fliegens vollzogen.) Wenn ein Luftballon mit Gas gefüllt wird, dann beginnt er sich zu erweitern und aufzusteigen. Wenn ihr Bewegungen des Fliegens vollzieht, dann werdet ihr feststellen, dass es in diesen Bewegungen Harmonie gibt. (Der Meister singt allein: „Duhat Bojii… Wer erfüllt ...“) „Wer“ hat eine zweifache Bedeutung. Es ist Frage und Antwort zugleich. Der Geist Gottes, der erfüllt – eine Antwort. Und wer erfüllt unsere Herzen mit Liebe? -- Der Geist Gottes, der ewige Geist und so weiter. Das sind Attribute. Nun, was ist der Unterschied zwischen dem heiligen Menschen und dem lichten Menschen? Ich kann heilig und licht sagen. Als Schüler müsst ihr bestimmte Begriffe haben. Du gehst zum heiligen Menschen und der lichte Mensch kommt zu dir. Du gehst zu der Wasserquelle. Der heilige Mensch ist eine Quelle, du gehst zu ihm und er erfüllt dich; du stellst dein Herz zur Verfügung. Der lichte Mensch ist die angezündete Kerze. Dieses Licht kommt zu dir. Du gehst nicht zu diesem Licht, sondern es wird zu dir kommen. Folglich ist der Prozess zweifach: Du gehst zum Heiligen und der Lichte kommt zu dir. Gott ist heilig und licht. Als Licht kommt Er zu uns und als Welt gehen wir zu Ihm. Folglich kann der Heilige Geist eure Herzen erfüllen. Also geht das Herz zum Heiligen Geist. Wenn wir vom „lichten Geist“ sprechen, dann meinen wir unseren Geist. Gütig (blag), ewig, die Welt, all das sind Wörter, welche miteinander verbunden sind. Wer erfüllt unsere Herzen? -- Der Geist Gottes. Diese Übungen singen wir mit Bewegungen. Singt mit Bewegungen, wenn ihr in euer Haus eintretet. Ihr spannt euren Willen zur Arbeit ein. Viele dieser Übungen singen wir mit Bewegungen. Wenn du jetzt bei den Worten „Der Geist Gottes“ (der Meister singt „Der Geist Gottes“ und vollzieht Bewegungen mit den Händen) bei Ihm bist, dann vollziehst du dieselbe Erweiterung. Lasst euch davon nicht stören, ob ihr diese Bewegung richtig vollzogen habt oder nicht. Es gibt ein inneres Gesetz der Bewegungen. Wenn diese Bewegung in Harmonie mit euren Gedanken und Gefühlen ist, dann fühlt ihr euch angenehm. Wenn es Unstimmigkeiten gibt, dann werdet ihr spüren, dass diese Bewegung nicht richtig ist. Das ist das Gesetz der Freiheit. Ihr singt, bewegt euch und dient Gott mit eurem Verstand, mit eurem Herzen, mit eurem Willen und mit dem ganzen Körper. Alles muss in Bewegung sein. Alles muss an der Musik teilhaben. So harmonisiert sich unser Körper. Manchmal denkt ihr, dass ihr ohne Musik leben könnt. Nur die Toten können ohne Musik leben, die Lebenden nie! Nur die Toten können ohne das Wort leben und die Lebenden nie! Nur die Toten können ohne Brot leben, die Lebenden nie! Nur die Toten können ohne Wasser leben, die Lebenden nie! Nur die Toten können ohne Gedanken leben, die Lebenden nie! Manch einer fragt: „Kann man ohne Singen leben?“ Man kann. Als Paganini gefragt wurde: „Kannst du auf drei Saiten spielen?“, antwortete er: „Ich kann.“ „Auf zwei?“ – „Ich kann.“ – „Auf eine?“ - „Ich kann.“ „Kannst du dann ohne Saiten spielen?“ – „Ich kann.“, und dann ist er nicht erschienen. Auf diese Weise harmonisieren wir uns uns durch das Singen. Durch das Singen ziehen wir jene Kräfte in der Natur an, die mit uns harmonieren. Das ist das Gesetz der Anziehung. In der Tat, jetzt gibt es nichts, was ich euch lehren kann. Der junge Bursche und die junge Frau, sie wissen es. Warum singen die Vögel? Warum singen die männlichen Vögel? Sie haben seit Langem gelernt, sich nach diesem Gesetz zu richten. Die Säugetiere, die Kühe, sie muhen manchmal auch. Es gibt immer ein Gesetz, dem sie unterliegen. Dieses Muhen ist eine andere Art des Gesangs. Das Singen zieht immer an. Singen wir harmonisch, dann ziehen wir die Geister der Musik immer an. Nachdem sie angezogen wurden, werden sie etwas sehr Schönes bringen – Erneuerung. Nach unserem Lied und nach dieser Inspiration geschehen auch Veränderungen in unserer geistigen Welt. Singt als erstes vom Herzen. Die okkulte Musik lässt solch ein oberflächliches Singen nicht zu. Sie möchte Inhalt, sie möchte Tiefe. An erster Stelle singst du mit Gefühl und dann feilst du am Gesang. Also kommt das Feilen danach. Wir können noch keine okkulten Lieder singen. Das sind kleine Übungen, ich nenne sie so. Wenn ich sie euch als Lied singen würde, dann würdet ihr alle einschlafen und nicht mehr hier sein. Ihr schlaft ein und nachdem ihr wach geworden seid, sagt ihr: „Ich war irgendwo, in einer Welt und in was für einer Welt!“ Das ist jetzt noch kein Lied, das ist eine Übung, deshalb seid ihr hier und schlaft noch nicht. Deshalb nenne ich sie Übungen. Ihr sagt: „Könnten wir ein okkultes Lied singen? – Nein, das könnt ihr nicht! Unter den jetzigen Bedingungen kann kein okkultes Lied gesungen werden. Das sind okkulte Übungen. All unsere Lieder, sogar auch diese, die sonntags bei den Treffen gesungen werden, sind Übungen. Sie werden Lieder genannt, aber es sind nach meinem Verständnis Übungen. Manche sind den Liedern näher, andere ferner. Jetzt lernen wir die Übung mit Bewegungen! (Wir haben „Duhat Bojii“ zwei Mal mit Bewegungen gesungen.) Singt jetzt „Blaga duma ...“! (Alle singen mit dem Meister zusammen und am Ende spielt der Meister.) Es gibt da etwas Hinderndes. (Der Meister singt allein „Blaga duma“, und dann singen alle zusammen.) Jetzt werden zwei Menschen das Lied singen „Blaga duma na ustata, tui e kljuchat kam sartsata“ und alle zusammen werden den Refrain singen.) Jetzt singen wir „Venir, Benir“. (Der Meister spielt – wir alle singen. Danach singen wir: „Izgrjava slunzeto“, „Sladko medeno“) Jetzt mögen die Freunde kommen, die Schüler. (Die acht jungen Brüder kamen zum Tisch.) Singt „das stimmlose Singen“. (Der Meister spielt mit der Geige einen schönen Marsch und die Brüder summen, ohne ihren Mund zu öffnen.) (Originelles Singen) Das ist eine Übergangslage zur okkulten Musik. Es kann euch etwas komisch erscheinen, aber es war schön, nicht wahr? Wir werden die Übungen erweitern. Wir werden angenehme Dinge in der Musik erschaffen. Merkt euch, dass die Kinder, wenn sie ihre Übungen machen, immer lachen. Wenn die Menschen lachen, dann arbeiten sie. Lachen sie nicht, dann sind sie krank oder der Wille nimmt nicht am Arbeiten teil. Der gesunde Mensch ist immer fröhlich. Es ist ein Grundsatz: Wir sollen immer fröhlich sein! Das ist der gesunde Zustand. Folgendes könnt ihr beim Lesen der Bibel feststellen: überall dort ist von Menschen die Rede, die froh und fröhlich sind. Das Leben ist schön, wenn es fröhlich ist. Und der Zustand voller Gram ist immer negativ, sie sind nicht biblisch, sie sind außerhalb der Bibel. Die positive Lehre, die okkulte Lehre drückt sich in Freude aus, das andere ist nur ein Schatten. Folglich müssen wir uns in Gram, in Leiden und in Mühen immer freuen. Ich mache eine kleine Bemerkung und diese Bemerkung richtet sich an euch. Das ist das Gesetz. Wenn ihr einen Kranken zu einem Berg bringt, was geschieht dann mit ihm? -- Er wird gesund. Denkt ihr, dass dieser Kranke mit seinen Krücken laufen wird, wenn ihr ihn auf den Gipfel bringt? Nein, er wirft sie weg. Er atmet reine Luft. Nun möchte ich euch auf diese Bergspitze bringen. Ihr werft all eure Krücken weg. Wir benötigen keine Krücken! Ohne Krücken! Oben ist es weit, es gibt eine große Weite. Hier liegt der Sinn. Manche sagen, dass die Erde ein Jammertal sei, der Schatten der Erde. Dem ist nicht so. Für den Menschen, der die göttlichen Gesetze nicht kennt, für den ist die Erde ein Jammertal des Todes, ein Schatten des Todes. Aber für denjenigen, der die Gesetze versteht, für ihn ist die Erde ein Ort der Freude und der Wonne. Ich möchte euch von all euren Vorurteilen, die ihr habt, befreien. Denn einer der größten Irrtümer, den euch die schwarze Loge suggeriert, ist, dass ihr nicht singen und euch nicht freuen dürft. „Es bedarf des Singens nicht, du wirst schweigen.“ Das ist das eine. Dann sagen sie: „Du wirst nicht viel essen.“ „Du wirst nicht beten, du benötigst kein Gebet.“ Ohne Singen, ohne Essen, ohne Gebet! Na, was ist dann der Sinn des Lebens, wenn du das Essen, das Singen und das Gebet abziehst?“ Was bleibt dann übrig? Das ist das Fundament des Lebens! Zu essen, das ist die erste Kunst, mit dem der Mensch beginnt. Nun sagt Christus: „Wer mich isst, der hat Leben in sich.“ Das Essen im okkulten Sinne, das ist eine große Wissenschaft. Durch das Essen bilden wir eine Gemeinschaft mit dieser Wissenschaft, mit uns selbst und mit Gott. Diese Wissenschaft wurde heute weggeworfen. Wir werden uns bemühen, all diese göttlichen okkulten Gesetze zu verinnerlichen, damit wir fröhlich werden, d. h auf göttliche Weise fröhlich sind. Das wird nicht sofort geschehen. Denkt nicht, es sei eine leichte Arbeit, dass der Mensch fröhlich werde. Es gibt Übergangszustände. Die große Freude zieht den großen Gram nach sich. Wir werden mit dem Kleinen beginnen und allmählich wird diese Freude größer werden, bis sich in euch der Wille entwickelt, damit ihr diese Freude beherrschen könnt und damit diese Freude immer in eurer Seele bleibt. Jetzt ist unsere Freude von etwas Materiellem bedingt. Der Gegenstand unserer Freude ist immer etwas Materielles. Wenn der Gegenstand unserer Freude zerstört wird, dann ist unsere ganze Freude zerstört. Der Gegenstand darf nicht materiell sein. Weil die Liebe die Substanz der göttlichen Welt ist, sind alle Dinge in der göttlichen Welt aus Liebe gemacht worden; dort ist die Liebe die Substanz. Dasjenige, was für uns auf der Erde das Erhabenste ist, bildet den Boden, auf dem alle Lebewesen aus der göttlichen Welt leben. Folglich ist die Liebe über uns und dort schreiten die göttlichen Wesen auf der Liebe. Und ich sage: Die Füße dieser Wesen denken mehr als eure Köpfe. Die Beine derjenigen, die auf der Liebe laufen, denken mehr, als unsere berühmtesten Philosophen hier auf der Erde. Wir müssen uns all diesen Dingen aus Liebe bewusst werden. Substanz muss es geben. Dann werden wir Dinge und Gegenstände haben, die nicht zerstört werden können. Die Liebe wird der Grund und das ewige Prinzip sein; dann werden wir nicht trauern, sondern immer fröhlich sein. Deshalb erforschen wir die Liebe als die große Realität und nicht als etwas Abstraktes. Sie ist die große Realität und wir streben sie an; in ihr gibt es Musik. Unsere Instrumente werden wir aus Liebe machen. Mit der Liebe werden wir singen und spielen. Wenn ihr in die göttliche Welt eintretet, dann werdet ihr dort die erhabeneren Dinge verstehen; dort werdet ihr sie als Schüler erlernen. Deshalb nehmen wir das Singen und die Musik nur als Hilfsmittel, wodurch wir dieses göttliche Ziel erreichen können. Stilles Gebet. Siebter Vortrag der Allgemeinen Okkultklasse, zweiter Jahrgang, 12. November 1922, Sonntag, Sofia.
  3. Die Lieder der PanEuRythmie View File Die Lieder der PanEuRythmie Submitter Hristo Submitted 11/06/2018 Category New Category  
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    Die Lieder der PanEuRythmie
  5. Denke gerade [richtig]! Sei immer treu, wahrhaft, rein und gütig! Nachdenken Was zeigt das Knattern eines Autos? Wenn ihr in einen Staat kommt, der wie ein Auto furchtbar knattert, ist dann dieser Staat sicher? Die zeitgenössischen Menschen haben die richtige Denkweise verloren. Das Schwierigste ist, dass der Mensch gerade denkt. Eine der wichtigsten Aufgaben des zeitgenössischen Menschen ist es jedoch zu lernen, richtig zu denken. Gerade zu denken, ist eine Kunst, ist eine Wissenschaft. Ich stelle euch eine andere Frage: Was ist das für ein Ort, durch welchen ein Fluss fließt und breiter und seichter wird? Antwort: ein Tal. Was ist das für ein Ort, durch den ein Fluss fließt und immer tiefer und schmaler wird? Antwort: ein Gebirgsort. Wie sind die Bedingungen eures Lebens, wenn es sich erweitert? -- Es sind die Bedingungen des Feldes und des Tals. Wenn es so ist, dann müsst ihr die Bedingungen, unter denen die Berg- und Talbewohner leben, studieren; denn das Leben der einen unterscheidet sich grundlegend vom Leben der anderen. Ihr sagt: „Es sind gewöhnliche Dinge, die uns nicht besonders interessieren.“ Ja, aber wenn ihr die gewöhnlichen Dinge aus der Sicht eures inneren Lebens studieren würdet, dann würdet ihr den Sinn verstehen, der in ihnen verborgen liegt. Ich sage: Jeder Tag bringt einen großen Gedanken mit sich, ein großes Gefühl und eine große Handlung, mit welchen man sich auseinandersetzen muss. In dieser Hinsicht stellen jeder große Gedanke, jedes große Gefühl und jede große Handlung Steine dar, auf welche der Mensch, wenn nicht anders so zumindest das Datum ihrer Erscheinung auf der Erde niederschreiben soll. Also, jeder Tag erfordert von euch, euch mit einem wichtigen Gedanken, einem wichtigen Gefühl und einer wichtigen Handlung zu befassen, unabhängig davon, wie mikroskopisch klein sie auch sein mögen. Erfüllt ihr dies nicht, so ist euer Tag unbemerkbar vergangen und durch nichts gekennzeichnet. Bis jetzt ist das Streben der Menschen sehr allgemein. Sie möchten möglichst schnell groß werden und viele Dinge mühelos erwerben. Das möchten auch die kleinen Kinder. Sie hegen den Wunsch, möglichst groß zu werden. Wie groß kann der Mensch werden? In Bulgarien ist die Durchschnittsgröße, welche der Mensch erreichen kann, beispielsweise 175-180 cm. Ich frage: Was hat der Mensch erreicht, wenn er 175 oder 180 cm groß geworden ist? Wenn die Größe den Menschen groß und genial machen würde, was würden wir dann von jenen großen Bäume sagen, welche viele Meter hoch sind? Wenn die Größe das Maß für die Bedeutung der Dinge ist, dann müssen diese Bäume groß und genial sein. Ist das so? Viele sagen: „Der Mensch muss groß werden, er muss in der Höhe und in der Breite groß werden und dabei rank und schlank sein.“ Wer ist eurer Meinung nach schlanker? Die hundertjährige Eiche oder ein großer, stattlicher Mensch? Die hundertjährigen Bäume geben mit ihrer Dicke und Beständigkeit an, und die Menschen geben mit der Beweglichkeit ihres Körpers an. Der ganze Körper des Menschen soll sich durch seine Beweglichkeit und durch die Funktionalität seiner Muskeln unterscheiden. Wenn ihr beispielsweise einen Menschen betrachtet, so muss jeder Gesichtsmuskel die Ideen ausdrücken, welche ihn bewegen. Dann muss der Mensch in seinen Bewegungen der Ausdruck seiner Ideen sein. Sein Gang soll vollkommen seine Ideen zum Ausdruck bringen. Wenn ihr einen Menschen betrachtet und seht, dass er bei seinen Bewegungen krumme, gebrochene Linien vollzieht, indem er nach links und nach rechts und von einer zur anderen Seite schwankt, dann erkennt ihr seine Ideen und seinen Charakter. Dann seht ihr, dass ein Mensch mit gesenktem Kopf geht, ein anderer mit erhobenem Haupt, ein dritter mit hängenden Mundwinkeln, mit struppigen Augenbrauen, und ihr sagt: „Das geht nicht.“ Nein, so geht es nicht. Das ist eine Disharmonie der Linien, welche in keiner Weise im Himmel zugelassen werden kann. Denkt ihr, eine solche Disharmonie könnte bei den Engeln existieren? Wenn ein Mensch das Vollkommene anstrebt, die hellen Ideen, dann werden die Linien seiner Bewegungen harmonisch, stetig und plastisch. Ich spreche nicht vom Körper als Form, sondern als Ausdruck der hellen und heiligen, göttlichen Gedanken. Wenn die Linien der Bewegungen im Menschen disharmonisch sind, ist er dazu verurteilt, verschiedene Krankheiten zu entwickeln. Überhaupt ist die Ursache aller Krankheiten die Erschöpfung des Nervensystems im Menschen. Wenn der Mensch sich mehr darum kümmert, materielle Güter zu erwerben als seine Gedanken und Gefühle zu entwickeln, dann erkrankt er an Tuberkulose. Der Mensch ist nicht verpflichtet, die Welt auf dem Rücken zu tragen, noch hat die Welt die Pflicht, sich um ihn zu kümmern. Viele moderne Menschen möchten, dass die anderen an sie denken, sie rühmen, ihnen Sträuße schenken und ihnen Kränze für ihre Errungenschaften überreichen. Ich sage: Diese Menschen betrachten das Ganze einseitig. Sie wissen nicht, was ihnen wegen der Sorgen, die sich die Menschen ihretwegen machen, zustoßen kann. Es gibt kein größeres Unglück für einen Menschen, als wenn die Menschen an ihn denken und ihn rühmen. Stellt euch vor, ihr geht auf der Straße und begegnet Menschen, welche sich um euch kümmern und ständig an euch denken. Was sollt ihr tun? Ihr müsst sie immer grüßen, weshalb ihr ständig mit gesenktem Kopf geht, also mit einem Kopf, der sich ständig bewegt. Wenn diese Menschen aber zu Besuch kommen, müsst ihr sie gut empfangen, zum Essen einladen und euch mit ihnen unterhalten. Ist es leicht, mit Tausenden Menschen fertig zu werden? Denn wenn ihr den Vorteil von Seiten der Menschen akzeptiert, müsst ihr auch eure Pflichten ihnen gegenüber wahrnehmen. Die zeitgenössischen Menschen sind gegenüber ihren Rechten sehr anspruchsvoll, aber gegenüber ihren Pflichten nachlässig. Ein Mensch betet beispielsweise für jemanden zu Gott, dass er ihm helfe und ihn segne. Wenn dieser Mensch den Segen Gottes erhält, dann muss er auch gewisse Pflichten demjenigen gegenüber auf sich nehmen, der für ihn gebetet hat und ihm zumindest ebenfalls den göttlichen Segen bringen. Dabei muss er selbst seinem Nächsten den Segen bringen und nicht sein Diener. Als Schüler müsst ihr beim positiven Leben bleiben, beim Harmonischen in ihm. In dieser Hinsicht könnt ihr von den weltlichen Menschen lernen, welche ebenfalls ihre Schulen und Lehrer haben. Lernt denn der Kaufmann nicht, wie er handeln soll? Aus der unsichtbaren Welt werden Lehrer für die Menschen aus allen Berufen und Handwerken gesandt. Von den Fähigkeiten der Schüler hängt die richtige Lage des einen oder anderen Berufes im Leben ab. Dasselbe kann man auch von den religiösen Menschen sagen. Die religiösen Menschen haben auch ihre Lehrer, die sie lehren, woran sie glauben sollen. Aus der unsichtbaren Welt wird einem religiösen Menschen eine Vision gegeben; einem anderen wird eine erhabene Idee überbracht, die er sofort in die Tat umsetzen soll, wenn er aufgestanden ist. Durch seine Engel arbeitet Gott an allen guten Menschen; Er erscheint ihnen und veranlasst sie, tätig zu werden. Deshalb steht in der Heiligen Schrift geschrieben, dass Gott nicht nur im Himmel, sondern auch in den Herzen aller guten und demütigen Menschen lebt. Wie, denkt ihr, kann Gott in einem Herzen leben, das ständig weint und protestiert? Es steht geschrieben: „Gott widersteht den Hochmütigen, den Demütigen aber gibt er Gnade.“ Er lebt nur in denjenigen Herzen, wo es Liebe, Glaube und Hoffnung gibt, das heißt in den Herzen der Kinder, in denen es keinen Gram und keine Verzweiflung gibt. Das bezieht sich auf das hohe, auf das bewusste Leben des Menschen. Und in diesem Leben gibt es Gram, aber solch einen Gram, der die Seele des Menschen erhebt. Leidet der Mensch bewusst, dann ist er nahe bei Gott. Es steht in der Heiligen Schrift: „Rufe mich an am Tag der Not.“ (Psalm 50, 15) Leidet der Mensch, ohne den Sinn der Leiden zu verstehen, dann ruft, weint und protestiert er, bis Gott schließlich einen seiner Diener schickt, um ihm zu helfen. Kommt der Diener Gottes zu euch, wird er nur ein paar Augenblicke bei euch bleiben und euch dann wieder verlassen. Was wird er denn den ganzen Tag machen? Gibt es einen Sinn, dass er sich eure Beschwerden anhört, dass dieser oder jener euch beleidigt hat, oder dass ihr nicht richtig gegessen habt oder dass ihr keine Schuhe und keine Kleidung und so weiter habt? Der geistige Mensch ist mit allem zufrieden. Groß kann ein Mensch genannt werden, der, wenn er einen Verlust von 100.000 Lewa erleidet, sich mit seiner ganzen Demut an Gott wendet und sagt: „Herr, ich danke dir für all das, was ich durch den Verlust dieses Geldes gewonnen habe.“ Ich sage: Nur solch ein Mensch ist in der Lage, sich über fünf Lewa zu freuen, die ihm jemand gibt. Die materiellen Güter, welche die Menschen erstreben, sind nur für die noch nichtfortgeschrittenen Seelen von Bedeutung. Und deshalb seht ihr, dass Gott solchen Menschen Häuser, Felder, Reichtümer und Geld gibt, welche ihnen als Vergnügungsmittel dienen. Den fortgeschrittenen Seelen sagt Gott: „Ihr braucht kein Geld, keine Reichtümer, keine Felder; ihr müsst euren Blick nach oben richten, zum unergründlichen Firmament und dort sollt ihr die Sterne, den Mond und die Sonne erforschen.“ Manche von den Schülern, die für Gott arbeiten wollen, packen ein Kind aus der Welt, welches noch spielen möchte, und bringen es in die Schule, um aus ihm einen Schüler zu machen. Sie sagen ihm, es müsse sich von all seinen Puppen und seinem Spielzeug trennen. Denkt ihr, dass dieses Kind mit der Arbeit in der Schule zufrieden sein wird? Es wird sich schnell langweilen und wieder hinaus in die weite Welt gehen. Dieses Kind ist mit dem Spielen noch nicht fertig, und es gibt keinen Grund, ihm das Spielzeug vorzeitig wegzunehmen. Ich ziehe daraus die folgende Schussfolgerung: Der Schüler, der um des Geldes und um des Reichtums willen leidet, zeigt, dass er noch ein Kind ist. Er wurde vorzeitig gezwungen zu lernen. Die Auseinandersetzungen unter den Schülern lassen sich auf materielles Gewinnstreben und auf Rangordnungskämpfe zurückführen. Wenn ihr in diese Situation kommt, dann müsst ihr zugeben, dass in euch keine Demut, keine Sehnsucht, Schüler zu sein, vorhanden ist. Die Demut wird von innen und nicht von außen erlangt. Jetzt wird von allen Reinheit und Aufrichtigkeit verlangt, dass ihr euch nicht so darstellt, wie ihr nicht seid. Kann einer, der sich in seinem Leben ausschließlich mit materiellen Dingen beschäftigt, geistiger Mensch genannt werden? Die zeitgenössischen Menschen gelten als Christen, suchen aber nur materielle Dinge. Sie gelten als Christen, möchten aber von Gott Gesundheit, die sie so nutzen dürfen, wie sie wollen. An Eines sollt ihr euch erinnern: Christus ist in die Welt gekommen, um die Menschen zu lehren, Gott zu erkennen und Ihm zu dienen, und nicht Reichtümer und Glück zu erlangen. Was sehen wir bei den zeitgenössischen Menschen? Wenn sie dasjenige nicht erreichen, was sie wünschen, beginnen sie, Gott zu kritisieren und an Ihm zu zweifeln. Möchte der Mensch Gott kritisieren, dann wird er für seine Taten eines Besseren belehrt. In dieser Hinsicht ist der Himmel unerbittlich. Ihr müsst den Namen Gottes heiligen! Das ist die erste notwendige Bedingung zur Wahrung der Reinheit der Seele. Wenn ihr euch von Kritik freimacht, werdet ihr Bedingungen haben, um euren Charakter zu bilden. Wenn es um Kritik geht, dann kann ich sagen, dass ihr gewöhnliche Menschen seid, welche aus Erde gemacht wurden. Was geschieht dann mit euren Söhnen und Töchtern? Nachdem sie ein paar Jahre auf der Erde gelebt haben, sterben sie. Was kann denn von den Menschen, die sterben, gesagt werden? Ihr sagt: „Wenn wir sterben, dann gehen wir zumindest ins Jenseits; dort ist es besser als im Diesseits.“ Ich sage: Was der Mensch auf der Erde verdient hat, das wird er auch im Jenseits bekommen. Nichts wird unverdient gegeben. Ihr sagt: „Kultur brauchen die zeitgenössischen Menschen!“ Was bedeutet das Wort Kultur? Bearbeiten. Stellt euch dann vor, dass ein zeitgenössischer Mensch für sich ein schönes Haus mit Garten baut, in welchen er Blumen pflanzt, unter denen sich aber eine große Zahl von Würmern, Fliegen und Käfern ansiedeln. Wenn die Blumen an diesen Würmern kaputt gehen und welken, was nützt ihm dieser Garten? Dabei hütet er Hühner, die den ganzen Tag herumstochern und nach Würmern suchen. Was nützt ihm dann der Garten? Danach zieht dieser Mensch schöne Kleider an, welche der Mode entsprechen und kommt aus einem aufwendig und teuer gebauten Haus heraus, welches nur der Verführung der Menschen dient. Ich frage: „Welchen Sinn haben die schönen Kleider und das teure Haus? Kann so etwas Kultur genannt werden? Die schönen Kleider, die teuren Häuser haben nur dann einen Sinn, wenn unsere Brüder, die göttlichen Gesandten, in ihnen frei ein- und ausgehen können. Ein heiliger Gedanke steigt aus der göttlichen Welt und klopft an die Türen dieser schönen Häuser: „Bitte, öffnet mir, ich bin ein Gesandter aus der höheren Welt und möchte bei euch zu Besuch kommen. Ich bin ein Reisender, ich komme aus der Ferne.“ – „Ich unterhalte mich gerade mit meinem Mann. Der Herr hat mir einen schlechten Mann gegeben, mit dem ich ständig streite. Ich empfange niemanden, ich bin schlecht gelaunt.“ Wenn der göttliche Gedanke – der Gesandte Gottes – zurückkehrt, dann sendet Gott am nächsten Tag die Krankheit Diphterie. Er sagt: „Du gehst in dieses Haus, packst das Kind dieser Frau, die dich gestern nicht empfangen hat, am Hals, und nimmst es ins Jenseits mit.“ Nach ein paar Jahren sendet Gott einen anderen Gedanken – einen Gesandten in dieses Haus, aber diesmal zum Ehemann. Der Gesandte klopft an die Tür und sagt: „Bitte, empfangt mich in eurem Haus. Ich bin ein Wanderer und komme von weither; ich möchte euch besuchen.“ – „Ich kann niemanden empfangen, weil ich nicht so viel verdiene, wie ich für die Bedürfnisse meiner Frau brauche. Geh woanders hin!“ Es vergeht keine lange Zeit, und im Geschäft dieses Herrn kommt es zu einer Krise: Er verliert auf einmal eine Summe von 100.000 Lewa. Ich frage: Versteht ihr jetzt, worin die Ursachen für die Leiden und das Unglück, welche die modernen Menschen ereilen, liegen? Denn alle Leiden und Prüfungen der Menschheit liegen in der Tatsache begründet, dass die Menschen die göttlichen Gesandten nicht empfangen, sondern sie weg- und zurückschicken. Das bedeutet, das Göttliche in euch nicht zu empfangen. Wer von euch hat gegen den Namen Gottes nicht schon gefrevelt? Wer hat an Ihm nicht schon gezweifelt? Ihr sagt: „Wir haben gegen den Namen Gottes nicht gefrevelt.“ Ich sage: Gegen Gott zu freveln bedeutet nicht, unmittelbar gegen seinen Namen zu freveln. Es reicht aus, dass ihr gegen denjenigen frevelt oder kritisiert, der Gott dient. Welche Worte, welche Erfindungen sind Ihm nicht zugedichtet worden? All dies wird hinter seinem Rücken getan. Ihr sollt Tapferkeit zeigen! Wenn ihr über jemanden etwas sagen möchtet, dann geht zu ihm und sagt ihm alles, was ihr möchtet, ins Gesicht. Es gibt nichts Hässlicheres als hinter dem Rücken eines Menschen zu reden. Deshalb sage ich: „Wenn ihr möchtet, dass Gott euch segnet und eure Angelegenheiten sich gut entwickeln, dass ihr gut lernt, gute Kinder habt, dann denkt über jeden Menschen, der den Willen Gottes erfüllt und ihm dient, gut. Wenn ich euch sage, dass ihr gut von einem solchen Menschen denken sollt, dann versteht es sich, dass ihr über den Gott, der in ihm lebt und Dem er dient, auch gut denken sollt. Dasselbe gilt auch für mich. Ich bin von Gott gesandt worden, um den Menschen den Weg zu zeigen, den sie gehen sollen, und um sie anzuleiten, Gott so zu dienen, wie sie ihm bis jetzt noch nie gedient haben. Wenn ihr daran interessiert seid zu erfahren, wer ich bin, dann werdet ihr es von Gott erfahren. Ihr geht zum Ihm, und ihr werdet erfahren, wer ich bin und warum ich gekommen bin. Ich spreche nicht von mir, sondern sage, dass ich auf die Erde gekommen bin, damit ich den Menschen den wahren Weg zeige, auf dem sie Gott dienen können. Wenn ihr also wissen möchtet, wer ich bin, dann geht zuerst zu Gott und dann kommt zu mir, damit ich euch den Weg zeigen kann, auf dem ihr euch bewegen sollt. Wenn ihr einen anderen findet, der euch den Weg zeigen kann, dann geht zu ihm. Jemand sagt: „Christus zeigt uns den Weg.“ – Ich freue mich, dass ihr Christus finden könnt. Es ist gleichgültig, wer euch den Weg zeigt, ob Moses, Christus oder Mohammed; aber einer muss euch den Weg zeigen. Einer ist derjenige, der euch den Weg zeigen kann, es sind nicht zwei. So hat es Gott angeordnet. Und wenn ich sage, dass ich euch den Weg zu Gott zeigen kann, dann müsst ihr wissen, dass ich kein Selbsternannter bin. Der Selbsternannte kann den Menschen nie den Weg zu Gott zeigen. Deshalb sage ich: Wenn ihr zu Gott gehen möchtet, dann lernt zuerst, ihn zu lieben. In der Heiligen Schrift steht geschrieben: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele, mit deinem ganzen Verstand und mit deiner ganzen Kraft.“ Wer kann heute sagen, dass er Gott, Christus oder seinen Lehrer in dieser Weise liebt? Was habt ihr für Gott, für Christus, oder für euren Lehrer geopfert? Das wahre Opfer liegt nicht in materiellen Dingen, die ihr ihm geben könntet. Wenn es um materielle Dingen geht, so hat sie Christus zu seiner Zeit nicht benötigt, noch benötigt er sie heute. Christus war einer der besten Ärzte: Er hat die Augen der Blinden geöffnet, die Toten zum Leben erweckt und außerdem hat er über eine Wissenschaft verfügt, die heute niemand kennt. Ich frage: Kann so ein Mensch hungrig oder nackt bleiben? Deshalb hat jeder, der heute mit Christus und in seinem Namen arbeitet, die Kraft, dasjenige zu tun, was auch Christus getan hat. Lassen wir jetzt diese Frage beiseite. Eines ist wichtig für mich: Wenn ich nach meiner langjährigen Arbeit in Bulgarien die Bulgaren lehren kann, den Herrn so zu lieben, wie es in der Heiligen Schrift steht, so wird das zur ersten hellen Seite in meinem Leben. Denn ich habe zwei wichtige Seiten in meinem Leben: Die eine ist die dunkle, schwarze Seite, welche voller Schmach und böser Worte über mich ist, weil ich es gewagt habe, die Wahrheit vor den Augen der Menschen zu sagen. Die zweite Seite ist die helle, schöne Seite meines Lebens, weil ich die Menschen gelehrt habe, Gott mit ihrem ganzen Herzen, mit ihrem ganzen Verstand und mit ihrer ganzen Kraft zu lieben. Ich sage: Euch als Schüler des Lichts steht die Aufgabe bevor, den Geist Gottes von den Geistern jener kleinen nicht fortgeschrittenen Seelen, welche nur die Menschen behindern, aber sie nicht auf dem Weg zu Gott leiten können, zu unterscheiden. Deshalb müsst ihr, wenn ihr als Schüler fortschreiten möchtet, jeden schlechten Gedanken aus eurem Verstand verbannen, ihr müsst jedes schlechte Gefühl aus eurem Herzen entfernen. Wenn ihr dann Christus sucht, wird man euch zeigen, wo er ist. Sucht ihr Buddha, Mohammed, Krishna oder Moses, wird man euch zeigen, wo sie sind. Wenn ihr die Engel sucht, dann werdet ihr auch sie finden. Aber geht ihr, um unter ihnen zu leben, werdet ihr zweimal unglücklicher werden, als ihr wart. Warum? – Weil die Engel schön sind; sie leben ein absolut reines Leben, mit welchem ihr nicht zurecht kämet. Deshalb wird man euch bald wieder auf die Erde schicken, und ihr werdet dort eure Entwicklung beenden. Jeder Engel hat eine bestimmte Mission im Kosmos. Wenn er zu euch kommen möchte, dann ist es nur deshalb, weil er euch einen Segen von Gott überbringen möchte. Nachdem er seine Arbeit verrichtet hat, verlässt er euch sofort wieder. Bliebe er länger bei euch, entstünde im Kosmos eine innere Veränderung, eine innere Disharmonie. Die Engel kommen nur zum Menschen, um einen göttlichen Gedanken oder ein göttliches Gefühl zu überbringen, die er entwickeln soll. Wenn ihr euren Verstand, euer Herz und euren Willen verbessern möchtet, dann benötigt ihr eines: Ihr sollt Gott lieben. Der wichtige Gedanke, den ich euch gebe, ist: Erkennt Gott, liebt Gott! Bis jetzt habe ich euch nicht gesagt, dass ihr euren Besitz verkaufen und ihn an die Armen verteilen sollt. Das haben andere gepredigt. Noch habe ich gesagt, dass ihr heiraten müsst. Wer heiraten möchte, ist frei, es zu tun. Aber wer Gott erkennen und Ihm dienen möchte, ist nicht frei zu heiraten. Möchte ein solcher Mensch heiraten, dann wird seine Braut noch am selben Abend abgeholt. Er hat ein Versprechen gegeben, Gott zu dienen, und er muss sein Versprechen einhalten. Seid frei in euren Handlungen, aber seid in allem aufrichtig, gerecht, gütig und klug. Jemand möchte Kaufmann werden. Er ist frei, ein Kaufmann zu werden, aber als solcher muss er ehrlich, klug, gerecht und gut sein. Ein anderer möchte Anwalt werden. Soll er ein Anwalt werden, aber er soll ehrlich, klug und gerecht sein. Wer also heiraten möchte, ist frei, es zu tun, aber er soll alles mit Dankbarkeit ertragen. Wenn der Mann schlecht gelaunt und verärgert ist, dann muss die Frau Gott für diese Situation dankbar sein. Handeln die heutigen Frauen so? Sowohl die Frau als auch der Mann sollen in der Erfüllung ihrer Pflicht ehrlich, gut, klug und gerecht sein. Handeln sie untereinander so, dann wird der Tag kommen, wo Gott sie aus dieser Lage befreit, und sie werden sich auf der Ebene eines Engels befinden, von dem gesagt wird, dass er weder heiratet noch verheiratet wird. Sie [die Engel] sind Wesen der Auferstehung. Was ist Heiraten? Heiraten ist ein Akt, den Gott für die Verbesserung des Lebens der gefallenen Seelen zugelassen hat, um diesen die Möglichkeit zu geben, auf die Erde zurückzukehren, ihre Arbeit fortzusetzen und ihre Vervollkommnung zu erlangen. Das Leben der heutigen Menschen ist ein Leben des Leidens. Jeder, der geheiratet hat, weiß, was die Ehe ist. Wenn der Mensch heiratet, bedeutet das, durch die dichteste Materie zu gehen. Jetzt ist dieser Zustand nötig; er stellt eine vergängliche Phase im Leben des zeitgenössischen Menschen dar. Die Zeit kommt, wo die Beziehungen zwischen Männern und Frauen Beziehungen zwischen den Seelen sein werden. Wenn der Mann auf der Erde ist, wird die Frau auf dem Mond oder auf der Sonne sein; wenn die Frau auf der Erde ist, wird der Mann auf dem Mond oder auf der Sonne sein, und von dort werden sie miteinander kommunizieren und gegenseitige Beziehungen pflegen. Sie können sich nur von Zeit zu Zeit entweder auf der Erde oder auf dem Mond oder auf der Sonne treffen und dann werden sie sich wieder trennen. Kann es ein harmonischeres Leben als dieses geben? Könnte es denn eine idealere Vereinigung zwischen diesen beiden Seelen geben? Gäbe es dann noch bittere Worte und Beleidigungen zwischen Mann und Frau? Sie werden beben und auf den Moment warten, wenn sie sich treffen können, um ein paar schöne Gedanken und Gefühle auszutauschen. Kann es Liebe zwischen Frau und Mann geben? Diese Art von Vereinigung stellt ein Ideal für jede Seele dar. Es wird der Tag kommen, wo die Menschen so leben werden, aber jetzt müssen sie durch die dichteste Materie gehen, um gewisse Schwierigkeiten und Mühen zu überwinden und ihre Aufgaben richtig zu lösen. Wenn sie ihre Aufgaben richtig gelöst haben, werden sie die wahre Liebe und das wahre Leben erfahren, welches jetzt alle anstreben. Ich sage: Alle sollen in das neue Leben kommen und mit neuen Gedanken und Gefühlen leben, und jeder Akt soll von Gott geheiligt werden. Macht alles um der Herrlichkeit Gottes willen! Heiratet ihr, dann müssen der junge Mann und die junge Frau im Voraus zu Gott gehen und ihm Liebe erweisen. Und wenn sie Seinen Segen erhalten, dann sollen sie heiraten. Die göttliche Liebe, die göttliche Weisheit und die göttliche Wahrheit sollen an jedem Akt teilhaben, den ihr auf der Erde vollzieht. Ihr sollt eine Idee haben. Jetzt fragt ihr: „Was ist denn eigentlich der Herr?“ Ich antworte euch auf diese Frage. Dasjenige, ohne das wir nicht leben können, ist der Herr. Wenn Gott nur für einen Augenblick aufhörte, an uns zu denken, würde unser Leben vollkommen unterbrochen werden, und wir würden uns in der Lage einer welken Blüte befinden, welche des Wassers beraubt wurde. Nur dank des Umstandes, dass der göttliche Gedanke ständig auf uns gerichtet ist, können wir leben, uns bewegen, denken, fühlen und handeln. Sein Gedanke ist nichts anderes als der göttliche Strom, der durch unser Leben fließt. Deshalb sagen wir: Reinigt euren Verstand von allen unreinen und unrechten Gedanken; reinigt eurer Herz von allen negativen und eigennützigen Gefühlen, wenn ihr möchtet, dass das göttliche Leben, die göttlichen Güter und der göttliche Segen durch euch fließen. Man hat gesagt, Gott werde unsere Sünden löschen und sie niemals mehr erwähnen. Wann wird sich das ereignen? Wenn wir unseren Verstand und unsere Herzen reinigen. Ihr fragt: „Ist es möglich, dass uns Gott von allen unseren Sünden befreit?“ – Für Gott gibt es keine unmöglichen Dinge. Selbst wenn eure Sünden so schwer wie ein Gebirge sind, wird Gott sie mit seinem kleinen Finger wie eine Feder hochheben und im Raum zerstreuen. Es wird von euch ein demütiges Herz und ein sanftmütiger Geist verlangt, damit ihr der göttlichen Güter teilhaftig werden könnt. Alles wird sich zu eurem Wohl verwandeln. Wenn ich jetzt so spreche, werden viele denken, dass ich bestimmte Person meine. Nein, ich spreche von euch allen. Das Leben von euch allen soll sich ändern. Eure Ideen sollen genau bestimmt sein. Eure Gefühle sollen ebenfalls in eine bestimmte Richtung gerichtet sein, nämlich Gott zu lieben. Er ist der Weg zur Wahrheit, den ihr gehen sollt. Es ist der Weg der Wahrheit, auf dem ihr gehen sollt. Es ist an der Zeit, dass neue Gedanken in den Verstand der Menschen gebracht werden, weil diese Leben und Vielfalt bringen. Einfältige Gedanken gebären hypothetische, bedrückende Zustände im Menschen. Die Vielfalt ist der Boden für das neue Leben. Wenn ihr in das neue Leben kommen wollt, so ist dafür die erste Bedingung, welche vom Menschen gefordert wird, die Zufriedenheit; er soll mit allem zufrieden und für alles dankbar sein. Als ihr zum Beispiel in diesem Sommer auf dem Mussala* wart, habt ihr dort viele Situationen überstanden, durch welche euch die unsichtbare Welt Bedingungen gegeben hat, damit ihr in euch Zufriedenheit entwickeln könnt. Dort hat es geregnet und starken Wind gegeben, aber ihr habt dem mit Freude und Zufriedenheit standgehalten. Ihr wart im Freien, ohne Zelte und ohne besondere Ausrüstung, ihr habt dort ein paar Tage mit Liedern und großem Behagen verbracht. Dank des Feuers habt ihr euch bald von der einen, bald von der anderen Seite getrocknet, obschon es ständig geregnet hat. Das war eine der wichtigen Aufgaben, welche die Schüler meistern mussten. Für viele von euch hat diese Situation der Verführung gedient, nämlich warum Gott euer Gebet, dass der Regen aufhören möge, und ihr trocken werden und euch wärmen könnt, nicht erhört hat. Aber die unsichtbare Welt hat euch dieser Prüfung unterzogen, damit ihr diese Bedingungen ertragt, euch stählt, auf die Dinge tiefgründiger schaut und versteht, dass alles von Gott kommt. Geht es nicht um Vielfalt? Kann es eine größere Vielfalt geben als das? Bald Regen, bald Sonne, bald Wind. Diese vergänglichen Zustände in der Zeit sind nichts anderes als Bedingungen für die Entwicklung des menschlichen Denkens und der menschlichen Gefühle. Oft sagen die Menschen: „Wir wollen gut leben.“ Ich sage: Hört auf, so zu sprechen und sagt, dass alles, was in unserem Leben geschieht, um des Guten willen geschieht, weil es von Gott kommt. Die Schönheit des Lebens liegt in der Vielfalt. Ob du isst oder fastest, danke Gott; ob du leidest oder dich freust, danke Gott; ob du krank bist oder gesund, danke Gott wieder. Sage zu dir: „Gott ist gut; alles, was er mir sendet, ist zu meinem Wohl. Ich gehöre nicht zu den sehr guten Menschen, sondern ich bedarf ein wenig der göttlichen Korrektur.“ Möge in eurem Verstand der Gedanke bleiben, dass ihr für alles dankbar sein sollt. Nur so werdet ihr in euch eine neue Welt von Ideen und Gefühlen erschaffen. Warum? – Weil diejenigen Ideen, welche aufbauen, auf gewissen Gesetzen beruhen, die ihr kennen müsst. Dasselbe gilt auch für die physische Welt. Möchtet ihr ein Haus bauen, dann könnt ihr es auf drei unterschiedliche Weisen tun: auf eine physischen Weise, indem ihr das Fundament in die physische, materielle Welt legt; oder auf eine geistige Weise oder auf eine göttliche Weise. Errichtet ihr also ein Haus in der physischen Welt, dann soll es in sich die drei Elemente – physisches, geistiges und göttliches – enthalten, wenn ihr den göttlichen Segen haben möchtet. Wenn ihr dieses Haus in dieser Weise baut, wird ein guter Mensch geboren werden. Andernfalls, wenn diese Gesetze beim Bau dieses Hauses nicht beachtet werden, wird notwendig ein Mensch sterben. Denn jedes Haus soll nach richtigen Gesetzmäßigkeiten so gebaut werden, dass ein guter Mensch geboren werden kann. Dieses Haus soll der Ausdruck dieses guten Menschen sein. Ich sage: Von euch als Schüler der Liebe wird Beständigkeit in eurer Gesinnung verlangt. Unabhängig davon, welchen Prüfungen ihr unterzogen werdet, sollt ihr sie bestehen. Zweifelt ihr, dann haltet ihr den Prüfungen nicht stand. Dürft ihr an Gott zweifeln? Manch einer sagt: „Gott liebt mich nicht, jemand anderem hat Er mehr Segen gegeben.“ Wenn ihr so spricht, dann gleicht ihr einem Tal, das sich darüber beschwert, dass die Sonne es nicht wie das benachbarte Tal bescheint. Es ist richtig, dass ein Tal mehr Früchte bringen kann als ein anderes, aber daran ist weder das Tal noch die Sonne schuld. Der Grund dafür, dass ein Tal mehr Früchte als ein anderes tragen kann, liegt im Boden, an den Früchten selbst usw. Kann die Bergspitze daran leiden, dass sie keine Früchte trägt? Jedes Tal und jedes Gebirge erhält so viel, wie es braucht. Denn in dieser Hinsicht gibt die Sonne des Lebens jedem so viel, wie für ihn nötig ist. Gott liebt alle gleichermaßen, nur die einen sind sich dessen bewusst, und die anderen sind sich dessen nicht bewusst. Gott liebt den Menschen so viel, wie auch die Engel, aber die Engel sind sich der Liebe Gottes bewusst und empfangen sie, und die Menschen sind sich ihrer nicht bewusst. Über einen Stein wird so viel Wasser gegossen wie über die umliegenden Pflanzen, aber der Stein nimmt dieses Wasser in sich nicht auf, infolgedessen man sagen könnte, Gott liebe ihn nicht. Das Wasser fließt von der Oberfläche des Steins ab, aber er nimmt es nicht auf und beschwert sich, dass er nicht geliebt wird. Wer die Härte des Steins hat, kann die Liebe Gottes nicht bewusst empfangen. Ihr sagt: „Was sollen wir dann tun?“ Werdet weich und beweglich wie das Wasser! Das Zweitwichtigste ist, unter euch gute Beziehungen zu bilden. Kommt ein Bruder zu euch zu Besuch, schlagt ihm vor, dass er seine Füße wäscht, sich ausruht, und dann unterhaltet euch brüderlich mit ihm. Seid untereinander frei, aufrichtig und nicht verlegen. In dieser Hinsicht helfen die Ausflüge sehr. Wenn wir zum Mussala gehen, dann empfinde ich es als ein Vergnügen, mich mit mir selbst, mit den Steinen, mit der Umgebung und mit euch zu unterhalten. Wenn ich euch an jenem Ort betrachte, dann studiere ich euch so, wie ihr seid. In der Natur öffnet der Mensch sein Herz sowohl für seine Nächsten als auch für die Umgebung, indem er mehr oder minder den göttlichen Segen empfängt. Das Leben in der Natur ist eines der Methoden, mit dem sich der Mensch verjüngen kann. Wenn ihr also Schüler der Universellen Weißen Bruderschaft sein möchtet, dann lasst Zweifel und Argwohn völlig los. Was für einen Sinn hat es, an einem Menschen zu zweifeln? Wenn dieser Mensch mit Gott verbunden ist, dann zweifelt nicht an ihn. Er befindet sich eh unter dem wachen Auge Gottes. Es gibt keinen Gedanken und kein Gefühl bei ihm, welche vom Auge Gottes nicht durchdrungen wären. Dann glaubt doch, dass dieser Mensch euch das Schönste geben wird, was in seiner Seele verborgen liegt. Wenn in euren Verstand ein Gedanke des Zweifels kommt, dann wisst, dass er nicht euch gehört. Er ist ein nicht geladener Gast, welcher von irgendwo draußen gekommen ist. Deshalb steht in der in der Heiligen Schrift: „Betet füreinander.“ Ich sage: Denkt gut und seid so gut, wie Gott gut ist und wie Er es möchte, dass ihr gut seid. Jetzt werdet ihr sagen: „Warum lässt Gott, der so stark ist, diese schlechten Gedanken, diese schlechten Gefühle und diese schlechten Taten bei uns zu?“ Auf diese Fragen werdet ihr euch selbst eine Antwort geben. Ihr habt doch eine Lebensphilosophie, nicht wahr? Ihr gemäß könnt ihr euch eine Antwort geben. Aus demselben Grund könnt ihr auch fragen: „Warum lässt Gott zu, dass der Lehrer unsere Fehler auf diese Weise nach außen trägt und uns beleidigt?“ Dass der Mensch sich beleidigt fühlt, bedeutet, dass er findet, dass alles, was ihm gesagt wird, der Wirklichkeit nicht entspricht. Also werden diesem Menschen Eigenschaften und Taten zugeschrieben, die er nicht hat. Wenn ihr euch beleidigen lässt und so denkt, dann sage ich: Ihr denkt falsch und ihr fühlt falsch. Als Schüler sollt ihr gerade denken. Deshalb empfehle ich euch allen, dass ihr warme Herzen und einen hellen Verstand habt. Dabei wünsche ich euch allen Freiheit, welche euch in euren Beziehungen aufrichtig macht. Wisst, dass alles, was in dieser Welt geschieht, zum Wohl geschieht. Ich sage: Ob jung oder alt, ihr alle sollt bescheiden und demütig sein. Demut ist von allen erforderlich. Der demütige Mensch erkennt Gott, er erkennt seinen Lehrer. Weder zweifelt er, noch schwankt er. Eines sollt ihr wissen: Ihr trefft viele Lehrer, aber einer ist der große Lehrer. Es gibt viele Mütter auf der Welt, aber eine ist die große Mutter. Es gibt viele Väter auf der Welt, aber einer ist der große Vater. Jeder kann Lehrer in der Welt sein, aber er soll den Platz des großen Lehrers, den Platz Gottes nicht einnehmen. Wer von den gewöhnlichen Menschen kann die Rolle der Sonne spielen? Welche angezündete Kerze kann die ganze Erde wie die Sonne erleuchten? Wenn ich jetzt so zu euch spreche, werden viele sagen: „Was für ein Ziel hat der Lehrer, so zu uns zu sprechen?“ Ich sage: „Das einzige Ziel, das ich habe, ist euch zu helfen, würdige Söhne und Mitglieder der Weißen Bruderschaft zu werden. Jemand wird sagen: „Hier wird von Mitgliedern einer Gesellschaft gesprochen.“ Die weiße Bruderschaft, von der ich zu euch spreche, ist keine neue Gesellschaft. Sie existiert seit Menschengedenken und existiert bis heute. Um euch dieses Wohls würdig zu erweisen, sollt ihr beten und fleißig an euch arbeiten, bis euer Herz vollkommen still wird: Alle Gewitter und Winde, alle Aufregungen des Meeres in ihm müssen aufhören. Wird euer Herz still, dann wird der Aufgang eurer Sonne kommen, und der Tag für euren Himmel wird hell werden, ohne Wolken und Schatten. Geht die Sonne eures Lebens auf, wird euer Herz beben, denn ihr werdet die Stimme des Geistes Gottes und aller Engel und aller fortgeschrittenen Brüder hören. Erreicht ihr dies, dann wird eure Freude unermesslich sein. Bis jetzt seit ihr alle in der Wüste, wo ihr lange Zeit beten sollt, bis ihr alle Schwierigkeiten, auf die ihr auf dem Weg stoßt, überwindet. Überwindet ihr einmal die Schwierigkeiten, werdet ihr munter und fröhlich sein. Warum? Weil hinter eurem Rücken weder der Staat, noch das individuelle Leben, noch das Familienleben, noch das gesellschaftliche Leben stehen. Hinter eurem Rücken steht nur Gott. Bis jetzt habt ihr für euch gelebt, für euer Haus, für die Gesellschaft, für euer Volk, für die Menschheit, aber ich sage: Lebt von nun an nur für Gott! Lebt ihr für Gott, werdet ihr das Licht erlangen und diese Lehre verstehen; ihr werdet euch mit den Menschen verstehen und mit euren Nächsten. Lebt ihr für Gott, dann werdet ihr auferstehen. Lebt ihr für Gott, dann wird es bei allen Menschen zu einer Einheit in ihrem Verständnis und in ihren Auffassungen kommen. Ich sage: Das Wissen, das in der Schule vorgetragen wird, kann keinem profanen Menschen anvertraut werden. Wenn ihr keinen reinen Verstand, keinen reinen Willen habt, könnt ihr zu diesem Wissen nicht gelangen. Es bedarf absolut reiner Menschen, welche die Bereitschaft haben, alles für Gott zu opfern. Wenn ihr diese Reinheit nicht habt, werde ich eines Tages dieses Wissen mit mir nehmen und es niemandem mehr anvertrauen. Eines Tages wird es nur denjenigen anvertraut, die bereit sind. Ihr sagt: „Christus hat seinen Schülern viel Wissen gegeben.“ Wahrlich hat Christus seinen Schülern ein gewisses Maß an Wissen anvertraut, aber es war nur ein kleiner Teil von dem, was er mit sich getragen hat. Christus sagt: „Es kann euch viel Wissen gegeben werden, aber ihr seid nicht dazu bereit. Wenn deshalb der Geist der Wahrheit kommt, wird er euch lehren und euch an alles erinnern, was in mir verborgen war.“ Wann wird der Geist der Wahrheit kommen? – Wenn ihr bereit seid. Dasselbe kann ich euch sagen, wenn ich euch diese Worte in eine wissenschaftliche, eine religiöse oder eine philosophische Sprache -- in Prosa oder in Poesie – übersetze. Überhaupt kann ich sie in jedwede Sprache – was auch immer ihr möchtet -- übersetzen, in eine moderne oder alte Sprachen. In welcher Sprache möchtet ihr, dass ich zu euch spreche, in welcher Sprache versteht ihr mich am Besten? Vermutlich möchtet ihr, dass ich sie ins Bulgarische übersetze. Ich habe jedoch entschieden, von nun an in der göttlichen Sprache zu sprechen, und ihr sollt es selbst übersetzen, jeder in seine Muttersprache. Bis jetzt habe ich gerade noch die entsprechenden Symbole in der bulgarischen Sprache gefunden, durch die ich die göttliche Sprache übersetzen kann. Die westlichen Völker werden das Wort Gottes aus dem Osten empfangen. Überhaupt ist das Denken der westlichen Völker analytisch, während das der östlichen Völker mehr symbolisch ist. In diesem Vortrag habe ich euch viele Regeln und Methoden gegeben, die ihr beachten sollt, wenn ihr Schüler des Lichtes sein möchtet. Jemand wird sagen, dass er verheiratet sei und sich nicht damit beschäftigen könne; ein anderer wird sagen, dass er nicht gelehrt sei; ein dritter wird sagen, dass er kein guter Mensch sei usw. Ich sage: In welcher Lage auch immer ihr euch befindet, nichts hindert euch, gute Schüler zu sein und dasjenige zu studieren, das in der Schule vorgetragen wird. Sowohl als Verheiratete oder als Ledige, als Nichtgelehrte oder Gelehrte, als Arme oder Reiche, nichts fehlt euch, um Schüler zu sein. Bei allen gibt es ein gutes Material, das bearbeitet werden muss. Arbeitet ihr nicht, wird es roh bleiben, und ihr werdet unreifen Früchten gleichen. Arbeitet ihr, dann werdet ihr reifen, und aus euch werden Gelehrten und Philosophen – alles, was ihr wünscht – werden. Ihr sagt: „Wir sind schon alt, es ist nicht an der Zeit zu lernen.“ Ich sage: Morgen werdet ihr wieder geboren werden. Heute erschafft ihr Bedingungen für euer künftiges Leben. Wenn ihr heute nicht arbeitet, dann werdet ihr morgen als grüne, unreife Gurken zur Welt kommen. Denn wenn ihr nicht an euch arbeitet, dann werdet ihr unreife Gurken, Kürbisse, Melonen, Wassermelonen werden. Ihr fragt: „Was ist denn das für eine Philosophie?“ Wie können wir Gurken, Kürbisse und so weiter werden?“ Ich will euch diese Symbole erklären. Was bedeutet die Gurke? Ihrer Form nach ist sie lang und schmal. Sie ist ein Symbol. Wenn ihr folglich nicht arbeitet, dann wird euer Kopf schmal und lang wie ein Strich werden. Der Kürbis impliziert, dass ihr schnell groß werdet; aber nach sechs Monaten wird eure ganze Größe wieder verschwinden. Schließlich wird der Gärtner die Kürbisse und Gurken verkaufen und für sie Geld nehmen, und für euch wird nichts übrigbleiben. Ich frage euch: „Was habt von diesem Vortrag in eurem Verstand festgehalten? Der wichtige Gedanke ist, den Weg zu Gott zu finden, zu Ihm zu gehen, und dass Er euch etwas über euren Lehrer erzählt. Findet ihr Gott, dann werdet ihr Ihm mit eurer ganzen Liebe dienen. Wenn ich sage, dass Gott erzählen wird, wer euer Lehrer ist, dann verstehe ich das Wort Lehrer in einem weiten und tiefen Sinne. Wenn ihr bereit seid, kann zu euch mehr über den Sinn dieses Wortes gesprochen werden. Wenn über die Einheit zwischen Gott und Lehrer gesprochen wird, dann lässt sich diese Einheit einzig durch diese Worte ausdrücken: „Einer ist euer Vater und euer Lehrer.“ Nachdem ihr diese Worte verstanden habt, werdet ihr auch diesen Gedanken verstehen: „Wo der Geist Christi ist, dort bin auch ich.“ Eine von den Aufgaben, die euch als Schüler gegeben wurde, ist, alle Rechnungen zu begleichen, die ihr unter euch noch offen habt. Ihr werdet beten und arbeiten und eure Aufgaben lösen, bis ihr euch an Gott mit den Worten wendet: „Herr, die Aufgabe, die Du mir gegeben hast, lässt sich schwer lösen, aber ich werde alles unternehmen, um sie zu lösen und zu zeigen, dass ich Dich liebe.“ Gott ist in euch, Er hört und hilft euch. Gott könnt ihr mit niemandem vergleichen. Der Moment in eurem Leben wird kommen, wo ihr euch in eurer ganzen Reinheit manifestieren werdet; in diesem Moment werdet ihr Gott ähnlich sein. Und wenn ihr zornig werdet, werdet ihr aus der Sicht der göttlichen Gerechtigkeit Gott ähnlich sein. Warum? -- Weil im Alten Testament steht : „Gott erschafft das Böse und das Gute.“ Wie hebt ihr diesen Widerspruch auf? Vor allen Dingen ist Böses für euch nicht unbedingt Böses für den Herrn; und Gutes für euch ist nicht unbedingt Gutes für den Herrn. Gebt ihr beispielsweise 100.000 Lewa einer armen und ehrwürdigen Familie, so könnt ihr sie mit diesem Geld auf den falschen Weg bringen. Also ist euer Gutes nicht auch etwas Gutes für Gott. Dieser arme Mensch verdirbt, seine Familie verdirbt, und seine Familie verleugnet Gott und möchte nicht mehr arbeiten. Das Umgekehrte kann auch geschehen: Ihr nehmt einem reichen Mann 100.000 Lewa weg und gebt sie einer armen Familie, die sich in dieser Stunde aufrafft; die Kinder beginnen zu lernen; die Eltern arbeiten ebenfalls, beginnen eine Arbeit, von der noch viele andere Arme einen Nutzen haben. Ich frage: Das Böse, das ihr dem Reichen angetan habt, indem ihr ihm das Geld weggenommen habt, ist es nicht ein Gutes für den armen Menschen und seine Familie? Denn eure erste Handlung war für euch gut, aber für Gott böse. Im zweiten Fall war eure Handlung für euch böse, für Gott aber gut. Es gibt jedoch Taten mit einem vorwiegend geistigen Charakter, welche sowohl vor Gott als auch vor den Menschen gut sind; und es gibt Taten, welche sowohl vor Gott als auch vor den Menschen böse sind. Jetzt müsst ihr alle helle Gedanken, ein reines Herz und einen starken, freien Willen haben. Ihr sollt alle munter und fröhlich sein. Jeder soll sich vernünftig ausdrücken, in einer göttlichen Weise. Das wird geschehen, wenn wir leuchtende Gedanken und reine Gefühle erlangen. Dann werden wir wie Engel handeln können. Jetzt möchte ich, dass das Wort, was ich zu euch gesprochen habe, nicht auf sandigen Boden fällt, sondern ihr sollt es das Jahr über anwenden. Ihr sollt in eurem Denken wach sein: jeden Abend, wenn ihr zu Bett geht und jeden Morgen, wenn ihr aufsteht, sollt ihr in eurem Verstand den Gedanken bewahren und dasjenige, was ich heute Abend zu euch gesprochen habe, anwenden. Erhebt euch vor Gott und sagt: „Herr, Deinetwegen möchte ich es tun und ich werde hundert Mal fallen. Ich will arbeiten und alles anwenden, bis ich das Ideal erreiche, das Du in meine Seele gelegt hast.“ Sagt nicht, dass ihr dasjenige, was Gott von euch möchte, nicht erfüllen könnt. Alles, was Gott möchte, dass ihr es tut, ist möglich. Ihr alle könnt dasjenige erfüllen, worüber ich heute Abend zu euch gesprochen habe. Das Wissen soll von euch so ausgearbeitet und aufgenommen werden, dass es euch in Fleisch und Blut übergeht. Geratet ihr in einen zornigen Zustand, so seid Gott nicht böse. Gott ist für die Schwierigkeiten und Beschränkungen, in die ihr geratet, nicht verantwortlich. Ihr sollt fleißig arbeiten und beten, bis ihr eure Fehler berichtigt. Nehmt beispielsweise das jüdische Volk. Gott hat dem jüdischen Volk viele Versprechen gegeben, aber dennoch war dieses Volk dem Zerfall ausgesetzt. Warum ist dieses Volk zugrunde gegangen? Warum hat es Christus gekreuzigt? Ihr beginnt zu sinnieren und sagt, dass es so in den Büchern der Propheten stehe. Vor allem steht in den Büchern der Propheten geschrieben, Christus werde vom Römischen Reich gekreuzigt werden. Aber die Juden, für die Christus gekommen ist, haben ihn gekreuzigt. Die Heiden sind hingegangen und haben sein Wort verkündet; sie wurden zu Aposteln und haben Christus verteidigt. Bevor Pilatus das Urteil über Christus sprach, wusch er seine Hände und sagte: „Wir, die Heiden, finden keine Schuld bei diesem Gerechten. Infolgedessen weigern wir uns, die Verantwortung für seinen Tod zu tragen. Ihr sollt selbst diese Verantwortung tragen.“ Also hat sich das Römische Reich auf die Seite Christi gestellt, und das jüdische Volk hat gesagt: „Wir haben ein Gesetz, nach welchem dieser Mensch gekreuzigt werden muss.“ Aber Moses hat den Juden vorausgesagt, dass Gott unter ihnen einen Propheten erwählen werde, auf den sie hören und dem sie gehorchen müssen. Wer nicht auf ihn hört, wird vom Antlitz der Erde getilgt werden. Die Juden haben auf Moses nicht gehört und Christus gekreuzigt. Viele von euch werden sagen, es stehe so in den Büchern der Propheten geschrieben. Solch eine Ausrede fanden die Juden, solch eine Ausrede könnt auch ihr vorbringen und sagen, es stehe geschrieben, dass unser Christus gekreuzigt werden sollte. Von wem? – Von euch selbst. Ich sage: Von euch steht in eurem Gesetz geschrieben, dass ihr Schüler Christi werden sollt, er soll euch den Weg zu Gott zeigen. Deshalb nämlich sagt Christus: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Ich bin der Weg zu Gott. Ich bin der Weg zur Wahrheit, ich bin der Weg zum Leben.“ Das heißt: Ihr alle müsst durch Christus gehen, damit er euch den Weg zu Gott zeigen kann. Wenn ihr zu Gott geht, kehrt ihr wieder zu Christus zurück. Ich sage euch, warum ihr wieder zu Gott zurückkehren sollt. Gott ist treu und wahrhaftig. Wegen seiner Herrlichkeit soll alles getan werden. Wer zu Gott gekommen und zu seinem Lehrer zurückgegangen ist, hat die Wahrheit gefunden. Was ihr von Gott verstanden und begriffen habt, das werdet ihr auf der Erde anwenden. Und wenn ihr eure Lektionen gut gelernt habt, dann wird man euch unter diese Menschen schicken, damit ihr predigt. Meine Aufgabe besteht darin, euch den Weg zu Gott zu zeigen, dass ihr Ihn liebt und Ihm uneigennützig und unentgeltlich dient. Es gibt drei Weisen, auf welche die Menschen im Leben arbeiten können. Die erste Weise ist Dienen, Arbeiten für Geld. Zum Beispiel habt ihr einen Bauern, der seinen Acker bearbeitet. Unabhängig vom Ertrag verkauft er den Weizen und verdient Geld mit ihm. Die zweite Weise: Der Bauer bearbeitet seinen Acker, den Weizen gibt er unentgeltlich den Armen. Die dritte Weise: Der Bauer bestellt seinen Acker, und nicht nur, dass er ihn den Armen unentgeltlich gibt, sondern er eröffnet für sie auch noch Schulen und ermöglicht ihnen Bildung. Die für euch zuträglichste Weise ist die des zweiten Bauern. Fangt mit ihr an! Eines Tages, wenn ihr fortgeschrittener seid, dient ihr Gott auf die dritte Weise, so wie es der dritte Bauer tut. Die Schüler der Liebe müssen absolut uneigennützig und mit Liebe arbeiten. Kommt einer zu mir, der Weizen für Geld verkauft, weiß ich, zu welcher Kategorie er gehört. Kommt der zweite, der den Weizen den Armen unentgeltlich überlässt, weiß ich, zu welcher Kategorie er gehört. Und schließlich, wenn der dritte kommt, der wie der dritte Bauer handelt und den Weizen an die Armen verteilt, ihnen aber noch Bildung ermöglicht, dann weiß ich: Dieser ist der wahre Schüler. Wenn der Schüler zu seinem Meister kommt, dann verstehen sie sich vollkommen. Dann ist der Himmel auch bereit, viele Dinge für den Schüler zu tun. So, ihr alle müsst im Frieden leben! Das Haupt eures vernünftigen Lebens soll die Wahrheit sein. Das Haupt eures vernünftigen Herzens soll die Liebe sein. Das Haupt eures Willens soll die Weisheit sein. Wenn der Wille von der Weisheit geleitet wird, wenn euer Herz von der Liebe geleitet wird, wenn euer Verstand von der Wahrheit geleitet wird, dann gibt es kein besseres Leben als dieses. Ich sage: Ihr alle sollt frei sein, um während des ganzen Jahres für das Reich Gottes, für die Güter Gottes und für die Realisierung des göttlichen Willens zu arbeiten. Gleichzeitig arbeitet ihr für das Kommen der göttlichen Liebe und des göttlichen Friedens in euch. Nur so werdet ihr Wissen in allen Zweigen des göttlichen Lebens erlangen. Jetzt gebe ich euch das folgende Motto: „Die Gnade Gottes möge während aller Tage unseres Lebens immerdar mit uns sein!“ „Sei immer treu, wahrhaft, rein und gütig!“ 14.07.1926 Sofia * Höchster Berg Bulgariens im Rilagebirge
  6. ORGANISIEREN DES GEISTIGEN KÖRPERS Bojan Boev Das Organisieren des geistigen Körpers muss die Hauptaufgabe des Menschen sein. Wenn das unbewusst passiert, geschieht dieses Organisieren des geistigen Körpers langsam und fortlaufend im Laufe mehrerer Inkarnationen. So ist es mit den meisten Menschen. Ein Schüler jedoch, muss sich dessen bewusst annehmen. In einem Gespräch hat der Meister einmal speziell über das Organisieren des geistigen Körpers gesprochen und hat Hinweise dafür gegeben. Ein Mensch kann seine Evolutionsaufgabe nicht beenden, solange er seinen geistigen Körper nicht organisiert hat. Deshalb muss jede andere Arbeit des Menschen diesem Hauptziel untergeordnet sein. Wie kann man Gott dienen, wenn man sich nicht beherrschen kann, wenn man unbeständig in all seinen Gedanken, Gefühlen und Handlungen ist? WAS BEDEUTET ORGANISIERTER GEISTIGER KÖRPER? Das bedeutet, dass immer mehr Göttliche Kräfte den geistigen Körper durchdringen – so wird er zu einem immer besseren Vermittler des Göttlichen. Auf diese Weise werden die Kräfte des geistigen Körpers organisiert: er wird seine Göttliche Natur immer besser äußern und wird den Anregungen folgen, die aus der Göttlichen Welt stammen und nicht den fremden, den Nebeneinflüssen. WIE ERKENNT MAN, DASS DER GEISTIGE KÖRPER ORGANISIERT IST? Wenn man bei Ärgernis und Schwierigkeiten die Geistesgegenwart verliert, zeigt das einen unorganisierten geistigen Körper. Ein solcher Mensch wird bei der kleinsten Unannehmlichkeit verzweifelt. Er ist unbeständig in seinen Gefühlen und Stimmungen. Wenn ein Mensch nicht Herr über sich selbst ist, wenn er seine Gedanken, Gefühle und Handlungen nicht beherrschen kann, ist sein geistiger Körper nicht organisiert und er ärgert sich schnell, zeigt Ungeduld, kann sich nicht mäßigen, er handelt erst und bereut danach. Wenn ein Mensch einen schwachen Willen hat, wenn er seine Aufgaben und Verpflichtungen nicht erfüllt, hat er keinen organisierten geistigen Körper. WIE KANN DER GEISTIGE KÖRPER ORGANISIERT WERDEN? Jemand könnte sagen, dass man gegen die eigenen Schwächen kämpfen sollte, um sie zu überwinden. Diese Methode kann nicht erfolgreich sein, es ist sogar möglich, dass seine Schwächen stärker werden, denn es gibt ein Gesetz, nachdem das geschieht, worüber man nachdenkt. Wenn du über deinen Schwächen nachdenkst, sei es sogar mit dem Ziel sie zu überwinden, so werden sie, diesem Gesetz nach, stärker. Deshalb soll man mit den eigenen Schwächen nicht kämpfen. Man muss die positive Methode anwenden: nämlich diejenigen Kräfte entwickeln, die den geistigen Körper organisieren werden. Wird er organisiert, so werden die Schwächen und die Mängel von selbst verschwinden. Das Organisieren des geistigen Körpers kann auf folgende Weisen geschehen: Vor allem muss man jeden Tag mindestens eine Stunde widmen, um über erhabene Ideen nachzudenken. Jeden Tag muss man eine halbe oder eine ganze Stunde in Einsamkeit bleiben und das Bewusstsein erheben, indem man über das Ewige, das Große in der Welt nachdenkt. In diesen ausgewählten Minuten muss man an Gott denken. Das ist deshalb notwendig, damit man von der Welt, in der man lebt, nicht verschlungen wird und nicht beginnt das zu denken, was die Welt denkt. Das Erhabene, worauf man sich in dieser bestimmten Zeit konzentriert, wird an dem Menschen arbeiten und mit der Zeit seinen Charakter so ändern, wie der Bildhauer ein Stück Marmor bearbeitet und schöne Formen aus ihm meißelt. Die beständige Verbindung zu Gott organisiert den geistigen Körper. Das geschieht hauptsächlich durch unaufhörliches Gebet: beim Essen, bei der Arbeit und auch während des Schlafens. Auf diese Weise fließen in den Menschen höhere Energien aus der Göttlichen Welt ein. Das Gebet ist eine Methode Kräfte von oben zu bekommen. Das alltägliche Lesen der Evangelien und der Vorträge organisiert den geistigen Körper. Durch solche Arbeit lebt man den ganzen Tag über in einer erhabenen Welt. Das innere Leben steht in Übermacht über das äußere Leben. Ein solcher Mensch überwindet leicht die Unannehmlichkeiten und Schwierigkeiten. Sie können seinen inneren Frieden nicht stören. Der Meister sagt: „Wer die Vorträge liest, ist am nahesten bei mir, denn er kommt in Verbindung mit dem Göttlichen Geist, der durch mich gesprochen hat.“ Eine Schwester sagte: „Ich habe die Art und Weise gefunden froh zu sein, indem ich jeden Tag zwei Vorträge lese.“ Die Liebe organisiert den geistigen Körper. Sie hat die Zauberkraft alle, die sie berührt, zu verändern, zu organisieren und zu harmonisieren. Der Mensch muss die Liebe in sich ständig verstärken, erweitern – möge sie immer mehr Wesen einschließen, bis sie Liebe zu allem wird. Alle negativen Kräfte im Menschen, die ein Zeichen des unorganisierten Körpers sind – Bosheit, Hass, Eigennützigkeit u. a. fallen ab, verbrennen unter der Wirkung der Liebe. Gott zu dienen ist eine wichtige Methode zum Organisieren des geistigen Körpers. Der Meister hat folgendes Gesetz formuliert: Gott zu dienen bringt Freiheit. Auf Grund dieses Gesetzes bekommt der Mensch indem er Gott dient seine Freiheit. Und was bedeutet Freiheit im tiefen, mystischen Sinne dieses Wortes? Das heißt Befreiung von dem Einfluss der niederen, zurückgebliebenen Wesen, denen der Mensch früher untergeordnet war, in dessen Händen er ein Spielzeug war. Durch das Gewinnen der Freiheit wird der Mensch Herr seiner selbst – ein Herr seiner Gedanken, Gefühle und Handlungen. Das bedeutet Organisieren des geistigen Körpers. Die Musik ist sehr behilflich beim Organisieren des geistigen Körpers. Die Musik von Beinsa Douno verstärkt die Schwingungen des physischen und geistigen Körpers, bringt einen richtigen Rhythmus in sie hinein, ordnet sie wieder neu. Das alles ist Organisieren des geistigen Körpers. Die Mathematik hat auch eine große Bedeutung beim Organisieren des geistigen Körpers. Sie entwickelt die Verstandesfähigkeit im Menschen und seine Denkkraft. Sein Denken wird immer mehr selbst kontrollierter. Er kann es leiten und es ist nicht mehr wie ein galoppierendes Pferd ohne Führung, das den Menschen bringt, wohin es will. Der Meister gab uns in der Okkultschule einmal die Aufgabe: jeder Schüler sollte sich mit Mathematik beschäftigen. Er muss alle Mathematikkurse – von der ersten bis der letzten Klasse des Gymnasiums – durchlaufen. Es gibt ein Gesetz: Alles, was oben, in der geistigen Welt geschieht, manifestiert sich in der physischen Welt. Auf Grund dieses Gesetzes beeinflusst das Organisieren des geistigen Körpers den physischen Körper. Die Kräfte des organisierten geistigen Körpers fließen in den physischen Körper hinunter und festigen ihn, sie verbessern seinen Gesundheitszustand. Außerdem bearbeiten sie den physischen Körper, verschönern ihn, verändern die Gesichtszüge des Menschen. Sie wirken auch auf die Materie des physischen Körpers selbst und verändern sie. Die Materie eines unentwickelten Menschen ist dichter, härter, unempfänglich für die Schwingungen, die aus den hohen, vernünftigen Welten stammen. Wenn sich der geistige Körper organisiert, wird diese Materie plastisch, reiner und aufnahmefähiger für alles, was aus der Vernünftigen Welt herkommt. Das gibt einen mächtigen Anstoß zur geistigen Erhebung des Menschen. Die Zellen des menschlichen Körpers sind lebend. Sie sind Zellenseelen. Aber viele von ihnen sind noch schlafend. Der Meister sagte, dass je größer die Zahl der geweckten Zellen im Menschen wird, desto mehr seine Gaben und Tugenden zunehmen. Der organisierte geistige Körper erweckt viele Zellen des Menschenkörpers. Wir haben gesagt, dass ein Mensch, der für das Organisieren seines geistigen Körpers arbeitet, seine eigene Evolution beschleunigt. Er bekommt neues Licht, neue Kräfte erwachen in ihm, neue Seiten seiner Göttlichen Natur äußern sich. Alle Menschen sind aber miteinander verbundene Gefäße und alles, was mit einem passiert, kann nicht ohne Auswirkung auf alle anderen, die um ihn sind bleiben, sogar auf diejenigen, die physisch von ihm entfernt sind. Sie alle werden in den Nutzen seines Sich- Erhebens kommen. So, wenn ein Mensch an sich selbst arbeitet, arbeitet er gleichzeitig auch für das Erheben der ganzen Menschheit. Wenn er aufsteigt, beginnen viele andere in der Welt auch aufzusteigen. Sein Antrieb, seine Bemühungen werden in andere übergehen. Jede seine Errungenschaften, jede Leistung und bestandene Prüfung von seiner Seite wird sich wohltuend auf die anderen auswirken. Mit jedem Schritt, den er nach oben macht, wird er dazu beitragen, dass auch andere diesen Schritt machen. (aus den Briefen des Bruders Bojan Boev) Übersetzt von - Lidia L.
  7. Das vernünftige im Menschen
  8. Musik, Arbeit und Fasten Sprechen wir jetzt unsere zweite Formel aus: Es gibt keine Wahrheit wie die göttliche Wahrheit. Nur die göttliche Wahrheit ist Wahrheit. Wenn ihr diese Formel aussprecht, dann bemüht euch, sie mit einer möglichst weichen Stimme auszusprechen; die Vibrationen sollen weich sein. Der Mensch muss in der physischen Welt zuerst essen, nicht wahr? Danach spürt er, dass er satt geworden ist. Dann ruht er sich aus; danach - als dritter Zustand -, nachdem er sich ausgeruht hat, beginnt er nachzudenken. Bei uns ist es genauso: Zuerst haben wir gegessen, nach dem Essen haben wir uns ausgeruht und jetzt denken wir nach, nicht wahr? In der Schule haben wir das folgende Thema gestellt: Was ist die beste Arbeitsmethode? Während des ganzen Jahres macht ihr persönliche Beobachtungen und Versuche: Was ist die beste Methode für eure Arbeit – für euch? Ihr seid jetzt als Schüler manchmal schlecht gelaunt. Nehmt dann die Musik als ein Mittel, um euch einzustimmen. Wir sprechen jetzt den ersten Buchstaben, das A, mit offenem Mund aus. Wenn ihr diesen Buchstaben gewöhnlich aussprecht oder ihn aber in einen Ton kleidet, dann habt ihr zwei unterschiedliche Wirkungen dieses Buchstabens. Zum Beispiel sagt man im Bulgarischen: „Aaa“ -- das bedeutet: „Du bist es?“ Die Dinge, die wir zum ersten Mal erkennen, versetzen uns in Erstaunen. Das bedeutet – das erste Erwachen des Bewusstseins oder das erste Erwachen des vernünftigen Lebens. Das ist da A. Und dann sagen wir: Aaa. Alle singen: Aaa – allmählich wird es stärker, dann schwächer, dann verklingt es. Manchmal bist du nicht gut gestimmt – sprich dann Aaa. Ihr seid jetzt wie manche Aristokraten, die sagen: „Mit kleinen Dingen beschäftigen wir uns nicht, nicht einmal mit einem Napoleon, vielmehr mit tausenden!“ Und dieses A kann vieles bringen. Wenn du schlecht gelaunt bist – dann beginne über das A wie über die erste Manifestation des Bewusstseins nachzudenken. „Woran denkst du?“ fragt man dich. „Mein Bewusstsein ist erwacht, und ich möchte wissen, wozu dieses A benutzt werden kann.“ Wir sprechen jetzt alle zusammen den Buchstaben A aus. Ihr habt gehustet. Wir sehen jetzt, inwieweit euer Bewusstsein erwacht ist. Eine ausgezeichnete Übung! Das sind allgemeine Übungen, versteht ihr? Ihr müsst sie notieren. Das A wird mit den folgenden Bewegungen gesprochen: Der linke Arm zur Seite gestreckt, beide Arme zur Seite gestreckt, die Arme auf der Brust, dann die Arme wieder geöffnet. Beide Arme nach vorne, dann die Hände auf den Kopf, dann auf die Brust, dann auf den Kopf, dann der rechte Arm zur Seite gestreckt, dann beide Hände auf den Kopf. Diese Übung soll mehrmals ausgeführt werden. Merkt euch diese Übungen; es sind okkulte Übungen. Ihr könnt sie oft machen. Also kann dieses A in vielerlei Hinsicht nützlich sein. Viele Dinge können jetzt auf musikalische Weise ausgeführt werden. Wir machen jetzt eine musikalische Übung mit den Buchstaben A, O und U. Wenn wir zum O kommen, legen wir unsere Hände auf die Augen. Wenn wir zum U kommen, legen wir unsere Hände auf die Ohren und zeigen dem physischen Menschen, dass er gerecht sein muss, nichts anderes. Wenn wir zum O kommen, ergreifen wir unsere Augenlider von oben. Wisst ihr, was das bedeutet? Den Vorhang zu lüften, nichts darf vor Gott, der alles weiß, verborgen bleiben. Wir können das O in unterschiedlicher Weise singen. Wir können unsere beiden Finger auf die Augen legen; das bedeutet, unsere Augen für die Außenwelt zu schließen, damit wir in die innere Welt, in uns selbst hineingehen. Alle singen O (mit einem nervösen Ton). Also, ihr seid nicht bereit, eure Augen zu schließen; ihr seid nicht bereit, euch selbst zu verleugnen. Man singt das O mit folgenden Bewegungen: Die Hände auf die Augen, dann die Augenbrauen von oben ergreifen. Ein Lied mit dem Buchstaben U: Beide Finger auf die Ohren, der eine unten. Die Hälfte von euch singt den Buchstaben A, die andere Hälfte O. Hört zu – jetzt singe ich. Der Lehrer singt. Alle singen das Lied auf A, O, U mit den folgenden Bewegungen: A – die Hände auf die Brust, U – die Hände auf die Ohren, O – die Hände auf die Augen bei den Augenbrauen, A – die Hände auf die Brust, U – die Hände auf die Ohren, O – die Hände auf die Augen. Das Lied, das heißt die Übung mit dem A, gelingt am besten – das bedeutet, der Anfang, der Grund, ist am schönsten. Ich habe eine Methode, die ich noch nicht überprüft habe. Es ist eine musikalische Methode. Der Lehrer singt folgende Worte: Fir-für-fen Tao Bi Aumen. Ich gebe euch dieses Liedlein, damit ihr euch einstimmen könnt. Ihr könnt euch mit diesem Lied immer einstimmen. Es gibt kein Seelenleid, bei dem die Seele nicht positiv gestimmt werden könnte. Der letzte Teil des Liedes ist der stärkste Punkt. Wenn jemand Kummer hat, wenn jemand magenkrank ist, und er geheilt werden möchte, dann kann er es mit diesem Lied machen. Diese Vibrationen werden die Ströme in euch reparieren. Jede schlechte Stimmung, jeder schlechte Zustand ist auf die verlorengegangene Harmonie im Körper zurückzuführen, und diese Musik beginnt euch positiv einzustimmen und euch ein wenig zu massieren. Frage: In welcher Sprache ist dieser Satz? Es ist eine alte Sprache; der Satz kann nicht wörtlich übersetzt werden. Ich habe ihn so übersetzt: „Ohne Angst und ohne Dunkelheit.“ Diese Übersetzung ist nicht völlig korrekt, das Original bedeutet wesentlich mehr. Es ist nur eine Teilübersetzung; das Ganze kann nicht übersetzt werden, und es ist nicht erlaubt, es zu übersetzen. Dieses Lied muss aufgeschrieben und auswendig gelernt werden. Es ist eine Melodie, die für alle Seelenstimmungen geeignet ist. Damit kannst du einen solchen Zustand des Verstandes, des Herzens und der Seele erlangen, dass du wieder harmonisiert wirst. Das Wort Aumen bedeutet alle Eigenschaften, die im Göttlichen enthalten sind. Alles, was das Göttliche in sich enthält, soll wachsen und sich in seiner Fülle manifestieren. Tao – bedeutet das Absolute, das Nicht-Manifestierte, das Grenzenlose. Bi – bedeutet dasjenige, was sich manifestiert. Aumen – enthält alles für das Leben. Das ist jedoch keine ihr Wesen betreffende Übersetzung. Es sind rhythmische Worte, ein rhythmischer Satz, dessen Vibrationen stark sind. Du musst hier nur das Bewusstsein haben, um die Vibrationen zu verstehen. Wenn du sie vernimmst, wirst du Nutzen daraus ziehen können. Alle okkulten Übungen beginnen mit Musik. Dieses Lied singt ihr nicht draußen, sondern ihr singt es nur, wenn ihr euch versammelt, für euch selbst, für euch, die ihr es versteht; sonst wird das Lied, wenn es nach draußen getragen wird, profaniert. Jetzt möchte ich, dass ihr in der Schule ein richtiges Verständnis habt, damit ihr manche Dinge nicht wörtlich auffasst. Jeder lernt nach seinen Fähigkeiten. Darin liegt die Lösung. Das Programm ist so geordnet, dass es die Bedürfnisse von allen entsprechend ihrer jeweiligen Entwicklungsstufe stillt. Niemand darf es anders verstehen. Ihr sollt nicht denken, dass allen dieselben Aufgaben gegeben werden, dass jeder auf den Mussala* hinaufsteigen muss. Auf den Mussala steigt nur, wer bereit ist. In der Natur blüht nur diejenige Knospe, die an der Zeit und bereit ist. Wer bereit ist, blüht. Ihr blüht, wenn eure Zeit kommt. Ihr braucht euch nicht zu beeilen. In dieser großen göttlichen Schule muss alles zu seiner Zeit geschehen, und darum darf niemand bemüht sein, es zu korrigieren. Alles geschieht zu seinem genauen Zeitpunkt. Wenn ihr einen Versuch macht, werdet ihr durch euer Bewusstsein eine neue Erfahrung machen, die euren Verstand und euer Bewusstsein stärkt, und ihr gewinnt eine größere Zuversicht. Zunächst dürfen wir die Angst in euch nicht herausbringen, sondern sie zähmen, weil ihr die edelste und erhabenste Idee haben könnt. Wenn dann jedoch die Angst an eure Tür klopft, dann verwerft ihr diese Idee und sagt: „Her mit einer anderen Idee!“ Dann stürzt ihr euch auf eine andere Idee. Es gibt eine okkulte Erzählung: Man erzählt, dass der Hase sich mit einem Revolver und einem Messer ausgerüstet und zu sich selbst gesagt hat: „Wenn mir jemand über den Weg läuft, rede ich Tacheles mit ihm.“ Aber schon beim ersten Geräusch hatte er alles vergessen – auch das Messer! Danach sagte er zu sich: „Jetzt haben sie mich schon wieder erschreckt, doch beim nächsten Mal werd‘ ich‘s ihnen zeigen.“ Doch auch beim zweiten Mal hatte er alles wieder vergessen. Seit Tausenden von Jahren erschrickt der Hase! Warum erschrickt er? Weil es in seiner Seele keine Liebe gibt – er hat keine innere Kraft. Und jetzt entscheiden wir: Wir machen dies und das – wir nehmen das Messer, aber wir werden trotzdem gebeutelt und sagen dann: „Wir sind gescheitert, aber ein zweites Mal werden wir nicht scheitern.“ Warum sind wir gescheitert? Weil wir die Liebe, diese große Kraft, nicht haben. Darin liegt die große Wahrheit. Wir müssen also die Liebe in unser Herz legen und dann können wir alles tun. Jemand von euch könnte sagen: „Er begrenzt mich“. – Nein, in der Liebe gibt es keine Begrenzungen. Jeder, der in die Liebe hineingeht, wird sie folglich erfahren – sie ist grenzenlos. Wenn ihr alle in die Freiheit und in die Liebe hineingeht, werdet ihr eine so große Weite finden, dass ihr alle frei leben werdet. Die einzige Kraft, welche uns Freiheit und Leben geben kann, ist die Liebe. Ich möchte, dass dieser Gedanke, dass mit Liebe alles möglich ist, sich eurem Verstand einprägt. Ihr macht Versuche, und ich sage: „Das nächste Mal, wenn ihr auf den Mussala steigt, schicke ich euch Bären – und ihr sprecht das Wort Liebe aus. Ihr sagt: „Die Angst draußen und die Liebe drinnen.“ – Und der Bär wird vor euren Füßen niederknien und zu euch sagen: „Bitte schön!“ Aber wenn die Angst drinnen ist und die Liebe draußen, wird er euch bespucken. So ist es auch in der Welt. Wer wurde nicht bespuckt? Und gemäß dieser Gewohnheit bespuckt euch jemand und sagt: „Du bist ein ehrloser Mensch.“ Warum? – Weil du ehrlos bist; du möchtest die Menschen belügen. Du hast die Liebe draußen und die Angst drinnen: Pfui – dann spuckt er. So müsst ihr es deuten. Wenn du nach Hause kommst, dann sag‘ zum Herrn: „Herr, ich danke Dir, dass dieser Bruder mir die Wahrheit gesagt hat.“ Selbst wenn du wie der Hase zehn Mal am Tag davonläufst! Die Angst – das ist etwas Konkretes. Die Angst hat auch ihren Platz - jedoch nur in der physischen Welt, für die geistige Welt ist sie nicht nötig. Sie existiert als eine Notwendigkeit, als eine Begrenzung für die physische Welt; dort ist sie nötig. Aber in der geistigen Welt gibt es keinen Platz für die Angst. Die Angst aus der physischen Welt zu tilgen bedeutet, eine Anarchie zu schaffen – die geistige Welt zu zerstören. Wenn wir sie als ein Prinzip in die geistige Welt setzen, zerstören wir die Welt. Nun, wir werden die Angst in die physische Welt setzen und zu ihr sagen: „Hier ist dein Platz.“ Die Liebe werden wir in die geistige Welt setzen. Momentan haben die Menschen die Angst in die geistige Welt gesetzt und die Liebe in die physische – also genau umgekehrt. Wir werden diese Lehre nicht in der Theorie überprüfen, sondern durch Erfahrung. Für diese Versuche haben wir ein reichhaltiges Material. Ihr findet einen Hass in euch, den ihr bereits seit zwanzig Jahren habt, ein fressendes Geschwür. Wenn wir das Wort Liebe aussprechen, sehen wir, welche Ergebnisse dies zeitigt. Ich freue mich, dass ihr solche Fälle habt, damit wir die Kraft der Liebe erkennen können. Wir werden diesen Versuch in der Schule machen und uns freuen, dass es so einen Wundbrand gibt, damit wir die Ergebnisse sehen können. Ich sage euch: „Bringt mir diesen zwanzigjährigen Wundbrand, damit wir sehen, wie sie auf ihn wirken wird. Wenn wir die Worte Tao Bi Aumen aussprechen, kommt alles zu einem guten Ende. Ein solcher Bruder wird aufstehen und sagen: „Danke, einst war ich blind, aber jetzt sehe ich; ich weiß, dass der Hass aufgehoben werden kann.“ Dies ist jetzt der Wunsch derjenigen, die die Schule leiten. Ich sage euch, diese Schule ist sehr ökonomisch. Ich habe es in Sofia gesagt und hier sage ich es erneut: Ich möchte, dass ihr nur eure freie Zeit dafür nutzt. Eine Stunde – die Zeit, in der ihr einen Skandal verursachen oder ein Verbrechen begehen könnt. Diese Zeit möchte ich von euch haben, das heißt, etwas Geringes, und wenn ihr mir mehr gebt, ist es auch gut. Ich sage es zu euch allen – ich möchte die kleinsten Ausgaben haben. Ihr sollt nicht sagen: „Ich bin verheiratet, ich habe Frau und Kinder.“ Die Zeit, während der du dein Kind und deinen Mann beleidigst – diese Zeit möchte ich haben, diese Zeit müsst ihr mit Arbeit füllen. Ihr habt viel zu viele solcher Zeiten! Ich bin sehr schlau, ich bin sehr ehrlich, ich packe euch sehr schlau. Diese Zeit ist nur eine Stunde, aber manchmal streitet ihr drei Stunden lang. Deshalb kann ich manchmal einen Gewinn erzielen. Seht, wenn ihr alle gut werdet, werde ich verlieren. Ich möchte vor euch ehrlich sein, damit ihr nicht denkt, dass ich euch etwas gebe, was in euch folgenden Gedanken hervorrufen könnte: „Woher nehmen wir diese Zeit?“ Eine Stunde Zeit! Manchmal könnt ihr vier fünf Stunden streiten. Das ist viel Zeit. Ich sage euch: „Diese Zeit wird in meinen Geldbeutel fließen. Ihr sollt hinterher nicht sagen, dass ich es euch nicht gesagt habe. Ich hab’s euch gesagt; ich sage euch alles. Wenn ihr alle gut werdet, dann verliere ich. Wenn nicht, dann verliert ihr, und ich gewinne. Jetzt gewinnt ihr oder ich. Oder ich verliere oder ihr. Ich werde also immer in der anderen Partei sein, sowohl beim Verlieren als auch beim Gewinnen. Ihr seid in der Schule, ihr wendet das Gesagte an. Wenn ihr gekränkt seid, kommt zu mir und sagt: „Ich habe eine Arbeit für Euch, für das Leben in der Schule.“ Es gibt gewisse Methoden in der Schule, die nicht so leicht sind. Dann wird es keinen einzigen von euch mehr geben, der, nachdem er diese Methoden angewandt hat, seinen Zustand nicht innerhalb einer Minute transformieren kann, unabhängig davon, wie gekränkt er war. Jedes Gekränktsein wird verschwinden, und ihr werdet euch über eure Veränderungen wundern. Es ist seltsam, wenn ihr sagt: Ich kann nicht. Ich kann und ich kann nicht – das hängt von eurem Bewusstsein ab. Wenn ich einen Nagel in eure Hand schlage, leidet ihr, aber wenn ich ihn herausziehe und eure Hand mit einer Salbe behandle, verschwindet der Schmerz. Augenscheinlich gebiert eine Begrenzung eine Disharmonie, und jede Disharmonie gebiert Krankheiten. Diese befinden sich auf verschiedenen Ebenen. Oft, wenn wir das Leben vergessen haben, drücken wir auf eine Taste und verursachen ein Unglück, eine Begrenzung. Darauf reagiert das göttliche Gesetz. Wenn du dieses Gesetz kennst, wirst du sagen: „Pass auf! Du verstößt gegen das Gesetz.“ Ihr dürft euch nicht begrenzen. Jetzt stehe ich da und sage: „Heute gibt’s kein Brot. Was sollen wir tun?“ Wenn ich den ganzen Tag Angst habe, was soll ich dann tun? Du fastest, einen Tag, zwei Tage, drei Tage – der Mensch stirbt nicht wegen des Fastens. Wir denken, dass der Mensch stirbt, wenn er nicht isst. Diese falsche Vorstellung heben wir auf. In alten Zeiten hat man die Angst durch Fasten getilgt. Du fastest einen Tag, zwei Tage, drei Tage und siehst, dass der Mensch infolge des Fastens nicht stirbt, vielmehr selbstsicherer wird. Die Ursachen, die den Menschen müde machen, sind ganz andere. Der Hunger an sich ist eine Kraft, die Leben gibt und das Leben erneuert. Man sagt: „Du wirst hungern.“ Wenn der Mensch hungrig ist, so ist das ein natürlicher Zustand. Ich wünschte gerne, immer hungrig zu sein; hungrig in der Verstandeswelt, hungrig in der geistigen Welt, hungrig in der physischen Welt – es würde mir einen Ansporn geben. Jetzt sagen die anderen: „Du wirst vor Hunger sterben.“ Wie kannst du vor Hunger sterben? Die Menschen sterben nicht vor Hunger, sie sterben vor etwas anderem. Die Angst auf der physischen Ebene heilt ihr zuerst mit Fasten. Die erste Weise, die Angst zu heilen, ist fasten. Wenn dieses Fasten dich nichts gelehrt hat, dann fastest du weiter und lädst einen armen Menschen zum Essen ein: „Du holst ihn von der Straße, setzt dich mit ihm an den Tisch und gibst ihm dein Essen. Die zweite Weise des Fastens ist: Er isst, und du sprichst. Die dritte Weise des Fastens ist: Diesem Bruder von dir, den du von der Straße geholt hast, um ihm Essen zu geben, spielst du etwas vor, wenn du spielen kannst – du spielst für ihn, gibst ihm von deinem Wissen und dann merkst du, wie du dich fühlst. Ich gebe ich euch als Aufgabe, dass ihr Versuche macht. Und nun, am ersten Tag, wenn du besorgt bist, wenn du dich in einem sehr bekümmerten Zustand befindest, fastest du, ohne jemanden zum Essen einzuladen. Am zweiten Tag fastest du und lädst jemanden ein: Er isst, und du sprichst. Am dritten Tag fastest du wieder und lädst jemanden zum Essen ein – du spielst für ihn und ihr unterhaltet euch freundschaftlich miteinander. Du holst keinen beliebigen Menschen: Du lädst einen armen Menschen ein, eine Seele, die dir gefällt. Ihn bittest du als Gast zu dir und mit ihm machst du den Versuch. Nur ein Meister oder ein Adept kann diese Versuche mit einer beliebigen Person machen. Erst nach einiger Zeit macht ihr den Versuch mit Menschen, die ihr überhaupt nicht liebt, damit ihr euch einstimmen könnt und gut gelaunt seid. Das ist ein anderes Gesetz. Das ist eine Methode, das ist ein Wissen. Es ist nicht leicht, den Menschen zu erziehen. Die Erziehung der heutigen Pädagogen ist keine Erziehung, es ist eine Dressur. Die Erziehung beruht auf ganz anderen, natürlichen Gesetzen. Ich sage zu euch wieder: Die Erfahrung, die ihr habt, tragt ihr mit euch. Ihr werdet jedoch sehen, dass ihr bloß ein Prozent Ausnahmen haben werdet, wenn ihr nach den göttlichen Gesetzen arbeitet. Wir werden diese Gesetze anwenden. Nun gut, jetzt prüfen wir die Kraft eures Hellsehens. Sagt mir, wenn ich die Bibel öffne, auf welchen Vers ich stoßen werde; ob dieser Vers, auf den ich gestoßen bin, sich auf die geistige, die verstandesmäßige oder physische Welt bezieht. Antwort: auf die geistige Welt. Antwort: auf die Verstandeswelt. Antwort: auf die physische Welt. Nun gut, wir haben jetzt drei Meinungen: Die einen sagen, auf die geistige Welt, die anderen auf die Verstandeswelt, die dritten auf die physische Welt. Jetzt sehen wir, wer Recht hat. Der Lehrer öffnet die Bibel und stößt auf Hesekiel 7,4: „Mein Auge zeigt kein Mitleid mit dir, und ich übe keine Schonung, sondern deinen Wandel vergelte ich dir und deine Gräueltaten sollen sich in deiner Mitte auswirken. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.“ In welcher Welt ist das Bewusstsein – in der geistigen; das heißt, die erste Meinung ist richtig. Also, zuerst wird hier jedem vergolten. Jetzt hört, ihr Rechtschaffenen! Dies ist eine Regel. „Mein Auge zeigt kein Mitleid mit dir.“ Warum zeigt es kein Mitleid? Weil du gegen die göttlichen Regeln verstoßen hast. Der Lehrer zeigt kein Mitleid mit dir und zudem wird er alle deine Aufgaben streichen. Wenn der Schüler spielt und die Töne nicht trifft, dann sagt der Lehrer, dass der Schüler unfähig sei, und gibt ihm eine schlechte Note, eine sechs. „Ich vergelte es Dir“ – die Sechs. „Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.“ – Ich bin der Lehrer, der sich nicht täuscht, für den in jeder Hinsicht das Falsche falsch und das Richtige richtig ist. Wir sprechen jetzt vom absoluten Recht, welches ein Recht zu jeder Zeit ist. Und dies ist der große Lehrer, der in der Welt ist, der Geist, der alle Dinge verteilt. Er lässt sich nicht belügen und er spricht keine Lüge aus. Ich verstehe es so, dass dieser Vers die drei Welten betrifft. Ja, er betrifft sie. „Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR bin.“ Jetzt öffnen wir die Bibel zum zweiten Mal. Wird dieser Vers weich sein und von der Liebe oder von der Bestrafung handeln? Antwort: Beides. Der Lehrer hat die Bibel geöffnet: 2 Petrus 3,16: „So wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben.“ Also, in der Schule werden keine dummen Schüler geduldet. „So wie in allen seinen Briefen“ – manche, die die Gesetze nicht verstehen, verdrehen sie. Wovon handelt der dritte Vers: von der Liebe, von der Weisheit, oder von der Wahrheit? Der Lehrer öffnet die Bibel: 2 Petrus 1,6: „In der Erkenntnis aber die Selbstbeherrschung, in der Selbstbeherrschung aber die Geduld, in der Geduld aber die Gottesfurcht.“ Die Liebe – von ihr handelt dieser Vers. Also, die Liebe ist eine Kraft, welche alles ins Gleichgewicht bringt. Wenn ihr eure Intuition entwickeln möchtet, dann lasst nicht den Verstand arbeiten. Wenn der Verstand arbeitet, dann behindert er die Intuition. Lasst euren Verstand frei, in einem reinen Zustand, damit er die göttlichen Gedanken, die an uns gerichtet werden, empfangen kann. In diesem Zustand der Ruhe sollt ihr alles vergessen; ihr sollt die Haltung eines Kindes einnehmen, welches auf seine Mutter wartet, die ihm zu essen gibt – es wird nicht viel Zeit vergehen, und ihr bekommt die Antwort. Aber wenn ihr viel nachdenkt und grübelt, kann ein Tag, eine Woche, ein Monat und ein ganzes Jahr vergehen, und ihr erhaltet keine Antwort. Frage von den Zuhörern: Und wenn der Verstand von der einen zur anderen Seite schwankt, was sollen wir dann tun? Dann nimmst du ihn an die Kandare und sagst zu ihm: „Du hörst nur auf mich.“ Welches sind die vergänglichen Zustände? Wir durchlaufen einen vergänglichen Zustand – Leugnung des alten Lebens und Empfang des neuen Lebens. Alles das muss mit dem Bewusstsein verrichtet werden. Wir müssen daran glauben, dass das neue Leben seine Formen in sich trägt und nichts anderen bedarf. Es hat nur ein Material nötig, und wir sollen zulassen, dass das Leben seine Wohnung selbst errichtet, weil das Leben aus der Liebe hervorgegangen ist, die Liebe aus dem Geist und der Geist aus Gott. Folglich soll das Leben selbst alle Bedingungen mit sich bringen, weil das Göttliche, das in der Materie und im Leben angelegt ist, gedeiht. Ich bemerke, dass unter euch, sowohl in Sofia als auch in den anderen Städten, Schwierigkeiten entstehen. Diese Schwierigkeiten entstehen aus der Tatsache, dass wir selbst unser Leben regeln möchten. Ihr könnt euer Leben nicht selbst regeln. Wir müssen zugeben, dass dieses Leben an sich in seinem Wesen geregelt ist. Ich spreche vom Wesen des Lebens – es ist in uns geregelt. Es gibt kleine Beunruhigungen, die beseitigt werden können. Die Hautschuppen beispielsweise, welche die Poren verstopfen, können beseitigt werden. Wodurch? Durch reines Wasser. Der Hunger kann beseitigt werden. Wodurch? Durch Brot. Der Durst kann beseitigt werden. Wodurch? Durch Wasser. All das dürfen wir nicht beseitigen, sondern befriedigen. Wir haben Aufgaben. Manche sagen, dass wir unvollkommen seien. Die Unvollkommenheit sagt, dass es viel zu arbeiten gibt. Zu pflügen, zu säen, zu ernten - es gibt viel Arbeit. Unter einem vollkommenen Menschen verstehe ich denjenigen, der gepflügt, gesät und geerntet hat – in seiner Scheune ist alles bereit, und er hat seinen Hut ins Genick geschoben, er ist mit seiner Arbeit fertig. Das bedeutet, er ist ein vollkommener Mensch. Wir hingegen sagen: „Ich bin ein unvollkommener Mensch. – Ich habe meine Arbeit noch nicht beendet, nichts weiter. Ich kremple meine Ärmel hoch und verrichte meine Arbeit, wie es nötig ist. Dann werde ich vollkommen sein. Und wenn ich sie nicht beende, werde ich nicht vollkommen sein. „Aber hier gibt es viel Arbeit!“ Nein, du sollst in deinem Herzen, in deinem Verstand, in deiner Seele, in deinem Willen und in deinem Körper vollkommen sein. Vollkommenheit für den Verstand und für das Herz. Die neue Erziehungsmethode unterscheidet sich von der heutigen. Jetzt wird die Arbeit unter uns so verteilt, dass eines Tages diese Welt erneuert und vollkommen sein wird. Frage: Wie sollen unsere Beziehungen sein, wenn wir jetzt das neue Leben begreifen: Müssen wir es in unseren Seelen wahrnehmen? Wie müssen wir praktisch handeln, damit wir die Arbeit nicht zerstören? Ich antworte euch. Es gibt eine okkulte Erzählung, die ich euch in zwei Formen darlege. Eine alte Großmutter wollte heiraten, aber sie war siebzig Jahre alt, mit Falten im Gesicht. Sie hat die Entscheidung getroffen und zu sich selbst gesagt: „Ich werde jetzt einen jungen dreißigjährigen Mann heiraten.“ Sie ging zu einem bekannten Okkultisten, damit er ihr Gesicht verschönert und ihre Falten glättet. Er machte aus ihr eine junge Frau, er reparierte ihr Gesicht, ihre Zähne, und auch das Gehör. Sie wurde schöner, und ein junger dreißigjähriger Mann verliebte sich in sie. Er verliebte sich in sie, und sie heirateten. Sie lud Gäste zum Hochzeitsschmaus ein. Sie war jetzt eine junge Frau, und die Gäste um sie herum waren alle alte Großmütter: „Das ist meine Verwandtschaft.“ Der junge Mann dachte, er habe eine junge Frau gefunden. Nachdem sie geheiratet haben, begann sie allmählich, sich der künstlichen Verbesserungen zu entledigen. Sie zog die Zähne heraus – er sah den leeren Mund und dass sie taub geworden ist; sie lüftete den Schleier – er sah ihre runzlige Haut und die Falten auf ihrem Gesicht. Allmählich sah er das Ungeheuer vor sich – die alte Großmutter! Die andere Erzählung ist umgekehrt. Eine junge schöne Frau wollte sich vor dem Heiraten retten. Sie erschien bei einem Okkultisten, der aus ihr eine alte Großmutter machte. Das neue Leben kommt wie eine alte Großmutter: Es ist fürchterlich; alle fürchten sich vor dieser alten Großmutter, aber das neue Leben ist von innen jung. Das alte Leben wird uns wie eine junge Frau dargestellt, aber es gibt dafür keine Basis mehr, es ist eine alte Großmutter. Das sind die innen verborgen liegenden Formen – wer über Intuition verfügt, versteht, wo die Wahrheit liegt. Dieses neue Leben offenbart sich uns, das heißt, dieses Leben existiert unter den fortgeschrittenen Menschen und unter den fortgeschrittenen Wesen. Es gibt eine Hierarchie in den Welten, wo die fortgeschrittenen Wesen leben: Unter ihnen existiert dieses neue Leben, und wir müssen euch zu ihnen schicken, damit ihr seht, wie sie leben. Ihr sagt: „Es gibt doch wahre Menschen!“ Antwort: Wie lässt sich diese Frage lösen? Mit Sehen oder mit Tasten? Die Frage lässt sich mit Sehen lösen. Ihr alle werdet sehen. Jeder Schüler, der in die Schule kommt, wird sehen. Ihr werdet sehen; ich gebe euch die folgende Regel: Wenn die Liebe in unser Herz kommt, und die Angst hinausgeht, und wenn das Licht in unseren Verstand kommt, und die Dunkelheit hinausgeht, dann werdet ihr alle ohne Ausnahme zu sehen beginnen. Nur dies sind die Bedingungen: Liebe im Herzen und Licht im Verstand. Ihr werdet diese Dinge sehen, und man wird sie euch erzählen. Die wichtigste Bedingung ist, dass ihr die Liebe wahrnehmt und Gott als Liebe erfahrt. Wenn jetzt zu euch ein evangelischer Pastor spräche, dann sagte er zu euch: Ihr seid Sünder und dies und jenes. Ich sage euch: Nehmt den Gott der Liebe an, und alles wird geschehen. Wie? – Öffnet eure Herzen. Ihr haltet inne und sagt: „Wird Er kommen? Ich bin ein großer Sünder.“ – Glaubt absolut! Wenn sich euer Herz öffnet, wird Er kommen. Ihr ruft Gott in seiner Sprache an, ihr sprecht nicht in eurer Sprache. Ihr sprecht in seiner Sprache! Jetzt muss in der Schule die Angst vollkommen verschwinden, weil diese Angst ein großes Hindernis für mich ist. Wenn ich zu euch in den Vorträgen spreche, dann stören mich eure Gedanken und eure Angst sehr. In den Vorträgen prinzipiell erzähle ich nur von den positiven Dingen, vor denen ihr euch absolut nicht fürchten dürft. Wenn ich spreche, fürchten sich manche und sagen: „Was ist, wenn ich dies und jenes nicht erfüllen kann? Was wird mit mir geschehen, wenn ich nicht auf den Mussala hinaufsteigen kann?“ Ein anderer sagt: „Ich bin alt und verheiratet, ich habe Frau und Kinder.“ All das wird sich sofort regeln. Du wirst auf den Mussala hinaufsteigen und jung werden. Dass du Frau und Kinder hast – das sind keine Hindernisse, es ist ein Privileg. Dass du verheiratet bist, dass du Mann oder Frau bist – das ist ein Privileg, der Herr hat dich zum Arbeiten erschaffen. Bis jetzt hast du dich nur mit dir selbst beschäftigt, aber dies ist eine Arbeit, dich mit anderen, mit deiner Frau und deinen Kindern zu beschäftigen. Zu zweit lässt es sich besser leben. Am schwierigsten ist es, wenn der Mensch alleine lebt. Und mit Kindern? – Mit Kindern ist es noch besser. Sind sie zu zweit, ist eine größere Langeweile, aber mit Kindern ist es eine ganze Musik. In Zukunft werdet ihr nicht mehr so heiraten, wie ihr bis jetzt geheiratet habt. Den Schülern aus der Okkulten Schule ist es nicht mehr erlaubt, auf diese Weise zu heiraten. Es ist Gesetzlosigkeit und Verbrechen, ohne Liebe zu heiraten! Wenn du heiratest, rufst du keinen Popen mehr, um dich zu verheiraten. Das ist ein Verbrechen! Es bedeutet, dass du nicht glaubst. Heiraten ist, wenn die Liebe kommt. Wenn die Liebe kommt, dann hat sie die ganze Arbeit verrichtet. Wenn Gott spricht, das ist Liebe. Jetzt ruft man Priester, Bischöfe, man legt Priesterstolen an, man räuchert mit Weihrauch – sie verderben alles. Als Gott die ersten Menschen erschuf und beide zusammenbrachte, vermählte er sie und sagte: „Keine Priester, keine Bischöfe und keine Taufpaten: Ich gebe euch diese Welt mit all ihren Gütern. Geht, arbeitet und macht Gebrauch von diesen Gütern.“ Gott hat Adam in diese Schule eingeführt und zu ihm gesagt: „Höre, das ist eine große Schule. Ihr werdet ernsthaft arbeiten. Ich habe euch alle Bedingungen gegeben, um zu arbeiten und um die Gesetze, die Luft, das Wasser, das Feuer und alle Wesen zu beherrschen. Über all dies werdet ihr herrschen.“ Wenn ihr jetzt in die Schule kommt, dann sagen wir: Das Erste ist, euren Verstand zu beherrschen; das Zweite ist, euer Herz zu beherrschen; das Dritte ist, euren Willen zu beherrschen; das Vierte ist, eure Kräfte zu beherrschen. Das ist das Erste in der Schule. Manch einer mag euch fragen: „Heiratet man unter euch, geht man unter euch die Ehe ein, darf man Kinder haben?“ Wunderlich und seltsam sind diese Fragen! Das Leben entwickelt sich so, wie Gott es geordnet hat. Wir möchten nämlich das Leben zu seiner ursprünglichen Reinheit zurückführen, die ideelle Ordnung der Dinge wiederherstellen, das heißt jenes Leben, wie es vom Himmel vorgesehen ist. Der Himmel hat seinen Plan, und wir möchten diesen Plan verwirklichen. Alle Dinge sind vorhergesehen. Denkt ihr, dass alles in diesem Plan nicht gut geordnet ist? Wenn wir ihn umsetzen, werden wir ein ideales Leben haben, wir werden Kinder, Väter und Mütter haben, aber die Kinder werden hundert Mal besser werden als die heutigen. Wenn es jetzt Zeit zum Heiraten ist, dann kommt ein junger Mann, ein zweiter und ein dritter, und die junge Frau weiß nicht, für wen sie sich entscheiden soll. Ist das jetzt Heiraten? Man beginnt zu fragen: „Ist er reich?“ – Nein, nein, das ist nicht die richtige Art. Das Heiraten in der Welt hat einen ganz anderen Sinn. Hier wird nur die physische Seite des Heiratens verstanden. Unter Heiraten versteht man, dass die Seele mit der physischen, mit der geistigen und mit der göttlichen Welt in Berührung gekommen ist. Du sollst wissen, wie du in diesen drei Welten arbeiten sollst, du sollst wissen, wie du die Energien von der einen in die andere Welt transformieren kannst. Und wir, wenn wir es so verstehen, dass das Heiraten nur ein Wachsen bedeutet – dann sollst du zu wachsen wissen und sonst nichts … Manch einer sagt: „Heiraten wir!“ – Du wirst heiraten und wachsen, das muss so sein. Das Wachsen allein löst jedoch die Frage nicht. Wenn du gewachsen bist, aber keine Frucht getragen hast, hast du nichts getan. Wir weichen von der Frage ab. Ihr als Verheiratete habt diese Frage gelöst; ein zweites Mal werdet ihr nicht heiraten. Ihr sagt: „Was sollen wir als junge Leute machen?“ – Warum weint ihr an einem fremden Grab? Mit dem alten Leben, sage ich, haben wir Schluss gemacht und wir bringen neue Formen. Diese Liebe, welche der Mensch zu jemandem hegt, soll heilig und göttlich sein! Auf dem Grund der Seele soll der Mensch wissen, dass er vor Gott und für Gott lebt, und dass es vor Ihm keinerlei Täuschungen und Lügen gibt. Ihr sollt tief in eurem Bewusstsein und in all euren Gedanken reinen Herzens sein und euch dessen bewusst sein, was richtig und was nicht richtig ist. Seid so tapfer, dass, wenn ihr eine Sünde begeht, sie sofort vor Gott, vor euch selbst und vor den Menschen beichtet. Bei der Liebe sollt ihr genauso tapfer sein. Ihr sollt sie bekennen. Wenn du deine Liebe versteckst, bist du ein Feigling; versteckst du sie nicht, bist du ein Held. Du sollst sie nicht verstecken. Wenn etwas schlecht ist, dann lass es sich so manifestieren, wie es ist. Eines Tages wird Gott zu dir kommen, und du lässt ihn sich manifestieren und sagst: „Herr, heute stehe ich zur Verfügung und lasse Dich so manifestieren, wie du es möchtest. Ich werde Deinen Willen erfüllen.“ Das sagen wir. Das verstehe ich unter einem Schüler. Wenn ich Schüler und Lehrer sage, dann verstehe ich darunter, dass, wenn der Herr kommt, wir ihn sagen lassen, was er sagen möchte, und alle unsere Kräfte darauf verwenden, es zu erfüllen. Wir scheuen keine Mühen und Kosten. – Wir erfüllen alles. Und wenn wir nach Hause kommen, sagen wir: „Herr, wir haben Deinen Willen so erfüllt, wie Du es uns aufgetragen hast.“ Du sollst nicht sagen, dass das Wetter so oder so war und dies und jenes. Nein, du tust es und nichts weiter. Diese Lehre ist richtig, nicht wahr? Ihr müsst tiefes Wissen haben. Ihr sagt: „Wer hilft uns?“ In dieser Schule gibt es Millionen von Arbeitern, die von überall herkommen werden. Sie werden kommen, um zu helfen. Aber zunächst ist es ausreichend, dass ihr beginnt. Wir alle werden so beginnen, daran glaube ich. Ich sage nicht, dass ich daran glaube, sondern ich weiß es – es wird so sein! Zuerst kommt ihr in die Schule als Hörer. Ihr kommt mit absoluter Demut. Ihr sollt nicht sehr demütig sein, sondern vollkommen demütig. In dieser Demut werdet ihr euch verjüngen. Ich wünsche, dass in euch ein Impuls zum Lernen entsteht, wenn ihr die Schule betretet, und dass in euch jenes heilige Feuer zum Wissen brennt, jenes heilige Feuer zur Weisheit, zur Wahrheit und zur Liebe. Dieses Feuer soll so brennen, dass es in ihm nichts anderes gibt, das es beeinträchtigen könnte, und in diesem Feuer soll alles brennen und lodern, was mit euch in Berührung kommt. Solch ein Feuer soll es sein! Wir möchten Schüler, die Menschen sind, die Kerzen zum Brennen bringen können, also Schüler mit brennenden Kerzen. Schüler, die nicht brennen können, möchten wir nicht. Wir möchten Schüler, die Kerzen zum Brennen bringen können: Sie sollen das Heu und die Häuser anzünden – alles soll brennen! Wer diesem Feuer standhalten kann, soll bleiben. Wer dem nicht standhalten kann, soll gehen. Diejenigen, die von den Kommunisten sagen, dass diese das Messer ziehen, haben Recht. Sie haben Recht: Beschneidung braucht es in der Welt. Aber was wird denn gesagt? Die Weinreben dürfen nur vom Weingärtner beschnitten werden. Der Gärtner muss sie schneiden, er muss die Bäume in seinem Garten selbst pflegen, und nur der Gärtner, der davon etwas versteht. Wer darf euer Herz berühren? Nur der Herr darf es berühren. Gebt ihr es jemand anderem, dass er es berührt? Gebt ihr es jemand anderem, dann ist es zu Ende. Niemand ist in der Lage, euer Herz zu berühren. Nur der erfahrene Gärtner darf es berühren, wenn er in euer Herz kommt. Und wenn er in euren Weingarten kommt, dann weiß er, wie er ihn durch Beschneiden pflegt. Deshalb stelle ich mich hin und sage: Ihr müsst notwendig die Liebe empfangen. Es gibt keinen anderen Weg. Alles andere wird sich regeln. Was für eine andere Philosophie? – Keine andere Philosophie, kein anderes Nachdenken. Ihr habt nachgedacht und nachgedacht. Wir wenden es in diesem Jahr an und sehen die Resultate. Kann Gott unsere Herzen in Ordnung bringen und unseren Weingarten beschneiden? – Er kann. Das hat es noch nie gegeben, dass der Herr nicht in der Lage gewesen wäre, unsere Herzen in Ordnung zu bringen, unseren Weingarten zu beschneiden, und das so schön! Nur er kann unsere Herzen in Ordnung bringen. Es gibt keinen zweiten in der Welt wie Er. Er ist der Eine! Ich möchte jetzt die Herzen und den Verstand derjenigen prüfen, die am fähigsten sind, diese Arbeit zu vollbringen. Wenn ihr den Herrn auf eine alte Weise ruft, wird er euch nie empfangen. Wisst ihr, was Elisa gemacht hat, als er den Mantel von Elias genommen hat? Welche Worte er gesprochen hat? Kann jemand diesen Vers zitieren? Er hat seinen Mantel genommen, sich darauf gesetzt und gesagt: „Im Namen des Gottes von Elias.“ Und ihr, wenn ich euch diesen Mantel gebe, wie sollt ihr diese Worte aussprechen? Was sagt ihr, wenn ihr an den Jordan kommt? Antwort: Im Namen des Gottes der Liebe. Jetzt geht es um die Frage nach der Schule. Die Welt, die wir die Schule Christi nennen, ist eine Schule, eine große Schule. Und ich möchte, dass in euch dieses Bewusstsein entsteht, dass ihr euch als Schüler dieser Schule bewusst seid. Dann können jene richtigen Beziehungen entstehen. Ihr werdet euch Sorgen machen: „Werden wir sehen können, ob unser Lehrer uns etwas offenbaren wird, und ob wir etwas erreichen können?“, usw. Das sind leere Fragen. Wenn ich euch in die Schule aufnehme, dann darf sich euer Bewusstsein nicht verlieren. Eines Abends werde ich euch mitnehmen, ihr werdet euer Bewusstsein für diese Welt verlieren, und ich werde euch in die astrale Welt bringen. Dort werdet ihr viele Dinge sehen. Von diesem Moment an werdet ihr gleichzeitig in beiden Welten leben. Ihr sagt: „Wir werden sterben.“ Nichts passiert; alles wird erhalten bleiben. Manchmal streiten sich Mann und Frau; hier können wir euch nicht versöhnen. Wir nehmen euch beide mit ins Jenseits, und wir unterhalten uns mit euch. Danach wird der Mann, nachdem er am Morgen aufgestanden ist, sagen: „Frau, ich habe so einen Traum gehabt, ich vergebe dir.“ Und die Frau sagt: „Ich habe gestern Nacht auch so einen Traum gehabt, und ich vergebe dir.“ Dann ist die Sache erledigt. Ein anderer Fall. Zwei Menschen: der eine hat Schulden und möchte nicht zahlen; er gesteht es nicht zu, doch der andere besteht auf seinem Recht. Sie streiten zehn Jahre lang vor Gericht. Wir nehmen sie ins Jenseits und erzählen ihnen vom Karmagesetz. Sie wachen auf und erzählen einander: „Ich habe geträumt, dass du der Schuldner und ich der Gläubiger bin.“ Der andere: „Ich war auch dabei. Höre, ich möchte nicht, dass du zahlst; ich lasse dir die Schulden nach. Wir wollen das Geld den Armen geben!“ Sie geben das Geld den Armen. Sie reichen sich die Hände, die Frage ist erledigt. Alles geschieht leicht und magisch. Nur dann, wenn die Liebe in euch kommt, wird es keine Mühen geben, welche nicht überwunden werden könnten. Wenn ihr alle das Gesetz anwendet, werdet ihr nach einem Jahr wie junge Stiere, wie die Stiere von Baschan (Psalm 22,13) springen. Jetzt sollt ihr euch, was die Schule angeht, nicht sehr beeilen, noch besonders langsam sein: Ihr sollt euch in die allgemeinen Klassen einschreiben, und das, was in seinen Kräften steht, soll er machen; es werden euch Aufgaben gestellt werden. Und wenn ihr sie nicht vollständig erledigen könnt, könnt ihr wenigstens zuhören, und ihr werdet davon profitieren. Das ist ein Privileg. Und die fortgeschrittenen Schüler, manche von euch sind fortgeschritten, werden wir nicht anhalten – sie werden vorwärts gehen und eine Vorhut bilden. Sie bilden die Vorhut, sie bringen den Weg in Ordnung und reinigen ihn – nach ihnen kommen die Hauptkräfte, dann die Nachhut. Dort, bei einer Quelle schlagen alle ihre Zelte auf – sie essen und treffen sich alle. Dann gehen sie wieder weiter. Beim Anhalten sind sie alle zusammen, beim Gehen gibt es Gruppen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit. Ja, das ist schön! Wie viele Menschen gibt es aus jeder Stadt? Jetzt gebe ich für die Freunde, die Schüler, weil sie Schüler auf der Schule sein werden, ein Essen. Es wird für die Schule ziemlich wenig sein. Ich habe zwei Flaschen mit ungefähr zehn Litern sechsjährigem Wein, der vom Musalla heruntergebracht wurde, von den Seen oben, vom schönsten Wein, den die Natur zubereitet hat. Ich weiß nicht, wie viel davon jedem zufallen wird. Und dann geben wir euch noch ein kleines Stück Brot als kleines Frühstück, weil ihr Hörer in der Schule seid. Dann geben die anderen Brüder für euch ein kleines Essen, ein bisschen gekocht und warm. Man erzählt von anderen Fragen und Auseinandersetzungen; dankt dafür, dass es zwischen euch Auseinandersetzungen gibt. Ich freue mich. Es gibt keine Kraft wie die göttliche Kraft. Nur die göttliche Kraft ist Kraft. Hoch preise meine Seele den Herrn. Jetzt gehen wir hinunter und bereiten diesen Empfang vor. Wie gehen hinunter in den Speisesaal. Alle ordnen sich. Und jeder soll seine Schale mitbringen! Frage: Wie sollen wir die kleinen Kinder ansprechen, und wie sollen sie sich an uns wenden? Zu ihnen sagt ihr: „Brüderchen, Schwesterchen.“ Und die Kinder sagen zu den Erwachsenen: lieber großer Bruder (бате) und liebe große Schwester (кака).“ 21. August 1922, Montag 9 Uhr, Weliko Tarnowo (Bulgarien) * Höchster Berg des Rilagebirges
  9. Danov Übersetzungen Liste.xlsx
  10. Ostergeschenk – Hygieneregel Was ist die beste Weise, Ostern zu feiern? Alles, was der Mensch hat, soll er in Bewegung setzen. Jetzt können die jungen Leute große Umgestaltungen bei sich durchführen. Wenn ihr euch nicht mit den Gesetzen der Natur verbindet, werdet ihr dieselben Ergebnisse haben wie die Erwachsenen. Ihr sollt mit eurem Körper beginnen. Wisst ihr zum Beispiel, was die Ansammlung von Harnsäure im menschlichen Organismus oder was die schwache Atmung bedeuten? Wisst ihr denn, was die Ursache für die innere Trägheit und Faulheit im Menschen ist? Es gibt eine „heilige“ Faulheit beim Menschen. Die Menschen nennen es heilige Erholung oder heilige Ruhe, wenn sich der Mensch in einem Zustand der Untätigkeit befindet. Zu euch jungen Leuten sage ich: Damit ihr stark und gesund seid, sollt ihr Gebrauch von der Morgenluft und den Sonnenstrahlen machen. Denn wenn der Mensch morgen krank wird, dann kann er 10, 20 Ärzte konsultieren, aber sein Zustand wird sich nicht bessern. Es vergehen ein, zwei, drei Jahre und er wird seine Lernfähigkeit und die Fähigkeit, herzlich zu sein, verlieren. Die Krankheiten zerstören den Organismus. Alle Ärzte haben die Aufgabe, den Menschen vor Krankheiten zu schützen, aber bis jetzt haben sie es nicht geschafft. Das Leben des Menschen muss sich grundlegend ändern. Ich bemerke auf euren Gesichtern und im Aufbau eurer Blutgefäße Hinweise auf eine Störung. Ihr seid junge Menschen, 22 Jahre alt, aber ihr seid vorzeitig gealtert, und dieses vorzeitige Altern wird durch eine gewisse Menge an Harnsäure und Gift im Organismus des Menschen bewirkt. Dazu kommt die Einlagerung von Kalk. Dieser Kalk verhärtet im Organismus, und so entstehen Verkalkungen. Die Arterien und die Venen verhärten, und das Gehirn kann nicht mehr richtig denken. Die Lungen verhärten; schließlich verhärtet der ganze Organismus und der Mensch geht ins Jenseits. Die alten Menschen sagen, der Mensch solle nicht so viel denken. Wenn so ein alter Mensch spricht, gibt es im Ton seiner Stimme bereits Sklerose. Und wir sollen alles, was wir finden, essen, sagen sie. In diesem Fall ist die Nahrung nur ein Beitrag zur Beschleunigung dieser Krankheitszustände. Damit der Mensch richtig isst, soll beim Essen der gesamte Organismus – der Verstand, das Herz, der Wille und jede Zelle – beteiligt sein. Die lebendige Natur hat für den Menschen ein Haus mit vielen Fenstern gemacht. Sie hat Milliarden von Fenstern gesetzt, durch die Prana und lebendige Energie hindurchdringen können, damit der Organismus des Menschen sich ständig erneuern kann. Diese Fenster müssen rein und offen und dürfen nicht verstopft sein. Die Anhäufung von Staub geschieht nicht nur auf der Haut, sondern auch in den inneren Organen durch die die Ansammlung von Säuren und Giften. Wenn ihr nicht mehr nüchtern denken könnt, dann geht eine Verstopfung der Zellen und der Poren vor sich, das sage ich euch. So, als erstes müssen wir die Poren unseres Körpers öffnen; sie lassen sich durch Wasser öffnen. Zuerst müsst ihr die magnetische Eigenschaft des Wassers kennenlernen. Ohne Wasser kann es keine Kultur geben. Junge Leute, wisst ihr, wie viel Wasser ihr erwenden dürft? Das Wasser leitet den Magnetismus durch. Wenn ihr die Temperamente studiert, stellt ihr fest, dass die Haut bei den nervösen Menschen trocken ist. Bei den trockenen Menschen geschieht ein schnelles Verdunsten, so dass die Feuchtigkeit im Organismus verschwindet. Durch das starke Verdunsten entsteht das trockene Temperament. Der Mensch wird nervös, unruhig, er kann nichtruhig schlafen und ruhig denken. Deshalb soll er Gebrauch vom Wasser machen. Zudem muss das Wasser, das in eurem Organismus bleibt, das allerreinste sein. Es gibt gewisse Muskeln, gewisse Teile des Körpers, die absolut rein sein sollen. Der Mensch soll absolut rein sein, damit er dieses Wasser filtern kann. Wenn dieses Filtern nicht richtig verläuft, dann dringen alle Unreinheiten aus der Nahrung in die Blutzellen entweder in einem wasser- oder in einem gasförmigen Zustand ein. Diese Gase durchdringen die Poren des Gewebes und verteilen sich im ganzen Organismus. Dann werden sie dichter und bilden spürbare Verhärtungen. Deshalb ist das Wasser notwendig, damit diese Unreinheiten ausgeschieden werden können. Damit ihr euch von diesen Gedanken, von den Symptomen der Krankheiten befreien könnt, denkt ihr jetzt an die wohltuende Wirkung des Wassers. Ich möchte nämlich nicht ständig von schlechten Einflüssen [auf eure Gesundheit] sprechen, damit sie sich nicht in euer Bewusstsein einprägen und ihr ständig an Krankheiten denkt. Ich sage euch jetzt, dass ihr in dieser Jahreszeit, ab Ostern, jeden Morgen in die Natur gehen und euch mindestens ein zwei Stunden dem tiefen Atmen, dem Wassertrinken und dem Empfangen der allerbesten Gedanken widmen sollt. Wenn ihr gesund und stark sein möchtet, sollt ihr es täglich tun. Wenn ihr nach Hause geht, beginnt mit der ernsten Arbeit und lernt. Ihr sollt es unbedingt so machen. Lernt, richtig zu atmen - breit und tief! Wenn ich euch manchmal betrachte, denke ich, dass ihr an einer Blume riecht, aber tatsächlich atmet ihr. Nicht jeder von euch ist in der Lage, tief zu atmen. Lernt Herr über euch zu sein und beherrscht eure Atmung. Manchmal fühlt es sich für euch so an, als ob sich euch jemand widersetzte. Damit eure Atmung vollkommen ist, müsst ihr alle eure Poren öffnen. Und dies geschieht durch Wasser. Die Atmung darf nicht nur durch die Lunge, sondern auch durch die Haut und durch jede Zelle erfolgen – das ist ein gesunder Mensch. Nach der Irisdiagnostik beginnen alle Krankheiten damit, dass die Poren im Menschen verstopft sind. Gewisse Organe erkranken. Mit diesen Unreinheiten werden alle Kanäle der Wirbelsäule verstopft. Verstopfen diese Kanäle, verliert der Mensch seine Vitalität. Die lebendige Energie, welche den Organismus erfrischen soll, kommt von der Wirbelsäule. Das Rückenmark hat die Eigenschaft, das Prana oder die vitale Energie aus der Luft aufrechtzuerhalten und sie im ganzen Organismus zu verteilen. Ihr wisst, wie das bei den Pflanzen geschieht – durch Osmose und Ansaugen. In der Natur gibt es einen Prozess, einer gibt, ein anderer empfängt. Es gibt gewisse Energien, die zum Zentrum hin streben und andere, die aus dem Zentrum heraus streben. Dort, wo sich diese Energien treffen, entsteht diese Tätigkeit des Lebens. Wenn dieser innere Fluss verstopft ist, entstehen diese krankhaften Zustände – Nervosität, Zweifel, Argwohn. Dann geschieht eine Verstopfung des Blutkreislaufes entweder im Arterien- oder im Venensystem. In den Arterien gibt es nicht genug reines Blut als Nahrung, und die Venen sind ganz verstopft. Die Unreinheiten bleiben im Blut, anstatt dass sie ausgeschieden werden und die jungen Menschen, die 25 Jahre alt sind, haben eine Ansammlung von Unreinheiten in sich. Diese Ansammlung besteht nicht aus organischer Materie, sondern es handelt sich um Fettschichten, unnötige halborganische Stoffe, die unter den geringsten Voraussetzungen unterschiedlichen Mikroben die Möglichkeit geben, ins Blut einzudringen, so dass Krankheiten entstehen können. Fasst euch deshalb an den Ohren. Diese Fettschichten müssen verschwinden. Niemand von euch darf ein Doppelkinn haben. Dieser Knochen hinter den Ohren soll sichtbar sein und sich nicht mit Fett füllen. Ihr alle müsst euch einem spartanischen Regime unterziehen. Ihr sollt an eurem Körper arbeiten, damit ihr gesund und stark werdet. Wenn ihr als okkulte Schüler der Welt nicht als Vorbild dienen könnt, was ist dann die okkulte Wissenschaft wert. Jetzt ist die günstigste Zeit, nicht zu einer anderen Zeit. Jeder Apriltag ist für euch zehn goldene Lewa wert. Was ihr im April nehmen könnt, könnt ihr nirgendwo nehmen und es in keiner Apotheke finden. Ihr lauft im Wasser und seid durstig. Jetzt könnt ihr innerhalb eines Monats soviel Energie von oben sammeln und so frisch, so vital, so fröhlich und so voller Ideen werden, dass ihr, unabhängig davon, wohin ihr geht, etwas Frisches in euch tragt. Und diese magnetische Energie steckt die Menschen an. Ihr alle möchtet frisch, munter und gesund sein. Wenn euch jemand sitzen sieht, könnte er denken, dass ihr Philosophen seid. Was für Philosophen denn? Ihr müsst gesunde Menschen sein! Im Menschen soll der Wunsch entstehen, sich anzustrengen und diese Methoden anzuwenden. Wenn ihr jetzt Ausflüge in der Natur macht, seid ihr schlapp und in einem Zustand der Passivität; und wenn ihr geht, geht ihr schlapp. Das darf nicht sein; ihr müsst lernen, mit wachem Bewusstsein zu laufen. Ihr sollt bewusst an allem beteiligt sein. Jetzt wisst ihr, dass die Natur die schwachen Menschen nicht liebt, denn sie hat eine reiche Tafel vorbereitet, und wenn ein Kind von ihrer Nahrung nicht Gebrauch machen will, so kommt sie zur Meinung, es gehöre nicht zu den sehr klugen Kindern. Wenn ihr euch jetzt versammelt, entsteht ein angespannter Zustand. Der Zustand soll aber ein Zustand der Vitalität, der Gesundheit und der guten Laune sein. Es soll eine Strömung entstehen, ein allgemeiner Impuls unter allen. Und wenn jetzt bei jemandem krankhafte Zustände in Erscheinung treten, dann bekommt er Angst. Aber wir beginnen mit der gesunden Seite. Herzrasen oder Herzflimmern ist ein Indikator für die Ansammlung von Giftgasen, Harnsäure und Milchsäure. Dann sagt die innere Natur des Menschen: „Hör‘ mal, du brauchst Wasser. Du musst diese Gifte, Säuren und Gase herausfiltern.“ Und die Menschen sagen: „Ich habe Herzrasen.“ Ihr seid unruhig und könnt nicht einschlafen. [Falls dieser Fall eintritt,] dann steht auf, macht etwas heißes Wasser und trinkt ein, zwei, drei, vier, fünf Gläser heißes Wasser; wenn ihr zu schwitzen beginnt, nehmt ihr ein trockenes Tuch und reibt mit dem Tuch den ganzen Körper ab: an den Armen nach oben, am Körper nach unten; massiert euch gut. Zieht euch dann an und trinkt noch ein Glas heißes Wasser. Ihr könnt zehn Tropfen Zitrone ins Wasser geben, damit sich die Wärme wiederherstellen kann. Macht diesen Versuch und schaut, wie euer Zustand ist. Ihr sollt es nicht nur ein oder zwei Mal, sondern täglich, mindestens aber zwei Mal in der Woche machen. In dieser Jahreszeit müsst ihr diesen Versuch machen. Ihr möchtet euch reinigen, nicht wahr? So werden sich alle Poren eures Körpers öffnen, euer Kreislauf wird sich verbessern, das Prana kommt zu euch. Setzt euch danach still und ruhig hin und beginnt zu atmen. Konzentriert euer Denken nach oben und beginnt, diese magnetischen Strömungen aus dem Raum zu empfangen. Es kann sein, dass ihr nicht sofort Erfolg habt, aber wenn ihr einen, zwei, drei Monate dabei bleibt, atmet und heißes Wasser trinkt, werdet ihr euch frisch fühlen. Der Mensch muss an die frische Luft; er muss atmen. Und immer, wenn ihr Freizeit habt, und wenn es nur eine halbe Stunde ist, nutzt sie zum Atmen. Ihr könnt von irgendwo das beste Wasser holen – ihr dürft nicht faul sein. Ihr könnt zehn Kilometer weit laufen, aber geht und holt einen Liter des besten Wassers. Ihr geht jetzt auf den Witoscha (ein Berg bei Sofia); warum nimmt nicht jeder von euch eine Wasserflasche mit? In der Welt existieren keine Krankheiten, es gibt lediglich krankhafte Zustände. Die Aufgabe der zeitgenössischen Menschen und der ganzen Menschheit besteht darin, sich von ihren Ansammlungen und Unreinheiten zu befreien. Deshalb haben die Alten Waschen und Reinigen empfohlen. Ihr sollt 4-5 Gläser heißes Wasser trinken, bis ihr schön schwitzt. Dann müsst ihr einen Schwamm und ein Tuch haben, um den Schweiß abwaschen zu können. Jeder kann in seinem Zimmer sich mindestens zwei drei Mal in der Woche mit einem Tuch abreiben, und ihr werdet eine angenehme Frische erlangen. Ihr macht es als eine Art Wache. Danach trocknet ihr die Feuchtigkeit mit einem Tuch gut ab. Das macht ihr zehn Wochen lang, vom 25. April bis zum 4. Juli. Nach zehn Wochen werdet ihr das Ergebnis sehen. Das macht ihr entweder morgens oder abends. Das Schöne mit dem heißen Wasser ist, dass keine Erkältungsgefahr besteht. Die Friktionen macht ihr, wenn ihr Zeit habt. Die Atemübungen macht ihr mindestens anderthalb Stunden lang, damit ihr Energie für den Winter sammeln könnt. Prägt euch folgendes ein: Keine Faulheit. Wenn ihr morgens aufsteht, dürft ihr nicht sagen: „Ich möchte schlafen.“ Das ist Faulheit. Wenn ihr diese Wache macht, wird ein Abnehmen stattfinden. Das ist nämlich das Schöne. Ich möchte, dass ihr schlank werdet. Das soll euch nicht ängstigen. Das ist ein Formen des Körpers. Die geistige Seite der Übung: Während dieser zweieinhalb Monate sollt ihr an keine Krankheiten denken. Ihr sollt an eine Welt denken, in der es keine Krankheiten gibt. Diese Übungen sollen euch zur Gewohnheit werden. Woran erkennt man die Gesundheit? Wenn sich zwei gesunde Menschen treffen, dann freunden sie sich miteinander an. Der Mensch, der liebt, ist gesund. Wenn er in einen Zustand kommt, dass er nicht lieben kann, dann wisst, dass es ein krankhafter Zustand ist, obwohl er organisch noch nicht krank ist. Es muss eine Erweiterung stattfinden; du sollst alles Lebendige lieben, es soll ein Austausch von Liebe gebildet werden. Das ist eine heilige Regel: Niemand darf danach trachten, geliebt zu werden, sondern jeder soll danach trachten zu lieben. Alle Menschen, die du liebst, sind in aufsteigender Lage positiv. Zu lieben, das bedeutet, wie Gott zu sein. Das Gesetz der Liebe ist: Sei wie Gott. Gott ergreift in allem die Initiative. In der Welt werden wir Gott in uns zu Fleisch und Blut werden lassen. Die Dinge werden gut laufen. Dann wendest du dieselben Eigenschaften Gottes an. Ihr sollt danach streben zu lieben und ihr werdet zufrieden sein, dass ihr nach dieser heiligen Regel handelt. Macht jetzt für diesen Vortrag ein Horoskop – 24.04.1927, Sonntag, am Abend. Ihr habt uns ein schönes Geschenk gegeben. Wir danken euch dafür! Ihr sollt es anwenden. Ihr sollt euch, wenn ihr in die Welt geht, [von den anderen] unterscheiden. Ihr sollt jedem helfen. Das wird eine [gute] Erfahrung für euch sein. Ein Vortrag, gehalten vor einer Gruppe von jungen Freunden in Weliko Tarnowo, 24.4.1927.
  11. Ordnung für die Schüler der ersten Okkultklasse der Weißen Bruderschaft Es wird das Lied „Fir für fen“ gesungen. Die Zuhörer müssen an der Schwelle der okkulten Klasse Folgendes wissen: Wer ein Mal versucht, das Absolute, das Große, das Göttliche zu verbessern, wird der Klasse verwiesen. Wer ein Mal seinen Unterricht nicht vorbereitet, wird der Klasse verwiesen. Wer zwei Mal (ohne einen wichtigen, unaufschiebbaren Grund) nicht zum Unterricht kommt, wird der Klasse verwiesen. Wenn sich Schüler gegenseitig drei Mal beleidigen, werden beide Seiten von der Schule verwiesen. Unter den Schülern sind Beleidigungen absolut nicht zulässig. Anmerkung: Tief in seiner Seele, vor seinem Gewissen kennt der Schüler die Gründe, die ihn daran gehindert haben, die Klasse zu besuchen. Die Wichtigkeit der Gründe bleibt absolut dem Gewissen des Schülers überlassen. Ein Schüler darf sich selbst nie belügen. Wenn er sich selbst belügt, dann ist er außerhalb der Klasse. Wer hierher kommt, kommt aus Liebe und ohne Zwang hierher. Der Schüler muss sich selbst treu sein. Er muss ein strenger Richter seiner Taten sein. Die Charaktergröße des Schülers liegt darin, dass er das Versprechen, das er sich selbst gegenüber gegeben hat, immer erfüllt. Der Schüler betritt die Klasse in vollem Glauben, ohne Angst und Zweifel gegenüber den Worten des Lehrers – Zweifel oder Argwohn sind nicht zulässig. Schüler ist nur derjenige, der im Unterricht ordentlich und immer anwesend ist. Er ist absolut pünktlich und verspätet sich nie. Schüler ist nur derjenige, der in Harmonie mit dem Absoluten ist. Die Schüler müssen eines wissen – das Göttliche wird nie korrigiert. Schüler ist nur derjenige, der niemals einen anderen, weder in der Klasse noch außerhalb der Klasse, beleidigt. Der Schüler lässt sich nicht beleidigen, er sucht immer das Gute in den Worten, die zu ihm gesagt werden. Er sucht in allem die Liebe. Der Schüler trägt nichts von dem, was in der Schule gesprochen wurde, nach außen, solange er es nicht verarbeitet hat, und dieses Wissen nicht zu seinem Wissen geworden ist. Der Schüler zeigt keine Neugierde. Er fragt nicht, noch lässt er sich viel von den anderen fragen. Er ist frei zu schweigen. Er gibt sich mit dem zufrieden, was ihm gesagt wird. Die Aufgaben, die dem Schüler gegeben werden, müssen ohne Zweifel und Schwanken erledigt werden. Der geringste Zweifel ist ein Hindernis. Der beste Weg des Schülers ist derjenige, auf dem seine Seele sich von denjenigen Banden befreit, die ihn in der Vergangenheit behindert haben und ihn noch heute behindern. Der Schüler muss absoluten Gehorsam und Respekt gegenüber seinem Lehrer haben. Der Gehorsam muss aus dem Bewusstsein kommen. Der Schüler muss hören und erfüllen. Er muss solche Gefühle und Fähigkeiten besitzen, mit denen er seinen Lehrer erkennen kann. Wer an seinem Lehrer zweifelt, ist kein Schüler. Zweifelt der Schüler an seinem Lehrer, ist mit ihm alles zu Ende. Übertritt der Lehrer auch das kleinste göttliche Gesetz, dann ist mit ihm [ebenfalls] alles zu Ende. Wenn der Schüler nicht mit dem Gesetz der Liebe arbeitet, dann kann er nichts erreichen. Die Hauptaufgabe des Schülers besteht darin, die Liebe zu Gott, das heißt die Liebe zu allen, zu realisieren. Vom Schüler ist ständig ein waches Bewusstsein und Pünktlichkeit erforderlich. Mit diesen beiden Eigenschaften kann er seine Fehler berichtigen. „Steh auf, mach dich auf, tue es zum richtigen Zeitpunkt!“ - das ist das Gesetz der Natur. Dem Schüler ist es nicht erlaubt, leere Worte zu sprechen. Der Schüler heiratet nicht, noch wird er Sklave. Er ist frei. Wer nicht lernen und Gott dienen möchte, soll heiraten, sooft er es will. Wer flirten möchte – raus aus der Klasse! Der Schüler ist rein, ehrlich und aufrichtig. Die Schüler helfen sich gegenseitig; sie dürfen sich gegenseitig nicht ausnutzen. Der Schüler arbeitet bewusst daran, Vollkommenheit zu erlangen; er strebt sie ständig an.
  12. http://petardanov.info/DE/DIE_ZWEI_HALBKUGELN.pdf
  13. Die zwei Hemisphären Die Nördliche und die Südliche Hemisphäre 5 Uhr am Morgen Das Gute Gebet Gotteslob Das Gebet des Königreiches Ich lese Kapitel eins vom Evangelium nach Johannes Das Lied “Im Anfang war das Wort” Worauf sollte man sich freuen? Und wonach sollte der Mensch streben? Das Angestrebte kann nicht immer ein und dasselbe sein. Die Kinder streben nach diesem, die Erwachsenen streben nach jenem. Das zeigt, dass in den angestrebten Zielen keine Eintönigkeit sein darf. Ein Mensch darf nie innehalten, um zu schauen, was die anderen Menschen anstreben. Er muss sein inneres Bestreben beachten, welches ihn antreibt. Und jedes Wesen, egal welches, muss sein Bestreben so äußern, wie es das selbst versteht. Was sollte das Angestrebte sein? Am 9. oder 22. März wandert die Sonne über die nördliche Hemisphäre, und jetzt wandert die Sonne in die südliche Hemisphäre. Das ist ein Symbol. Es gibt also zwei Enegrieströme. Der Energiestrom in der nördlichen Hemisphäre hat einen äußeren Charakter, er ist der Strom der Männer. Unter dem Wort Mann versteht sich ein Strom für Arbeit. Das bedeutet, dass Voraussetzungen für Arbeit von außen bereitet werden. Wenn der Sonnenstand beim 22. September ankommt, wie jetzt, ist das ein Energiestrom für die Frauen. Also bringt er eine Weichheit mit sich und dann kann sich der Mensch zurückziehen, in sich selbst versinken. Ab dem 9. März werden die Tage länger und die Nächte kürzer. Dann gibt es mehr Licht, weil sich die Wahrheit von außen offenbart. Unter diesen Lichtverhältnissen siehst du alles. Da besteht die Gefahr, dass du unzufrieden wirst mit dem, was du hast. In dir erwacht eine Unzufriedenheit, dass du dies oder jenes nicht hast, und die Leute dies und jenes - (scheinbar) alles - haben. Ab dem 22. September werden die Nächte länger und die Tage kürzer. Das ist wieder ein Symbol des Guten. Dann wächst die Wärme innen und nicht außen. Das äußeren Licht und die Wärme nehmen ab und die inneren nehmen zu. Das bezieht sich auf jene, die in der Nördlichen Hemisphäre leben. Für jene, die in der Südlichen Hemisphäre leben, ist das umgekehrt. Für sie werden die Tage länger, das Licht und die Wärme nehmen zu. Aber für jene im Norden ist das nicht so. Ihr fragt manchmal: “Warum ist das so?” Wie ich bereits gesagt habe: Wenn das Licht des Mannes zunimmt, nimmt die Dunkelheit der Frau ab. Und wenn der Tag des Mannes sich verkürzt, verlängert sich die Dunkelheit der Frau. Welche Schlussfolgerung werdet ihr daraus ziehen? Für die Frau muss es sehr dunkel werden, damit es ihr von innen warm wird und sie ihren Edelmut offenbart. Ihre Gutmütigkeit erscheint bei großer Dunkelheit, wenn die Nächte länger werden und die Frau zum Leben erwacht. Die Frau - das bedeutet ein “Wesen”. Denkt also nicht, dass ich über die Frau in dieser Form spreche, in der ihr sie heute seht. Ich spreche über den Menschen als ein Wesen, das etwas gebären kann. Ich spreche über den Menschen in derselben Art und Weise wie über die Erde, auf die man etwas säen und danach ernten kann. Ich spreche über den Menschen in derselben Art und Weise wie über einen Baum, der Früchte tragen kann. Ich spreche nicht über jene Dinge, die ihr habt. Wenn ich “ihr” sage, meine ich nicht ausschließlich euch, sondern eine umfassende Mehrzahl. Wer sind diese “ihr”? Alle - sowohl die Guten, als auch die Schlechten, alle zusammen seid “ihr”. Oft erwarten wir eine Wohltat von den Mitmenschen. Welche Wohltat kannst du von einem Baum erwarten? Die Wohltat vom Baum wird von seinen Früchten kommen. Und wie äußert sich die Wohltat, die vom Menschen stammt? Durch seine sanften Worte, mehr nicht. Die Wohltat des Menschen liegt in seiner Sprache. Sprichst du eine wohlwollende Sprache, bist du sanft. Sprichst du keine wohlwollende Sprache, bist du nicht sanft. Welche Sanftmut könnt ihr in einem Menschen entdecken? Keine Sanftmut könnt ihr im Menschen entdecken. Im Menschen könnt ihr nicht jene Sanftmut entdecken, wie sie in den Pflanzen vorhanden ist. Wenn jedoch die Blätter der Pflanzen ausfallen, könnt ihr nichts mehr finden. Das ist ein äußeres Gesetz. Die Pflanze selbst weiß die Dinge zu verwandeln. Wie ich bereits gesagt habe, muss der Mensch die Gesetze des Lichtes und die Gesetze der Wärme studieren. Das ist ein und dasselbe Gesetz. Das Gesetz des Lichtes offenbart sich im menschlichen Verstand, und das Gesetz der Wärme - im menschlichen Herzen. Das ist die Liebe. Ich frage: Warum fürchtet der Mensch sich manchmal, wenn er in sich eine Offenbarung der Liebe spürt? Warum fürchtet der Mensch sich vor der Liebe? Heute ist die Liebe so verdreht, dass wenn jemand zu dir von Liebe spricht, du gleich annimst, dass hier etwas nicht stimmt. Wer zu dir über Liebe spricht, will was nehmen. Nehmt zum Beispiel die Lage der jungen Frau. Bevor sie denjenigen kennenlernt, der sie liebt, ist sie noch frei, spricht mit allen. Sobald er ihr sagt, dass er sie liebt, wird sie schon still, nachdenklich und sagt: “Diese Sache ist sehr ernst.” Ich frage: Warum mag die junge Frau nicht hören, dass man sie liebt? Sobald ein junger Mann zu einer jungen Frau sagt, dass er sie liebt, ist die Liebe schon beendet. Das bedeutet “Ich liebe dich.” Er wird ihr danach sagen, dass sie ihn nicht richtig verstanden hat. Deswegen schweigt die junge Frau. Die Liebe besteht solange du nicht gesagt hast, dass du jemanden liebst und solange er frei vor dir ist. Sobald du sagst, dass du ihn liebst, wird er ernst und beginnt dich zu meiden und zu zweifeln, ob es wirklich Liebe ist. So ist das heutige Verständnis der Liebe. Die Liebe offenbart sich im Schweigen. Wenn du schweigst, liebst du. Und wenn du viel sprichst, ist das das Ende der Liebe. Jemand sagt: “Weißt du nicht, dass ich dich einmal geliebt habe?” – Einmal! Danach sagt er: “Ich werde dich lieben.” Und am Ende sagt er: “Ich liebe dich.” Wenn du liebst, was musst du machen? Auf welche Art und Weise musst du beweisen, dass du liebst? Was ist der erste Ausdruck der Liebe? Die Liebe hat zwei Ausdrücke. Wenn du einen Mann kennenlernst, wie wirst du deine erste Liebe ausdrücken? Du wirst ihm Licht und Wissen geben, das ist der erste Ausdruck. Und wenn du in die südliche Hemisphäre kommst, um dich vor einer Frau darzustellen - unter dem Wort Frau verstehe ich einen Mensch, der gebiert – diesem Menschen wirst du Wärme geben; Speise, Nahrung muss es für ihn geben. Wenn du ihm sagst, dass du ihn liebst, musst du ihn zu Gast einladen, du wirst ihm ein gut gekochtes Huhn anbieten, Suppe. Wisst ihr, wie man Suppen zubereitet? Ihr habt solche Suppen noch nicht bereitet. Einige von euch können Hühnersuppen zubereiten. Diesem Menschen wirst du eine Unterkunft geben und jeden Gefallen tun. Das ist das innere Leben. Also, die Liebe des sanften Gefühls in uns offenbart sich nur dann, wenn die große Dunkelheit von außen kommt, und das Licht nach innen, in das menschliche Herz kommt. Das geschieht in der Winterzeit, wenn wir nichts anderes erwarten, außer Schneestürme, Stürme und den Schnee. Dann gehen wir ins Haus, machen die Lampen an, zünden den Ofen an, öffnen das Buch und beginnen zu lesen. Wenn irgendein Nachbar kommt, empfangen wir ihn zu Hause und beginnen mit ihm ein nettes Gespräch. Jetzt will ich das Leben der Gegensätze erklären. Manchmal wollt ihr die männliche Seite des Menschen studieren - das Wissen. Dann seid ihr draußen, die Bedingungen sind anders. Und wenn ihr das zweite Prinzip studieren wollt – das weibliche Prinzip der Liebe, dann werden draußen sehr ungünstige Bedingungen sein. Das zeigt, dass sich die Liebe bei sehr ungünstigen Außenbedingungen offenbart. Wenn du nach günstigen Bedingungen im Außen suchst, dann wird das Wissen kommen, die Weisheit auch, aber die Liebe gibt es nicht. Nicht, dass es sie nicht gibt, aber sie offenbart sich nicht. Solltest du spüren wollen, was die Liebe ist, dann müssen die größten Leiden, die Stürme und das Unglück kommen. Dies zeigt jedoch, dass du einen starken Rücken haben musst. Also ist der Mann stark von außen und die Frau ist stark von innen. Es ist so, dass wir oft von der Liebe dasjenige verlangen, womit sie sich nicht beschäftigt. Die Liebe bringt Wärme und kein Licht. Und das Wissen bringt keine Wärme, es bringt Licht. Und aus diesem Grund nämlich suchen sich die Menschen gegenseitig. Wenn du das Licht findest, wirst du auch nach der Wärme suchen. Anders gesagt: Sobald du das Wissen findest, wirst du auch nach der Liebe suchen. Und sobald du die Wärme findest, dann musst du auch das Licht finden. Denn die Wärme kann nur bei Licht wahrgenommen werden. Wie ich gesagt habe, wollt ihr gleichzeitig von außen und von innen glücklich sein. Könnt ihr das sein? Die Erde muss gleichzeitig von beiden Seiten beleuchtet werden. Kann sie gleichzeitig von beiden Seiten beleuchtet werden? Das kann sie nicht. Warum kann sie nicht gleichzeitig von beiden Seiten beleuchtet werden? Ihre Form ist so, dass egal unter welchen Bedingungen, nur die Hälfte beleuchtet werden kann. Ihr seid als Frau geboren, aber ihr wollt das Wohl vom Mann haben. Und der Mann ist als Mann geboren worden, aber will das Wohl der Frau haben. Und der Mann sucht nicht nach seinem Wohl, er sucht die Frau. Ihr sagt über einen Mann: “Er sucht eine Frau.” Er sucht das, was er nicht hat. Er sucht das auf eine unverstandene Art und Weise. Die Frau muss warten und sich gedulden, die Erde wird sich drehen und dann kommt das, wonach sie sucht, von alleine. Auch der Mann muss warten und sich gedulden, und dann kommt das, wonach er sucht, von alleine. Und dann, wenn ein Mann eine Frau sucht, meine ich nicht die Art und Weise, auf die ihr eine Frau oder einen Mann sucht, weil sie die verdrehteste ist. Es ist nicht schlecht mit einem Flugzeug oder mit einem Hubschrauber zu starten. Eines Tages wird das auch passieren, das kann durchaus sein, aber bei den jetzigen Bedingungen, weil ihr nicht fliegen könnt, müsst ihr eine gewisse Zeit warten, bis sich die Erde dreht. Sobald sich die Erde dreht wird die Sonne kommen. Die Frau muss zu dem Mann kommen – das ist ihr Weg, und zu der Frau muss der Mann gehen. Was werdet ihr dann sagen, wenn zu euch der Mann kommt? Was sind die Bedingungen in der Natur? Wohin geht die Sonne? Nach Norden. Dann werden die Tage lang und die Nächte kurz. Dann muss man arbeiten, man muss säen. Und was sind die Bedingungen wenn der Mann zu der Frau geht? Oder ich kann es euch mit anderen Worten sagen: Wenn sich euer Verstand entwickelt, werdet ihr in einem Zustand sein und wenn sich euer Herz entwickelt, werdet ihr in einem anderen Zustand sein. Jetzt muss das im Leben angewandt werden. Denn so, wie der Mensch das Leben versteht, ist es sinnlos. Und wenn ich euch sage, dass der Mensch alle lieben muss, spreche ich über die Einheit in der Natur. Und deshalb sage ich nämlich, dass es in der Natur nur eine Frau gibt und nur einen Mann. Die Frau hat unzählige Formen und auch der Mann hat unzählige Formen. Ihr seht viele Männer und viele Frauen, aber eigentlich gibt es nur eine Frau und einen Mann. Ich sage, mit dieser Auffassung, kann in der Welt kein Verbrechen passieren. Ein Verbrechen kann nur dann passieren, wenn sich dieser Mann an ein kleines Ästchen, an ein kleines Blättchen von dieser Einheit bindet und zu sehen beginnt, dass es viele Frauen gäbe. Darin liegt die Täuschung. Die Realität ist, dass der Mensch beim Anblick seiner Gestalt im Spiegel denkt, dass dies jemand anderes wäre. Nein, das bist du selbst. Er täuscht sich und sagt: “Es gibt noch einen anderen wie ich.” Wo zeigt sich jetzt die Täuschung? Wo zeigt sich die Eifersucht? Er denkt, dass er seine Frau nicht mehr liebt, oder dass sie ihn nicht mehr liebt. Der Mann beschwert sich, dass seine Frau ihn nicht mehr liebt, und die Frau beschwert sich, dass ihr Mann sie nicht mehr liebt. Das ist eine Täuschung, das kann nicht passieren. Es kann alles passieren, aber dass dich jemand nicht mehr liebt, kann nicht passieren. Dass dich jemand nicht mehr liebt bedeutet, dass das ganze Dasein ruiniert wird. Dass dich jemand nicht mehr liebt bedeutet, dass du deinen Finger nicht mehr liebst. Kann der Mensch seinen Finger zu lieben aufhören und ihn zu schneiden beginnen? Das ist nicht möglich, weil er auch so sein muss wie du. Ich spreche jetzt über die tiefgreifenderen Ansichten, damit ihr all die Lehren verlasst, die von den gefallenen Geistern in die Welt gebracht wurden. Als sie auf die Erde kamen, lehrten sie die Menschen dieses Leben, das die Menschen heute leben. Und jetzt seid ihr alle immer noch unter ihrem Einfluss. Das ist nicht so. Der Mann hütet seine Frau, dass sie nicht zu einem anderen Mann geht. Der Vater hütet seine Tochter, seinen Sohn. Kann er sie behüten? Und wenn du schläfst – wie wirst du sie beschützen? Nein, übergebe deinen Mann in die Hände Gottes und sag: “Gott beschütze ihn.” Und wenn du es so sagst: “Gott beschütze ihn und Sein Wille geschehe”, übergebe ihn in die Hände Gottes. Denn wir haben nur einen Gott. Manchmal strebt ihr nach dem ersten Platz in der Welt. Warum strebt ihr danach? Einen ersten Platz kann es nicht geben. Es gibt nur einen ersten Platz und der ist für Gott. Für dich ist der zweite Platz. Strebt nicht danach, den ersten Platz einzunehmen, denn ihr werdet in Schwierigkeiten geraten. Ihr seid nicht für den ersten Platz vorbestimmt. Kein Wesen in der Welt ist für den ersten Platz vorbestimmt. Ihr müsst das verstehen. Ihr sagt: “Er gehört mir.” Unter diesem Gesichtspunkt darfst du niemanden kritisieren, niemanden beurteilen, denn dieser Mensch hat einige Dinge gesehen, die er nicht verstanden hat. Wenn du jemandem sagst, dass du den ersten Platz bestrebst, habt ihr euch beide geirrt. Dann kommt ein Dritter, und er will auch den ersten Platz. Ihr habt euch alle geirrt. Keiner kann den ersten Platz haben, weil er eine große Verantwortung mit sich bringt. In diesem Sinne sagt ihr: “Wieviele Mütter gibt es in der Welt.” Indem ihr auf diese Art und Weise denkt, stoßt ihr auf Widersprüche. Nein, in der Welt gibt es nur eine Mutter, die alles gebiert. Wenn du den ersten Platz einnehmen willst, wirst du die ganze Verantwortung tragen. Und dann fragt ihr: “Wie sollen wir jetzt leben?” – Darin besteht der große Widerspruch – wie man leben soll. Von jetzt an müsst ihr das lernen. Denjenigen, mit dem du lebst, darfst du nicht als einen Fremden betrachten. Warum könnt ihr die Dinge nicht so betrachten, dass ihr alles als gut wahrnehmt, was jemand anderes tut? Was hindert euch daran zu denken, dass alles gut ist, was euer Nächster, mit dem ihr lebt, tut? Dieser Nächste kann euer Mann sein, der Licht bringt. Wenn die Frau denkt, dass ihr Mann sie erobern kann, irrt sie sich. Wenn der Mann Licht in seine Frau einbringt, beginnt sie alle seine Fehler zu sehen. Er ist aufgeklärt, aber sie kann nicht richtig sehen und dann beginnt er allmählich die Schlüssel zu drehen und sie bleibt in Dunkelheit. Und wenn sie nicht mehr sieht, beginnt sie zu suchen, wo ihr Stoyan geblieben ist. Und wenn sie ihn zu suchen beginnt, zeigt das ihr Verhältnis zu ihm. Sobald sie sagt, dass sie ihn nicht mehr will, zeigt das, dass das Licht gekommen ist und sie seine Fehler sieht. “Ich liebe ihn nicht.” - Das Licht ist von deinem Mann gekommen, du siehst seine Fehler. Das ist eine falsche Auffassung. Nach der neuen Kultur darfst du nichts Schlechtes in dem jenigen sehen, den du aus Liebe gewählt hast und mit dem du lebst. Du wirst deinen Mann nicht kritisieren, nicht wegen eurem Verhältnis oder wegen irgendetwas anderem. Was macht die Frau? Wenn sie sieht, dass ihr Mann ausgeht, beginnt sie ihn zu kritisieren: Bring deine Kleidung in Ordnung, deine Krawatte, mache deine Schuhe sauber, spreche nicht zu viel und so weiter. Er, der Arme, steckt in Schwierigkeiten. Er sieht irgendwohin, und sie sagt gleich zu ihm: “Hier darfst du nicht hinschauen”. Er geht irgendwo rein und sie sagt “Das darfst du nicht machen.” Nein, sie darf ihn nicht kritisieren, egal wie er angezogen ist und was er spricht. Nehmt an, dass alles richtig an seinem Platz ist. Egal wer was spricht, sagt ihm: “Wie gut du sprichst!” Wenn der Mann von einer Frau laut spricht, darf sie ihm nicht sagen, dass er grob spricht. Wie ich gesagt habe, bezieht sich das auf die Auffassungen des Menschen. Manchmal spreche ich über die Geduld. Ihr könnt nie geduldig sein, wenn ihr das nicht versteht. Das ist eine andere Sache. Willst du Geduld haben, musst du unbedingt diese tiefgreifende Auffassung haben. Also, damit ihr zu dieser Auffassung kommt, müsst ihr Gott überall sehen. Er hat sich irgendwo versteckt und ihr müsst ihn finden. Gott prüft mein Wissen, wie weit ich gekommen bin. Der Mann kann geprüft werden, und die Frau kann geprüft werden. Wenn eine Schwester kommt, beginnt ihr sie zu kritisieren. Ihr beginnt zu prüfen was ihr Glauben ist. Ihr braucht nach ihrem Glauben gar nicht fragen. Ich weiß, dass aus ihrer Sicht ihr Glauben richtig ist. “Aber er hat sich noch nicht zu Ende entwickelt.” Sprecht nicht über Entwicklung. Denn, wenn ihr die kleinen Kindern bei ihrem Aufwachsen betrachtet, seht ihr, dass es Seelen sind, die sich im Prozess ihrer Entwicklung befinden. Eines Tages wird sie Gott erheben. Wenn ihr ihnen zuschaut, seht ihr das Gute in euch. Gestern hatte ich ein Beispiel für eine ausgezeichnete Diskussion. Die schönste Diskussion, die ich bisher im Izgev gehört habe, das war die Gestrige. (Im Sinne von großen Auseinandersetzungen). Diese Diskussion dauerte fast eine ganze Stunde und war so angenehm, so süß, fast engelhaft. Die ganze Zeit habe ich geschwiegen. Und danach, als sie zu Ende waren, habe ich zu ihnen in musikalischer Sprache gesprochen. Ich sagte ihnen: “Sehr gut habt ihr das gemacht.” Ich sagte, es ist eine Kunst, im Bösen in der Welt das Gute zu sehen. Es ist eine Kunst in der Dunkelheit das Licht sehen zu können. Es ist eine Kunst in der Armut gut zu leben. Es ist eine Kunst im Unwissen den Sinn des Lebens zu finden. Es ist eine Kunst im Tod das Leben zu sehen. Das ist etwas, das jeder erreichen kann. Wie kann das sein? Das ist auch für gewöhnliche Menschen möglich. Das ist die neue Kultur, die jetzt in die Welt kommt. Das bringt sie jetzt. Und wenn ihr nicht im Stande seid, die Dinge so zu verstehen, bleibt ihr in eurem jetzigen Zustand. Momentan existieren Kriege, Morde, Streit und Unzufriedenheit. Egal in welches Haus ihr hineingeht, findet ihr überall Streit und Zwietracht. Irgendwo gibt es Scheidungen und irgendwo Trauungen. Die Menschen suchen nach Glück, aber dieses Glück dauert nur anderthalb Tage. Viele beschweren sich und sagen: “Die vergangene Zeit kommt nicht mehr zurück, die glückliche Zeit.” Eine Frau beschwert sich über ihren Mann und sagt: “Mein Mann kommt nicht zurück.” Sei froh, dass er nicht zurückkommt. Jetzt kann er nicht zurückkommen. Aber in fünf bis sechs Monaten wird er zurückkommen. So wie die Sonne von der südlichen Hemisphäre zurückkommt, so wird auch er in sechs Monaten zurückkommen. Der Mann sagt: “Meine Frau kommt nicht zurück.” In sechs Monaten wird auch sie zurückkommen. Du wirst sie in der südlichen Hemisphäre suchen, und nicht in der nördlichen. Die Frau regiert die südliche Hemisphäre und der Mann - die nördliche. Dann kommt Gott zu ihnen zu Besuch. Gott besucht sowohl den einen,als auch den anderen. Jeder empfängt Gottes Wohl, wenn die Sonne in seine Welt tritt. Manchmal beginnt auch ihr Kriege, indem ihr euren Mann erobern wollt. Kann die südliche Hemisphäre die nördliche erobern? Manchmal beginnt der Mann einen Krieg, er will seine Frau erobern. Kann die nördliche Hemisphäre die südliche erobern? Weder kann die nördliche Hemisphäre die südliche erobern, noch kann die südliche die nördliche erobern. Strebt nicht nach Eroberungen. Das Wohl kommt von Gott. Jeder muss an seinem Platz sein. Oder anders gesagt: Der Mann kann Gott nur durch die Frau sehen. Der Mann kann Gott nur durch die Frau lieben. Auch die Frau kann Gott nur durch den Mann lieben. Die Mutter kann Gott nur durch ihr Kind lieben, und das Kind kann Gott nur durch seine Mutter lieben. Die Schüler können Gott nur durch ihren Meister lieben. Und der Meister kann Gott nur durch seine Schüler lieben. Das sind Verhältnisse, Gesetze in der Welt, die ihr nicht ändern könnt. Wenn ihr diese tiefgreifende Auffassung über das Leben nicht habt, können euch eure pädagogischen Regeln, egal welcher Natur sie sind, nichts geben. Wie werdet ihr ein Kind erziehen? Wie lasst ihr das Kind Gott lieben? Wenn es durch seine Mutter Gott nicht lieben kann, könnt ihr es nicht erziehen. Wenn ein Kind durch seine Mutter Gott sehen und lieben kann, könnt ihr es in jeder Hinsicht erziehen. Dieses Kind kann genial werden, es kann ein Musiker werden. Aus einem Kind, das seine Mutter nicht liebt, kann nichts werden. Und euch habe ich auch gesagt – wenn ihr einander nicht liebt, kann aus euch auch nichts werden. Darin liegt die Essenz der großen Erziehung. Jetzt spreche ich von der Perspektive wie Gott die Welt geschaffen hat. Wenn ich die Menschen nicht liebe, kann ich Gott nicht erkennen und aus mir wird nichts. Wenn ich die Menschen und alle Wesen liebe, werde ich Gott lieben und sie werden mich lieben und ich werde eine Beziehung mit ihnen haben. Jetzt wünsche ich, dass jeder an seinem Platz ist. Und das Wohl, das ihr hier erwartet, wird zu euch kommen. Es besteht ein Gesetz auf der Erde. Dieses Wohl wird kommen. Also bereitet euch vor, sodass wenn dieses Wohl kommt, ihr es wahrnehmen und im Einklang mit dem Gesetz des Lichtes und dem Gesetz der Wärme leben könnt . Das ist die Liebe. Ich wünsche euch, so wie ich gestern diese Diskussion gehört habe, dass ihr alle zueinander so sprecht mit sanften Worten, und anderen zuhört, die mit sich so sanft sprechen. Das ist meine Auffassung. So gehe auch ich vor. Im Anschluss sehe ich, dass diese Beiden sich mit einigen anderen unterhalten. Sie haben noch alte Auffasungen. Der eine von beiden war eine Schwester und der andere – ein Bruder. Der Bruder sagte, dass die Schwester etwas schweigen und nicht so viele reden solle. Aus welchem Grund mussten sie sich streiten? Es war ein kleiner Anlass. Es wird sowieso es im Topf gekocht und gegessen. Ich sitze hier im Anschluss und denke: Die Menschen können selbst beim größten Wohl, das Gott gegeben hat, unglücklich sein. Selbst bei der größten Fülle an Gütern können sie unglücklich sein. Das ist schon ein mangelndes Verständnis für die Natur der Dinge. Es ist schwer für den Menschen zu verstehen, aber die schwierigsten Sachen sind die Schönsten. Jetzt bleibt euch die neue Sicht der Dinge. Etwas anderes, was ihr wissen sollt, ist, dass die Sprache des Lichtes euch aufgesucht hat. Alle werden die Sprache des Lichtes ausgezeichnet sprechen. So, wie dieses Jahr die Birnen schön und in Fülle geerntet wurden, so mögt auch ihr das schätzen, was vom Menschen geerntet werden kann. Jeder von euch muss danach streben Früchte zu tragen und dann folgt nämlich das, was ihr euch wünscht. Sobald der Mensch Wissen hat, ist er bei allen willkommen. Und wenn der Mensch die Liebe hat, ist er auch willkommen. Möge die Liebe in euch alle Schwierigkeiten überwinden. Möge das Wissen, was ihr habt, alle Hindernisse beseitigen. Das ist das Wichtigste. Und was jetzt in der Welt passiert - Streit, Auseinandersetzungen - das passiert, weil sich jetzt der Mann in der Welt offenbart. Deshalb gibt es Kämpfe, Missverständnisse und Unruhen. Die Sonne wandert zur nördlichen Hemisphäre und diese Begebenheiten werden geklärt. Man sagt: “Unten gibt es Kriege.” Und wie soll es diese nicht geben! Wenn das Frühjahr kommt, spannt der Mann den Pflug und bearbeitet die ganze Erde. Alle Würmer, alle Käfer in der Erde treibt er weg von ihren Plätzen, es wird ein totaler Krieg. Weil die Menschen in der Welt jetzt nach der Freiheit suchen, offenbaren sich diese Begebenheiten. Jetzt zeigt sich das männliche Prinzip in der Welt und wird sechs Monate, sechs Wochen, sechs Tage, sechs Stunden, sechs Minuten lang dauern. Habt Geduld bis zum Ende zu warten. Alles wird sechs Minuten dauern. Ihr sagt: “In einem Augenblick wird das passieren.” Wenn ihr Geduld habt, wird es in einem Augenblick passieren. Wenn ihr keine Geduld habt, wird es in sechs Monaten passieren. Vater unser Formel: In der Liebe Gottes liegt das Wohl des Menschen. (dreimal) Vortrag vom Meister, gehalten am 22. September 1936 Sofia, Izgrev (Der Erdbebentag)
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